rEUnion – Max Riese & Bruno Ferraro auf einer Graveltour ohne Grenzen

Mountainbike-Collection von Max

Zum ersten Mal seit 25 Jahren – also seit der Unterzeichnung des Schengener Abkommens – sind die Grenzen dicht und wir können uns nicht frei durch Europa bewegen. Natürlich ist das alles einer Krise geschuldet, die so niemand planen konnte, dennoch fühlt sich die Situation merkwürdig an – insbesondere, wenn dann auch noch so manche nach einer generellen Schließung der EU-Grenzen rufen. Wir sind damit aufgewachsen, uns frei durch Europa bewegen zu können. Der Gedanke daran, dieser Freiheit beraubt zu werden, ist für uns ein echter Albtraum.

Inmitten der Coronakrise im Jahr 2020 philosophierten wir – zwei Ultra-Distance-Athleten, einmal Bruno Ferraro (aus Bassano del Grappa, Italien) und ich Max Riese (aus Salzburg, Österreich) digital darüber, wie wir bald endlich wieder gemeinsam Rad fahren könnten, nachdem all unsere Rennen abgesagt wurden. Was wäre, wenn wir einen Weg finden würden, uns auch in der Krise legal und Corona-konform treffen zu können? Aufgrund der Einschränkungen der Bewegungsfreiheit in Italien müsste dieser Treffpunkt genau an der Grenze zwischen der italienischen Region Venetien und Österreich liegen. Hier gibt es zwar keine grenzüberschreitende asphaltierte Straße, aber einen historisch bedeutsamen Pass: Das Tilliacher Joch (Forcella Dignas) ist ein Gravel-Trail, auf dem sich im Ersten Weltkrieg italienische und deutsche Soldaten gegenüberstanden.

Und wir haben aus unserem Abenteuer jeweils ein Video zusammengestellt, beide kannst du dir hier ansehen.

Meine Fahrt:


Brunos Fahrt:

Auf der Karte

Touren & Highlights

    15:06
    140 km
    9,3 km/h
    4 550 m
    2 620 m

    Um 3 Uhr morgens aufzustehen war nicht einfach und ich musste einen kleinen Kampf gegen meinen inneren Schweinehund austragen. Doch das war es wert: Der wunderschöne Sonnenaufgang und der Nebel am idyllischen Pillersee machten alles wieder wett. Es fühlte sich einfach so gut an, endlich mal wieder rauszukommen.

    Aufgeregt und voller Tatendrang radelte ich also zunächst in Richtung Saalbach. Endlich kam mein Körper in Schwung und ich genoss das perfekte Wetter. Nach einer kurzen Frühstückspause auf der Hacklbergalm knöpfte ich mir die erste „Hike-a-Bike“ Passage vor. Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass hier noch so viel Schnee vom Winter liegen würde.

    Doch es war die Anstrengung wert. Ich wurde mit einem wunderschönen Sonnenuntergang und einem Herzhaften Abendessen in der St. Pöltener Hütte belohnt. Ich kann wirklich nur empfehlen, Reinhold und seiner Familie einen Besuch abzustatten. Sie führen die Hütte hier mit ganz viel Leidenschaft und Liebe zum Detail.

    von
    Max
    06:57
    113 km
    16,3 km/h
    1 990 m
    2 560 m

    Der Sonnenaufgang bei der St. Pöltener Hütte war einfach nur wunderschön. Ich machte mich wieder auf den Weg und erreichte nach einer kurzen Tragepassage, die über ein paar Schneefelder nach unten führte, einen herrlichen Gravel-Weg, der sich langsam, aber sicher ins Tal schlängelte. Die Aussicht auf den bekannten Gipfel des Großvenediger war einfach nur atemberaubend.

    Im weiteren Verlauf kam ich an vielen Wasserfällen vorbei, die sich auf dem Weg nach Lienz ihren Weg ins Tal suchten. Der Radweg nach Sillian war wunderschön, aber ziemlich voll. Der Off-Road-Weg nach St. Oswald war dagegen ganz schön steil. Doch auch diese Anstrengung wurde wieder belohnt: Der Folgende Singletrail war wirklich gut.

    Es folgte ein zermürbender Abschnitt über eine Schotterstraße, die überall von umgefallenen Bäumen blockiert war – das war wirklich frustrierend und dauerte unglaublich lange. Auf dem Weg zum Tilliacher habe ich deshalb nochmal richtig Gas gegeben, um Zeit gut zu machen. Am Klappacher See stoppte darum auch nur für eine ganz kurze Erfrischungspause.

    Endlich war es geschafft: Ganz oben traf ich auf Bruno. Uns trennte nur ein kleiner Stein, der am Boden die Grenze markierte, als wir ein viel zu warmes Belohnungsbier genossen, das sich einfach nur gut anfühlte.

    von
    Max
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  • 14:27
    140 km
    9,7 km/h
    3 570 m
    2 410 m

    Bassano del Grappa mit der aufgehenden Sonne zu verlassen, machte die Abfahrt in dieses Abenteuers noch epischer. Schnell näherte ich mich dem Monte Grappa, wo ich ein paar Rennradfahrer traf, was sich bald ändern sollte: Kaum, dass ich von der Straße ins Gelände abbog, sollte ich für die nächsten Stunden keine Menschenseele mehr treffen.

    Nach einem langen Anstieg erreichte ich die Bassano-Hütte. Hier oben war es sehr belebt – offenbar genossen es die Leute, Fahrrad fahren zu können und das auch noch bei so einem guten Wetter. Ich beschloss, einen anderen Weg in Richtung Abfahrt zu nehmen und überquerte einen alten Schützengraben, was bedeutete: Bike and Hike! Die Aussicht dabei runter ins Tal war allerdings atemberaubend!

    In Birrificio di Quero lohnte sich die kleine Pause (ein Bier war dringend nötig!), bevor ich direkt weiter nach Santa Giustina fuhr – wo gemeinsam mit meinem alten Kumpel Stefano ein leckeres Eis auf mich wartete. Stefano wohnt dort und begleitete mich ein Stück, um mich für den letzten Anstieg des Tages aufzumuntern. Im Valle del Mis erwischte mich ein kurzer Regenschauer, doch zum Glück kam die Sonne gleich wieder heraus. Ihre Strahlen spiegelten sich an den Felswänden der Schlucht und sorgten für eine unwirkliche Stimmung. Ich trat noch einmal ordentlich in die Pedale, um schnell den Lago di Alleghe zu passieren und vor allem, um das Abendessen in Caprile zu erreichen.

    11:59
    105 km
    8,7 km/h
    3 250 m
    2 500 m

    In Selva di Cadore aufzuwachen und gleich zum „Frühstück“ den Passo di Giau „zu verspeisen“, war eine echte Challenge. Diesen Klassiker durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen – danach fuhr ich allerdings ein paar Kilometer zurück, um einer wirklich steilen, aber herrliche abgelegenen Offroad-Piste zu folgen, die mich direkt zum Rifugio Averau und anschließend zum Rufugio Scoiattoli führte, von wo aus man einen atemberaubenden Panoramablick auf die beeindruckende Felsformation der „Cinque Torri“ hat.

    Inmitten der Dolomiten zu sein und solche Wege zu fahren, machte mich einfach glücklich. Obwohl ich relativ nahe an diesen besonderen Orten lebe, fuhr ich zum ersten Mal hierher und hielt akribisch Ausschau nach weiteren alternativen Wegen.

    In Cortina d'Ampezzo gönnte ich mir einen Kaffee und knöpfte mir anschließend den Passo Tre Croci vor. Die lange Offroad-Abfahrt nach Auronzo machte richtig Spaß, bevor ich das wunderschöne Val Visdende und schließlich das Tilliacher Joch erreichte, an dem sich die Grenze zu Österreich befindet. Nach unglaublich viel Spaß und ohne Ende schönen Eindrücken traf ich endlich Max, mit dem ich bei einem Bier die Geschichten, Gedanken und Gefühle zu unseren wunderbaren Fahrten austauschte.

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Collection Statistik

  • Touren
    4
  • Distanz
    499 km
  • Zeit
    48:28 Std
  • Höhenmeter
    13 350 m

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