Volldampf voraus – Bahnradwege rund um Dresden

Fahrrad-Collection von Kristof

Der Frühling ruft und du willst draußen endlich wieder etwas erleben? Du willst dich auf dein Rad schwingen, aber der Elberadweg ist dir zu langweilig und für andere Strecken fehlt dir die Fantasie? Du willst versteckte, interessante Ecken rund um die sächsische Landeshauptstadt entdecken und/oder bist ein ausgesprochener Eisenbahnfan? Dann hab’ ich hier was für dich: Acht Bahnradwege rund um Dresden.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Sachsen mit Hochgeschwindigkeit ein dichtes Eisenbahnnetz errichtet. Fast ebenso schnell verschwand es ab den 1940er Jahren wieder. Der Siegeszug des Automobils war auch an der Elbe nicht aufzuhalten. Da die Bahntrassen üblicherweise kaum Steigungen aufweisen, sind sie ideal als Radwege geeignet, sofern man zumindest die Schwellen entfernt. Das dachte man sich auch in Dresden. Viele ehemaligen Eisenbahnstrecken wurden und werden immer noch zu Radwegen umgebaut. Das Spannende in dieser Collection ist: Hier findest du nicht nur die bekannten, perfekt asphaltierte Radwege, sondern hier und da auch mal versteckte, naturbelassene Wege durch eine tiefe Schlucht oder einen dichten Wald.

Somit eignen sich diese Touren nicht nur für ausgesprochene Bahnliebhaber – unterwegs begegnest du allerlei Zeugen der Eisenbahn-Vergangenheit, von Tunneln über Signalen bis zu umgebauten Bahnhofsgebäuden und Museumsbahnstrecken. Auch wenn die Eisenbahn mit Volldampf an dir vorbeigeht entdeckst du auf den Routen besonders schöne Ecken um Dresden in einer herrlichen Natur. Weite Felder, traumhafte Hügellandschaften und hier und da eine Burg oder ein kleines Städtchen.

Die Start- und Endpunkte aller Touren erreichst du bequem mit der Eisenbahn oder der Straßenbahn, in der du auch dein Fahrrad mitnehmen kannst. In dieser Collection ist für jedes Fitnesslevel etwas dabei, die Radstrecken sind zwischen 17 und 60 Kilometer lang. Manche Touren sind etwas fordernd mit einigen Anstiegen und Passagen auf Feldwegen. Andere wiederum sind perfekt für gemütliche Ausflüge geeignet. Auf jeder Tour gibt es direkt an der Route noch spannende Dinge zu entdecken, wie interessante Museen und Burgen. Nimm dir also genügend Zeit für deine Radtour. Und nicht selten gibt es auf einigen Teilstücken einen Museumsbahnbetrieb. Informier dich am besten vorab, wann welcher Zug fährt, dann steht dir nichts mehr im Wege und du fährst volldampf voraus mit deinem Rad in ein unvergessliches Abenteuer!

P.S.: Ich widme diese Collection insbesondere meinen Mitstudierenden der Fakultät für Verkehrswissenschaften an der TU Dresden.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Leicht
    01:01
    16,9 km
    16,8 km/h
    140 m
    140 m
    Leichte Fahrradtour. Für alle Fitnesslevel. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Bis in die 1950er-Jahre konnte man von der Dresdner Neustadt mit der Straßenbahn bis nach Weißig fahren und dort in die Bahn nach Dürrröhrsdorf umsteigen. Da im Zweiten Weltkrieg viele Eisenbahnstrecken zerstört wurden und das Material knapp war, entschied man sich die Gleise von Bühlau nach Weißig und weiter bis Dürrröhrsdorf wieder abzubauen.Entlang der ehemaligen Trasse führt nun ein herrlicher Radweg. Du startest in Dresden-Bühlau an der Endstation der Straßenbahnlinie 11 und fährst nach Weißig. Dort beginnt der schattige Radweg. Im Frühjahr blüht links und rechts des Weges der leuchtend gelbe Raps, im Herbst ist das Schönefelder Hochland in buntem Laub gefärbt. Entlang der Strecke findest du immer wieder Relikte der ehemaligen Eisenbahn.Kurz vor Dürrröhrsdorf überquerst du ein beeindruckendes Viadukt über die Wesenitz und erreichst kurze Zeit später den Bahnhof Dürrröhrsdorf. Dort wartet eine tolle Eisdiele auf dich!

    Mittelschwer
    02:20
    35,7 km
    15,3 km/h
    260 m
    460 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Der Weg nach Hohenstein war für Menschen und Güter lange Zeit beschwerlich. Deshalb musste im 19. Jahrhundert die Eisenbahn her. Ursprünglich hätte die Strecke von Dürrröhrsdorf durch das Polenztal geführt werden sollen, aber Prinz Georg wollte die „Romantik des Polenztales nicht durch eine Eisenbahn stören lassen”. Deshalb entschied man sich für die Trasse durch das Schwarzbachtal.Diese Radtour ist nicht nur für Eisenbahnliebhaber interessant, sondern auch für Abenteurer und Naturfreunde bestens geeignet, denn die ehemalige Trasse ist größtenteils nicht asphaltiert und führt durch eine fast unberührte Natur.Los geht die Tour am Bahnhof Neustadt in Sachsen. Du fährst auf besonders schönen Wegen durch die Felder bis nach Hohnstein. Dort lohnt es sich die Altstadt und die beeindruckende Burg mit ihrer wechselvollen Geschichte auf eigene Faust zu erkunden.Anschließend begibst du dich auf die Spuren der ehemaligen Schwarzbachbahn. In Lohnsdorf hat ein Verein ein kurzes Stück der Bahn liebevoll wieder aufgebaut. Danach tauchst du in das wildromantische Schwarzbachtal ein. Du durchquerst Tunnel und fährst am Schluss über einen ehemaligen Eisenbahnviadukt über die Sebnitz.Du folgst der Sebnitz bis zu ihrer Mündung in die Elbe bei Bad Schandau. Im bekannten Kurort machst du einen kurzen Schlenker zur Endstation der Kirnitzschtalbahn, bevor du zum Bahnhof fährst.

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  • Schwer
    02:37
    37,3 km
    14,3 km/h
    210 m
    150 m
    Schwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Ende des 19. Jahrhunderts wurde nach jahrzehntelangen Planungen die Schmalspurbahn nach Radeburg eröffnet. Nachdem die Stilllegung öfter im Raum stand, ist es umso erfreulicher, dass der „Lößnitzdackel” heute noch zwischen Radebeul und Radeburg schnauft und dampft. Auf dieser Tour fährst du immer in der Nähe der Bahn und erkundest die schöne Hochebene um Moritzburg.Los geht die Tour am Bahnhof Radebeul Ost. Hier beginnt die Eisenbahnstrecke, der du folgst, und in unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Karl-May-Museum. Durch den schattigen Lößnitzgrund fährst du an den bekannten Weinlagen von Hoflößnitz vorbei. Nachdem du einige Höhenmeter überwunden hast, fährst du um den Doppelsdorfer Teich, den der Zug auf einem Damm überquert.Die nächste Station ist Moritzburg. Du umrundest den Schlossteich, damit du das riesige, barocke Schloss von allen Perspektiven aus bestaunen kannst. Anschließend radelst du zum Fasanenschlösschen. Hier fährst – oder schiebst – du dein Rad ein kurzes Stückchen direkt neben der Bahntrasse. Wenn du groben Schotter nicht magst, kannst du den Großteich auch auf der anderen Seite entlang fahren.Schließlich folgst du der Bahn bis zu ihrer Endstation in Radeburg. Das Zentrum des Ortes oder der nahe gelegene Stausee eignen sich hervorragend für eine kleine Verschnaufpause. Die letzten elf Kilometer deiner Tour führen dich nach Ottendorf-Okrilla, wo du in den Zug zurück nach Dresden steigen kannst.

    Schwer
    02:22
    35,1 km
    14,8 km/h
    350 m
    350 m
    Schwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Die Windbergbahn zwischen Freital und Possendorf wurde Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnet, um die vielen Kohlegruben besser zu erschließen. Nach einer bewegten Geschichte fährt seit Kurzem die Museumsbahn auf einem kleinen Teilstück. Der Großteil der Strecke wurde zu einem ausgezeichneten Radweg umgebaut und nach Guido Brecius benannt. Er war der Eisenbahningenieur, der es schaffte, die Strecke ohne große Kunstbauten wie Brücken oder Tunnel zu bauen. Und wo hat er studiert? Natürlich an der TU Dresden.Dort beginnt auch diese abwechslungsreiche Radtour und zwar direkt vor der Fakultät für Verkehrswissenschaften. Du erkennst das Gebäude sofort an den davor platzierten Eisenbahnsignalen und wenn du durch das Kellerfenster schaust, entdeckst du die größte wissenschaftliche Modelleisenbahnanlage der Welt.Vorbei am Eisenbahnmuseum folgst du der Vereinigten Weißeritz durch die hübsche Schlucht bis Freital. Dort schlängelst du dich parallel zu den Gleisen der Windbergbahn zum Bahnhof Gittersee. Gleich dahinter beginnt schon der herrliche Radweg. Du verlässt ihn immer wieder, um einige Schönheiten entlang des Weges zu entdecken, wie etwa das König Albert Denkmal mit dem fantastischen Ausblick. Wenn du einfach nur den herrlichen Radweg genießen möchtest, habe ich noch eine abgespeckte Version der Tour erstellt: komoot.de/tour/179465532.Der Radweg führt durch eine herrliche Natur, meist im Schatten einer Allee. Links und rechts des Weges gibt es mal Reste von Gleisen oder ein hübsch renoviertes, ehemaliges Bahnhofsgebäude. Aber auch Relikten des Bergbaus wirst du immer wieder begegnen. Zurück nach Dresden rollst du über einen tollen Weg mit herrlicher Aussicht über das Elbtal.

    Schwer
    02:45
    40,6 km
    14,7 km/h
    360 m
    300 m
    Schwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts wurde rund um Wilsdruff ein Netz aus Schmalspurbahnen errichtet. Nachdem es in den 1970ern stillgelegt wurde, entstanden tolle Radwege, auf denen du das Hochland um Wilsdruff hervorragend erkunden kannst. Auf dieser Tour lernst du die Strecke von Freital nach Nossen kennen.Du startest am Bahnhof Freital-Potschappel und fährst stetig leicht bergauf nach Kellelsdorf. Über Grumbach führt dich der Weg nach Wilsdruff zum ehemaligen Bahnhof. Er war der zweitgrößte der Sächsischen Schmalspurbahnen und ist heute ein interessantes Eisenbahnmuseum.Die Strecke auf dem Bahndamm führt dich durch die idyllische Landschaft, bis du beim Zollhaus die Freiberger Mulde erreichst. Der Mulderadweg ist übrigens auch absolut zu empfehlen. Du folgst dem Fluss bis nach Nossen. Dort genießt du bei der Einfahrt in die Stadt einen tollen Blick auf das stolz über der Stadt thronende Schloss.

    Schwer
    02:07
    33,9 km
    16,1 km/h
    240 m
    290 m
    Schwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts wurde rund um Wilsdruff ein Netz aus Schmalspurbahnen errichtet. Nachdem es in den 1970ern stillgelegt wurde, entstanden tolle Radwege, auf denen du das Hochland um Wilsdruff hervorragend erkunden kannst. Auf dieser Tour lernst du die Strecke von Freital nach Meißen kennen.Los geht es in Freital-Potschappel. Gemächlich geht es auf der ehemaligen Bahnstrecke bergauf nach Kesselsdorf. Anschließend rollst du leicht bergab nach Wilsdruff. Der dortige Bahnhof war der zweitgrößte der Sächsischen Schmalspurbahnen und ist heute ein interessantes Eisenbahnmuseum.Hinter Wilsdruff ist von der ehemaligen Strecke so gut wie nichts mehr übrig. Du fährst also ein Stück auf kleinen Straßen, die in etwa der alten Trassierung folgen. Kurz nach Ullendorf fährst du dann wieder auf dem alten Bahndamm durch ein idyllisches Tal.Die letzten Kilometer der Tour folgst du der Triebisch bis nach Meißen, wo die Schmalspurbahn ihren Endpunkt hatte. Die Altstadt von Meißen ist immer einen Besuch wert, es lohnt sich also dort noch ein bisschen Zeit zu verbringen, bevor du über die Eisenbahnbrücke mit einem spektakulären Blick auf die Albrechtsburg zum Bahnhof fährst.

    Mittelschwer
    03:31
    47,7 km
    13,6 km/h
    380 m
    330 m
    Mittelschwere Fahrradtour. Gute Grundkondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Wilsdruffer Schmalspurnetz um die Strecke von Wilsdruff über Meißen und Lommatzsch nach Döbeln erweitert. Diese Radtour führt dich von Meißen nach Döbeln. Los geht die Tour an der Endstation der S-Bahn in Meißen-Triebischtal. Wenn du vor der Tour noch ein bisschen durch die Altstadt schlendern möchtest, steigst du einfach am Altstädter Bahnhof aus.Die Radtour beginnt mit einer Fahrt durch das Triebischtal. In Robschütz sind noch die Überreste des einst längsten Schmalspurviadukts in Sachsen sichtbar. Kurz dahinter verlässt du das Triebischtal und radelst auf die Anhöhe, wo der Bahnradweg beginnt.Unterwegs gibt es viele Relikte der einstigen „Rübenbahn” zu bestaunen, wie etwa das Museum in Löthain sowie unzählige hölzerne Bahnhofshäuschen. Mal radelst du auf einem schönen Naturweg, mal auf asphaltierten Strecken. Aber immer führt dich der Weg durch eine bezaubernde Landschaft.In Lommatzsch lohnt sich ein kleiner Stopp entweder für eine Kaffeepause oder einen Besuch im Terence Hill Museum. (Aktuell hat es leider bis April 2021 geschlossen. Als kleinen Trost radelst du später aber noch an seinem einstigen Wohnhaus vorbei.)Zwischen Lommatzsch und Döbeln ist von der einstigen Eisenbahnstrecke fast nichts mehr übrig. Deshalb fährst du auf kleinen Sträßchen immer in der Nähe der alten Trasse. In Döbeln endet die Tour am Depot der Pferdebahn. Noch heute kannst du an ausgewählten Tagen mithilfe einer Pferdestärke durch die Altstadt fahren. Das Museum hingegen hat dienstags bis samstags geöffnet. Von Döbeln kannst du mit dem Zug via Riesa nach Meißen oder Dresden zurückfahren.

    Schwer
    04:25
    61,6 km
    14,0 km/h
    480 m
    750 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Für diese wunderschöne und außergewöhnliche Tour solltest du dir am besten den ganzen Tag Zeit nehmen. Sie ist aufgrund der Höhenmeter und der Waldwege nicht immer einfach zu befahren, dafür entdeckst du seltene Schätze entlang der ehemaligen Schmalspurbahn von Frauenstein nach Nossen. Du kannst die Tour auch gut abkürzen und nach rund 30 Kilometern in Klingenberg-Colmnitz in den Zug steigen. Wenn du das machst, lohnt sich noch ein kleiner Abstecher zur Talsperre Klingenberg.Da Frauenstein, der Startpunkt der abenteuerlichen Route, nicht mehr an das Bahnnetz angeschlossen ist, empfehle ich dir die Anreise mit der Freiberger Eisenbahngesellschaft zum Bahnhof Nassau im Erzgebirge. Das ersten Kilometer auf dem Rad sind auch gleich die anstrengendsten. Es geht immer wieder mal ordentlich bergauf.Im Gimmlitztal fährst du an mehreren Überbleibseln der einst so wichtigen Bergbauindustrie vorbei, wie etwa einer Silberwäsche. Viele Tafeln informieren dich über die Geschichte. Nach einem letzten saftigen Anstieg bist du in Frauenstein, dem höchsten Punkt der Tour, angekommen. Die Burgruine und das Silbermannmuseum sind sehenswert, alleine schon wegen des herrlichen Ausblicks.Jetzt beginnt die eigentliche Tour entlang der ehemaligen Eisenbahnstrecke. Sie verläuft häufig auf Naturwegen und führt dich durch idyllische Felder, schattige Wälder und immer wieder mal entlang eines plätschernden Bachs.In Dittmannsdorf biegst du auf die Hauptstrecke der ehemaligen Bahn ab und fährst in das wildromantische Tal der Freiberger Mulde. Mit einem herrlichen Blick auf das Nossener Schloss endet diese außergewöhnliche Radtour am Bahnhof von Nossen.

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Collection Statistik

  • Touren
    8
  • Distanz
    309 km
  • Zeit
    21:07 Std
  • Höhenmeter
    2 420 m

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