E1-Schweden: Tour 4 (2019)

Collection von Michael wandert 🌄

Auf dem Siljansleden, dem Vasalappsleden und dem Södra Kungsleden geht es weiter. Die Strecke wird immer anspruchsvoller. Der Höhepunkt ist unbestritten das Fjäll. Über beplankte und unbeplankte Pfade geht es über karge Höhen, vorbei an kleinen Seen, durch Steinfelder, über knorrige Wurzeln und zahlreiche Sümpfe hinauf nach Grövelsjön, wo der E1 früher einmal endete.
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Der Fernwanderweg E1 führt längs durch Europa. Vom Nordkap bis zum Capo Passero in Sizilien sind es mehr als 7.000 km. Ich bin als Section Hiker auf ihm unterwegs

Auf der Karte

Touren & Highlights

    07:34
    24,5 km
    3,2 km/h
    520 m
    530 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 1 | E1-Tag 125
    Ich setzte an, wo die letzte Schweden-Tour ins Stocken geriet. In Leksand geht es also los. Der Körper will am Anfang nicht so recht.
    Nicht weit gekommen, muss ich mich am Granberg schon entscheiden, ob ich auf dem Siljansleden dem E1 folge oder einen Abstecher auf den Romboleden mache. Ich entscheide mich für den Romboleden und bekomme so das Skigebiet Granberget von oben zu sehen. Wo die Skipiste beginnt, genieße ich den Weitblick über den Siljansee. Das heutige Ziel ist der Campingplatz Olsnäsgården.
    findpenguins.com/michael-wandert/footprint/5d55ca14be8c32-22590571
    zum Tag 2: komoot.de/tour/86282421

    09:49
    26,1 km
    2,7 km/h
    670 m
    680 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 2 | E1-Tag 126
    Das Zelt kommt gerade noch so trocken in den Rucksack, bevor es anfängt zu regnen. Regen ist für den gesamten Tag vorhergesagt, stattdessen klart es aber auf und wird ein guter Wandertag.
    Heute geht es auf dem Romboleden weiter, ein Pilgerweg, der bis nach Trondheim führt soll. Interessant!
    Ein Stück verläuft er mit dem E1 parallel. In Mångberg steht wieder eine Entscheidung an: weiter auf dem E1 oder abbiegen und zum Siljan runter nach Gesunda? Ich entscheide mich für die 2te Option, es erspart mir einen Wandertag - das wird noch wichtig am Wochenende. Doch bevor es bergab gehen kann, geht es erst noch ordentlich bergan. In Gesunda dann ist das angepeilte Hostel geschlossen, also weiter über die Brücke zum Campingplatz. Das hat sich gelohnt: ich kann mein Zelt direkt am Siljan aufschlagen. Ein großer und doch schöner Platz. Ein Bad im Siljan geht auch.
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  • 05:15
    15,6 km
    3,0 km/h
    330 m
    330 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 3 | E1-Tag 127
    Heute folge ich nicht mehr dem Siljansleden, sondern wähle einen eigenen Weg nach Mora.
    Die ersten 3 Kilometer geht es noch einen idyllischen Waldweg entlang, dann jedoch folgen für vier km eine quälende Landstraße. Glücklicherweise gibt es nicht viel Verkehr.
    Aber auch endlos erscheinende Wege enden irgendwann, der weitere Weg führt Felder entlang und durch Vororte von Moras. Zwischendurch gibt es Gelegenheit, mein Zelt zu trocken.
    Ich stattet der Mora kyrka einen Besuch ab und ziehe dann weiter nach Mora Parken Hotell, um ein Zimmer zu buchen. Yeah, es ist noch etwas frei. Das sieht morgen anders aus, dann ist ausgebucht. Das Vasaloppsleden-Rennen wirft seine Schatten voraus.
    Das Ende des Siljansleden ist erreicht, gewandert frei nach Michael_wandert 😁.
    Der Originalweg wäre einen Tag länger und vom Siljansee hätte ich nicht viel zu sehen bekommen. Nur Wald. Komische, nicht ganz nachvollziehbare Wegführung. Vermutlich wollte man die Straße vermeiden.
    findpenguins.com/michael-wandert/footprint/5d55cc23975c07-07445818
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    06:43
    19,7 km
    2,9 km/h
    380 m
    320 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 4 | E1-Tag 128
    Nach einem ausgiebigem Frühstück, aber mit schlechtem Kaffee geht es um neun nun auf den Vasaloppsleden weiter.
    Der Himmel ist grau und das wird auch den ganzen Tag so bleiben. Doch die Temperatur ist geradezu ideal zum Marschieren. Und das kann man gut auf dem Vasaloppsleden, der exzellent ausgebaut ist. Das ist kein Wunder, hier finden ja im Laufe des Jahres zahlreiche Rennen statt. Dementsprechend gut auch die Infrastruktur. Alle fünf Kilometer eine Wasserstelle, ca. alle zehn Kilometer eine Übernachtungshütte. Die in Eldris kenne ich schon, nun sitze ich in der nächsten Hütte, der "Prästskogsstugan". Hier gibt es zwar keinen Strom und WiFi wie in Eldris, ansonsten ist sie aber gleich aufgebaut: vier Kojen mit Matratzen, Tische und Bänke. Alles sehr sauber. Sehr toll! Eine Übernachtung kostet auf Vertrauensbasis 50 SK (ca. 10€). Man zahlt nach der Rückkehr per Überweisung.
    Auf dem Weg sind mir fast keine Menschen begegnet, Dabei ist morgen ein großes Rennen.
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    10:25
    34,0 km
    3,3 km/h
    980 m
    820 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 5 | E1-Tag 129
    Der zweite Tag auf dem Vasaloppsleden ist so recht nach meinem Geschmack. Das Wetter zum Wandern ist gut: bewölkt, aber ausreichend warm. Der Weg ist fest und gut präpariert.
    Das Allerbeste heute: es ist Vasaloppet-Rennen. 6.500 Läufer sind auf dem Weg unterwegs, 2.400 von ihnen laufen die 90-Kilometer Distanz von Sälen bis Mora. Wofür ich vier Tage brauche, laufen sie in wenigen Stunden. Die Läufer haben meinen allerhöchsten Respekt! Allen habe ich tief in die Augen geschaut und sie dabei angelächelt, den Daumen zur Motivation nach oben gestreckt. Die meisten hat das erfreut, manche jedoch haben verbissen gekämpft oder waren gerade im Runners High und haben meine Motivationsspritze nicht bemerkt.
    Bei den ersten zwei Läufern hat es allerdings nicht geklappt, denn sie preschten schon vorbei, als ich in Oxberg beim Frühstück saß.
    Evertsberg markiert die Hälfte der Vasalopps-Strecke. Als ich vorbei komme, läuft der letze Läufer an mir vorbei. Die letzten zehn Kilometer ist es wieder ruhig auf dem Vasaloppsleden.Übernachten tue ich wieder in einer dieser tollen Übernachtungshütten, die alle gleich aufgebaut sind. Heute heißt sie Rosttjärnstugan.
    findpenguins.com/michael-wandert/footprint/5d5aec589a87b7-52278574
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    08:55
    24,9 km
    2,8 km/h
    640 m
    530 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 6 | E1-Tag 130
    Ein Wandertag, wie er mir gefällt!
    In der Nacht hat es ununterbrochen geregnet, aber am Morgen ist es zwar bewölkt, aber trocken. Später kommt sogar die Sonne raus.
    Der heutige Tagesablauf:
    Kaffee noch in der Hütte, Porridge in der Tennängskojan, Kaffeepause (geschenkt) in Mångsbodarna, Füße hoch in der Skärloksstugan, Schluss für heute in der Småganskojan. Die ist leider nicht so urig wie die anderen Hütten.
    Dazwischen wandern durch Moore, Kiefernwälder, Brachflächen, Höhenzüge. Mal auf dem Wanderweg, mal auf dem Radweg, was grad besser geht.
    Auf dem Vasaloppsleden wandert es sich wunderbar.
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    07:22
    20,9 km
    2,8 km/h
    720 m
    600 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 7 | E1-Tag 131
    Die Nacht in Småganskojan ist früh zu Ende - einfach, weil ich ausgeschlafen habe. Also weiter.
    So früh am Morgen ist es ganz schön kalt. Die ersten zehn Kilometer geht es auf schmalen Pfaden durch Wald und Moore. Ich bin in Åsen, der Wegweiser zeigt nach links. Fünfhundert Meter weiter beginnt der Vasaloppsleden mit einem profanen Start-Schild. Für mich jedoch endet hier dieser gut zu gehende Leden. Irgendwie hatte ich ein schöneres Ende erwartet. Aber das kommt ja noch! In Sälen gibt es einen Kaffee. Dann noch weitere zehn Kilometer strietzeln auf wenig schönen Wegen nahe der Straße, zum Schluss geht es eine Straße für lange Zeit bergauf.
    Und dann: ein Blick auf das Fjäll. Wow!
    Der Lohn der heutigen Mühsal: ein weiches Bett im Olarsgården-Hotell, eine heiße Dusche, ein tolles Essen, ein paar lokale Biere und die Aussicht auf einen Zero Day morgen.
    findpenguins.com/michael-wandert/footprint/5d5afe88d7bc89-49221060
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    04:27
    14,6 km
    3,3 km/h
    340 m
    330 m

    Schweden-Tour 4: Zero-dayMeinen heutigen Pausentag nutze ich, um vom Hotel Olarsgården aus, wo ich mich für zwei Nächte einquartiert habe, ein wenig das Fjäll zu erkunden.
    Es geht das Köarrksfjället hinauf bis zur Östfjällsstugan und das Östfjället wieder hinunter nach Högfjället, um ein wenig Proviant beim ICA nachzukaufen. Ganz tolle Tour, wenn man von den Passagen auf der Strasse absieht. Doch das geht leider nicht anders, es ist hier alles auf Autoverkehr ausgerichtet.
    Kleine Sprachkunde:
    Fjäll=Gebiet oberhalb der Baumgrenze; Fjället=Berg
    findpenguins.com/michael-wandert/footprint/5d5c2d65387ea0-98361927
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    08:40
    23,5 km
    2,7 km/h
    810 m
    600 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 8 | E1-Tag 132
    Kann Wandern glücklich machen? Wenn man über das Fjäll wandert, das oberhalb der Baumgrenze bei ca. 900 Höhenmetern beginnt, dann ist man glücklich. Ich jedenfalls bin es.
    Diese Etappe geht über das Fjäll, mittenmang durch das Naturreservat Transtrandsfjällen. Karge Landschaften bei absoluter Stille, wunderbare Aussichten, schmale, steinige oder morastige Pfade. Wer das noch nicht erlebt hat, kommt aus den Begeisterungsstürmen nicht mehr heraus. Absolut super!
    Allerdings muss man auf dem Fjäll mehr Zeit pro Kilometer einplanen. Auch ist das Wandern wegen der vielen Steine sehr anstrengend.
    Übernachtet habe ich in der Schutzhütte Närfjällsstugan, die ganz oben mitten in einer Mondlandschaft liegt und einen phänomenalen 360 Grad Panoramablick bietet. Im Winter ist hier ein Scooterparkplatz, dann ist es mit der Idylle vielleicht vorbei. Aber jetzt im Sommer: der Superhammer!
    findpenguins.com/7jc2jk51k9zyj/footprint/5d617215cc77c0-90112744
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    09:46
    24,3 km
    2,5 km/h
    610 m
    880 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 9 | E1-Tag 133
    Es geht weiter nordwärts - weiter durch das karge Fjäll.
    Eine Weile noch führt der Weg über das Hochplateau, dann fällt er gemächlich ab. Bald ist die Baumgrenze wieder erreicht, ein Stück tiefer wabern Wolken durch's Tal, während hier oben die Sonne scheint.
    Frühstück gibt es in der Granfjällstuga. Dort treffe ich auf Inga.
    Für mich geht es weiter Richtung Tal, sie muss zum Fjäll hoch. Im Tal geht es über den Göralvjen, danach wieder bergan. Die sieben Kilometer zur Lilldalsstugan vergehen recht flott. Dort angekommen, beginnt es zu regnen. Dafür sind die Stugas ja gemacht! Ein perfekter Platz für ein Mittagsschläfchen. Im Regen geht es später wieder abwärts, der Pfad geht sich einfach, nur die Steine und Wurzeln sind nun vom Regen glatt wie Schmierseife. Glücklicherweise gibt es davon auf diesem Stück nicht so viele wie anderswo.
    Um 18 Uhr erreiche ich endlich die Björnholmsstugan, in der man offiziell übernachten darf. Es war ein langer, aber erfüllter Wandertag.
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    08:58
    21,6 km
    2,4 km/h
    760 m
    410 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 10 | E1-Tag 134
    Der erste Anstieg von der Björnholmsstugan hinauf auf das Summelfjället ist beschwerlich. Weit über mir liegt das nackte Fjäll im frühen Morgennebel. Die Nebelschwaden wabern die Geröllfelder hinab, hüllen mich schließlich ein, als ich an Höhe gewinne. Mit dem Nebel kommt die Kälte, ich muss Mütze und Handschuhe aus dem Rucksack ziehen.
    Immer weiter geht es hinauf - bis auf 900 Höhenmeter. Das weite Summetfjället wirkt im Dunst bedrohlich. Hier wächst nur wenig. Man hätte hier eine grandiose Aussichten, wenn der Nebel nicht wäre.
    Während einer langen Pause in der Tangådalsstugan bricht die Sonne durch die Wolken. Sie wärmt. Alles sieht schlagartig freundlicher aus.
    Nun geht es durch das mit Krüppelwald bewachsene Tal des Tangsjö, der Weg mitunter moorig. Haltepunke anzupeilen hilft -ein Baum, Steinhaufen, Gesteinsformationen. Darauf zuzulaufen, gibt Halt in der immer gleichen Landschaft, die gleichzeitig doch auch abwechslungsreich ist. Hier ein besonderes Moos, dort ein eigenwilliger Bachlauf und da ein besonders seltsam gewachsener Baum. Unendlich lang erscheint mir die Strecke, die stetig bergan führt, trotzdem. Dann kommt eine Furtstelle. Weil der Bach wenig Wasser führt, komme ich gut rüber. An anderen Tage mag es schlimmer sein. Der Bachlauf, den ich jetzt verlasse, wird von mehreren aufeinander folgenden Seen gespeist, an denen es nun entlang geht. Das glasklare Wasser lädt zum Baden ein, doch es ist eiskalt.
    Endlich kommt die Tangsjöstugan in Sicht. Sie liegt einer Verheißung gleich auf der Anhöhe des letzten Sees. Ein kleiner Wasserfall plätschert, eine kleine Brücke führt zur Hütte. Angekommen für heute.
    findpenguins.com/7jc2jk51k9zyj/footprint/5d619c811c1150-91833765
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    08:39
    22,2 km
    2,6 km/h
    390 m
    620 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 11 | E1-Tag 135
    Bevor die anderen richtig munter werden, bin ich im ersten Licht schon wieder unterwegs. Weiter geht es übers Fjäll. Bis zur Rösjöstugan sind es acht Kilometer. Es ist eine große Stuga, die bewirtschaftet wird und einen Kiosk hat. Hier bekomme ich Kaffee und Taccos - allerdings von den Gästen, nicht vom Kiosk. Gestärkt geht es beschwingt weiter.
    Eine Weile komme ich auf Holzbohlen schnell voran, doch bald ist der Weg wieder steinig und beschwerlich.
    Am Nachmittag wird es richtig anstrengend. Immer weiter geht es über's Fjäll, das heute bei Sonnenschein bezaubernd aussieht. Aber auch eintönig. Vor mir liegt eine archaische Steinwüste, die unendlich zu sein scheint. Unzählige rote Barken, die Wintermarken für die Schneescooter sind die Wegweiser. Jede Barke steht ein wenig höher als die Vorherige, es geht also leicht, aber kontinuierlich bergauf. Das ist auf Dauer furchtbar anstrengend und ermüdend. Drei Kilometer erscheinen wie eine Unendlichkeit. Ich brauche eine Stunde dafür. Und dann drei weitere Kilometer. Noch eine Stunde!
    Doch die karge Schönheit der Umgebung belohnt für die Mühsal.
    Schließlich geht es wieder bergab. Das Zeichen, das Gördalen nicht mehr weit ist. Am Ende wird es richtig steil. Rasch bin ich unterhalb der Baumgrenze und bald darauf in Gördalen.
    Hier gibt es das B&B Skärddans, dort buche ich mich ein. Ich bin heute der einzige Gast der älteren Dame, wir verbringen den Abend gemeinsam plaudernd im Café Gosen, das gleich um die Ecke liegt. Während ich einen riesigen Burger vertilge, erfahre ich von den Plänen, das sie ihr B&B verkaufen möchte. Will es einer haben?
    findpenguins.com/7jc2jk51k9zyj/footprint/5d61a793e9cc72-69577088
    weiter: komoot.de/tour/89370481

    07:06
    17,6 km
    2,5 km/h
    560 m
    360 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 12 | E1-Tag 136
    Nach einem Nacht in der Zivilisation fällt es nicht leicht, wieder los zu lassen, um für weitere vier Tage in die Wildnis zu ziehen.
    Was es gestern am Ende der Etappe bergab ging, muss man heute wieder rauf. Denn Gördalen liegt in einem tiefen Tal. 300 Höhenmeter geht es nun wieder hinauf, dann ist man zurück im Fjäll oberhalb der Baumgrenze. Zwischendurch kann man gut die verschiedenen Vegetationszonen beobachten.
    Nun ist man im Drevfjället, einem weiteren Naturschutzgebiet. Das Plateau des Drevfjället ist lieblicher als das des Fulufjället, durch das ich die letzten Tage wanderte. War jenes sehr steinig, ist hier mehr Bewuchs, vor allem Gräser und Heide, es gibt mehr Tümpel und Seen. Der Weg ist leichter zu gehen, es gibt nicht so viele Steine. Trotzdem bin ich für die Pause in der Drevfjällstugan sieben Kilometer weiter sehr dankbar.
    Weiter geht es nun am Drevsjön entlang, von dem man allerdings nichts zu sehen bekommt. Es geht recht konstant auf ca. 800 Höhenmetern knapp unterhalb der Baumgrenze weiter immer Richtung Norden. Endlich einmal nur geradeaus und nicht hoch und runter! Die Sonne kommt hervor, im Krüppelbirkenwald wird es warm. Der Weg ist nicht anstrengend - ich schwitze mal nur wegen der Sonnenstrahlen. Bald ist die kleine Schutzhütte am Ende des Drevsjön erreicht. Pause!
    Nun sind es nur noch drei Kilometer bis Id Persätern. Ein Klacks!
    findpenguins.com/7jc2jk51k9zyj/footprint/5d640c2b5a5ea5-50626539
    weiter: komoot.de/tour/89371323

    07:43
    16,9 km
    2,2 km/h
    380 m
    390 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 13 | E1-Tag 137
    Das Fjäll ist bezwungen, nun geht es durch niedrigen Krüppelwald. Auf 800 Metern Höhe wächst alles sehr langsam und erzeugt mitunter pittoreske Strukturen. Neben Strecken durch Wald gilt es ab jetzt vermehrt, Moorflächen zu überwinden. Man erkennt sie gut am hellen Bewuchs. Man holt sich dort schnell nasse Füße, wenn dunkles Wasser in die Stiefel rinnt, während man langsam im Morast versackt. Doch davon bleibe ich verschont, denn es hat seit Tagen nicht geregnet, der Wasserstand ist niedrig. Glück gehabt! Trotzdem bin ich für jede Holzbohle dankbar, die über die Feuchtflächen gelegt wurde. Denn nur dort kann man entspannt gehen. Ansonsten ist der Weg steinreich und macht das Vorankommen anstrengend. Der Blick ist nach unten auf den Pfad gerichtet, es geht nur langsam voran. Ständig muss man über die Steine balancieren. Das kostet Kraft.
    Das heutige Ziel ist Bosjön. Da es nur siebzehn Kilometer entfernt ist, kann ich bummeln. Viel Stehenbleiben, Schauen, Fotos machen, an den Pausen- und Schützhütten lange in der Sonne liegen.
    Das Ziel enttäuscht etwas. Die Schutzhütte Bosjön ist kitzeklein, was nicht so schlimm wäre, aber sie hat keinen festen Boden und es ist etwas feucht. Ameisen krabbeln herum. Am nahen See findet sich keine Stelle zum Baden. Ich will auch nicht weiter klagen, denn eine solche Hütte ist immer noch besser, als draußen im Zelt zu übernachten (für das hier gar kein Platz wäre).
    findpenguins.com/7jc2jk51k9zyj/footprint/5d64155731cfd1-79439210
    weiter: komoot.de/tour/89616248

    10:28
    32,8 km
    3,1 km/h
    810 m
    950 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 14 | E1-Tag 138
    Heute ist es ein langer Schlag, der entlang der norwegischen Grenze Richtung Norden verläuft. Man kommt ihr an einer Stelle bis auf 300m nahe,
    In den ersten zehn Kilometern liegt noch einmal alles drin! Der Krüppelbewuchs wird dichter und höher, fast schon richtiger Nadelwald. Unter 800 Höhenmetern haben die Bäume offenbar mehr Kraft zum Wachsen.
    Die Moorflächen dagegen sind nicht weniger geworden. Der Pfad wird schlechter und ist wenig markiert, führt vermehrt durch Moorflächen, über die keine Planken gelegt sind. Hier kann der Stiefel schon mal volllaufen. Ich aber habe Glück und behalte trockene Stiefel, denn es hat seit Tagen nicht geregnet, der Wasserstand ist niedrig.
    Dann ist das Naturreservat Drevfjällens, durch das ich seit Tagen laufe, zu Ende. Der Trail geht umgehend in eine Schotterpiste über, ermöglicht (endlich) schnelleres Vorankommen.
    Auf halber Strecke liegt Flötningen, wo es den kleinen Supermarkt Gransbua gibt. Hier gibt es (fast) alles, was das Wanderherz begehrt. Kaffee ist umsonst, Leider gibt es keine Trockenmahlzeiten.
    Die zweite Hälfte der heutigen Etappe ist einfach und schnell auf Schotterpiste zu absolvieren. Das ist auch mal ganz schön...
    Nach mehr als 30km bin ich froh, die Schutzhütte Guttadalskojan zu erreichen.
    findpenguins.com/7jc2jk51k9zyj/footprint/5d65fba4b167d8-19503135
    weiter: komoot.de/tour/89750647

    07:15
    19,7 km
    2,7 km/h
    710 m
    520 m

    Schweden-Tour 4:
    Tour-Tag 15 | E1-Tag 139, der letzte Tag.
    Es geht auf Schotterpisten weiter, erst breit, dann schmaler werdend, schließlich geht es auf Waldpfaden weiter, wie üblich mit Steinen, noch einmal ein Moor (ohne Planken).
    Ab der Schutzhütte Valdalsbygett geht es sich leichter, der Weg wird nun viel besser. Menschen kommen entgegen - Touristen aus Grövelsjön. Es werden immer mehr. Sie wollen zum Wasserfall "Silverfallet", den ich jedoch einfach links liegen lasse. Habe ich etwas versäumt?
    Auf einmal ist das Hochplateau zu Ende, das Gelände fällt zum Grövelsjön-See hin ab und bietet einen grandiosen Blick über den ganzen See und das dahinter aufsteigende Fjäll. Wow!
    Treppenstufen führen hinab zum See, dann ein breiter Plankenweg zur Brücke. Hier ist die Tour zu Ende. Nächstes Jahr soll es genau von hier aus weiter auf dem E1 durch Norwegen gehen.
    Eine Asphaltstraße führt hinauf zur STF-Grövelsjön Fjällstation, der teuersten Herberge im hinteren Teil des Universums. Trotzdem sollte man sich ein Zimmer nehmen - am Besten mit Halbpension. Ich jedenfalls mache es und hänge noch einen Zero-day dran, bevor es auf die lange Heimreise geht.
    Um 6:50 Uhr fährt ein Bus nach Mora. Drei Stunden später bin ich dort, wo ich zwei Wochen zuvor gestartet bin. Irgendwie krass.
    findpenguins.com/michael-wandert/footprint/5d66bd90af09c3-71605337

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Collection Statistik

  • Touren
    16
  • Distanz
    359 km
  • Zeit
    129:06 Std
  • Höhenmeter
    9 600 m

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