So alt, so grün, so rostig – 3 Entdeckungstouren durchs Ruhrgebiet

Rennrad-Collection von
komoot

Mit dem Fahrrad durchs Ruhrgebiet zu fahren ist ein bisschen wie ein Schaufensterbummel. Hinter jeder Kurve wartet eine kleine Überraschung. Irgendetwas Altes, Großes, Rostiges. Irgendwas Spannendes mit einer tollen Geschichte. Oder irgendetwas Grünes, Wunderschönes, Natürliches. Kaum eine Gegend bietet eine derartige Dichte von Sehenswertem – das Ruhrgebiet ist eine Schatzkiste der Industriekultur. Und diese Touren sind deine Schatzkarten. Wir haben drei 100-Kilometer-Runden zu verschiedenen Themen ausgearbeitet, auf denen dir ganz bestimmt nicht langweilig wird. Und dabei ist es ganz egal, ob du die Schätze im Vorüberfliegen wahrnimmst oder ganz in Ruhe auf dich einwirken lässt.

Jede Tour hat ein anderes Thema: Wir beginnen mit den schönsten Altstädten des Ruhrgebietes – eine herrliche Verknüpfung von urbanem Leben, Kultur und kulinarischen Zwischenstopps. Die zweite Tour führt fast ausschließlich über Bahntrassenradwege, die grünen „Hinterhöfe“ des Ruhrgebiets, und das historische Erbe des Kohlebergbaus, das heute so schön genutzt werden kann. Fernab vom stressigen Verkehr der Metropol-Region erradelst du dir hier ein Stück Industriegeschichte. Auf Tour Nummer Drei geht es feucht (und bestimmt auch fröhlich) zu. Entlang der Ruhr, schöner Stauseen, Bächlein, Kanäle und dem Dortmunder Hafen entdeckst du auf dieser Runde ein erfrischend feuchtes und wunderbar natürliches Ruhrgebiet, wie du es nur auf dem Fahrrad erleben kannst. Wo du die Touren startest steht dir völlig frei. Wir schlagen dir als Ausgangspunkte Hattingen und Bochum vor, weil du hier super einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin kommst.

Diesen Touren kombinieren „möglichst ruhig“ und dennoch „rennradtauglich“ miteinander. Bundesstraßen haben wir weitestgehend außen vor gelassen und führen dich lieber über ruhige Landstraßen, Radwege und auch mal einen geschotterten Abschnitt. Mit rund 100 Kilometern ist die Distanz jeweils bestens für eine (Halb-)Tagestour geeignet. Der Einsteiger nimmt’s als Challenge, der Routinier wird aber auch ein paar Stunden unterwegs sein. Und wenn’s wirklich mal zu viel wird: Du bist immer noch im Ruhrgebiet – der nächste Bahnhof ist ganz bestimmt nicht weit weg.

Auf der Karte

Die Touren

  • Schwer
    06:30
    109 km
    16,8 km/h
    1 120 m
    1 120 m
    Schwere Rennrad-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Diese Tour kombiniert eine ausgiebige Rennradrunde mit einem richtig schönen Sightseeing! Wir zeigen dir hier nicht nur eine tolle Route, sondern haben fünf der schönsten Altstädte des Ruhrgebiets darin eingebaut. Okay, das ist nicht ganz korrekt: Mit Düsseldorf und Solingen verlassen wir genau genommen kurz mal den schönen Pott. Was aber an der Sache nichts ändert: Die Tour ist klasse, die Städte ebenfalls.Los geht es in Hattingen, wo wirklich eine beeindruckende Altstadt auf dich wartet. Bei schönem Wetter kannst du hier ruhig noch etwas Zeit einplanen und die Tour mit einem Stopp im Biergarten eines der Cafés oder Restaurants starten oder beenden. Raus aus der Stadt wirst du nun einige Male die Ruhr streifen, besonders schön ist der Abschnitt über den Leinpfad, der dich direkt zum nächsten Highlight führt: der Altstadt von Essen Kettwig.Im Anschluss verlässt du kurz den schönen Pott und enterst das Rheinland. Es liegt aber auch alles nahe beisammen hier. In Düsseldorf Kaiserswerth lohnt ein kurzer Stopp am Marktplatz der Altstadt oder alternativ am Rheinufer. Die Route führt dich im Anschluss direkt am Flughafen vorbei und wir sind uns ziemlich sicher, dass die startenden und landenden Jets dich zu einer kleinen Rast inspirieren.Es folgt ein kleiner „Mini-Gravel-Part“. Der ist aber auch mit dem Renner kein Problem (außer du bist sehr empfindlich) und umgeht ein gutes Stück Straße mit regem Verkehr. Auf dem Weg nach Mettmann trittst du nun in die Fußstapfen der Tour de France Piloten, die im Sommer 2017 genau hierher fuhren. Von Kaiserswerth bis hierher hast du nun die verkehrsreichste Etappe der Tour gemeistert. Ab jetzt wird es wieder ländlich.Über die Korkenziehertrasse erreichst du Solingen Gräfrath, die vorletzte schöne Altstadt unserer Tour. Du passierst Wuppertal (mit Blick auf die bekannte Schwebebahn) und nimmst über einen wunderbar abgelegenen Höhenweg Kurs auf die Bücherstadt Velbert-Langenberg. Noch ein knackiger Anstieg durchs ruhige Wodantal und du bist zurück in Hattingen. Gerade das letzte Stück der Tour ist mit viel Auf und Ab durchaus fordernd. Du kannst an verschiedenen Stellen gut abkürzen, indem du zum Beispiel den Stopp in Düsseldorf oder Solingen raus lässt. Alternativ bieten sich genügend Möglichkeiten, die Tour per Bahn zu beenden, wenn du genug haben solltest. Düsseldorf, Mettmann, Wuppertal oder Langenberg – alles Städte die super ans S-Bahn-Netz angebunden sind und von wo aus du unkompliziert zurück nach Hattingen kommst.

  • Schwer
    05:19
    108 km
    20,3 km/h
    800 m
    810 m
    Schwere Rennrad-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Diese Tour ist hervorragend geeignet, wenn du in kürzester Zeit dem Trubel der Stadt entkommen möchtest. Sie führt dich fast 100 Kilometer kreuz und quer durch den Ruhrpott und das zum allergrößten Teil ohne Autoverkehr. Das mittlerweile sehr dichte Radwegenetz des Ruhrgebietes macht’s möglich und ein Erbe der industriellen Vergangenheit des „Kohlepott“ spielt dabei eine besondere Rolle: die alten Bahnverbindungen. Früher wurde hier die Kohle von der Zeche zur Industrie gefahren, heute sind viele der alten Trassen zu Radwegen umfunktioniert worden. Sage und schreibe neun davon haben wir in diese schöne Runde gepackt. Eine Runde durchs grüne Ruhrgebiet und gleichzeitig eine Runde der Industriekultur.Du startest am Bochumer Bahnhof – nach nicht mal zwei Kilometern kommt die erste Trasse, der Springorum Radweg. Dem folgt du ein kleines Stück, bevor du ein wunderbares Kleinod erreichst. Eine kleine Radsport-Trainingsstrecke, die erst 2009 zu Ehren von Radsport Legende Walter Lohmann gebaut wurde. Sie ist mitten in einem kleinen Wäldchen gelegen und so herrlich ruhig, dass du es genießen wirst, hier ein paar Runden zu drehen.Weiter geht’s: Vorbei am alten Opel-Werk erreichst du bald den „Rheinischen Esel“, einen der ältesten Trassenradwege des Ruhrgebietes. Du folgst ihm auf dem erst kürzlich neu asphaltierten Abschnitt bis nach Witten. Vorbei am Wittener Bahnhof überquerst du die Ruhr und wirst direkt auf dem Ruhrtalradweg ausgespuckt, dem du für ein paar Kilometer folgst.Der Elbschetal Radweg ist noch brandneu. Er wurde erst 2017 eingeweiht, sein Asphalt ist quasi noch jungfräulich. Der Weg ist wunderschön und führt schnurgerade mitten durchs Grüne. Da die Trasse noch nicht ganz zu Ende gebaut wurde, folgt im Anschluss ein kleines Stück Landstraße. Die ist aber so klein und beschaulich, dass auch sie als durchweg genussvoll durchgeht. Bevor du nun wieder auf die nächste Trasse einbiegst, können wir dir noch ein gastronomisches Highlight empfehlen: Das kleine „Café Kännchen“ ist total gemütlich. Es ist mit viel Liebe eingerichtet und alles ist selbstgemacht. Eine kleine Kaffee- und Kuchenpause können wir dir nur empfehlen.Dann folgst du der „Kohlenbahn“ nach Haßlinghausen und im weiteren Verlauf nach Hattingen. Am alten Bahnhof von Spröckhövel bietet sich eine weitere Pause an. Neben dem Biohof-Laden befindet sich ein gemütliches Café, in dem du hausgemachte Speisen und selbstgebackenen Kuchen genießen kannst.Hinter Hattingen wartet nochmal der Ruhrtalradweg auf dich, dem du auf einem der schönsten Abschnitte unmittelbar neben der Ruhr bis nach Essen Steele folgst. Die Grugatrasse führt dich nun mitten durch Essen direkt auf das neue Highlight des Ruhrgebietes: den „Radschnellweg Ruhr“, auch RS1 genannt, der irgendwann über 100 Kilometer lang von Duisburg bis nach Hamm führen soll. Die ersten zehn Kilometer stehen schon. Wenn du magst und noch etwas Zeit und Luft hast, können wir dir am Abzweig von der Grugatrasse empfehlen nach links abzubiegen und dem RS1 bis zum derzeitigen Ende in Mühlheim zu folgen. Einfach, weil man diesen Radweg gesehen haben muss, der beinahe mitten durch den Mühlheimer Hauptbahnhof führt.Das letzte große Highlight der Runde ist die Erzbahntrasse in Richtung Bochum, der du mit einem weiteren Verpflegungsstopp echten Kultstatus verleihen kannst. „Holgers Erzbahnbude“ an der Kreuzung vom „Kray-Wanner-Radweg“ und der Erzbahntrasse braucht eigentlich keine großartige Einführung. Stoppe kurz am kultigen Bauwagen, gönne dir eine Limo oder ein Stück Kuchen und lass es dir gut gehen.Auf der Erzbahntrasse reihen sich die Highlights nochmal aneinander. Du siehst einen alten Förderturm, überquerst beeindruckende Brückenbauwerke und endest direkt an der Jahrhunderthalle in Bochum und dem interessanten Außengelände, auf dem es jede Menge zu entdecken gibt. Von hier aus bist du in ein paar Minuten zurück am Bochumer Hauptbahnhof.Einige der Bahntrassen sind nicht asphaltiert. Stattdessen sind sie fein geschottert, was aber auch mit dem Rennrad kein Problem ist, sofern das für dich in Ordnung geht. Einige der Trassenabschnitte sind sehr beliebt, so dass es zu Stoßzeiten bei gutem Wetter schonmal voller werden kann. Wenn du relativ früh morgens fährst, hast du in der Regel noch freie Fahrt.

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  • Schwer
    05:36
    106 km
    18,9 km/h
    670 m
    670 m
    Fähre
    Schwere Rennrad-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad evtl. tragen müssen. Der Startpunkt der Tour ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Tour enthält Überquerungen mit der Fähre.

    Wenn du dich schonmal gewundert haben solltest, wie grün das Ruhrgebiet ist... heute wollen wir dir mal zeigen, wie feucht es zudem sein kann! Diese schöne Tour integriert alles, was mit Wasser zu tun hat. Natürlich darf bei einer Tour durch den Pott die Ruhr nicht fehlen. Aber wir haben noch viel mehr auf Lager. Du passierst wunderschöne Stauseen, fährst entlang plätschernder Bäche durch idyllische, kleine Täler und folgst dem schnurgeraden Verlauf von Kanälen, auf denen große Frachter mit ihren tonnenschweren Lasten schippern. Wir führen dich sogar durch einen geschäftigen Hafen und du setzt per Fähre über. Mehr Wasser geht doch wirklich nicht, oder?Start der Tour ist der Bochumer Hauptbahnhof. Weil er so gut erreichbar ist und so schön zentral liegt. Von dort aus ist es ein Kinderspiel, hinunter zur Ruhr zu rollen und am Kemnader See zum ersten Mal den Seeblick zu genießen. Es folgt besagte Fährfahrt: ein echtes Highlight – so eine Fahrt mit der Fähre ist immer ein kleines Abenteuer und eine schöne Abwechslung – beachte nur die Fahrzeiten.Entlang dem Ruhrtalradweg passierst du den Harkortsee und den Hengsteysee, bevor es kurz aber knackig bergauf geht. Die Serpentinen hoch zur Hohensyburg sind sozusagen die Bergwertung des Tages, denn insgesamt ist das Höhenprofil dieser Runde eher flach. Die Anstrengung wird sogleich mit einer schönen Abfahrt durchs Wannebachtal belohnt. Die Unterquerung der Autobahn A45 erinnert einmal kurz daran, dass du dich mitten im Ruhrgebiet befindest, bevor wir dich über wunderbar abgelegene Wege und Seitenstraßen nach Dortmund führen. Hier sind der schöne Phoenix-See mit seinem tollen Radweg, der Emscher Radweg und der Hafen die feucht-fröhlichen Highlights.Raus aus Dortmund kannst du es auf einer schönen Überlandfahrt über ruhige Landstraßen und Radwege richtig laufen Lassen. Nächstes Etappenziel: der Rhein-Herne-Kanal, wo es wieder eine Menge zu entdecken gibt. Seien es die Schiffe, die Schleusenanlagen oder die Industriedenkmäler entlang der Strecke – langweilig wird es hier nicht. Der Rückweg nach Bochum ist nochmal ein Highlight für sich. Über die komplett asphaltierte Erzbahntrasse fliegst du förmlich zurück zum Ausgangspunkt, dem Bochumer Hauptbahnhof.Wir haben für diese Tour einen schönen Kompromiss aus einer möglichst ruhigen, naturnahen Streckenführung bei gleichzeitiger Rennrad-Tauglichkeit gewählt. Du fährst überwiegend über ruhige Straßen oder Radwege, nur ganz selten direkt im Autoverkehr. Einige Wege sind allerdings nicht asphaltiert, dennoch aber mit einem normalen Rennrad machbar (der typische verdichtete Radwege-Schotter). Die superleichte Rennfeile mit 23er Reifen ist aber ehrlicherweise nicht das richtige Arbeitsgerät. Einige der Abschnitte sind ein recht beliebtes Wochenendziel von Radfahrern und Fußgängern. Zu Stoßzeiten solltest du hier nicht gerade dein Zeitfahrtraining einplanen, sondern entsprechend rücksichtsvoll fahren. Wenn du die schönen Wege lieber für dich allein genießen willst, fahr einfach früher los. Zum Sonnenaufgang sind die Flüsse, Seen und Kanäle ganz besonders reizvoll.

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