Jesko von Werthern

Kulturgeschichte am Fluss – Der Kyll-Radweg

Singharaja Garden - Alli

Kulturgeschichte am Fluss – Der Kyll-Radweg

Fahrrad-Collection von Jesko von Werthern
2-3 Tage
2-3 Std / Tag
122 km
1 070 m
1 550 m

Wer Wasser in all seinen Formen schätzt, kommt hier auf seine Kosten: Quellen, einen mächtigen Stausee und sogar einen waschechten Wasserfall findest du am Kyll-Radweg. In Gerolstein fließt das bekannte Mineralwasser direkt aus dem Fels in deine Trinkflasche. Aber nicht nur die Schönheit der Natur und die Faszination des Wassers lockt ins Kylltal, auch einige historische Highlights wie Burgen, Klöster und andere Spuren vergangener Zeiten gibt es hier zu entdecken. Wusstest du zum Beispiel, dass Karl der Große im Kylltal geboren worden sein soll? Und dass es hier Wölfe und Adler gibt? Auf dem Kyll-Radweg gibt es so einiges zu entdecken.

Die Kyll schlängelt sich in vielen Schleifen von der belgischen Grenze bis nach Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, von Nord nach Süd durch die wunderschöne Eifel. Dabei fließt sie vorbei an einigen imposanten Burgen und Klostern, durch kleine Dörfer und mündet schließlich in Trier in die mächtige Mosel. Unterwegs erwarten dich unvergessliche Eindrücke ursprünglicher Natur in diesem abgeschiedenen, tief eingeschnittenen Tal.

Die Strecke ist beinahe durchgehend asphaltiert, die restlichen kurzen Stücke verlaufen auf befestigten Wegen. Auch durch zwei Eisenbahntunnel geht es. Ich habe sie in 3 Etappen aufgeteilt, so sind die Distanzen auch im eher gemütlichen Touristen-Modus oder für Familien gut machbar. Wenn du es sportlicher magst, kannst du die Strecke natürlich auch in 2 Tagen oder sogar am Stück bewältigen. Es gibt wenige Anstiege, das einzige wirkliche Hindernis ist dabei der steile Kyllberg auf Etappe 2.

Das Kylltal ist zwar immer noch ein Geheimtipp und alles andere als touristisch, doch die Zivilisation ist nie weit entfernt. Unterwegs kommst du immer wieder durch Orte mit Hotels und Pensionen, auch Cafés und Restaurants finden sich am Weg.

Zum Startpunkt in Losheim gelangst du beispielsweise über den nahen Vennquerbahn-Radweg oder per ÖPNV. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Dahlem im Kreis Euskirchen.

Von Gerolstein bis zum Ziel in Trier radelst du immer entlang der Bahnstrecke von Köln nach Trier. Hier rollt der sogenannte Eifel-Express im Stundentakt. Sollte dir die Zeit oder die Energie ausgehen, ist ein rettender Bahnhof also nie sehr weit entfernt. In Trier kannst du auf dem Mosel-Radweg in Richtung Koblenz oder in die andere Richtung nach Frankreich weiterfahren. Natürlich fahren hier auch Züge ab, zum Beispiel nach Köln. Du hast die Wahl.

Alles in allem eine besondere Tour durch die vielfältigen Landschaftsräume der Eifel, die es sich zu erfahren lohnt.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Mittelschwer
    02:19
    41,0 km
    17,7 km/h
    220 m
    460 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Losheim liegt direkt an der belgisch-deutschen Grenze. Die Kyll entspringt in unmittelbarer Nähe. Tatsächlich sind es gleich drei verschiedene Quellbäche, die sich hier zur Kyll vereinigen, wo deine magische Reise durch die Eifel beginnt. Es geht hauptsächlich bergab, gibt aber auch immer wieder kurze Anstiege zu bewältigen.

    Noch im Grenzgebiet gibt es Spuren des Zweiten Weltkrieges zu besichtigen. Die Höckerlinie des Westwalls stellte damals ein Hindernis dar. Wie gut, dass diese Zustände weit in der Vergangenheit liegen und Frieden in Europa herrscht.

    Die erste von vielen Burgen entlang deiner Tour steht in Kronenburg. Vom Ufer des Stausees hast du einen guten Blick auf die Burg und die Altstadt.

    In Jünkerath errichteten bereits die alten Römer ein Kastell. Heute erinnert das hiesige Eisenmuseum an die 300-jährige Geschichte der Gießerei. Zwischen den Dörfern und Orten am Weg tauchst du immer wieder in die bezaubernde Natur der Nordeifel ein und kannst die Ruhe so richtig genießen.

    Kurz vor Gerolstein befindest du dich bereits in der Vulkaneifel. Hier gibt es Adler und Wölfe. Und zwar auf der Kasselburg mit ihrem Wildpark. Sie kann besichtigt werden und es gibt Flugschauen sowie die Fütterung der Wölfe zu sehen.

    Die Etappe endet kurz darauf in Gerolstein, dem Ursprungsort des berühmten Mineralwassers. Hier warten viele Übernachtungsmöglichkeiten und Cafés auf müde und hungrige Reisende. Es gibt auch einen Bahnhof an der Linie Trier – Köln. Die nächsten zwei Etappen verlaufen stets in unmittelbarer Nähe dieser Linie, sodass du regelmäßig an Bahnhöfen vorbeikommen wirst.

    Mittelschwer
    02:32
    41,7 km
    16,5 km/h
    420 m
    590 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Bevor du das mondäne Gerolstein hinter dir lässt, kannst du noch deine Wasserflaschen an der Helenenquelle auffüllen. Mineralwasser direkt aus dem Fels, frischer geht es nun wirklich nicht. Die Kyll führt dich aus dem Ort hinaus auf die zweite Etappe. Links und rechts liegen beeindruckende Hänge, die das Tal einrahmen und im Sommer Schatten spenden. Der Radweg ist hier durchgehend sehr gut asphaltiert.

    Solltest du Ersatzteile oder Reparaturen am Fahrrad benötigen, kann ich dir Bikesport Clemens in Birresborn empfehlen. Das Fachgeschäft liegt direkt am Weg und der freundliche Besitzer hat auch mir schon einmal aus der Patsche geholfen.

    Oberhalb von Mürlenbach liegt die sagenumwobene Bertradaburg. Die namensgebende Bertrada war die Mutter Karls des Großen, der hier im 8. Jahrhundert geboren worden sein soll. Du befindest dich hier im geografischen Zentrum des damaligen merowingischen Frankenreichs.

    Nur wenige Kilometer weiter erwartet dich mit dem Kloster Sankt Thomas eine weitere Sehenswürdigkeit mit altehrwürdiger Geschichte.

    Die Fahrt durch den Dechentunnel ist ein Erlebnis anderer Art. Der Radweg teilt den Tunnel mit der Bahnlinie, nur durch einen Zaun voneinander getrennt. Am anderen Ende des Tunnels liegt der beschauliche Ort Kyllburg.

    Kyllburg liegt an einer von vielen beeindruckenden Flussschleifen. Die Bahnlinie verschwindet wieder in einem Tunnel, doch auf Radfahrer wartet diesmal eine sportliche Herausforderung. Es ist also eine gute Idee, sich in Kyllburg zu stärken und vielleicht ein bisschen auszuruhen. Gleich mehrere Schleifen des Flusses werden über einen Höhenrücken abgekürzt. Der sogenannte Kyllberg ist der schwerste Anstieg der gesamten Route. Die Steigungsprozente liegen durchweg im oberen einstelligen Bereich. Doch wie jede Steigung wartet auch diese mit einer Belohnung auf: Oben gibt es eine Pausenbank mit herrlicher Aussicht und, nicht zu vergessen, eine Abfahrt zurück an den Fluss bei Erdorf.

    Mitten in Hüttingen gibt es dann ein wirklich ungewöhnliches Schauspiel zu bestaunen. Der auf die Kyll zuströmende Dorfbach bildet hier mitten im Ort an der Kirche einen wunderschönen Wasserfall.

    Immer an den Bahnschienen entlang geht es nun wellig auf das nächste Etappenziel in Philippsheim zu. In diesem kleinen Ort gibt es nur eine Übernachtungsmöglichkeit. Wenn du hier unterkommen willst, ist es also keine schlechte Idee, im Vorfeld zu buchen. Ansonsten gibt es wenige Kilometer weiter mehrere Optionen in Speicher.

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  • Mittelschwer
    02:35
    39,4 km
    15,2 km/h
    430 m
    500 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Du verlässt Philippsheim und befindest dich gleich wieder im Grünen. Die Kyll beschreibt hier auf ihrem Weg nach Trier weite Schleifen durch die Landschaft.
    Auf der letzten Etappe trumpft der Kyll-Radweg nochmal mit Naturerlebnissen und Highlights auf.

    Der alte Bahnhof in Speicher wurde aus dem typischen Eifeler Sandstein erbaut und ist immer eine Pause wert. Generell ist es nicht schwierig, hier gute Pausenorte zu finden.

    Die nächste Burg, die ins Blickfeld kommt, ist die Ruine Ramstein. Sie kann nach Anmeldung besichtigt werden. Dort findet sich auch ein Hotel mit angeschlossenem Restaurant.

    Kurz vor der Mündung in die Mosel besteht momentan (Stand Februar 2021) bis Ende 2021 eine Streckensperrung zwischen Kordel und Trier-Ehrang. Daher enthält die Tour an dieser Stelle einen Off-Grid-Abschnitt. Es kann aber auf die Straße am anderen Ufer ausgewichen werden. Außerdem fährt von April bis Oktober ein Shuttle-Bus zwischen den beiden Bahnhöfen.

    Wie auch immer du dich entscheidest, bei Pfalzel erreichst du schließlich die Mündung der Kyll in die Mosel. Doch die Tour endet hier noch nicht. Du folgst der Mosel noch ein Stück und kannst bereits am anderen Ufer die mächtige Stadt Trier bewundern.

    Die älteste Brücke Deutschlands, die Römerbrücke, bringt dich schließlich hinüber in die Stadt. Dort endet deine Reise auf dem Kyll-Radweg. Die Entdeckungen müssen hier aber noch nicht vorbei sein, im Gegenteil. In Trier gibt es eine ganze Menge zu erleben und zu besichtigen. Es wäre wirklich schade, direkt in den Zug zu steigen oder weiter zu radeln, bevor du nicht die berühmte Altstadt um die Porta Nigra herum angesehen hast.

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Collection Statistik

  • Touren
    3
  • Distanz
    122 km
  • Zeit
    07:26 Std
  • Höhenmeter
    1 070 m1 550 m

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Jesko von Werthern

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