Der Mittelweg des Schwarzwaldvereins

Wander-Collection von Schwarzwaldverein e.V.

Der Mittelweg führt von Pforzheim auf die Höhen zwischen Enz- und Nagoldtal. Durch weite Wälder und vorbei an den Hochmooren des Buntsandsteinschwarzwaldes geht es nach Freudenstadt. Im Mittleren Schwarzwald erschließt der Mittelweg die bäuerliche Kulturlandschaft. Von den Bergen des Hochschwarzwaldes wird der östlichste, der Hochfirst, berührt. Im Südschwarzwald taucht der Mittelweg in die Felsentäler von Schwarza und Schlücht (westliche Variante) und Mettma (östliche Variante) und erreicht den Hochrhein bei Waldshut.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    07:16
    24,8 km
    3,4 km/h
    740 m
    580 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Von der Goldstadt Pforzheim, dem gemeinsamen Ausgangspunkt des West-, Mittel- und Ostwegs führt uns die erste Etappe vom Nagoldtal nach Bad Wildbad, einem bedeutenden Bade- und Kurort im Enztal. Unser Wegzeichen ist die rote Raute auf weißem Grund mit weißem Mittelstrich.Die Etappe beginnt in der Schmuck- und Goldstadt Pforzheim am Zusammenfluss von Nagold, Enz und Würm. Pforzheim beherbergt ein sehenswertes Schmuckmuseum direkt am Wanderweg. Von Dillweißenstein wandern wir vorbei am Herrmannsee und dem angeschlossenen Wildgehege hinauf zur Hochebene nach Büchenbronn (beides heute Stadtteile von Pforzheim). Vom Büchenbronner Aussichtsturm, einer luftigen Stahlkonstruktion, deren Besteigung eine Mindestmaß an Schwindelfreiheit voraussetzt, haben wir eine beeindruckende Rundumsicht. Die Besiedlung des Nordschwarzwalds ist eng mit der Holzwirtschaft verbunden. Das Holz wurde als Baustoff, zum Flößen, für die Glasbläserei und die Köhlerei verwendet. Die Orte Engelsbrand und Langenbrand, die wir passieren, sind als Rodungsinseln durch planmäßiges Abholzen von Waldgebieten entstanden. Wir machen hier Bekanntschaft mit der Siedlungsform des Waldhufendorfs, gekennzeichnet durch regelmäßige Grundrisse der Gehöfte (Hufen), die durch Rodung entlang einer Straße entstanden sind. Vorbei an der Charlottenhöhe, einer früheren Volksheilstätte für Tuberkulosekranke steigen wir nach Calmbach im Enztal hinab. Am Ortseingang von Calmbach kann ein Abstecher zum SWV-Wanderheim unternommen werden. Von Calmbach geht es enzaufwärts nach Bad Wildbad, einem seit dem 15. Jahrhundert bedeutenden Badeort. Wer nach der Etappe einen Ruhetag einlegen will, dem sei ein Besuch des sehenswerten Palais Thermal, der gepflegten Kuranlagen oder dem Baumwipfelpfad auf dem Sommerberg empfohlen.Die Etappe gehört mit einer Länge von rund 23 Kilometer ab Gasthaus Kupferhammer zu den kürzeren Abschnitten, hat einen längeren Anstieg von Dillweißenstein hinauf zur Büchelbronner Höhe, weist aber sonst ein recht angenehmes Profil auf.(Text Peter Grotz)

    Schwer
    08:45
    31,2 km
    3,6 km/h
    720 m
    360 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Von der Kurstadt Bad Wildbad führt uns der Weg hinauf zu den höchstgelegenen Moorgebieten Deutschlands am Kaltenbronn und weiter durch teilweise unberührte Landschaften nach Besenfeld.Bad Wildbad, Kur- und Erholungsort im Enztal im Schwarzwald, ist Ausgangspunkt unserer Etappe. Neben Thermalbädern und gepflegten Kuranlagen hat der Ort auch für kulturell Interessierte und Sportliche einiges zu bieten: Das Königliche Kurtheater ist zum Beispiel alljährlich Schauplatz des Rossinifestivals . Der Baumwipfelpfad auf dem Sommerberg und der Bikepark Wildbad , einer der größten seiner Art in Deutschland, sind Angebote für Naturfreunde und Sportbegeisterte.Von Bad Wildbad gilt es 300 Höhenmeter zum Sommerberg zu überwinden, bevor wir uns auf den Weg zur Grünhütte machen können. Wer angesichts der langen Etappe Kräfte schonen möchte, kann vom Ortszentrum in Bad Wildbad auch mit der Sommerbergbahn das Hochplateau des Sommerbergs erreichen. Von hier geht es auf gepflegten Wegen zur sommers wie winters vor allem an Wochenenden gut besuchten Grünhütte.Der Mittelweg führt uns weiter zum Wildsee, dem ersten der beiden Moorgebiete, das wir auf der heutigen Etappe passieren. Wildsee und Hohlohsee, den wir später erreichen, gelten als größte naturbelassene Hochmoorgebiete Deutschlands. Sie sind am Ende der letzten Eiszeit vor mehr als 10.000 Jahren entstanden. Zum Schutz und zum Erhalt dieser einzigartigen Landschaft waren Maßnahmen der Besucherlenkung erforderlich. Deshalb werden die Wanderer in weitem Bogen um den Wildsee herumgeführt.In Kaltenbronn, einer Passhöhe zwischen Enz- und Murgtal, gibt es im eigens eingerichteten Infozentrum viel Wissenswertes rund um die Natur auf dem Kaltenbronn, der im Winter ein geschätztes Ziel für Skifahrer und Langläufer ist.Von Kaltenbronn haben wir einen weiteren Anstieg zum Hohlohsee zu bewältigen, an dessen Rand wir auf Bohlenwegen zum Gipfel des Hohlohs und dem Hohlohturm (ehemals Kaiser-Wilhelm-Turm) gelangen. Der Turm wird von der Ortsgruppe Gernsbach des Schwarzwaldvereins gepflegt und unterhalten. Von der Aussichtsplattform in 1.000 Meter Höhe bietet sich bei gutem Wetter eine prächtige Rundsicht über die Umgebung bis zu den Vogesen und den Alpen.Vom Hohlohturm wandern wir durch eine unberührte Heidelandschaft zum Toten Mann und im letzten Teil der Etappe nach Besenfeld durch den Wald der Murgschifferschaft , dem Privatwald einer seit dem 15. Jahrhundert bestehenden genossenschaftlichen Holzhandelsgesellschaft. Neben dem Verkauf des Holzes spielte ehemals die Flößerei eine wichtige Rolle. Sie wird uns im Verlauf unseres Weges noch häufiger begegnen. Auch Besenfeld hat sich auf einer jener Rodungsinseln entwickelt, die uns schon bei der ersten Etappe des Mittelwegs begegneten.Mit über 30 Kilometer zählt diese Etappe zu den längsten des Mittelwegs. Es sind zwei längere Steigungen von Bad Wildbad hinauf zum Sommerberg (alternativ kann die Sommerbergbahn benutzt werden) und von Kaltenbronn hinauf zum Hohlohgipfel zu bewältigen.(Text Peter Grotz)

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  • Schwer
    07:05
    26,1 km
    3,7 km/h
    380 m
    330 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Auf einsamen Waldwegen wandern wir von Besenfeld oberhalb des Murgtals nach Freudenstadt und von dort weiter in eine alte Holzhauersiedlung auf dem Zwieselberg.Wir starten in Besenfeld bei der Bushaltestelle am Alten Rathaus. Besenfeld, Teilort der Gemeinde Seewald, ist seit alter Zeit ein wichtiger Knotenpunkt der Verkehrswege von Freudenstadt nach Pforzheim und vom Murgtal nach Nagold. In der Ortsmitte kommen wir an der Laurentiuskirche vorbei, die aus einer ehemaligen Kapelle zum Hl. Laurentius hervorging. Am Ortsausgang führt uns der Mittelweg in den Wald und alsbald zur Ruine Königswart , den Überresten eines auf den Pfalzgrafen Rudolf von Tübingen zurückgehenden Baus aus dem frühen 13.Jahrhundert. Von hier können wir einen schönen Ausblick ins Murgtal genießen.Nach einer ausgedehnten Waldwanderung, leider ohne weitere Aussichtspunkte ins Murgtal erreichen wir Freudenstadt mit seinem mächtigen Marktplatz. Freudenstadt, eine Stadt mit wechselvoller Geschichte, wurde 1599 von Herzog Friedrich I. mitten im Nordschwarzwald gegründet mit dem Ziel, hier eine Residenz als Stützpunkt und Verbindung seiner schwäbischen und französischen Besitzungen zu haben. Der Herzog verfolgte darüber hinaus aber auch wirtschaftliche Interessen, z.B. bei der so möglichen Förderung des Bergbaus im nahe gelegenen Christhophstal, wo im 16.Jh Erz gefördert und daraus Silber und Kupfer gewonnen wurde. Ein schnelles Anwachsen der Bevölkerungszahl der neu gegründeten Stadt erreichte der Herzog durch die Ansiedlung von protestantischen Glaubensflüchtlingen aus dem katholischen Habsburgerreich.Der Herzog beauftragte seinen Baumeister Heinrich Schickardt, die neue Stadt zunächst am Reißbrett nach quadratischem Grundriss zu planen. So ist ein Stadtzentrum entstanden, das in seiner Form an einen Mühle-Spielplan erinnert. Im Zentrum war ursprünglich ein Schloss für den Herzog geplant, das aber nie gebaut wurde. So ist der große Marktplatz geblieben, der heute der größte Marktplatz in Deutschland ist. In einer Ecke des Marktplatzes hat Schickardt eine Kirche als Winkelkirche geplant und damit angepasst an den quadratischen Grundriss des Marktplatzes. Im weiteren Verlauf der Stadtgeschichte wurde Freudenstadt zur Festung ausgebaut, wurde Garnisonsstadt, bis gegen Ende des 19.Jh der stetig wachsende Kurbetrieb zu neuem Aufschwung verhalf. Die Stadt wurde gegen Ende des 2.Weltkriegs stark zerstört, der Wiederaufbau erfolgte im Stil der ursprünglichen Stadtgründung. Dies hat auch dazu beigetragen, dass auch Freudenstadt heute immer noch attraktiver Fremdenverkehrsstandort ist mit gepflegten Kuranlagen und einem modernen Kongresszentrum.Von Freudenstadt führt der Mittelweg auf gepflegten Wegen weiter Richtung Zwieselberg, das wir nach Querung des Tals der Kleinen Kinzig erreichen und dort unsere Etappe beenden.Die Etappe verläuft zumeist angenehm auf Forstwegen im Wald, hat drei längere Anstiege, den letzten kurz vor dem Ziel in Zwieselberg.(Text Peter Grotz)

    Schwer
    06:24
    23,1 km
    3,6 km/h
    230 m
    740 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Die 4. Etappe des Mittelwegs führt entlang der ehemaligen Grenze zwischen Baden und Württemberg durch ausgedehnte Waldgebiete. Vom Teisenkopfturm gibt es eine prächtige Aussicht ins Kinzigtal, bevor das Ziel im Flößerstädtle Schiltach im Kinzigtal erreicht wird.Ausgangspunkt ist Zwieselberg, einst eine Holzhauersiedlung im Dienste des Klosters Rippoldsau, heute mit knapp 100 Einwohnern der kleinste Stadtteil Freudenstadts. Im weiteren Wegverlauf stehen Grenzsteine mit dem badischen Wappen und den drei Hirschstangen der Württemberger am Weg. Ein ausgedehntes Waldgebiet auf der Höhe zwischen Wolftal und dem Tal der Kleinen Kinzig wird durchquert. Schmidsberger Platz und weiter über das Sulzerköpfle zum Tor bis zur Emilshütte sind große Wegkreuzungen und Passhöhen, die Verbindungen zwischen den beiden Tälern markieren. Von diesen großen Plätzen wurden früher die Holzstämme auf Rutschen ins Tal "geriest". Zum Ende unserer Etappe gibt es auf dem Teisenkopf noch einen besonderen Höhepunkt: Der Teisenkopfturm, von der Ortsgruppe Schiltach/Schenkenzell des Schwarzwaldvereins renoviert und gepflegt, bietet sehr schöne Ausblicke auf das Kinzigtal, bevor es dann recht steil hinunter ins KInzigtal und nach Schiltach geht.Schiltach ist ein sehenswertes Städtle, das schon im Mittelalter durch die Flößerei und die Gerberei zu beträchtlichem Wohlstand gelangt ist. Prächtige Fachwerkhäuser rund um das 1593 erbaute Rathaus zeugen von der damaligen Blütezeit. Aber auch heute ist Schiltach Standort weltweit tätiger Betriebe wie zum Beispiel der Firma Hansgrohe, die Sanitärprodukte vertreibt.Die heutige Etappe verläuft größtenteils im Wald, zum Teil auf verwurzelten Pfaden, die Aufmerksamkeit erfordern und endet mit einem teilweise steilen Abstieg nach Schiltach.(Text Peter Grotz)

    Schwer
    08:58
    30,4 km
    3,4 km/h
    1 010 m
    540 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Von Schiltach im Kinzigtal führt die 5. Etappe des Mittelwegs über die Höhen des Fohrenbühls nach St. Georgen im Brigachtal.Die Etappe beginnt in Schiltach, einem sehenswerten Städtle, das schon im Mittelalter durch die Flößerei und die Gerberei zu beträchtlichem Wohlstand gelangt ist. Aufgrund der Tallage beginnt die Etappe gleich mit einem sportlichen Anstieg mit über 500 Höhenmetern hinauf zum Mooswaldkopf. Dort befindet sich das Fohrenbühl-Gedächtnishaus , benannt nach dem Fohrenbühl, einer Passhöhe südlich des Mooswaldkopfs. Das in den Jahren 1923/24 von Paul Bonatz, dem Erbauer des Stuttgarter Hauptbahnhofs, neu erbaute Haus dient als “Gedächtnishaus der Gefallenen des Weltkrieges 1914-1918 vom Württembergischen Schwarzwaldverein“. Heute ist das Wanderheim des Schwarzwaldvereins ein beliebtes Ausflugsziel. Von der Plattform des Aussichtsturms bietet sich ein wunderbarer Rundumblick über den Mittleren Schwarzwald.Am Fohrenbühl erreichen wir auf dem Mittelweg einmal mehr die ehemalige Grenze zwischen Baden und Württemberg, sichtbar an markanten Grenzsteinen.Der weitere Weg führt zumeist durch Wald, nur gelegentlich auch über freies Feld. Beim Wanderheim Lindenbüble der Sektion St.Georgen des Schwarzwaldvereins besteht die Möglichkeit, diese lange Etappe vorzeitig zu beenden. St.Georgen ist im 11. Jahrhundert aus der Gründung eines Benediktinerklosters an der Quelle der Brigach hervorgegangen. Vom ehemaligen Kloster sind nur noch wenige Reste der Klostermauer sichtbar. Am früheren Standort des Klosters steht heute die Robert-Gerwig-Schule, die im Schulhof in einer Galerie ein auch von außen zugängliches Lapidarium beherbergt.Ein weiteres Überbleibsel des Klosters ist der aus der Brigach gespeiste Klosterweiher, der dem Kloster als Fischweiher diente und zum Betrieb der Klostermühle genutzt wurde . Heute wird der Klosterweiher als Naturfreibad genutzt.Mit dem Bau der Schwarzwaldbahn unter maßgeblicher Mitwirkung des Ingenieurs Robert Gerwig, dem Namensgeber der bereits erwähnten gewerblichen Schule, begann ein wirtschaftlicher Aufschwung von St.Georgen und der Region. St. Georgen entwickelte sich zu einem Ort mit bedeutender Uhren-, Feinmechanik- und Elektromechanikindustrie. Speziell die Erzeugnisse der daraus hervorgegangenen Phonoindustrie hatten und haben noch heute Weltruf. St. Georgen beherbergt das Deutsche Phonomuseum. Die heutige Etappe ist mit einer Länge von über 30 Kilometer und über 800 Höhenmetern Anstieg eine der anspruchsvollsten Etappen des Mittelwegs. Vor allem der Anstieg von Schiltach hinauf zum Mooswaldkopf ist anstrengend. (Text Peter Grotz)

    Schwer
    06:52
    24,2 km
    3,5 km/h
    600 m
    410 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Auf der 6. Etappe des Mittelwegs bewegen wir uns zunächst im Quellgebiet der Donau, die aus dem Zusammenfluss von Brigach und Breg bei Donaueschingen hervorgeht. "Brigach und Breg bringen die Donau zuweg" heißt es im Volksmund. Von St. Georgen im Brigachtal geht es über Furtwangen im Bregtal hinauf zur Kalten Herberge.St. Georgen im Brigachtal hat mit dem Anschluss an die 1873 nach den Plänen von Robert Gerwig fertiggestellte Schwarzwaldbahn einen Schub bei der Industrialisierung erhalten. Logische Folge war die Verleihung des Stadtrechts im Jahr 1891 durch den Großherzog von Baden. So entstand in St.Georgen ein bedeutender Standort der Uhren-, Feinmechanik- und Elektromechanikindustrie. Informative Infotafeln des Schwarzwaldvereins St. Georgen sind an zentralen Punkten des Stadtgebiets aufgestellt und geben einen guten Überblick über Wissenswertes in und um St. Georgen. Von St. Georgen geht es hinauf zum Kesselberg und vorbei am früheren Standort des Hochgerichts mit dem Triberger Galgen zum Parkplatz des Stöcklewaldturms. Hier befindet sich die Europäische Wasserscheide Nordsee/Schwarzes Meer in rund 1.000 Meter Höhe. Nach kurzem Anstieg erreichen wir den Stöcklewaldturm mit großartiger Rundsicht und einer Einkehrmöglichkeit. Aussichtsreich führt der Mittelweg weiter bis nach Furtwangen im Bregtal, einem weiteren Zentrum der Uhren- und Feinmechanikindustrie im Schwarzwald. Auch hier hat Robert Gerwig Spuren hinterlassen als ehemaliger Leiter der Uhrmacherschule, aus der die heutige Hochschule Furtwangen University hervorgegangen ist.Furtwangen beherbergt das Deutsche Uhrenmuseum, dessen Besuch unbedingt lohnend ist. Auch heute noch ist Furtwangen ein wichtiger Industriestandort. Bedeutende Firmen aus den Bereichen Feinmechanik, Elektroindustrie und Apparatebau, wie zum Beispiel die Firma Siedle, haben hier ihren Sitz. Am Skiinternat Furtwangen erhalten Wintersportler neben einer schulischen auch eine sportliche Ausbildung. Die Etappe endet am Gasthaus Kalte Herberge, einem gemeinsamen Wegpunkt des West- und des Mittelwegs. (Text Peter Grotz)

    Schwer
    07:15
    24,4 km
    3,4 km/h
    640 m
    850 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Die 7. Etappe bietet eine aussichtsreiche Strecke in den Hochschwarzwald und führt zum höchsten Punkt des Mittelwegs auf dem 1.192 Meter hohen Hochfirst.Von der Kalten Herberge führt der Weg hinauf zur Hochebene und dann immer wieder aussichtsreich und mit Waldpassagen zur Max-Engelmann-Hütte auf dem Tennenberg. Von dort blickt man auf Neustadt und die Hochfirstschanze, der größten Naturskisprungschanze in Deutschland, auf der auch Weltcupspringen ausgetragen werden. Nach der Hütte beginnt der Abstieg ins Tal der Gutach nach Neustadt, wo ein Besuch des Münsters lohnt und eine willkommene Pause vor dem anstrengenden Aufstieg auf den Hochfirst ermöglicht. Der Hochfirst ist der höchste Punkt des Mittelwegs, auf der Aussichtsplattform des Turms sind wir immerhin in 1.217 Meter Höhe. Vom Hochfirstturm hat man eine tolle Rundsicht über den Titisee, den Feldberg, die Baar und bei guter Sicht bis zu den Alpen. Von hier geht es auf Waldwegen abwärts nach Lenzkirch. Lenzkirch, über viele Jahrhunderte im Besitz der Fürstenberger, die heute noch über großen Grundbesitz in der Region verfügen, war im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wie St. Georgen, Furtwangen und andere Orte im Schwarzwald ein führender Standort der Uhrenproduktion. Heute ist Lenzkirch als heilklimatischer Kurort ein beliebtes Ferienziel und Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen, zum Beispiel in die Wutachschlucht. Eine anstrengende Etappe, vor allem aufgrund des Aufstiegs von Neustadt zum Hochfirst. Dafür werden die Wandernden auf gut begehbaren Wegen durch zahlreiche Aussichtspunkte entschädigt. (Text Peter Grotz)

    Mittelschwer
    03:44
    13,1 km
    3,5 km/h
    350 m
    190 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Die kürzeste Etappe des Mittelwegs führt vom heilklimatischen Kurort Lenzkirch hinüber ins beschauliche Rothaus mit Sitz der gleichnamigen Badischen Staatsbrauerei.Obwohl die Etappe nur eine Länge von knapp 13 Kilometer hat, geht es zunächst einmal eine ganze Weile bergauf bis auf 1.100 Meter bei den Waldhöfen. Dort verzweigen sich die beiden Varianten des Mittelwegs und treffen erst am gemeinsamen Ziel in Waldshut wieder zusammen. Die östliche Variante des Mittelwegs führt weiter auf den Dürrenbühl mit der Kapelle St. Cyriak, die nach Ende des 30-jährigen Krieges von Bergleuten erbaut wurde, die hier nach Erz suchten. Bis heute wird die Kapelle als Wallfahrtskirche genutzt.Kurz darauf stoßen wir auf den Zäpfleweg der Brauerei Rothaus, gegründet am Ende des 18. Jahrhunderts durch Fürstabt Gerbert vom Kloster St. Blasien. Der Zäpfleweg bietet an mehreren Stationen eine Vielzahl an Informationen rund um die Badische Staatsbrauerei und ihre Produkte.
    Rothaus ist Ortsteil der Gemeinde Grafenhausen-Rothaus Das Heimatmuseum Hüsli ist in einem typischen Schwarzwälder Bauernhaus untergebracht. Es wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts als luxuriöser Feriensitz für eine Berliner Sängerin erbaut und ist als Wohnhaus von Prof. Brinkmann aus der Fernsehserie "Schwarzwaldklinik" auch überregional bekannt geworden.
    (Text Peter Grotz)

    Schwer
    08:30
    30,4 km
    3,6 km/h
    350 m
    980 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Wasser, Mühlen, Felsenpfade: Die letzte Etappe der Ostvariante des Mittelweges führt durch spektakuläre Landschaften hinunter nach Waldshut am Rhein.Von der Höhe in Rothau führt der Weg durch stille Täler und schroffe Felspassagen hinunter ins Rheintal nach Waldshut. Das Thema Wasser spielt dabei eine besondere Rolle. Und immer wieder tauchen auch Bezüge zu früher mächtigen Klöstern in der Region auf.Das Kloster St. Blasien und sein Fürstabt Gerbert haben die Brauerei Rothaus am Ende des 18.Jahrhunderts gegründet. Beim Abstieg von Rothaus und der anschließenden Wanderung durchs Mettmatal kommen wir an mehreren Mühlen vorbei, die als Getreide- und Sägemühlen genutzt wurden. In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts begann mit der Gründung des Schluchseewerks die Nutzung des Wassers zur Energieerzeugung. Der schön gelegene Mettmastausee , der unmittelbar am Wanderweg liegt, gehört zum Pumpspeicherverbund des Schluchseewerks.Nach der Mündung der Mettma in die Schlücht beginnt ein weiterer, landschaftlich überaus reizvoller Abschnitt der Etappe entlang der Felsen des Schlüchttals. Am Ende dieses Abschnitts begegnen wir der Ruine Gutenburg . Die Burg, die dort einmal stand, war in ihrer wechselvollen Geschichte sowohl für die Klöster St.Gallen als auch St. Blasien aufgrund ihres Standorts von wichtiger Bedeutung. Die Verbindung von St. Blasien zu Waldshut und weiter in der Schweiz sind auf einem im Jahr 2001 angelegten Klosterweg informativ beschrieben. Bei Gurtweil führt der Mittelweg ein Stück entlang dieses Klosterwegs.
    Waldshut , das Ziel der Etappe und des Mittelwegs, ist aus einer im 13. Jahrhundert von Rudolf von Habsburg hier erbauten Festung hervorgegangen. Mit der Gemeindereform zu Beginn der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bildet Waldshut zusammen mit dem benachbarten Tiengen die Doppelstadt Waldshut-Tiengen.
    (Text Peter Grotz)

    Schwer
    06:30
    22,3 km
    3,4 km/h
    620 m
    550 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich.

    Vom heilklimatischen Kurort Lenzkirch geht es vorbei am Schluchsee und auf den Spuren früherer Glasbläser und Glasträger weiter nach Häusern.Nach dem Start der Etappe in Lenzkirch führt der Weg zunächst einmal eine ganze Weile bergauf bis auf 1.100 Meter bei den Waldhöfen. Dort verzweigen sich die beiden Varianten des Mittelwegs und treffen erst am gemeinsamen Ziel in Waldshut wieder zusammen. Von der Höhe bei den Waldhöfen geht es auf der westlichen Variante langsam bergab zum Schluchsee. Unterwegs empfiehlt sich unbedingt ein Abstecher zum Riesenbühlturm wegen der großartigen Rundsicht von dort auf den Schluchsee, den Feldberg, hinüber zur Baar und bei gutem Wetter bis zu den Alpen.Der Wanderweg führt eine Weile entlang des Schluchsees, dem größten See im Schwarzwald und zugleich dem höchst gelegenen Talsperrensee in Deutschland. Der Schluchsee ist der größte von mehreren Stauseen des Schluchseewerks und dient als Reservoir zur Nutzung von Wasserkraft für die Stromerzeugung.Von der mächtigen Staumauer des Schluchsees geht es hinunter nach Eisenbreche und von dort wieder hinauf nach Blasiwald. In der Gegend standen früher mehrere Glashütten, in denen Glaswaren hergestellt wurden. Der Betrieb einer Glashütte war im Mittelalter ein Monopol sowohl der Grundherren der Region wie auch von Klöstern, hier des Klosters St. Blasien, das nur wenige Kilometer entfernt liegt. Wissenswertes rund um die Glasbläser und Glasträger gibt es auf dem Glasträgerweg zu entdecken. Das Gewerbe war stets auch sagenumwoben und lieferte Stoff für Märchen.Häusern ist hervorgegangen im 11. Jahrhundert aus dem Wittlisberger Hof als Bruderhof des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen. Es gibt aber auch Verbindungen zum Kloster St. Blasien. An der Stelle des alten Wittlisberger Hofes wurde 1995 die Wittlisberger Kapelle errichtet, die unmittelbar am Mittelweg liegt und von der man eine wunderbare Aussicht auf Häusern und seine Umgebung hat.(Text Peter Grotz)

    Schwer
    07:12
    25,2 km
    3,5 km/h
    400 m
    950 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Die letzte Etappe des Mittelwegs führt aussichtsreich von Häusern über Höchenschwand, das Rosendorf Nöggenschwiel hinunter nach Waldshut im Rheintal.Von Häusern geht es zunächst in den Kurort Höchenschwand, einer Aussichtsinsel im Naturpark Südschwarzwald, der für sein ausgedehntes Alpenpanorma vor allem bei Föhnwetter bekannt ist. Wie überall in der Gegend ist die Geschichte des Ortes eng mit der des Klosters St. Blasien verbunden.Im weiteren Verlauf der Etappe führt der Weg am Rande des Schwarzatals entlang, auf einem etwa zwei Kilometer langen Abschnitt entlang eines anspruchsvollen Felsenwegs. Die Schwarza ist neben Mettma und Schlücht, denen wir auf der letzten Etappe der Ostvariante des Mittelwegs begegnen, ein weiterer Fluss, der vom Schluchseewerk zur Nutzung der Wasserkraft genutzt wird.Auf dem Weg hinunter ins Rheintal erwartet die Wandernden in Nöggenschwiel eine weitere Sehenswürdigkeit. Das Dorf wurde 1965 Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden” und gilt seitdem als Publikumsmagnet vor allem wegen seiner Rosenanlagen, die das gesamte Dorfbild prägen.Waldshut, das Ziel der Etappe und des Mittelwegs, ist aus einer im 13. Jahrhundert von Rudolf von Habsburg hier erbauten Festung hervorgegangen. Mit der Gemeindereform zu Beginn der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bildet Waldshut zusammen mit dem benachbarten Tiengen die Doppelstadt Waldshut-Tiengen. (Text Peter Grotz)

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Collection Statistik

  • Touren
    11
  • Distanz
    275 km
  • Zeit
    78:29 Std
  • Höhenmeter
    6 040 m

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