Martin Donat

Westalpencross: Pures Abenteuer auf dem Mountainbike

Xavier

Westalpencross: Pures Abenteuer auf dem Mountainbike

Mountainbike-Collection von Martin Donat
6-13 Tage
3-6 Std / Tag
348 km
12 390 m
12 870 m

Hast du auch manchmal Lust auf ein echtes Abenteuer đŸ€ đŸ”ïžđŸš”â€â™‚ïž ? Mir ging es jedenfalls mal wieder so. Ich trĂ€umte von verlassenen Trails in den Bergen, fernab von durchorganisierten Touren und ganz weit weg von typischen Touri-Hotspots. GemĂŒtliche BerghĂŒtten, weite Almwiesen, malerische TĂ€ler und grandiose Panoramablicke – ich suchte und ich wurde fĂŒndig: Die Westalpen scheinen all das zu bieten. Hier geht es noch beschaulich zu, traditionell und ursprĂŒnglich und natĂŒrlich hinterlĂ€sst die gigantische Gebirgslandschaft unvergessliche EindrĂŒcke. Die „Grande Traversata delle Alpi“ (GTA), eine uralte MilitĂ€rroute, die heute als Weitwanderweg gekennzeichnet ist, diente schon so manchem Biker als Grundlage fĂŒr die Planung eines unvergesslichen Alpenabenteuers. So auch mir: Mein Plan beginnt in Susa westlich von Turin und fĂŒhrt durchs Piemont bis nach Ventimiglia an der italienischen Riviera. Sieben Tage, 348 Kilometer und knapp 12.400 Höhenmeter.

Ich begann also, mir mein Alpenabenteuer zusammenzustellen. Schnell war klar: Es gibt nicht die eine, ultimative Westalpencross-Route. Denn so unterschiedlich jede Fahrerin und jeder Fahrer ist, so verschieden ist auch die Vorstellung von einer perfekten Fahrradtour. FĂŒr viele gehört eine ordentliche Tragepassage einfach zu einer richtigen Fahrt durch die Alpen dazu, andere können auf krasse Trails nicht verzichten und fĂŒr wieder andere verlĂ€uft die Route am besten ausschließlich ĂŒber breite Schotterwege mit perfekter Aussicht. Ich habe mich also erstmal ein bisschen „eingelesen“ in die unterschiedlichen Reiseberichte, die man online finden kann. Ich studierte verschiedenste GPS-Tracks und begann schließlich damit, daraus eine Bikepacking-Route zusammenzubauen, die mir gefallen könnte. Herausgekommen ist diese Alpencross-Collection mit sieben Etappen, die ich dir hier vorstellen möchte.

Streckencharakter und Schwierigkeit
Alle Touren sind, was die Distanz betrifft, eher kurz gehalten. Da sie meist mit vielen Höhenmetern aufwarten, du GepĂ€ck dabei hast und ausgiebige Schiebe-/Tragepassagen auf der Tagesordnung stehen, rechne ich mit einer recht langsamen Durchschnittsgeschwindigkeit. Mit einer guten Grundfitness, die selbstverstĂ€ndlich eine Voraussetzung ist, bevor du in die Alpen fĂ€hrst, sind aber alle Etappen mit genĂŒgend Puffer fĂŒr ungeplante ZwischenfĂ€lle an einem Tag zu schaffen. Apropos: Bei aller Planung solltest du hoch oben in den Bergen immer damit rechnen, dass nicht alles glatt lĂ€uft. Stell dir vor, ein Hang rutscht ein bisschen ab und der geplante Trail ist einfach weg. So etwas kann immer passieren und dann ist es fatal, wenn du nicht genug Zeit fĂŒr den Umweg eingeplant hast. Wenn ich wirklich mal zu schnell unterwegs bin, nutze ich die Zeit einfach und mache viele schöne Fotos von unterwegs.

An- und Abreise
Sowohl in Susa als auch in Ventimiglia gibt es einen Bahnhof 🚂 mit guter Anbindung. Das ist super praktisch, denn so kommst du nach deiner Ankunft in Ventimiglia ganz einfach und bequem zurĂŒck zum Ausgangspunkt der Tour (die Fahrt dauert rund 5,5 Stunden). Alternativ kannst du auch die gesamte Reise mithilfe der Bahn planen. Eine gĂŒnstige und flexible Möglichkeit fĂŒr die Buchung stellt das Interrail Ticket dar („Global 4 Days“). Damit kannst du innerhalb von einem Monat an insgesamt vier Tagen sĂ€mtliche teilnehmenden Bahnverbindungen nutzen – dieses Ticket ist auch ein schönes Backup, wenn sich deine PlĂ€ne unterwegs Ă€ndern sollten.

UnterkĂŒnfte und Verpflegung
Entlang der GTA-Route gibt es allerlei einfache EtappenunterkĂŒnfte, genannt „Posto Tappa“. In den meisten Etappenorten hast du sogar die Auswahl aus verschiedenen Hotels und Pensionen. Ob du deine Übernachtungen vorab planst oder lieber spontan unterkommen möchtest, liegt bei dir und deiner Herangehensweise. Wenn du vorab buchen möchtest, denk daran, dass die Uhren in manch kleiner Bergpension durchaus mal etwas langsamer ticken und auch die Kommunikation komplizierter sein mag, als man das von großen Hotels in Touristenhochburgen gewohnt ist. Was die Verpflegung in den UnterkĂŒnften betrifft, darfst du dich auf die leckere KĂŒche 😋🍕🍜 des Piemont freuen, fĂŒr welche die Region bekannt ist. FĂŒr deinen Tagesproviant kommst du immer wieder an Orten mit SupermĂ€rkten vorbei. Du solltest nur die „lĂ€ndlichen“ Öffnungszeiten und die Mittagspause berĂŒcksichtigen.

Bike und AusrĂŒstung
Hier alles aufzufĂŒhren, woran du auf einer Alpentour denken musst, wĂŒrde etwas den Rahmen sprengen, daher nur ein paar Tipps. Was dein Bike betrifft, so sollte es vor allem zuverlĂ€ssig und bequem sein. Ein leichtes Allmountain-Fully wĂ€re meine erste Wahl fĂŒr so ein Abenteuer. Dazu leichte Bikepacking-Taschen, in die Umziehklamotten, Schlechtwetterbekleidung (wichtig in den Bergen!) sowie Notfalltools ⚒đŸȘšđŸ’Ł und ein paar Ersatzteile passen. Je nach Unterkunft musst du auch einen HĂŒttenschlafsack und Ă€hnliche Utensilien einpacken. Vergiss nicht, zu Hause bereits alle Karten auf deinem Navi zu installieren und alle komoot-Routen offline verfĂŒgbar zu machen, denn unterwegs wirst du ganz sicher oft genug kein Internet haben. Pack eine Powerbank und Ladekabel fĂŒr deine elektronischen Helferlein ein. Ein paar Kabelbinder, kleine Spanngurte oder KlettbĂ€nder wiegen nicht viel und haben mir schon bei vielen Problemen aus der Patsche geholfen. Last but not least: Lasse alles zu Hause, was du auf einer Bikereise inmitten der Natur nicht unbedingt benötigst. SpĂ€testens am ersten langen Anstieg wirst du an diese Worte denken, wenn du sie nicht berĂŒcksichtigt hast.

Ich hoffe, dass ich dir mit meiner Ausarbeitung bei der Planung deines Westalpencrossings weiterhelfen kann. Ich freue mich ĂŒber Feedback und eigene Erfahrungsberichte und wĂŒnsche dir eine tolle Zeit in den Bergen.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    06:43
    46,5 km
    6,9 km/h
    2 650 m
    1 100 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben mĂŒssen.

    Los geht’s: Heute beginnt mein Westalpen-Abenteuer! In der typisch italienischen Stadt Susa fĂ€ngt der Tag ganz entspannt an. Hier solltest du nochmal dein Material checken und deine VorrĂ€te auffĂŒllen, denn gleich fĂ€hrst du in die Berge, da gibt es nicht viel.

    Etwa die erste HĂ€lfte der rund 46 Kilometer langen Tour geht es bergauf. Es ist also eine sehr gute Idee, es langsam angehen zu lassen. Ich nehme mir vor allem am Anfang immer viel Zeit, um mich an die Höhenluft und an die langen Anstiege zu gewöhnen. Es gibt genĂŒgend schöne Gelegenheiten fĂŒr kleine Pausen. Kleine Bergdörfer, tolle Aussichtspunkte oder auch die ein oder andere praktische Wasserstelle, an der du deine Trinkflasche auffĂŒllen kannst. Und natĂŒrlich darf auch ein Fotostopp ab und zu nicht fehlen. Abgesehen vom Anstieg selbst ist die Route aber ziemlich einfach. Meistens verlĂ€uft sie ĂŒber Asphalt, erst spĂ€ter wechselt sie auf eine Schotterstraße. Die wird allerdings so steil, dass es gut möglich ist, dass du lieber ein StĂŒck schiebst. Dann hast du auch mehr Ruhe, um die schöne Landschaft zu bestaunen. Am Höhepunkt der Tour warten außerdem einige Ruinen ehemaliger militĂ€rischer Anlagen darauf, von dir entdeckt zu werden. Eine davon ist das Fort Gran Serin – hier hast du den höchsten Punkt der Etappe auf rund 2.580 Meter Höhe erreicht.

    Nun folgst du einem Mix aus Bergstraßen, Wanderwegen und Gravelroads. Die Route folgt dabei dem einfachsten Weg bis zum Etappenziel nach SestriĂšre. Hier und da zweigen Trails von der Route ab, die du als anspruchsvollere Variationen ebenfalls nehmen kannst. Ein Blick auf die komoot-Karte zeigt dir, welche Trails dafĂŒr infrage kommen und was dich in etwa erwartet. In Sestriere kannst du den Abend gemĂŒtlich ausklingen lassen. Hier gibt es Hotels, Restaurants und GeschĂ€fte, sodass fĂŒr alles gesorgt ist.

    Tipp: Wenn du am Ende des Tages noch Power und Lust auf ein paar Trails hast, dann kannst du kurz vorm Etappenziel Richtung Monte Fraiteve abbiegen. 300 Extra-Höhenmeter fĂŒhren dich zum Start des Singletrails, der zum Bikepark hier gehört. Er fĂŒhrt in verschiedenen Variationen runter nach Sestriere.

    Schwer
    03:43
    29,6 km
    8,0 km/h
    1 170 m
    1 650 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben mĂŒssen.

    FĂŒr die zweite Etappe nach AbriĂšs habe ich einige Möglichkeiten gefunden. Diese hier ist wohl die entspannteste Variante. Sie ist mit knapp 30 Kilometern (und knapp 1.200 Höhenmetern) recht kurz und fĂŒhrt „nur“ auf den Col Mayt hinauf. Wenn du etwas lĂ€nger unterwegs sein möchtest, kannst du zum Beispiel von Sauze di Cesana ĂŒber ThĂčres, Rhuilles, Chabaud d‘Amount, vorbei am Lago Nero und der BerghĂŒtte Capana Mautino, runter nach Plaine du Bourget und schließlich ĂŒber den Col Malrif zum Tagesziel AbriĂšs fahren.

    Die Etappe beginnt ganz entspannt mit einer Abfahrt ins Ripa Tal. Anschließend geht es wieder leicht bergauf, zwischendurch erwarten dich durchaus auch ein paar steilere StĂŒcke. Alles in allem beginnt der Tag aber relativ einfach. Je höher du kommst, desto steiler und schwieriger wird jedoch der Weg. Bevor du den Col Mayt erreichst, ist dann wohl wieder etwas Schieben/Tragen angesagt. Auf rund 2.700 Meter Höhe ĂŒberquerst du schließlich die Grenze von Italien nach Frankreich – allein das ist in dieser einsamen Umgebung schon ein echtes Highlight und ein tolles GefĂŒhl.

    Nun erwartet dich ein anfangs schmaler, teils kaum wahrnehmbarer Pfad und du musst wohl ein bisschen aufpassen, um nicht vom Weg abzukommen. Je weiter du nach unten kommst, desto besser kannst du auch wieder fahren. Außerdem wird es immer wĂ€rmer und somit angenehmer. Wenn du das Bergdorf Le Roux erreicht hast, ist es bald geschafft. Hier kannst du entweder locker die Straße nach AbriĂšs runterrollen oder der Route folgen und noch ein paar Trails mitnehmen.

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  • Schwer
    05:09
    45,3 km
    8,8 km/h
    1 720 m
    1 360 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben mĂŒssen.

    Die Distanz der dritten Etappe auf meinem Westalpencross ist mit rund 45 Kilometern ĂŒberschaubar. Viele Höhenmeter, vor allem aber teils anspruchsvolles GelĂ€nde sorgen dafĂŒr, dass sie durchaus ein tagesfĂŒllendes Programm darstellen kann. Einige Tragepassagen dĂŒrften recht viel Zeit und Kraft kosten, fĂŒhren dich aber auch mitten in die unwirtliche, aber wunderschöne hochalpine Berglandschaft.

    Nach einer geruhsamen Nacht in AbriĂšs geht es zunĂ€chst ganz gemĂ€chlich los, indem du ĂŒber ruhige Nebenstraßen und Forstwege bis nach Aiguilles fĂ€hrst. Wenn du es in AbriĂšs noch nicht getan hast: Hier ist eine gute Gelegenheit, deine VorrĂ€te fĂŒr den Tag aufzufĂŒllen. Danach folgt ein langer Anstieg mit dem Ziel Col de la Noire. Er beginnt ganz gemĂ€chlich und du kommst immer wieder durch schöne Ortschaften, die zu einer kleinen Pause einladen. Ein besonderes Highlight ist das Refuge de la Blanche, eine HĂŒtte, die sich bestens fĂŒr eine Mittagspause anbietet.

    Hier wĂŒrde ich mich ein bisschen ausruhen, eine Pause genießen und KrĂ€fte fĂŒr den restlichen Anstieg zur Passhöhe sammeln, der es in sich hat. Das letzte StĂŒck soll steil und verblockt sein und du wirst kaum umhinkommen, dein Bike eine ganze Weile zu schieben und zu tragen. Die Aussicht am Col de la Noire ist dafĂŒr umso beeindruckender. Und: Ab jetzt geht es quasi nur noch bergab.

    Vorbei am Lac La Noire folgst du nun dem Trail runter ins schöne Ubayetal. Eingebettet in die großartige Kulisse der Dreitausender ringsherum erwartet dich hier landschaftlich purer Genuss. Allerdings ist die Abfahrt kein SelbstlĂ€ufer: Sie ist relativ flach und stellenweise ganz schön holprig, sodass du nicht besonders schnell vorankommen wirst. Ziel der Etappe ist Maljasset, ein kleines Dorf, in dem es ein paar Übernachtungsmöglichkeiten gibt.

    Schwer
    06:07
    55,2 km
    9,0 km/h
    1 680 m
    2 430 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben mĂŒssen.

    55 Kilometer und knapp 1.700 Höhenmeter – das sind die Eckdaten der vierten Etappe meiner Tour durch die Westalpen. Die Strecke ist dabei zweigeteilt: Die Auffahrten zum Col du Vallonnet und zum Col de Mallemort sind durchaus fordernd und beinhalten wieder die ein oder andere Trage-/Schiebepassage, gefolgt von einem richtig tollen Offroad-Trail runter nach Larche. Im zweiten Teil ist der Track dann deutlich unspektakulĂ€rer und folgt im Wesentlichen dem Verlauf der Straße zum Etappenort Sambuco.

    Los geht es also – nach kurzem Einrollen auf Asphalt – mit echtem Mountainbike-Feeling. Auf dem Weg zum Col du Callonnet erwarten dich immer wieder steile Abschnitte mit losem Untergrund, auf denen damit rechnen solltest, dass du dein Bike lieber schiebst. Kurz vorm Erreichen der Passhöhe wirst du dein Bike vermutlich ganz tragen mĂŒssen. Aber das gehört hier einfach dazu und die imposante Landschaft entschĂ€digt dafĂŒr reichlich.

    Es folgt ein kurzer Trail, der ein StĂŒck bergab fĂŒhrt, bevor noch ein knackiger Anstieg hoch zum Col de Mallemort auf 2.558 Meter Höhe auf dich wartet. Auch hier gibt’s zur Belohnung eine tolle Aussicht und eine spannende MilitĂ€rruine. Das wahre Highlight ist aber die folgende Abfahrt, die auf steilen Pfaden ĂŒber fast 1.000 Höhenmeter runter bis nach Larche fĂŒhrt.

    Unten angekommen wartet ein Anstieg ĂŒber Asphalt hoch zum Colle della Maddelena auf 1.996 Meter Höhe auf dich. Danach kannst du der Straße folgend bis zum Etappenziel Sambuco fahren. Wenn du lieber dem Verkehr aus dem Weg gehen willst, wĂŒrde ich – wann immer möglich – auf Nebenstraßen und Wege ausweichst, so wie ich es hier geplant habe.

    Schwer
    04:17
    49,0 km
    11,4 km/h
    1 140 m
    1 200 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben mĂŒssen.

    Auch fĂŒr die Etappe von Sambuco nach TrinitĂ  gibt es verschiedene Variationen. Diese hier ist eine relativ einfache Tour, die zunĂ€chst ganz entspannt das Val Stura hinunterfĂŒhrt. Mit dem Madonna del Colletto steht aber immerhin eine richtige Passstraße auf dem Programm, die dich heute aber nur auf rund 1.300 Meter bringt.


    Die ersten rund 25 Kilometer fĂŒhren meist bergab das Val Stura hinunter. Die Straße auf der anderen Seite des Flusses wĂŒrde ich links liegen lassen und stattdessen lieber den schmalen Nebenstraßen und Schotterpisten folgen, die immer wieder an kleinen Ortschaften vorbeifĂŒhren. Falls du noch einkaufen musst, kannst du zum Beispiel einen kleinen Abstecher nach Vinadio oder Demonte unternehmen.

    In Festiona knickt die Route dann ab auf die kaum befahrene Passstraße zum Madonna del Colletto mit der gleichnamigen Kapelle, die oben zu einer kleinen Pause einlĂ€dt. WĂ€hrend du hier mit deinem Bike hinauf strampelst, kannst du dir vorstellen, wie viele SchlĂ€ge von der recht holprigen Straße die Profis des Giro d’Italia auf ihren RennrĂ€dern schlucken mussten, die 2005 auf der 17. Etappe des Giro hierherfuhren.

    Die weitere Fahrt zum Etappenziel TrinitĂ  verlĂ€uft grĂ¶ĂŸtenteils ĂŒber Asphalt und vereinzelte unbefestigte Wege – also insgesamt recht unspektakulĂ€r. Wenn dir das zu easy ist, schau dich doch nach einer fordernderen Variante um. Du kannst zum Beispiel ĂŒber den Colle della Lombarda ins Skigebiet Isola2000 und vorbei an der Therme Valdieri nach Entracque fahren.

    Schwer
    06:56
    48,5 km
    7,0 km/h
    2 010 m
    2 360 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben mĂŒssen.

    Diese Etappe fĂŒhrt ĂŒber zwei PĂ€sse von TrinitĂ  nach La Brigue und du kommst dem Ziel Ventimiglia langsam immer nĂ€her. Unterwegs gibt’s wieder alles, was zu einem Alpencross dazugehört: lange Anstiege mit krĂ€ftezehrenden Tragepassagen, wunderschöne Ausblicke und ein toller Trail, der dich runter zum Etappenziel fĂŒhrt.

    Erster Höhepunkt des Tages ist der Col del Sabbione auf 2.328 Meter Höhe. Auf dem Weg hinauf wird das Bike geschoben, getragen, aber immer wieder auch gefahren. Wenn du den Lago della Vacca siehst, ist es bald geschafft. Im hochalpinen GelĂ€nde kannst du am Pass tief durchatmen und mit ein paar Schritten die Grenze nach Frankreich ĂŒberschreiten. Du befindest dich nun in einem Nationalpark. Bitte respektiere die hier geltenden Regeln, auch wenn das bedeutet, dass du dein Bike mal ein StĂŒck schieben musst.

    Nach der Mittagspause am Col de Tenda geht es noch ein StĂŒck bergauf zum Forte Tabourde auf 1.982 Metern, einer alten MilitĂ€ranlage aus dem 19. Jahrhundert. Die Ruine ist ein schöner Ort fĂŒr eine Pause, bevor du ĂŒber einen langen Trail, der es in sich hat, runter nach Tende fĂ€hrst. Unten angekommen geht es deutlich entspannter auf ĂŒberwiegend befestigten Wegen noch ein StĂŒck weiter bis zum Etappenziel La Brigue.

    Schwer
    07:16
    73,8 km
    10,1 km/h
    2 040 m
    2 780 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben mĂŒssen.

    Auf der letzten Westalpencross-Etappe gibt’s nochmal richtig was zu tun. Aber: Erstens erledigst du die meisten Höhenmeter gleich zu Beginn und zweitens geht es auf dieser Etappe deutlich mehr bergab, als bergauf. Außerdem ist der Track landschaftlich gesehen das absolute Highlight der gesamten Tour: Das mediterrane Flair, das gigantische Panorama und im Hintergrund das Mittelmeer – besser geht es kaum.

    Von La Brigue aus folgst du zunĂ€chst fĂŒr rund zwei Kilometer der Straße, bevor die Route auf einen breiten, gut befahrbaren Schotterweg abknickt, der dich zum Col Linaire und im weiteren Verlauf auf den „Alta Via del Monti Liguri“ (Ligurischer Höhenweg) und somit bis auf knapp 2.000 Meter Höhe befördert. Diesem Wanderweg folgst du nun eine ganze Weile, wobei du hier und da auf die alternative StreckenfĂŒhrung ausweichst, die anstelle von verblockten Wanderwegen besser befahrbare Schotterwege und Bergstraßen benutzt. So erreichst du langsam, aber sicher den Monte Grai, unterhalb dessen Gipfel sich das „Refugio Grai“ befindet. In der ehemaligen Kaserne sind einfache Lager untergebracht, Übernachtung ist hier möglich. Die Aussicht ist in jedem Fall großartig.

    Nun folgt ein forderndes Auf und Ab mit teils anspruchsvollen Trails und Pfaden in alpinem GelĂ€nde. Hier sind Konzentration und Durchhaltevermögen gefragt. Teils atemberaubende Weitblicke sollten aber fĂŒr alles ĂŒppig entschĂ€digen. Ab dem Col du Corbeau wird die Fahrt langsam entspannter und wenn du den Col de Muraton erreicht hast, kannst du dich auf ĂŒberwiegend gut befahrbare Forstwege freuen, die sich allerdings immer wieder mit ein paar ordentlichen RĂŒttelpisten abwechseln. Hinter dem Monte Arbellio verlĂ€uft die Route dann ĂŒberwiegend asphaltiert bis zum Ziel nach Ventimiglia. In der ganzen Gegend gibt es ziemlich viele Trails, die sogar teilweise offiziell als MTB-Routen gekennzeichnet sind. Diese letzte Etappe hat also durchaus das Potenzial, Fahrspaß fĂŒr zwei Tage zu liefern. ErfahrungsgemĂ€ĂŸ will man aber nach so vielen Tagen im Sattel einfach mal irgendwann ankommen, weshalb ich diese lange, am Ende rein fahrtechnisch eher langweilige Etappe geplant habe. Landschaftlich solltest du dafĂŒr umso mehr geboten bekommen.

    In Ventimiglia angekommen sind ein paar Dinge eigentlich Pflicht. Ein Besuch am Strand zum Beispiel, genauso wie ein Eis unter Palmen oder eine Pizza mit mediterranem Altstadtflair. Genug Gelegenheiten also, um die großartigen Erlebnisse der letzten Tage ganz in Ruhe Revue passieren zu lassen!

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Collection Statistik

  • Touren
    7
  • Distanz
    348 km
  • Zeit
    40:11 Std
  • Höhenmeter
    12 390 m12 870 m

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