Fräulein Draußen

Englischer Wandertraum – 8 Tage durch den Lake District

Fräulein Draußen

Englischer Wandertraum – 8 Tage durch den Lake District

Wander-Collection von Fräulein Draußen

Der englische Lake District ist eines der schönsten Wandergebiete Großbritanniens. Hier erwarten dich die raue Bergwelt, grüne Täler, kleine Dörfchen und natürlich die tiefblauen Seen. Neben größeren Orten wie Keswick oder Windermere, die voll auf den Tourismus eingestellt sind, fühlt sich der Großteil des Lake Districts sehr ursprünglich und einfach typisch englisch an – mit Cottages wie aus dem Bilderbuch, Farmland und natürlich dem obligatorischen Pub in jedem noch so kleinen Ort.

Ich habe dort acht Tage lang den englischen Wandertraum gelebt und bin in acht Etappen in einer Rundtour durch den Lake District gewandert. Für die Routenplanung habe ich mich am Cicerone Wanderführer „Tour of the Lake District“ von Jim Reid orientiert. Allerdings habe ich die Originalroute unterwegs immer wieder mal mithilfe von Komoot etwas abgeändert, sodass meine Tour nicht ganz der aus dem Buch entspricht.

ALLGEMEINE INFOS ZUM WANDERN IM LAKE DISTRICT

🥾 BESTE REISEZEIT FÜR DEN LAKE DISTRICT
Die beste Reisezeit für den Lake District ist – wie eigentlich für ganz Großbritannien – in den Monaten Mai und Juni sowie September und Oktober.

🥾 UNTERKÜNFTE
Ich habe teilweise im Zelt und teilweise in Hostels/Pensionen geschlafen. Theoretisch ist die vorgeschlagene Route im Wanderführer so aufgebaut, dass sie auch ohne Zelt möglich ist. Eine tolle Möglichkeit für Übernachtungen sind die Hostels, die es in fast jedem Ort entlang der Route gibt. Dort muss man auch nicht zwingend im Schlafsaal schlafen (auch wenn das natürlich die mit Abstand günstigste Möglichkeit ist). Die Hostels können allerdings auch jenseits der Hauptsaison durch Gruppen ausgebucht sein. Vorbuchen ist empfehlenswert, wenn du kein Zelt dabei hast.

🥾 VERPFLEGUNG
In den meisten Orten entlang der Route gibt es zudem zumindest einen kleinen Dorfladen sowie einen Pub oder Café. Die Pubs verkaufen normalerweise übrigens auch Snacks wie Schokoriegel oder Chips und machen dir bestimmt auch ein Sandwich to go.

🥾 WEGFÜHRUNG UND SCHWIERIGKEITEN
Der Wanderführer unterscheidet bei manchen Etappen zwischen High-Level- und Low-Level-Routen. Während die Low-Level-Routen meist über bestehende und befestigte Wege führen, sind bei den Routen in höheren Lagen teilweise auch mehr oder weniger weglose Passagen enthalten. Hier sind gutes Orientierungsvermögen (beziehungsweise ein voller Smartphone-Akku für komoot) und Ausdauer für die Anstiege erforderlich. Grundsätzlich ist die Route kein offizieller Fernwanderweg oder ähnliches und nicht als gesondert beschildert.

🥾 WILDZELTEN IM LAKE DISTRICT
Während Wildzelten offiziell nur in Schottland und nicht in England und Wales erlaubt ist, wird es im Lake District quasi offiziell geduldet – vor allem, wenn man sich in höheren Lagen befindet und nicht gerade im Vorgarten eines Cottages sein Zelt aufschlägt. (Mehr Infos dazu: fraeulein-draussen.de/wildcampen-grossbritannien-irland )

🥾 AUSRÜSTUNGSTIPPS
Da das Terrain teilweise steil, teilweise weglos und teilweise sumpfig (oder alles zusammen) ist, solltest du auf jeden Fall Trekkingstöcke dabei haben. Zudem kann es gerade im Frühling und Herbst noch empfindlich kalt werden. Eine gute Regenhose und Regenjacke sind wie überall auf der Insel absolute Grundausstattung – unabhängig vom Wetterbericht. Ich hatte ziemliches Glück mit dem Wetter und in acht Tagen keinen einzigen Regentropfen. Auf so viel Glück solltest du dich aber definitiv nicht verlassen.

☝️ Mehr Tipps und einen ausführlicheren Bericht zur Tour gibt's in meinem Blogartikel: fraeulein-draussen.de/lake-district-trekking-bericht.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    05:55
    18,3 km
    3,1 km/h
    660 m
    740 m

    Diese Etappe ist ideal zum Einlaufen für die restliche Tour geeignet. Größtenteils über Farmland und kleine Hügel geht es zuerst bis nach Ambleside am Ende des Lake Windermere – der letzte größere Ort für die nächsten Tage – und von dort weiter ins kleine Örtchen Elterwater.

    Übernachtung & Verpflegung: Übernachtet habe ich hier in einem Einzelzimmer im Elterwater Hostel, wo man wie in fast allen Hostels in Großbritannien auch Frühstück und/oder Abendessen buchen kann. Ansonsten ist aber auch ein Pub nebenan und ein kleiner Supermarkt circa zehn Minuten zu Fuß entfernt. In diesem Supermarkt habe ich mich dann auch nochmal mit Verpflegung für drei Tage eingedeckt – etwas zu viel, wie sich später herausstellen sollte, aber ich wollte flexibel bleiben und mich nicht nach Supermärkten und deren Öffnungszeiten richten müssen.

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    05:05
    14,6 km
    2,9 km/h
    860 m
    540 m

    Der erste Gipfel der Tour! Der Wanderführer schlägt vor, von Elterwater erst nach Coniston und dann von dort über den Normalweg auf den Old Man of Coniston zu steigen. Ich bin stattdessen über Little Langdale über die Wet Side Edge zum Gipfel gelaufen. Von dort aus wieder wie im Wanderführer beschrieben meist weglos und etwas sumpfig hinunter zum Sethwaite Tarn, in dessen Nähe ich mein Zelt aufgeschlagen habe.

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  • 06:41
    22,9 km
    3,4 km/h
    480 m
    580 m

    Von meinem Übernachtungsplatz beim Sethwaite Tarn ging es weiter meist weglos über Moor- und später Farmland bis zum Hardknott Pass, einer einspurigen Passstraße, die als steilste in Großbritannien gilt.

    Die High Route führt von hier aus bis und über Scafell Pike, den mit 977 Metern höchsten Gipfel Englands, nach Wasdale Head. Leider hingen genau an diesem Vormittag dann doch mal dichte Wolken in den höheren Lagen, weshalb ich mich dazu entschieden habe, die Anstrengung nicht zu riskieren. Stattdessen bin ich der Low Route gefolgt, mit Mittagessen im überaus leckeren Woolpack Inn in Eskdale. In Eskdale Green gab es dann mit kleinem Umweg auch nochmal einen Supermarkt.

    Ein Stück nach Eskdale Green habe ich die Route wieder verlassen und bin auf einen Bridle Way in Richtung Wasdale Head abgebogen, der zum wunderschönen Burnmoor Tarn führt. Eine ziemlich gute Entscheidung, dieser Weg war definitiv eines der Highlights meiner Tour. Der Bridleway ist übrigens größtenteils ausgebaut und gut zu gehen, laut Schildern sind auch nochmal Instandhaltungsmaßnahmen geplant.

    Übernachtung: Wildzelten am Burnmoor Tarn einige Kilometer vor Wasdale Head

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    07:50
    21,7 km
    2,8 km/h
    900 m
    1 080 m

    Auf dieser Etappe waren wieder Gipfel angesagt und zwar drei an der Zahl! Great Gable ist einer der besten Aussichtspunkte im Lake District, denn er bildet quasi das Zentrum und ist auch nur rund 80 Meter niedriger als der benachbarte Scafell. Der Anstieg ist relativ steil und geröllig, aber einmal oben angekommen, ist das alles dank des Panoramas (sofern man denn eines hat) schnell vergessen. Von dort aus geht es weiter zum benachbarten, deutlich kleineren Green Gable und über weitläufige Hochebenen zum markant aussehenden Haystacks, der eigentlich nicht aus einem, sondern aus ganz vielen kleinen Gipfeln besteht.

    Von hier aus führt der Weg nur noch bergab. Anfangs musst du dafür an der ein oder anderen Stelle die Hände zur Hilfe nehmen. Unten angekommen stehst du direkt am Ufer des wunderschönen Sees Buttermere, um den du einmal halb herumlaufen musst, um zum gleichnamigen Ort zu kommen.

    Unterkunft & Verpflegung: Übernachtung im YHA Buttermere, wo es auch Frühstück und Abendessen (und Pizza!) gibt. Pubs findest du im Ort, aber keinen Supermarkt.

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    05:11
    16,1 km
    3,1 km/h
    480 m
    520 m

    Von Buttermere aus wandert man durch ein ziemlich einsames, stetig ansteigendes Tal bis zum Rigg Beck, von wo aus wieder abgestiegen wird. Diesen Abschnitt fand ich wunderschön. Später folgt man kleineren Straßen und dem Cumbria Way bis Portinscale und Keswick, dem ersten größeren Ort seit Ambleside.

    Übernachtung & Verpflegung: In Keswick gibt es jede Menge Auswahl, was Übernachtung und Verpflegung angeht. Zudem reiht sich hier in der Fußgängerzone ein Outdoor-Laden an den nächsten.

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    05:26
    17,9 km
    3,3 km/h
    570 m
    400 m

    Von Keswick aus müsste man eigentlich einige Kilometer auf dem Weg vom Vortag zurücklaufen. Ich habe das umgangen und bin für ein paar Pfund mit der Fähre von Keswick zur Haltestelle Hawse End am Westufer des Derwent Water gefahren (morgens gibt es eine extra Fähre für Wanderer, die ohne Umweg dorthin fährt. Hier findest du den Zeitplan für die Fähren: keswick-launch.co.uk/cruises/times ).

    Von dort aus ging es weiter am See entlang Richtung Süden und auf relativ ebenen und einfachen Wegen bis ins kleine Örtchen Rosthwaite. Etwas nach Rosthwaithe geht es stetig aufwärts bis auf den Sattel Greenup Edge. Hier führt übrigens auch die Coast to Coast-Wanderung (komoot.com/collection/888237/hike-the-width-of-england-in-13-stages-coast-to-coast) entlang und ich habe unterwegs gleich mehrere Fernwanderer getroffen. Ab dem Sattel geht es nur noch bergab bis in den Ort Grasmere.

    Unterkunft & Verpflegung: Ich habe während des Abstiegs von der Greenup Edge mein Zelt aufgeschlagen. In Grasmere gibt es aber auch einige Unterkünfte sowie Cafés und Geschäfte.

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    05:29
    17,7 km
    3,2 km/h
    550 m
    610 m

    Die High Route und die Low Route verlaufen an diesem Tag sehr ähnlich, nur das die High Route den Gipfel von Helvellyn, dem dritthöchsten Berg im Lake District mitnimmt und die Low Route am Berg vorbeiführt. Ich habe mich während des Aufstiegs zum Grisdale Tarn – dem Punkt, an dem man sich für eine Route entscheiden muss – nicht sonderlich fit gefühlt und mich daher für die einfachere Variante entschieden. Die Gegend rund um Helvellyn ist aber wunderschön und der (mitunter ziemlich steil aussehende) Aufstieg lohnt sich bestimmt. Ich hab es dafür ziemlich genossen, einfach mal in Ruhe und auf ausgebauten Wegen vor mich hin zu wandern und ausgiebige Pausen zu machen.

    Unterkunft & Verpflegung: Übernachtung im YHA Buttermere mit Verpflegung. Im Dorf gibt es auch einen Pub und einen kleinen Laden.

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    07:15
    22,6 km
    3,1 km/h
    790 m
    810 m

    Die High Route von Patterdale zurück zum Ausgangspunkt ist ein würdiger Abschluss der Tour, der es aber auch nochmal ordentlich in sich hat. Entlang von Bergrücken geht es langsam, aber stetig steigend mit einigen Gegenanstiegen bis auf 800 Meter hoch und von dort streckenweise ziemlich schnell und steil wieder abwärts.

    Wenn du noch mehr Höhenmeter sammeln willst, kannst du nach Thronthwaite Crag auf dem Grat weiter über den Gipfel von Ill Bell wandern. Ich habe kurz darüber nachgedacht – dann hat sich die Erschöpfung, bedingt durch die letzten sieben Wandertage, aber doch dagegen entschieden. Zumal es von dort doch noch ein ziemlich langer, aber einfacher Weg bis zurück nach Windermere, dem Start- und Endpunkt der Tour, ist.

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Collection Statistik

  • Touren
    8
  • Distanz
    152 km
  • Zeit
    48:52 Std
  • Höhenmeter
    5 280 m

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