Fernwandern auf dem Rothaarsteig

Wandern auf dem Rothaarsteig ist ein Grenzgang zwischen den Bundesländern Hessen und Nordrhein-Westfalen. Dennoch fällt die geografische Orientierung nicht immer leicht: Sauerland, Siegerland und Lahn-Dill-Bergland, ich bin mir nicht immer sicher, wo ich mich gerade befinde. Aber so wie es dem Vogel, dem Hirsch oder dem Hasen egal ist, sollte es der Wanderer wohl auch handhaben. Wir so, 6 Tage, irgendwo auf dem Rothaarsteig.Wer den Wald liebt, wird am Rothaarsteig seine wahre Freue haben. Doch nicht nur die oftmals naturbelassenen Wälder erfreuen mich. So könnte man den Rothaarsteig getrost auch “Weg der Quellen” nennen. Ich zähle ganze 14 direkt am Steig, darunter die der bekannten Ströme Ruhr, Sieg, Lahn und Dill. Hin und wieder landet ihr Quell direkt in meiner Trinkflasche. Auch wenn der höchste Berg Nordrhein-Westfalens, der Langenberg mit 843 Metern keine Aussicht bietet, machen dies der Clemensberg (837 m) und Kahler Asten (842 m) wieder wett.Ein oft zu Unrecht unterschätzter Weg, der gerade Waldliebhabern eine echte Freude bereiten kann, sogar bei Schlechtwetter: Aus Sicht meiner Wanderschuhe gestaltet sich das oft gehypte „Waldbaden“ nämlich das so: Sie patschen in Pfützen, laufen wie auf Watte über federnde Waldböden, rücken auf schmalen Pfaden dichter zusammen, gleiten raschelnd durch Laub und stolpern hier und dort über eine hochstehende Wurzel. Am Ende gilt für Wanderschuhe genau das Gleiche wie für Hunde: “Nur dreckige Wanderschuhe sind glückliche Wanderschuhe”.Mehr Infos zur Tour gibt's auch auf meinem Blog: etappen-wandern.de/allgemein/rothaarsteig

Auf der Karte

Touren & Highlights

  • 07:36
    25,3 km
    3,3 km/h
    590 m
    470 m

    Was will man mehr bei einer Winterwanderung als Schnee am ersten Tag? Ich beginne meine 6-täigie Wanderung auf dem Rothaarsteig in Brilon mit Neuschnee. Herrlich. Während Lotte mit dem süßestem Hundepopo der Welt freudig durch den Schnee wackelt, genieße ich die klare, frische Luft, die sich an Wintertagen immer breit macht. Ist das schön wieder unterwegs zu sein!Ich gewöhne mich rasch an die Beschilderung des Weitwanderweges – nicht unbedingt eine Herausforderung, denn die roten Schilder heben sich ganz hervorragend vom kühlen Weiß ab. Mir gefällt übrigens die abwechslungsreiche Wegführung des Steiges. Es geht kaum lange Strecken eintönig auf dem gleichen Weg entlang. Vielmehr biege ich ständig ab, wechsle von breiten auf schmale Wege oder gelange von akkurat strammstehenden Nadelbäumen in lichtere Haine oder Buchenwälder. Rund um den Ginsterkopf wird es sogar etwas steiler Dreimal geht es konditionell fordernd hinauf und wieder hinab. Aussichtsreich ist es hier ebenso wie auf dem Weg zu den Bruchhauser Steinen, vier riesige Felsbrocken, die hoch auf dem gegenüberliegenden Berg thronen. Ein gelungener 1. Tag auf dem Rothaarsteig!Zeitkorrektur: Ich brauche etwa 6 Stunden für die Tour. Mehr Infos: etappen-wandern.de/allgemein/rothaarsteig

  • 06:56
    24,3 km
    3,5 km/h
    510 m
    410 m

    Heute balancieren wir auf der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen. Nicht nur, dass Grenzsteine den Weg markieren, später werde ich erfahren, dass das Rothaargebirge durch seine natürliche Erhebung sogar Religionen und ganze Sprachräume trennte. Was auf der einen Seite Bööm heißt, nennen die anderen Bäum (Baum). Aus einer Fraa wird eine Frow (Frau) und aus Friehjuhr wird Fröyjohr (Frühjahr). So grundsätzlich lässt sich auf dem Rothaarsteig sagen, dass sich irgendwo rechts NRW und irgendwo links Hessen befindet – also die richtige Laufrichtung vorausgesetzt. Ganz sicher, dass man sich in NRW befindet, darf man sein, wenn das Zwischenziel Langenberg erreicht ist. Die höchste Erhebung NRWs ist mit 843 Metern zwar der höchste Berg des Bundeslandes, besonders eindrucksvoll ist er aber nicht. Die fehlende Aussicht lässt sich nur drei Kilometer später am Clemensberg (838 m) mitsamt Gipfelkreuz und Gipfelbuch nachholen.Ein letztes Mal staune ich an der Ruhrquelle: Kaum zu glauben, dass aus diesem zarten Rinnsal irgendwann einmal ein großer Fluss wird, der eine Lebensdauer von 217 Kilometern hat, bevor er in den Rhein mündet. Zeitkorrektur: Ich brauche etwa 6 Stunden für die Tour. Mehr Infos: etappen-wandern.de/allgemein/rothaarsteig

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  • © OSM

    Nicht unbedingt ein bahnbrechendes Highlight, aber ein tolles Fotomotiv! Für Kinder toll, für Wanderer auch, um sich mal in luftiger Höhe zu bewegen

  • 06:44
    24,0 km
    3,6 km/h
    300 m
    510 m

    Der Winter ist für mich auf dem Rothaarsteig leider auch schon wieder vorbei. Den letzten Hauch von Schnee sehe ich auf dem Kahlen Asten, dem wohl bekanntesten Berg des Rothaargebirges. Hier hat man eine fantastische Weitsicht, steigerbar, wenn man auf die Aussichtsplattform des Turms kraxelt. Bei klarer Sicht kann ich fast bis nach Hause schauen. Also zumindest bis zum 163 km entfernten Brocken im Harz.

    Auch sonst bleibt mir diese Etappe als aussichtsreich in Erinnerung und vor allem als sehr abwechslungsreich. Ich habe mich bei dieser Etappe übrigens für die Kammvariante des Rothaarsteigs entschieden. Keine schlechte Wahl, denn kurz vor Kühhude (mit Kaffeestube) habe ich einen tollen Pausenplatz und komme ich in den Genuss, eine der bequemen Liegen auszuprobieren.
    Schon kurz darauf gelange ich zur Hängebrücke. Sie ist nicht so spektakulär wie gedacht, ein hübsches Fotomotiv ist sie allemal. Und dann werde ich sogar noch mit den einzigen 20 Minuten Sonnenschein auf dem ganzen Rothaarsteig beglückt, ehe ich Latrop erreiche. Worüber man sich halt so freut. Zeitkorrektur: Ich brauche etwa 6 Stunden für die Tour. Mehr Infos: etappen-wandern.de/allgemein/rothaarsteig

  • 07:08
    25,3 km
    3,6 km/h
    520 m
    340 m

    Ohoh,… Der Blick aus dem Fenster und auf die Wetterapp lässt Schlimmes für heute ahnen. Pro Stunde fielen ununterbrochen 5-10mm Niederschlag – da können 27 Kilometer ziemlich lang werden, sage ich euch! Zumal ich frustriert feststellen muss, dass das 20-Euro-Regencape meines Hundes besser dichthält als meine Regenjacke.Das Rothaargebirge trennt übrigens nicht nur Sprachräume, Kulturen und Religionen, sondern sogar ganze Flusssysteme. Genauer gesagt bildet es die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser. Ruhr, Sieg oder Lahn beispielsweise fließen im Westen dem Rhein zu, während sich östlich das Wasser in Eder und Fulda sammelt und in die Weser mündet. Wir erreichen etwa 10 Kilometer nach dem Start den Rhein-Weser-Turm als Sinnbild dieses Phänomens. Von dessen Aussichtsplattform hat man eine Panoramaaussicht über das Sauerland – also, bei gutem Wetter.Auf dieser Tagesetappe soll die Wahrscheinlichkeit sehr hoch sein, freilaufende Wisente zu sehen. Die bis zu drei Meter langen und bis zu einer Tonne schweren Tiere sind sehr scheu und man sagt, sie bleiben unsichtbar, wenn sie nicht gesehen werden wollen. Ob das an diesem Tag so war oder ob ich meine Kapuze zu tief ins Gesicht gezogen habe? Wir zumindest begnügen uns mit deutlichen kleineren Naturerscheinungen, wandern durch das Naturschutzgebiet Heinsberger Hochheide und erreichen nass, dreckig aber heilfroh unsere Unterkunft an der Ginsberger Heide. Zeitkorrektur: Ich brauche etwa 7 Stunden für die Tour. Mehr Infos: etappen-wandern.de/allgemein/rothaarsteig

  • 09:06
    32,9 km
    3,6 km/h
    380 m
    570 m

    Und wieder so eine Regenschlacht auf dem Rothaarsteig, die man getrost als “Waldbaden” bezeichnen darf! Aber auch sonst steht diese Etappe ganz im Zeichen des Wassers. Sechs Quellen wollen heute passiert werden. Kurz nach Lützel gesellt sich die Eder rechter Hand zu uns. Der kleine, durch den Regen satt gespeiste Fluss windet sich in zahlreichen engen Kehren um Bäume und legt wohl über hundert Kurven zurück, bis wir ihn an seiner Quelle verabschieden. Da haben sicher auch Enten Schwierigkeiten vernünftig zu navigieren. Der nächste zarte Wasserstrahl markiert die Quelle der Sieg, dann sprudelt die Ilsequelle und kurz darauf entspringen Dill und Ochsenborn. Innerhalb von vier Kilometern erwachen hier vier Flüsse zum Leben, nicht schlecht. Da meine klitschnasse Regenjacke später auch noch die Bekanntschaft mit bissigem Wind gemacht hat, bin ich ein Eisklotz und nur eine heiße Dusche kann mich heute Abend retten.Zeitkorrektur: Ich brauche etwa 7.30 für die Tour.Mehr Infos: etappen-wandern.de/allgemein/rothaarsteig

  • 08:37
    29,9 km
    3,5 km/h
    560 m
    740 m

    Endlich ist Schluss mit dem Dauerregen! Nicht ganz trocken, aber überwiegend wird es an diesem Tag sein und wir machen uns von der Haincher Höhe auf zum Endpunkt des Rothaarsteiges, Dillenburg. Dieser Tagesmarsch hält nicht das eine Highlight bereit, dafür verbindet er alles, was wir am Rothaarsteig die letzten 5 Tage liebgewonnen haben. Wir albern an einem Aussichtspunkt herum, passieren die Dillquelle und suchen mit viel Fantasie Märchengestalten in moosüberzogenem Totholz im naturbelassenen Wald. Wir lauschen dem Zwitschern der Vögel, der Duft des feuchten, modrigen Waldbodens steigt uns in die Nase und wir spüren den kühlen Wind auf der Haut. Natur eben.Ich freue mich, dass ich nun wieder Gelegenheit habe, die ein oder andere Detailaufnahme mit meiner Kamera im Trockenen zu machen. Ich liebe die kleinen, unscheinbaren waldigen Details, an denen so viele andere vorbeilaufen. Ein toller Weg, dieser Rothaarsteig!Zeitkorrektur: Wir benötigen 7.15 für den Weg.Mehr Infos: etappen-wandern.de/allgemein/rothaarsteig

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Collection Statistik

  • Touren
    6
  • Highlights
    1
  • Distanz
    162 km
  • Zeit
    46:05 Std
  • Höhenmeter
    2 860 m

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