Der Heilbronner Weg – 3 Etappen Gipfelglück im Allgäu

Wander-Collection von
komoot

Heilbronner Weg – bei diesem Namen schlagen die Herzen von Bergsteigern und Alpenliebhabern höher. Denn zu Recht gilt der traditionsreiche Höhenweg als einer der schönsten Steige im gesamten Alpenraum. Schon vor über hundert Jahren wurde der Höhenweg im Jahre 1899 durch die Sektion Heilbronn des Deutschen Alpenvereins eröffnet. Damals war der Begriff Via Ferrata oder Klettersteig noch längst nicht erfunden und trotzdem griff man viele Ideen vorweg. Auf dem Heilbronner Weg kraxelst du auf schmalen Pfaden, entlang von Drahtseilgeländern, über Leitern und Brücken in luftigen Höhen auf dem Allgäuer Hauptkamm – bis heute Gipfelglück pur. Die Aussicht und der Nervenkitzel sind unvergleichlich und so ist es kein Wunder, dass sich der Heilbronner Weg immer noch ungebrochener Beliebtheit erfreut.

Der Heilbronner Weg selbst führt vom Heilbronner Törle über mehrere Gipfel bis zur Bockkarscharte und ist nur knapp drei Kilometer lang. Da aber keine Seilbahn zum Ein- und Ausstieg des Felsensteigs führt, benötigst du für die Tour mehrere Tage. Wir haben dir eine erstklassige Drei-Tages-Tour zusammengestellt, die du auch an einem langen Wochenende absolvieren kannst. Von Oberstdorf geht es dazu mit dem Linienbus bis nach Birgsau. Hier beginnt dein Aufstieg zur Rappenseehütte, deinem ersten Nachtquartier. Am zweiten Tag erwartet dich dann der Heilbronner Weg und am Ende der Etappe die Kemptner Hütte. Die dritte Etappe führt dich durchs unberührte Trettachtal hinab nach Spielmannsau, wo du wieder in den Bus steigen kannst. Wenn du außerdem noch von der Rappenseehütte aus zu den Gipfeln Rappenseekopf und Hochrappenkopf aufsteigen möchtest, verlängert sich die Tour auf vier Tage. Die Mehrtagestour ist rund 30 Kilometer lang und du absolvierst etwa 1.900 Höhenmeter im Auf- und Abstieg – die Extrarunde zum Rappenseekopf nicht eingerechnet. Aufgrund des großen Höhenunterschieds und der felsigen Pfade ist die Wanderung vor allem für Alpenprofis und erfahrene Bergsteiger geeignet. Insbesondere der Heilbronner Weg selbst erfordert Trittsicherheit, absolute Schwindelfreiheit und sehr gute Kondition. Wenn dich das Interesse am Weg gepackt hat, du dir die Tour aber nicht alleine zutraust, dann kannst du auch mit einem Bergführer den Felsensteig gemeinsam meistern.

Da der Heilbronner Weg oft begangen wird und auch am Verlauf der sehr beliebten Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran liegt, solltest du deine Hüttenübernachtungen im Voraus buchen. So musst du dir keine Sorgen um ein gemütliches Nachtlager machen und kannst dein Bergabenteuer richtig genießen. Oberstdorf ist sehr gut an das Nah- und Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn angeschlossen und kann außerdem auch mit dem Fernbus erreicht werden. Alternativ findest du auch Mehrtagesparkplätze für dein eigenes Auto.

Auf der Karte

Touren & Highlights

  • Schwer
    04:41
    10,0 km
    2,1 km/h
    1 150 m
    30 m
    Schwere Bergtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Deine erste Tagesetappe führt dich vom Dorf Birgsau über die Enzianhütte hinauf zur Rappenseehütte. Zunächst wanderst du auf breiten Schotterwegen, ab Einödsbach geht es dann auf Bergpfaden durch lichte Bergwälder und über karge Bergwiesen bis zum Etappenziel.

    Birgsau, den Startpunkt der ersten Etappe deiner Wanderung, erreichst du mit dem RVO-Bergsteigerbus von Oberstdorf aus. Von dem kleinen Dorf aus wanderst du dann auf einem bequemen Wanderweg durchs malerische Stillachtal. Zunächst steigt der Weg bis Einödsbach nur moderat an.

    Ab Einödsbach verläuft der Wanderweg durchs Rappenalptal und wird zusehends steiler. Oberhalb vom Rappenalpbach wanderst du durch einen naturbelassenen Bergwald bis zur Petersalpe, an der du eine erste kleine Rast einlegen kannst.

    Du überquerst eine offene Almwiese und steigst dann durch den Bergwald weiter auf. In Serpentinen und Kehren gewinnst du an Höhe und erreichst bald die Enzianhütte, die von umwerfender Berglandschaft umgeben ist. Hier hast du weit über die Hälfte des Aufstiegs geschafft und dir damit eine Pause redlich verdient.

    Frisch gestärkt geht es weiter. Der Bergwald wird nun immer lichter und karger, bis er vollständig offenen Bergwiesen weicht. Bei herrlicher Aussicht steigst du weiter auf und nach einem letzten Serpentinenpfad taucht vor dir die Rappenseehütte auf. Wenn du jetzt noch Reserven hast, lohnt sich in jedem Fall ein Abstecher zum nahegelegenen Rappensee. Mutige springen hier ins klare Wasser, allen anderen reicht es, die Füße zu erfrischen.

    Anschließend kannst du zufrieden auf der Rappenseehütte einkehren und dein Quartier für die Nacht beziehen.

    Die Buslinie 7 bringt dich von Oberstdorf in einer 20-minütigen Fahrt bequem bis zum Startpunkt Birgsau. Den Fahrplan findest du unter oberstdorf.de/anreise-verkehr/busfahrplaene.html.

  • Schwer
    02:19
    4,34 km
    1,9 km/h
    370 m
    370 m
    Schwere Bergtour. Gute Grundkondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Echte Sportskanonen starten die erste Etappe ganz früh am Morgen und hängen gleich noch diese Gipfeltour zum Rappenseekopf und Hochrappenkopf dran. Nach einer Rast auf der Rappenseehütte kannst du einen Teil deines Gepäcks gleich dort lassen und steigst dann auf spannenden Bergpfaden hinauf zu diesen beiden Gipfeln. Wenn du dir die Tour nicht mehr am ersten Tag zutraust, aber trotzdem Lust auf die beiden Gipfel hast, kannst du die Wanderung natürlich auch als Tagestour am nächsten Tag planen. So verlängert sich deine Wanderung auf dem Heilbronner Weg auf insgesamt vier Tage.

    Von der Rappenseehütte aus wanderst du zunächst über die karge Bergwiese in Richtung Rappensee. An der ersten Abzweigung folgst du der Beschilderung zum Rappenseekopf. Schon bald wird der Weg steiler und führt über ein gewaltiges, steiniges Schuttkar.

    Es geht stetig steil bergauf und du gewinnst schnell an Höhe. Über deinem Kopf kannst du bereits die steile Nordflanke des Rappenseekopfes in den Himmel ragen sehen. Ab der Einsattelung zwischen Hochgundspitze und Rappenseekopf knickt der Weg in Richtung Westen ab.

    In einigen Kehren geht es durch die Nordflanke und dann auf dem felsigen, aber relativ breiten Grat bis zum Gipfel. Hier oben wirst du mit einer grandiosen Aussicht für den Aufstieg belohnt. Im Anschluss führt dich der Pfad über die Hochrappenscharte und dann wieder hinauf zum Hochrappenkopf, dem zweiten Gipfel auf dieser Tour.

    Nachdem du dich hier am Panorama satt gesehen hast, steigst du durch das steile Schuttkar wieder ab zum Rappensee. Auch wenn das Kar dramatisch aussieht, führt ein gut gepflegter Bergpfad hindurch – trotzdem solltest du hier auf deine Schritte achten, da die Steine manchmal lose sein können.

    Zuletzt wanderst du am Rappensee vorbei zu deinem Ziel, der Rappenseehütte.

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  • Schwer
    06:14
    12,0 km
    1,9 km/h
    700 m
    930 m
    Schwere Bergtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Auf der zweiten Etappe steht nun der eigentliche Heilbronner Weg an. Dabei handelt es sich nämlich um den mit Seilen und Leitern versicherten Gipfelübergang vom Heilbronner Törle bis zur Bockkarscharte. Hier kraxelst du auf einem schmalen Steig, überquerst die berühmte Leiterbrücke und übersteigst mehrere Gipfel – Bergabenteuer pur. Von der Bockkarscharte aus führt dich der Weg dann über das Schneefeld des Schwarzmilzferners hinab zur Kemptner Hütte.

    Nach einem zünftigen Bergsteigerfrühstück startest du deine Wanderung an der Rappenseehütte. Der Wanderweg führt dich über eine karge Bergwiese und dann durch eine atemberaubende Felslandschaft hinauf in Richtung Heilbronner Törle. Halte bei deinem Aufstieg die Augen offen, denn hier leben Steinböcke in den felsigen Hängen.

    Am Gipfelgrat triffst du schließlich auf eine Wegabzweigung. Nach links geht es direkt zum Heilbronner Törle, doch unsere Route führt dich zuerst aufs Hohe Licht, den höchsten Gipfel auf deiner dreitägigen Wanderung. Oben erwartet dich ein schlicht umwerfender Ausblick auf die Allgäuer Alpen.

    Von hier aus geht es dann zunächst zurück zur Abzweigung und dann weiter zum Heilbronner Törle, an dem du dich durch einen schmalen Felsdurchbruch hindurchschlängelst. Nun beginnt der spannendste Teil der heutigen Etappe. Auf schmalen Pfaden, über felsige Gipfel und entlang von Drahtseilen geht es über den Allgäuer Hauptkamm – ein einmaliges Erlebnis. Nimm dir hier genug Zeit, damit du auch für die Kraxelpassagen genug Reserven hast.

    Nachdem du den Bockkarkopf mit seinem markanten Gipfelkreuz überschritten hast, erreichst du an der Bockkarscharte das Ende des Heilbronner Wegs. Von hier aus führt der weitere Bergweg mitten durch das Schneefeld des Schwarzmilzferners, des einzigen Gletschers im Allgäu. Auch wenn der Weg ohne Grödel oder Steigeisen sicher ist, solltest du diesen Abschnitt mit genug Ruhe absolvieren.

    Nach der Überquerung des Gletschers lockt noch der Gipfel der Mädelegabel, bevor du dem Bergpfad hinab zur Kemptner Hütte folgst.

  • Schwer
    02:30
    6,15 km
    2,5 km/h
    0 m
    850 m
    Schwere Bergtour. Gute Grundkondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Auf der dritten Etappe kannst du deine Wanderung über den Heilbronner Weg langsam ausklingen lassen. Nach deinem Start auf der Kemptner Hütte erwartet dich allerdings erst noch ein spannender Abschnitt durchs Sperrbachtobel. Hier sprudelt der Bach teilweise direkt über den Felsenpfad, der an den steilsten Stellen zusätzlich mit Drahtseilen versichert ist. Sobald der Sperrbach in die Trettach gemündet ist, wird der Wanderweg dann bequemer und führt dich hinab zum Etappenziel Spielmannsau. Von hier aus bringt dich der Bergsteigerbus zurück nach Oberstdorf.

    Beim Frühstück auf der Kemptner Hütte kannst du nochmal in aller Ruhe den Ausblick auf die Bergwelt der Allgäuer Hochalpen genießen. Frisch gestärkt und voller Tatendrang, geht es dann an den Abstieg. Unterhalb der dramatischen Gipfel folgst du dem Sperrbach bergab in Richtung Tal.

    Zunächst wanderst du für ein kurzes Stück über eine offene Bergwiese, doch bald schmiegt sich der Wanderweg näher an die Felswand. Zahlreiche schmale Zuflüsse plätschern über den Hang und über den Weg bis zum Sperrbach und so kann der Wanderweg schon mal etwas rutschig sein. Achte auf deine Schritte und nutze ruhig die angebrachten Drahtseilgeländer.

    Auf schmalen Brücken überquerst du mehrmals den Sperrbach, bis er inmitten eines lichten Bergwalds in die Trettach mündet. Hier wird der Wanderweg ein wenig breiter und führt dich durch den Wald weiter bergab.

    Nach einer Weile öffnet sich der Wald wieder und vor dir im Tal kannst du das Dorf Spielmannsau entdecken. Der letzte Abschnitt führt über offene Almwiesen, bis du schließlich dein Etappenziel erreichst. Hier kannst du noch im Berggasthof eine Rast einlegen, bevor du mit der Bergsteigerbuslinie 8 zurück nach Oberstdorf fährst.

    Den Fahrplan findest du unter oberstdorf.de/anreise-verkehr/busfahrplaene.html.

Collection Statistik

  • Touren
    4
  • Distanz
    32,5 km
  • Zeit
    15:44 Std
  • Höhenmeter
    2 220 m

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