Brücken – mit der S-Bahn zur Ingenieurskunst vergangener Tage

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S-Bahn Berlin
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Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts war Berlin ein verschlafenes Nest in einer sumpfigen Senke inmitten der Hügellandschaft von Brandenburg. Doch seitdem hat die Stadt eine unvergleichliche Entwicklung durchgemacht. Mit dem rasanten Wachstum stieg auch die Anforderung an den Verkehr – und das bei den unzähligen Flüssen, Seen und Sümpfen. Die Berliner zeigten sich kreativ. Zahlreiche Kanäle wurden geplant, damit die neuen Fabriken mit Rohstoffen versorgt werden konnten. Eisenbahngleise zogen kreuz und quer durchs Stadtgebiet, um Menschen und Güter zu ihrem Ziel zu bringen. Straßen wurden ausgebaut, denn auf dem sumpfigen Boden konnten bald keine Kutschen oder Autos mehr fahren. Damit sich hier keiner in die Quere kam, gab es nur eine Lösung: Brücken. Überall in Berlin entstanden große und kleine Brückenbauten. Fußgängerbrücken über Kanäle, Eisenbahnbrücken über Kreuzungen, Autobrücken über Flüsse und natürlich Brücken über Eisenbahngleise. Mit über 900 Brücken stehen heute in Berlin doppelt so viele Brücken wie in der Lagunenstadt Venedig.

Wir haben dir neun Touren ausgewählt, die dich zu den schönsten und geschichtsträchtigsten Brücken in Berlin führen. Jede Brücke erzählt dabei ihre ganz persönliche Geschichte. Manche stolze Brücke ist in Vergessenheit geraten, eine andere versteckt ihre besondere Bedeutung hinter schlichter Eleganz und die nächste erfreut sich heute besonderer Beliebtheit. Und da die meisten Brücken in ganz enger Verbindung mit der großen Berliner Eisenbahngeschichte stehen, kannst du alle neun Touren ganz bequem mit der S-Bahn erreichen.

Such dir deine Lieblingsbrücke aus und lass dich hineinziehen in die aufregende Geschichte von Berlin.

Fahrplanauskünfte und Ticketpreise findest du unter sbahn.berlin

Auf der Karte

Touren & Highlights

  • Mittelschwer
    03:04
    11,9 km
    3,9 km/h
    60 m
    60 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Die Glienicker Brücke gehört zu den echten Berühmtheiten unter den Berliner Brückenbauten. Die elegante Stahlfachwerkbrücke stammt aus dem Jahre 1907 und ersetzte damals die rund 70 Jahre alte Steinbrücke des preußischen Hofarchitekten Schinkel. Ihre Berühmtheit erlangte die Glienicker Brücke durch ihre besondere Lage. Am äußersten Rand von West-Berlin war sie beim Mauerbau zu bewachtem Grenzgebiet geworden. Im Gegensatz zu den innerstädtischen Grenzübergängen lag die Brücke aber am stillen Grunewald. Als 1962 Amerikaner und Sowjets gefangene Agenten austauschen wollten, entschied man sich daher für die abgelegene Brücke. Zwischen 1962 und 1989 fand insgesamt nur dreimal ein solcher Austausch statt, trotzdem ist die Brücke heute vor allem als Agentenbrücke bekannt.

    Im 10-Minuten-Takt bringt dich die S-Bahn-Linie 7 von Berlin zum Potsdamer Hauptbahnhof. Du verlässt den Bahnhof in Richtung Innenstadt, biegst aber auf der langen Brücke direkt auf die Freundschaftsinsel ab. Durch den schönen Garten auf der Insel schlenderst du gemütlich in Richtung Berliner Vorstadt. Für eine Weile spazierst du auf der Berliner Straße an den prachtvollen Gründerzeithäusern entlang, bis du an der Havel schließlich auf die Glienicker Brücke triffst. Bis heute hat der Bau wenig an seinem Charme verloren und nachdem du die Brücke überquert hast, lohnt sich ein Abstecher zum Schloss Glienicke und dem angeschlossenen Café. Nach einer kurzen Pause wanderst du weiter zum Griebnitzsee. Du folgst dem Uferweg bis zur Hubertusbrücke, wo du den Teltowkanal überquerst. Wenig später erreichst du den Bahnhof Griebnitzsee. Von dort aus bringt dich die S-Bahn-Linie 7 zurück nach Hause.

  • Mittelschwer
    04:02
    15,8 km
    3,9 km/h
    60 m
    60 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Über einen Teil seiner Strecke war der Teltowkanal während der Deutschen Teilung Grenzgebiet – so auch im Grunewald. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts führten hier allerdings die Gleise der Friedhofsbahn durch den Wald. Mit der rasant steigenden Bevölkerungszahl von Berlin hatte man zur Jahrhundertwende damit begonnen, neue Friedhöfe außerhalb der Stadt anzulegen. Einer der Friedhöfe lag in Stahnsdorf und vor allem die Bewohner von Zehlendorf und Steglitz bestatteten hier ihre Toten. Um die Trauernden sicher und schnell zum Friedhof zu transportieren, wurde eine neue S-Bahn-Linie, die sogenannte Friedhofsbahn, eingerichtet. Als 1961 die Mauer zwischen West- und Ost-Berlin gebaut wurde, duldete die DDR-Führung keine weitere Nutzung der Friedhofsbahn. Alles Bitten und Klagen half nichts, die Linie wurde stillgelegt. Übrig geblieben sind heute nur noch wenige überwucherte Gleise und vor allem die markante Eisenbahnbrücke, die über den Teltowkanal führt. Da die Brücke in naher Zukunft abgerissen wird, solltest du dich beeilen, der Brücke einen Besuch abzustatten.

    Am S-Bahnhof Lichterfelde-Süd, der im 10-Minuten-Takt von der S-Bahn-Linie 26 angefahren wird, beginnt deine Wanderung. Entlang der Kirschblütenallee des Berliner Mauerwegs geht es zum Teltowkanal. Hier erwarten dich bequeme und gut ausgebaute Uferwege. Du folgst dem Lauf des Kanals und wanderst gemütlich weiter in Richtung Westen. Immer am Wasser entlang geht es an der Hakeburg und der Schleuse Kleinmachnow vorbei. Kurz darauf erreichst du die ersten Ausläufer des Grunewalds. Du unterquerst die Autobahnbrücke der A115 und stehst dann endlich vor der alten Eisenbahnbrücke. Mit ihrer Fachwerkkonstruktion könnte sie auch aus einem Wildwestfilm stammen. Ein wenig später triffst du auf eine weitere verlassene Brücke. Über die unscheinbare Brücke führte einst der alte Verlauf der Autobahn und hier befand sich ein Grenzübergang. Mittlerweile können nur noch Fußgänger die Brücke überqueren. Auf der anderen Uferseite geht es weiter bis zum S-Bahnhof Griebnitzsee. Hier steigst du in die S-Bahn-Linie 7, die im 10-Minuten-Takt in Richtung Berlin fährt.

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  • Mittelschwer
    02:55
    11,3 km
    3,9 km/h
    60 m
    60 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Obwohl der Tegeler Hafen bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Industriehafen genutzt wurde, entwickelte sich das Ufer des benachbarten Tegeler Sees zu einem beliebten Ausflugsziel der Berliner Stadtbevölkerung. Zu Beginn ließen sich die Ausflugsgäste noch vom Fischer Siebert mit dessen Kahn an der Mündung des Tegeler Fließes übersetzen. Für die Überfahrt verlangte der findige Fischer einen halben Groschen, einen sogenannten 'Sechser'. Bald gab der Fischer die Fischerei auf und betätigte sich nur noch als Fährmann. Immer mehr Gäste kamen und der Fischer ersetzte sein Boot durch eine schlichte Holzbrücke. Den halben Groschen ließ er sich weiterhin bezahlen und so entstand die erste Sechserbrücke. Als das Becken des Tegeler Hafens ausgebaut wurde, musste die kleine Holzbrücke abgerissen werden. Ersetzt wurde sie durch eine große Brücke mit einer Metallfachwerkkonstruktion. Auch hier war der halbe Groschen für die Benutzung fällig und daher hält sich der Name Sechserbrücke bis heute.

    Deine Wanderung beginnt am S-Bahnhof Tegel, der alle 20 Minuten von der S-Bahn-Linie 25 angefahren wird. Du verlässt den Bahnhof und schlenderst an den eleganten Neubauten entlang durch den Tegeler Hafen bis zur Sechserbrücke. Hier überquerst du die Hafeneinfahrt und das Tegeler Fließ. Mittlerweile ist die Nutzung kostenlos, die alten Kassenhäuschen sind aber immer noch vorhanden. Auf der anderen Seite folgst du dem Uferweg bis zum Wildgehege im Tegeler Forst. Hier kannst du die Wildschweine und Hirsche beobachten, bevor du deine Wanderung fortsetzt. In einer großen Runde geht es durch den Tegeler Forst zurück zur Sechserbrücke. Dort angekommen, spazierst du zurück zum Bahnhof Tegel und trittst dort deine Heimreise an.

  • Mittelschwer
    01:39
    6,45 km
    3,9 km/h
    20 m
    20 m
    Mittelschwere Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die großen Ländereien des Guts Rahnsdorf am Rande von Berlin aufgelöst und veräußert. Zu den Ländereien gehörten auch weitläufige Sumpfwiesen östlich des kleinen Müggelsees. Um diese Feuchtwiesen nutzbar zu machen, entwickelte das Bauamt Köpenick einen Entwässerungsplan. Mittels mehrerer Kanäle sollte das Wasser gebündelt und somit Bauland geschaffen werden. Ab 1928 entstand hier eine kleine Wohnsiedlung, die fortan nur noch unter dem Namen Neu-Venedig bekannt war. Ganz wie im berühmten Namensvetter kannst du hier auf kleinen Brücken über die Kanäle schlendern und den Booten zusehen, wie sie leise durchs Wasser gleiten.

    Mit der S-Bahn-Linie 3 fährst du zum Bahnhof Wilhelmshagen, die dich im 10-Minuten-Takt zum Startpunkt deiner Wanderung bringt. Durch duftenden Kiefernwald spazierst du bis zur Fürstenwalder Allee und biegst hier nach rechts ab. Nach einer Weile zweigt nach links der Kuckuckssteig ab. Hier beginnt Neu-Venedig. In einer kleinen Runde schlenderst du über Brücken und Kanäle. Besonders lohnenswert ist auch ein Abstecher zum Biergarten Neu-Venedig. Hier sitzt du direkt am Wasser und beobachtest Boote, Enten und Schwäne. Nach deinem Spaziergang geht es zurück zum S-Bahnhof Wilhelmshagen.

  • Leicht
    01:29
    5,75 km
    3,9 km/h
    30 m
    30 m
    Leichte Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Die Abteibrücke ist nicht nur eine der schönsten Brücken in Berlin, sondern zugleich die erste Stahlbetonbrücke Deutschlands. Die Insel der Jugend, damals noch bekannt als Abtei-Insel, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsziel. Da sie nur per Fähre zu erreichen war, plante man einen Brückenbau. Bei der Konstruktion der Brücke war es besonders wichtig, dass die großen Ausflugsdampfer unter der Brücke hindurch zum Gasthof Zenner fahren konnten. Um die große Spannweite der Brücke zu ermöglichen, entschied man sich für eine Konstruktion aus Stahlbeton. Zu Planungsbeginn im Jahre 1915 gab es zu dem Material allerdings keinerlei Bauvorschriften. An der technischen Hochschule in Berlin fanden zahlreiche Materialversuche statt und nach erfolgreichem Abschluss, erteilte man eine Ausnahmegenehmigung für den Brückenbau. Wie durch ein Wunder überstand die Brücke den Zweiten Weltkrieg ohne jede Beschädigung. Zur Zeit der DDR wurde im Brückenhaus auf der Insel ein Jugendklub eingerichtet und wenig später war die Insel nur noch als Insel der Jugend bekannt.

    Startpunkt deiner Wanderung ist der S-Bahnhof Treptower Park, der regelmäßig von den S-Bahn-Linien S8, S9, S41 und S42 angefahren wird. Du spazierst an den Anlegestellen des Treptower Hafens entlang bis zum Biergarten des Gasthofs Zenner. Wenig später erreichst du die Abteibrücke. Hier lohnt sich unbedingt ein Abstecher auf die idyllische Insel der Jugend mit ihren Liegewiesen und dem freundlichen Biergarten. Anschließend geht es am Ufer der Spree weiter. Du wanderst am Rande des Spreeparks entlang, wo du immer noch einen Blick auf die maroden Fahrgeschäfte erhaschen kannst. Der Weg führt dich schließlich durch den Plänterwald zum S-Bahnhof Baumschulenweg. Von dort aus bringen dich die Linien S8, S9, S45 und S46 zurück nach Hause.

  • Mittelschwer
    04:39
    18,2 km
    3,9 km/h
    70 m
    70 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Berliner Industrie so schnell, dass die bestehenden Eisenbahnlinien und Wasserstraßen völlig überlastet waren. Um den Warenverkehr zur Oder zu erleichtern, entschied die preußische Regierung den Bau des Oder-Spree-Kanals. Nach fünfjähriger Bauzeit konnte der Kanal 1891 feierlich eröffnet werden. Zu Beginn wurde noch eine sogenannte Treidelbahn genutzt. Die Schmalspurbahn fuhr auf Schienen am Ufer und zog die Frachtkähne den Kanal entlang. Bald reichten die Bahnen nicht mehr aus und sie wurden durch motorisierte Schleppkähne ersetzt. Heute fahren hier kaum noch Frachtkähne, allerdings kannst du auf der ehemaligen Treidelbahntrasse herrliche Wanderungen am Ufer unternehmen. Vor allem der westlichste Abschnitt zwischen Seddinsee und Wernsdorfer See lockt mit friedlichen Wäldern und dem rustikalen Schmöckwitzwerdersteg.

    Im 20-Minuten-Takt fährt dich die S-Bahn-Linie S46 zum Startpunkt der Wanderung, dem S-Bahnhof Eichwalde. Von hier aus wanderst du am Waldrand entlang bis nach Berlin Schmöckwitz. Nachdem du hier die Brücke überquert hast, kannst du bei schönem Wetter noch einen Abstecher zum Badestrand machen. Anschließend schlenderst du durch den Wald zum Oder-Spree-Kanal. Der führt schnurgerade vom Seddinsee zum Wernsdorfer See. Du folgst dem Uferweg und überquerst am Schmöckwitzwerdersteg den Kanal. Am Wasser entlang geht es weiter, bis du kurz vor der Wernsdorfer Schleuse den Kanal verlässt und links abbiegst. Hier schlängelt sich der Wanderweg nun an Waldstücken entlang über naturbelassene Feuchtwiesen. Nach einer Weile triffst du auf die Spree. Für ein Stück folgt der Wanderweg ihrem Lauf und knickt dann in Richtung Erkner ab. Vom S-Bahnhof Erkner aus fährst du dann mit der S-Bahn-Linie S3 zurück nach Berlin.

  • Leicht
    01:22
    5,33 km
    3,9 km/h
    20 m
    20 m
    Leichte Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Im Jahre 1899 entschloss sich die Magistratsverwaltung von Charlottenburg für den Neubau eines Kraftwerks an der Spree. Damals war Charlottenburg eine eigenständige, wohlhabende und vor allem wachsende Stadt direkt vor den Toren Berlins. Mit der Planung eines elektrischen Straßenbahnnetzwerks wurde eine neue Energieversorgung benötigt und innerhalb kürzester Zeit entstand das neue Kraftwerk. Damit die Kraftwerksmitarbeiter problemlos ihren Arbeitsplatz erreichen konnten, wurde eine Fußgängerbrücke über den Fluss gebaut – der Siemenssteg. Für eine reine Fußgängerbrücke ist der Steg ziemlich üppig proportioniert, denn über die Brücke verliefen außerdem die Stromkabel. Obwohl das Kraftwerk während des Krieges stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, überstand die Fußgängerbrücke alle Kämpfe ohne Schäden. Heute gehört sie zu den am besten erhaltenen Spreebrücken in ganz Berlin.

    Deine Tour beginnt am S-Bahnhof Tiergarten, der regelmäßig von den S-Bahn-Linien S3, S5, S7 und S9 angefahren wird. An der Charlottenburger Brücke, mit den gewaltigen Torbauten aus Sandstein, überquerst du den Landwehrkanal. Auf der anderen Seite biegst du nach rechts zum Kanal ab. Du folgst dem Uferweg und lässt den Trubel der Straße des 17. Junis schnell hinter dir. Gemütlich spazierst du am Landwehrkanal entlang, bis dieser wenig später in die Spree einmündet. Nur wenig später erreichst du den Siemenssteg. Hier überquerst du den Fluss. Am anderen Ufer geht es weiter bis zur Schlossbrücke und schließlich hinein in den Schlosspark Charlottenburg. Wenn du magst, kannst du deine Runde im Schlosspark noch ausdehnen und auch das Schloss besichtigen. Im Anschluss geht es dann durch den Park zum S-Bahnhof Jungfernheide. Von hier aus geht es mit den Ringbahnen S41 oder S42 zurück nach Hause.

  • Leicht
    01:05
    4,19 km
    3,9 km/h
    30 m
    20 m
    Leichte Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Im ausgehenden 19. Jahrhundert war Berlin eine echte Eisenbahnstadt. Unzählige Gleise für Güterverkehr und für Personenzüge zogen sich durch die gesamte Stadt, gewaltige Rangierbahnhöfe und Bahnausbesserungwerke entstanden an den Rändern der Metropole. Zu dieser Zeit verfügte jede Fernverbindung über einen eigenen Bahnhof im Berliner Stadtgebiet – daher auch die berühmten Namen wie Hamburger Bahnhof, Görlitzer Bahnhof oder Anhalter Bahnhof. Eine der ältesten Bahnverbindungen in Berlin war jedoch die Stettiner Bahn, mit der die Hauptstadt mit dem nahegelegensten Preussichen Seehafen verbunden wurde. An der Liesenstraße in Gesundbrunnen verliefen die Schienen seit 1843 ebenerdig, doch mit dem wachsenden Verkehrsaufkommen am Ende des 19. Jahrhunderts war das nicht weiterhin möglich. Man verlegte die Gleise kurzerhand auf einen Bahndamm und führte sie dann auf einer gewaltigen Stahlbrückenkonstruktion über die Liesenstraße. Während der deutschen Teilung verlor die Bahnstrecke an Bedeutung und die Brücken wurden stillgelegt. Seit den 1960er Jahren rosten die Brücken vor sich hin und die Bahndämme im Süden und im Norden der Brücken wurden zu Parkanlagen umfunktioniert. Seit einigen Jahren arbeitet allerdings die Initiative 'Grünzüge in Berlin' daran, dass die Brücken zukünftig für Fußgänger wieder eröffnet werden.

    Mit den S-Bahnlinien S1, S2, S25 oder S26 geht es zum Berliner Nordbahnhof. Früher stand hier der beeindruckende Bahnhofsbau der Stettiner Eisenbahn, doch heute ist nur noch der unterirdische S-Bahnhof vorhanden. Du verlässt den Bahnhof in Richtugn Norden und spazierst am Klettergarten Mount Mitte vorbei durch den Nordbahnpark. Durch den schmalen Park verliefen einst die Gleise zum Nordbahnhof, heute findest du hier eine kleine grüne Oase im hektischen Berlin. Bald triffst du auf die Liesenbrücken. Die großen Stahlfachwerkbrücken sind für Fußgänger gesperrt, aber du kannst trotzdem einen Blick darauf werfen, wie sich die Natur Stück für Stück ihren Raum zurückerobert. Pflanzen sprießen zwischen den Gleisen, Vögel nisten in den Streben und das Metall rostet friedlich vor sich hin. Du verlässt den Nordbahnpark und nach einem kurzen Stück über die Scheringstraße stehst du im Volkspark Humboldthain. Hier lohnt sich der Abstecher zum alten Flakbunker, denn der Blick auf den Berliner Norden ist wirklich beeindruckend. Nach einer Runde durch den Park spazierst du weiter zum S-Bahnhof Gesundbrunnen. Hier fahren in regelmäßigen Abständen die S-Bahn-Linien S1, S2, S25, S41 und S42.

  • Leicht
    01:37
    6,38 km
    3,9 km/h
    10 m
    20 m
    Leichte Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Schon seit 1839 befand sich südlich vom Potsdamer Platz ein kleiner Fernbahnhof, der Anhalter Bahnhof. Ab den 1870er Jahren wurde der Bahnhof neu gebaut und entwickelte sich zu einem der größten und wichtigsten Bahnhöfe in Berlin. Von hier aus fuhren Züge nach Dresden, Magdeburg, Leipzig und München sowie nach Frankreich, Italien, Österreich und Griechenland. Um den wachsenden Stadtverkehr nicht mit den unzähligen Zügen zu behindern, wurden zur gleichen Zeit 45 Eisenbahnbrücken über die Yorckstraße gebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde der imposante Anhalter Bahnhof fast vollständig zerstört. Nach Ende des Krieg wurde ein neues Bahnhofskonzept für den Berliner Westen erarbeitet und die meisten alten Kopfbahnhöfe wurden nicht wieder errichtet. Die ausgedehnten Gleisanlagen und die Yorckbrücken wurden somit nicht mehr benötigt und wucherten im Laufe der Zeit zu. Seit den 1970er Jahren wünschten sich Kreuzberger Anwohner, dass die Eisenbahnbrache zu einem öffentlichen Park umgestaltet wird. Nur knapp 30 Jahre später wurde im Jahr 1997 der Umbau zum Park am Gleisdreieck beschlossen. Dabei wurden auch die Yorck-Brücken berücksichtigt, die nun zum Teil als Fußgänger- und Radfahrerbrücken genutzt werden.

    Mit den S-Bahn-Linien S2, S25 und S26 fährst du bis zum S-Bahnhof Priesterweg. Hier befindet sich der Naturpark Schöneberger Südgelände. Einst wurden hier Eisenbahnen in riesigen Hallen gereinigt und gewartet, Waggons gelagert und Waren umgeladen. Heute kannst du zwischen den Bäumen noch viele Spuren dieser Eisenbahngeschichte entdecken. Größtes Highlight ist mit Sicherheit die gewaltige Dampflok, die auf alten Gleisen im Wald steht. Du spazierst durch den Naturpark weiter in Richtung Norden und überquerst schließlich auf einer schmalen Fußgängerbrücke die S-Bahn-Gleise. Entlang der Gleise geht es auf bequemen Wegen weiter in Richtung Norden. Obwohl hier in regelmäßigen Abständen die S-Bahnen vorbeifahren, ist der Wanderweg ruhig und gemütlich. Hier fahren keine Autos und über die Gleise hinweg hast du immer wieder schöne Ausblicke auf Berlin. An der Monumentenbrücke querst du wieder die Gleise und erreichst dann den Flaschenhalspark, den südlichsten Teil des Parks am Gleisdreieck. Auch hier wurden ganz bewusst nicht alle Spuren der Eisenbahnvergangenheit entfernt. Über die Yorckbrücken mit ihrem nostalgischem Industriecharme geht es schließlich hinüber zum Park am Gleisdreieck. Nach einer Runde durch den Park, trittst du am S-Bahnhof Yorckstraße mit den S-Bahn-Linien S2, S25 und S26 deine Heimreise an.

Collection Statistik

  • Touren
    9
  • Distanz
    85,2 km
  • Zeit
    21:52 Std
  • Höhenmeter
    360 m

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