Valerie

Unterwegs zwischen Tschechien & Österreich – Nordwaldkammweg

Gipfelstürmer

Unterwegs zwischen Tschechien & Österreich – Nordwaldkammweg

Wander-Collection von Valerie

Einmal so einen richtigen Fernwanderweg absolvieren, einen der Sorte „Da-Kannst-Du-Stolz-Auf-Dich-Sein“. Für viele Wanderer ein Traum, oft fehlt nur die Inspiration, wo’s schlussendlich denn hingehen soll. Sich die einzelnen Wegabschnitte zurechtzulegen – viel zu viel Arbeit. Und dann auch noch ausmachen, wo man denn schlafen soll.

Schon klar, im ersten Moment ist das alles ziemlich herausfordernd. Aber ich hätte da eine wunderschöne Tour für dich, auf der du dich als Weitwanderer ausprobieren kannst. Eine, die nicht so schwer ist, als dass du dafür ein erfahrener Alpinist sein müsstest, aber doch so herausfordernd, dass dieses besagte stolze Gefühl am Ende der Wanderung bereits auf dich wartet.

Die Rede ist vom Nordwaldkammweg, dem ältesten Weitwanderweg Österreichs. 60 Jahre alt wurde er am 24. Juni 2020. Ein „alter Hut“ unter den Wanderwegen also, der über die Jahre aber kein bisschen an seiner Besonderheit verloren hat. Im Gegenteil: 2012 wurde der klassische Nordwaldkammweg I sogar noch um einen Rückweg, den Nordwaldkammweg II erweitert. Somit kannst du heute die wunderbare Gegend zwischen Tschechien und Österreich auf insgesamt über 330 Kilometern erkunden.

Ich hab dir hier alle 14 Etappen zusammengefasst. In Kombination mit der blau-weißen Kammmarkierung kannst du also gar nicht verloren gehen. So wanderst du vom bayerischen Dreisesselberg mit seinen unverkennbaren Felsformationen einmal quer „durch den Wald“ bis zum Nebelstein im Waldviertel (Nordwaldkammweg I). Hast du danach noch Lust auf mehr, kannst du den Rückweg auf tschechischer Seite fortsetzen (Nordwaldkammweg II). Falls dem nicht so ist, kannst du von Harbach unterhalb des Nebelsteins bequem mit den Öffis nach Hause fahren (und dir trotzdem ordentlich auf die Schulter klopfen).

Die Themen Inspiration und Einteilung der Etappen wären damit also geklärt. Am Ende jeder Etappe stelle ich dir außerdem eine Unterkunft vor, in der du nächtigen kannst, falls das Zelten nicht so dein Ding ist. Den Ausgangs- und Endpunkt – Dreisesselberg beziehungsweise Hochstein – kannst du neben dem Auto auch mit den Öffis erreichen, wobei du jedenfalls mit einem kurzen Fußweg rechnen musst. Fehlt eigentlich nur noch die richtige Ausrüstung und schon kann dein Abenteuer Nordwaldkammweg losgehen!

P.S.: Vergiss nicht, unterwegs fleißig Stempel zu sammeln. Denn so bekommst du am Ende dein wohlverdientes Abzeichen.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    06:19
    20,9 km
    3,3 km/h
    520 m
    880 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Dein Abenteuer Nordwaldkammweg beginnt auf dem ursprünglichen Teil des Weges und auch direkt mit einem Gipfel, dem Hochstein. Vom großen Parkplatz unterhalb des Dreisesselberges bahnst du dir deinen Weg hier hoch. Und stehst damit offiziell am Ausgangspunkt deiner Fernwanderung.

    Dementsprechend feierlich präsentiert sich auch die Aussicht hier oben: Der Hochwald, der hier einst wucherte, ist nur noch zu erahnen und der Blick auf die umliegende Landschaft damit wunderbar frei. Hast du sie lang genug genossen und bist bereit für deine erste Etappe, startest du vorbei an der Nepomuk-Kapelle und an jener Stelle, wo sich Nordwaldkammweg I und II trennen, in Richtung Dreisesselberg.

    Der erste Abschnitt des Weges verläuft entlang des „Adalbert Stifter Weges“. Er lässt dich unter anderem das so genannte Steinerne Meer, eine natürliche, etwa neun Hektar große Granit-Blockhalde, überqueren und mündet bald darauf in den „Seesteig“. Du passierst nun auch das Kleine Steinerne Meer, außerdem den früheren Handelsweg von der Donau zur Moldau und den Grenzübergang zwischen Bayern und Österreich. Immer schön hoch oben und mit fantastischen Weitblicken wanderst du dahin, bis dich der Verlauf schließlich zum ersten Mal in Richtung Tal führt.

    
Soeben hast du das Wintersportzentrum Hochficht erreicht. Zur kalten Jahreszeit wimmelt es hier nur so vor Wintersportlern. Momentan aber ist es vergleichsweise ruhig und du kannst ungestört hindurchwandern. Am „Gasthaus zum Überleben“ kehrst du der Zivilisation wieder den Rücken und steigst durch einen Hochwald in Richtung Stinglfelsen auf. 1.260 Meter machen sich natürlich nicht von selbst – für die markante Felsgruppe aber zahlt sich jede Anstrengung aus.

    Und von hier ist’s nicht mehr weit: Nur noch etwa eineinhalb Stunden liegen bis zu deinem Etappenziel vor dir. Es geht über Forstwege, Wiesen und schließlich eine Straße. Dann stehst du auch schon mitten auf dem sonnigen Plateau von Schöneben. Hier gibt’s sowohl ein Hotel, als auch ein Hüttendorf, in denen du dich von deiner ersten Etappe erholen kannst. Im örtlichen Einkaufsladen kannst du deinen Rucksack mit regionalen Schmankerln füllen. Damit du morgen auch sicher bereit für Etappe 2 bist.

    Schwer
    06:26
    22,5 km
    3,5 km/h
    390 m
    810 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Ausgeschlafen und voller Elan startest du in Tag 2 deiner Fernwanderung. Heute geht’s nicht ganz so hoch hinaus wie gestern. Du bleibst nach einem kurzen Anstieg von Schöneben hinauf auf den Sulzberg bei gemächlichem Auf und Ab immer eher unten im Tal. Vom Sulzberg wanderst du erst über die Holzwiese und tauchst bald darauf in einen schönen Wald ein, bis du die Streusiedlung Grünwald erreichst. Hier hast du die Möglichkeit, im Gasthaus Pany einzukehren und deine Energiereserven zu füllen. Außerdem kannst du einen Schlenker zum etwa 25 Minuten und sehr aussichtsreichen Bärenstein einbauen.

    Ansonsten marschierst du ohne merkliche Höhenunterschiede weiter durch die abwechslungsreiche Umgebung. Ein relativ breiter Güterweg führt dich zum Haagerhof, von wo aus du einen wunderbaren Blick auf Aigen/Schlägl und in die weite Talsenke bis zur fernen Alpenkette genießt. Hier in Oberhaag nimmt dich der Weg zunächst mit in Richtung Osten – fast bis zur tschechischen Grenze – und dann in südlicher Richtung und durch herrliche Wälder bis ins Örtchen Wurmbrand.

    Du durchquerst das Dorf und findest dich kurz darauf in unberührter Natur wieder. Erst über freies Gelände, dann durch den Wald und schließlich über einen Radweg erreichst du bald den Galgenberg, eine historische Stätte, die dir eine wunderschöne Aussicht eröffnet. Als nächstes wanderst du nach St. Oswald und bis dorthin ist es von hier nicht mehr weit.

    Doch auch diese charmante Ortschaft durchquerst du heute nur. Nach der Furtmühle und dem Überqueren der Großen Mühl streifst du noch die Dörfer Gattergaßling und Spielleiten und trudelst früher oder später an deinem Ziel, dem alten Webermarkt Haslach an der Mühl ein. Im örtlichen „Gasthof zum alten Turm“ kannst du es dir gemütlich machen und dich in Ruhe auf morgen einstimmen.

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  • Schwer
    08:21
    28,3 km
    3,4 km/h
    900 m
    680 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Etappe 3 des Nordwaldkammweges hält gute 28 Kilometer und ein schön stetiges Auf und Ab für dich bereit. Los geht’s in Haslach – je nach Lust und Laune kannst du dir für die dortigen Sehenswürdigkeiten natürlich noch Zeit nehmen oder dir am Markt eine leckere Jause besorgen. Dann nimmst du auch direkt den ersten Anstieg in Angriff und marschierst über Haid und Innenschlag zur tschechischen Grenze mit einem wunderbaren Rückblick in die Talniederung. Falls du nach dem Anstieg durstig bist, kommt die Helfenberger Hütte wenig später gerade recht – in ihrem Brunnen gibt es immer kühle Getränke für durstige Wanderer.

    Vorbei an der Stelzer-Kapelle mit Blick auf den Windpark Sternwald und über die Brücke der „Steinernen Mühl“ leitet dich der Weg nun direkt an die Grenze. Du folgst ihr ein ganzes Stück, wobei du dich unter anderem beim Mahnmal zur Geschichte des Eisernen Vorhangs informieren kannst. Über die Streusied­lung „Sternwaldhäusel“ gelangst du zu einem Waldweg, der dich entlang der Nordflanke des Hirschensteins zum „Roten Marterl“ führt. Schöne Details wie dieses erwarten dich noch mehrere, während du immer schön weiter durch die herrliche Natur bis zur Aussichtswarte auf dem Sternstein wanderst. Sie gewährt dir einen wunderbaren Blick ins Böhmerland – bei klarem Wetter siehst du sogar ein Stück der Nördlichen Kalkalpen-Kette.

    Während du vom Sternstein absteigst, hast du noch die Möglichkeit, im Gasthof „Zur Waldschenke“ einzukehren. Abwechslungsreiche Wege durch Waldstücke, über Felder und Lichtungen bringen dich dann schlussendlich an dein Etappenziel: Bad Leonfelden. Idealerweise hast du schon vorab eine Unterkunft gebucht, denn davon gibt’s hier vom eleganten Hotel bis zur gemütlichen Pension genügend. Ruh dich aus! Und lass deine heutigen Erlebnisse Revue passieren.

    Schwer
    06:10
    21,7 km
    3,5 km/h
    400 m
    590 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Tag 4 deines Nordwaldkammweg-Abenteuers beginnt damit, dir den Weg aus der Stadt und wieder rein in die Natur zu bahnen. Über den südöstlichen Ortsausgang marschierst du munter los in Richtung Tal der Großen Rodl und dann immer gen Schenkenfelden.

    Und weil es bis jetzt so gemächlich dahin gegangen ist, folgt auch schon bald der erste Aufstieg: vorbei am Kalvarienbergkirchlein und über Gewürzfelder hinauf auf den Thierberg. Während du schon einmal auf der Höhe bist, baust du auch noch einen Schlenker zum Hirtstein ein, denn der besteht nicht nur aus beeindruckenden Felsen, sondern bietet auch noch ein einzigartiges Gipfelkreuz.

    Zurück am Hauptweg geht’s durch den Wald hinab nach Oberdorf mit seinen Kräuterfeldern und dann nach Guttenbrunn, wo das urig gemütliche Gasthaus Pammer zu deinen genüsslichen Diensten steht. Nach der verdienten Pause – mehr als die Hälfte der Wanderung hast du hiermit nämlich bereits hinter dir – gilt es noch, ein paar weitere Ortschaften zu durchwandern, bevor du dein Ziel erreichst.

    Um genau zu sein: Harruck, Waldburg und das idyllische St. Peter mit seiner hübschen Kirche. Sie war einst die Friedhofkirche von Freistadt und von dem Rücken, auf dem sie thront, ist dies auch schon zu sehen. Entlang der Kreuzwegstationen wanderst du steil bergab in Richtung Etappenziel. Freistadt glänzt durch eine wunderbare Altstadt, ein schönes Brauhaus und mehrere urige Gasthäuser in der Innenstadt. Auch ein Nachtquartier solltest du dir hier sichern – morgen geht’s dann auch schon weiter.

    Schwer
    07:52
    27,2 km
    3,5 km/h
    800 m
    430 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Beim Wanderstein in Freistadt startest du in die Etappe 5 des Nordwaldkammweges. Entlang des Stadtgrabens marschierst du Richtung Osten. Bei der Feldaistbrücke darfst du dich dann zwischen zwei Wegvarianten entscheiden: Entweder wanderst du nämlich über die Zelletau und St. Oswald oder über die Alm zum Braunberg.

    In dieser Tour beschrieben ist die Variante über die Zelletau. Dazu marschierst du aus der Stadt heraus, vorbei an einer schönen Kapelle mit sehenswertem Bildstock, über Wiesen und durch Wälder in Richtung Reikersdorf. Von hier folgst du der Straße nach Etzelsdorf und durchquerst bald darauf St. Oswald.

    Du folgst der bekannten Kammweg-Markierung vorbei an der spätgotischen Kirche der Ortschaft und zunächst leicht, dann ordentlich ansteigend hinauf zur Braunberghütte. Als „Vorbote“ des gleichnamigen Bergs empfängt sie dich (und viele andere Wanderer und Nicht-Wanderer) zu einer Jause. Außerdem genießt du hier freien Blick auf St. Oswald, das Tal der Feistritz gegen Florenthein, Lasberg, den Hussenstein und den Viehberg. Hier treffen die beiden Wegvarianten auch wieder aufeinander.

    Und so marschierst du weiter, stattest natürlich auch dem Braunberg-Ostgipfel noch einen Besuch ab und machst dich dann steil bergab hinunter ins Dorf Witzelsberg. Darauf folgt Stiftungsberg und wenig später Rosenau. Über einen Waldweg geht’s hier nochmal bergauf – zur Raphaelshöhe – dann hast du das Steilste auch schon geschafft.

    Über die Holzmühle, Obermairreith und Pürstling erreichst du schließlich die Lambartau. Das Hochmoor geht hier in Hochwald über und schon bald ragt vor dir der Kirchturm von Sandl in die Höhe. Du hast dein heutiges Ziel erreicht.

    Schwer
    07:20
    25,6 km
    3,5 km/h
    620 m
    550 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Heute geht es in knapp 26 Kilometern von Sandl zur Nebelsteinhütte, dem vorerst letzten Ziel auf österreichischer Seite. Du startest von deinem Nächtigungsquartier in Sandl zunächst in Richtung Rosenhofer Teiche. Sie sind ein besonders idyllisches Fleckchen Erde. Im großen Teich ist das Baden leider verboten, im kleinen (oder unteren) Teich kannst du dich aber gerne erfrischen.

    Du befindest dich schon in Grenznähe und bleibst dort fürs Erste auch. Forststraßen, Wiesen und Wälder führen dich auf den Schanzberg, dann vorbei an vereinzelten Bauernhäusern auf den Stadlberg. Die kleine Erhöhung ist Heimat einer Vertriebenenkapelle – ein guter Platz, um kurz innezuhalten.

    Als nächstes auf der Route? Karlstift. Eine hübsche kleine Ortschaft mit sehenswerter Kirche und der einen oder anderen Möglichkeit einzukehren und zu frischen Kräften zu kommen. Knapp die Hälfte der Route und ein knackiger Anstieg kurz vor dem Etappenziel liegen nämlich noch vor dir. Zunächst aber wanderst du in die Sattelsenke, dann am Einsiedelbach entlang durchs Einsiedeltal, um schließlich das Joachimstal zu erreichen. Um an dein Ziel, die Nebelsteinhütte, zu gelangen, marschierst du nun noch einmal entlang des Waldes, dann über und ein Stück neben der Lainsitz. Du folgst ihr bis zum Eisenwerk. Dort biegst du links ab und tauchst nach einem kurzen Schlenker durchs drei Häuser große Friedental in den Wald ein.

    Es geht bergauf. Auf einem Höhenrücken tun sich vor dir plötzlich die Häuser von Althütten auf. Links davon siehst du schon dein Ziel, den Nebelstein. Seine Hütte hast du nach etwa zehn weiteren Minuten ebenfalls erreicht. Hier wirst du heute schlafen. Bevor du dich den köstlichen Speisen und deinem bequemen Hüttenbett widmest, kannst du aber natürlich noch die paar mehr Höhenmeter hinauf auf den Gipfel angehen. Und zum Abschluss des Tages die wunderbare Aussicht genießen.

    Tipp: Morgen steht der letzte Teil des Nordwaldkammwegs I an. Falls du Teil 2 des Abenteuers ein andermal angehen möchtest, kannst du vom Nebelstein nach Harbach wandern und von dort per Öffis nach Hause fahren. Alternativ kannst du auch noch Etappe 7 absolvieren und dann auf tschechischer Seite in den Zug steigen.

    Schwer
    05:20
    18,6 km
    3,5 km/h
    270 m
    720 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Mit Etappe 7 geht’s zum ersten Mal über die Grenze nach Tschechien. Damit liegt das letzte Stück des Nordwaldkammweges I vor dir. Aber keine Sorge: Am Ziel Gratzen angekommen, schließt der Nordwalkammweg II direkt an. Sofern du magst.

    Los geht’s in der gemütlichen Nebelsteinhütte. Falls du es nicht noch zum Abschluss von Etappe 6 getan hast, kannst du vorm Losmarschieren noch einen Schlenker auf den Nebelsteingipfel machen. Ansonsten fängst du direkt damit an, in Richtung Osten steil abwärts zu steigen und anschließend über Sagberg und Holzmühle nach Harbach zu laufen.

    Endlich darfst du die Asphaltstraße, die dich nun ein Stück begleitet hat, verlassen und durch einen Wald zum Mandelstein aufsteigen. Dies ist ein Berg, der Aufmerksamkeit verdient. Plan also unbedingt ein wenig Zeit ein, um ihn und seine neue Aussichtsplattform ausgiebig zu erkunden. Dann geht es auch schon wieder bergab und geradewegs auf die Grenze zu.

    Bei Pyhrabruck in der Nähe von Gmünd und dem südlichsten Punkt des Nordwaldkammweges überschreitest du zum ersten Mal die Grenze nach Tschechien. Von hier siehst du schon einen Teil davon, was dich auf den nächsten Etappen erwarten wird: das Gratzener Bergland, zum Beispiel, aber auch das Grüne Band und dein heutiges Ziel, die alte südböhmische Stadt Gratzen. Darauf steuerst du jetzt auch kräftig zu – nach etwa dreieinhalb Kilometern hast du sie erreicht. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, Etappe 7 – also die Hälfte deiner Fernwanderung – zu feiern. Du solltest dich aber auch ausruhen, denn morgen geht’s direkt weiter.

    Schwer
    06:34
    22,3 km
    3,4 km/h
    640 m
    430 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Zeit für Teil 2 des Nordwaldkammweges. Gut ausgeschlafen und bereit für die gut 22 Kilometer, die heute auf dem Plan stehen, solltest du dir vielleicht noch einen Moment Zeit nehmen, Gratzen genauer zu besichtigen. Seine Burg oder die barocke Apotheke aus dem 17. Jahrhundert, zum Beispiel, sind immer einen Besuch wert. Dann führt dich der Weg auch schon aus der Stadt heraus.

    Was folgt, ist ein besonders schöner und grüner Abschnitt der Fernwanderung. Es geht durchs Naturdenkmal Theresiental. Die große Parkanlage besticht durch wunderschöne Natur, einen Wasserfall hier, ein schönes Schloss da – und bei Letzterem verlässt du das Tal auch schon wieder.

    Über Wiesen geht es nach Strobnitz und dann immer schön aufs Gratzener Bergland zu. Beim Wallfahrtsort „Dobra Voda“ kannst du deine Flaschen noch einmal mit heilendem Wasser befüllen, dann geht’s stramm bergauf zum Kühberg. Dort oben steht eine Warte, die dir eine grandiose Aussicht eröffnet. Über einen Sattel und den „Kuni Hora“ geht’s dann wieder etwas bergab. Hier könntest du einen Abstecher in Richtung Heilbrunn einplanen, wo es ein Gasthaus gibt, in dem du dich stärken kannst. Ansonsten geht’s über Fortstraßen weiter in Richtung Süden.

    Achtung: Bitte halte dich hier an die Routenführung, denn zum ersten (und einzigen) Mal auf dem gesamten Nordwaldkammweg gibt es hier keine Markierungen. So kommst du auch ganz sicher an, an deinem heutigen Etappenziel, der Ortschaft Sofienschloss. In der Pension Lesovna (lesovnazofin.cz) kannst du für die Nacht einchecken und davor noch etwas Leckeres essen. Außerdem gibt es von hier noch die Möglichkeit, einen Ausflug zum Stausee „Zlata Ktis“ oder in den Urwald Zofin zu machen. So oder so: Erhol dich gut. Morgen steht Etappe 9 auf dem Programm.

    Schwer
    06:17
    22,5 km
    3,6 km/h
    450 m
    410 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Aufgewacht in der unberührten Natur Tschechiens geht es heute genauso unberührt weiter. Mit der Ortschaft Sofienschloss bist du auch im Grünen Band Europas angekommen. Dabei handelt es sich um eine Naturschutzinitiative, durch die der zu einem großen Teil naturnah belassene Grenzstreifen des Eisernen Vorhanges quer durch Europa erhalten bleiben soll. Für dich heißt das, dass du dich auf ganz viel Grün freuen darfst. Und auch auf die eine oder andere Ruine, die dich unterwegs in ihren Bann ziehen wird.

    Von Sofienschloss aus bahnst du dir zunächst deinen Weg durch den Wald bis zum romantischen Plätzchen „Huťský rybník“. Zwischen den ganzen Wäldern bist du hier wirklich ungestört und kannst die einmalige Natur ganz in Ruhe auf dich wirken lassen. Wenn du soweit bist, marschierst du auch schon weiter. Zunächst ohne merkliche Höhenunterschiede, aber mit erhöhter Aufmerksamkeit. Denn ein Stück weit gibt es keine Wanderwegmarkierung mehr. Solange du dich aber an den Radwegtafeln (und unserer Routenführung) orientierst, ist alles in Butter.

    Es geht bergab und ab dem ehemaligen Ort mit dem klingenden, deutschen Namen Glashütten durch eine wunderschöne Allee weiter an die Lainsitz, die du fast bis zu ihrer Quelle begleitest. Dabei geht’s immer schön aufwärts. Und so trudelst du knackige 200 Höhenmeter später im überschaubaren Ort Buchers mit seiner eindrucksvollen rekonstruierten Kirche ein. Im örtlichen Gasthaus „Baronov most“ serviert man dir auf Wunsch eine Stärkung.

    Ein bisschen geht’s ab hier noch bergauf. Du folgst nun dem Radweg in Richtung Paulina. Mal marschierst du durch Wald, mal über Wiesen – mittendrin bietet sich dir noch die Möglichkeit, einen Schlenker zum Gipfel „Kamenec“ einzubauen. Während du dich an der frischen Quelle der Raststation „Lesnica“ erfrischst, stimmst du dich auf den Endspurt ein. Dein Etappenziel heißt Sinetschlag und hält die nette, kleine „Penzion Jelení Vyhlídka“ für dich bereit. Hier ziehst du dich zurück, bis du morgen voller Elan in die Etappe 10 des Nordwaldkammweges startest.

    Schwer
    07:17
    25,7 km
    3,5 km/h
    500 m
    620 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Für die nächsten zwei Nächte geht's zurück nach Österreich. Von deiner Unterkunft aus marschierst du also stetig auf die Grenze zu. Du wanderst durch herrliche Wälder. (Fast) immer ganz in deiner Nähe: die Maltsch. Früher oder später überquerst du sie über eine alte Brücke bei Mairspindt, die hier den Grenzübergang bildet.

    Am Zollhaus Mairspindt, dem alten Hofwieshammer, der Venetianersäge und der Felbermühle vorbei spazierst du in Richtung Windhaag bei Freistadt. Im Green Belt Center, das hier beheimatet ist, kannst du dir einerseits einen Stempel für deine Sammlung holen, andererseits auch Wissenswertes zum Grünen Band Europas erfahren.

    Es folgt ein Stück Asphaltstraße, das du aber bald gegen einen Pfad entlang des Reitweges eintauschst. Du passierst die Wasserscheide mit dem Wettershuttle. Dahinter beginnt ein Skulpturenweg, der 19 Kunstwerke vom Windhaager Bildhauer Gerhard Eilmsteiner umfasst. Auch eine Kapelle steht hier. Insgesamt ein schöner Platz, um ein Weilchen zu verschnaufen.

    Am Ende des Skulpturenweges? Pieberschlag, wo du gemütlich in ein Gasthaus einkehren kannst. So eine Stärkung kann jetzt sicher nicht schaden, denn direkt im Anschluss beginnst du mit dem Anstieg zum Reisingerberg. Nur ein Stück weiter erklimmst du dann auch noch den Leopoldschlägerberg. Und von da geht’s wieder bergab.

    Vom Ort Leopoldschlag aus marschierst du einmal ans Ufer der Maltsch und den Rand des Natura2000 Europaschutzgebiets. Hier kannst du die Maltschauen mit ihrer unberührten Natur und einem Besichtigungsstand für Wasserbüffel bestaunen. Dann wanderst du über den Ort Hiltschen mit der Kirche Maria Schnee weiter bis nach Eisenhut, dem Ziel deiner heutigen Etappe.

    Schwer
    07:45
    28,0 km
    3,6 km/h
    520 m
    460 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Ein wenig bleibst du noch in Österreich. Heute geht’s in 28 Kilometern von Eisenhut nach Rading. Dazu wechselst du zwischen den beiden Ländern hin und her. Von deinem letzten Etappenziel marschierst du nämlich zunächst bergwärts bis zur Landesgrenze und dann immer schön an ihr entlang bis auf die Höhe der tschechischen Ortschaft Böhmisch Hörschlag. Dort angekommen, trittst du wieder über auf die österreichische Seite.

    Es geht talwärts bis zum Grenzbach (Simonsteig), dann entlang der Bahntrasse bis nach Deutsch Hörschlag. Nachdem du den überschaubaren Ort fast komplett durchwandert hast, hältst du dich bergwärts Richtung Kerschbaumersattel und streifst kurz darauf auch die Ortschaft Kerschbaum. Hier gibt es ein Pferdeeisenbahnmuseum, dessen Besuch eine gute Vorbereitung sein kann auf das, was gleich folgt. Verlässt du das Dorf nämlich, folgst du dem Pferdeeisenbahnweg auf der Pferdeeisenbahntrasse Linz-Budweis bis zur Pferdeeisenbahnbrücke bei Rainbach.

    Durch die Birau wanderst du nach Eibenstein und von dort hinauf zur Kultstätte Heidenstein. Falls dir jetzt der Magen knurrt, ist die Rettung nicht weit. Und der Weg dorthin vor allem erst mal mit einem Abstieg verbunden. Es geht hinunter zur alten Lorenzmühle, in der sich heute ein nettes Gasthaus befindet. Passender Weise führt hier auch der 10-Mühlenwanderweg vorbei. Du folgst ihm bis zur Grasslmühle – keine Einkehrmöglichkeit, aber dafür mindestens genauso romantisch wie ihre Vorgängerin.

    Über das Böhmdorf, zu dem du noch einmal ein wenig bergauf steigen musst, gelangst du schließlich nach Rading. Du weißt, dass du kurz davor bist, wenn du die Fischteiche siehst. Im kleinen Ort und damit deinem Etappenziel angekommen, hast du die Möglichkeit, noch ein Stück weiter zur so genannten Schwedenschanze an der tschechischen Grenze zu wandern. Dann bleibt dir die Wahl: Entweder läufst du von hier per Verbindungsweg V8 nach Bad Leonfelden, um dir dort ein Nachtquartier zu suchen oder du lässt dich per Taxi dorthin chauffieren. Morgen aber bitte wieder nach Rading zurückkommen, denn es steht ja bereits Etappe 12 an.

    Schwer
    08:47
    30,7 km
    3,5 km/h
    820 m
    580 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Zurück in Rading und voller frischer Energie startest du in eine neue Etappe. Heute stehen knappe 31 Kilometer und die Rückkehr nach Tschechien auf dem Programm. Dazu marschierst du von Rading aus erst einmal in Richtung Weigetschlag und von dort zum außergewöhnlichen Pilzstein, für den nur ein minimaler aber lohnender Abstecher nötig ist. Vom Ufer des Dürnau Teichs, das du wenig später erreichst, ist es dann auch nicht mehr weit bis zur Grenze.

    Ab hier wird’s waldig – schöne Pfade führen dich bis zu einem Naturpark und der ehemaligen Ortschaft Stern. Eindrucksvolle Windräder säumen den Weg. Ein Abstecher auf den „Hvezdna“ kann sich auszahlen. Ansonsten wirst du auch weiterhin durch einen wunderbaren Wald geführt und stehst schließlich an einer Kreuzung, von der aus du mit Hilfe eines minimalen Schlenkers zu einem wunderschönen Moorteich gelangst. Drehst du dich um, siehst du auch wieder die Windräder, die du eben passiert hast.

    Du läufst wieder zurück zur letzten Kreuzung und marschierst durch alte Siedlungsreste bergab bis Heuraffl, wo du deinen möglicherweise knurrenden Magen stillen kannst. Dich ein wenig zu stärken, kann sicherlich nicht schaden, denn um an dein Ziel St. Thomas zu kommen, gilt es noch eine letzte Steigung zu meistern.

    In St. Thomas angekommen, steht ein nettes Hotel für die Nacht zu deinen Diensten. Falls es deine Energiereserven noch zulassen, solltest du der örtlichen Burgruine Wittinghausen unbedingt einen Besuch abstatten. Von ihrer Aussichtswarte hast du nämlich einen grandiosen Blick auf den Böhmerwald, den Moldaustausee, zum Sternstein und wenn es besonders klar ist, sogar auf die Alpen.

    Schwer
    06:04
    22,5 km
    3,7 km/h
    240 m
    380 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Kannst du es glauben? Heute steht bereits die vorletzte Etappe deines Nordwaldkammweg-Abenteuers an. Sie lockt dich erst einmal aus deinem gestrigen Etappenziel St. Thomas heraus. Es geht in Richtung Westen – nächster Halt: der Moldaustausee.

    Der Nordwaldkammweg II führt dich leicht bergab zur Europäischen Wasserscheide in „Korunda“. Dies ist die Stelle, an der der Schwarzenbergsche Schwemmkanal vom Einzugsgebiet Ostsee zum Einzugsgebiet Schwarzes Meer wechselt. Du bestaunst den schönen Platz, informierst dich an den dort angebrachten Tafeln eventuell noch ein wenig zum Thema, lässt den Schwemmkanal damit aber erst einmal wieder hinter dir.

    Der Wegverlauf steuert jetzt geradewegs auf den Moldaustausee zu. Bald schon stehst du an jenem Punkt, wo der Moldaustausee nach Österreich reicht. Zu Zeiten des Eisernen Vorhangs musste deshalb eine Bucht mit Damm und Brücke gebaut werden. Und genau diese beschreitest du jetzt.

    Der Stausee wird dich für den restlichen Weg begleiten. Nach der Brücke geht’s ein wenig bergauf und es bietet sich dir die Möglichkeit, einen Abstecher ins Naturschutzgebiet Bayrische Au einzulegen. Früher oder später geht die Asphaltstraße in schön grünes Gelände über und du beginnst dich in Richtung Westen zu halten. Einmal in Glöckelberg angekommen, machst du dich auf die Suche nach deinem heutigen Nachtquartier, der Pension Marie. Davor sei dir aber noch ein minimaler Schlenker zur Glöckelberg-Kirche ans Herz gelegt. Und dann heißt es wieder einmal: ausruhen. Morgen steht der Endspurt an.

    Schwer
    06:21
    21,0 km
    3,3 km/h
    650 m
    180 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Na, ausgeschlafen und bereit für die finale Runde des Nordwaldkammwegs? Es geht zurück nach Österreich, Ziel ist der eindrucksvolle Dreisesselberg, den du schon zu Beginn deines Abenteuers bestiegen hast. Die Tour startet aber erst einmal relativ gemächlich.

    Bei deinem gestrigen Quartier holt dich der dir schon bekannte Schwarzenbergsche Schwemmkanal ab. Das bedeutet für dich: keine merklichen Steigungen, (vor der Sonne) schützende Bäume, viele Radfahrer und immer wieder Schleusen für querende Bachläufe – ein wirklich schöner und spannender Abschnitt, der dich hier erwartet. Und so weichst du ihm nicht von der Seite, bis zu einer kleinen Imbissbude mitten im Wald, in der du dich für den demnächst anstehenden Aufstieg stärken kannst. Bevor es aber so richtig bergauf geht, erwartet dich noch ein tiefblaues, glitzerndes Highlight: Der Plöckensteinersee, der da so idyllisch am Fuße des Plöckensteins schlummert, ist ein wunderbares Naturschauspiel und lädt zu einer Rast ein. Dann geht’s auch schon bergauf – Endspurt ist angesagt!

    Über einen steilen Steig erreichst du das Stifter-Obelisk, ein Denkmal, das hier zu Ehren des Dichters Adalbert Stifter aufgestellt wurde. Wo es steht, tut sich ein wunderbarer Blick auf den eben erwanderten (und auch liebevoll „Auge Gottes“ genannten) Plöckensteinersee auf. Dann liegen auch nicht mehr allzu viele Höhenmeter vor dir. Schließlich erreichst du den höchsten Gipfel der Tour, den 1.378 Meter hohen Plöckenstein und genießt erneut wunderbare Blicke zum Plöckensteiner- und Moldaustausee. Auch den Hochstein, dein heutiges Etappenziel also, siehst du schon von hier. Und genau dorthin marschierst du nun.

    Über das Dreiländereck und den nördlichsten Punkt Oberösterreichs wechselst du hinüber nach Bayern. Zunächst geht es hinauf auf den Bayerischen Plöckenstein. Nach einem kurzen Abstieg im Anschluss folgt ein letzter Aufstieg auf einen Hang, über den du schnurstracks hinauf zur Dreisesselberghütte gelangst und weiter bis zum Hochstein. Der Beginn des klassischen Nordwaldkammweges ist nämlich auch das offizielle Ende des Nordwaldkammweges II. So oder so: Du kannst dir einmal ordentlich selbst auf die Schulter klopfen. Du hast es geschafft!

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Collection Statistik

  • Touren
    14
  • Distanz
    338 km
  • Zeit
    96:52 Std
  • Höhenmeter
    7 700 m

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