Joe-Route – Ein knackiger MTB-Transalp mit Kultstatus

Mountainbike-Collection von komoot

Eine der Wegmarken, die die meisten Mountainbiker in ihrem Leben (mindestens) einmal passieren möchten, ist eine Alpenüberquerung. Viele der beliebtesten Routen führen hierbei vom südlichsten Punkt Deutschlands, Oberstdorf, zum Gardasee in Italien. Eine davon ist die Joe-Route, mit ihren vielen Höhenmeter ein anspruchsvoller Klassiker.

Über 14.000 Höhenmeter beinhaltet die originale Route, aufgeteilt auf etwa 420 schweißtreibende Kilometer in sieben Etappen. Das ist eine Ansage, auch für geübte Biker. Dazu kommt, dass die Route aufgrund der Höhenlage einiger Abschnitte nur im Sommer zwischen Juli und September befahren werden kann. Ein Teil der Route führt außerdem durch die hochalpine Schweiz.

Es winkt jedoch ein episches Abenteuer, das dich nicht nur an den Rand deiner körperlichen Fähigkeiten bringen, sondern dich außerdem mit tonnenweise Endorphinen überwältigen wird: wenn du wieder einen besonders harten Anstieg geschafft hast, die Natur dich immer wieder mit ihrer wilden Schönheit begeistert oder du nach Tagen im Sattel endlich den Gardasee in der Ferne glitzern siehst.

Eine Transalp ist keine kleine Sache, die du unbedingt gut vorbereiten solltest. Das heißt zunächst einmal, dass du körperlich gut in Form sein musst. Mehrere Tage am Stück über 2.000 Höhenmeter hoch- und wieder runterradeln müssen drin sein. Genauso wird dein technisches Fahrvermögen auf hochalpinen Singletrails oder steilen Forststraßen gefordert werden .

Du solltest außerdem dazu in der Lage sein, dein Rad samt Gepäck immer wieder über eine größere Distanz zu tragen. Ein E-MTB macht diese Route daher nicht unbedingt leichter, im Gegenteil: Diese Bikes sind noch schwerer und es ist mehr Aufwand, sie zu reparieren, sollte mal etwas kaputt gehen.

Es lohnt sich außerdem, in leichte Funktionskleidung, einen Hüttenschlafsack und ein ordentliches Paar Bikeschuhe zu investieren. Auch die Suche nach elementaren Dingen wie einem Mikrofaserhandtuch, einer ultraleichten Trinkflasche oder noch besser einer Trinkblase und dem perfekten Rucksack werden dich sicher ein paar Wochen lang auf Trab halten.

Auch essentiell: die Route grob im Kopf haben. Mit dieser Collection haben wir die Joe-Route bereits für dich vorbereitet – schau sie dir aber vorher unbedingt einmal detailliert an. Die Etappen sind anspruchsvoll, aber machbar. Wenn dies dein erster Alpencross ist, plane lieber noch ein paar Tage extra ein, sollte das Wetter, deine Kondition oder dein Bike mal nicht mitspielen. Und informiere dich am bestenim Vorfeld darüber, wo du überall Unterkünfte im Voraus buchen musst, damit du auch sicher einen Schlafplatz hast.

Die Joe-Route startet in Oberstdorf, das du wunderbar mit dem Zug von München aus erreichen kannst. Wir empfehlen dir, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu planen, da du sonst nach der Tour wieder zurück nach Oberstdorf müsstest. Vom Gardasee kommst du mit dem Zug einfach wieder weg – man ist dort auf Tourismus vorbereitet. Auf der Website von Trenitalia kannst du deinen Zug bequem online buchen. Und jetzt genug der langen Vorrede - viel Spaß beim Fahren!

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    06:05
    56,9 km
    9,4 km/h
    1 780 m
    1 720 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Auf dem ersten Teil der Joe-Route fährst du zunächst durch die Allgäuer Alpen und überquerst am Schrofenpass die erste Landesgrenze deines Alpencrosses nach Österreich. Diese erste Etappe gehört zwar höhenmetertechnisch zu den etwas moderateren dieser Transalp-Route, fordert dir aber technisch bereits einiges ab. Um zum Pass zu gelangen, wirst du dein Bike über einen längeren Zeitraum tragen müssen. Die Abfahrt vom Schrofenpass ist mit S3 bewertet und erfordert einiges an Fahrtechnik von dir – oder die Bereitschaft, zu schieben.

    Nach einer Pause in Lech am Arlberg geht es dann an den zweiten Anstieg des Tages zur Freiburger Hütte. Dieser ist nicht so anspruchsvoll wie der Schrofenpass, aber auch nicht zu unterschätzen. Du übernachtest am Ende des Tages entweder oben auf der Hütte und beginnst am nächsten Morgen mit dem fordernden Downhill nach Dalaas, oder du fährst noch ab nach Dalaas und entspannst dort in einer Unterkunft.

    Für all die Strapazen wirst du bereits auf dieser Etappe mit wunderschönen Alpenlandschaften, großartigen Trails und idyllischen Einkehrmöglichkeiten belohnt. Gerade der Schrofenpass ist all die Mühen wert – dich erwartet ein Endorphinkick vom Allerfeinsten, wenn du endlich die letzten Meter überwunden hast und der Pass wie das Eingangstor zu deinem nächsten großen Abenteuer vor dir liegt.

    Schwer
    06:11
    47,8 km
    7,7 km/h
    2 040 m
    1 270 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Der zweite Abschnitt der Joe-Route beginnt direkt mit einem kräftigen Anstieg auf den Kristbergsattel. Danach bist du gleich ordentlich warmgefahren, wach und hast bereits die ersten schönen Panoramablicke genießen dürfen. Von denen wird es heute mehr als genug geben: Die Fellimannle-Straße zieht sich 17 Kilometer durch pures Alpenidyll und verschont dich größtenteils mit Rampen und anderen unangenehmen Uphill-Herausforderungen – und als Belohnung warten genauso viele Kilometer wieder bergab.

    Ein kleines Wadenschmankerl hat die heutige Etappe natürlich trotzdem in petto (immerhin fährst du heute über 2000 Höhenmeter): Die Auffahrt zur Heidelberger Hütte ist zu Beginn noch gut fahrbar, wird dann aber zur (moderaten) Schiebepassage. Dafür ist die Abfahrt nach Galtür und zum heutigen Etappenziel ein entspannter S1-Trail, der viel Panorama und Fahrfreude bietet.

    Am Zeinissee gibt es verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten: Von Camping bis zum Vier-Sterne-Gasthof ist alles möglich. Entweder du schläfst direkt am Zeinissee oder fährst noch ein bisschen weiter nach Wirl.

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  • Schwer
    07:35
    61,2 km
    8,1 km/h
    2 720 m
    2 100 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Was dir die zweite Etappe der Joe-Route an Höhenmetern erspart hat, bekommst du dafür heute serviert. Mit 2700 Höhenmetern und 67 Kilometern Strecke ist die Etappe vom Zeinisjoch nach Schlinig die härteste. Es wird dir sicher niemand einen Vorwurf machen, wenn du nach dieser Etappe einen Ruhetag einlegen willst.

    Zunächst steht eine wunderschöne Abfahrt nach Ischgl an, die dich erstmal in Sicherheit wiegen wird. Danach geht's los: Kilometer um Kilometer kurbelst du in Richtung Heidelberger Hütte (eine Pause lohnt sich!) und zum Fimberpass, der auch die Grenze zur Schweiz ist. Dieser Anstieg ist lang und steil, Schiebe- und Tragepassagen inklusive. Bitte mach unterwegs genügend Pausen, damit du – oben angekommen – noch genügend Energie für den Rest der Tour hast. Die wirst du für die Abfahrt über einen traumhaften, technischen Singletrail definitiv brauchen.

    Wenn es dir danach reicht, sei dir eine Übernachtung im Hof Zuort angeraten. Wenn du der Joe-Route weiterhin originalgetreu folgen möchtest, wartet mit der Uinaschlucht gleich das nächste schweißtreibende, aber wunderschöne Highlight auf dich. Die Etappe beschließt du mit der Einkehr in die Sesvenna-Hütte oder du fährst direkt ins Vinschgau ab.

    Schwer
    04:33
    42,8 km
    9,4 km/h
    1 490 m
    2 220 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Die vierte Etappe der Joe-Route mutet fast erholsam an im Vergleich zur dritten. Schlappe 1500 Höhenmeter und nur 42 Kilometer Strecke wollen heute bewältigt werden – quasi ein letztes Mal Luftholen vor dem überwältigenden Stilfser Joch, das auf der fünften Etappe ansteht.

    Nach der Abfahrt von der Sesvennahütte (oder deinem Übernachtungsort im Tal) empfehlen wir dir, mindestens für einen Cappuccino in Glurns Halt zu machen und dir die Altstadt anzusehen. Ein bisschen gehen und die Glieder lockern ist eine gute Idee, bevor die Auffahrt auf die Furkelhütte ansteht. Dieser findet zwar größtenteils auf Kiesstraßen statt, aber zieht sich über 21 Kilometer. Dafür ist das Tempo sehr gemütlich und die Aussicht mal wieder gigantisch.

    Auf der Furkelhütte darfst du dich mit einer ausgedehnten Pause und dem Ortlerblick belohnen, bevor du nach Trafoi abfährst, das bereits an der Stilfser Passstraße liegt und dich erahnen lässt, was morgen auf dich wartet.

    Schwer
    07:03
    59,3 km
    8,4 km/h
    2 460 m
    2 240 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Auf der fünften Etappe der Joe-Route wartet eines der absoluten Highlights auf dich: Das Stilfser Joch mit seinen 42 Spitzkehren, die dich in schwindelerregende Höhen führen und nebenbei ein episches Panorama offenbaren. 1300 Höhenmeter am Stück erwarten dich gleich als erstes in der Früh – nimm auf jeden Fall genügend Snacks und Wasser mit (und vielleicht eine klitzekleine Belohnung für den Gipfel).

    Auf der Dreisprachenspitze wird es dir selbige wahrscheinlich erstmal verschlagen, nicht nur aus Atemnot, sondern auch wegen des umwerfenden Rundumblicks auf gleich drei Sprachregionen: die italienische, die deutsche und die rätoromanische. Auf diesem Gipfel treffen sie zusammen und du darfst der Schweiz noch ein letztes Mal zuwinken, bevor du mit der Abfahrt in Richtung Italien beginnst.

    Zunächst fährst du über einen schönen Trail zum Umbrailpass. Von dort aus geht es weiter über flowige Trails, mal bergauf und gegen Ende immer weiter bergab Richtung Bormio. Die dortigen heißen Quellen sind herrlich und definitiv einen Stopp wert. Wir haben sie jedoch nicht in die Tour mit eingeplant, um dich keinen Umweg fahren zu lassen, solltest du dich nicht für die Quellen interessieren.

    Die Tour führt an Bolmio vorbei weiter ins Tal, wo du nach einer kleinen Verschnaufpause auf einem Radweg die letzten Kilometer nach Santa Caterina wieder bergauf fährst und am Ende über 2400 Höhenmeter auf dem Tacho stehen hast.

    Schwer
    07:47
    67,8 km
    8,7 km/h
    2 220 m
    3 190 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Ab der sechsten Etappe der Joe-Route geht es endlich mehr bergab als bergauf. Das nahende Ende am Gardasee ist fast greifbar, nicht zuletzt auch deshalb, weil du dich bereits seit gestern im Zielland Italien befindest.

    Damit du aber nicht aus dem Tritt kommst, geht es ab Santa Caterina erstmal wieder stramm bergauf auf den Gaviapass, der dich mal wieder mit hochalpiner Alpenidylle vom Sattel hauen wird. Die anschließende Abfahrt ist wohlverdient und endet im beschaulichen Pezzo, das sich für eine Pause vor dem zweiten großen Anstieg des Tages anbietet: der Montozzo-Scharte.

    Die Montozzo-Scharte klingt tough und ist es auch: Mit Steigungen bis zu 23 Prozent ist Bikeschieben und -tragen vorprogrammiert, und auch deine Zeit im Sattel wird dir nicht leicht gemacht. Dafür erwartet dich danach eine der schönsten Abfahrten der gesamten Transalp in Richtung Peio Fonti über einen Traumtrail, der von flowigem S1- bis hin zu vereinzelten S3-Passagen alles für dich bereithält.

    Entspannt geht es dann auf einem Radweg durchs Tal, bis du mit Dimaro dein letztes Etappenziel vor dem Gardasee erreichst.

    Schwer
    06:41
    74,7 km
    11,2 km/h
    1 850 m
    2 570 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik nötig.

    Die siebte Etappe der Joe-Route ist das große Finale deiner Transalp von Oberstdorf zum Gardasee. Die Höhenmeter fallen unter 2000, die Tiefenmeter erreichen dafür sogar 2500. Dafür darfst du deine letzten Körner auf 75 Kilometern Strecke verschießen und dich dabei an der immer mediterraneren Luft und Landschaft erfreuen.

    Von weniger Höhenmetern ist direkt hinter Dimaro erstmal aber noch wenig zu spüren: Nach Madonna di Campiglio erwartet dich gleich ein knackiger Anstieg, der zwar nach der ersten Rampe deutlich entspannter wird, aber sich trotzdem über etwa 15 Kilometer zieht. In Madonna di Campiglio lässt es sich sehr schön einkehren und Kräfte sammeln für eine lange Abfahrt, die sich schon fast nach Zielgerade anfühlt.

    Vom Gardasee trennen dich jetzt noch zwei Pässe: der Duron- und der Ballinopass, die du über eine immer wieder recht steile Forststraße erklimmst. Nach ein paar weiteren Kilometern glitzert in der Ferne das Ziel deines Abenteuers, das du nach einer flotten, entspannten Abfahrt nach Riva de Garde endlich erreichst.

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Collection Statistik

  • Touren
    7
  • Distanz
    411 km
  • Zeit
    45:56 Std
  • Höhenmeter
    14 570 m