Zwischen Natur und Industriekultur – der Emscher-Weg

Fahrrad-Collection von
komoot

Du bist auf der Suche nach einer entspannten Radtour durch herrliche Natur? Dann komm ins Ruhrgebiet. Was auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein scheint, ist eine faszinierende Möglichkeit die versteckten Schätze des Ruhrgebietes zu erkunden. Auf dem 100 Kilometer langen Emscher-Weg erlebst du Natur pur und Industriekultur in einem spannenden und abwechslungsreichen Verhältnis. Entlang des Flusses erlebst du den Wandel der Zeit: Riesige, ehemalige Industriegebiete werden renaturiert und zu einem Naherholungsgebiet umfunktioniert. Du fährst durch riesige Parks, die gerade entstanden sind oder gerade entstehen, du folgst idyllischen Flusslandschaften, entdeckst unterwegs unzählige Kunstwerke und lernst die reiche Geschichte des Ruhrgebietes kennen. Dabei eröffnet sich dir auch ein ungeschönter Blick hinter die Kulissen des Ruhrgebietes mit Fabriken, Autobahnen, Betonwüsten. Und genau diese Gegensätze machen den Emscher Weg zu einem unvergleichlich spannenden Radweg.

Den 100 Kilometer langen und völlig flachen Flussradweg haben wir in zwei gleich große Etappen unterteilt. Der Struktur-, Landschafts- und Städtewandel macht auch vor dem Radweg nicht halt. Immer wieder werden Teilstrecken umgeleitet oder durch ein frisch renaturiertes Gebiet neu eröffnet. Die Reise beginnt in Holzwickede. Im Innenhof eines renovierten Fachwerkhofes sprudelt die Emscher in einem Teich aus dem Boden. Du radelst durch das romantische Aplerbeck zum riesigen, erst vor wenigen Jahren fertiggestellten Phoenix-See und halb um Dortmund herum. Industriegebiete und Naturschutzgebiete sind sich hier sehr nah, hier begegnen sich Fabrikschlote und Schafsherden. Weite Strecken des Radweges verlaufen entlang renaturierter Gebiete. Zwischen Recklinghausen und Herne erreichst du den Rhein-Herne-Kanal und damit die Hälfte der Strecke.

Gleich zu Beginn des zweiten Teils des Emscher-Weges erreichst du mit der Halde Hoheward die größte Haldelandschaft des Ruhrgebietes. Spannend anzusehen sind auch die vielen Kunstwerke, die deinen Weg säumen. Egal, ob ein singender Berg, Schafe aus Beton oder ein tanzender Strommast, du wirst häufig staunen. Staunen wirst du auch bei der Halde Wehofen, kurz vor dem Ende des Emscher-Weges, denn sie brennt seit über 70 Jahren. Nach 100 Kilometern mündet die Emscher durch ein Flusskraftwerk in den mächtigen Rhein und hinter dir liegt ein an Eindrücken, Kontrasten und Erlebnissen reicher Weg.

Auf der Karte

Touren & Highlights

  • Schwer
    03:06
    49,3 km
    15,9 km/h
    110 m
    210 m
    Schwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad evtl. tragen müssen.

    Der Radweg entlang der Emscher beginnt direkt an ihrer Quelle in Holzwickede, südöstlich von Dortmund. Vom Bahnhof Holzwickede ist der Emscherquellhof rund zwei Kilometer entfernt. In dieser schönen Fachwerk-Hofanlage liegt der Quellteich der Emscher und hier beginnt der rund 100 Kilometer lange Emscher-Weg, der faszinierende Radweg im Ruhrgebiet zwischen Natur pur und Industriekultur.

    Du schlängelst dich durch Holzwickede und folgst der jungen Emscher, die ihre Schleifen zieht. Völlig ohne Verkehr radelst du durch die Vororte von Dortmund. Besonders schön ist der Abschnitt in Aplerbeck. Der Markt mit seinem Rathaus, eine alte Brücke und das prächtige Wasserschloss sind ein idyllisches Ensemble, das du so im Ruhrgebiet vielleicht nicht erwartet hättest.

    Nach ein paar wenigen Schlenkern erreichst du ein Juwel der Renaturierung: den Phoenix-See. Früher war hier ein riesiges Stahlwerk, heute ist der See ein beliebtes Naherholungsgebiet. Baden kannst du zwar nicht, aber dafür mit einem Segel- oder Sportboot über das Wasser sausen.

    Weiter geht es durch ausgedehnte Grünflächen um Dortmund herum. Du fährst auf schönen Radwegen durch Parkanlagen und Industriegebiete, um dann wieder an romantischen Kanälen und vorbei an weidenden Schafen zu radeln. Dieser Kontrast macht den Radweg so besonders. Die erste Hälfte des Radweges endet am Stadthafen Recklinghausen, unweit vom Bahnhof Recklinghausen Süd beziehungsweise am Wasserschloss Strünkede in Herne.

  • Mittelschwer
    03:03
    49,0 km
    16,1 km/h
    100 m
    130 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Die zweite Hälfte des Emscher-Weges beginnt zwischen Recklinghausen und Herne am Stadthafen Recklinghausen. Von hier bis Oberhausen fließt die Emscher parallel zum Rhein-Herne-Kanal.

    Nach zweieinhalb Kilometern lohnt sich ein kleiner Abstecher zur Halde Hoheward. Sie bildet gemeinsam mit der Halde Hoppenbruch die größte Haldenlandschaft des Ruhrgebietes. Die Halde ist ein interessanter Park, der an der höchsten Stelle über 150 Meter hoch ist. Von den Balkonen und dem Aussichtsturm hast du einen schönen Blick auf das ehemalige Zechengelände und nach Herten. Du findest auch viele Kunstwerke und Installationen auf der Halde, wie etwa die riesige Sonnenuhr, die Himmelsstiege oder die Drachenbrücke.

    Weiter geht es an der Emscher entlang. Auch auf dieser Etappe wechseln sich Natur und Industrie ab. Dazwischen findest du renaturierte Gebiete und Neubaugebiete auf alten Industrieflächen. Wie bereits erwähnt, fließt der Rhein-Herne-Kanal parallel zur Emscher. Auf einer künstlichen Anhöhe zwischen den beiden Gewässern, auf der „Wilden Insel” liegt der „Singing Mountain”, ein Kunstfelsen, aus dem hin und wieder eine speziell für diesen Ort komponierte Musik ertönt. Gleich daneben überquerst du den Rhein-Herne-Kanal auf der Schleuse Gelsenkirchen. Von hier aus kannst du beobachten, wie die großen Schiffe den Höhenunterschied von über sechs Metern überbrücken.

    Auch im weiteren Verlauf liegen mehrere Kunstinstallationen entlang des Emscher-Weges, wie etwa die Betonschafe unter der Autobahnbrücke südlich von Bottrop. Diese Gegend ist auch historisch interessant, denn bei Grabungsarbeiten zum Rhein-Herne-Kanal ist man auf einen Rastplatz der Neandertaler gestoßen.

    Kurz vor dem Ende des Emscher-Weges gibt es noch ein außergewöhnliches Naturschauspiel zu entdecken: die Halde Wehofen. Im Zweiten Weltkrieg geriet die Halde in Brand und brennt seit damals ununterbrochen. Die unterirdischen Kohlevorkommen glühen so lange, bis die Halde vollständig mit Lehm abgedichtet wird.

    Wenige Kilometer später mündet die Emscher in den Rhein. Die Mündung wurde zwei Mal, in den Jahren 1938 und 1949, nach Norden verlagert und dank des neu gewonnenen Höhenunterschiedes dient die Mündung der Stromerzeugung. Hier endet der Emscher-Weg. Der nächste Bahnhof befindet sich knapp fünf Kilometer entfernt in Dinslaken.

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Collection Statistik

  • Touren
    2
  • Distanz
    98,3 km
  • Zeit
    06:09 Std
  • Höhenmeter
    210 m340 m

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