Sebastian Gliem

3 Tage Bikepacking-Adventure – Wälder, Seen und Gravelfun in der Nordeifel

Sven

3 Tage Bikepacking-Adventure – Wälder, Seen und Gravelfun in der Nordeifel

Fahrrad-Collection von Sebastian Gliem

Du hast Lust, mit deinen Freunden mal wieder ein paar Tage auf Erkundungstour mit euren Bikes zu gehen, weißt aber noch nicht, wo? Ihr mögt es, in weite Wälder einzutauchen, das Plätschern der Bäche zu hören und ansonsten nur das Knirschen des Kies unter euren Reifen? Dann packt eure Satteltaschen voll, nehmt euer Gravel- oder Mountainbike und ab geht es in die Eifel zu eurem nächsten Bikepacking-Abenteuer!

Ich selbst habe bei meinen Trips großen Spaß daran, die Grenzen meines Bikes auszuloten und neue Strecken, Trails und Aussichten zu genießen. Dies alles habe ich in ein dreitägiges Bikepacking-Abenteuer in der Nordeifel und den Ardennen gepackt – pack also schon mal die Taschen und fahr mir nach!

Die drei Etappen führen dich über einen knapp 240 Kilometer langen Rundkurs von Aachen aus durch waldreiche Gebiete und entlang einiger Seen bzw. Staubecken. Hiervon findest du in der Eifel einige, die schönsten und bekanntesten besuchst du bei deinem Ausflug.

Als Start und Ziel des Abenteuers habe ich den Hauptbahnhof in Aachen gewählt, da du per Bahn anreisen kannst und den Trip nicht mit der Suche nach einem Parkplatz starten musst und vor oder nach der Runde noch ein wenig Sightseeing in der Kaiserstadt anschließen kannst. Aachen ist auch die einzig größere Stadt des gesamten Trips, du bist also meistens entfernt von der Zivilisation unterwegs.

Der erste Tag führt dich von Aachen über Kornelimünster und die Wehebachtalsperre nach Heimbach an der Rurtalsperre. Dabei durchquerst du mit dem Hürtgenwald auch eine geschichtsträchtige Landschaft. Am zweiten Tag sind unter anderem die Urftmündung und die Urfttalsperre Zwischenziele auf dem Weg nach Ligneuville in den belgischen Ardennen. Der letzte Tag auf dem Weg nach Aachen bietet dir viele Kilometer durch das Naturschutzgebiet Hohes Venn, eine beeindruckende Hochfläche der östlichen Ardennen. In Aachen liegt dein Ziel wieder am Hauptbahnhof - solltest du es bei deinem Start der Tour noch nicht gemacht haben, empfehle ich dir auch den Aachener Sehenswürdigkeiten einen Besuch abzustatten und dich für die Heimfahrt mit leckeren Printen einzudecken.

Für diesen Trip ist eine gewisse körperliche Fitness von Vorteil, zudem schadet es auch nicht, wenn du dein Rad beherrschst, da es schon mal ruppig werden kann. Wie gesagt, Trails wirst du auf der Tour durchaus finden, diese sind aber mit ordentlicher Technik beherrschbar. Das heißt, die Trails sind vor allem flowig, selten wurzelig und großteils S0 auf der Singletrail-Skala. Wenn du dir nicht vorstellen kannst, Trails oder technische Passagen mit dem Gravelbike zu fahren, aber noch ein Mountainbike hast, kannst du das natürlich auch nehmen. Einige Anstiege stehen auch auf dem Programm, je weniger Gepäck du mitnimmst, desto besser. In Heimbach und Ligneuville gibt es Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels oder Pensionen, wenn du aber lieber zelten möchtest, findest du an der Rur bei Heimbach sowie am Bütgenbacher See vor Ligneuville Campingplätze.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    05:57
    80,8 km
    13,6 km/h
    1 170 m
    1 140 m
    Schwere Gravel-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Bereits die erste Etappe deines Trips durch die Eifel und Ardennen hat es in sich. Insgesamt warten knapp 80 Kilometer und 1.100 Höhenmeter darauf, von dir bezwungen zu werden. Und natürlich auch jede Menge Spaß!

    Du startest direkt am Aachener Hauptbahnhof, den du per Zug hervorragend erreichst. Auf den ersten drei Kilometern fährst du natürlich durch die Stadt, aber sobald du Aachen-Beverau hinter dir hast, begrüßt dich schon die Natur. Zum Aufwärmen geht es nicht direkt in schweres Gelände, sondern auf Asphalt und dem herrlichen Vennbahn-Radweg in Richtung Kornelimünster. In Kornelimünster ist es zwar eigentlich noch zu früh für eine erste Pause, aber ein bisschen Zeit solltest du schon im Ort verbringen. Besonders die Gegend um die gotische Kirche St. Kornelius ist wirklich sehenswert. Ebenso ist die an der Inde gelegene Altstadt sehr charmant. Übrigens beginnt der Eifelsteig in Kornelimünster und führt über 313 Kilometer bis nach Trier.

    Das nächste große Ziel ist die Wehebachtalsperre. Du folgst weiter einem Teil des Vennbahnradwegs, aber bald darauf wird es schon langsam rauher. Unterwegs triffst du auf die ersten technischeren Trails, mit etwas Übung auf dem Bike sollten die aber kein Problem darstellen. Der See ist übrigens kein Badesee, aber ein prima Ort für eine Rast mit herrlicher Aussicht an der Staumauer.

    Nach dem Rendezvous mit der Talsperre erklimmst du den nächsten Anstieg im Wald, aber ab Großhau darfst du es für einige Kilometer über einen Schotterweg schön rollen lassen, bis du am Fuße der Abfahrt den südlichen Ausläufer der Talsperre überquerst. Eifelwälder und kleine Bäche sind nun dein Begleiter entlang der Trails und Gravelstrecken, bis du Hürtgen erreichst - alles bergauf! Wieder kannst du dich auf eine schöne, lange Abfahrt freuen, gespickt mit Schotter- und Trailpassagen.

    Und dann steht er vor dir, der letzte Anstieg des Tages bis Schmidt. Hier hast du Glück, große Teile des Weges sind asphaltiert oder zumindest fest, ein paar gröbere Stellen sind aber auch wieder dabei - du willst dir die darauffolgende Abfahrt zum Rursee ja auch redlich verdienen! Die Abfahrt auf Nebenstraßen und Trails hat es in sich, macht aber riesigen Spaß. Unten angekommen, hast du das Ziel Heimbach auch fast schon erreicht, aber vorher umrundest du noch einen Teil des Rursees, des letzten Gewässers für den ersten Tag. Der Rurstausee ist nach dem Bleilochstausee in Thüringen der zweitgrößte Stausee in Deutschland und wird vielfältig genutzt: Zur Stromerzeugung, als Trinkwasserspender, zur Wasserstandsregulierung und für den Tourismus, inklusive Wassersport. Dein Blick wird also keinen "leeren" See treffen, sondern auch das eine oder andere Boot.

    Und dann hast du es auch schon geschafft, einmal noch durch Hasenfeld und schon erreichst du das heutige Ziel, den touristisch sehr beliebten Ort Heimbach.

    Schwer
    07:37
    92,5 km
    12,1 km/h
    1 370 m
    1 240 m
    Schwere Gravel-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Die zweite Etappe deines dreitägigen Eifel-Adventures hat es in sich. Dich erwarten zwischen Heimbach und Ligneuville knappe 90 Kilometer mit 1.300 Höhenmetern. Das klingt schon fast nach einer Alpencross-Etappe, aber du bist weiterhin in der Eifel und den östlichen Ausläufern der Ardennen.

    Bevor du in die Etappe startest, solltest du aber erst einmal kurz die Burg Hengebach besuchen und den herrlichen Blick über die Eifel und Rur genießen. Dann schnappst du dir dein Rad und machst dich auf in Richtung Rursee. Leicht bergauf und wieder durch Hasenfeld erreichst du ihn nach wenigen Kilometern und folgst seinem Ufer (mal nah, mal weniger). Nach ungefähr 25 Kilometern erreichst du Einruhr und verlässt du den See endgültig. Nun lohnt es sich, deine Flaschen und Energiereserven noch einmal auftanken, denn der längste Anstieg des Tages liegt vor dir. Und dieser macht einfach Spaß, denn du befindest dich nun mitten in der Eifel, umgeben von Wäldern und kleinen Bächen und schönen Uphill-Singletrails, die dich fast vergessen lassen, dass du über zehn Kilometer lang eigentlich nur bergauf fährst. Es ist einfach zu schön, fernab der Zivilisation und dem teilweise bunten Treiben am Rande des Rursee in diese "Wildnis" einzutauchen.

    Das nächste Ziel ist wieder ein Stausee, diesmal die Oleftalsperre, die von dem kleinen Fluss Olef gespeist wird. Bei der Umrundung des Sees kannst du dich mit schönen Ausblicken und entspanntem Radeln auf dem Radweg etwas erholen, bevor du wieder kräftiger in die Pedale treten darfst und wieder die dichten Eifelwälder erreichst. Was du aber nicht merken wirst: Du überquerst irgendwann die Grenze zu Belgien und erreichst die östlichen Ardennenausläufer. Zwar hast du da bereits die meisten Höhenmeter hinter dir, aber die belgischen Ardennen zeigen dir dennoch ab und an ihre Zähne, und zwar ihre Haifischzähne. So kann man die Abfolge von Anstieg und Abfahrt bezeichnen, die einen in den Ardennen immer wieder fordert.

    Langsam wirst du auch merken, wie sich die Natur ändert, die Wälder ziehen sich zurück und weitläufige Wiesen- und Feldflächen schließen sich an. Bis du zu deinem letzten Gewässer des heutigen Tages kommst, dem idyllischen Bütgenbacher See. Wenn du magst, kannst du den gesamten See umrunden, denn diese Talsperre ist wirklich schön angelegt und bietet auch eine Möglichkeit zum Baden. Der Trail um den See ist eine Wucht und lässt Gravelerherzen höher schlagen.

    Nun hast du noch knappe 20 Kilometer vor dir, die du schön zum Ausrollen nutzen kannst, unter anderem triffst du wieder auf den Vennbahnradweg. Ziel der Etappe ist Ligneuville, früher unter dem Namen Engelsdorf bekannt. Der Ort gehört zu Malmedy und wenn du magst, kannst du die letzte Etappe abkürzen, indem du bis nach Malmedy fährst, wo du morgen sowieso entlangkämst. Doch nach 90 Kilometern und vielen wunderschönen Eindrücken darf auch mal Schluss sein!

  • Entdecke Orte, die du lieben wirst!

    Hol dir jetzt komoot und erhalte Empfehlungen für die besten Singletrails, Gipfel & viele andere spannende Orte.

  • Schwer
    05:24
    69,5 km
    12,9 km/h
    840 m
    1 010 m
    Schwere Gravel-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Der letzte Tag deines Eifel-Abenteuers führt dich geradewegs nach Norden mit dem Ziel Aachen. An diesem Tag hast du mehr Tiefen- als Höhenmeter vor dir und auch nur noch knappe 70 Kilometer, also für den letzten Tag noch einmal etwas Entspannung für die Beine!

    Aber erst einmal heißt es warm werden, daher führt dich dein Weg erst einmal bergauf in Richtung Malmedy und du wirst doch froh sein, am Vortag schon in Ligneuville den Tag beendet zu haben. In Malmedy kannst du ruhig ein Stündchen investieren und dir ein paar Sehenswürdigkeiten des Städtchens ansehen, aber vergiss nicht: Heute möchtest du dem Hochplateau Hohes Venn einen Besuch abstatten. Und Hochplateau bedeutet: Du darfst wieder ein paar Höhenmeter genießen, diesmal nicht steil, sondern lange und moderat. Beobachte dabei doch, wie sich die Natur ändert! Entlang des Baches Wache mit einigen Überquerungen über Stock und Stein bist du wieder voll und ganz im Gravelmodus! Du befindest dich übrigens in unmittelbarer Nähe des Signal de Botrange, dem höchsten Punkt Belgiens, und das heißt: du bist im Hohen Venn angekommen.

    Das Hohe Venn ist eine Hochfläche mit Mooren und du wirst die raue Luft spüren, die dir vermutlich ins Gesicht wehen wird. Möglicherweise wird dich auch Nebel überraschen und teilweise wirst du glauben, eine Tour durch Schottland zu unternehmen.

    Langsam darfst du auch wieder rollen lassen, denn der Weg in Richtung Eupen und der Talsperre Eupen im deutschsprachigen Teil Belgiens ist flach bis abschüssig. Nun ist auch der abenteuerliche Teil deiner Tour langsam vorüber und du rollst auf Nebenstraßen weiter in Richtung Aachen. Und was gehört zu einer richtigen Radtour dazu? Natürlich ein leckeres Eis! Das wohl beste Aachener Eis bekommst du im Oecher Eis-Treff, genießen kannst du es dann direkt im Park nebenan. Und dann solltest du dir noch eine Aachener Spezialität gönnen: Printen! Die kannst du dann im Zug auf dem Heimweg verschlingen, während du an die Erlebnisse der letzten drei Tage zurückdenkst.

Dir gefällt diese Collection?

Kommentare

    loading

Collection Statistik

  • Touren
    3
  • Distanz
    243 km
  • Zeit
    18:58 Std
  • Höhenmeter
    3 390 m

Dir gefällt vielleicht auch

Kurztrip – Fahrradtour durch die Eifel
Fahrrad-Collection von
komoot
400 Kilometer Flow Trails im Engadin
Mountainbike-Collection von
Engadin St. Moritz
Vom Wattenmeer zum Kasteel Vorden – Pieterpad Teil 1
Wander-Collection von
Pauline van der Waal
Sebastian Gliem

3 Tage Bikepacking-Adventure – Wälder, Seen und Gravelfun in der Nordeifel