Von Preußen zum Mauerfall – Historische Touren mit der S-Bahn Berlin

Collection von
S-Bahn Berlin

„Herzlich willkommen, meene Damen und Herren. Sie intressiern sich also für de Jeschichte von unsere Bundeshauptstadt, ja? Wat sajen se? Ja genau, der Herr mit dem Fotoapparat ummen Hals. Checkpoint Charlie, Brandenburger Tor, Fernsehturm und East-Side-Gallery ham se schon jesehen? Na prima, die find ja och en Blinder janz ohne Hilfe. Ick hab mir heut aber ma mehr Jedanken jemacht und nehm die werten Herrschaften ma mit uff ne Zeitreise durch die Jeschichte von Berlin. Und weil et mit Berlin erst so richtig mit Preußen als europäischer Großmacht losjing, soll et auch bei uns mit den piekfeinen Preußischen Kurfürsten losjehn. Und von da aus führ ich sie im Zickzack durch die bewechte Vergangenheit, vorbei an Kaiserzeit und weiter zur Weimarer Republik. Leider kann ick die Jeschichte von Berlin nicht ohne Hitlers braunet Lumpenpack und seinen anjezettelten Kriech erzählen, aber ich versuchs an dieser Stelle ma kurz zu halten. Danach sehn se dann allet doppelt, denn nun teilt et sich uff uff West und Ost. Aber wie et sich für ne jute Jeschichte jehört, gibt et am Ende och en Happy End und zwar mit dem Mauerfall. Ick würd also sagen, alle festhalten und schon kann unsere Zeitreise starten.”

Unser Berliner Tourguide nimmt dich mit zu acht Touren, auf denen du die Berliner Geschichte von Preußen bis zum Mauerfall hautnah erleben wirst. Das Erbe der preußischen Könige entdeckst du im Schloss Charlottenburg und im Berliner Tiergarten. Am Reichstag bündeln sich gleich mehrere Epochen von deutscher Reichsgründung, über Weimarer Republik, vorbei am NS-Regime und hin zu Berlin als neuer Bundeshauptstadt. Am Flughafen Tempelhof spazierst du über die Rollbahnen, auf denen die Rosinenbomber gelandet sind. Am sowjetischen Ehrenmal gedenkst du der tapferen russischen Soldaten, die im Kampf gegen Hitlerdeutschland ihr Leben gelassen hatten. Und auf der Karl-Marx-Allee lässt du dich von den DDR-Arbeiterpalästen beeindrucken. Den Abschluss bildet dann ein Besuch an der Mauer Gedenkstätte Bernauer Straße, wo noch einmal das geteilte Berlin lebendig wird.

Um zu unseren Touren zu gelangen, benötigst du nichts weiter als ein S-Bahn-Ticket, denn alle Wanderungen beginnen und enden an S-Bahnhöfen. Jetzt musst du dir nur noch die Epoche aussuchen, für die du dich am meisten interessierst und schon kann deine Entdeckungstour losgehen.

Auf der Karte

Touren & Highlights

  • Leicht
    01:12
    4,72 km
    3,9 km/h
    20 m
    20 m
    Leichte Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    „So, schau’n se mal, Herrschaften. Hierhin, ins berühmte Schloss Charlottenburg, hat der jute Kurfürst Friedrich I. und König in Preußen seine Alte, also die Sophie Charlotte, abjeschoben. Die beidn wa’n sich nämlich nich immer grün, wenn se vastehn wat ick meine. Naja, immerhin hatte der jute Kurfürst jenuch Anstand, nach dem Tode der reizenden Gattin das Schloss von Lietzenburg in Charlottenburg umzubenennen. Sein Sohnemann wiederum, seines Zeichens König Friedrich Wilhelm, konnte nix mit dem anjeberischen Hofleben seiner Eltern anfangen. Das Schloss Charlottenburg hatte sich also ersma jejessen und der König kümmerte sich jehörich um die Staatsfinanzen und seine Armee. Erst der Enkel, unser Alter Fritz, konnte sich wieda mit dem Schlössken anfreunden. Der ließ die Hütte dann amtlich aufbrezln und was draus jeworden ist, könnse ja heute noch bewundern.”Deine Tour zum Schloss Charlottenburg beginnt am S-Bahnhof Jungfernheide, der von den Ringbahnlinien S41 und S42 angefahren wird. Vom Bahnhof aus geht es über die Spree und schon betrittst du den weitläufigen Schlosspark Charlottenburg. Im nördlichen Teil wanderst du über schöne Wiesen und unter großen Bäumen entlang. Nachdem du das Schloss Belvedere passiert hast, führt dich die Route am Karpfenteich entlang bis zum prächtigen, geometrisch angelegten Schlossgarten. Der Blick aufs Schloss Charlottenburg ist von hier besonders schön.Nun geht es nach links um das Schloss herum. Am Haupteingang an der Frontseite kannst du noch ein hübsches Andenkenfoto schießen oder auch die Innenräume des Schlosses besichtigen. Schräg gegenüber befindet sich in der ehemaligen Orangerie außerdem ein gemütliches Café-Restaurant. Im Anschluss geht es wieder ums Schloss herum und durch den Schlosspark zurück zum Bahnhof Jungfernheide.

  • Leicht
    01:17
    5,03 km
    3,9 km/h
    20 m
    20 m
    Leichte Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    „So, hier sin wa schon am nächsten Ziel angekommen: der Tiergarten. Früher durfte hier bloß die janz feine Jesellschaft in den Park. Die preußischen Kurfürsten und Könige jingen hier zusammen mit ihren piekfeinen Jästen auf Jagd – und die restlichen Berliner kuckten inne Röhre. Heute findste hier immer noch einige Spuren aus der Zeit: Marmorskulpturen von der Königin Luise oder och bloß die Namen von den Wegen. Und am andern Ende vom Tiergarten steht dann schon der Reichstag. Den hat der Kaiser hierhin gekloppt, als ihn Otto von Bismarck überzeugt hatte, man müsse dem deutschen Volk ein bissken Demokratie anbieten. Naja, während der Kaiserzeit wurden die Volksvertreter mit dem Reichstag eigentlich bloß ruhig jestellt. Aber nach dem ersten Weltkrieg ließ et sich Philipp Scheidemann nüscht nehm'n, vom Westbalkon det Jebäudes die Republik auszurufen. In der Weimarer Republik wurde hier dann dat erstemal auch richtig palavert – bis Hitler mit seinen Schergen aufmarschiert is. Wer am Ende den Reichstag in Brand jesetzt hat, werden wa heute wohl nich mehr ausklamüsan, aber enes is sicher: Dat braune Männeken wusste, wie er den Brand für seine eijenen Pläne nutzen konnte. Der Rest is wohl Jeschichte.”Startpunkt deiner Tour ist der Bahnhof Bellevue, der von den S-Bahn-Linien S3, S5, S7 und S9 angefahren wird. Von hier aus geht es an der Akademie der Künste vorbei und hinein in den englischen Garten. Hier kannst du im gemütlichen Teehaus eine Rast einlegen. Kurz darauf stehst du am großen Stern vor einem Berliner Wahrzeichen: der Siegessäule mit der Goldelse. Die Säule wurde zu Ehren der deutschen Siege im Deutsch-Dänischen Krieg, im Deutschen Krieg gegen Österreich und im Deutsch-Französischen Krieg errichtet. Eigentlich stand die Säule ursprünglich gegenüber vom Reichstag, doch der größenwahnsinnige Albert Speer ließ die Säule im Rahmen des Umbaus von Berlin zur Welthauptstadt Germania umsetzen.Vom Großen Stern schlenderst du gemütlich durch den malerisch angelegten Tiergarten und über die kleine Luiseninsel. Nach deiner Runde durch den Park überquerst du die Straße des 17. Juni und stehst wenig später vor dem Reichstagsgebäude. Wenn du die eindrucksvolle Glaskuppel besuchen möchtest, musst du dich allerdings vorab auf der Internetseite des Bundestags anmelden (bundestag.de/besuche/kuppel-dachterrasseunddachgartenrestaurant).Vom Reichstag folgst du unserer Route am Spreeufer entlang zum S-Bahnhof Friedrichstraße. Von hier aus geht es mit den Linien S1, S2, S25, S26, S3, S5, S7 und S9 zurück nach Hause.

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  • Leicht
    01:44
    6,84 km
    3,9 km/h
    20 m
    20 m
    Leichte Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    „Hier im Berliner Norden versteckt sich ein hübschet Schlössken mit einer besonders abwechslungreichen Historie. Der Alte Fritz hatte seiner lieben Königin Elisabeth Christine 1740 die Bude vermacht und die verbrachte fortan alle ihre Sommer hier draußen inner Botanik. Wie man sich erzählt, hat der König nüscht einmal vorbeigeschaut – war der Dame wahrscheinlich grade recht. Nach ihrem Tod wussten die feinen Könige nüschts mit dem Schloss anzufangen und ließen et verjammeln. Erst in der Weimarer Republik klöppelten ein paar Bauleute an der maroden Substanz herum. Ausgerechnet unter Hitlers Schergen wurde das Schloss dann wieder fein herausjeputzt. Und wofür: damit'se hier die „entartete Kunst” einlagern konnt'n. Für den Verkauf ins Ausland waren die Werke nämlich gerade noch jut jenug und außerdem konnt'n sich die Halunken dann auch noch die Taschen vollmachen. Wieder später rissen sich die DDR-Oberen das Schloss unter die Nägel. Erst ham se hier den Staatspräsidenten und später hohe Jäste aus dem Ausland einquartiert. Heute kannste im Schloss und im Park herumwandeln und in der Erinnerung alter Zeiten schwelgen.”Startpunkt der Tour ist der S-Bahnhof Wollankstraße, der von den Linien S1, S25 und S26 angefahren wird. Zunächst schlenderst du durch den kleinen Bürgerpark Pankow und dann durch ein ruhiges Wohngebiet bis zum Schlosspark Niederschönhausen. Hier lohnt sich eine Runde durch den Park, bevor du das Schloss mit seiner Ausstellung besuchst. Bevor es zurück zum Bahnhof geht, kannst du noch auf einen Kaffee und Kuchen im Café Sommerlust einkehren. Von hier aus spazierst du über die Tschaikowskistraße zum Volkspark Schönholzer Heide und weiter zum S-Bahnhof Schönholz. Von hier aus bringen dich die S-Bahn-Linien S1, S25 und S26 zurück in die Stadt.

  • Leicht
    01:22
    5,38 km
    3,9 km/h
    20 m
    20 m
    Leichte Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    „Wenn ick euch die Berliner Geschichte nahebringen soll, dann kann ich natürlich och det dunkelste Kapitel nüscht auslassen: det NS-Regime und der Zweite Weltkrieg. Heute hab ick mich für diese Variante entschieden: Inmitten vom Treptower Park versteckt sich ein gewaltiges Denkmal, nämlich dit Sowjetische Ehrenmal. Nur wenije Jahre nach'm Krieg hat die DDR-Regierung den gefallenen Rotarmisten ein würdijes Denkmal hinjestellt. Jewaltige steinerne Fahnen, die Statue einer leidenden Mutter und zweier kniender Soldaten und über allem thront ein monumentaler Soldat mit Schwert und Kind uff'm Arm. Etwas dick aufgetragen, sajen se? Nicht janz so dick, wenn sie wissen, det hier über 7.000 russische Soldaten beerdigt sind. Also mal in ein wenig Ehrfurcht über'n Platz schlendern und der Toten jedenken.”Deine Tour startet am S-Bahnhof Treptower Park, den du mit den S-Bahn-Linien S8, S85, S9 und den Ringbahnlinien S41 und S42 erreichen kannst. Du verlässt den Bahnhof in Richtung Park und überquerst kurz darauf die Puschkinallee. Am Rande einer weiten Wiese schlenderst du bis zum steinernen Eingangsportal des Sowjetischen Ehrenmals. Lass dir hier ruhig genug Zeit, um die besondere Atmosphäre des Ortes in dich aufzunehmen.Im Anschluss führt der Weg am Karpfenteich entlang zum Spreeufer im Treptower Park. Hier laden gleich mehrere Restaurants zu einer Pause ein. Am Ufer entlang spazierst du schließlich zurück zum S-Bahnhof Treptower Park.

  • Mittelschwer
    02:06
    8,21 km
    3,9 km/h
    30 m
    30 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    „Die Jeschichte der Rosinenbomber ist wohl eine der anrührendsten aus der Nachkriegszeit. Gerade eben noch ham die GIs die deutschen Städte mit Bomben beworfen und jetzt jeht et zum nationenübergreifenden Zusammenhalt. Weil die Westmächte ihre Zonen in Berlin mal ebenso und ohne Fragen zusammenjelegt hatten, haben die Russen dicht gemacht – und Berlin gleich mit. Die westlichen Stadtteile bekamen nüschts mehr: Kein Essen, keine Kohle, keine Medikamente. Einzige Auswech: über den Himmel. In Windeseile wurde eine Luftbrücke eingerichtet und aus Westdeutschland flogen im Minutentakt amerikanische und britische Transportflugzeuge de dringend benötigten Fressalien nach Berlin. Und weil et für die Kinder och Süßet jab, hatte man schnell nen neuen Spitznamen für die Flieger: Rosinenbomber. Über ein Jahr wurden die Vorräte eingeflogen und der hungernde Berliner Westen am Leben erhalten. Vielleicht die beste Methode zur Aussöhnung der Deutschen und der Amis nach den Kriegsjahren.”Startpunkt für deine Runde übers Tempelhofer Feld ist der S-Bahnhof Tempelhof, den du mit den Linien S41, S42, S45 und S46 erreichen kannst. Von hier aus überquerst du den Tempelhofer Damm und stehst dann bereits auf der weiten Fläche des alten Flugfelds. Wenn du hier das erste Mal auf der alten Startbahn stehst, wird es dir bei dem Anblick die Sprache verschlagen. Aber nicht träumen, denn auf dem Asphalt brausen Rennradler, Inlineskater, Skateboarder und Einradfahrer an dir vorbei. Auf den Wiesen zwischen den Startbahnen liegen die Leute in der Sonne, picknicken, spielen und machen Musik – eine tolle Atmosphäre.Du verlässt das Flugfeld am Columbiadamm und erreichst wenig später den Platz der Luftbrücke und das alte Flughafenterminal. Von hier aus geht es durch das gemütliche Fliegerviertel mit seiner Gartenstadtanlage zurück zum S-Bahnhof Tempelhof.

  • Mittelschwer
    02:28
    9,74 km
    4,0 km/h
    20 m
    20 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    „Wenn de dich mit mir in den Berliner Süden begibst, dann kannste im Frühjahr eine janz besondere Allee bestaunen. Direkt an der Grenze zu Brandenburg verlief hier nämlich bis 1989 die Berliner Mauer. Auf dem alten Grenzpostenweg kannste die Mauer einmal komplett ablaufen. Oder auch nur ein Stück, so wie wir det heute jeplant ham. Und zwar ham wa uns für den foljenden Abschnitt entschieden: Ab Lichterfelde zieren nämlich japanische Kirschbäume beide Seiten des Mauerwegs. Wie komm'n die denn hierher, fragen se? Der japanische TV-Sender Asahi hat im fernen Japan zur deutschen Wiedervereinigung einen Spendenaufruf jemacht und mit dem janzen Jeld wurden Kirschbäume gekauft und entlang der Mauer in Berlin verpflanzt. De längste Allee findest'te heute hier an dieser Stelle zwischen Lichterfelde und Teltow – aber auch an anderen Orten in Berlin steh'n die schmuckn Bäumchen.”Mit den S-Bahn-Linien S25 und S26 fährst du stadtauswärts bis zum Bahnhof Lichterfelde Süd. Hier geht es ein kurzes Stück durch ein Wohngebiet und schon erreichst du den Berliner Mauerweg und zugleich auch die TV-Asahi-Kirschblütenallee. Besonders schön im Frühling, wenn die Bäume in zartes Rosa getaucht sind. Du folgst dem Mauerweg in Richtung Süden und überquerst die S-Bahn-Gleise.Am Ende der Kirchbaumallee biegt der Mauerweg nach links ab und führt dich bei weiter Aussicht über Felder und Wiesen am Rande von Berlin Marienfelde entlang. Ziel der Wanderung ist der S-Bahnhof Lichtenrade. Hier steigst du in die S2 und fährst zurück in die Stadt.

  • Leicht
    01:57
    7,69 km
    3,9 km/h
    20 m
    20 m
    Leichte Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    „Hier uf der Karl-Marx-Allee kannste die Jeschichte der DDR wie de Altersringe bei nem Baum ablesen. Det bejinnt ja schon gleech beim Namen: Nach der Gründung der DDR wurde die Frankfurter Allee kurzerhand in Stalinallee umbenannt. Als man det Wirken vom sowjetischen Diktator aber zunehmend – sagen wa ma – kritischer betrachtete, besannen sich die DDR-Funktionäre auf den Ursprung des Kommunismus. Was lag da näher, als die Prachtstraße in Karl-Marx-Allee umzubennenen?Nun ja, det ist aber nicht alles, was de hier entdecken kannst. Sehr deutlich lassen sich och die drei Bauabschnitte erkennen. Die Frankfurter Allee lag nach dem Krieg fast vollständig in Schutt und Asche und sollte als neue Hauptstraße ufjebaut werden. Da haben sich zig Architekten die Finger nach jeleckt, det kannste mir globen. Den Zuschlag bekam dann der Bauhausarchitekt Hans Scharoun, der ganz Berlin niederreißen und nach seinem Kollektivplan neu zu jestalten jedachte. Bis 1950 wurden uf dem Abschnitt zwischen der Straße der Pariser Kommune und der Warschauer Straße zwei seiner Traumhäuser errichtet – die sojenannten Laubenganghäuser. Man mag die Klötze schön finden oder auch nicht, aber immerhin hatte Scharoun das Ziel, dass alle Berliner schnell und günstig juten Wohnraum bekommen sollten – Sozialismus, ick hör dir trapsen. Die beiden Häusken warn kaum fertig, da wurde Scharoun abgesetzt: Zu funktionalistisch, zu dekadent, zu burgeois. Außerdem – und det war wohl der ausschlagjebende Punkt – nicht repräsentativ. Schließlich sollte ja die janze Welt erfahren, det der DDR-Sozialismus allen andern Jesellschaften überlegen is. Und dafür waren die prachtvollen Entwürfe von Hermann Henselmann einfach besser jeeignet. Noch heute verfehlen die Monumentalbauten zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor nicht ihre Wirkung.Doch jetzt der Treppenwitz der Geschichte: Die Bauten warn so teuer, dass bald Ende war mit jünstigem Wohnraum für alle. Fortan lebten nur noch die jetreuesten DDR-Bürger in den Neubauten. Und als es an den dritten Bauabschnitt zwischen Strausberger Platz und Alexanderplatz jing, war kaum noch Kohle übrig. Einzige Rettung waren klotzige, aber herrlich billige Plattenbauten. Und Hans Scharoun, der jetzt im Westen die Berliner Philharmonie baute, lachte sich heimlich ins Fäustchen.”Startpunkt deiner kleinen Stadtwanderung ist der Bahnhof Alexanderplatz. Hier halten die S-Bahn-Linien S3, S5, S7 und S9. Von hier aus geht es am Haus des Lehrers, ebenfalls ein DDR-Bau, vorbei und schon stehst du auf der Karl-Marx-Allee. Zunächst wird die Straße überquert und du schlenderst an den hoch aufragenden Plattenbauten des dritten Bauabschnitts entlang. Als Zwischenstopp eignet sich hier das Kino International, denn in der Bar in der ersten Etage kannst du auch ohne Ticket einen Kaffee trinken.Nach den schmucklosen Plattenbauten wird es am Strausberger Platz gleich schon viel prachtvoller. Die eindrucksvollen Häuser tragen auch den Spitznamen Zuckerbäckerbauten und zwar aufgrund der reich verzierten Kacheln, die an Kekse und Plätzchen erinnern. An den prachtvollen Häusern entlang schlenderst du weiter bis zum Rosengarten. Am Frankfurter Tor mit seinen markanten Türmen wechselst du die Straßenseite und machst dich auf den Rückweg. Auf halber Strecke passierst du hier auch die Laubenganghäuser von Hans Scharoun, die sich jedoch verschämt hinter hochgewachsenen Pappeln verstecken. Am Ende der Tour erreichst du wieder den S-Bahnhof Alexanderplatz.

  • Leicht
    00:57
    3,65 km
    3,8 km/h
    30 m
    20 m
    Leichte Wanderung. Für alle Fitnesslevel. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    „Viel is ja nich übrig jeblieben von Ulbrichts 'antifaschistischem Schutzwall'. Zum Glück, sagen se? Da ham se recht, allerdings gerät das ganze mittlerweile arg in Vergessenheit. Und vielleicht sollte so eine Ungerechtigkeit dem eigenen Volk gegenüber einfach nüscht verjessen werd'n. Dafür sorgt heute de Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße. Hier kannste noch anderthalb Kilometer des grauen Betonwalls bestaunen, der einst als Berliner Mauer den Westteil der Stadt umschloss. Die Überwachungsanlagen zeig'n deutlich, wie arg die Mauer bewacht wurde. Und Fotos erinnern an die janzen DDR-Bürger, die bei ihrem Fluchtversuch ums Leben jekommen sind. Ein wichtiger Ort, damit et nüscht irjendwann heißt: 'Ach, in der DDR war et doch och janz ok.'”Am S-Bahnhof Nordbahnhof, wo die Linien S1, S2, S25 und S26 halten, beginnt deine Tour zur Mauer Gedenkstätte. Und diese beginnt bereits nach wenigen Metern. Entlang des rund 1,4 Kilometer langen Mauerrestes kannst du hier auf Infotafeln und anhand vieler Bilder das Leben in der geteilten Stadt hautnah erleben.An der Brunnenstraße erreichst du das Ende der Gedenkstätte. Hier biegst du nach links ab und erreichst bald darauf den Volkspark Humboldthain. Der Park wurde bereits in den 1860er Jahren eröffnet und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit bei den Anwohnern aus den umliegenden Wohnvierteln. Während des Zweiten Weltkriegs errichteten die Nazis zwei Flak-Hochbunker auf dem Gelände des Parks, von dem der nördliche heute noch zu großen Teilen erhalten ist. Von der Dachplattform des Bunkers, die öffentlich zugänglich ist, hast du eine schöne Aussicht. Im Anschluss geht es zum Bahnhof Gesundbrunnen, wo du in die Linien S1, S2, S25, S26, S41 und S42 steigen kannst.

Collection Statistik

  • Touren
    8
  • Distanz
    51,2 km
  • Zeit
    13:04 Std
  • Höhenmeter
    170 m
Von Preußen zum Mauerfall – Historische Touren mit der S-Bahn Berlin
Collection von
S-Bahn Berlin