Holger S.

Bike & Hike Dolomiten – MTB Hüttentour mit Gipfelwanderungen

Holger S.

Bike & Hike Dolomiten – MTB Hüttentour mit Gipfelwanderungen

Mountainbike-Collection von Holger S.

Wurdest du einmal vom Virus Alpencross angesteckt, kommst du nicht mehr davon los. Eine Hüttentour mit kleinem Gepäck ist die wohl ursprünglichste und erlebnisreichste Art die Alpen mit dem Bike zu erleben. Das Gefühl für mehrere Tage nur mit dem Bike und Rucksack unterwegs zu sein, die Natur zu spüren und die entspannte Stimmung mit Gleichgesinnten zu teilen ist grandios. Am Tag werden Abenteuer erlebt. Am Abend werden in geselliger Hüttenrunde bei einfachen und leckeren regionalen Köstlichkeiten aus erlebten Geschichten persönliche Legenden.

Sehnsuchtsziel Dolomiten

Ein Alpencross muss nicht immer die Nord-Süd-Richtung einschlagen. Wenn du bereits einige Erfahrungen mit Transalp-Touren gesammelt hast, ist es oftmals deutlich schöner, die Regionen herauszupicken, die dich am meisten beeindruckt haben. Die Dolomiten im Naturpark Fanes-Sennes-Prags sind eine dieser Sehnsuchtsregionen innerhalb der Alpen. Wenn ich dort bin, fühle ich mich innerlich hin und her gerissen – Biken oder Wandern? Also warum nicht einmal kombinieren?

Bike & Hike

Bike und Hike wird klassisch als Mountainbike Tour verstanden, bei der du das Rad lässig auf dem Rücken schulterst und bis zum Gipfel schleppst. Das kannst du bei dieser Tour zwar bedingt tun, doch die Downhills erfordern diverse Skills, wie sie dir ein Profi, wie Harald Philipp, in verschiedenen Beiträgen eindrucksvoll präsentieren kann. Verstehe diese Collection daher bitte als alpine Mountainbike Mehrtagestour, die zusätzlich zur Bikestrecke von Hütte zu Hütte noch hervorragende Möglichkeiten für vergleichsweise einfache Gipfelbesteigungen (ohne Bike) bietet. Falls du doch mit dem Gedanken spielst das Bike zum Gipfelkreuz zu bugsieren, findest du in den Kommentaren zur jeweiligen Tour Hinweise zur Beschaffenheit der jeweiligen Zustiege.

Deine Tour?

Diese Collection wendet sich an erfahrene Mountainbiker, die gern einmal die Trailrunning- oder Wanderschuhe anziehen. Die Bike Routen sind so konzipiert, dass du entweder morgens oder abends die Möglichkeit hast eine Gipfelbesteigung zu wagen ohne dass du an dein konditionelles Limit gehen musst. Meine ganz klare Empfehlung: Steh früh auf und nutze die blaue Stunde für den Aufstieg. Das Gefühl, die Sonne über den Gipfeln der bleichen Berge der Dolomiten auf und untergehen zu sehen, ist unglaublich erhaben. Das beeindruckende Farbenspiel, das von den schroffen Riesen zurückgeworfen wird, siehst du nirgendwo eindrucksvoller als am Gipfelkreuz eines Berges. Das gemütliche Frühstück gibt es bei der Rückkehr an der Hütte. Besprich am besten am Abend zuvor mit dem Hüttenwirt/in deine Sonnenaufgangspläne und frage nach Optionen für ein verspätetes Frühstück oder ein Jausenpaket, falls es einmal länger dauern sollte.


Natürlich kannst du diese Mehrtagestour auch individuell in separate Bike und Hike Tage einteilen und dann jeweils für zwei Nächte auf der Hütte bleiben. Die Collection lässt dir viel Raum für eine flexible Tourenplanung.


Am letzten Tag kannst du am Kronplatz zwischen einer anspruchsvollen Enduro-Abfahrt oder einem schier endlosen Trail wählen, der dich zurück zum Ausgangspunkt der Tour bringt. An diesem Morgen gibt es keine vorgeschlagene Gipfeltour, denn du befindest dich quasi schon am Gipfel. Nur wenige Minuten entfernt von der Hütte befinden sich entweder am Skyscraper, der riesigen Schaukel am Gipfelplateau, oder natürlich der Friedensglocke, die besten Plätze für den finalen Sonnenaufgang deiner Rundtour.


Auf den empfohlenen Touren bist du vor allem auf unbefestigten Wegen und Nebenstraßen mit wenig Verkehr unterwegs. Die Singletrails erfordern eine gefestigte Mountainbike Fahrtechnik. Anstiege können teilweise sehr steil sein. Das ist in den Dolomiten eher die Regel als die Ausnahme. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad wahrscheinlich schieben müssen. Die Gipfeltouren erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Erfahrung im felsigen alpinen Gelände sind von Vorteil.

Die beste Reisezeit ist im Sommer. Zwischen Mitte Juni und Mitte September sind die meisten Hütten geöffnet und die Tourenziele schneefrei.

Region
Der 25.453 Hektar große Naturpark Fanes-Sennes-Prags befindet sich in Südtirol zwischen dem weitläufigen Pustertal im Norden, den Sextner Dolomiten im Osten, dem Gadertal im Westen und der Landesgrenze zu Belluno und den Ampezzaner Dolomiten um Cortina d’Ampezzo im Süden. Er ist Teil des UNESCO Welterbes Dolomiten. Die Region wird durch die Kultur und Sprache der ladinischen Bevölkerung geprägt. Im Naturpark findet man sich regelmäßig an Orten wieder, die Schauplätze der Mythen und Sagenwelt der Ladiner darstellen. Viele geografische Namen entstammen dem ladinischen Nationalepos „Reich der Fanes“. Die berühmtesten Highlights der Region sind der malerische Pragser Wildsee, sowie die karstigen Hochebenen und Almen der Plätzwiese, Sennes und Fanes, die von schroffen Gipfeln und Felswänden scheinbar unzugänglich eingefasst werden.


Anreise
Ich empfehle dir die Anreise mit der Bahn. Von München beispielsweise benötigst du nur etwa vier Stunden. Solltest du mit dem Auto anreisen, kannst du die Dauer-Parkplätze an den Bahnhöfen von Bruneck, Olang oder Welsberg nutzen. In Reischach und Olang befinden sich zudem große Parkplätze an den Bergbahnen.


Ausrüstungsempfehlung
Zusätzlich zum üblichen Hüttengepäck auf einer Mountainbiketour musst du lediglich ein paar leichte Wanderschuhe oder Trailrunning Schuhe einpacken, mit denen du dich auch im felsigen Gelände wohl fühlst. Die Gipfelanstiege sind zwar Pfade die Trittsicherheit und Erfahrung im alpinen Geländer erfordern, doch schwere Bergschuhe und Trekkingstöcke sind erfahrungsgemäß nicht notwendig. Bei den übersichtlich kurzen Hiking Touren ohne schweres Gepäck ist man deutlich leichtfüßiger unterwegs, als bei klassischen alpinen Wanderungen.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    04:06
    32,4 km
    7,9 km/h
    1 150 m
    160 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Vom Pustertal zur Plätzwiese – Gipfelerlebnis Strudelkopf


    Am ersten Tag gelangst du vom Pustertal zur Plätzwiese. Die von Almen geprägte Hochebene wird von Felsmassiven gesäumt. Das ist ganz großes Landschaftskino. Das heutige Etappenziel ist die Dürrensteinhütte. Von hier bietet sich ein kurzer Abstecher zum Strudelkopf an, wo du einen traumhaften Blick auf die Drei Zinnen hast. Du kannst sogar auf einem alten Militärweg bis zum Kreuz fahren. Zu Fuß empfehle ich dir alternativ den Wanderweg durch alte Stellungen aus dem 1. Weltkrieg, der direkt an der Dürrensteinhütte beginnt.


    Vom Bahnhof Olang führt dich die Route zunächst entspannt über den Pustertalradweg Richtung Toblach bis die Radroute Richtung Schmieden, der größten Siedlung der Gemeinde Prags, abzweigt. Zum berühmten Pragser Wildsee müsstest du von hier einen Umweg von etwa 300 Höhenmetern und 11 Kilometer hin und zurück einplanen. Der Weg ist gut ausgeschildert und leicht zu finden, wenn du Zeit und Motivation mitgebracht hast. Empfehlenswert ist der malerische Bergsee allemal! Im glasklaren Wasser des Pragser Wildsees spiegelt sich die steil aufragende Nordwand des Seekofels. Den 2.810 Meter hohen Gipfel kannst du am Morgen des dritten Etappentages von der unweit entfernten Seekofelhütte aus besteigen.


    Von Schmieden führt dich die Route nach Brückele und dann größtenteils abseits der Mautstraße über einen Schotterweg zur urigen Stolla Alm bevor du die weiten Wiesenflächen der Plätzwiese erreichst. Am Südöstlichen Ende der Hochalm findest du direkt neben dem ehemaligen Sperrwerk Plätzwiese, einem Relikt aus dem 1.Weltkrieg, das Etappenziel die Dürrensteinhütte.


    Empfehlung: Nur 2,5 Kilometer und 250 Höhenmeter entfernt liegt das Heimkehrerkreuz am Strudelkopf. Die Strecke kannst du mit dem Mountainbike auf dem alten Militärweg zurücklegen, der direkt neben der Hütte beginnt. Der Weg ist teilweise stark erodiert und steil. Der Trost beim unter Umständen beschwerlichen Uphill: Der gleiche Weg wird sich im Downhill dagegen als sehr schöner Trail präsentieren. Am Strudelkopf (2.307 m) hat man einen traumhaften Blick auf die Drei Zinnen, die im Abendlicht wunderschön leuchten. Im Westen sieht man den höchsten Gipfel des Naturparks Fanes Sennes Prags, die Hohe Gaisl (3.146 m) und im Süden die steilen Flanken des Monte Cristallo Massivs (3.221 m). Natürlich kann man auch das Bike an der Hütte lassen und zu Fuß eine kurze Rundtour gehen. Diese findest du als Empfehlung in der Collection.

    Schwer
    02:01
    4,68 km
    2,3 km/h
    260 m
    240 m
    Schwere Bergtour. Gute Grundkondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Die Drei Zinnen im Abendrot

    Wenn nach dem üppigen Abendessen bei Evi noch Zeit bleibt, dann empfehle ich dir diese Tour als Verdauungsspaziergang am Abend.

    Der Sonnenuntergang am Strudelkopf ist ein Traum, auch wenn der Feuerball recht früh hinter den massigen Wänden der Hohen Gaisl (3.146 m) verschwindet. Das Farbenspiel an den Felswänden der östlich gelegenen Drei Zinnen und den Türmen der weit über 3.000 m hohen Cristallo -Gruppe im Süden ist atemberaubend.

    Zum Aufstieg solltest du den spannenden Steig, rechts von der Hüttenterrasse, durch die alten Stellungen aus dem 1. Weltkrieg nehmen. Dieser ist für Bikes nicht machbar. Für den Rückweg empfehle ich dir den alten Militärweg bis zur Hütte. Diesen kannst du übrigens auch mit dem Mountainbike rauf und wieder runter fahren.

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  • Schwer
    04:32
    9,84 km
    2,2 km/h
    750 m
    750 m
    Schwere Bergtour. Gute Grundkondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Serpentine um Serpentine zum besten Panoramablick der Pragser Dolomiten

    Am zweiten Tag heißt es früh aufstehen. Nachdem du dich respektvoll ruhig aus der Hütte geschlichen hast, erwarten dich etwa zwei Stunden Aufstieg.

    Aufstieg und Abstieg sind identisch. Von der Dürrensteinhütte aus querst du zunächst leicht ansteigend oberhalb der Almhütte Plätzwiese in nördlicher Richtung. Vorsicht! Hin und wieder zweigen vom eigentlichen Pfad Kuhgangeln ab, die sich in der Wiese verlieren. Nach etwa anderthalb Kilometern triffst du auf den alten Militärsteig, der Richtung Gipfel führt. Ab jetzt kannst du dich nicht mehr verlaufen. Der Weg ist steinig, aber nie schwierig. In zahlreichen Serpentinen führt er bis zum Gipfel. Es erwartet dich ein Panorama vom Alpenhauptkamm und den Gletschern der Zillertaler Alpen über die markanten Dolomitengipfel von Hohen Gaisl (3.145m), Tofane (3.245m), Monte Cristallo (3.220m), und den einzigartigen Drei Zinnen (2.999m).

    Verschaffe dir am besten schon am Abend einen Überblick zum Wegverlauf, damit du morgens im Dunkel auch den Einstieg zum Weg findest.

    In den Sommermonaten solltest du generell möglichst früh starten, da der Weg Wanderweg extrem sonnenexponiert verläuft. Wasser und ein kleiner Snack muss dabei sein. Quellen und Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs nicht.

    Von einer Besteigung mit dem Bike rate ich dir generell ab. Zwar wird der Dürrenstein hin und wieder von Bike-Bergsteigern erklommen, jedoch ist der Zustand des Weges teilweise stark erodiert und verblockt.

    Zum Wandern ist der Dürrenstein keine technische Herausforderung, Trittsicherheit und Balancegefühl vorausgesetzt.

    Kläre am besten schon am Abend mit der Hüttenwirtin Evi ab, ob du bei verspäteter Rückkehr noch Frühstück bekommst oder ob ein am Abend vorbereitetes Jausenpaket eine Alternative sein kann. Nimm eine warme/winddichte Jacke mit. Am Gipfel kann es beim Warten auf die aufgehende Sonne schnell kalt werden.

    Schwer
    03:58
    31,1 km
    7,8 km/h
    1 250 m
    950 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Auf alten Militärpfaden durch den Naturpark Fanes-Sennes-Prags

    Von der Dürrensteinhütte aus gelangst du zunächst auf die alte Bahnstrecke zwischen Toblach und Cortina d’Ampezzo. Die Abfahrt von der Plätzwiese ins Tal nach Schluderbach über die alte Militärstraße ist eindeutig und leicht zu finden. Als fahrtechnisch fitter Biker wirst du vom Trail begeistert sein, der die Straße immer wieder kreuzt.

    Auf der ehemaligen Bahntrasse, die einst Cortina d'Ampezzo mit Toblach verbunden hat fährst du für ein etwa fünf Kilometer gemütlich bis kurz hinter die Grenze von Südtirol und Belluno.
    Ein steiler Anstieg führt dich zu einem malerischen Aussichtspunkt am Forcella de Lerosa und schließlich über tolle Almwiesentrails ins Val Scuro.

    An der toll gelegenen Hütte Ra Stua kannst du dich für den nächsten langen Anstieg stärken. Hier beginnt bereits der Schlussanstieg zur Seekofelhütte. Du wirst noch an zwei weiteren Hütten vorbeikommen, doch bis dahin erwartet dich eine steile Militärstraße zur Alm Fodara Vedla, die auf etwa 200 Höhenmetern bei mehr als 20% Steigung auch mal Zähneknirschen verursacht. Der Rest des nachmittäglichen Anstiegs ist dann deutlich moderater. Willkommen in den Dolomiten ;)

    Sobald du die Hochebene der Sennes Alm erreicht hast, kannst du dich an der überwältigenden Kulisse kaum sattsehen. Die Hütte Fodara Vedla oder - vielleicht sogar und - die Sennes Hütte sind wunderbare Einkehrmöglichkeiten und Plätze, wo du das tolle Panorama bewundern kannst.

    Das heutiges Etappenziel ist die urige Seekofelhütte (Rifugio Biella), eine typische Hütte des Italienischen Alpenvereins (C.A.I.).

    Eine alternative Übernachtungsmöglichkeit findest du in der Sennes Hütte.

    Schwer
    02:18
    3,41 km
    1,5 km/h
    420 m
    420 m
    Schwere Bergtour. Gute Grundkondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Einzigartiger Blick auf den Pragser Wildsee

    Das ist Urlaub. Entweder du schläfst aus oder du nutzt den Tag maximal aus. Als Freund der zweiten Interpretation eines perfekt gestalteten Aktivaurlaubs klingelt der Wecker natürlich erneut deutlich vor Sonnenaufgang.

    Das Gipfelerlebnis am markanten Seekofel (2.810 m) ist eines der ganz großen Highlights der Region. Hier hast du den exklusivsten Blick auf den Pragser Wildsee, der sich sagenhafte 1.300 m unterhalb der nach Norden abfallenden Steilwand befindet.

    Der Anstieg zum Gipfel ist etwas anspruchsvoller als zum Dürrenstein, mit etwas über 400 Höhenmetern jedoch deutlich kürzer.

    Der Weg ist teilweise ausgesetzt und definitiv nicht mit dem Bike machbar. Trittsicherheit und Aufmerksamkeit sind wichtig. Der Untergrund ist felsig und griffig. Der Weg ist zwar gut markiert, jedoch teilweise nicht augenfällig auszumachen. Achte daher gut auf die Markierungen am Fels.

    Schwer
    02:43
    24,6 km
    9,1 km/h
    850 m
    1 130 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Gute Grundkondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Auf Umwegen durch das sagenhafte Reich der Fanes


    Klarerweise gibt es deutlich schnellere Wege, um von der Seekofelhütte zur Fanesalm zu gelangen, wie du schon beim ersten Blick auf die Karte erkennen wirst. Der kürzeste führt über die Pederü Hütte und sollte nur bei richtig miesem Wetter genutzt werden.


    Mein Vorschlag führt dich zunächst zurück zur Sennesalm und auf direktem Weg ins Val Scuro, am Rifugio Ra Stua vorbei, Richtung Cortina d‘Ampezzo. Ein herrlicher Morgen, denn auf zwölf Kilometern geht es nur bergab. Du wirst am dritten Tag nicht mehr überrascht sein, dass der kommende Anstieg wieder charakteristisch für die Dolomiten ist. Auf zehn Kilometern steigt der gut fahrbare Schotterweg bis zum Limojoch an, wo du bereits das Etappenziel von oben sehen kannst. Auf etwa 900 Höhenmetern erwarten dich neben dem ohnehin spektakulären Anblick der umzingelnden schroffen Dolomitenwände, zahlreiche Highlights: die Fanes Wasserfälle, die Ücia de Gran Fanes, wie die Hütte Großfanes in der lokalen ladinischen Sprache genannt wird und sich als perfekte Rast nach langem Aufstieg anbietet, sowie der Lago di Limo, in welchem du dich bei heißen Sommertemperaturen gut abkühlen kannst.


    Die Fanesalm ist aufgrund ihrer Abgeschiedenheit und der seit jeher faszinierenden Landschaft in die Legenden und Sagen der Bevölkerung eingegangen. Sie ist einer der Hauptschauplätze im ladinischen Nationalepos. Der Erzählung nach wurde das Volk der Murmeltiere einst durch einen Zauber auf die Fanesalm verbannt und harrt seitdem ihrer Befreiung aus. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wirst du den lauten Pfiff der dicken Nager hören und wenn du die Augen offen hältst sicher auch sehen.


    Die Strecke ist fahrtechnisch nicht sehr fordernd. Die Abfahrten führen über teils grobe und steile Schotterwege. Typischerweise sammeln sich hier besonders nach starken Regenfällen Geröll und Kies in Kurven und Mulden und erfordern entsprechende Vorsicht.


    Als Übernachtung empfehle ich dir die Lavarella Hütte. Die Schutzhütte gleicht eher einem Hotel, als einer typischen alpinen Hütte. Sogar eine kleine Brauerei befindet sich seit 2019 im Haus. Damit ist sie die höchste Brauerei Europas.


    Falls die Schutzhütte Lavarella ausgebucht sein sollte, findest du auf der Fanes Hütte eine gleichwertige Alternative.

    Mittelschwer
    03:00
    6,00 km
    2,0 km/h
    540 m
    540 m
    Mittelschwere Bergtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Wenig begangener Aussichtsberg mit dem besten Blick auf die berühmten Nachbarn

    Von der Lavarella Hütte aus steigt der alpine Wanderweg direkt an. Im schwachen Licht der Blauen Stunde spiegelt sich die Landschaft im klaren Wasser des idyllischen Grünsee, der zwischen den Hütten der Fanesalm liegt. Oberhalb des "Parlament der Murmeltiere" führt der gut ausgebauter Steig zum 2.468 Meter hohen Ju de St.Antone. Von diesem Pass aus sind es nur noch wenige Gehminuten bis zum Gipfel des 2.656 Meter hohen Piz de St.Antone. Von hier erwartet dich eine herrliche Aussicht auf die Bergwelt der Fanes.

    Der Hinweg ist identisch mit dem Rückweg.

    Der Wanderweg erfordert gute Trittsicherheit und Erfahrungen im alpinen Gelände, jedoch ist er für geübte Wanderer oder Trailrunner ohne Schwierigkeiten machbar.

    Bitte sprich dich am Abend mit dem Hüttenwirt zu deiner Tour ab, um ein eventuell verspätetes Frühstück oder ein Jausenpaket zu organisieren. Nimm genügend Wasser mit. Ein Snack für den kleinen Hunger ist ebenfalls ratsam. Unterwegs gibt es weder Trinkwasser, noch Einkehrmöglichkeiten.

    Schwer
    03:07
    29,9 km
    9,6 km/h
    920 m
    880 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Ladinische Kultur und Singletrails

    Wenn du mir meinem Rat gefolgt bist und am Morgen den Piz de Sant Antone bestiegen hast, wirst du nun froh über die nächste gute Nachricht des heutigen Tages sein. Von der Lavarella Hütte aus geht es ganze 17 Kilometer bergab. Nicht nur das – du verlässt das sagenhafte Fanesgebiet ab der Pederü Hütte auf einem endlos langen Trail, der sich durch die lichten Nadelwälder im Val dai Tamersc, dem glasklar sprudelnden Bächlein Rü d’Al Plan folgend und umzingelt von schroffen Felswänden bis nach St. Vigil in Enneberg zieht. Unterbrochen wird der Trail durch einige Schotterpassagen. Hin und wieder kann es dadurch passieren, dass du am nächsten Traileinstieg vorbeidüst. Der Lauf des leichten, aber spaßigen Weges, der von Wanderern und Bikern in beiden Richtungen genutzt wird, verändert sich Jahr für Jahr. Grund dafür sind Muren und Geröllangänge. Besonders nach starken Regenfällen muss man sich darauf einstellen, dass der eigentlich in der Karte verzeichnete Verlauf einmal abweicht oder man über einen Geröllhaufen steigen muss.

    In St. Vigil lohnt sich ein Abstecher ins Naturparkhaus und das Gemeindezentrum. Im Naturparkhaus erfährst du viel Wissenswertes über den Naturpark Fanes-Sennes-Prags und die Entstehung der Dolomiten.

    In St. Vigil angekommen, wirst du froh sein über weitere gute Nachrichten. Du könnest die Gelegenheit am Schopfe packen und aus eigener Kraft oder mit dem Pedagà-Lift auf den Piz de Plaies hinauf fahren. Von dort windet sich herrlich verspielt und flowig der wirklich lohnenswerte Piz de Plaies Trail in schwindelerregend vielen Kurven zurück ins Dorf. Dieser ist auch für leicht fortgeschrittene Biker empfehlenswert. Behalte jedoch die Uhr und deine körperliche Verfassung im Auge, denn nach viel Gaudi kommt am Nachmittag auch ein kleiner Dämpfer. Dich erwarten bis zum Etappenziel am Kronplatz fast 900 Höhenmeter Anstieg am Stück. Die gute Nachricht dabei ist, dass der Ausblick Meter für Meter besser und besser wird. Nicht umsonst gilt der Kronplatz als einer der schönsten Aussichtsberge der Dolomiten. Das Gipfelziel bleibt dir jedoch heute vorerst noch enthalten. Ich empfehle dir die Übernachtung auf der Graziani Hütte. Neben hervorragender Küche und tollem urigen Ambiente bietet sich ein wunderschöner Blick über die Dolomitengipfel der Puez-Geisler- und der Kreuzkofelgruppe. Wenn du den Sonnenuntergang oder Aufgang am Gipfel des Kronplatz erleben möchtest, bist du von hier in nur 15 bis 20 Minuten zum Gipfel gelaufen.

    Mittelschwer
    01:18
    16,9 km
    13,0 km/h
    230 m
    1 280 m
    Mittelschwere Mountainbike-Tour. Für alle Fitnesslevel. Fortgeschrittene Fahrtechnik nötig.

    Etappe 5: Vom Kronplatz ins Pustertal - Der Freeride Trail Gassl als flowige Alternative zum Herrnsteig

    Sonnenaufgang oder Ausschlafen? Oder erst Sonnenaufgang und danach weiterschlafen? Die Wege sind relativ kurz zwischen Kronplatz und Graziani Hütte. Warum nicht schon am Morgen mit dem Bike zum Gipfel kurbeln und danach auf dem Furcia Trail bis zur Hütte zurück? Der Trail hat mehrfach die Möglichkeit zwischen leichtem und etwas anspruchsvollerem Flowtrail zu wählen. So ruhig wirst du es am Gipfel zu späterer Stunde jedenfalls nicht mehr haben.

    Der Höhenunterschied von nur 210 Höhenmetern bis zum 360°Panorama am Kronplatz (2.275 m) ist überschaubar kurz.

    Die Entwicklung des Tourismus und die damit verbundene Bauwut der umliegenden Gemeinden hat dafür gesorgt, dass das Gipfelplateau leider etwas grotesk aus der Landschaft sticht. Auch Reinhold Messner hat sich mit seinem Museum „Corones“, welches sich dem Thema „Traditioneller Alpinismus“ widmet, am Gipfel verewigt. Das spektakuläre Gebäude ist einen Abstecher wert. Weiterhin kannst du an der Friedensglocke anhand eines umlaufenden Bronze-Miniaturreliefs die umliegenden Gipfel bestimmen und in Erinnerungen der letzten Tage schwelgen.

    Der „Gassl Trail“ ist das finale Highlight der Tour. 1.100 Tiefenmeter vernichtet dieser bis nach Olang im Pustertal. Konzipiert für weniger erfahrene Mountainbiker bietet dieser trotzdem selbst Profis unglaublich viel Spaß!

    Mit breitem Grinsen im Gesicht und zahllosen Eindrücken eines extrem vielseitigen und mit Highlights vollgepackten Alpencross erreichst du nach nur 17 Kilometern den Ausgangspunkt der Rundtour und das Ziel deiner finalen Tagesetappe.

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Collection Statistik

  • Touren
    9
  • Distanz
    159 km
  • Zeit
    27:03 Std
  • Höhenmeter
    6 370 m

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