Top Trails of Germany

Kammweg Erzgebirge-Vogtland – Gruben, Grenzen und Geschichte

© Tourismusverband Erzgebirge e. V.

Kammweg Erzgebirge-Vogtland – Gruben, Grenzen und Geschichte

Wander-Collection von Top Trails of Germany
13-28 Tage
3-6 Std / Tag
295 km
6 140 m
6 360 m

Glückauf! Mit diesem Gruß wünschten sich die Bergleute einen erfolgreichen Tag unter der Erde. Auf dem Kammweg durch das Erzgebirge und das Vogtland entdeckst du diese historische Tradition und kannst in einem der Schaustollen auch mal selbst einen Blick unter die Erde werfen. Über Tage streifst du mit Ruhe und Genuss durch die weitläufigen Waldgebiete entlang der tschechischen Grenze, folgst plätschernden Wildbächen, machst Rast an einem der vielen Waldseen und stattest der lieblichen Hügellandschaft des Vogtlands einen Besuch ab. Dem Kamm des Mittelgebirges folgend erklimmst du auch die höchsten Gipfel des Erzgebirges – der absolute Höhepunkt ist der Fichtelberg, immerhin stolze 1.215 Meter hoch. Dabei erwarten dich fantastische Aussichten und die Herzlichkeit der Einheimischen, die den Weg noch schöner machen.

Der Kammweg verbindet auf knapp 300 Kilometern das Osterzgebirge mit dem Vogtland. Stetig bahnst du dir deinen Weg nach Westen und überschreitest auf der vorletzten Etappe die Grenze von Sachsen nach Thüringen. Ein Großteil der Strecke führt dich durch den Naturpark Erzgebirge/Vogtland und auch das UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří liegt auf dem Weg. Dort entdeckst du die eindrucksvollen Stollen und Gruben des historischen Bergbaus, der die Region bis heute prägt. Ebenso spannend ist das alte System aus Wassergräben und Teichen, die zum Flößen genutzt wurden. Im Preßnitztal begleiten dich die Gleise einer Dampflok, in der du gleich eine Station mitfahren kannst. Entlang des Weges heißen dich charmante Orte willkommen, die zu einem Rundgang um ihre historischen Häuser einladen und dich mit geschickten Handwerkern bekannt machen, die aus Holz weihnachtliche Kunstwerke wie Räuchermänner und Schwibbögen zaubern. Ebenfalls liegen viele abwechslungsreichen Museen auf der Strecke: Vom Bier über die Eisenbahn bis hin zur innerdeutschen Grenze gibt es jeden Tag etwas Neues zu entdecken.

Die insgesamt 17 Etappen sind technisch nicht schwierig; sie verlaufen oft auf breiten Waldwegen und manchmal auf schmaleren Pfaden. Einige fordern mit um die 20 Kilometern etwas mehr Kondition von dir, andere sind eher gemütlich und lassen genügend Zeit für das reiche Kulturangebot am Wegesrand. Abends kannst du dich auf eine Übernachtung in gemütlichen Bauden auf den Bergen oder Gasthäusern in den Tälern freuen. Damit du am nächsten Wandertag wieder bei Kräften bist, kommt die gutbürgerliche Küche der Region mit ihren böhmischen Einflüssen auf den Tisch. Samtige Kartoffelklöße – im Herbst gerne mit Pilzsoße – und Klitscher – anderswo heißen sie Kartoffelpuffer – sind genau das Richtige nach einem ganzen Tag auf den Beinen. Morgens geht es nach einem ausgiebigen Frühstück voller Elan wieder auf den Kammweg. Bei vielen Gastgebern kannst du dir eine paar Brote als Proviant mitnehmen, die du unterwegs in einer der zahlreichen Schutzhütten genießen kannst. Wer sich mehr Komfort wünscht, kann einen Gepäcktransport organisieren und in Hotels mit Wellnessbereich übernachten. Oder du lässt dir dein Rundum-sorglos-Paket über den Buchungsservice der Tourismusverbände Erzgebirge und Vogtland schnüren. Wir stellen für dich das perfekte Wanderprogramm mit Übernachtungen zusammen – von Schnupperwandern, KAMM halb bis KAMM komplett ist alles möglich.

Der Startpunkt in Geising ist nur eine kurze Zugfahrt von Dresden entfernt und auch im Zielort Blankenstein gibt es einen Bahnhof. Die An- und Abreise lässt sich also gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln organisieren.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    07:09
    25,1 km
    3,5 km/h
    640 m
    460 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    An deinem ersten Tag auf dem Kammweg heißt dich das Erzgebirge mit herrlichen Aussichten, abwechslungsreicher Landschaft und Erinnerungen an den historischen Bergbau willkommen. Auf deinem Weg durch den Osten des Gebirges wanderst du unter anderem durch lichte Wälder voller Waldheidelbeersträucher, vorbei an Blockhalden und durch Buchenwälder zu (mindestens) zwei Gipfeln.

    Gleich als erstes steht die längste Etappe des gesamten Kammweges auf dem Programm. Damit du genügend Zeit hast, stehst du heute entweder früh auf und machst dich schon in den Morgenstunden auf den Weg nach Geising, wo der Weitwanderweg beginnt. Oder du verbringst schon eine Nacht im Erzgebirge und kannst am ersten Morgen etwas später starten.

    Vom Geisinger Bahnhof wanderst du auf den Geisingberg, wo gleich die erste fantastische Fernsicht auf dich wartet: Vom Luisenturm kannst du dir in alle Himmelsrichtungen einen Überblick über die Gegend verschaffen. Auch dein nächstes Zwischenziel Altenberg ist schon zu sehen. Nun verläuft ein Teil des Weges auf einem Lehrpfad über den historischen Bergbau in dieser Region. Entlang des Weges kannst du die Eingänge von alten Schächten entdecken und rechts von dir liegt der Krater der Altenberger Pinge, der vor Jahrhunderten durch den Zusammenbruch von Schächten und Stollen entstanden ist.

    Du durchquerst Altenberg und steigst dann zum Kahleberg auf, dem höchsten Gipfel im sächsischen Teil des Osterzgebirges. Bei gutem Wetter schenkt er dir einen Blick bis nach Dresden und in die Sächsische Schweiz. Weiter verläuft der Wanderweg auf verwunschenen Pfaden an den Blockhalden vorbei. Sieh mal genau hin, denn die kolossalen Felsen sind mit seltenen Flechten und Moosen bedeckt. Bald kommst du am Wüster Teich vorbei, dessen Ufer sich für einen Pause anbietet.

    Im nächsten Tal triffst du auf die tschechische Grenze. Du folgst ihrem ehemaligen Bahntrassenverlauf die nächsten sechs Kilometer und gehst dabei zumeist durch dichten Wald. Bei Teichhaus entfernst du dich wieder vom Nachbarland und wanderst geradewegs nach Westen weiter zu deinem Ziel an der Fischerbaude. Kurz davor kannst du mit nur wenigen Metern mehr noch einen Abstecher auf den Gipfel der Steinkuppe machen.

    Mittelschwer
    03:39
    13,0 km
    3,6 km/h
    240 m
    310 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Gut, dass die zweite Etappe des Kammwegs von der entspannteren Sorte ist, denn du kommst auf dem ersten Drittel der Strecke an einer alteingesessenen Brauerei vorbei. Dazu gehört ein Museum, das dich mit Führungen und Verkostungen schon früh auf dem Weg zu einer Pause verführt.

    Du beginnst die heutige Etappe mit dem Abstieg nach Rechenberg. Hoch über dem idyllischen Muldental begleiten dich schöne Ausblicke, während du über Wiesen und am Waldrand entlang wanderst. Dann geht es recht steil den Berg hinab. In Rechenberg kannst du nun gleich einen ersten Zwischenstopp einlegen und das bereits erwähnte Biermuseum besuchen. Außerdem gibt es im Ort ein historisches Flößerhaus und eine Ruine zu sehen. Bist du an einem heißen Tag unterwegs, kannst du dich im Ökobad erfrischen.

    Anschließend wanderst du über Wiesen wieder hinauf zum Wald. Nun geht es mit nur wenig Auf und Ab weiter auf gemütlichen Wegen. Auf freier Flur kannst du den Blick wunderbar in die Ferne schweifen lassen. In einem kleinen Waldstück überquerst du schließlich die Rachelbrücke, die einen ehemaligen Flößergraben überspannt. Von dort führt dich das letzte Stück des Weges noch einmal bergauf über den Meisenberg zum Hotel Kreuztanne.

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  • Mittelschwer
    03:17
    11,1 km
    3,4 km/h
    300 m
    350 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Räuchermännchen, Nussknacker und Engelspyramiden: Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Auf der dritten Etappe lernst du noch mehr von der Kultur des Erzgebirges kennen, die eng mit der Holzkunst verwoben ist. So werden hier das ganze Jahr über Dekorationen für die festliche Zeit am Ende des Jahres hergestellt. Diese Etappe wird also besonders stimmungsvoll und vielleicht auch ein bisschen besinnlich.

    Gleich morgens wanderst du durch den Wald auf eine Hochfläche, wo du zwischen den Bäumen einen Abstecher zu den idyllischen Schwemmteichen machen kannst. Anschließend geht es bergab nach Neuhausen. Wenn du möchtest, kannst du hier eine ausgiebige Pause machen, dir eines der Museen ansehen oder den Park des Schlosses Purschenstein besuchen. In seinem Restaurant in den alten Gemäuern kannst du auch einkehren. Behalte aber im Hinterkopf, dass dir der große Anstieg des Tages noch bevorsteht.

    Von Neuhausen geht es nämlich geradewegs auf den Schwartenberg. Oben angekommen genießt du eine fantastische Aussicht und kannst in der Baude auf dem Gipfel einkehren. Dann geht es fast nur noch bergab, bis du Seiffen erreichst. Der Kurort ist für seine filigranen Kunstwerke aus Holz bekannt ist und nennt sich deshalb auch „Spielzeugdorf“. Im Ort kommst du auf dem Bergbausteig direkt am Pingenblick vorbei – von dem Aussichtspunkt hast du einen herrlichen Blick auf das Dorf und die umgebende Landschaft. Auch am Ende der Etappe gibt es also noch einiges zu entdecken, darunter die berühmte Bergkirche im Ortszentrum.

    Mittelschwer
    03:30
    11,4 km
    3,3 km/h
    340 m
    510 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Die vierte Etappe ist an einem halben Tag zu schaffen und das ist auch gut so. Denn am Ziel in Olbernhau erwartet dich mit der Saigerhütte ein kultureller Höhepunkt, der ausgiebig erkundet werden möchte. Von Anfang an bleibt der Weg heute einem stetigen Auf und Ab treu, wobei es aber mehr bergab geht.

    Du wanderst ins Tal des Seiffener Bachs und steigst unter Bäumen steil hinauf zur Wettinhöhe. Dann geht es im Mischwald langsam wieder hinunter nach Hirschberg. Hier im Tal der Flöha könntest du auch auf ebener Strecke zu deinem Ziel nach Olbernhau gelangen. Der Kammweg erkundet aber noch die bewaldeten Hänge im Norden des Tals.

    Auf einem steilen Weg gewinnst du schnell an Höhe und wanderst nach Westen. Am Waldrand über Oberneuschönberg kannst du schöne Blicke übers Tal erhaschen, wo nicht weit entfernt die Grenze zu Tschechien verläuft. Dann führen dich die letzten Meter über eine Wiese hinab nach Olbernhau, in dessen Zentrum die Museumsanlage Saigerhütte steht, zu der über 20 historische Gebäude gehören.

    Schwer
    05:55
    21,0 km
    3,5 km/h
    530 m
    290 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Heute heißt es warm anziehen! Denn das Ziel der fünften Etappe gilt als der kälteste bewohnte Ort Deutschlands. Außerdem erwartet dich eine vergleichsweise lange Strecke mit mehr Höhenmetern bergauf als bergab. Der Weg verläuft durch ein weitläufiges Waldgebiet immer in der Nähe der tschechischen Grenze.

    Du verlässt Olbernhau in Richtung Süden und beginnst im Wald sogleich den längsten Anstieg des Tages. Der Kammweg führt oberhalb eines schmalen Tals entlang. Unten bahnt sich die Natzschung ihren Weg. Der Fluss markiert die Grenze zu Tschechien. Entlang des Weges findest du auf dem Stößerfelsen einen herrlichen Aussichtspunkt, der dir die ganze Schönheit des Tals zeigt.

    Nach diesem ersten Aufstieg geht es nun etwas gemütlicher durch den Wald, bis du schließlich ins Tal hinabsteigst. Kurz darauf wanderst du in einem großen Bogen um Rübenau herum. Dabei triffst du auf den paradiesischen Lehmheider Teich, der komplett von Bäumen umschlossen ist. Im Anschluss erreichst du eine freie Fläche und wanderst an Häusern im typischen Stil des Erzgebirges vorbei. Ein letztes Stück durch den Wald bringt dich schließlich ins malerische Schwarzwassertal, wo du am Anfang und nochmal acht Kilometer talabwärts Möglichkeiten für Einkehr und Übernachtung findest.

    Mittelschwer
    03:44
    13,9 km
    3,7 km/h
    230 m
    60 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Erstaunlich und aussichtsreich wird die sechste Etappe auf dem Kammweg. Dabei geht es überwiegend nur leicht bergan, bis am Ende der Aufstieg auf den Hirtstein auf dich wartet. Im Schwarzwassertal startest du gen Norden und wanderst neben dem Flusslauf der Schwarzen Pockau entlang. Direkt an deiner Seite bahnt sich der Grüne Graben seinen Weg, der im 17. Jahrhundert als Energiequelle für den Bergbau angelegt wurde.

    Anschließend folgst du dem Weg durch einen Wald in ein Hochmoorgebiet. Im südlichen Teil ist ein Lehrpfad angelegt, der dich über Holzstege trockenen Fußes übers Moor bringt. Wenn du möchtest, kannst du dort auch einen Abstecher zu einem Aussichtsturm machen. Ein Stück wanderst du nun an der tschechischen Grenze entlang und machst dich dann auf den Weg zum Hirtstein.

    Nur auf dem letzten Kilometer wird es dann noch mal steiler. Die Belohnung folgt aber sofort: Unterhalb des Gipfels kannst du einen gigantischen, steinernen Fächer bestaunen, der aus erstarrter Lava besteht. Ganz oben auf dem Berg erwarten dich eine fabelhafte Weitsicht und die gemütliche Hirtsteinbaude, die dich zum wohlverdienten Abendessen aufnimmt und dir ein Bett für die Nacht anbietet. Übernachtungsmöglichkeiten findest du aber auch im Ort Satzung unterhalb des Hirtsteins.

    Schwer
    06:33
    22,8 km
    3,5 km/h
    510 m
    560 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Die siebte Etappe ist wieder eine der längeren auf dem Kammweg. In der warmen Jahreszeit hast du an Feiertagen und an Wochenenden aber die Möglichkeit, ein Stück des Weges mit einer historischen Dampflok abzukürzen. Das erfordert nur ein bisschen Planung.

    Vom Hirtstein wanderst du langsam am Waldrand bergab und verschwindest dann zwischen den Bäumen, wo du bald steil ins schmale Tal nach Schmalzgrube hinabsteigst. Wenn du möchtest, kannst du hier am Bahnhof in den Museumszug der Preßnitztalbahn einsteigen. Er bringt dich dreieinhalb Kilometer weiter nach Schlössel mit Lokschuppen, einem Ortsteil von Jöhstadt, wo du direkt wieder auf den Kammweg triffst.

    Entscheidest du dich gegen den Dampfantrieb und gehst zu Fuß weiter, wanderst du direkt an den Gleisen durch das enge Tal des Schwarzwassers. Das ist ein ebenso schönes Erlebnis. Der Kammweg führt leicht erhöht an Jöhstadt vorbei, was dir einen fabelhaften Blick über den Ort beschert. Du kannst hier auch einen Abstecher in die Ortschaft machen, wo du einkehren oder dich mit Proviant versorgen kannst.

    Durch den Wald gelangst du anschließend mit leichtem Höhenverlust ins nächste Tal. Hier steht der Gasthof Brettmühle zur Einkehr bereit. Bis zu deinem Etappenziel ist es aber auch nicht mehr weit. Durch das schöne Pöhlbachtal wanderst du am Wasser entlang nach Kühberg. Dann wartet noch ein letzter Anstieg: Wo du den Wald verlässt, überquerst du eine Bundesstraße und machst dich auf der anderen Seite an die Besteigung des Bärensteins. Oben erwartet dich ein Gipfelkreuz mit grandioser Aussicht und eine Gaststätte, in der du auch übernachten kannst. Alternativ kannst du dir auch im gleichnamigen Ort am Fuß des Berges eine Unterkunft suchen.

    Schwer
    06:26
    18,2 km
    2,8 km/h
    670 m
    290 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Am Ende der Etappe wartet mit dem Fichtelberg der höchste Gipfel Sachsens auf dich – na, wenn das keine Motivation ist! Er steht sogar im gesamten Erzgebirge auf Platz zwei; nur der Keilberg auf tschechischer Seite ist 29 Meter höher. Doch auch gleich zu Beginn des Wandertages wird es schon interessant. Bereits nach den ersten zwei Kilometern erreichst du die Trinkwassertalsperre Cranzahl, auf die du von der imposanten Staumauer einen schönen Blick hast.

    Dann führt der Weg dich gemütlich durch den Wald nach Kretscham-Rothensehma. Von hier kannst du mit der Bahn nach Oberwiesenthal fahren, falls du es nicht mehr erwarten kannst, zum Fichtelberg zu kommen. Auch der Rest des Weges verläuft fast ausschließlich im Wald. Dabei gewinnst du langsam schon mal an Höhe. Zwischen den Bäumen tauchen immer wieder Schutzhütten, Rastplätze und auch mal ein riesiger Felsblock auf.

    Und dann wird es auch schon ernst: Der letzte große Anstieg auf den Fichtelberg beginnt. Da du schon ordentlich vorgearbeitet hast, fehlen aber gar nicht mehr so viele Höhenmeter. Als Verschnaufpause bietet sich ein Abstecher zum Amtsfelsen an, dessen Ausblick dir schon mal einen Vorgeschmack auf den großen Gipfel bietet. Oben gibt es reichlich zu essen und zum Übernachten kannst du dir aussuchen, ob du hier bleiben möchtest oder lieber mit der ältesten Seilschwebebahn Deutschlands – die schon fast seit 100 Jahren läuft – ins Tal fliegst.

    Mittelschwer
    03:52
    14,1 km
    3,6 km/h
    20 m
    580 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Auf der neunten Etappe darfst du praktisch nur bergab wandern – wohin soll es sonst auch gehen, wenn du auf dem höchsten Punkt Sachsens startest? Gemütlich steigst du langsam abwärts zur Skiarena, in der im Winter und im Sommer die Langläufer trainieren. Hier wendest du dich nach Norden, wo du bald ein kurzes Stück an einer Straße entlanggehst, um dann auf der anderen Seite schnell wieder in den Wald einzutauchen.

    Es dauert nicht lange und du triffst auf den Anton-Günther-Weg, der dich fast bis zu deinem Etappenziel begleitet. Er ist dem Dichter und Sänger aus dem Erzgebirge gewidmet und deshalb findest du im folgenden Abschnitt auch mal eine Liedtafel, die zum Singen animiert. So geht es fröhlich weiter bergab, bis du auf einer Lichtung den Ort Tellerhäuser passierst. Entlang des Klingerbaches führt dich der Weg schließlich noch an Zweibach vorbei.

    Du bleibst im Talboden und gelangst zu einem Grenzübergang nach Tschechien. Hier folgst du dem Weg auf deutscher Seite am Hang entlang. Dort, wo ein Pfad hinab nach Rittersgrün abzweigt, kannst du noch ein paar Meter weitergehen und als Abschluss des Wandertages die Aussicht übers Tal genießen. Bei Nässe kann der steile Pfad hinab zur kleinen Herausforderung werden. Dann kannst du dem breiten Weg geradeaus folgen. Dieser führt am Naturbad vorbei und ist als Kammweg-Alternative markiert.

    Dein Ziel Rittersgrün liegt langgezogen und etwas verstreut im Tal. Wanderst du parallel zum Fluss nach Norden, gelangst du in den Ortskern. Möchtest du dir hier noch den Nachmittag vertreiben, kannst du das Eisenbahnmuseum besuchen.

    Mittelschwer
    02:57
    10,1 km
    3,4 km/h
    300 m
    260 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Die zehnte Etappe des Kammwegs kannst du ganz entspannt angehen, denn sie ist mit gerade mal zehn Kilometern die kürzeste des Weitwanderwegs. An diesem Tag orientierst du dich immer an der tschechischen Grenze, die treu an deiner Seite verläuft.

    Die Strecke ist wie gewohnt waldreich und so trittst du gleich nach dem Loswandern zwischen die dicht an dicht stehenden Bäume. Über den malerischen Mückenbachweg spazierst du vorbei an der Siedlung Halbmeile zum Grenzweg, der getreu seinem Namen geradewegs auf der Grenze verläuft. Nach kurzer Zeit erreichst du die schöne Himmelswiese, auf der du nach farbenfrohen Schmetterlingen Ausschau halten kannst. Hier hast du nun auch den höchsten Punkt der Etappe erreicht.

    Weiterhin folgst du der Grenze, bis du zum idyllischen Preißhausteich abbiegst, der sich kurz nach der Hälfte der Strecke ideal für eine Pause anbietet. Anschließend geht es auf Waldwegen gemächlich bergab Richtung Johanngeorgenstadt, das wie so viele Orte in der Gegend vom Bergbau geprägt ist. Wenn du an diesem Nachmittag mehr darüber erfahren möchtest, kannst du das Schaubergwerk Glöckl oder den historischen Pferdegöpel besuchen – einen Bau mit einer Förderanlage, die von Pferden betrieben wurde. Heute ist in dem Gebäude eine Ausstellung zum Thema Bergbau untergebracht.

    Schwer
    05:52
    19,9 km
    3,4 km/h
    660 m
    460 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Auf der elften Etappe entdeckst du weitere Zeugnisse des historischen Bergbaus, eine alte Skisprungschanze und natürlich viel Natur sowie tolle Aussichten. Du wanderst durch Johanngeorgenstadt empor nach Westen. Du durchquerst einen recht grünen Teil des Ortes, an dem früher die Altstadt zu finden war. Diese musste nach dem Zweiten Weltkrieg weichen, damit hier Uran abgebaut werden konnte. Nur die Kirche durfte bleiben.

    Entlang des Schwefelbachs verlässt du die Stadt, an deren Rand du noch eine Skisprungschanze besichtigen kannst. Über hügeliges Gelände wanderst du anschließend nach Steinbach. Am gleichnamigen Wasserlauf folgt ein schönes Stück über einen Waldpfad. Vorbei am Ortsteil Sauschwemme geht es dann geradewegs auf den Auersberg. Der Gipfel bietet sich für eine ausgiebige Mittagspause an. Hier kannst du einen sagenhaften Rundumblick vom Aussichtsturm genießen, im Berggasthaus einkehren und einen Waldlehrpfad entdecken.

    Über mehrere Kehren geht es danach bergab nach Wildenthal. Viele Reisende besuchten diesen Ort früher auf ihrem Weg in den tschechischen Kurort Karlsbad. Auch Goethe hat hier mal Station gemacht. Wenn du möchtest, kannst du einen Abstecher in den Ort machen. Nach Weitersglashütte gelangst du schließlich, indem du durch den Wald hinüber ins nächste Tal steigst, wo dich ein letzter Anstieg zu deinem Etappenziel bringt.

    Mittelschwer
    04:19
    15,4 km
    3,6 km/h
    290 m
    320 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Heute wanderst du hinüber ins Vogtland. Auf den ersten Metern der zwölften Etappe gelangst du durch den Wald bis kurz vor das Dorf Carlsfeld. Hier könntest du einfach geradeaus gehen; schöner ist aber ein Abstecher zur Talsperre im Süden. Nachdem du das blau leuchtende Wasser und die mächtige Staumauer bestaunt hast, wanderst du weiter am Waldrand entlang und an Carlsfeld vorbei nach Westen. Wenn du genau hinsiehst, kannst du unten im Dorf die Kirche erkennen, die als Inspiration für die Dresdener Frauenkirche gedient hat. Auch dorthin kannst du einen kurzen Abstecher machen, wenn du möchtest. Hinunter in den Ort ist es nicht weit.

    Anschließend geht es nur noch kurz bergauf, dann wanderst du am Diebsbach entlang hinab ins Naturschutzgebiet Drei Bächel. Dort kannst du auf einer schönen Lichtung eine erholsame Pause mitten in der Natur machen und den ältesten Fichtenbestand von Sachsen begutachten – einige der Bäume sind weit über 200 Jahre alt und an die 50 Meter hoch.

    Im Talboden wanderst du weiter bergab nach Morgenröthe, dessen Ortsrand du aber nur streifst und dich gleich nach Süden wendest, um das malerische Pyratal zu erkunden. Langsam geht es wieder bergauf und wird zunehmend steiler, während du auf schönen Waldwegen deinem Etappenziel Mühlleithen immer näher kommst.

    Mittelschwer
    04:45
    17,6 km
    3,7 km/h
    170 m
    330 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Von Mühlleithen überwindest du am Anfang der Strecke zunächst ein paar Höhenmeter bergauf, bevor es anschließend überwiegend bergab geht. Im Wald entdeckst du bald den Schneckenstein, den einzigen Topasfelsen diesen Ausmaßes, der oberirdisch auf der nördlichen Erdhalbkugel zu finden ist. Wenn du noch mehr über die Schätze aus der Erde erfahren möchtest, kannst du hier auch einen Abstecher zum Mineralienzentrum machen.

    Kurz darauf hast du im Wald gleich zwei tolle Aussichtspunkte zur Auswahl: Geradeaus gelangst du steil hinauf zur Halde Zentralschacht; links auf der Lichtung kannst du an der Halde Schneckensteinschacht auch ohne zusätzliche Höhenmeter einen Blick Richtung Klingenthal mit seiner Skisprungschanze werfen.

    Weiter bergab wanderst du zum malerischen Sauteich. Hier, oder wenige Meter weiter an der Talsperre Muldenberg kannst du gut eine Pause machen. Anschließend folgst du den Gleisen der Vogtlandbahn nach Schöneck. Auf dem Weg hinunter in den Ort passierst du die Quellteiche der Mulde. Nun heißt es erstmal: Beine hochlegen und kurz ausruhen. Denn es lohnt sich, später noch einen kleinen Spaziergang zum Aussichtspunkt Alter Söll im Ortskern zu machen. Zum Abschluss des Tages schenkt dir dieser einen fabelhaften Ausblick.

    Schwer
    06:04
    22,0 km
    3,6 km/h
    320 m
    500 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Auf der vierzehnten Etappe des Kammwegs bewegst du dich zwischen Natur und landwirtschaftlich geprägten Landstrichen durch das Vogtland. Langsam wird der Waldanteil der Etappen weniger. Gleich am Ortsrand von Schöneck tauchst du aber noch einmal unter die Baumkronen ab. Zwischen Gunzen und Eschenbach kannst du dich dann über freiere Wegstücke mit Aussicht freuen. Nun wanderst du immer wieder über Wiesen mit vereinzelten Laubbäumen und an bewirtschafteten Feldern entlang.

    Vorbei an Hermsgrün geht es noch über eine Kuppe, dann steigst du nach Adorf ab. Der Ort bietet sich perfekt für eine Mittagspause an, denn du hast schon über die Hälfte der Strecke hinter dir. Im Ortskern kannst du historische Fachwerkhäuser bestaunen, einkehren und das Perlmuttermuseum besuchen. Denk aber daran, dass du noch gute neun Kilometer vor dir hast.

    Wer lieber in der Natur pausiert, kann auch noch ein Stück weiterwandern und im schönen Tetterweintal Halt machen. Dann geht es über Wiesen und Felder vorbei an Gettengrün, dem Geburtsort des Zeichners Erich Ohser, der unter dem Künstlernamen e. o. plauen für seine Comics „Vater und Sohn“ bekannt ist. Noch ein letztes Stück durch einen Wald bringt dich schließlich zu deinem Ziel Eichigt. Hier versteckt sich zwischen den Bäumen ein kleiner Badeteich, der im Sommer – und natürlich auch sonst – zu einer Abkühlung einlädt.

    Schwer
    05:40
    20,7 km
    3,7 km/h
    310 m
    360 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Auf dieser Etappe bist du schon nah an jener Grenze zu Bayern unterwegs, wo früher auch die innerdeutsche Grenze verlief. Am Anfang des Tages durchquerst du auf mäßig hügeligem Gelände noch einmal ein größeres Waldgebiet. Dann verliert der Weg langsam an Höhenmetern und führt zwischendurch auch mal über ein paar Felder.

    Du steigst hinab ins Tal des Schafbachs, dessen Ufer dich nach Bobenneukirchen führt. Hier wanderst du ein Stück an der Vorsperre des Ortes entlang, die ein Teil der großen Talsperre Dröda ist. Über Engelhardtsgrün erreichst du bald auch die Vorsperre Ramoldsreuth, die ebenfalls dazugehört. Hier überquerst du die Staumauer und wanderst anschließend bergauf.

    An der A72 macht die Naturidylle eine kurze Pause. Diese hast du aber schnell hinter dir gelassen, denn bald schluckt das nächste Waldstück alle Geräusche. Über die Vordere Platte wanderst du schließlich zu einer Landstraße. Die nächsten Unterkünfte sind von hier ein Stück entfernt, deshalb lässt du dich am besten von deinem Gastgeber abholen. Wenn nachmittags noch Zeit ist, kannst du in Krebes das märchenhafte Hermann-Vogel-Haus besuchen, in dem der Illustrator der gesammelten Märchen der Gebrüder Grimm zuhause war.

    Schwer
    06:31
    23,9 km
    3,7 km/h
    330 m
    420 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Heute bist du ein gutes Stück direkt an der ehemalischen innerdeutschen Grenze unterwegs. Der Tag beginnt gleich mit einem Höhepunkt: Am Einstieg der Etappe kannst du recht gut erhaltene Ruinen besichtigen. Im Mittelalter standen hier zwei stattliche Wallfahrtskirchen. Warum es gleich zwei davon gibt? Zwischen den Gotteshäusern verlief einst die Grenze zwischen den Bistümern Naumburg und Bamberg – klar, dass jedes Bistum seinen eigenen Wallfahrtsort brauchte.

    Anschließend wanderst du hinab ins Kemnitztal, wo du an der historischen Kienmühle vorbeikommst. Der Weg ist schön ursprünglich und lässt dich komplett in die Natur eintauchen. Am Waldrand steigst du anschließend bergauf nach Gutenfürst. Dort geht es auf der anderen Seite der Gleise recht gemütlich durch die Felder weiter. Der Kolonnenweg, der einmal direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze verlief, ist gut an den Betonplatten zu erkennen, die ihn pflastern. Wenn du möchtest, kannst du hier einen Abstecher zu dem Punkt machen, an dem sich Sachsen, Thüringen und Bayern treffen.

    Schließlich gelangst du nach Mödlareuth, das 37 Jahre lang mitten im Dorf durch die Grenze getrennt war. Noch heute teilt der Tannbach den Ort in einen bayerischen und einen thüringischen Teil. Ein Museum befasst sich mit dieser Geschichte der Spaltung. Die verbleibende Strecke lässt aber keinen allzu ausgiebigen Besuch zu. Weiter geht es parallel zur Grenze hinab zur Saale, wo der Weg direkt über dem Wasser noch einmal richtig schön wird und die letzten Kilometer bis nach Hirschberg sehr kurzweilig gestaltet.

    Mittelschwer
    04:06
    14,6 km
    3,6 km/h
    280 m
    310 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Deine letzte Etappe auf dem Kammweg kannst du noch einmal richtig auskosten, denn abgewandert bist du die Strecke in einem halben Tag – genug Zeit, noch einmal alle schönen Aussichten zu genießen und den bisherigen Weg Revue passieren zu lassen.

    Zunächst folgst du dem Ufer der Saale bis ins bayerische Rudolphstein. Indem du den Ort durchquerst, lässt du geschickt eine Schleife des Flusses aus und begibst dich danach gleich wieder ans Ufer. Mit dem Gewässer überquerst du auch wieder die Grenze nach Thüringen, wo du nach Pottiga aufsteigst. Hier kannst du einen Abstecher zum Aussichtspunkt am Wachhügel machen, von dem du einen herrlichen Blick hinüber nach Oberfranken hast.

    Du bleibst oberhalb des Ufers und durchquerst Blankenberg, das dich mit einem Aussichtspunkt namens Hochzeitskorb und einer Burgruine sogleich zur nächsten Pause verführt. Dieser Versuchung kannst du ruhig nachgeben, denn bis zum Ziel des Kammwegs in Blankenstein geht es nur noch einmal bergab.

    Der Kammweg endet am Selbitzplatz, wo er mit den anderen Fernwanderwegen Rennsteig, Frankenweg und Fränkischer Gebirgsweg zusammentrifft. Welch ein würdiger Schlusspunkt für deine Wanderung durch das Erzgebirge und das Vogtland.

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Collection Statistik

  • Touren
    17
  • Distanz
    295 km
  • Zeit
    84:17 Std
  • Höhenmeter
    6 140 m6 360 m

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