Der Nibelungensteig – mit großen Helden im Odenwald

Wander-Collection von
komoot

Gerade noch führt dich der Nibelungensteig über einen dicht bewaldeten Höhenzug, als du plötzlich eine steinerne Mauer zwischen den Bäumen erkennen kannst. Diese ist uralt und nahezu vollständig von Pflanzen überwuchert. Du trittst durch einen Torbogen in die Ruine und stehst mitten in der ehrwürdigen Wildenburg – in einem gepflasterten Raum ohne Dach. Durch eine zerbrochene, meterdicke Wand hast du eine phänomenale Aussicht auf die Berge des Odenwalds, die sich unterhalb der Burg vor dir ausbreiten.

Der Nibelungensteig führt dich auf sieben Etappen über 130 Kilometer und mehr als 4000 Höhenmeter einmal von West nach Ost durch den sagenumwobenen Odenwald. Hier erstach Hagen von Tronje kaltblütig Siegfried von Xanten, den Held des Nibelungenlieds. Doch im Odenwald kannst du noch mehr Geschichte erleben. Das Gebiet wurde bereits vor über dreitausend Jahren besiedelt. Alle Bewohner, angefangen bei den Kelten und Römern, haben hier Überreste hinterlassen. Am beeindruckendsten sind die mächtigen Burgen, die hier in allen Stadien des Zerfalls für dich zu besichtigen sind. Manche Burgen stehen einsam und überwuchert im Wald, andere findest du, heute als Museen genutzt, in den kleinen Städten mit ihren gepflegten Fachwerkhäusern.

Der Wanderweg, der durch Hessen, Baden-Württemberg und Bayern führt, ist hervorragend ausgeschildert und du erkennst ihn an einem roten 'N' auf weißem Grund. Die Gegend ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, so hast du die Möglichkeit auch nur einzelne Abschnitte zu erwandern. Wenn du planst, die Strecke als Mehrtageswanderung zu absolvieren, lohnt es sich, frühzeitig zu buchen. Die kleinen Städte und winzigen Dörfer entlang des Nibelungensteigs verfügen meist über nur kleine Hotels und Pensionen.

Wanderkarte zum Nibelungensteig

Die sieben Etappen des Nibelungensteigs

  • Schwer
    08:39
    27,0 km
    3,1 km/h
    1 200 m
    930 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Deine Wanderung in die Sagenwelt der Nibelungen beginnt am westlichen Rand des Odenwalds in der beschaulichen Stadt Zwingenberg. Vom Bahnhof aus schlenderst du einige Schritte durch die Altstadt und beginnst dann am Stadttor deine Wanderung.

    Bereits auf der ersten Abschnitt dieser Etappe geht es hoch hinaus: Es erwarten dich der Melibokus und der Felsberg. Beide sind über 500 Meter hoch und belohnen deine Anstrengungen mit tollen Fernblicken in die Ebene unterhalb der Berge. Deine Wanderung geht durch dichte Wälder und entlang weiter Felder. Vom Felsberg führt dich die Wanderung durch das beeindruckende Felsenmeer. Die Steinbrocken aus Granit sind durch sogenannte Wollsackverwitterung entstanden und bilden heute diese unglaubliche Ansammlung aus Gestein am Hang des Felsbergs.

    Anschließend geht es weiter zum Dorf Reichenbach. Hier kannst du eine Rast einlegen, bevor es für dich auf den 576 Meter hohen Krehberg hinaufgeht. Nach dem Gipfelsturm geht es durch das Schlierbachtal zum Etappenziel Lindenfels mit seiner markanten Burgruine.

    Diese Etappe verlangt eine sehr gute Ausdauer. Wenn du dir etwas mehr Zeit gönnen möchtest, kannst du eine weitere Übernachtung im Dorf Reichenbach einplanen und die Tour auf zwei Tage aufteilen.

    Da Zwingenberg an einer wichtigen Eisenbahnstrecke liegt, ist es für dich problemlos mit dem Zug von allen großen Städten aus zu erreichen. Auch zwischen den einzelnen Etappenzielen bestehen gute Bus- und Bahnverbindungen. Informationen zu Fahrplänen erhältst du unter: rmv.de/c/de/start , odenwaldmobil.de/fahrplantabellen und vrn.de

  • Mittelschwer
    04:08
    13,7 km
    3,3 km/h
    410 m
    380 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Der Nibelungensteig führt dich heute wieder durch weiche Täler und über dicht bewaldete Bergrücken des Odenwaldes. Nach der Überquerung des ersten großen Berges geht es hinab ins Weschnitztal. Von dort führt ein steiler Serpentinenpfad hinauf zu der kleinen Walburgakapelle. Oben angekommen lohnt sich nicht nur der Besuch des kleinen Kirchengebäudes. Die Aussicht auf die liebliche Landschaft des Mittelgebirges lässt dich alle Strapazen vergessen.

    Nach Überwindung einer kleinen, weiteren Anhöhe geht es hinab durch das beschauliche Gassbachtal. Im Kuchenparadies Café Bauer kannst du noch eine Rast einlegen, um wieder Energie zu tanken. Frisch gestärkt kann es dann weitergehen zum heutigen Etappenziel Grasellenbach.

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  • Schwer
    08:00
    27,5 km
    3,4 km/h
    780 m
    650 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Heute wirst du gleich mehrere große Highlights des Nibelungensteigs erleben. Von Grasellenbach geht es zunächst hinauf zum Siegfriedbrunnen. Der Sage nach wurde hier der große Held des Nibelungenlieds getötet.

    Nachdem du das Hochmoor "Rotes Wasser" durchquert hast, geht es durch Berg und Tal hinab zum Marbach. Du folgst dem Lauf des Baches bis zum kleinen Marbach-Stausee. Der Odenwald ist zwar durchzogen von unzähligen Bächen und kleinen Flüssen, aber es gibt nur wenige stehende Gewässer. Der Marbach-Stausee ist sogar das größte Stillgewässer im gesamten Mittelgebirge.

    Du folgst dem Marbach, bis er in die Mümling fließt, die du selbst in Ebersberg überquerst. In Ebersberg kannst du auch im Restaurant Waldschenke einkehren, um dich für die weitere Wanderung zu stärken. Bevor du dich an den Aufstieg zum Etappenziel Erbach-Bullau machst, kannst du noch das elegante Himbächelviadukt bewundern, auf dem die Eisenbahn hier das Tal überquert.

    Wenn dir die Tour für einen Tag zu lang und zu anstrengend ist, bietet es sich an, in Ebersberg oder Hetzbach eine weitere Übernachtung einzuplanen. Teil dir dann einfach die Etappe auf zwei Tage auf, damit die du Landschaft und die Sehenswürdigkeiten auch wirklich genießen kannst.

  • Mittelschwer
    04:03
    14,2 km
    3,5 km/h
    320 m
    250 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Über einen langen und gemütlichen Abstieg geht es auf dieser Etappe von Bullau hinab nach Schöllenbach. Der Weg führt durch einen dichten Wald und du kannst hier die friedliche Natur in vollen Zügen genießen.

    In Schöllenbach kannst du im Gasthof "Zur schönen Aussicht" eine gemütliche Rast einlegen und anschließend die kleine Kapelle besuchen. Danach geht es über einen steilen Aufstieg in Richtung des Höhenorts Hesselbach. Du wanderst in einer weiten Runde um die Stadt herum, denn so hast du die Chance die restaurierten Wehranlage des römischen Limes zu bestaunen.

    Nach der Runde entlang der ehemaligen Wachtürme der römischen Besatzer geht es schließlich zu deinem Etappenziel Hesseneck-Hesselbach.

  • Schwer
    07:27
    24,2 km
    3,2 km/h
    590 m
    970 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Auf dieser Etappe kommen einige Höhenmeter für dich zusammen. Von Hesselbach aus startest du den Abstieg vom Rücken des Bergs "Der Kolli". Nach einem kurzen Abstecher nach Baden-Württemberg führt dich der Nibelungensteig nun nach Bayern.

    Der Wanderweg verläuft weiter zum Breitenbach. Du folgst seinem Lauf, bis du in das winzige Dorf Breitenbach gelangst. Von den ehemals zahlreichen Höfen sind heute nur noch sehr wenige übrig geblieben. Von hier beginnen die heutigen Aufstiege. Nachdem du das Örtchen Ottorfszell passiert hast, geht es hinauf zum Preuschner Berg. Oben angekommen, erreichst du Preunschen.

    Sowohl in Ottorfszell als auch in Preunschen kannst du eine Rast einlegen und dich in den jeweiligen Gasthäusern stärken. Nachdem du Preunschen verlassen hast, erreichst du das Highlight des Tages. Die Ruine der Wildenburg ist gewaltig und sie wirkt wie die perfekte Filmkulisse. Besonders spannend ist es aber zu sehen, wie sehr die Natur das Gemäuer überwuchert und sich ihren Raum zurückholt.

    Nach einem weiteren strammen Ab- und Aufstieg in Richtung Beuchen erreichst du das Etappenziel Amorbach und hast dir deine Einkehr wirklich verdient. Diese Tour ist wirklich eine Herausforderung, daher kannst du dir die Etappe auch problemlos auf zwei Tage aufteilen. Such dir einfach eine Unterkunft auf halber Strecke, dann hast du auch mehr Energie, um die phänomenale Burgruine zu erforschen.

  • Mittelschwer
    03:51
    13,0 km
    3,4 km/h
    390 m
    370 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Nach der sehr anstrengenden fünften Etappe geht es heute etwas gemütlicher zu. Genieße den Rummel in der traumhaften Barockstadt Amorbach und schlendere noch ein wenig durch die Gassen, bevor du dich wieder auf den Weg machst. Über einen kurzen Serpentinenaufstieg erreichst du auf dem Gotthardsberg oberhalb von Amorbach eine alte Kirchenruine. Wenn du Lust hast, kletterst du auf den Aussichtsturm. Von dort aus hast du einen unglaublichen Rundumblick über den Odenwald und seine Bergketten.

    Anschließend geht es über einen langen, aber gemächlichen Aufstieg durch Wälder und Wiesen weiter zum heutigen Etappenziel. Nachdem du den höchsten Punkt dieser Wanderung, den Greinberg, überschritten hast, eröffnen sich dir bereits immer wieder phänomenale Aussichten auf das vor dir liegende Maintal.

    Gleichmäßig führt dich der Nibelungensteig hinab ins schöne Miltenberg, wo dich die großartig erhaltene und gepflegte Mildenburg auf eine gedankliche Reise ins Mittelalter einlädt.

    Auf der heutigen Etappe findet sich für dich keine Einkehrmöglichkeit. Am besten versorgst du dich vorab mit ausreichend Proviant und vor allem Wasser und packst es in deinen Rucksack.

  • Mittelschwer
    03:42
    12,5 km
    3,4 km/h
    360 m
    330 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Verglichen mit einigen anderen Etappen, erwartet dich heute eine echte Genusswanderung. Nachdem du die malerische Altstadt von Miltenberg verlassen hast, verläuft der Nibelungensteig entlang des Mains bis nach Bürgstadt. Dort lohnt sich der Besuch der berühmten Martinskapelle, die im Innenraum vom Renaissancemaler Andreas Herneisen in besonderer Art und Weise verziert wurde.

    Danach folgt dein letzter Anstieg hinauf zum Bürgstädter Berg. Auf dem Berg lassen sich an vielen Stellen uralte Überreste einer Wallanlage erkennen. Außerdem siehst du an verschiedenen Stellen die Hinweise auf Steinmetzarbeiten. Schon die Römer haben hier Stein gebrochen und oft noch an Ort und Stelle grob in Form gebracht, bevor sie die Steine abtransportiert haben.

    Bei deinem letzten Abstieg kannst du den Blick auf den Main genießen, der hier zwischen grünen Hängen gleichmäßig dahin fließt. Bevor du Freudenburg und seine dramatische Burgruine erreichst, kannst du etwas oberhalb der Stadt Überreste einer kleinen, ehemaligen Festungsanlage finden. Schau genau hin, vom sogenannten Räuberschlösschen sind nur noch die Grundmauern erhalten.

    Nach sieben großartigen Tagen bist du nicht nur einmal quer durch den Odenwald, sondern auch quer durch die Sagenwelt und Besiedlungsgeschichte dieses Mittelgebirges gewandert. Du hast diese malerische und fruchtbare Landschaft als Wanderer selbst erfahren und kannst gut nachvollziehen, was die Menschen immer wieder in diesen Landstrich gezogen hat.

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