Jesko von Werthern

Auf den Spuren Karls des Großen – die Kaiser-Route

Singharaja Garden - Alli

Auf den Spuren Karls des Großen – die Kaiser-Route

Fahrrad-Collection von Jesko von Werthern
5-10 Tage
3-6 Std / Tag
473 km
3 220 m
3 270 m

Im Jahre 772 verließ der fränkische König Karl der Große seine Hauptresidenz Aachen in Richtung Osten, um in die Sachsenkriege zu ziehen. Seine Heere überschritten den Rhein, eroberten unter anderem die damals sächsischen Burgen Syburg und Eresburg im heutigen Westfalen und stießen letztendlich über Paderborn bis zur Weser vor. Später wurde er in Aachen zum Kaiser gekrönt und gilt heute als einer der bedeutendsten Herrscher der europäischen Geschichte. Auf der Kaiser-Route kannst du seinen Spuren folgen, wenn auch unter viel entspannteren Umständen als damals.

Die Kaiser-Route ist ein Versuch, die Strecke nachzuzeichnen, die Karl und sein Gefolge damals nahmen. Viele der Orte auf dem Weg werden sie zur Rast genutzt haben. Zwar ist die Route schon seit einigen Jahren nicht mehr durchgehend ausgeschildert, kann aber trotzdem abgefahren werden. Ich habe sie für dich hier in sieben Etappen aufgeteilt, die alle an Orten enden, in denen es verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten gibt.

Du fährst von Aachen durchs Rheinland, Ruhrgebiet und das Bergische Land bis nach Paderborn in Westfalen und streifst dabei Stationen wie Bergheim, Essen und den Möhnesee. Dabei nutzt du viele Feldwege und Flussradwege, aber auch mehr oder weniger stark befahrene Straßen. Ein Großteil der Strecke ist asphaltiert, doch es geht auch immer mal wieder über den ein oder anderen unbefestigten Weg. Ein klassisches Tourenrad eignet sich genauso wie ein schnelles Cross- oder Gravelbike. Für Rennräder ist die Strecke nur bedingt geeignet. Karls Heer scheute auch keine Anstiege – auf so manche Steigung solltest du also gefasst sein. Dann kannst du eine Reise quer durch Nordrhein-Westfalen erleben, die in ihrer Vielfalt und geschichtlichen Bedeutung einzigartig ist.

Aachen ist von Köln aus bequem mit dem Zug zu erreichen. Der Startpunkt der ersten Etappe liegt nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt. Auf dem Weg dorthin kommst du durch die Altstadt mit dem berühmten Dom und dem Karlsbrunnen. Ich empfehle dir, nicht direkt aufzubrechen, sondern dir mindestens ein paar Stunden in Aachen zu nehmen, um die Atmosphäre der Kaiserstadt aufzusaugen und zu entdecken, wie viele Spuren Karl der Große hier hinterlassen hat. Er ist überall in der Stadt sehr präsent. Auch Paderborn, das Ziel deiner Reise, ist heutzutage gut mit dem Zug angebunden, sodass du von dort leicht in jede Ecke Deutschlands weiterreisen kannst. So bequem hatten es die Menschen damals noch nicht. Auch unterwegs kommst du immer wieder durch Städte mit Bahnhöfen, falls du nur eine Teilstrecke fahren möchtest oder dir unterwegs die Zeit ausgehen sollte.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    04:22
    65,0 km
    14,9 km/h
    630 m
    510 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Die lange Reise durch das Reich Karls des Großen beginnt in seiner Residenzstadt Aachen. Hier mitten in der bildschönen Altstadt wirst du an jeder Ecke an das Wirken des berühmten Herrschers erinnert. Der Kaiserdom sticht dabei natürlich besonders heraus, aber auch drumherum hat Aachen so einiges zu bieten. Steck dir ruhig ein paar Printen ein, die lokale Spezialität ist eine prima Wegzehrung.

    Aachen liegt in einem Talkessel, darum gibt es gleich zu Beginn die ersten Höhenmeter, während du die Stadt langsam hinter dir lässt. Es sind nur zehn Kilometer bis nach Kornelimünster, wo du wahrscheinlich schon die erste Pause machen wollen wirst, denn das Örtchen ist wirklich sehenswert. Die Altstadt mit ihren Cafés, Kopfsteinpflastergassen und wunderschönen Altbauten zieht mich immer wieder magisch an. Vielleicht hat das auch mit dem Kuchen zu tun, den es hier gibt.

    Ein steiler, kurzer Anstieg aus dem Ort heraus und schon bist du im Grünen. Der Weg führt dich über die Felder an den Rand des Hürtgenwalds. Zwischen Vicht und Schevenhütte tauchst du auf einem längeren Anstieg mit folgender Abfahrt in dieses geheimnisvolle Waldgebiet ein. Die Straße ist abgelegen und ruhig, aber langweilig wird es hier nicht. Die Schlaglöcher auf der Abfahrt werden deine Konzentration fordern.Hinter Merode wird Düren gestreift und du erreichst das Ufer der Rur, die dich nun angenehm flach ein gutes Stückchen nach Süden führt.

    Hinter Kreuzau gelangst du an den Stausee Obermaubach und plötzlich verengt sich das Rurtal zwischen den Hängen aus Buntsandstein. Wenn du die Burg über dir entdeckst, bist du schon fast am Etappenziel Nideggen angekommen. Eine steile Straße mit Serpentinen bringt dich hoch in den Ort. Nach diesem Auftakt ist eine Pause angebracht und Nideggen bietet sich wirklich perfekt dafür an. Ob dich dein Weg erst zur Eisdiele, gar zu einem Besuch der Burg oder doch direkt ins Hotel führt? Auf der nächsten Etappe wirst du die Ausläufer der Eifel hinter dir lassen und es wird zunächst deutlich flacher.

    Schwer
    04:17
    72,3 km
    16,9 km/h
    170 m
    400 m
    Schwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Die heutige Etappe ist deutlich flacher als die gestrige. Eigentlich geht es sogar den ganzen Tag leicht bergab. Die zweite Hälfte der Route rollst du gemütlich auf einem tollen Radweg immer an der Erft entlang.

    Du verlässt Nideggen und rollst mit zwei minimalen Gegenanstiegen bergab an den Neffelsee bei Zülpich. Dieser See war früher einmal ein Braunkohle-Tagebau, dessen Grube nun mit Wasser gefüllt ist und so zum Naherholungsgebiet für die Zülpicher wurde.

    Auf einer Mischung aus Straße und Feldwegen fährst du nun weiter in Richtung Nörvenich. In Lechenich gibt es unter anderem eine Burg zu bestaunen.

    Hinter Lechenich erreichst du dann die Erft. Dieser folgst du nun lange nordwärts, vorbei an Kerpen und Sindorf bis nach Bergheim. Der Erft-Radweg ist zu Recht sehr beliebt. Du folgst dem Fluss durch Naturschutzgebiete und über Felder. Die meisten Orte werden nur gestreift, mit Ausnahme eines kurzen Abstechers nach Horrem. Vorbei an Quadrath-Ichendorf geht es nun mit einer Schleife durchs Zentrum direkt zu deinem Etappenziel in Bergheim. Hier finden sich verschiedene Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten.

  • Entdecke Orte, die du lieben wirst!

    Hol dir jetzt komoot und erhalte Empfehlungen für die besten Singletrails, Gipfel & viele andere spannende Orte.

  • Mittelschwer
    04:27
    66,9 km
    15,0 km/h
    230 m
    230 m
    Fähre
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich. Die Tour enthält Überquerungen mit der Fähre.

    Heute wird der Rhein überquert. Die Etappe ist fast durchgehend flach und einfach zu fahren. Zunächst folgst du weiter dem Verlauf der Erft. Zwischen Bergheim und Pfaffendorf gibt es momentan eine Brückensperrung, daher habe ich die Route hier leicht abgeändert. Es handelt sich um einen klitzekleinen Umweg, um die nächste Brücke zu erreichen.

    Weiter geht es entlang der Erft über Bedburg bis nach Frimmersdorf, unweit des Tagebaus Garzweiler. Nun wendet sich die Strecke endgültig nach Osten und dem Rhein zu. Über Rommerskirchen und einige kleinere Anstiege wird der mächtige Strom bei der Feste Zons erreicht.

    Zons mit seiner gut erhaltenen Stadtmauer blickt auf eine lange Geschichte zurück. Es ist belegt, dass in Zeiten Karls des Großen zumindest schon eine Siedlung hier bestand und man kann sich gut vorstellen, wie das Heer hier vor der Rheinüberquerung eine Pause einlegte.

    Du überquerst den Rhein ganz bequem mit einer kleinen Fähre. Beachte bitte die Betriebszeiten der Fähre, denn bis zur nächsten Brücke wäre es ein gehöriger Umweg. Ansonsten musst du hier vielleicht eine kleine Pause einlegen, was aber auch nicht allzu tragisch wäre, denn in Zons lässt es sich wirklich gut aushalten.

    Genieße den Blick auf das Wasser und den Meilenstein der Rheinüberquerung, denn du folgst dem Ufer des Rheins nur ein kurzes Stück, bevor du ihn hinter dir lässt und ins Ruhrgebiet eintauchst. Vorbei an einigen idyllischen Seen und Campingplätzen geht es nun schnell auf das Etappenziel am Stadtrand von Hilden zu. In dieser Umgebung sollte es wirklich nicht schwer sein, eine geeignete Unterkunft zu finden.

    Schwer
    04:24
    66,3 km
    15,1 km/h
    690 m
    700 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Nach zwei flachen Etappen wird es nun langsam wieder hügelig. Es geht ins Bergische Land nördlich von Wuppertal.

    Hinter Hochdahl stößt du auf die Düssel und das Neanderthal-Museum. Die Fundstelle des Neandertalers liegt ganz in der Nähe und ist ausgeschildert. Hier kannst du dich über ein wichtiges Kapitel der Menschheitsgeschichte informieren. Außerdem ist das Tal einfach ein schöner Ort, um es mit dem Rad zu entdecken.

    Dann folgst du der Düssel ostwärts, unter anderem in den namensgebenden Ort Düssel, in dem sich eine Einkehr anbietet. Auch in Langenberg kannst du gut einkehren und eine Pause genießen. Du kommst heute immer wieder durch solche ansehnlichen Altstädte. Das Bergische Land ist noch sehr ländlich geprägt.

    Kurz darauf, hinter Bonsfeld, wartet noch ein sehr steiler, ernstzunehmender Anstieg, bevor endlich der Baldeneysee und damit die Ruhr erreicht wird. Nach einer Umrundung des Sees mit tollen Blicken auf das Wasser folgst du dem Fluss ins Herz des Ruhrgebiets.

    Die Umrundung des Sees kannst du auch ganz einfach an der Eisenbahnbrücke Kupferdreh abkürzen und damit im Handumdrehen 13 Kilometer Strecke sparen. Dadurch verpasst du aber auch eine ganze Menge toller Ausblicke aufs Wasser und die bekannte Villa Hügel.

    Wie du dich auch entscheidest, es geht weiter durch das Naturschutzgebiet Heisinger Aue auf Essen zu. Wer hätte gedacht, dass es im Ruhrgebiet so grün sein kann?

    Das Etappenziel liegt im Essener Osten direkt an der Ruhr. Du hast die Wahl aus verschiedensten Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe.

    Mittelschwer
    03:56
    62,0 km
    15,7 km/h
    410 m
    360 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Die heutige Etappe folgt über die gesamte Länge der Ruhr flussaufwärts und ist dementsprechend flach. Nur an wenigen Stellen wird das Ufer verlassen und ein bisschen geklettert. Du bewegst dich hier zwischen Ruhrgebiet und Bergischem Land und wirst vielleicht überrascht sein, wie grün es hier ist.

    Immer wieder geht es durch Auen und an ausgedehnten Seeufern entlang. Neben der Ruhr wird die Etappe geprägt durch drei große Seen: Kemnader See, Harkortsee und Hengsteysee.

    Am Kemnader See findest du unter anderem ein wunderschönes altes Wasserschloss. Am Harkortsee wartet die Burg Wetter. Dazwischen durchstreifst du eine unwiderstehliche Mischung aus viel Natur und immer wieder kleinen Ortschaften. Die Verpflegungslage sollte kein Problem darstellen.

    Wenn du die zweite Brücke über den Hengsteysee überquerst und Lust auf einen kleinen Abstecher ins Ardeygebirge hast, empfehle ich dir einen Ausflug zur Ruine Hohensyburg. Eine spektakulär angelegte Straße führt hoch auf den Syberg, von wo aus du eine tolle Aussicht auf Ruhr, Hengsteysee und die Lennemündung hast. Hier steht außerdem ein monumentales Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm. Karl der Große eroberte die damals sächsische Burg, um sie als Verteidigungsanlage zu nutzen.

    Flach und gemütlich geht es nun weiter entlang der Ruhr bis zum Etappenziel am Rand von Schwerte. Auch hier finden sich, wie in allen bisherigen Etappenorten, verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten.

    Schwer
    04:22
    67,2 km
    15,4 km/h
    520 m
    400 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Heute lässt du das Herz des Ruhrgebiets hinter dir und folgst wieder ein langes Stück der Ruhr flussaufwärts. Dabei wird es wieder hügeliger, besonders in der zweiten Tageshälfte. Dir dürfte auffallen, dass die Ruhr immer schmaler wird, je länger du ihr in diese Richtung folgst.

    Hinter Wickede wird es dann langsam Zeit, sich nach ein paar schönen Tagen von der Ruhr zu verabschieden. Eine längere Steigung bringt dich hinüber zu einem anderen Fluss, der Möhne. Kurz darauf wird auch schon der bekannte Möhnesee erreicht. Du folgst seinem gesamten Nordufer und genießt dabei die Panoramablicke über das Wasser.

    Hier befindest du dich zwischen Arnsberger Wald und Haarstrang und bist somit mittlerweile endgültig in Westfalen angekommen, dem Stammland der alten Sachsen, die Karl der Große mit seinem Feldzug zu unterwerfen versuchte.

    Am Ende dieser Etappe erreichst du Niederbergheim. Niederbergheim ist zwar nur ein kleiner Ort, doch hier in der Gegend rund um den Möhnesee dürfte es nicht schwierig sein, eine passende Unterkunft zu finden. Wenn du sicher gehen willst, lohnt es sich hier vielleicht, schon im Voraus zu buchen. Genieße deine letzte Übernachtung, denn deine Reise nähert sich ihrem Ende. Morgen wird bereits Paderborn erreicht.

    Schwer
    04:36
    73,4 km
    15,9 km/h
    580 m
    670 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Die Abschlussetappe der Kaiser-Route führt dich an das Ziel der Reise, nach Paderborn. Die Rheinebene hast du längst hinter dir gelassen und dementsprechend hügelig ist es hier. Doch du hast es schon so weit geschafft, die letzten Hügel können dich jetzt auch nicht mehr aufhalten.

    Hinter Rüthen verlässt du das Ufer der Möhne und erklimmst einen letzten echten Höhenzug. Nachdem du bald darauf Büren an der Alme erreichst, sind die ernsthaften Hügel endgültig bezwungen. In Büren findest du eine der schönsten Barockkirchen Deutschlands.

    Nun geht es flussabwärts mit nur noch kurzen leichten Steigungen immer auf Paderborn zu, meist auf einer alten Bahntrasse, die zum Radweg umgebaut wurde. Vielerorts finden sich Spuren der alten Nutzung in Form von Bahnhöfen oder Streckensignalen.

    In Paderborn schließlich mündet die Alme in die Lippe. Und natürlich entspringt hier auch die Pader, der kürzeste Fluss Deutschlands. Sie speist sich aus etwa 200 Karstquellen und wurde schon früh zum Pilgerort, darum steht hier auch der Paderborner Dom, an dem du auf den letzten Metern vorbeirollst. Eine Besichtigung der Stadt lohnt sich, bevor es beispielsweise mit dem Zug wieder an den Ausgangspunkt der Reise geht.

Dir gefällt diese Collection?

Kommentare

    loading

Collection Statistik

  • Touren
    7
  • Distanz
    473 km
  • Zeit
    30:24 Std
  • Höhenmeter
    3 220 m3 270 m
Jesko von Werthern

Auf den Spuren Karls des Großen – die Kaiser-Route