SEND IT! Deutschland Ride. We did it!

Rennrad-Collection von Steffi Marth

Tobias Woggon und ich sind langjährige Mountainbike Profis und haben unabhängig voneinander schon die ganze Welt auf zwei Rädern bereist. Wir haben wunderschöne Orte gesehen und einzigartige Erlebnisse mit Menschen aller Kulturen erlebt. Immer vereint durch die Liebe und Leidenschaft zu Fahrrädern.

Nun war es an der Zeit Deutschland als Reiseland in den Fokus zu rücken. Obwohl uns das in der langen Planungsphase noch gar nicht so bewusst war, sind die Themen „Urlaub in Deutschland“ und „Radfahren“ so aktuell wie nie zuvor. Mit dem Gravelbike und Gepäcktaschen waren wir komplett CO2-frei unterwegs und haben nebenbei noch etwas zur Entlastung der Paketdienste getan: Wie lieferten vom Versandhandel BIKE24 in Dresden aus kleine Pakete in die Republik. Direkt vor die Haustür der fünf „Kunden“, die allesamt keine Unbekannten in der Mountainbikeszene sind. Darunter waren Deutsche Meister und sogar Weltmeister im Radsport. Nachdem wir unsere Pakete übergeben hatten, durften wir uns dann bei ihnen zu Hause umschauen und den ein oder anderen guten Kaffee bei einem interessanten Gespräch genießen.

Die knapp 1.200 Kilometer lange Tour mit insgesamt 12.000 Höhenmetern führte uns von Dresden über das Vogtland nach Regensburg, Oberbayern, ins Allgäu, auf die Schweizer Seite vom Bodensee, in den Schwarzwald und bis nach Stuttgart. Insgesamt waren wir inklusive eines Pausentags zehn Tage lang unterwegs. Nach einem heißen und trockenen Frühling suchten wir uns genau die Zeit Anfang Juni aus, in der es fast die ganze Zeit durchregnete.

Mit Touren von durchschnittlich 130 Kilometern und 1.200 Höhenmetern pro Tag über eine längere Zeit, kommt man schon mal an seine Motivationsgrenze. Doch es ist verrückt, was alles in einem steckt, wenn man es wirklich will. Wir sind beide keine Ausdauersportler und haben uns mit einigen 100er Touren vorbereitet, sind aber im Endeffekt natürlich erst bei unserer Deutschland-Tour die großen Umfänge gefahren. Die bis zu zehn Stunden im Sattel gingen jedoch schneller vorbei als gedacht und wir erlebten auf unserer Reise so manchen unvergesslichen Moment.

Es war es ein absolut geniales Erlebnis und ich kann jedem nur empfehlen Deutschland per Rad zu bereisen. Es ist grandios, mal zu sehen, welch wunderschöne Landschaften es so neben den Autobahnen gibt und wie verschieden und interessant die Menschen sind, wenn man an einem Tag von A nach B fährt. Da kann man richtig was erleben. Und ganz nebenbei tut man was für die Fitness und lernt so einiges über sich selbst und was so alles in einem steckt.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    10:18
    154 km
    15,0 km/h
    2 020 m
    1 730 m

    Der erste Tag war sehr aufregend, weil wir quasi ins Ungewisse gefahren sind – und auch, weil es insgesamt einer der härtesten Tage sein sollte. Über 2.000 Höhenmeter ins Vogtland waren schon eine Ansage. Die ersten 40 Kilometer hatten wir noch Begleitung von einigen Bike24-Kollegen, was es uns einfacher machte, ins Rollen zu kommen. Danach waren Tobi und ich alleine mit unseren fünf Paketen, die nacheinander in Süddeutschland und der Schweiz verteilt werden sollten.Es war sonnig und warm, aber trotzdem sehr anstrengend, vor allem, als wir im Vogtland eingeritten sind. Plötzlich wurden die Berge steil und die Kräfte ließen nach. Wir konnten uns gerade bis vor André Wagenknechts Haustür in der Nähe von Plauen retten. André ist ein bekannter Fahrer in Deutschland, vor allem durch seine Erfolge im Enduro und seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Radhersteller Cube.

    03:09
    54,3 km
    17,3 km/h
    620 m
    500 m

    Heute sollte eigentlich ein Ruhetag sein, um in den kommenden zwei bis drei Tagen gestärkt bis ins über 300 Kilometer entfernte Bad Aibling zu kommen. André zeigte uns seinen Hometrail, dann fing es auch noch an zu regnen, aber trotzdem entschieden wir uns ein paar Kilometer hinter uns zu bringen. Wir wollten einfach vermeiden, irgendwann richtig platt zu sein und dachten uns: „50 Kilometer gehen immer“.Die 50 Kilometer nach Rehau „gingen“ zwar, aber ich musste ganz schön kämpfen mit den schweren Beinen des Vortags und vor allem wegen des schlechten Wetters. André begleitete uns am Anfang noch ein Stück, was die Sache etwas angenehmer machte.

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  • 09:55
    174 km
    17,5 km/h
    1 460 m
    1 670 m

    Die Fahrt von Rehau nach Regensburg sollte unsere längste Etappe der Tour sein. 174 Kilometer in knapp zehn Stunden standen am Ende auf unserem Tacho... und ich muss schon sagen: Es war sehr hart! Zu Beginn war das Wetter noch gut. Wir wussten: Es geht am Anfang etwas bergauf und dann nur noch bergab bis Regensburg. Auch wenn es auf so einer langen Route manchmal so aussieht: Es geht definitiv NIE „nur noch bergab“. Die kleinen Gegenanstiege machten uns zu schaffen und vor allem die Regenschauer dazwischen.Umso schöner war das Gefühl, im Abendlicht neben dem wunderschönen Fluss Regen in die Stadt einzufahren. Die Pizza in der Innenstadt von Regensburg war ein grandioser Genuss – auch, wenn wir beim Essen fast eingeschlafen wären.

    09:30
    149 km
    15,7 km/h
    1 450 m
    1 290 m

    Nach dem Vortag mit 174 Kilometern stand heute eine weitere große Etappe an. Das wäre auch alles nicht so schlimm gewesen, wenn wir nicht auf den ersten 50 Kilometern einen brutalen Gegenwind gehabt hätten.Tobi und mir war es sicher anzusehen – wir hatten gleich zu Beginn sprichwörtlich „keinen Bock mehr“. Aber wir motivierten uns gegenseitig und mit dem ein oder anderen Snack zum Beispiel in der schönen Innenstadt von Moosburg. Als dann im Hintergrund das Alpenpanorama auftauchte, waren die Schmerzen erträglicher.Am Ende dieses Tages war ich sehr stolz auf uns und wir freuten uns ungemein auf einen Ruhetag bei Bikeprofi Andi Wittmann, der durch seine waghalsigen Tricks und Sprünge bekannt ist. Inzwischen ist er eher auf dem E-MTB unterwegs, welches er dank unserer Lieferung eines Tubeless Reparatur Kits endlich wieder reparieren konnte.

    09:14
    154 km
    16,6 km/h
    1 590 m
    1 320 m

    Auch, wenn wir das zu Beginn des Tages noch nicht wussten, aber heute sollte der beste Tag unserer Tour werden. Warum? Weil wir durchgängig Rückenwind und durch den Ruhetag auch gute Beine hatten. Es ging regelrecht wie im Flug ins wunderschöne Allgäu zu den Enduro Profis Ines Thoma und Max Schumann. Trotz der guten Bedingungen waren die letzten 20 Kilometer aber hart für mich. Wie ein roter Faden zog es sich durch jede Etappe, dass ich immer Probleme mit den letzten 20 Kilometern hatte.Nun, da mir das bewusst war, stellte ich mir immer vor, wir würden einfach 20 Kilometer weiter fahren. Verrückt, wie viel der Kopf und die Gedanken ausmachen, wenn es um die Motivation und Krafteinteilung geht.

    08:44
    125 km
    14,3 km/h
    1 550 m
    1 810 m

    Auf den besten Tag der Tour sollte heute der härteste folgen. Von den Kilometern her schaut es zwar nicht so schlimm aus, aber das Wetter war unglaublich bescheiden. Zum Glück hatten wir wieder etwas Begleitung, Ines Thoma fuhr ein Stück mit uns mit. Es motiviert ungemein, einen weiteren Leidenspartner zu haben – und auch jemanden, mit dem man sich mal über was anderes unterhalten kann.Tobi und ich hatten inzwischen alle Geschichten geteilt und uns nicht mehr viel zu sagen. Das war aber auch nicht schlimm, denn wir konnten sehr gut zusammen fahren und es ist wohl wichtig einen guten Kollegen dabei zu haben, um die harten aber vor allem auch die schönen Momente zu teilen.Glücklicherweise durften wir die Grenze passieren und wurden dann vom Schweizer Cross Country Fahrer und ehemaligem Weltmeister Ralph Näf standesgemäß mit einer Brotzeitplatte empfangen. Er konnte sehr gut nachvollziehen, wie fertig wir inzwischen waren und servierte uns dann auch noch den wohl besten Kaffee der Tour.

    06:07
    84,8 km
    13,9 km/h
    830 m
    620 m

    Wieder mal wurden wir die ersten Kilometer begleitet und zwar von unserem Gastgeber, Bike Pro Ralph Näf. Zurück in Deutschland ging es dann aber alleine weiter und zwar in den sehr bergigen Schwarzwald. Inzwischen waren Tobi und ich ein eingespieltes Team und wir genossen das gute Gefühl, schon so weit gekommen zu sein.Heute waren es zwar nur 85 Kilometer, aber die hatten es wieder kräftig in sich. Langsam wurden die Luft und Kraft echt knapp und ich wusste noch nicht, ob ich es bis zum Schluss schaffen würde. Glücklicherweise entdeckte ich Sitzcreme für mich, die es etwas leichter machte.

    05:53
    95,3 km
    16,2 km/h
    830 m
    1 380 m

    Knappe 100 Kilometer standen auf dem Plan, aber ohne Ruhetag wird es härter und härter. Das Ziel lautete jedoch, die deutsche Mountainbike Downhill Legende Marcus Klausmann zu besuchen – und das motivierte uns sehr.Im tiefsten Schwarzwald öffnete der 15-fache Downhill Meister dann seine Tür für uns und zeigte uns wie er wohnt. Mit Pumptrack im Garten lässt es sich ganz gut leben, was sein Sohn uns eindrucksvoll bewies mit einer richtig guten Performance auf der Gartenstrecke.Landschaftlich ist der Schwarzwald wirklich top und für mich etwas ganz Besonderes, da ich hier noch nicht wirklich oft war.

    10:28
    164 km
    15,6 km/h
    1 840 m
    1 670 m

    Gefühlt gerade erst losgefahren (Naja... nicht wirklich!) sind wir nun schon beim letzten Tag der Tour. Durch einige äußere Umstände hatten wir ein paar Touren zusammengelegt und waren insgesamt schneller durchgefahren, als geplant. Es wären zwei weitere Fahrtage drin gewesen, aber irgendwie gewöhnt man sich an die langen Tage und schafft jede Distanz.Das heutige Ziel war in Kirchheim/Teck bei Manuel Fumic, unserem deutschen Cross Country Superstar, der sich leider kurz vorher bei einem Trainingssturz relativ schwer verletzt hatte. Wir waren sehr glücklich, dass wir ihn trotzdem kurz besuchen konnten und unser Paket aus Dresden losgeworden sind. Auf diesem Wege nochmal Gute Besserung an Manni!Das Feedback zu unserem Deutschland Ride war gewaltig und wir möchten uns nochmal bei allen Beteiligten bedanken. Vor allem auch bei komoot für die top Routenplanung. Jetzt erholen wir uns zwar erstmal, aber es ist schon eine Fortsetzung im kommenden Jahr geplant.

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Collection Statistik

  • Touren
    9
  • Distanz
    1 153 km
  • Zeit
    73:19 Std
  • Höhenmeter
    12 180 m

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Steffi Marth