Tobias

Hoch hinaus in Rheinland-Pfalz – der Hunsrück-Radweg

Hunsbuckel

Hoch hinaus in Rheinland-Pfalz – der Hunsrück-Radweg

Fahrrad-Collection von Tobias
2-3 Tage
3-5 Std / Tag
163 km
1 870 m
1 950 m

Zwischen den beiden Flüssen Saar und Rhein gelegen, erhebt sich einer der ältesten Gebirgszüge Deutschlands, der Hunsrück. Noch heute rätselt man über die Herkunft seines Namens. Nur eines ist klar: Der schon von weitem sichtbare Bergrücken, der in Deutschland die höchste Erhebung linksseitig des Rheins darstellt, spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Der im Jahr 2011 eröffnete und damit noch recht junge Radweg macht es inzwischen möglich, diese eindrucksvolle Landschaft auch mit dem Rad zu erfahren. Er verläuft von Westen nach Osten direkt über den Bergrücken und kreuzt dabei den höchsten Punkt, den Erbeskopf mit 816 Metern. Wenn du möchtest, kannst du die Strecke natürlich auch in der anderen Richtung fahren. Weitere Highlights sind die Stadt Saarburg, der Keller Stausee, Kirchberg, die älteste Stadt im Hunsrück und der Zielort Bacharach.

Sowohl Genuss- als auch ambitionierte Freizeitradler kommen auf dem Hunsrück-Radweg voll auf ihre Kosten. Da stellenweise auch Steigungen bis zu zehn Prozent zu bewältigen sind, ist der um die 160 Kilometer lange Radweg in vier Etappen unterteilt – so ergibt sich ein gutes Mittelmaß im Hinblick auf Schwierigkeitsgrad und Wegstrecke. Zudem sind die erste und letzte Etappe etwas kürzer gehalten, damit genügend Zeit für die An- und Abreise bleibt.

Der Radweg eignet sich in erster Linie für Tourenradler, aber auch Mountainbiker und Rennradfahrer werden ihren Spaß haben. Für Mountainbiker findet sich auf dem Erbeskopf zum Beispiel ein ausladender Trailpark mit vielen Lines verschiedener Schwierigkeitsgrade. Rennradfahrer werden den zumeist asphaltierten Untergrund zu schätzen wissen – nur auf Etappe 2 und 3 muss die Streckenführung etwas angepasst werden, da hier auch längere Abschnitte mit losem Untergrund vorkommen.

An allen Etappenzielen findest du ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten und auch an leckerer, gutbürgerlicher Küche zur Stärkung wird es nicht mangeln. Als ideale Ergänzung zu deiner Tour über den Hunsrück bieten sich übrigens der Rheinradweg und die Radwege am Ufer von Saar und Mosel an. In Koblenz treffen diese aufeinander und ermöglichen es dir, aus deiner Tour eine Rundtour zu machen.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    02:15
    29,8 km
    13,3 km/h
    540 m
    220 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Deine Tour auf dem Hunsrück-Radweg beginnt mitten in Saarburg an der Saar. Solltest du mit dem Zug anreisen, lohnt es sich auf jeden Fall, noch einen kleinen Abstecher in die Innenstadt zu machen. Das kleine Städtchen ist nämlich wirklich hübsch anzuschauen. Pittoresk wird es von der Leuk durchflossen, die am Pferdemarkt in einem einzigartigen Wasserfall in die Tiefe stürzt – perfekt, um sich in einem schmucken Gässchen am Flusslauf noch auf einen Kaffee niederzulassen, bevor es losgeht.

    Die Tour führt am Ostufer der Saar direkt am Saarburger Bahnhof vorbei. Dieser ist mit dem Regionalexpress aus dem Südosten von Karlsruhe über Saarbrücken und Neustadt an der Weinstraße erreichbar, aus dem Nordosten von Frankfurt am Main über Koblenz.

    Für ein Stück fährst du nun direkt an der Saar entlang, genießt einen herrlichen Ausblick auf die Saarburg am gegenüberliegenden Ufer und biegst nach knapp zwei Kilometern nach Osten in Richtung Hunsrück ab. Von nun an geht es langsam aber sicher bergauf. Damit du am ersten Tag aber nicht allzu sehr ins Schwitzen kommst und auch genügend Zeit für die Anreise hast, ist die erste Etappe mit knapp 30 Kilometern noch recht moderat.

    Ab Irsch wird es zunehmend steiler und du folgst dem Büsterbach bergauf, der hier – ganz anders als du – gemütlich den Berg hinabplätschert. Nachdem der anstrengendste Teil der Steigung geschafft ist, erwartet dich zur Erfrischung ein Brunnen mit kühlem, klarem Wasser. An besonders heißen Tagen kannst du hier einfach mal den Kopf ins Wasser tauchen – das bewirkt Wunder und macht fit für die Weiterfahrt.

    Nachdem du nun auf der Höhe angekommen bist, erwartet schließlich auch dich eine angenehme Abfahrt hinunter nach Oberzerf. Kurz darauf geht es auf dem idyllischen Ruwer-Hochwald Radweg, einer ehemaligen Bahntrasse, gemütlich und sanft ansteigend bis in deinen Zielort Kell am See. Zunächst führt der Radweg noch durch dichten Wald, dann lichtet sich dieser und es eröffnet sich dir ein weiter Blick über die Felder.

    In Kell am See findest du eine gute Handvoll an Übernachtungsmöglichkeiten. Besonders ausgefallen sind die gleichschenkligen Dreiecks-Bungalows am Keller Stausee. Der See ist zudem perfekt für eine gemütliche Abendrunde per pedes und auch ein paar Restaurants um den See herum laden zum Verweilen ein. Schau dir zum Tagesausklang unbedingt den Sonnenuntergang über dem See an.

    Schwer
    03:40
    50,4 km
    13,8 km/h
    590 m
    630 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Die zweite Etappe des Hunsrück-Radwegs hat es nach dem „gemütlichen“ Aufwärmtraining vom gestrigen Tag nun schon deutlich mehr in sich. Insgesamt schlägt sie über den Daumen gepeilt mit 50 Kilometern Strecke und knapp 600 Höhenmetern Steigung zu Buche. Aber schließlich geht es heute auch geradewegs in den Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

    Für die ersten 14 Kilometer geht es noch recht entspannt auf der ehemaligen Bahntrasse bis nach Hermeskeil. Kurz nach dem Start in Kell am See kannst du dir am örtlich aufgestellten Brotzeitautomat noch etwas Proviant für den ersten Wegabschnitt rauslassen oder auch deinen E-Bike Akku mit einer schnellen Energieladung versorgen. Durch ein dichtes Waldgebiet und die Ortschaft Reinsfeld gelangst du alsbald nach Hermeskeil, wo das Museum im ehemaligen Bahnhof einlädt, ein bisschen mehr über die Vergangenheit des gemütlichen Radwegs zu erfahren.

    Hier kannst du nun auch eine erste ausgiebige Rast einlegen, denn im Anschluss geht es hinauf in den Hochwald. Den ersten, kleineren Gipfel erreichst du auf 755 Metern mit dem Ruppelstein. Inmitten des ganzen Waldes fällt dieser gar nicht so sehr auf, auch die Aussicht sieht man vor lauter Bäumen nicht. Der zweite Höhepunkt deiner Tour lässt aber nicht lange auf sich warten – gerade mal fünf Kilometer später stehst du auf dem Erbeskopf – dem mit 816 Metern höchsten Berg im Hunsrück. Bravo! Nun heißt es erstmal Rad abstellen und Aussicht genießen.

    Da es von hier bis an dein Ziel in Morbach quasi kontinuierlich bergab geht, kannst du dir ruhig ein bisschen Zeit lassen. Die Aussichtsplattform „Windklang“ ist fast noch beeindruckender als die Landschaft und gibt wirklich ein tolles Fotomotiv ab. Solltest du mit dem Mountainbike unterwegs sein, bietet sich zudem ein Besuch des Trailparks an, der mit verschiedenen Lines und drei Schwierigkeitsgraden nicht mit Herausforderungen geizt.

    Über angenehm zu fahrende Forstwege, die stellenweise auch mal etwas idyllischer – sprich schmäler – werden, geht die Fahrt am Ende des Tages hinab bis nach Morbach. In dem staatlich anerkannten Luftkurort findest du ein paar hübsche Übernachtungsmöglichkeiten verschiedener Preisklassen und kannst nach der heutigen Etappe mal so richtig durchatmen. Hast du noch Lust, Energie und auch etwas Zeit für einen kleinen Ausflug am Abend übrig, kannst du der Drohn in Richtung Westen für knapp zehn Kilometer nach Hunolstein folgen. Dort findest du eine alte Burgruine aus dem 12. Jahrhundert, von der du zudem eine schöne Aussicht über das Flusstal genießt.

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  • Mittelschwer
    03:10
    47,7 km
    15,1 km/h
    450 m
    540 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Etappe 3 führt dich von Morbach auf knapp 48 Kilometern bis nach Simmern. Die 450 Höhenmeter, die es unterwegs zu bewältigen gilt, entspringen dabei einem eher hügeligen Terrain. So erreichst du den höchsten Punkt der Etappe auf 567 Metern schon nach knapp zehn Kilometern am Archäologiepark Belginum. Wenn du die dafür nötige Zeit einplanen kannst, lohnt es sich, das Museum genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber auch die Burgruine Baldenau knappe fünf Kilometer zuvor, ist ganz klar einen Besuch wert.

    Nach den ersten 18 Kilometern des Tages lohnt sich eine Einkehr in Scherers Landgasthof. Selbst wenn dein Hunger oder Durst zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ausgeprägt sein sollte, die Bierauswahl der Braumanufaktur Engel ist den Stopp allemal wert – die praktischen Flaschen mit Schraubverschluss können dabei durchaus auch mal ins Gepäck wandern und der nächsten Pause dienlich sein.

    Von Horbruch geht die Fahrt weiter auf dem Hunsrück-Radweg. Du fährst über Hirschfeld, Wahlenau und die pittoreske Ortschaft Büchenbeuren, wo sich heutzutage immer noch einige Gebäude aus der Gründerzeit des Ortes am Straßenrand ausmachen lassen. Für ein kleines Stück gesellt sich der Radweg nun in die Nähe der Bundesstraße, ehe du kurz darauf auch schon die Stadt Kirchberg erreichst, deren markanter Wasserturm schon aus der Ferne auszumachen ist. Hier bietet sich ein weiterer Boxenstopp an. In der Ortsmitte findest du auch ein paar Restaurants, die zur Stärkung einladen.

    Mit dem Erreichen von Kirchberg hast du nun auch die gröbsten Buckel des Tages erfolgreich hinter dich gebracht. Im Anschluss kreuzt du abermals die Bundesstraße, dann machen sich wieder weite Felder entlang des Weges breit. Vielleicht hast du Glück und am Sportflughafen in Nannhausen startet gerade eine kleine Propellermaschine wenn du vorbeifährst. Dann erreichst du auch schon das Etappenziel Simmern.

    Neben einer Handvoll Pensionen und Hotels zur Übernachtung findest du in Simmern ein reiches stadtgeschichtliches Erbe, das auch einen abendlichen Spaziergang durch die Straßen und Gassen sehr reizvoll macht.

    Mittelschwer
    02:04
    35,0 km
    16,9 km/h
    300 m
    560 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Auf der vierten Etappe des Hunsrück-Radwegs kannst du es heute wieder etwas gemütlicher angehen lassen. Die meisten Höhenmeter sind geschafft und auch das Etappenziel liegt mit 35 Kilometern nahezu in greifbarer Reichweite. Nichtsdestotrotz geht es auch heute noch einmal hoch hinaus. Denn kurz vor der Rheinebene erreichst du den Binger Wald, der ebenfalls noch zum Mittelgebirge Hunsrück zählt.

    Am Schinderhannesturm vorbei fährst du aus der Kreisstadt Simmern heraus und folgst über Riesweiler und Argenthal grob dem Verlauf der Bundesstraße – glücklicherweise in ausreichend Abstand. Wenn du schon Lust auf eine kleine Rast hast, lohnt es sich in Argenthal etwas Grillgut einzukaufen, denn kurz hinter der nächsten Ortschaft findest du eine nette, gut ausgestattete Grillhütte, die auch bei schlechtem Wetter einen komfortablen Unterstand bietet.

    Nachdem du Rheinböllen passiert hast, wird die Landschaft zunehmend waldiger und du dringst immer tiefer in den Binger Wald vor, der letzten großen Erhebung vor dem Erreichen des Rheintals. Anspruchsvolle Steigungen musst du aber trotzdem nicht erwarten, denn du schlängelst dich geschickt durch das Waldgebiet, während dich links und rechts die Bäume überragen.

    Nach einer schwungvollen Abfahrt erreichst du in Niederheimbach schließlich das große Ziel: den Rhein. Für ein Stück folgst du ihm nun noch Richtung Norden, während sich zwischen den Weinbergen zu beiden Ufern herrschaftliche Burgen und idyllische Ortschaften auftun. In Bacharach erreichst du schließlich das Ziel des Hunsrück-Radwegs. Der Name der Ortschaft leitet sich übrigens von Bacchus ab – dem Gott des Weines. Wenn das kein Grund ist, hier noch mit einem guten Tropfen auf die ereignisreiche Tour anzustoßen.

    Vom Bahnhof in Bacharach fahren Züge über Koblenz zurück nach Saarburg. Ebenfalls recht unkompliziert gelangst du von hier nach Mainz und Frankfurt am Main. Über Mainz kannst du weiter nach Karlsruhe fahren. Auch findest du diverse Zugverbindungen nach Saarbrücken.

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Collection Statistik

  • Touren
    4
  • Distanz
    163 km
  • Zeit
    11:09 Std
  • Höhenmeter
    1 870 m1 950 m

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