Holger S.

Alpencross Alpe Adria – MTB Transalp durch Slowenien ans Mittelmeer

Holger S.

Alpencross Alpe Adria – MTB Transalp durch Slowenien ans Mittelmeer

Mountainbike-Collection von Holger S.
6-13 Tage
3-6 Std / Tag
371 km
9 590 m
10 130 m

Einmal mit dem Bike über die Alpen ist der Traum vieler leidenschaftlicher Mountainbiker. Während die populärsten Routen oft am Gardasee enden, führt dich diese ganz nach Osten: auf geschichtsträchtigen Pfaden von den Kärntner Seen nach Slowenien und dem Tal der Soča folgend, bis an die italienische Küste bei Triest. Dich erwartet ein wunderbarer Mix aus anspruchsvollen Anstiegen, tollen Panoramastrecken und lässigen Trails. Unterwegs begegnen dir Kriegspfade aus dem Ersten Weltkrieg, ehemalige Stellungen und Bunker, genauso wie herrliche Landschaften, wilde ursprüngliche Natur, spannende Museen, urige Hütten, glasklare Flüsse und Seen. Freue dich auf kulinarische Genüsse zwischen herzhaften Kärntner Kasnocken, traditionellen slowenischen Gerichten und der mediterranen Küche Italiens.

Streckenbeschaffenheit
Meine Interpretation der Alpe Adria Route richtet sich vor allem an Mountainbiker mit einem guten Fitnesslevel. Zudem solltest du dich auf Trails bis zur Kategorie S2 wohlfühlen und einen gesunden Entdeckergeist mitbringen. Einige Wege werden deutlich weniger frequentiert, als du es vielleicht von anderen Regionen der Alpen kennst. Dadurch kann es unter Umständen vorkommen, dass Wege teilweise zuwachsen oder auch längere Zeit nicht von Geröll oder Ästen befreit werden. Verglichen mit manch anderer Transalp ist der Anteil an Singletrails jedoch überschaubar. Trotzdem erwarten dich durchaus lange und auch technisch anspruchsvolle Wege. Falls dir diese zu schwierig erscheinen, erwähne ich in den Kommentaren meist Alternativen zur geplanten Routenführung.

Übernachten
Alle empfohlenen Etappenorte verfügen über eine gute Auswahl von Hotels, Gasthöfen und Pensionen. Eine Reservierung der Unterkunft ist generell vorteilhaft. Vor allem in Slowenien solltest du auch die oft herrlich gelegenen Campingplätze in deine Auswahl einbinden. Auf einigen davon kannst du auch eine kleine Hütte mieten, falls du weder Biwaksack noch Zelt mit dir führst.

Wenn du die Etappen etwas anpasst, ergeben sich tolle Möglichkeiten für eine Transalp mit Hüttenübernachtungen. Diese Aufteilung empfehle ich dir:
Tag 1: Wiesenhütte am Goldeck (halbe Tagesetappe)
Tag 2: Kohlröslhütte
Tag 3: Schutzhütte Oisternig
Tag 4: Poštarski dom na Vršiču
Tag 5: Rifugio Casoni Solarie
Tag 6: Gorizia oder ein Gasthof/Pension entlang der weiterführenden Route nach Triest

Anreise/Abreise
Start deiner Mehrtagestour ist in Spittal an der Drau, das verkehrsgünstig gelegen und sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto über die Tauernautobahn super zu erreichen ist. Für die Rückreise von Triest nach München Hauptbahnhof benötigst du beispielsweise acht bis zehn Stunden. Schneller sind spezialisierte Unternehmen, die einen Shuttleservice anbieten, der dich zurück zum Ausgangsort oder einen für deine Heimreise verkehrsgünstig gelegenen Bahnhof bringt.

Informationen dazu findest du zum Beispiel hier: alpeadria.bike/index.php/transfer

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    05:54
    51,6 km
    8,7 km/h
    1 650 m
    1 260 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Spittal an der Drau ist das urbane Zentrum Oberkärntens. Zentral gelegen, zwischen Drautal, Mölltal und dem Millstätter See, ist der Ort ein super Ausgangspunkt für deinen Alpencross. Die Verkehrsanbindung ist perfekt: So kannst du einerseits stressfrei mit Bahn oder Auto anreisen, andererseits auch ohne großes Brimborium wieder nach Hause oder zu deinem geparkten Auto gelangen.

    Den ersten Tag deines Alpencross beginnst du mit einer schönen Panorama-Etappe zum Akklimatisieren. Auf ruhigen Nebenstraßen und Wirtschaftswegen gelangst du zum malerischen Weißensee, der dich mit einem erfrischenden Bad und tollen Trails erwartet.

    Los geht es auf schmalen Sträßchen Richtung Goldeck, dem Hausberg von Spittal. 1.150 Höhenmeter stehen dir bevor. Der Ausblick dabei ist malerisch. Die Goldeck-Panoramastraße ist eine Sackgasse und dazu noch Mautstraße, wodurch sich der Verkehr sehr in Grenzen hält. Alternativ dazu kannst du von Spittal aus den Lift bis zur Bergstation der Talbahn Goldeck nutzen und deine Tagesetappe auf 1.800 Metern Höhe mit einer Gipfeltour zum 2.142 Meter hohen Aussichtsberg beginnen. Die Forststraße auf der Nordseite zwischen Schwaig und Bergstation ist für Radfahrer gesperrt, weshalb die Routenführung nicht den direkten Weg einschlägt. Aus eigener Kraft kannst du den Gipfel auch von der Mautstraße aus erreichen, indem du dieser bis zum Ende folgst und von dort auf der Schotterstraße bis zum Gipfel weiterfährst. Bedenke jedoch, dass du noch mehrere durchaus sportliche Etappen vor dir hast.

    Vom Goldeck geht es in das einsame Tal von Stockenboi, wo sich auch schon das Ostufer des Weißensees befindet. Die Route führt dich jedoch nicht direkt zum Seeufer, sondern du entdeckst vorher die malerischen Almen der Hermagorer Bodenalm und der Fischeralm, bevor du schließlich auf einem netten Trail zum Südufer des herrlich klaren Weißensees gelangst. Der tiefblaue See erinnert in seiner Form an einen norwegischen Fjord. Das Wasser hat Trinkwasserqualität. Da fühlen sich sowohl Fische als auch Badegäste wohl.
    An der breitesten Stelle beträgt die Distanz zwischen dem Nord- und Südufer gerade einmal 900 Meter. Zwei Drittel des knapp zwölf Kilometer langen Sees sind völlig unverbaut und stehen unter Naturschutz. Die ganze Region besitzt den Status eines Naturparks, mit dem zahlreiche Maßnahmen für den Schutz der Natur einhergehen. Trotzdem lassen sich damit tolle Mountainbike-Trails vereinbaren. Wenn du nach der Etappe noch motiviert bist, kannst du am See mehrere schöne und sehr empfehlenswerte Trails entdecken, die du ganz einfach mit der Seilbahn erreichen kannst.

    Übernachtungsmöglichkeiten findest du am Weißensee in großer Auswahl – darunter auch einige spezialisierte Unterkünfte für Mountainbiker.

    Informationen zu den Betriebszeiten und Tarifen der Lifte am Goldeck und am Weißensee findest du hier:


    sportberg-goldeck.com/liftpreise-sommer
    weissensee.com/weissensee/bergbahn-sommerpreise-kaernten.html

    Schwer
    08:00
    59,6 km
    7,5 km/h
    1 980 m
    2 100 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik nötig.

    Mit dem zweiten Tag deines Alpencross beginnt das Abenteuer erst richtig. Die Landschaft wird wilder, die Wege und Trails anspruchsvoller. Dich erwarten lange, schweißtreibende Anstiege, die dich am Ende mit unglaublichen Blicken und urigen Hütten belohnen. Am Karnischen Hauptkamm überquerst du die Grenze nach Italien und kannst von dort in drei Länder schauen: Italien, Österreich und Slowenien. Im Ersten Weltkrieg verlief hier die Front zwischen Österreich-Ungarn und Italien. Als Tagesabschluss erwartet dich auf italienischer Seite ein sagenhafter Singletrail, der dich direkt zum Etappenziel in Camporosso führt.

    Ganz nüchtern betrachtet folgt dein heutiger Tag folgendem Schema: Uphill - Hütte - Downhill - Transfer - Uphill - Hütte - Downhill - Fertig. Dahinter verbirgt sich eine spannende Etappe mit tollen Highlights. Vom Weißensee kurbelst du zunächst durch den dichten Wald zur Naggler Alm mit ihren offenen Weiden und schließlich weiter bis zur malerischen Jadersdorfer Ochsenalm. An der urigen Alm tollen die Hausschweine in der Wiese herum, während die Kühe daneben friedlich äsend als Statisten die Almidylle perfektionieren. Nur etwa 600 Meter entfernt befindet sich die Kohlröslhütte, die mit leckerer Küche und tollem Panorama über die Gailtaler Alpen, den Karnischen Hauptkamm und das abgelegene Gitschtal eine wunderbare Pausenmöglichkeit bietet.

    Tipp: Die Weißensee Bergbahn führt zur Naggler Alm. Damit kannst du etwa 400 Höhenmeter der Tagesetappe einsparen.

    Nach der Pause erwartet dich ein anfangs durchaus steiler Forstweg ins Gitschtal. Falls du dich hier wunderst, warum es so aussieht, wie es aussieht, dann liegt es daran, dass die Forstbetriebe nach einem verheerenden Sturm im Sommer 2017, bei dem zehntausende Bäume binnen Minuten vom Wind abgeknickt wurden, zum Abtransport des Holzes neue Zufahrten bauen mussten. Zwischen Jadersdorf und Hermagor erwartet dich ein schöner Mix aus Radwegen und Trails, die tendenziell abwärts führen und nur zum erneut Schwung holen kleine Gegenanstiege für dich bereithalten. In Hermagor kannst du dich für den zweiten Teil deiner Tagesetappe mit Proviant ausstatten. Die nächste Möglichkeit besteht in Vorderberg, wo sich direkt vor dem zweiten Anstieg des Tages, nur wenige hundert Meter abseits der Route, ein kleiner Dorfladen und der urige Gasthof Ortsburg befindet, wo du deine Trinkwasserreserven spätestens auffüllen solltest (Öffnungszeiten checken!).

    Zwischen Hermagor und Vorderberg folgst du dem gemächlich dahinfließenden Fluss Gail weiter nach Osten. Flankiert wird das Tal von den steilen und dicht bewaldeten Gebirgszügen der Gailtaler und der Karnischen Alpen. Nach der etwa 25 Kilometer langen, gemütlichen Transferstrecke erwartet dich am Nachmittag die schweißtreibende Auffahrt zur Feistritzer Alm. Nach 1.100 Höhenmetern erreichst du die urige Schutzhütte Oisternig mit ihrer herrlichen Panoramaterrasse. Im unteren Bereich der Auffahrt spendet dir der dichte Wald angenehmen Schatten und spätestens ab der Werbutzalm kannst du das traumhafte Panorama über das Gailtal genießen.

    Auf der Feistritzer Alm verläuft die Grenze nach Italien. In der Nähe befindet sich die Almkapelle Maria Schnee, die du auf einem kleinen Verdauungsspaziergang besuchen solltest. Zahlreiche Relikte aus dem Ersten Weltkrieg säumen den Weg.

    Nach der verdienten, zünftigen Pause auf der Alm geht es weiter zur Achomitzer Alm. Der schöne Panoramaweg hält nochmals fast einhundert Höhenmetern für dich bereit, ehe du dich schließlich auf den Arlecchino Trail freuen kannst. An der Alm überquerst du die grüne Grenze vom österreichischen Bundesland Kärnten in die italienische Provinz Friaul-Julisch Venetien. Dort beginnt auch direkt der abwechslungsreiche Trail. Zunächst verläuft er etwas wellig durch die Almwiesen, bevor er mit vielen flowigen Abschnitten, aber auch technischen Passagen mit Serpentinen und schmalen und ausgesetzten Stellen, bis zum Etappenziel in Camporosso führt. Solltest du dich nach der anstrengenden Etappe unsicher für den Trail fühlen, kannst du alternativ auf der fast vollständig asphaltierten Forststraße nach Ugovizza hinabrollen. Von dort gelangst du auf dem Bahnradweg zurück auf die geplante Route.


    Tipp: Die Übernachtung auf der Schutzhütte Oisternig auf der Feistritzer Alm ist ein tolles Erlebnis. Der Sonnenaufgang und -untergang am nahen Gipfel des Oisternig, aber auch direkt an der Hütte oder der Almkapelle bietet unbeschreiblich schöne Momente. Weiterer Vorteil: Am nächsten Morgen hast du wieder genug Konzentration und Energie für den Arlecchino Trail.

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  • Schwer
    07:52
    81,4 km
    10,3 km/h
    1 690 m
    2 040 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Szenenwechsel: Vom Dreiländereck Italien-Österreich-Slowenien und den Südflanken des Karnischen Hauptkamms gelangst du in die schroffen, teils unberührten Bergregionen der Julischen Alpen. Herrliche Bergseen und einer der schönsten Flüsse Europas erwarten dich. Unterwegs bietet sich die Möglichkeit für eine zusätzliche Portion Action an der Skiflugschanze in Planica sowie zahlreiche traumhafte Badestopps entlang des Flusses Soča.

    Nach dem kurzen Abstecher nach Italien erwartet dich schon nach etwa 20 Kilometern die Grenze nach Slowenien. Der Radweg nach Kranjska Gora zweigt kurz nach dem Grenzort Tarvisio in Richtung Slowenien ab. Diesem kannst du natürlich schnurstracks bis dahin folgen. Wenn Petrus dir gewogen ist und dich sogar mit Rückenwind etwas anschiebt, dann ist die Strecke zwischen Tarvisio und Kranjska Gora eine entspannte Angelegenheit. Die zwei Umwege, die ich dir in die Routenplanung eingebaut habe, sind den jeweiligen Abstecher definitiv wert: Die beiden Laghi di Fusine (Weißenfelser Seen) am Fuße des dritthöchsten Berges Sloweniens sind ein Naturjuwel. An keiner anderen Stelle wirst du die markante Kulisse des Mangart (2.679 Meter) besser präsentiert bekommen. Nur ein paar Kilometer weiter zweigt vom Bahnradweg eine ruhige Straße in den Talkessel von Planica ab, wo sich nach etwa anderthalb Kilometern der Blick auf die Skischanzen des dortigen Nordischen Zentrums öffnet. Selbst wenn du nicht die Gelegenheit haben solltest, die Athleten beim Training auf den spektakulären Schanzen zu beobachten, ist die eindrucksvolle Anlage einen Besuch wert.

    In Kranjska Gora befindet sich eines der großen slowenischen Wintersportzentren. Im Sommer dagegen lockt der Bikepark Downhiller und Endurofahrer aus aller Welt. Die funktional pragmatische Zweckarchitektur einiger Hotelkomplexe zeugt unübersehbar von der sozialistischen Vergangenheit. Sobald du den Ort in Richtung Vršičpass verlässt, erwartet dich die wilde und ursprüngliche Schönheit der Julischen Alpen. Im Wasser des Jasna-Sees am Ortsrand spiegeln sich die schroffen Kalksteinfelsen. Sobald du das beliebte Fotomotiv hinter dir gelassen hast, befindest du dich im Triglav Nationalpark. Bevor du der berühmten Russenstraße mit ihren 50 teilweise noch mit Kopfsteinpflaster aus Granit gepflasterten Kehren zum Pass folgst, empfehle ich dir den kurzen Umweg in das wildromantische Tal des Gebirgsbachs Velika Pisnica. Entlang des Weges bieten sich dir viele schöne Eindrücke des Nationalparks abseits der Straße.

    Die Russenstraße – diesen Namen trägt die historische Straße seit ihrer Errichtung durch russische Zwangsarbeiter während des Ersten Weltkriegs – steigt sukzessive bis zum Pass an. Ab der Hütte Tonkina Koča, kurz nach dem Aussichtspunkt auf den Prisank und das mystische Frauengesicht in der Felswand (Infotafeln zeigen dir worauf du achten musst), zweigt alternativ zur Passstraße ein Weg ab, dem du bis zur Hütte Poštarski dom na Vršiču unterhalb des Gipfel des Vršič, folgen kannst. Dort bietet sich dir eine schöne Möglichkeit für eine ausgiebige Pause mit leckerem slowenischem Essen und einem unvergleichlichen Panorama auf die Julischen Alpen.

    Auch beim Anblick des Höhenprofils kommt nun Freude auf. 37 Kilometer geht es bis nach Bovec abwärts. Bei näherer Betrachtung verstecken sich zwar noch etwa 300 Höhenmeter verteilt auf mehrere Gegenanstiege, doch sind diese kaum der Rede wert. Von der Hütte gelangst du zunächst hinab zum Vršičpass (1.611 Meter), dem höchstgelegenen Straßenpass Sloweniens. Auf schwindelerregend vielen Kehren rollst du von dort abwärts ins Sočatal. Nimm dir die Zeit und unterbreche deinen Abfahrtsrausch auf der schmalen Bergstraße, um hier und da den tollen Ausblick zu genießen. Ab Trenta wirst du nicht mehr umhinkommen wieder in die Pedale zu treten. Das Gefälle passt sich hier dem Flusslauf an. Straßenabschnitte, Wirtschaftswege und Trails wechseln sich ab. Unterwegs kannst du an zahlreichen Stellen ins kristallklare Wasser des Soča springen oder von den Hängebrücken aus Kajaker im Wildwasser beobachten. Durch kleine Ortschaften und immer wieder mit Blick auf den bildschönen Fluss gelangst du zum dritten Etappenort Bovec. Die coole Atmosphäre des Örtchens mit netten Cafés, Restaurants und einer schönen Auswahl an Unterkünften zieht zahlreiche Outdoor-Sportler an.

    Schwer
    05:58
    48,5 km
    8,1 km/h
    1 440 m
    1 660 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Am vierten Tag deines Alpencross tauchst du tief in die bewegte und bewegende Geschichte der Region ein. Spannende Pfade führen dich zu märchenhaften Wasserfällen, einem abgeschiedenen Bergkamm und zum Abschluss zurück an das Ufer des Soča bei Kobarid.

    Etwa drei Kilometer entfernt von Bovec befindet sich der malerische Wasserfall Slap Virje. Vor allem morgens, wenn die aufsteigende Sonne in das herabstürzende Wasser hineinscheint und tolle Lichteffekte zaubert, lohnt sich der Besuch. Zudem sind am Morgen und am Abend deutlich weniger Besucher hier als tagsüber. Vom nahegelegenen Stausee führt ein netter Trail zum Golfplatz von Bovec und du erreichst alsbald die Straße. Nur wenige Kilometer später entdeckst du etwas abseits der Straße den Wasserfall Slap Boka, der vor allem nach vorangegangen Regenfällen besonders eindrucksvoll ist. Mit 106 Metern Fallhöhe ist er der höchste in Slowenien.

    Bei Žaga beginnt der einzige richtig lange Anstieg des Tages. Von den etwa 1.050 Höhenmetern verlaufen die ersten 400 auf einer sehr wenig befahrenen Passstraße, bevor du schließlich auf einer alten Militärstraße moderat ansteigend bis zum Bergkamm des Stol hinaufkurbelst. Der dichte Laubwald spendet Schatten an heißen Sommertagen. Oben gibt es keine Hütte und nur wenige Möglichkeiten, um deine Wasservorräte aufzufüllen. Dafür gibt es zahlreiche schöne Plätze für ein entspanntes Picknick. Proviant solltest du bereits am Morgen in Bovec einpacken und zum Auffüllen von Trinkwasser jede Gelegenheit nutzen.

    Ein verhältnismäßig schmaler Streifen entlang des Bergrückens des Stol ist im Gegensatz zu den Flanken weitestgehend unbewaldet. Auf den Wiesen weiden Rinder, Esel, Schafe und Ziegen. Alles wirkt sehr ursprünglich. Vom nach Süden gen Italien ausgerichteten Weg hast du einen phänomenalen Blick auf das Tal des Flusses Nadiža und bei guter Sicht sogar bis zur Adria. Am Kobariški Stol befanden sich im Ersten Weltkrieg die Stellungen der Italiener. Noch immer finden sich am Weg zahlreiche Relikte aus dieser Zeit. Der schöne Trail führt dich etwa sechs Kilometer abwechslungsreich bis zu einer Wegkreuzung, die ab einer gewissen Wuchshöhe der Wiese nur noch schwer auszumachen ist. Folge dem unscheinbaren Trail hier nach links in den dichten Wald. Der Trail bietet dort viel Raum für eine kreative Linienwahl zwischen Bäumen, über Wurzeln und Steine. Unter Umständen wirst du hier ein paar Minuten abwärts schieben, bis du die Forststraße erreichst. Am Campingplatz von Trnovo ob Soči erreichst du den Fluss und wechselst die Talseite über die abenteuerliche Brücke. Ein schöner Weg führt hinauf in das Dörfchen Magozd. Dort findest du an einem Brunnen meist kühl gestellte Getränke für einen Beitrag in die Kasse des Vertrauens. Eine schöne Möglichkeit, um die beruhigende Atmosphäre der abgeschiedenen Siedlung zu genießen.

    Von Magozd gelangst du schließlich auf einem tollen Trail bis zur Kozjak Schlucht, wo sich der wunderschöne Wasserfall Slap Kozjak in eine vom Wasser natürliche geformte Halle ergießt und in einem smaragdgrün schimmernden Becken sammelt. Das Bike solltest du an der Weggabelung neben dem Bach abschließen und bis zum Wasserfall laufen. Auf dem Weg vom Wasserfall weiter bis zum Hauptweg Richtung Campingplatz Kamp Koren ist Radfahren nicht gestattet, weshalb du dein Bike für diese kurze Strecke schieben solltest.

    Einer der wohl am meisten fotografierten Spots des Sočatals erwartet dich bevor du dein heutiges Etappenziel erreichst: die Napoleonbrücke. Es folgt ein kurzer Anstieg und schon bist du in Kobarid, das mit seinem einladend freundlichen Ambiente ein tolles Etappenziel darstellt.

    Tipp: Oberhalb des Ortes befindet sich eine monumentale Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg gefallenen italienischen Soldaten. Der Besuch lohnt sich nicht nur wegen der tollen Aussicht, sondern vor allem deshalb, um dir selbst einmal mehr bewusst zu machen, wie glücklich du sein kannst heute zu leben und ein friedliches Europa mit offenen Grenzen erleben zu dürfen.

    Schwer
    06:37
    63,4 km
    9,6 km/h
    1 820 m
    1 960 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Weiter geht die Lektion in europäischer Geschichte. Dem Grenzverlauf zwischen Slowenien und Italien folgend, gelangst du in die zweigeteilte Stadt Gorizia/Nova Gorica, deinem vorletzten Etappenort. Schauplätze des Ersten Weltkriegs sind erneut allgegenwärtig. Museen und Orte des Gedenkens finden sich unter anderem an den Gipfeln von Kolovrat und Sabotin. Dazwischen liegen herrliche einsame Panoramastrecken und auch ein paar schöne Trails.

    Nach einem kurzen Warm-Up beginnt deine Tagesetappe mit einem Anstieg von fast 1.000 Höhenmetern zum Grenzkamm am Kolovrat. Dort lohnt sich ein Besuch der italienischen Verteidigungsanlagen und Stellungen aus dem Grande Guerra. Ein grenzübergreifendes Museum ist durchaus einen Besuch wert. An vielen Stellen kannst du zwischen der italienischen und slowenischen Seite hin und her kreuzen. Dabei hast du eine herrliche Aussicht auf die Julischen Alpen im Norden und die Hügel des Friaul, die in eine weite Ebene übergehen, bevor dein Blick im Süden auf die Adria trifft.

    Vom Kolovrat bis zum Hausberg von Gorizia, dem Monte Sabotino, verbindet eine Kammstraße kleine abgelegene Weiler dies- und jenseits der Landesgrenze. Mal schaust du ins Sočatal, mal ins Friaul. Weite Teile der Strecke folgen ehemaligen Militärstraßen. Auf etwa 40 Kilometern erwartet dich ein Mix aus schmalen Bergstraßen, Wirtschaftswegen und ein paar schönen Singletrails, die teilweise durch die verfallenen und zugewachsenen Stellungen führen. Am Kammweg sind Hütten und Versorgungsmöglichkeiten sehr rar. Nutze jede Gelegenheit, um an Brunnen Wasser aufzufüllen und decke dich noch vor Abfahrt in Kobarid mit ein paar Snacks ein.

    Am Sabotin/Monte Sabotino hast du die Gelegenheit ein weiteres Militärmuseum zu besuchen. Auch hier verläuft die Landesgrenze genau durch die historischen Anlagen. Den besten Blick auf Nova Gorica/Gorizia hast du vom Gipfel des Sabotin, den du wiederum von beiden Seiten erreichen kannst. Entlang der alten Eisenbahntrasse, die die Stadt teilt, verläuft die Landesgrenze. Der nordöstliche Teil der Stadt gehört zu Slowenien, der südliche Teil zu Italien. Ein schöner Trail zum Tagesabschluss führt dich schließlich in den italienischen Teil der Stadt, wo dich Straßencafés, Gelaterias und nette Restaurants mit typisch italienischem Charme erwarten.

    Schwer
    06:30
    66,2 km
    10,2 km/h
    1 020 m
    1 120 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Zum Abschluss deiner Transalp gibt es nochmal einige spannende Highlights zu sehen, verschlungene Pfade zu entdecken und am Ende die Adria-Metropole Triest zu erleben. Die Stadt kombiniert in einer interessanten Mischung das quirlige Leben Italiens mit dem historischen Ambiente der früheren Habsburger Monarchie, die mehr als 500 Jahre über die Stadt herrschte.

    Nachdem du Gorizia nach Süden über Rad- und Feldwege verlassen hast, gelangst du in den Karst. Markant hebt sich das Kalksteinplateau von der umgebenden Landschaft ab. In dem teilweise bizarr verwitterten Gestein verschwinden nicht nur ganze Flüsse, wie die Reka, sondern auch so manche Pfade des verzweigten Labyrinths aus Wegen. Aus diesem Grund solltest du aufmerksam den beschilderten Wegen folgen und offensichtlich befahrenen Trails eher vertrauen als so manchem Hinweis deiner Navigations-App. Die Region ist sehr dünn besiedelt. Einkehrmöglichkeiten und Brunnen sind selten, weshalb du Gelegenheiten zum Auftanken von Trinkwasser stets nutzen solltest. Die abwechslungsreiche Strecke führt dich auf Schotterwegen, Trails und ruhigen Nebenstraßen durch die karge Landschaft des Karstes zu Aussichtspunkten, militärischen Gedenkstätten und schließlich zu tollen Höhenwegen mit imposanten Blicken auf den Golf von Triest.

    Fast unbemerkt überquerst du zum letzten Mal auf deinem Alpencross die Landesgrenze nach Italien, nachdem du das Dörfchen Brestovica durchquert hast. Zwischen Aurisina und Opicina erwarten dich nochmals ein paar richtig schöne Trails und Panoramawege bevor du schließlich am alten Hafen von Triest, im Norden der Stadt, das Meer erreichst. Durch die Speicherstadt mit ihren historischen Lagergebäuden gelangst du bis ins Zentrum von Triest, wo du nach dem Überqueren des Canale Grande die Molo Audace entdecken wirst. Meiner Meinung nach gibt es nur wenige vergleichbare Plätze in Triest, um in Ruhe den Moment der Ankunft deines erfolgreichen Alpencrosses zu genießen, bevor du dich ins Getümmel der Stadt begibst. Der historische Kai ist der perfekte Platz dafür.

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Collection Statistik

  • Touren
    6
  • Distanz
    371 km
  • Zeit
    40:52 Std
  • Höhenmeter
    9 590 m10 130 m

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