SG

Der Nahe-Hunsrück-Mosel-Radweg – Vom Rhein an die Mosel

Franzl

Der Nahe-Hunsrück-Mosel-Radweg – Vom Rhein an die Mosel

Fahrrad-Collection von SG
3-4 Tage
3-4 Std / Tag
217 km
1 790 m
1 750 m

Die vier Tage und knapp 220 Kilometer in meiner Version mit zusätzlichen Sightseeing-Schulterblicken von Bingen am Rhein bis nach Trier an der Mosel über den Hunsrück können kaum gegensätzlicher sein. Vom gemütlichen Bingen am Rhein über die idyllische Nahe und den rauen Hunsrück führt dich dein Weg an die quirlige Mosel und zum Schluss in die älteste Stadt Deutschlands, nach Trier.

Die vier Tage von Bingen nach Trier kannst du mit einem normalen Tourenrad fahren, denn die Route verläuft hauptsächlich auf Radwegen oder im Hunsrück auf Wirtschaftswegen. Unterwegs hast du in allen Etappenorten kein Problem, eine Übernachtungsmöglichkeit sowie Restaurants zu finden, aber natürlich lohnt es sich, vorher zu buchen – besonders an der Mosel und in Trier ist das zur touristischen Hochsaison eine gute Idee. Dafür sind alle Radwege, auf denen du fährst, hervorragend ausgeschildert und gepflegt. Die ideale Zeit für deinen Trip ist übrigens, wenn die Weinberge saftig grün sind und die Trauben reif, auch zur Weinernte oder im goldenen Oktober macht die Radreise viel Spaß.

Ich habe die Etappen entgegen der beworbenen Route leicht angepasst, da ich diese Einteilung für besser halte. So endet die erste Etappe nicht in Fischbach, sondern in Kirn – ganz einfach deshalb, weil du in Kirn abends mehr "erleben", Restaurants finden und auch einfacher eine Pension oder ein Zimmer buchen kannst. Dafür habe ich auf der zweiten Etappe einen spannenden Abstecher zum Nachbau einer keltischen Siedlung eingebaut und am dritten Tag einen Besuch des Weinortes Piesport. Am vierten und letzten Tag habe ich dir in die Etappenbeschreibung Tipps für einen Rundgang durch Trier gegeben, denn als ehemaliger Trierer möchte ich dir unbedingt die sehenswertesten Highlights zeigen. Ich empfehle aber, einen weiteren Tag in Trier anzuhängen – einfach, weil ein Tag in Trier nach einer Radtour nicht ausreicht, um einen Überblick über die älteste Stadt Deutschlands und ihre römische Geschichte zu bekommen. Überleg es dir, es lohnt sich!

Sowohl den Startort Bingen als auch Trier sind natürlich sehr gut an die Bahn angeschlossen, auch Kirn kannst du per Zug erreichen, falls du nur drei Etappen fahren möchtest. Morbach ist per Bus erreichbar, in Neumagen-Dhron hält sogar ein Bus mit Radmitnahmemöglichkeit.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Mittelschwer
    04:00
    61,1 km
    15,3 km/h
    350 m
    250 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Am besten startest du die erste Etappe auf dem Nahe-Hunsrück-Mosel-Radweg direkt am Hauptbahnhof Bingen. Du erreichst den Bahnhof aus verschiedenen Himmelsrichtungen und idealerweise startet der Nahe-Radweg auch genau hier. Wenn du schon in Bingen übernachtet hast, empfehle ich dir dennoch einen Umweg in Richtung Hauptbahnhof, denn in unmittelbarer Nähe befindet sich die Nahemündung und ein schöner Blick über den Rhein auf die Ruine Ehrenfels und den Mäuseturm.

    Direkt an der Mündung der Nahe in den Rhein kannst du deinen Trip auf dem richtig schönen Nahe-Radweg beginnen. Du musst nur einmal die Brücke überqueren und schon kann es losgehen. Der Radweg ist bestens ausgeschildert und nur selten musst du dir die Straße mit Autos teilen – der Hauptteil der Route verläuft auf Fahrrad- und Wirtschaftswegen.

    Du verlässt nach wenigen Minuten Bingen und streifst Dietersheim, wobei dich der Radweg flach durch die Felder führt. Genau richtig zum warm werden und einrollen! Bei Gensingen überquerst du die Nahe und erreichst Bretzenheim. Dort kannst du ruhig ein wenig durch den Ort fahren und einen Blick auf den Wasserturm oder den Brunnen in der Ortsmitte werfen, bevor du dich auf den Weg in Richtung Bad Kreuznach machst.

    Die Kurstadt an der Nahe erreichst du dann auch ziemlich bald. Die Stadt bietet sich für eine erste längere Pause an. Wenn du magst, kannst du dir die Brückenhäuser auf einer Nahebrücke ansehen und ein Eis auf dem schönen Kornmarkt genießen. Anschließend fährst du auf dem Nahe-Radweg im sehr idyllischen Nahetal weiter in Richtung Bad Münster am Stein-Ebernburg und erblickst auf der gegenüberliegenden Seite der Nahe die Felsformation Rheingrafenstein und die gleichnamige Burgruine. Diese kannst du auch aus dem kleinen Kurpark begutachten, falls du noch eine kurze Picknickpause einlegen magst. Ansonsten serviert dir der weitere Verlauf ein weiteres Highlight – den Rotenfels kurz hinter der Ortsausfahrt von Bad Münster am Stein-Ebernburg. Der Rotenfels ist die größte Felswand zwischen Skandinavien und den Alpen und ein El Dorado für Kletterer sowie Lebensraum vieler Tiere. Vielleicht setzt du dich für ein paar Minuten auf eine Bank und beobachtest den Rotenfels, du wirst sicher etwas entdecken!

    Beim weiteren Verlauf in Richtung Kirn lohnt es sich immer wieder, einen Blick auf die steilen Hänge des Nahetals zu werfen, die dich auch beim wiederholten Blick noch faszinieren werden. Kurz vor Bad Sobernheim wird es dann zur Abwechslung mal etwas steiler, dafür radelst du nun zwischen den Weinreben hindurch nach oben in die Weinlage Hermannshöhe. Endlich siehst du die Nahe auch einmal von oben, ein toller, idyllischer Anblick! Du bist aber auch direkt wieder im Tal und fährst ein paar Kilometer etwas entfernt von der Nahe in Richtung Tagesziel Kirn.

    Eigentlich wird Fischbach für diese Etappe als Zielort geführt, doch ich empfehle einen früheren Stopp in Kirn. Einerseits hast du unterwegs vermutlich viel Zeit in Bad Kreuznach und den vielen Aussichtsstellen verbracht und bist froh, nicht zu spät anzukommen. Andererseits ist die Möglichkeit, in Kirn zu übernachten und ein Restaurant zu finden deutlich höher, so zum Beispiel in der Altstadt am Hahnenbach. Natürlich kannst du auch bis Fischbach weiterradeln, mein Ziel wäre jedoch Kirn.

    von
    SG
    Schwer
    04:35
    63,8 km
    13,9 km/h
    880 m
    630 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Ich hoffe, du hast dich gut ausgeruht und ausreichend gefrühstückt, denn heute geht es im Gegensatz zum ersten Tag etwas mehr bergauf. Du verlässt nämlich nach einigen letzten Nahe-Kilometern deinen bisherigen Begleiter und machst dich auf in die "Berge" – der Hunsrück ruft!

    Ziel deiner heutigen Etappe ist Morbach im Hunsrück, aber zuerst hast du noch ein paar Kilometer Fahrt auf dem Nahe-Radweg vor dir. Und zwar bis nach Fischbach, wo du auf den Nahe-Hunsrück-Mosel-Radweg wechselst. Kurz hinter Fischbach – du befindest dich schon im Anstieg in Richtung Hunsrückhöhen – erreichst du im Hosenbachtal ein sehr interessantes Zwischenziel, das Kupferbergwerk Fischbach. Du kannst dir ruhig etwas Zeit nehmen, um das Besucherbergwerk zu besichtigen, es lohnt sich!

    Anschließend setzt du den Anstieg in Richtung Niederhosenbach und Breitenthal fort und merkst, wie sich die Landschaft nach und nach verändert. Es wird rauer, die lieblich anmutende Natur entlang der Nahe ist Vergangenheit. Du durchquerst dichte Wälder, weitläufige Hochflächen und wirst immer wieder die Gelegenheit haben, tolle Fernblicke zu genießen. Bis Bundenbach fährst du im Grunde immer entweder bergauf oder bergab. Auch der Abstecher zur Keltensiedlung Altburg bedeutet einen kleinen Anstieg, der ist es aber definitiv wert! In der Region gibt es viel keltische Hinterlassenschaften wie Teile des Ringwalls, aber eben auch ausgegrabene Siedlungen. Eine davon befindet sich hier und wurde liebevoll aufgebaut sowie in ein Freilichtmuseum integriert.

    Wenn du anschließend wieder auf den Radweg zurückgekehrt bist, darfst du es ein wenig rollen lassen, bis du in Rhaunen ankommst. Danach geht es wieder bergauf, aber die meisten Höhenmeter liegen schon hinter dir (und die kommenden beiden Tage halten sich auch wieder deutlich zurück). Bis zu deinem Ziel in Morbach hast du dann hauptsächlich Wälder, Felder und Wiesen um dich herum sowie einen Halt bei der Burgruine Baldenau. Diese Wasserburg liegt wunderschön in einem gefüllten Wassergraben, den beeindruckenden Burgturm kannst du schon von Weitem sehen. Entlang der Dhron, die dich seit Hinzerath begleitet, erreichst du dann auch bald Morbach, wo du auf den Hunsrück-Radweg, aber auch auf dein Nachtquartier triffst. Du hast es dir verdient!

    von
    SG
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  • Mittelschwer
    02:50
    44,0 km
    15,5 km/h
    290 m
    600 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Nach der gestrigen Etappe mit einigen Anstiegen kannst du es heute deutlich entspannter angehen lassen, denn das heutige Tagesziel liegt unten an der Mosel – und da du dich "oben" im Nationalpark Hunsrück-Hochwald befindest, bedeutet das: es geht abwärts!

    Doch nur, wenn du wirklich willst! Solltest du Lust verspüren, den höchsten Punkt des Hunsrück zu erklimmen, dann nimm erst einmal den Hunsrück-Radweg und fahre zum Erbeskopf. Damit verlängerst du deine Tour zwar um knappe 30 Kilometer, aber du wirst dich mit dem besten Blick des Hunsrücks belohnen und dann schmeckt auch der Kuchen im Bauernhofcafé Hunolsteiner Hof noch besser als er sowieso schmeckt. An dem Café und der Burgruine Hunolstein kommst du übrigens auch vorbei, wenn du direkt auf dem Nahe-Hunsrück-Mosel-Radweg in Richtung Neumagen-Dhron fährst, ohne den Abstecher kannst du hier also noch länger pausieren und noch ein zweites Stück nehmen.

    Ab der Burgruine rollst du entlang der Dhron bis nach Neumagen-Dhron und wärst schon sehr schnell an deinem Ziel, Deutschlands ältestem Weinort. Daher empfehle ich dir, den Mosel-Radweg in Richtung Koblenz zum Nachbarort Piesport zu nehmen und einen Abstecher in den kleinen, aber wunderschönen Weinort zu unternehmen. Bei einem Bummel entlang der Mosel kannst du dich schon einmal akklimatisieren, nachdem du die letzten eineinhalb Tage im Hunsrück verbracht hast. Das Moseltal ist wieder ganz anders als der Hunsrück und unterscheidet sich auch sehr von der Nahe, obwohl beide Flüsse für ihren Wein weltberühmt sind. Aber die idyllische Nahe mit ihren engen Tälern ist ganz anders als die trubelige Mosel mit ihren pittoresken Winzerorten und weiten Blicken über die Weinberge. Da ist Piesport als Einstieg einfach perfekt!

    Anschließend machst du dich dann wieder auf nach Neumagen-Dhron, sofern du nicht in Piesport übernachten möchtest. Doch wofür du dich auch entscheidest, den Mosel-Radweg nach Neumagen-Dhron wirst du so oder so fahren und die Highlights vor Ort möchtest du bestimmt nicht verpassen – zum Beispiel den Nachbau eines Römerschiffes, auf dem du eine kleine Moseltour mit einem Glas Wein machen kannst, oder einfach die Schönheit des Weinortes mit seinen hübschen Häusern. Übernachten kannst du hier natürlich auch, ebenso bietet sich ein Bummel am Abend und die Einkehr in eine Straußwirtschaft an, um ein Glas Riesling zu genießen.

    von
    SG
    Mittelschwer
    02:53
    48,1 km
    16,7 km/h
    270 m
    270 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Der vierte und letzte Tag auf deinem Trip vom Rhein an die Mosel über den "Umweg" Hunsrück steht an. Und so wie der erste Tag in einem großen Ort startete, endet der vierte ebenso – denn dein Weg führt dich entlang des Mosel-Radweges in die älteste Stadt Deutschlands, nach Trier. Vom ältesten deutschen Weinort bis in die älteste deutsche Stadt sozusagen.

    Der Weg an sich ist heute spielend leicht zu merken – bis zur Kaiser-Wilhelm-Brücke in Trier folgst du ganz einfach dem Mosel-Radweg, der dich bestens ausgeschildert zwischen Mosel und Weinbergen nach Augusta Treverorum führt. Doch zuerst kannst du versuchen, dir die ganzen Weinlagen zu merken, die du heute passierst, wie zum Beispiel die Trittenheimer Apotheke im ersten Ort nach dem Etappenstart in Neumagen, nämlich Trittenheim. Trittenheim liegt an einer der vielen Moselschleifen und bietet dir einen tollen Blick auf die Moselterrassen mit ihren vielen Weinreben. Besonders im späten Frühling und im Sommer sowie speziell natürlich zur Weinlese kannst du hier großartige Blicke genießen.

    Aber auch geschichtlich hat die Region einiges zu bieten, die Römer haben ihre Spuren hinterlassen, was du nicht nur in Trier und am Weinbau, sondern auch an interessanten Orten entlang der Route sehen kannst. Unter anderem lohnt sich der Besuch der Villa Rustica in Mehring, die Ruine einer römischen Villa. Anschließend radelst du auf dem Mosel-Radweg weiter in Richtung Trier und wenn du Lust hast, kannst du in Schweich auch noch einen Eisstopp in der Innenstadt einlegen.

    So langsam näherst du dich nun Trier, der Petrisberg mit seinem nachts beleuchteten Wasserturm wird dir vermutlich als erstes auffallen. Wenn du die Kaiser-Wilhelm-Brücke überquert und dich von der Mosel verabschiedet hast, tauchst du in die älteste Stadt Deutschlands ein. Wenn du Zeit und Lust hast, kannst du dir die Stadt ansehen, es gibt viel zu entdecken. Die Porta Nigra als Wahrzeichen der Start und den Palastgarten als Oase der Ruhe lege ich dir aber auf jeden Fall ans Herz.

    Bevor du dich dann zum Ende deiner kleinen Reise zum Bahnhof aufmachst, der in unmittelbarer Nähe der Innenstadt liegt, kannst du ja noch überlegen, ob du noch eine Nacht bleiben magst, um dir noch weitere Highlights anzusehen, denn Trier bietet so unglaublich viel Geschichte. Ansonsten kommst du von Trier per Zug nach Köln, Koblenz und Saarbrücken und weiter nach Hause.

    von
    SG

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Collection Statistik

  • Touren
    4
  • Distanz
    217 km
  • Zeit
    14:18 Std
  • Höhenmeter
    1 790 m1 750 m

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