Carola K.

Über Stock & Stein durch Südschweden – ein Bikepacking Abenteuer

Carola K.

Über Stock & Stein durch Südschweden – ein Bikepacking Abenteuer

Mountainbike-Collection von Carola K.

Einreiseverbote, Quarantäneregeln, Flugstornierungen – für die Urlaubsplanung 2020 war doch erhöhte Kreativität und Flexibilität gefordert. Nachdem meine großen USA-Pläne für September wie eine Seifenblase zerplatzten, überlegte ich, was ich sonst unter den gegebenen Umständen mit dem Jahresurlaub anstellen könnte. Unkompliziert und spontan, aber trotzdem abenteuerlich sollte es sein. Schließlich entwuchs einem gemütlichen Abend bei einem Glas Wein der Gedanke: Warum nicht einfach das nagelneue Mountainbike satteln, mit der Fähre nach Schweden übersetzen und sich treiben lassen?

Ich setzte mich kurzerhand an den Computer und überlegte, wie viele Kilometer man in gut zwei Wochen über Stock und Stein entspannt schaffen könnte. Kalmar sah nach einem guten Wendepunkt aus und so überließ ich einfach komoot die grobe Planung im Mountainbike-Modus. Ein bisschen hier und da die Strecke zurecht gezuppelt und die rund 800 Kilometer lange Rundtour war nach einer Stunde fertig.

Mitte September startete ich also mit der Fähre von Rostock nach Trelleborg. Von dort ging es ab nach Norden, tief in die Naturreservate und Wälder hinein. Die Mountainbike-Route, die mir komoot zusammengestellt hatte, führte oftmals über herrlich ruhige Hinterlandstraßen und Gravelroads, aber vor allem an den ersten Tagen auch über felsige Wege und verschlungene Pfade wie den Skåneleden. Der hohen Trail-Kunst noch nicht ganz mächtig, hieß das für mich, das Bike streckenweise schieben und heben zu müssen. Und so war ich sehr froh, dass ich für den Anfang nicht mehr als 50 Kilometer am Tag eingeplant hatte.

Je weiter ich nach Norden kam, umso wald- und seenreicher wurde die Landschaft. Ein schöner Zeltplatz nach dem nächsten. Trotz der Möglichkeit, wild zelten zu dürfen, übernachtete ich aber in fast der Hälfte aller Nächte in sogenannten Vindskydds – einfachen Holzverschlägen, die nach einer Seite offen und immer mit einer Feuerstelle ausgestattet sind. Lagerfeuerromantik pur! Die meisten davon fand ich relativ spontan und passte die Route von Tag zu Tag ein wenig danach an. Genau die Art von Spontanität, die ich mir erhofft hatte. Unterwegs Geschäfte zum Vorräte auffüllen zu finden, war genauso unkompliziert – das Bierchen am Abend gesichert.

Nach einem Stadtbummel in Kalmar zur Halbzeit fuhr ich auf dem Rückweg gen Süden immer mal wieder am Küstenstreifen entlang, um die salzige Seeluft aufzusaugen. Kleine Fischerhäfen, hübsche Dörfer, schmale Trails und immer wieder die Überraschung, wohin die Route wohl als nächstes führt. Ein Abenteuer, das in einer Stunde am Computer entstand und mich immer noch mit tollen Erinnerungen versorgt. Nachmachen unbedingt empfohlen!

Auf der Karte

Touren & Highlights

    00:31
    8,24 km
    16,2 km/h
    10 m
    10 m

    Mit der TT Line ging es um 13.30 Uhr rüber von Rostock nach Trelleborg. Obwohl man Fahrradplätze für die Fähre buchen kann, waren wir zwischen Wohnmobilen, PKWs und LKWs die einzigen Radler. Entsprechend kreativ war die Unterbringung auf dem Autodeck. Etwas kompliziert, aber machbar! :) Außerdem hatten wir den großen Vorteil, als erste auf die Fähre fahren zu dürfen.

    Als wir gegen 19 Uhr im Hafen anlegten, ging bereits langsam die Sonne unter. Da es in Trelleborg nicht viele Möglichkeiten zum Campen gibt, hatte ich schon ein schönes Plätzchen am Strand westlich von Trelleborg eingeplant. Im schönsten Sonnenuntergang fuhren wir nur ein paar Minuten und hatten einen 1A Front-row-Zeltplatz am Ostseestrand.
    🌅

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    03:59
    50,4 km
    12,7 km/h
    240 m
    170 m

    Vom Strand ging es erstmal wieder zurück nach Trelleborg zum Shopping. Gar nicht so leicht, bei den vielen leckeren Sachen nur eine Handvoll mitzunehmen, weil das Rad quasi schon voll beladen ist. Alleine die Auswahl an Schmelzkäsesorten aus der Tube ist gigantisch!

    Danach führte der Weg vor allem durch ländliche Regionen und komoot meinte, uns über ein Privatgrundstück navigieren zu müssen. Die nette Besitzerin ließ uns glücklicherweise durchfahren, ihr Haushund war trotzdem der Meinung, mich zur Strafe in die Wade zwicken zu müssen. Auf dem Weg schauten wir uns schon mal das eine oder andere Shelter an. Das sind kleine Holzschutzhütten, die zu einer Seite offen sind und über eine Feuerstelle verfügen. Wanderer und Radwanderer können dort ihr Nachtlager aufschlagen. Solche Shelter sind geschickterweise über ganz Schweden verteilt.

    Am Ende der Tour wurde es deutlich waldiger und an der Ruine einer alten Mühle war die Tagesetappe fast geschafft. Die Nacht wurde heute in einem sehr gemütlichen Shelter verbracht – inklusive Katze, die sich die Vorzüge der täglich wechselnden Wanderer zunutze gemacht hat: Es gibt immer einen Happen ab und gegebenfalls einen kuscheligen Schlafplatz auf dem Schlafsack. 🐈

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  • 04:35
    55,9 km
    12,2 km/h
    490 m
    380 m

    Die Tour heute war schon zu Beginn von so einigen Schwierigkeiten geprägt. Komoot routet im Mountainbike-Modus super gern über den Skåneleden, der eigentlich ein Wanderweg ist. So gestaltete sich auch die Wegbeschaffenheit: mit Steinen, steilen Anstiegen, zuzüglich etlicher Tore, Leitern und Brücken, über die die bepackten Räder gehoben werden mussten. Dadurch kamen wir am Anfang nur sehr, sehr langsam voran. Dafür waren die Ausblicke fantastisch und die Wege urtümlich schön.

    Um das ganze noch zu steigern, ging es über einen Weg, der nicht mehr vorhanden war und dann durch ein gesperrtes Militärübungsgelände, was immer noch sehr aktiv genutzt wird.

    Einen schönen Campspot zu finden, war dann auch nicht ganz so einfach, wie wir uns ursprünglich vorgestellt hatten und so schlugen wir letztendlich nach mehr Kilometern, als wir eigentlich fahren wollten, am Ende einer Waldstraße unser Zelt auf. Das Wetter hingegen war erste Klasse. 😎

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    04:32
    63,4 km
    14,0 km/h
    200 m
    270 m

    Heute war komoot nett zu uns und leitete uns fast ausschließlich – von einem Ausrutscher über ein Feld ohne Weg mal abgesehen – über ausgebaute Radwege nach Kristianstad und dann zu einem wundervollen Platz am Immeln-Gewässer. Damit waren wir fast doppelt so schnell und zudem mit deutlich mehr Kilometern auf dem Tacho als gestern.

    In Kristianstad wurde eingekauft, was ans Rad passte und schwedische Döner-Pizza mit Pommes genossen. Das ist hier wohl so etwas wie ein Nationalgericht. Was wir nicht schafften, haben wir noch irgendwie ans Bike gebastelt. 🍟 🍕 🥙

    Abends suchten wir uns am Immeln einen schönen Platz am Wasser. Es dauerte wieder ein bisschen, aber der kleine Fleck, den ich am Ende fand, war traumhaft schön. Direkt am Wasser und unter Kieferbäumen. So habe ich mir Wildcampen in Schweden vorgestellt! 🌲

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    03:32
    45,9 km
    13,0 km/h
    470 m
    400 m

    Wir haben es aus Skåne heraus und nach Småland geschafft! Heute fuhren wir auf schönen Waldwegen, ein bisschen vom täglichen, steinigen Wanderweg war ebenfalls dabei. Da merke ich doch immer wieder, wie ausbaufähig meine MTB-Fähigkeiten noch sind. Es folgte eine seit bestimmt zehn Jahren nicht mehr gepflegte Waldstraße. Für uns hieß das, sich durch hohe Farne und dichte Kiefern zu kämpfen. Am Ende kamen wir auf einem Privatgrundstück raus. Zum Glück war niemand daheim. Viel Abwechslung, viel Fun!

    Unterwegs unterhielten wir uns kurz mit wuscheligen Hochlandrindern, die uns nicht verstanden. Wie auch? So ohne Schwedisch? :D Am Ende wartete ein herrlicher See mit Sonnenschein, Picknickbänken und einem einladenden Badesteg auf uns. 🧽 👙

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    03:04
    42,3 km
    13,8 km/h
    360 m
    400 m

    Die heutige Etappe war einfach nur bezaubernd. Nachdem wir gestern an unserem Übernachtungsplatz zwei Schweizer kennengelernt hatten, die im Juni nach Schweden ausgewandert sind, schauten wir morgens auf einen Kaffee und die typisch schwedischen Zimtschnecken (Kanelbular) in ihrem zuckersüßen Heim vorbei.

    Danach ging es über einsame Straßen und Waldwege, die uns sehr an Colorado oder die High Sierra in Arizona erinnerten. Auf einem ordentlichen Anstieg traten wir dann hoch zum Aussichtsturm auf dem Ramnaberg. Von dort hat man eine atemberaubende Aussicht über den Åsnens Nationalpark. Der Park ist erst seit jüngster Zeit ein Nationalpark. Hier kann man nicht nur radeln, sondern auch erstklassig paddeln, wandern und fischen – eben alles, was draußen Spaß macht.

    Ein exklusiver Rad(Schotter)weg führte uns über kleine Inseln zu unserem Shelter an der nördlichen Spitze der Insel Getnö. Dort hatten wir dann gleich zwischen vier Sheltern und einigen herrlichen Zeltplätzen die Qual der Wahl. Am Ende entschieden wir uns für ein besonders einladendes Shelter und verbrachten den Nachmittag am Lagerfeuer. 🔥

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    05:05
    59,2 km
    11,6 km/h
    260 m
    250 m

    Heute gab sich die Sonne allergrößte Mühe und bescherte uns im Åsnens Nationalpark einen sensationellen Sonnenaufgang, der keinerlei Zweifel darüber aufkommen ließ, warum die Shelter alle nach Osten ausgerichtet sind.

    Von dort ging es über den Banvallsleden ein Stück nach Süden, dann stetig nach Südosten über den Sydostleden und Kronobergsleden – allesamt herrliche Radrouten. Nach dem Großeinkauf in Tingsryd fanden wir uns mit dem Utvandrarleden mal wieder auf einem Wanderpfad wieder, der uns zwar ein paar wurzelige und steinige Singletrails bescherte, aber auch fantastische Gravelroads. Die Neugier trieb uns dann anstelle der Waldstraße auf einem weiteren kleinen Pfad zu einer natürlichen Höhle, der Klostergrottan. Hier haben während der Steinzeit Menschen zum Fischfang gelebt. 🐟

    Kurz vor Erreichen des Tagesziels stand mitten auf unsere Route plötzlich ein riesiges Holzzerkleinerer-Fahrzeug, dass die gesamte Breite der Waldstraße einnahm. Also versuchten wir, die Räder um das Hindernis herum zu schleppen. Der Fahrer sah uns, aber statt seine Maschine kurz abzustellen, wurden wir mit einer Masse von Spänen berieselt und hatten etliche Minuten zu tun, uns durchs Gestrüpp zu kämpfen. Über ein Bad im See am abendlichen Shelter, um die ganzen Späne runter zu waschen, habe ich mich selten so gefreut.

    Der Sonnenuntergang am Shelter am Kinnensee war nicht minder romantisch-kitschig als der morgendliche Sonnenaufgang. Zum Abendessen gab es leckere Nudeln am Lagerfeuer. 🍝

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    03:32
    52,4 km
    14,9 km/h
    400 m
    430 m

    So langsam radeln wir uns ein. Die gut 52 Kilometer vergingen wie im Flug, auch wenn, wie jeden Tag, ein paar „interessante“ Schiebepassagen auf dem Utvandrarleden mit dabei waren. Wir durchradelten einen Ort mit dem klingenden Namen Yxnanäs, der zur Hälfte bewohnt war und zur anderen Hälfte eher einer Geisterstadt glich. In vielen Fenstern der verlassenen Gebäude waren Geräte und Utensilien aus den 50er Jahren zu sehen.

    Unsere heutige „Unterkunft“ am Örsjösjön war natürlich wieder ein Shelter, aber alleine das Toilettenhäuschen machte den Platz einzigartig. Liebevoll eingerichtet mit einer modernen Komposttoilette, Spiegel, Büchern, Erster Hilfe und sogar... elektrischem Licht! 💡Der Nachmittag/Abend war wieder dem Lagerfeuer gewidmet – inklusive leckerer Grill-Experimente. Und immerhin gab es heute mal einen Pilz in der Pfanne. 🍄🍳

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    03:54
    48,0 km
    12,3 km/h
    290 m
    400 m

    Komoot‘s Vorliebe für orange markierte (Wander)Wege setzte sich mit dem Dackeleden auch heute wieder fort. Die teils leicht technischen Abschnitte versorgten sowohl mich als auch mein geliebtes Bombtrack mit den ersten Kratzern. Dafür entdeckten wir am Wegesrand einen recht beachtlichen See, der noch in keiner Karte verzeichnet ist.

    Wirklich beängstigend war dagegen der Abschnitt, der uns auf die Autobahn nach Kalmar führte... wo nach kurzer Zeit sowohl die Radspur aufhörte als auch die zweite Autospur verschwand. Es blieb kaum noch Platz und die Autos und Laster donnerten mit weit über 100 km/h an uns heran und mit quasi null Abstand an uns vorbei. Zum Glück fand ich eine Umgehungsstraße, die zwar länger war, uns dafür aber weiteren Schrecken auf der Autobahn ersparte. 🛣

    Mit ordentlich Gegenwind ging es dann hinein nach Kalmar. Gemäß meiner ursprünglichen Planung sollten wir dort erst einen Tag später ankommen. Da das Wetter aber heute zum Abend in Regen umschlug, haben wir kurzerhand umdisponiert und legen morgen den ersten Ruhetag mit ein bisschen Sightseeing ein. 🏰

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    02:52
    10,0 km
    3,5 km/h
    30 m
    30 m

    An unserem „Ruhetag” haben wir uns ein wenig die Beine vertreten und die Stadt Kalmar mit ihrem eindrucksvollen Schloss und den noch immer auf die Ostsee ausgerichteten Kanonen erkundet. Am ersten Tag ohne Sonne kam sofort die passende Stimmung auf: Ob etwa Piraten aus dem Nebel auftauchen?

    Relativ ziellos spazierten wir dann durch die Straßen und Gassen, über Holzbrücken und altertümliche Tore in die Altstadt. Früher war hier das Zentrum von Kalmar, bevor die mittelalterliche Stadt während der Kalmarkriege im 17. Jahrhundert größtenteils zerstört wurde. Danach zogen viele auf die Insel Kvarnholmen und ins Binnenland.

    Kvarnholmen mit der freistehenden Kathedrale, dem alten Marktplatz und der beschaulichen Fußgängerzone schauten wir uns natürlich auch an. Hier gibt es neben schnuckeligen Cafés und Restaurants sogar einen gut sortierten Outdoorladen. Bis zum Ende der Insel spaziert, standen wir dann schon wieder am Ufer der Ostsee, wo ein einladender Badesteg winkte. Bei dem Wetter war uns dann aber doch nicht danach.

    Auf dem Rückweg ging es am Shopping Center vorbei und zum Großeinkauf ins ICA und Coop. Für einen faulen Tag im Hotel braucht man schließlich ordentlich Futter. 🥘

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    04:15
    69,4 km
    16,3 km/h
    490 m
    390 m

    Nach einem faulen Tag in Kalmar mit ein wenig Sightseeing ging es heute weiter und noch einmal ins Inland. Die Hoffnung, doch noch einen Elch zu sehen, ist noch nicht gestorben.

    Trotzdem ließ sich leider auch heute keiner blicken. Stattdessen gab es eine ausgiebige Pause an einer fantastischen Klippe am Torsjön – eigentlich zu schön, um weiterzufahren.

    Da aber noch ein paar Kilometer auf dem Plan standen, sattelten wir doch nochmal die Räder und legten in Vissefjärda noch einen Schnelleinkauf ein – für das obligatorische Bierchen am Abend.

    Die Nacht verbrachten wir zur Abwechslung mal nicht in einem Shelter, sondern an einem Mini-Strand. Eigentlich wollte ich ja auf der kleinen Halbinsel das Zelt aufschlagen. Der Weg dahin ist aber dermaßen zugewachsen, dass ich nur mit Mühe und Not überhaupt zu Fuß durchgekommen bin. Mit bepacktem Fahrrad jedoch unmöglich. 🍺

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    04:32
    67,8 km
    14,9 km/h
    490 m
    590 m

    Nach rund zehn Tagen ohne Regen beim Radeln hat uns nun das kühle Nass eingeholt. Am Morgen konnten wir den Schauer noch etwas aussitzen, am Nachmittag wurde es dann aber doch ungemütlich.

    Unterwegs trafen wir zwei dänische Angler, die uns in der kleinen, offenen Wildhütte zu Bier und Vanilla Coke einluden. Da sagt man nicht nein. Nach einer guten Stunde über Gott und die Welt-Gequatsche waren es dann noch rund 36 Kilometer bis zum Shelter zu fahren und wir standen am Ende des Tages wieder vor dem Meer. 🌊

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    04:30
    58,0 km
    12,9 km/h
    280 m
    280 m

    Heute folgten wir fast ausschließlich ausgebauten Radwegen wie dem Sydostleden von Järnavik bis Sölvesborg. Das ist zwar bequem und man kommt schnell voran, aber die Abwechslung fehlt, wenn man gefühlt Kilometer für Kilometer geradeaus über Asphalt fährt. Von daher freute ich mich schon darauf, morgen wieder in die Wälder einzutauchen.

    Wie es das Glück so wollte, hielt die Strecke in Karlsham aber ein lang ersehntes Softeis mit Schokoüberzug für uns bereit, inklusive des einen oder anderen Ausblicks auf die Ostsee.

    In Mörrum, dem Zentrum des Lachsfischens, schauten wir mal im Haus des Lachses vorbei. Eigentlich schleppten wir seit Beginn der Tour eine Angel mit uns herum. Zum Angeln fehlte uns jedoch – bis auf eine knappe Stunde am Anfang der Reise – bislang die Muße.

    Am Abend gönnten wir uns eine niedliche Hütte auf dem Valjeviken Campingplatz, der normalerweise zu dieser Jahreszeit bereits geschlossen hätte. Wir waren wohl die letzten Gäste, denn am morgigen Tag sollte der Platz endgültig für die Saison schließen. Als besonderes Highlight konnten wir heute heiß duschen und erstmals unsere Wäsche in einer richtigen Waschmaschine waschen – nicht nur im See, Fluss oder Handwaschbecken. Es sind eben die kleinen Dinge. Die Kirsche auf der Sahnetorte war dann schließlich ein erstklassiger Sonnenuntergang über der Ostsee, den wir von der kleinen Terrasse der Hütte mit einem Bierchen in der Hand genießen konnten. 🌅

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    05:18
    73,0 km
    13,8 km/h
    410 m
    380 m

    Über den Sydostleden und die Schmugglerrunde rollten wir heute weiter nach Süden Richtung Åhus und genossen dabei herrliche Waldwege.

    Ein weiteres Mal standen wir jedoch vor einem Militärgebiet mit fetten Warnschildern, durch das uns komoot schicken wollte. Da blieb nur ein langer Umweg außen herum. Zur Verteidigung der Navigation: Ich meine gelesen zu haben, dass das Gebiet in den Sommermonaten frei zugänglich ist. Pech, wenn man außerhalb der Saison rumkutschiert.

    In Åhus gab es dafür die bekannte typisch schwedische Dönerpizza mit Pommes und einen wundervollen Blick aufs Meer und den Strand. Der Trail am Strand war leider oft so zuckersandig, dass wir selbst mit unseren breiten Reifen kaum vorankamen. Im Wald etwas oberhalb gab es aber tolle Singletrails, die viel Freude machten.

    In Brösarp deckten wir uns mit dem täglichen Bierchen für den Abend ein, das wir gemütlich am Feuer genossen. 🔥

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    04:32
    60,9 km
    13,4 km/h
    580 m
    560 m

    Wenn eine Reise dem Ende zugeht, gibt es viele letzte Male, die einen melancholisch stimmen. Ein letzter Singletrail, ein letzter Anstieg, eine letzte Nacht in einer Windschutzhütte, ein letztes Lagerfeuer mit grilled cheese. 🔥🧀 Zum näheren Verständnis: Das ist, grob gesagt, geschmolzener Käse zwischen zwei Brotscheiben – mehr nicht, aber trotzdem etwas ganz besonderes. Der markierte Trail führte uns auf den ersten Kilometern absolut idyllisch an einem Flusslauf entlang durch dichtes Waldgebiet und am Ende zu einem kleinen Wasserfall.

    Im Naturschutzgebiet verschwand unsere Route auf einmal und wir waren wieder mal damit beschäftigt, Alternativstrecken zu finden. Die führten uns unter anderem interessanterweise zu einer verlassenen Bergbausiedlung, wo früher Alaun abgebaut wurde.

    Die letzte Etappe stand noch an und würde uns zum südlichsten Punkt Schwedens bringen. Danach wartete für die letzten zwei Nächte eine kleine Hütte auf uns. Eins ist aber ganz sicher: Es wird nicht das letzte Mal Schweden gewesen sein! 🦌

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    03:03
    43,8 km
    14,4 km/h
    150 m
    180 m

    Der Wetterumschwung ist da! Nachdem wir nun rund 15 Tage mit gerade mal zwei leichten Regenstunden (!) weggekommen sind, hat heute ein ordentlicher Wind eingesetzt. Richtung Süden hatte ich ordentlich damit zu kämpfen, nicht in den Acker geweht zu werden. Leichte Schräglage inklusive. Nach Westen an der Küste entlang ging es dann über den Sydkustleden ganz fix mit freundlichem Rückenwind nach Trelleborg. 🌪

    Den südlichsten Punkt Schwedens haben wir natürlich mitgenommen und die Räder im Supermarkt nochmal bis unter die Kante voll geladen. Im Cottage gab es heute Garnelen und Knoblauchbrot satt. Lecker! 🦐🧄🍞

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    01:47
    20,0 km
    11,1 km/h
    50 m
    80 m

    Da die Fähre erst um 23.30 Uhr ablegen würde, haben wir noch ein paar Runden durch Trelleborg und Umgebung gedreht. Zu Aussichtspunkten, Parkanlagen, der Trelleborg und zu einem kleinen Rummel am Wasserturm. Lange braucht man nicht, um die kleine Stadt zu durchforsten.

    Zum Glück haben sonntags die großen Lebensmittelhändler offen und sich ausgestattet mit Toiletten, WLAN und jede Menge Essen, so dass wir bis 22 Uhr zumindest ein Dach über dem Kopf hatten, bevor wir uns wieder völlig deplatziert mit unseren Rädern neben die Wohnmobile und LKWs der TT-LINE bequemten. 😅🚲🚛

    Die Unterbringung der Räder war auch auf dem Rückweg wieder sehr alternativ: Wir durften sie in der Schaltzentrale unterbringen. Die roten Knöpfe darin waren schon sehr verlockend...

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Collection Statistik

  • Touren
    17
  • Distanz
    829 km
  • Zeit
    63:32 Std
  • Höhenmeter
    5 210 m

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