Jesko von Werthern

Von Dornröschen zu den Nibelungen – Hessischer Radfernweg R4

"Sollingschreck"

Von Dornröschen zu den Nibelungen – Hessischer Radfernweg R4

Fahrrad-Collection von Jesko von Werthern
4-9 Tage
3-6 Std / Tag
401 km
3 230 m
3 180 m

Von der Weser bis an den Neckar – einmal quer durch Hessen von Norden nach Süden – verläuft der Hessische Radfernweg R4. Zu Beginn befindest du dich im Gebrüder-Grimm-Land und triffst immer wieder auf die Spuren ihrer märchenhaften Erzählungen wie Dornröschen und Frau Holle. Du streifst vielfältige Naturräume wie etwa das nordhessische Bergland, den Vogelsberg und die Wetterau. Immer wieder besuchst du typisch hessische Altstädte mit viel authentischem Fachwerk wie Fritzlar oder Alsfeld. Dein Abenteuer endet schließlich mitten im Odenwald, dem Jagdgebiet der sagenumwobenen Nibelungen. Hier gibt es gleich mehrere Siegfriedbrunnen – Orte, an denen der bekannte Sagenheld angeblich umgekommen sein soll.

Der Hessische Radfernweg R4 verläuft überwiegend über asphaltierte Radwege und Straßen, aber auch regelmäßig über weniger gut befestigte Wege. Ein klassisches Tourenrad oder auch ein Gravelbike eignen sich hier am besten, ein Rennrad würde ich höchstens für Teilstücke empfehlen. Der Weg folgt zwar ab und zu Flusstälern wie Schwalm, Nidda und Mümling, doch es gibt es auch viele Höhenmeter zu bezwingen. Schließlich wollen Mittelgebirge wie Vogelsberg und Odenwald durchquert werden. Für die Kletterei wirst du allerdings immer wieder mit unvergesslichen Ausblicken belohnt. Der Etappenort Ulrichstein ist übrigens die höchstgelegene Stadt Hessens.

In Hessen gibt es ein weit verzweigtes Netz aus Radwegen, darunter neun verschiedene offizielle Radfernwege. Dazu zählt auch der R4. Diese durchnummerierten Wege sind an verschiedenen Stellen miteinander verknüpft. Teilweise überschneiden sie sich auch. Den R4 kannst du so mühelos mit fast allen anderen Hessischen Radfernwegen kombinieren, denn er knüpft an R1, R2, R3, R5, R6, R7 und R9 an.

Ich habe die Strecke des Hessischen Radfernwegs R4 für dich in sechs Tagesetappen aufgeteilt, die jeweils in Orten mit verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten enden. Sowohl Bad Karlshafen an der Weser, dein Startpunkt, als auch Hirschhorn am Neckar, dein Zielort, sind mit der Deutschen Bahn sehr gut erreichbar. Eine An- und Abreise mit dem Zug ist also die einfachste Variante. Außerdem werden immer wieder Knotenpunkte mit anderen hessischen Radwegen und verschiedene Bahnhöfe angefahren, sodass du ganz flexibel auch nur Teilstücke fahren kannst.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    04:34
    64,4 km
    14,1 km/h
    770 m
    610 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Die Reise beginnt in Bad Karlshafen. Die Stadt an der Weser liegt im Dreiländereck mit Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Du erreichst sie gut mit der Bahn von Paderborn oder Göttingen, aber auch bequem mit dem Fahrrad über den Weser-Radweg. Unweit von hier liegt die Sababurg, auch Dornröschenschloss genannt. Ein Abstecher über den geschotterten Reinhardswald-Radweg lohnt sich, wenn du dieses Märchenschloss sehen möchtest. Du lässt die Weser schnell hinter dir und folgst zunächst der Diemel. Bereits auf den ersten Kilometern warten einige kürzere Anstiege zum Aufwärmen. In Wülmersen gibt es in der Nähe der Strecke eine alte Wasserburg zu bestaunen.

    Der Carlsbahntunnel ist der älteste Eisenbahntunnel Hessens. Heute ist er im Sommer Radfahrern und Wanderern vorbehalten und eine willkommene Abkürzung. Zwischen Oktober und April musst du allerdings eine kurze Umfahrung in Kauf nehmen, denn im Winter fühlen sich hier vor allem die Fledermäuse wohl – und die sollen nicht gestört werden.

    Schon bald erreichst du Trendelburg mit der gleichnamigen Burg. Hier kannst du den sogenannten Rapunzelturm besteigen. Die Märchen der Gebrüder Grimm begegnen dir in dieser Region Hessens auf Schritt und Tritt. Auch die Diemel lässt du bald hinter dir und machst dich auf nach Hofgeismar. Nach der Durchfahrt des Ortes wartet der erste längere Anstieg, der dich mit einer traumhaften Aussicht belohnt.

    Nach der Abfahrt folgst du der Warme flussaufwärts. Über Landstraßen geht es stetig leicht bergauf durch Zierenberg. Kurz vor Wenigenhasungen wird es etwas steiler und du erreichst den höchsten Punkt der Etappe am Bosenberg. Vorbei am Isthaberg erreichst du über Philippinenburg schließlich das erste Etappenziel Wolfhagen. Die Kleinstadt wurde im Dreißigjährigen Krieg beinahe vollständig zerstört, umso bemerkenswerter ist der Ortskern mit den heute schön anzusehenden Fachwerkhäusern. Wie es sich im Gebrüder-Grimm-Land gehört, ranken sich um Wolfhagen unzählige lokale Sagen.

    Schwer
    04:32
    68,0 km
    15,0 km/h
    340 m
    410 m
    Schwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Die heutige Etappe ist zweigeteilt. Auf der ersten Hälfte gibt es noch Höhenmeter zu sammeln, ab Fritzlar wird es dann flach. Insgesamt warten weit weniger Höhenmeter als gestern auf dich, du kannst dich also etwas erholen, bevor es morgen in den Vogelsberg geht. Hoffentlich hast du deine Badehose eingepackt.

    Du verlässt Wolfhagen und fährst über einsame Feld- und Waldwege durch den schönen Naturpark Habichtswald bis nach Naumburg. Auch dieser Ort hat eine schöne Altstadt mit viel Fachwerk und bietet sich perfekt für eine Pause an. Der Bachlauf, dem du mittlerweile folgst, heißt Elbe, hat aber nicht viel mit dem bekannten, gleichnamigen Fluss gemein. In Züschen liegt nur ein kleines Stück abseits der Strecke das sehenswerte Schloss Garvensburg.

    Über einen kurzen Anstieg erreichst du Fritzlar an der Eder mit seiner historischen Altstadt, die wirklich sehenswert ist. Im Schatten der alten Gebäude lässt es sich wunderbar zur Mittagsrast einkehren. An der Schwalm, die du bald darauf erreichst, kommst du innerhalb weniger Kilometer an drei schönen Seen vorbei – erst dem Singliser See und dem Gombether See und schließlich dem Naturbadesee Stockelache. An einem heißen Tag wirst du dem Sprung ins kühle Nass kaum widerstehen können.

    Das Ende der Etappe liegt zwischen Bischhausen und Zimmersrode in einer ländlichen Gegend. Es gibt einen Gasthof in Bischhausen, in den umliegenden Dörfern sind Unterkunftsmöglichkeiten jedoch rar gesät. Um sicherzugehen, solltest du also am besten vorher anrufen. Es gibt Alternativen in den beiden Orten Niederurff und Bad Zwesten, die bereits kurz vor Bischhausen an der Strecke liegen. Solltest du noch Energie für ein paar zusätzliche Kilometer haben, gibt es auch Unterkünfte in den Orten Allendorf und Ziegenhain, die zu Beginn der dritten Etappe durchfahren werden.

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  • Schwer
    05:14
    71,3 km
    13,6 km/h
    700 m
    290 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Auf der heutigen Etappe geht es vom waldreichen Vogelsberg hinab in die fruchtbare Wetterau. Der Gegensatz dieser beiden Landschaften könnte kaum größer sein. Auf den ersten zehn Kilometern warten noch drei kurze Anstiege, dann geht es lange hinab ins Flachland.

    Bald erreichst du Schotten. Der Ort hat eine wunderbare Altstadt zu bieten, die du ohne Umwege durchquerst und so die Fachwerkgebäude bewundern kannst. Hier im Ort triffst du auf das Ufer der Nidda, der du nun lange folgen wirst. Kurz hinter Schotten wird die Nidda zu einem See aufgestaut. Hier gibt es auch einen großen Campingplatz. Dein Weg führt dich direkt am Ufer des Stausees entlang, der bei Anglern, Seglern und Surfern beliebt ist. Auch zwei Badestellen gibt es hier, an denen du dich erfrischen kannst.

    Die Nidda fließt durch die sanften Hügel der Wetterau. Diese sonnenverwöhnte Region ist stark landwirtschaftlich geprägt. Du fährst immer wieder durch Auenlandschaften in Flussnähe und besuchst beschauliche Orte wie Rainrod, Nidda und Dauernheim mit seinen Felsenkellern. Je nach Jahres- und Tageszeit lassen sich in der weitläufigen Landschaft immer wieder Vögel wie etwa Störche beobachten. Zwischen Dauernheim und Staden findest du eine Vogelbeobachtungshütte mit Informationstafeln. Nach dem waldreichen Vogelsberg kommst du auf dem Nidda-Radweg in den Genuß vieler Weit- und Ausblicke in die Landschaft. Bei klarem Wetter kannst du in der Ferne sogar schon die Frankfurter Hochhäuser am Main erspähen.

    Doch soweit fährst du heute noch nicht. Das Etappenziel liegt in Karben direkt an der Nidda. Auch hier gibt es natürlich verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten.

    Mittelschwer
    03:45
    65,3 km
    17,4 km/h
    310 m
    810 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Auf der heutigen Etappe geht es vom waldreichen Vogelsberg hinab in die fruchtbare Wetterau. Der Gegensatz dieser beiden Landschaften könnte kaum größer sein. Auf den ersten zehn Kilometern warten noch drei kurze Anstiege, dann geht es lange hinab ins Flachland.

    Bald erreichst du Schotten. Der Ort hat eine wunderbare Altstadt zu bieten, die du ohne Umwege durchquerst und so die Fachwerkgebäude bewundern kannst. Hier im Ort triffst du auf das Ufer der Nidda, der du nun lange folgen wirst. Kurz hinter Schotten wird die Nidda zu einem See aufgestaut. Hier gibt es auch einen großen Campingplatz. Dein Weg führt dich direkt am Ufer des Stausees entlang, der bei Anglern, Seglern und Surfern beliebt ist. Auch zwei Badestellen gibt es hier, an denen du dich erfrischen kannst.

    Die Nidda fließt durch die sanften Hügel der Wetterau. Diese sonnenverwöhnte Region ist stark landwirtschaftlich geprägt. Du fährst immer wieder durch Auenlandschaften in Flussnähe und besuchst beschauliche Orte wie Rainrod, Nidda und Dauernheim mit seinen Felsenkellern. Je nach Jahres- und Tageszeit lassen sich in der weitläufigen Landschaft immer wieder Vögel wie etwa Störche beobachten. Zwischen Dauernheim und Staden findest du eine Vogelbeobachtungshütte mit Informationstafeln. Nach dem waldreichen Vogelsberg kommst du auf dem Nidda-Radweg in den Genuß vieler Weit- und Ausblicke in die Landschaft. Bei klarem Wetter kannst du in der Ferne sogar schon die Frankfurter Hochhäuser am Main erspähen.

    Doch soweit fährst du heute noch nicht. Das Etappenziel liegt in Karben direkt an der Nidda. Auch hier gibt es natürlich verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten.

    Mittelschwer
    04:09
    64,0 km
    15,4 km/h
    270 m
    220 m
    Fähre
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich. Die Tour enthält Überquerungen mit der Fähre.

    Die heutige Etappe ist noch einmal ziemlich flach, bevor du dann morgen den Odenwald erreichst. Du radelst durch das Rhein-Main-Gebiet und überquerst den Main. Bis Gronau folgst du weiterhin der Nidda, dann geht es auf einen kleinen Höhenzug. Hier oben verläuft die Hohe Straße, eine alte Handelsstraße zwischen Frankfurt und Leipzig, die schon die Römer nutzten. Du überquerst sie und fährst hinunter zum Main. In Rumpenheim wartet die Fähre darauf, dich ans südliche Mainufer zu bringen.

    Nach der Fährüberfahrt folgst du noch kurz dem Mainradweg und biegst dann nach Süden ab. Du kommst an mehreren kleinen Seen vorbei und durchfährst große Waldgebiete sowie immer wieder Ortschaften. Obwohl du so viel in der Natur unterwegs bist, sind Einkaufsmöglichkeiten nie weit; um deine Verpflegung musst du dir also keine Sorgen machen.

    Du näherst dich schnurstracks dem Odenwald. In Babenhausen kannst du noch einmal eine Pause zwischen historischen Fachwerkhäusern einlegen und das Treiben in der Altstadt beobachten. Die Etappe endet schließlich mitten in Groß-Umstadt, am Nordrand des Odenwalds. Hier hast du eine große Auswahl an Unterkunftsmöglichkeiten. Morgen geht es bereits auf die letzte Etappe. Es wird zum Finale noch einmal hügelig, also ruh dich gut aus.

    Schwer
    05:02
    68,3 km
    13,6 km/h
    840 m
    850 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Die letzte Etappe deiner Tour auf dem Hessischen Radfernweg R4 führt dich in den Odenwald hinein. Das Terrain wird zum Abschluss noch einmal herausfordernd, aber es wird sich lohnen, die Berge zu bezwingen. Schon nach fünf Kilometern wartet ein Anstieg auf dich, den du so schnell nicht vergessen wirst. Die Rampe zur Veste Otzberg in Hering ist zwar nicht besonders lang, aber dafür umso steiler. Ein Besuch auf der Veste ist lohnenswert, dort kannst du auch einkehren.

    Du streifst Höchst im Odenwald und tauchst nun langsam tiefer in das Mittelgebirge ein. Zunächst folgst du dem Tal der Mümling, daher halten sich die Steigungsprozente noch in Grenzen. Links und rechts von dir erheben sich langsam aber sicher die Berge. Michelstadt und Erbach werden gestreift, bevor es langsam hoch hinaus geht und die Steigung merklich anzieht. Ab Beerfelden bist du endgültig in den Höhen des Odenwalds angekommen und wirst mit den entsprechenden Weitblicken belohnt.

    Auf einem Höhenrücken zwischen zwei Tälern kannst du noch einmal den Charakter des Mittelgebirges voll genießen. Kurz nachdem du Rothenberg gestreift hast, beginnt eine rasende Abfahrt hinunter ins Neckartal, wo der wunderschöne Ort Hirschhorn bereits auf dich wartet.

    Deine Reise auf dem Hessischen Radfernweg R4 findet hier sein Ende. Du hast das gesamte Bundesland Hessen der Länge nach durchquert. Das malerische Hirschhorn im Neckartal ist perfekt geeignet, um sich von den Strapazen zu erholen. Mit der Bahn kommst du ohne große Anstrengungen bequem wieder nach Hause. Wenn du aber noch nicht genug hast, kannst du zum Beispiel auf dem Neckartal-Radweg weiterradeln.

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Collection Statistik

  • Touren
    6
  • Distanz
    401 km
  • Zeit
    27:15 Std
  • Höhenmeter
    3 230 m3 180 m

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Von Dornröschen zu den Nibelungen – Hessischer Radfernweg R4