Mariazell

Der Traisental-Radweg – Pilgern durch die Mostviertler Alpen

Fahrrad-Collection von Tobias
2-3 Tage
2-4 Std / Tag
113 km
1 410 m
730 m

Seen, Hügel, Berge – und das alles entlang eines bezaubernden Flusstals. Kein Wunder, dass der Traisental-Radweg im Mostviertel zu einer der beliebtesten Radrouten Österreichs zählt. Wenn dann noch das Wetter mitspielt, steht der Familien-Radtour oder dem Bike-Ausflug am Wochenende nichts, bis auf ein paar schöne Badestellen, im Weg.

Seinen Anfang nimmt der Radweg offiziell in Traismauer am Marinehafen. Praktischerweise ist er damit auch direkt an den Donau-Radweg angebunden (komoot.com/collection/359). Insgesamt 113 Kilometer verteilt auf einen Höhenanstieg von etwas mehr als 1.400 Metern gilt es zu bewältigen. Ziel ist die idyllische Gemeinde Mariazell, einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Mitteleuropas. Aus diesem Grund wird der Traisental-Radweg oft auch als Pilger-Radweg bezeichnet. Eine gute Reisezeit ist von April bis Oktober.

Ich habe die Collection für dich in drei Etappen aufgeteilt, immer mit Rücksicht auf eine passende Übernachtungsmöglichkeit am Etappenende. Bitte denke trotzdem daran, die Unterkünfte im Vorfeld zu reservieren. Der erste Tag beginnt recht flach und stellt daher eine gute Trainingseinheit für die folgenden zwei Tage dar. Diese präsentieren sich, wie es bei einer Fahrt ins Gebirge üblich ist, mit zunehmend größer werdenden Höhenunterschieden. Besonders die letzte Etappe hat es in sich. Das Teilstück zwischen Kernhof und Mariazell ist deswegen in dieser Hinsicht für Familien mit kleinen Kindern nur eingeschränkt zu empfehlen.

Es gibt jedoch zahlreiche Variationsmöglichkeiten, die sich speziell dann anbieten, wenn du mit Kindern unterwegs bist: So kannst du zum Beispiel das Stück zwischen Kernhof und Mariazell einfach weglassen. Endpunkt wäre in diesem Fall das Kameltheater kurz hinter Kernhof. Ebenfalls ein lohnenswertes Gesamtziel und für die Kleinen unter uns bestimmt interessanter als die Mariazeller Basilika. Du kannst die drei Etappen aber auch einfach in umgekehrter Richtung flussabwärts radeln. Die Anstiege lassen sich auf diese Weise halbieren und einem entspannten Radeln steht eigentlich nichts mehr im Weg. Der Abschnitt zwischen Mariazell und Kernhof eignet sich aber nach wie vor nur bedingt für einen Familienausflug.

Für den durchschnittlichen Radfahrer sollte der Traisental-Radweg aber trotz seines etwas anspruchsvolleren Höhenprofils keine Probleme darstellen. Oft wirst du die Anstiege dank der guten Wegbeschaffenheit gar nicht merken. Der Weg ist durchgehend asphaltiert und eignet sich daher auch für eine Tour mit dem Rennrad – bitte achte aber auf ein verträgliches Tempo für andere Radfahrer. Sollte es dir unterwegs doch mal an der nötigen Power fehlen, findest du am Wegesrand genügend Möglichkeiten, um deine Energiereserven wieder aufzufüllen. Selbst auf die eine oder andere kulinarische Besonderheit muss hier nicht verzichtet werden.

Wenn du ein bisschen mehr möchtest und schon etwas trainiert bist, kannst du die Strecke bis Mariazell auch in zwei Etappen bündeln oder nach Belieben noch einen Abstecher von Freiland nach Türnitz einlegen. Hier verläuft der Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse, geht durch mehrere Tunnel und ist daher auch für die kleine Extra-Runde mit der Familie eine nette Wahl. Für die Zwei-Tages-Variante bietet sich eine Übernachtung in Hohenberg an. Wer den Abstecher nach Türnitz machen möchte, findet auch dort genügend Unterkünfte.

Insgesamt sind alle Teilstücke des Weges gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Traismauer, St. Pölten und Lilienfeld sind allesamt an das ÖBB-Bahnnetz angeschlossen. Zwischen Kernhof und St. Pölten fährt einmal am Tag der Radtramper-Bus und zwischen Mariazell und St. Pölten verkehrt wiederum die Mariazellerbahn. In Punkto Anreise kann so selbst die Wahl des Startpunktes der Tour recht frei erfolgen. Auch bei der Abreise hast du relativ freie Hand. Wenn du magst kannst du die Tour sogar noch erweitern und über die Ötscherland-Radroute oder den Ybbstalradweg etwas weiter nordwestlich zurück gen Donau radeln (komoot.de/collection/913456).

Auf der Karte

Touren & Highlights

  • Mittelschwer
    02:53
    45,4 km
    15,7 km/h
    250 m
    50 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Los geht’s am Marinehafen Traismauer, direkt an der Donau. Solltest du mit der Bahn anreisen startest du etwas weiter südlich am Traismauer Bahnhof nur wenige 100 Meter östlich der Traisen. Wenn du mit dem PKW oder dem Camper anreist, kannst du entweder auf einem der Park & Ride-Parkplätze in Traismauer direkt (beim Bahnhof oder bei der Post) oder alternativ an der Autobahn-Anschlussstelle Traismauer-Nord parken.
    Den Anfang der Tour dominiert überwiegend das sanfte Hügelland des Weinbaugebiets Traisental. Der Anstieg der Strecke ist kaum auszumachen, solange bis du am Ende des Tages die Ausläufer der Mostviertler Alpen erreichst. Deshalb ist dieser Teilabschnitt des Radweges zugleich ein guter Tipp für Familien mit Kindern. Auch zeitlich sollte der heutige Tag genügend Raum lassen, um von den Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten am Wegesrand zu profitieren. Warum also nicht gleich zu Beginn die Füße ins Wasser tauchen? Zum Beispiel in den Naturbadeseen Traismauer. Wenn dir diese Erfrischung einen kleinen Tick zu früh kommt und du lieber erst mal etwas Schwitzen möchtest, bevor du deinen Körper ins kalte Wasser tauchst – kein Problem: Bis zu den nächsten Badeseen bei St. Pölten sind es nur 20 Kilometer. Dieses Mal laden sie dank ihres tollen Rundumangebots sogar zur großzügigen Rast ein.
    Oder möchtest du doch lieber ein frisches, selbstgebrautes Bier im Flieger-Bräu genießen? – In St. Pölten hast du die Wahl. Ziel der heutigen Etappe ist das Örtchen Traisen. Eine Übernachtungsmöglichkeit findest du hier entweder auf dem örtlichen Campingplatz (es gibt dort auch kleine Hütten zu mieten) oder im Gasthof Linko, der ebenfalls sein eigenes, regionales Bier herstellt. Wie ich finde, die perfekte Abrundung eines schönen Radfahr-Tages.

  • Schwer
    02:28
    33,5 km
    13,6 km/h
    520 m
    330 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Der zweite Tag führt dich tiefer in die Region der Mostviertler Alpen, die Berghänge zu deiner Seite werden zunehmend steiler und auch der Wald wird immer dichter. Nach wenigen Kilometern erreichst du bereits Lilienfeld, wo in Moti's Strandbar, dem Salettl Lilienfeld, bereits die erste Möglichkeit zur Rast auf dich wartet. Anhalten lohnt sich, denn ein Teil der Bar schwimmt quasi auf der Traisen, was für sich genommen schon eine kleine Besonderheit ist. Zudem genießt du von der Terrasse aus einen hervorragenden Blick auf das Stift Lilienfeld. Für ein Foto vom Stift empfehle ich dir, auf die vorgelagerte Brücke zu gehen. Je weiter sich die Traisen in die Alpen windet, desto bemerkbarer macht sich nun auch das Höhenprofil. Doch bis auf ein paar kurze Anstiege hier und da ist von den Bergen kaum etwas zu bemerken. Die weitere Route führt dich entlang der stillgelegten Bahntrasse von Schrambach bis nach St. Aegyd am Neuwalde. In Freiland findet sich entsprechend ein Museum für Feld- und Industriebahnen, das insbesondere mit eisenbahnbegeisterten Kindern einen kleinen Besuch wert ist. Dort teilt sich die Traisen dann auch in ihre beiden Quellflüsse: Während die Rechttraisen den Abstecher nach Türnitz macht, folgen wir der Unrechttraisen bis nach St. Aegyd. Knappe zehn Kilometer vor dem heutigen Tagesziel kannst noch einen kurzen Halt bei den beiden Schleierfällen einlegen. Den unteren erreichst du gut von der Straße aus, den oberen aber nur zu Fuß, weshalb du dein Fahrrad irgendwo sicher abstellen solltest. Angekommen in St. Aegyd bietet sich ein Besuch in der Süßmeisterei von Anna Mahonie an. In dem schmucken, zum Café umgebauten, alten Bahnhofsgebäude am Ortseingang kannst du ganz hervorragend bei einem Kaffee oder einer süßen Spezialität deine Ankunft zelebrieren. Auch für das Frühstück am nächsten Morgen ist das Café eine gute Wahl.Zum Übernachten findest du im Ortskern von St. Aegyd eine Handvoll Pensionen und Gasthöfe. Mit Sicherheit ist etwas dabei, was deinen Vorstellungen entspricht.

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  • Schwer
    02:42
    34,3 km
    12,7 km/h
    640 m
    350 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Wie bereits erwähnt, beginnt in Kernhof das anspruchsvollste Stück des gesamten Radweges. Es handelt sich um einen etwa vier Kilometer langen Anstieg bis hinauf auf das sogenannte Gscheid, kurz vor der Grenze zur Steiermark. Die Strecke ist hier recht steil und kurvenreich. Deswegen steigen viele Radfahrer ab und schieben. Für Familien mit kleinen Kindern empfiehlt es sich deshalb nur bis nach Kernhof zu radeln. – Ein Besuch im örtlichen Kameltheater (inklusive „weißem Zoo“) rundet die Fahrradtour an dieser Stelle ab und ist mit Sicherheit DAS Highlight für alle kleinen Radfahrer. Der Radtramper-Bus fährt von Kernhof nachmittags zurück nach St. Pölten. Ist der Anstieg hinauf zum Gscheid einmal geschafft, geht es im weiteren Verlauf sachte bergab bis zum Hubertussee. Unterwegs lohnt sich eine kurze Rast bei der Wuchtlwirtin, wo du deine Kraftreserven mit einer regionalen Spezialität wieder auffüllen kannst. Auch am Hubertussee zahlt es sich aus, eine kleine Extra-Runde zu drehen. Abgesehen von dem Bergpanorama, das mit jedem Meter um den See von einem kleinen Perspektivenwechsel profitiert, erinnern am Uferweg aufgestellte Denkmäler an die Geschichte des Sees. Kurz vor Mariazell gilt es noch einen kleinen Anstieg am sogenannten Kreuzberg zu bewältigen, dann hast du es geschafft. Hinter der Hügelkuppe kannst du nun bereits die berühmte Basilika Mariä Geburt ausmachen. Wenn du magst, darfst du dich jetzt also offiziell eine Fahrrad-Pilgerin oder einen Fahrrad-Pilger nennen. Es lohnt sich in Mariazell etwas länger zu bleiben, um das idyllische Städtchen in all seinen Facetten zu erforschen. Auch kulinarisch hat es einiges zu bieten. An Übernachtungsmöglichkeiten mangelt es ebenfalls nicht.Zurück nach Traismauer geht es zunächst mit der Mariazellerbahn. Diese fährt mehrmals am Tag bis nach St. Pölten. Dort steigst du um in einen Zug der ÖBB und schon bist du wieder am Ausgangspunkt.

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Collection Statistik

  • Touren
    3
  • Distanz
    113 km
  • Zeit
    08:03 Std
  • Höhenmeter
    1 410 m730 m

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