Bikepacking im Oberpfälzer Wald

Mountainbike-Collection von Martin Donat

Oft findet man Juwele dort, wo man sie nicht erwartet. Als der kalte Krieg noch heiß und die Grenze zwischen Ost und West noch streng bewacht war, dachte wohl niemand daran, dass der verbotene Grenzkamm zwischen Fichtelgebirge im Norden und Bayerischem Wald im Süden einmal von Mountainbikern entdeckt werden würde. Die Rede ist vom Oberpfälzer Wald. Statt Bunkern und Grenzzäunen bestimmen heute tiefe Täler, uralte Burgen und Ruinen, ausgedehnte Waldflächen und romantische Ortschaften das Landschaftsbild. Hier kannst du dich tagsüber auf flowigen Trails und knackigen Anstiegen auspowern und dafür abends mit deftiger Brotzeit und urtypischem „Zoigl“ belohnen. In dieser Collection habe ich dir eine Etappenfahrt durch den Oberpfälzer Wald zusammengestellt, auf der du mit Bike und Rucksack ein wahres Juwel im Osten von Deutschland kennenlernst.

Die Route beginnt zwischen Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald im schönen Marktredwitz. Von hier aus fährst du zunächst in Richtung Süden durch den Vorderen Oberpfälzer Wald, bis du bei Vohenstrauß den Wendepunkt der Tour erreichst. Zurück geht’s direkt entlang, teilweise sogar unmittelbar auf der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien zurück zum Ausgangspunkt im Norden. Auf diese Art durchquerst du den Oberpfälzer Wald gleich zweimal und lernst ihn in allen Facetten kennen.

Mountainbiken im Oberpfälzer Wald kann mitunter eine schweißtreibende Beschäftigung sein. Denn es ist selten flach, stattdessen erwartet dich ein stetiges Auf und Ab. Das sorgt für Abwechslung, aber auch für brennende Waden. Genau deshalb habe ich eher kurze Etappen ausgewählt. So hast du genug Zeit für die ein oder andere Pause und für entspannte Blicke links und rechts vom Trail. Denn nicht nur landschaftlich, auch kulturell hat der Oberpfälzer Wald einiges zu bieten. Wenn du lieber den ganzen Tag auf dem Bike sitzt, sind die 221 Kilometer dieser Collection natürlich auch in wenigeren Etappen machbar.

An den Etappenzielen befindet sich jeweils mindestens eine schöne und sehr bodenständige Übernachtungsmöglichkeit. Meist habe ich Zeltplätze gefunden, die aber auch komfortable Unterkünfte wie Campingfässer oder Ferienwohnungen anbieten, sodass du selbst entscheiden kannst, wie viel Schlafkomfort du in Anspruch nehmen möchtest. Vom gemütlichen Urlaubsfeeling bis zum naturverbundenen Bikepacking-Erlebnis ist auf diese Weise alles drin. Die An- und Abreise kannst du ganz bequem mit dem Zug erledigen. Marktredwitz ist gut ans Bahnnetz angebunden und bietet aus allen Richtungen Verbindungen, die eine gute und stressfreie Alternative zum Auto darstellen.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    04:11
    48,8 km
    11,7 km/h
    700 m
    790 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Gute Grundkondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Deine Fahrt durch den Oberpfälzer Wald beginnt am Bahnhof von Marktredwitz, wo du vom Zug auf dein Bike umsteigst und schon nach wenigen Metern das Ufer des kleinen Flüsschens Kössein erreichst. Ihm folgend lässt du Waldershof links liegen. Wenn du hier einen Blick nach rechts wirfst, erkennst du die Zentrale des großen deutschen Fahrradherstellers Cube. Heute wirst du auch dessen Hometrails kennenlernen.Der erste Teil der Etappe führt dich stetig bergauf zur Ruine Weißenstein auf 863 Meter Höhe. Die Ruine thront zwischen bizarren Felsformationen, von denen du auf der Fahrt durch den Oberpfälzer Wald noch so einige zu sehen bekommst. Über eine steile Treppe kannst du auf einen der alten Türme steigen und die weite Sicht auf die Umgebung genießen. Über eine schöne Abfahrt gelangst du ins „Land der 1.000 Teiche“. Hier wird zwar nicht deine Fahrtechnik gefordert, aber es ist echt schön. Der ein oder andere kleine See ist sogar zum Baden geeignet (zum Beispiel der Silbersee oder der Badesee Kipp), sodass du eine kurze Pause samt Abkühlung im Wasser einplanen kannst. Vorbei an der Burg Falkenberg fährst du nun ins idyllische Waldnaabtal, wo der Trail zwischen beeindruckenden Felsbrocken hindurchführt. Die gemütliche Blockhütte lädt hier zur Einkehr, bevor du die letzten Kilometer zum Etappenziel nimmst. Dort befindet sich ein Campingplatz, auf dem du dein Nachtlager einrichten kannst. Im Hof nebenan kannst du auch eine Ferienwohnung mieten. Alternativ findest du im nahe gelegenen Windischeschenbach verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten.

    Mittelschwer
    03:55
    44,6 km
    11,4 km/h
    800 m
    680 m
    Mittelschwere Mountainbike-Tour. Gute Grundkondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik nötig.

    Nach einer ruhigen Nacht auf dem Campingplatz folgst du zu Beginn der zweiten Etappe zunächst dem Verlauf der Waldnaab, die sich malerisch durch ihr schönes Tal schlängelt. Nur die Autobahn, die anfangs immer in Sichtweite ist, stört ein wenig die Idylle. Doch hinter Neustadt kehrst du ihr den Rücken und kannst dich auf eine herrlich ruhige Fahrt durchs Grüne freuen. Ab jetzt geht es auf und ab, immer wieder hast du eine tolle Aussicht ins Tal. Heutiger Höhepunkt ist der Vierlingsturm auf 633 Meter Höhe. Zwar ist die Aussicht hier nicht so beeindruckend, weil alles zugewachsen ist, trotzdem ist hier ein schöner Ort für eine Pause. Denn am Fuße des Turms lädt die Strobelhütte zur Einkehr ein. Am Wochenende sowie mittwochs kannst du dich hier mit rustikaler Hausmannskost stärken.Anschließend warten noch ein paar flowige Trails, aber auch einige knackige Anstiege auf dich. So ist das eben im Oberpfälzer Wald – wer es flach will, fährt besser nach Holland. Herrliche Waldpassagen und immer wieder diese einzigartigen Felsen schaffen aber eine Atmosphäre, die jede Anstrengung wert ist. Außerdem kannst du dich schonmal aufs heutige Etappenziel freuen: In Vohenstrauß warten gleich mehrere Zoiglstuben darauf, dir den „Feierabend“ zu verschönern. In und um Vohenstrauß findest du allerlei Gasthäuser und Ferienwohnungen zum Übernachten.Falls du dich nicht entscheiden kannst, wo du einkehren möchtest, hier eine kleine Entscheidungshilfe beziehungsweise eine kleine Exkursion in die oberpfälzische Bierkultur. Dort gibt es nämlich ein traditionelles Erkennungszeichen für den Ausschank des „Zoigls“. Es ist der sechszackige Zoiglstern, der aus zwei gleichseitigen Dreiecken besteht, die einst die am Brauen beteiligten Elemente Feuer, Wasser und Luft sowie die Zutaten Wasser, Malz und Hopfen symbolisieren sollen. Wo dieser Stern hängt, kannst du sicher sein, eine zünftige Brotzeit und ein leckeres Bier serviert zu bekommen.

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  • Mittelschwer
    02:46
    32,8 km
    11,8 km/h
    520 m
    470 m
    Mittelschwere Mountainbike-Tour. Gute Grundkondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik nötig.

    Nach zwei durchaus fordernden Etappen kannst du am dritten Tag im Oberpfälzer Wald ein bisschen durchatmen. Die heutige Route ist ein bisschen kürzer und nicht ganz so hügelig, aber nicht minder schön. Heute fährst du durch wildromantische Täler, entlang leise plätschernder Waldbäche und vorbei an vielen schönen Natur- und Kulturhighlights. Heute hast du genug Zeit, um dir alles ganz in Ruhe anzuschauen.Eine erste längere Pause könntest du für den gemütlichen Ort Pleystein einplanen. Dessen Ortsbild ist vom markanten Rosenquarzfels geprägt, der zentral gelegen in die Höhe ragt und der die schöne Wallfahrtskirche beherbergt, die du während einer entspannten Pause ansehen kannst. Wenn dir eher nach einer weltlichen Auszeit ist, findest du hier aber auch gemütliche Cafés und Restaurants, in denen du dich stärken kannst. Weiter geht’s durchs malerische Zottbachtal. Der Weg hindurch lässt sich total entspannt fahren und landschaftlich ist es hier wirklich schön. Er führt dich in Richtung Georgenberg und somit zum ersten Mal auf dieser Tour ganz nah ran an die tschechische Grenze. Die Gehenhammer Mühle lädt hier zur Mittagspause ein, bevor der einzig längere Anstieg des Tages auf den Schellenberg ruft. Wenn du den geschafft hast, kommst du an einem alten Bunker vorbei – ein Stück Geschichte zum Anfassen.Die markanten Felsformationen am Bückelberg läuten den letzten Tagesabschnitt ein. Ab jetzt kannst du mit deinem Bike entspannt bis zum Etappenziel am Gaisweiher rollen. Hier gibt es Apartments, „Glamping“-Unterkünfte in Holzfassform oder auch einfach nur eine Zeltwiese. Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten findest du im nahegelegenen Flossenbürg. Wenn du schonmal hier bist, kannst du auch gleich noch einen Abstecher zum Schlossberg mit Burgruine unternehmen.

    Schwer
    04:31
    51,4 km
    11,4 km/h
    900 m
    950 m
    Schwere Mountainbike-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik notwendig. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    „Die Reise zum Mittelpunkt Europas“ – so könnte der Titel für die vierte Etappe durch den Oberpfälzer Wald lauten. Heute kommst du tatsächlich gleich zweimal an Orten vorbei, die jeweils für sich beanspruchen, das Zentrum unseres Kontinents zu sein. Schuld daran sind unterschiedliche Berechnungsmethoden und das Beste an all dem sind ohnehin die herrliche Landschaft und die schönen Trails, die dir auch heute wieder eine richtig schöne Biketour bescheren.Die vierte Etappe verläuft stets mehr oder weniger parallel zur Grenze nach Tschechien, teilweise sogar direkt darauf. So kannst du dich direkt nach Bewältigung des ersten langen Anstiegs auf eine Grenzerfahrung im wahrsten Sinn des Wortes freuen und das auch noch auf einem echt abwechslungsreichen Trail über den Grenzkamm. Nachdem du an der Waldnaabquelle vorbeigefahren bist, beginnt eine schöne Abfahrt runter nach Bärnau, wo du dir beim Bäcker oder in einem Café eine kleine Frühstückspause gönnen kannst. Weiter geht’s: Nur ein kurzes Stück entlang der Straße und schon bist du wieder auf dem Grenzweg, der dich in leichtem Auf und Ab zum zweiten Mittelpunkt Europas führt. Auch hier sind eine Infotafel und ein Gedenkstein eine gute Gelegenheit für eine kurze Pause und wenn du nochmal einen schönen Blick aufs Gebirge genießen möchtest, lohnt sich ein kleiner Abstecher zum 939 Meter hoch gelegenen Tillenberg. Hier oben steht der gleichnamige Sendeturm, der einst für militärische Aufklärung sorgte und heute einen Radiosender beheimatet. Das mit Stacheldraht abgesicherte Areal sorgt für eine schöne Portion Ostalgie-Charme.Über schöne Trails und vorbei an einer Forellenzucht kommst du schließlich zum Campingplatz Platzermühle, dem heutigen Etappenziel. Hier kannst du dein Zelt aufschlagen oder dir vorab die Ferienwohnung buchen. Im nahegelegenen Bad Neualbenreuth findest du weitere Unterkünfte sowie Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Wenn du Lust auf Entspannung hast, bietet sich das Sibyllenbad beim Kurpark im Westen von Bad Neualbenreuth an.

    Mittelschwer
    03:26
    43,3 km
    12,6 km/h
    510 m
    530 m
    Mittelschwere Mountainbike-Tour. Gute Grundkondition erforderlich. Fortgeschrittene Fahrtechnik nötig.

    Auf der fünften Etappe verlässt du die Höhenlage des Grenzkamms und machst dich auf den Rückweg nach Marktredwitz. Noch einmal wartet ein abwechslungsreiches Auf und Ab auf dich, typisch Oberpfälzer Wald, aber doch ein bisschen „zahmer“, als die gestrige Etappe. Perfekt, um noch einmal die schöne Gegend zu genießen und um langsam Abschied zu nehmen.Heute ist nochmal alles dabei, was die Gegend zu bieten hat: Feine Trails, ein Mix aus Wald und Wiesen, wildromantische Bächlein und gemütliche Ortschaften wie Wernersreuth oder Mitterteich. Die Autobahn, die du noch von der ersten Etappe kennst, läutet den letzten Abschnitt der Tour ein. Doch bevor du den Ausgangspunkt in Marktredwitz erreichst, wartet noch ein schöner langer Anstieg auf dich: Beim Großen Teichelberg geht’s nochmal rauf auf fast 700 Meter. Oben kannst du einen Blick in das Gelände eines ehemaligen Basalt-Steinbruchs werfen, der dir interessante Einblicke in die Geologie des Bergs gewährt.Angekommen in Marktredwitz blickst du zurück auf fünf richtig tolle Biketouren in einer einzigartigen Gegend. Nicht immer ganz einfach, aber immer einfach schön! Wenn du noch Zeit hast, lohnt sich eine Fahrt durch die schöne Altstadt von Marktredwitz. Hier findest du auch ganz sicher ein gemütliches Café oder Restaurant, um dich zu stärken. Wenn du mit dem Zug nach Hause fährst, kannst du auf diese Weise in Ruhe die Zeit bis zur Abfahrt überbrücken, denn von der Altstadt aus sind es nur noch wenige Meter bis zum Bahnhof.

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Collection Statistik

  • Touren
    5
  • Distanz
    221 km
  • Zeit
    18:49 Std
  • Höhenmeter
    3 420 m

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