Nahe dem Dach der Welt – Mountainbiken in Chinas Provinz Yunnan

Mountainbike-Collection von Steffi Marth

Mountainbiken ist in Yunnan, einer Provinz im Südwesten Chinas, alles andere als normal und völlig anders, als bei uns zu Hause. Hier gibt’s keine Bikeparks, kaum gebauten Trails und keine Horden von Wochenend-Bikern, die den Wald unsicher machen. Im Grunde gibt's hier unseren Guide und uns, die „zwei crazy Girls“, für die er uns vermutlich hält, als wir gerade wieder einen ziemlich kniffligen Trail runterheizen, den er selbst lieber schiebt. Für mich fühlt sich das, was wir hier tun, nicht besonders crazy an, dafür aber wahnsinnig besonders. Mountainbiken nahe dem Dach der Welt, das ist ein geniales und unvergessliches Erlebnis.

Ich bin unterwegs mit meiner Schweizer Team Kollegin Nathalie Schneitter. Zehn Tage bereisen wir Yunnan. Wir sitzen fast jeden Tag auf dem Bike, entdecken aber auch die Kultur der Region, besuchen Tempel, Märkte und probieren die kulinarischen „Köstlichkeiten“ der Region. Der kulturelle und religiöse Einfluss durch den Buddhismus und die Nähe zu Tibet im Norden der Provinz ist wahnsinnig divers und mega interessant. Einfach nur schön ist die Natur hier. Wir sind geflasht von der Landschaft entlang des Jangtse Stroms, von den weiten Hochebenen auf über 2.000 Meter Höhe und vom Blick auf die schneebedeckten Sechstausender. Apropos Schnee: Wir sind im 4.500 Meter hohen Sinotibetanischen Hochland unterwegs und campen – mitten im Dezember, irgendwo im Nirgendwo – auf 3.300 Meter Höhe. Brrr kalt!

Obwohl es in diesem Land kaum Mountainbiker gibt, sind die Trails alle wahnsinnig gut. Sie sind komplett natürlich und nahezu unbekannt – was für ein besonderes Gefühl! Wenn du dieses Abenteuer nachmachen möchtest, nimmst du am besten ein Endurobike mit auf die Reise. Wir haben Trek Fuel EX Bikes mit 130/140 mm Federweg, die ziemlich perfekt für den Trip sind. Wenn du auch rauf aufs Hochland möchtest, musst du darauf achten, die passende Ausrüstung und Bekleidung dabei zu haben. Das Warmhalten da oben ist schon hart. Viel Tee und ein Bunsenbrenner zum Wärmen der Füße können vorm ins-Bett-gehen eine Wohltat sein. Warme Schlafsäcke und meine gute Merino-Unterwäsche erledigen den Rest. Auf 3.300 Meter Höhe bei -7 Grad aufwachen, das Zelt aufmachen und von der Sonne begrüßt werden – das ist auf jeden Fall unvergesslich!

So eine Reise ist perfekt für abenteuerlustige Fahrerinnen und Fahrer, die gerne etwas Außergewöhnliches erleben wollen und keine Angst vor Kälte haben. Im Sommer ist es natürlich wärmer, aber es regnet auch viel hier, während es im Dezember eigentlich sehr trocken ist. Unser Winter ist darum eine gute, wenn auch kalte Reisezeit. In Dali gibt es sogar eine kleine Mountainbike Szene: „Dali Enduro“ organisiert hier Shuttles und Touren. Wir waren mit Zouba Tours (zouba.tours) unterwegs, die waren super!

Auf der Karte

Touren & Highlights

  • 06:50
    17,9 km
    2,6 km/h
    830 m
    120 m

    Dort oben im Hochland zu biken war wirklich einzigartig: Wir haben hier weit und breit niemanden gesehen und fühlten uns fast wie auf dem Mond. Die Nacht auf 3.300 Meter Höhe war ebenfalls der Hammer. Aber das Beste daran: Das Abenteuer war super hart erarbeitet, und zwar auf dieser Tour hier. Es ging fast nur bergauf und das teilweise so steil, dass wir unsere Bikes auch mal tragen mussten. Es war wirklich sehr anstrengend, aber einmal auf dem Hochplateau angekommen, war die Anstrengung verflogen und wir waren einfach geflasht von der Gegend, der Aussicht und dem Mega-Campingabenteuer.

  • 02:32
    7,20 km
    2,8 km/h
    20 m
    340 m

    Auf 3.300 Meter Höhe mitten im Nirgendo bei -7 Grad aufwachen, das Zelt aufmachen und von der Sonne begrüßt zu werden – das ist schon ziemlich mega! Aber es wurde noch besser, denn nun kam ja noch die Abfahrt! Von dieser Höhe herunterzufahren nach einer Nacht in der Dezemberkälte war einfach einzigartig und unvergesslich. Die Kurven waren alle natürlich geshaped und wir sind durch eine Art Tunnel gefahren, da es rundherum bewachsen war. Einfach Wahnsinn!

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  • 01:00
    2,38 km
    2,4 km/h
    250 m
    50 m

    Shaxi ist eine historische Stadt in der Provinz Yunnan, die für ihren Markt bekannt ist und vor allem für den Teehandel wichtig war. In den Bergen rundherum findet man buddhistische Felsritzungen und über 1.300 Jahre alte Tempel und genau so einen haben wir uns auf dieser Tour angesehen. Das Coole ist, dass jeder diesen Ort besuchen darf, auch auf dem Bike sind wir willkommen. Dieser Tempel hier ist etwas Besonderes, weil dort alte Steinfiguren aus dem Buddhismus zu sehen sind, die seit hunderten Jahren fast komplett erhalten sind.

  • 00:28
    1,52 km
    3,3 km/h
    0 m
    170 m

    Auf dem Rückweg vom Shaxi Tempel kamen wir an dieser Stelle vorbei, sie zählt zu einem meiner absoluten Highlights des ganzen Trips: Ein extrem felsdurchsetzter Trailabschnitt, der wie ich glaube noch nie mit Bikes vor uns befahren wurde. Dementsprechend wussten wir auch nicht, ob der Trail überhaupt fahrbar ist, was die ganze Sache noch spannender und richtig cool gemacht hat — genau unser Ding!

  • 01:17
    4,66 km
    3,6 km/h
    230 m
    150 m

    Es war nur eine kurze Tour, aber die hatte es trotzdem in sich. Biken in dieser Höhe ist schon krass, zumal wir ja nicht auf gepflegten Trails, sondern natürlichen Pfaden unterwegs waren, die zudem auch noch echt steil waren. Außerdem war es krass kalt, aber auch extrem schön. Der Tibetische Buddhismus bietet hier an jeder Ecke was zum Staunen: Stupas, Gebetsmühlen und Fahnenketten überall. Die Berge sind unseren Alpen sehr ähnlich, aber halt etwas höher. Um uns herum waren ganz viele Sechstausender und dahinter geht’s im Himalaya Gebirge noch viel höher hinaus!

  • 04:16
    11,2 km
    2,6 km/h
    150 m
    260 m

    Diese kurze Runde führte uns zu einem Tempel, der uns ziemlich beeindruckt hat. Es war die letzte Tour vor unserer Rückreise. Die zwei Abfahrten darin waren der perfekte Abschluss, weil sie nicht natürlich, sondern von Bikern gebaut waren, sodass man mal richtig Gas geben konnte.Falls du dich fragst, was das für Maden sind: Ich habe sie selber nicht probiert, aber so etwas gibt es hier zum Frühstück. Aber keine Panik, eigentlich ist das Essen in China sehr gut. Es gibt sehr viel Gemüse, in allen möglichen Arten zubereitet und vor allem viel Scharfes. Ich liebe die Art, wie die Menschen hier essen. Es wird immer gemeinsam in der Gruppe gegessen. Viele Teller stehen auf einem Drehtisch und jeder kann einfach zugreifen, das gemeinsame Teilen macht richtig Spaß. Aber nicht alles hier hat mir geschmeckt: Die Milch der YAK-Rinder wird in den tibetischen Gebieten zu Butter verarbeitet und in den Tee gemacht, was dann Yak Butter Tea heißt. Dazu gibt es Yak Joghurt, was ziemlich ekelhaft nach Vergorenem schmeckt und uns eine lustige Situation bescherte, als wir bei einer tibetischen Familie eingeladen waren und uns das Zeug runtergequält haben…

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Collection Statistik

  • Touren
    6
  • Distanz
    44,9 km
  • Zeit
    16:22 Std
  • Höhenmeter
    1 470 m

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