Tourspain

Radreise ins spanische Mittelalter – der Camino del Cid

jmiguel rodriguez (CC BY-NC 2.0)

Radreise ins spanische Mittelalter – der Camino del Cid

Fahrrad-Collection von Tourspain

El Cid – bereits den Namen des spanischen Nationalhelden umweht ein Hauch von Ehrfurcht. Im 11. Jahrhundert zog er aus, um Spanien von den Mauren zurückzuerobern. Mit seinem Heer zog er von Burgos quer durch Kastilien und Aragon bis nach Valencia – und auf dem Camino del Cid kannst du seine Spuren verfolgen. Erlebe die beeindruckende Landschaft Spaniens, erforsche uralte Burgen und bewundere die Baukunst der Mudéjar, während du auf deinem Stahlross an der Seite des großen Ritters durch Kastilien und Aragonien reist und ihm dann bis an die Küste des Mittelmeers folgst.

El Cid – sein voller Nam lautet Rodrigo Díaz de Vivar – war ein kastilischer Ritter, der lange nach seinem Tod in der Neuzeit zum spanischen Nationalhelden avancierte. In der Literatur stellt El Cid – übrigens eine Ableitung aus dem arabischen für „mein Herr“ – das Idealbild des spanischen Ritters dar: tapfer, gerecht, voller Stolz auf sein Land und unbarmherzig zu seinen Feinden. Schon früh entstand ein episches Gedicht über ihn: „El Cantar de Mio Cid“. Es gilt als eines der großen Werke spanischer mittelalterlicher Literatur, das ähnlich einem Heldenepos auf romantische Art und Weise seinen Lebensweg beschreibt. Dass El Cid sich nach seiner Verbannung bei maurischen Fürsten verdingte, wird in dem Werk dezent ausgelassen, weswegen es schließlich auch entscheidend zur Überlieferung der Figur von „El Cid“ als großem, ritterlichen Helden beitrug – gleich auf einer Stufe mit der Sage König Artus` oder gar dem Kreuzfahrerkönig Richard Löwenherz.

Mit dieser Collection geleiten wir dich auf den Spuren der Legende des Cid zu den verschiedensten geschichtsträchtigen Orten, an denen seine Person gewirkt hat. Du startest in seinem Geburtsort Vivar del Cid und folgst seinem Lebensweg bis hin zu seiner größten Errungenschaft: der Rückeroberung Valencias. Dieser Weg war oft sehr schwer und gekennzeichnet von vielen Höhen und Tiefen, die der Ritter durchlebt hat. Diesem Lebensweg nicht unähnlich, ist der Camino del Cid ebenfalls eine aufregende Tour – dafür kannst du dich aber als ein wahrer Held fühlen, wenn du schlussendlich am Mittelmeer ankommst.



Wir empfehlen dir für diese Tour ein Mountainbike oder ein robustes Trekking-Rad mit Gelände-Bereifung zu benutzen. So bist du gut gerüstet, denn die Strecken in dieser Collection sind eine Mischung aus der MTB- und Rennrad-Variante des Camino del Cid. Auf diese Weise kommst du im Gelände in den Genuss herrlichster Landschaften während du an anderer Stelle ordentlich Strecke auf asphaltierten Wegen und Straßen machen kannst. Freu dich also auf eine eindrucksvolle und abwechslungsreiche Radtour, die dich in fünf Abschnitten und etwas mehr als 1.400 Kilometern auf den Spuren einer Legende durch halb Spanien führt – und mit zwei Abstechern entlang des Weges sogar noch Potenzial hat, wenn es etwas mehr sein darf.

Insgesamt lohnt es sich, wenn du für die gesamte Tour inklusive An- und Abreise etwa einen Monat einplanst, auf diese Weise bleibt dir genügend Zeit, die wunderbare Landschaft und die vielen historischen Bauwerke ausgiebig zu genießen – so gibt es etwa ganze acht Weltkulturerbestätten auf dem Weg zu entdecken, für die du auf jeden Fall ein bisschen Extra-Zeit einplanen solltest. Wenn du etwas ambitionierter unterwegs bist, kannst du die Hauptstrecke aber auch in wenig mehr als der Hälfte der Zeit schaffen.

Übrigens gibt es in den Tourismusbüros entlang des Weges einen Camino del Cid-Pass, ähnlich einem Pilgerausweis, in dem du dir deinen Fortschritt auf dem Weg vermerken lässt und von einigen Rabatten und anderen Angeboten profitieren kannst. Ein richtiger Camino del Cid-Pilger hat natürlich auch eine Ausgabe des Gedichts „El Cantar de Mio Cid“ in der Fahrradtasche. Auch lohnt es sich, im Vorfeld den Historienfilm „El Cid“ anzuschauen, um sich ein bisschen besser mit der Figur vertraut zu machen. Beachte für deine Planung aber vor allem, immer ausreichend Wasser, Verpflegung und Sonnenschutz dabei zu haben und informiere dich am besten bereits im Vorfeld über die verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten auf der Strecke – dann steht einer heldenhaften Reise nichts mehr im Weg!

Auf der Karte

Touren & Highlights

    Schwer
    25:07
    299 km
    11,9 km/h
    3 800 m
    3 500 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Du startest deine Reise auf den Spuren El Cids in seinem Geburtsort Vivar del Cid, nördlich von Burgos. Burgos ist mit der Bahn von allen europäischen Städten aus gut zu erreichen. Vom Omnibusbahnhof in Burgos fahren wiederum Busse nach Vivar – bitte kläre im Vorfeld, ob diese auch Fahrräder befördern.



    Dieser erste Abschnitt des Camino del Cid folgt im allgemeinen dem Weg, den El Cid nach seiner Verbannung ins Exil beschritten hat und durchquert außerdem einen mythischen und literarischen Raum, mit dem drei epische kastilische Gedichte verbunden sind, unter anderem El Cantar del Mio Cid. Nachdem er beim König in Ungnade gefallen war, weil er auf eigene Faust Eroberungszüge geführt hatte und sich entgegen dem königlichen Willen in einen Konflikt eingemischt hatte, wurde dem Ritter auferlegt, Kastilien innerhalb von neun Tagen zu verlassen – mit deinem Stahlross kannst du das aber auch locker in sechs Tagen schaffen.

    Auf seiner Reise ins Exil verließ El Cid seinen Geburtsort Vivar mit einer Handvoll Gefolgsleuten und brachte, bevor er weiterzog, seine Frau im nahegelegenen Kloster San Pedro de Cardeña unter, um ihr Schutz zu bieten. Später war dieses Kloster für lange Zeit auch die Ruhestätte der Gebeine des Ritters, ehe diese 1835 in die Kathedrale von Burgos verlegt wurden.

    Obwohl El Cid damals Kastilien bereits bei der Sierra de Pela verließ, jener Gebirgskette, die als natürliche Grenze zwischen den Königreichen Kastilien und Toledo fungierte, beendest du den ersten Abschnitt deiner Reise etwas weiter des Weges in Atienza, einem wichtigen Militärposten entlang der damaligen Grenze, der Ende des 11. Jahrhunderts noch in muslimischer Hand war und als nahezu uneinnehmbar galt.

    Außer mit viel Geschichte wartet dieser Abschnitt des Camino del Cid auch landschaftlich mit einigen Highlights auf: So durchläuft die Strecke ganze sechs Naturschutzgebiete und schlängelt sich über das Flusstal des Arlanza mit seinen Wacholderhainen bis hin zum Oberlauf des Duero, Spaniens drittlängster Fluss. Überall begegnen dir unterwegs eindeutige Zeitzeugen jener Epoche, auf deren Spuren du dich befindest: imposante Burgen, Festungen und rustikale Wachtürme zeugen von dem immerwährenden Belagerungszustand im Grenzgebiet vom Christentum zum Islam.

    Kulinarisch kommst du in diesem Abschnitt ebenfalls voll auf deine Kosten: So sind die berühmten Blutwürste in Burgos ganz klar die richtige Kraftnahrung für die bevorstehenden Etappen der nächsten Tage. In der Region rund um Soria erwartet dich zur richtigen Jahreszeit zudem ein wahres Fest an Steinpilzen und anderen Pilzspezialitäten – kombiniert mit einem landestypischen Wildeintopf und einem guten Tropfen aus der bekannten Weinregion „Ribera del Duero“ wird so das wohlverdiente Abendessen zum wahren Gaumenschmaus.

    Schwer
    22:54
    275 km
    12,0 km/h
    2 670 m
    3 250 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Vom König verbannt, verließ El Cid Kastilien und nutzte die Gunst der dunklen Stunde, um sich über die Grenze in das Herrschaftsgebiet des Taifa von Toledo zu schleichen. Von Atienza aus zogen die Exilanten dann weiter in Richtung Henares. Da sie dringend Nahrung benötigten, wurde der Entschluss gefasst auf dem Weg dorthin eine befestigte Stadt einzunehmen, was auch gelang – Historikern zufolge handelte es sich dabei entweder um Jadraque oder Castejón de Henares.

    Auf dem weiteren Weg begegneten El Cid und seine Gefolgschaft nun immer wieder kleineren muslimischen Siedlungen im Tal des Jalón. Deren Anführer sahen sich daraufhin gezwungen, sich den Truppen von El Cid anzuschließen – so wuchs seine Heerschar langsam aber stetig und er gewann zunehmend an Macht und Einfluss.

    Am 16. Tag seines Exils belagerte El Cid die Stadt Alcocer – heutzutage nicht mehr als eine archäologische Ausgrabungsstätte – und nahm diese nach einer mehr als drei Monate langen Belagerungszeit schlussendlich ein. Das zur Vergeltung entsannte, 3.000 Mann starke Heer aus Valencia wurde kurz darauf in einer epischen Schlacht geschlagen und die besiegten Generäle bis Calatayud verfolgt. Mit diesem Sieg steigerte El Cid abermals seinen Ruhm wie auch seinen Reichtum und hatte nun die Mittel und Möglichkeiten, seine Reise in die valencianischen Länder fortzusetzen.

    Wie auch schon während der Tage zuvor, werden dir in diesem Abschnitt viele Burgen und andere Befestigungsanlagen begegnen, die aus der Vergangenheit der ehemaligen Grenzregion hervorgingen. Ganze fünf Naturschutzgebiete querst du auf deinem Weg und nachdem die Strecke zunächst im Groben verschiedenen Flussläufen folgt, wird die Landschaft ab Medinaceli merklich trockener. Es entsteht schnell der Eindruck, man befände sich in einer Art mittelalterlichem Wildwest-Film.

    In Calatayud gibt es viele beeindruckende, architektonische Elemente im Mudéjar-Stil zu entdecken, der inzwischen zum Weltkulturerbe zählt. Gerade am Abend lohnt es sich auch, einen kleinen Spaziergang auf den Burghügel zu unternehmen, denn die Skyline der Stadt in Zusammenspiel mit dem Sonnenuntergang ist wirklich beeindruckend.

    Die traditionelle Küche der Region wird dich, zum Beispiel in Jadraque, zudem mit gebratenem Lamm oder Zicklein verwöhnen – dazu eine gute Knoblauchsuppe und du hast am nächsten Tag garantiert freie Fahrt. An den Ufern des Jalón laden die reichen Obst- und Gemüsegärten dazu ein, die Wegzehrung direkt beim Produzenten zu kaufen und Calatayud wartet gleich mit einer ganzen Heerschar von Gerichten auf: Ternasco (ein traditionelles Gericht vom jungen Lamm), Fardeles (kleine, umwickelte Fleischbällchen), oder Kichererbsen mit Meeraal – was es da nicht alles gibt. Ein guter Wein aus der Region darf natürlich ebensowenig fehlen.

    Übrigens: Eine tolle Ergänzungsmöglichkeit zu diesem Teil des Camino del Cid ist der „Ramal de Álvar Fáñez“, der von Villaseca de Henares nach Guadalajara führt. Detaillierte Informationen zu dieser Variante findest du am Ende dieser Collection.

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  • Schwer
    29:57
    345 km
    11,5 km/h
    4 470 m
    4 080 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad vielleicht schieben müssen.

    Die Gefolgschaft von El Cid wurde nunmehr immer zahlreicher und organisierter, was es dem Heer möglich machte, sich relativ unkompliziert zwischen den einzelnen Grenzen der verschiedenen muslimischen Taifa-Reiche zu bewegen. Auch der zuvor errungene Sieg in der Schlacht von Alcocer, so heißt es in den Versen des „Cantar“, brachte dem Cid den nötigen Respekt ein, um nun sein eigenes Gesetz in den Ländereien der Taifas durchzusetzen. Letzten Endes, so berichtet es die Legende, versammelte er seine vereinten Truppen am Kanal von Cella, von wo aus er gedachte, den letzten entscheidenden Feldzug zur Rückeroberung Valencias anzutreten.

    Dieser Abschnitt des Camino del Cid verläuft zu einem guten Teil durch wilde Berglandschaften – eine körperlich anstrengende Route, die aber landschaftlich absolut lohnenswert ist. Zudem warten drei weitere mittelalterliche Städte auf deine Erkundung: Daroca, Molina de Aragón und Albarracín. Und jede einzelne wird mit ihrem altertümlichen Charme zu verzaubern wissen.



    Nach Molina de Aragón verändert sich die Landschaft ein weiteres Mal dramatisch und auf den nächsten 100 Kilometern bis Albarracín durchquerst du noch einmal fünf Nationalparks: Schluchten, Mischwälder aus Steineichen, Wacholder und Kiefern, Bergziegen, Raubvögel und Hirsche werden dir auf deiner Route begegnen. Du fährst durch ein beeindruckendes geologisches Freilichtmuseum. Immer wieder ist die Landschaft von geradezu pittoresker Erosion gekennzeichnet und gibt dabei atemberaubende Felsformationen preis – allem voran die Türme von Chequilla. Auch der „Anillo de Gallocanta“ befindet sich als gute Ergänzungsmöglichkeit zur Tour ganz in der Nähe und führt dich von Daroca aus zu einem der größten Salzseen Westeuropas. Detaillierte Informationen zu dieser Variante findest hier komoot.de/tour/233030007.

    Abermals wird dich auch die regionale Küche mit deftiger Kraftnahrung verwöhnen – man kann sich gut vorstellen, dass sich bereits die alten Ritter an solch herzhaften Gerichten für den nächsten Tag gestärkt haben: Bohneneintöpfe und Wildgerichte landen auf deinem Teller. Vergiss in Albarracín nicht, ein paar von den leckeren Almojábanas für den nächsten Tag einzupacken und in Teruel – oder zuvor in Calamocha – eine gute Portion leckeren Schinken als Wegzehrung für deinen Streifzug nach Valencia mitzunehmen. In Daroca hingegen werden dich die verschiedensten Desserts nach Mudéjar-Art in einen süßen Traum begleiten, sodass du am nächsten Morgen mit frischer Energie in einen neuen Tag starten kannst.

    Übrigens: Eine weitere gute Ergänzungsmöglichkeit zu diesem Teil des Camino del Cid ist der „Anillo de Montalban“. Alle Infos dazu findest du auf unserer Webseite.

    Schwer
    17:04
    232 km
    13,6 km/h
    2 610 m
    3 520 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Auf seinem Weg nach Valencia ließ es sich El Cid nicht nehmen, noch weitere Städte zurückzuerobern: So fielen Jérica im Tal des Río Palancia und El Puig am Mittelmeer in seine Hände. El Puig war aufgrund seiner Lage nur 15 Kilometer nördlich von Valencia zudem der ideale Standpunkt, um den finalen Angriff vorzubereiten. Am 15. Juni 1094 war es dann soweit und El Cid eroberte nach sehr langer Belagerungszeit Valencia von den Mauren zurück.

    Der erste Teil deines Weges nach Valencia führt dich von Teruel durch herrliche Berglandschaften an bezaubernden Dörfern mit mittelalterlichen Flair vorbei, bis du in Jérica schließlich auf den Río Palancia triffst. Bis hierhin ist die Route aufgrund des Geländes eher anspruchsvoll, fortan kannst du dich hingegen auf eine entspannte Fahrt bis nach Sagunt am Mittelmeer freuen – denn es geht über einen Abschnitt der Vía Verde de Ojos Negros, einer stillgelegten und für den Radverkehr umgebauten Bahntrasse.

    Kaum brichst du durch die schroffe Berglandschaft hindurch und erreichst die flache Küste, machen sich sofort die Orangen- und Zitronenplantagen breit und du fühlst dich wie im Paradies – die herrlichen Zitrusaromen durchströmen deine Nase und der Duft des Meeres lockt, sich nach all den Anstrengungen im herrlichen Wasser des Mittelmeers zu erfrischen.

    Die Legende sagt übrigens, dass El Cid nach der Eroberung von Valencia einen Turm bestieg, um seine Besitztümer zu begutachten. Am Ziel angelangt kannst du es ihm gleich machen und den Torre del Micalet in der Kathedrale von Valencia besteigen. Von seiner Spitze aus bietet sich dir ein wirklich atemberaubender Blick über die Altstadt und du kannst mit Stolz von dir behaupten, dass du den Camino del Cid bis hierhin geschafft hast.

    Und auch die Küche bringt einige Veränderungen mit sich: Denn während im Gebirge abermals deftige Eintöpfe auf den Tisch kommen, erwartet dich an der Küste die herrliche Leichtigkeit mediterraner Küche. Leckere Paella oder andere typische Reisgerichte, wie Arroz a banda, Arroz al horno oder Arroz negro ergänzen die leckeren Fischgerischte, die oft fangfrisch auf den Teller kommen. Dazu ein regionaler Wein mit der Herkunftsbezeichnungen Valencia oder Tierra de Castellón und einem perfekten Abendessen steht nichts mehr im Weg.

    Übrigens: In diesen Teil des Camino del Cid kannst du als tolle Ergänzungsmöglichkeiten auch noch den „Anillo del Maestrazgo“ oder den „Anillo de Morella“ einbauen.

    Schwer
    18:39
    266 km
    14,3 km/h
    2 060 m
    2 050 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    El Cid wurde von König Alfonso VI. noch ein weiteres Mal ins Exil geschickt. Im epischen Gedicht „El Cantar de Mio Cid“ werden die Verbannungen allerdings zusammengefasst dargestellt. Die zweite Verbannung fand im Jahr 1088 statt und ihr Urteil war ungleich härter – El Cid befand sich, als er davon erfuhr in der Gegend von Alicante bei Elche. Ein kleiner Zeitsprung ins Jahr 1094: Valencia war zwar erobert, was siegreich gefeiert wurde, nun musste die Stadt aber gegen die immer näher rückende Gefahr, die von den Mauren im Süden ausging, verteidigt werden, weswegen nun auch Schlachten südlich von Valencia geschlagen werden mussten.

    Dieser Teil des Weges führt dich an verschiedene Orte, die damals sowohl während des zweiten Exils von El Cid als auch während der jahrelangen Verteidigung von Valencia gegen die Mauren eine Rolle gespielt haben. Du folgst der Mittelmeerküste landeinwärts Richtung Süden und kommst an dem Parc Natural de l'Albufera vorbei, einer großen Küstenlagunge südlich von Valencia, eingeschlossen in Reisfelder und kleine Fischereihäfen an ihrem Ufer.

    In der Ferne erwartet dich eine majestätische Bergkette, deren luftige Höhen dich mit tollen Ausblicken in weite Täler und schroffe Felsen belohnen werden. Kurz hinter Ontinyent kannst du dich während des Aufstiegs in die Sierra de Mariola herrlich im klaren Wasser der kleinen Oase „Pou Clar“ erfrischen. Etwa zehn Kilometer vor Biar hast du dann schließlich den höchsten Punkt dieses Abschnitts erreicht und kannst dich auf gemütliche Bergabfahrten zurück in Richtung Küste freuen.

    Obwohl Reis im Allgemeinen das Markenzeichen der valencianischen Küche ist, befindest du dich in einem Gebiet von großer gastronomischer Vielfalt. So lohnt es sich etwa den „Guisos de los marjales“ zu probieren, ein Eintopfgericht mit Aal. In den Bergen rund um Biar und Ontinyent erwartet dich zudem eine etwas andere Form der Gazpacho, der bekannten Gemüsesuppe, die generell kalt serviert wird – hier wird sie mit Mehl, Fleisch und lokalen Kräutern verfeinert und sollte unbedingt mal auf den Vorspeisenteller. Zum Nachtisch darf in der Nähe von Alicante natürlich auch nicht der lecker Mandelnougat zu kurz kommen, dieser macht sich aber auch gut im Reisegepäck zum versüßen der einen oder anderen Rast.

    Dieser Teil des Camino del Cid endet in Orihuela. Die monumentale Ortschaft gilt als südliches Ende des Einflussbereichs von El Cid. Nicht weit vom Wegende findest du auch den örtlichen Bahnhof, von wo dich ein Zug nach Murcia oder Elche beziehungsweise Alicante bringt.

    Schwer
    06:14
    75,2 km
    12,1 km/h
    820 m
    950 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Diese interessante Ergänzungsmöglichkeit zum Camino del Cid erinnert an die Zeit nachdem El Cid während seines ersten Exils die kastilische Grenze überschritten hatte und nun Nachschub an Nahrung und anderweitiger Güter für seine stetig wachsende Gefolgschaft brauchte. Während El Cid sich damals auf die Einnahme der Stadt Castejón de Henares oder Jadraque konzentrierte (das ist geschichtlich nicht eindeutig belegt) unternahm sein Gefolgsmann Álvar Fáñez einen Streifzug entlang des Henares und ritt dabei unter anderem auch durch Hita und Guadalajara. Zurück kehrte er mit einer Vielzahl an Schafen und Kühen sowie anderen wertvollen Gütern, was die Versorgung der Truppen vorerst sicherte.



    Um Álvar Fáñez auf seinem Weg nach Guadalajara zu folgen, biegst du in Villaseca de Henares vom Abschnitt 2 des Camino del Cid in Richtung Süden ab. Es dauert nicht lang und du triffst auf das Tal des Río Badiel, dem du bis nach Hita folgst, während sich um dich herum die ebene Landschaft mit Buschland und Getreidefeldern abwechselt.

    Bevor du Guadalajara erreichst – der Name kommt übrigens aus dem arabischen und bedeutet „Fluss aus Steinen“ – lohnt es sich einen kurzen Abstecher auf den Peña Hueva zu machen, ein Tafelberg am Rande der Hochebene von La Alcarria. Folge dazu unserer Route, denn der Abstecher ist nicht offizieller Teil des Camino del Cid und daher nicht ausgeschildert. Die Landschaft der Hochebene steht deutlich im Kontrast zu den Ebenen und selbst wenn du nicht ganz bis nach oben fahren möchtest, so kannst du bereits vom Rande des Berges einen tollen Ausblick in Richtung Guadalajara und – wenn es zeitlich passt – den Sonnenuntergang genießen.

    Von Guadalajara kannst du mit dem Zug übrigens problemlos über Jadraque bis nach Matillas fahren, was nur wenige Kilometer von Villaseca de Henares entfernt liegt. So kannst du am nächsten Tag direkt auf dem Camino del Cid weiterreisen.

    Schwer
    04:43
    50,4 km
    10,7 km/h
    780 m
    780 m
    Schwere Fahrradtour. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Dieser Abstecher vom Camino del Cid beginnt in Daroca. Im Jahr 1090 hat El Cid hier in der Stadt für mehrere Tage sein Lager aufgeschlagen. Ein weiters Lager soll sich in dem Dorf Gallocanta befunden haben, das damals unter dem Namen Allucant bekannt war.



    Von Daroca aus durchquerst du die Sierra de Santa Cruz auf Wander- und Feldwegen bis du nach etwa 24 Kilometern das Dorf Gallocanta an der gleichnamigen Lagune erreichst. Die Lagune von Gallocanta ist einer der größten Seen Aragoniens und sogar einer der größten Salzseen ganz Westeuropas. Unter Vogelkundlern gilt die Lagune als bekanntes Überwinterungsquartier für Kraniche und andere Vögel. Drum lohnt es sich hier auch, einen Moment am See innezuhalten, um in einer der Schutzhütten einen guten Spot zu suchen, um dieses bemerkenswerte Naturschauspiel zu beobachten.

    Die weitere Strecke führt dich in einer Schleife zurück nach Daroca, wo du den Tag gemütlich in der Stadt umgeben von mittelalterlichem Flair ausklingen lassen kannst. Probiere doch einen der famosen Mudéjar-Zöpfe (trenzas mudéjares), ein leckeres Gebäck, das perfekt zum Café am Nachmittag passt. Oder pack ein paar von den reichhaltigen Almojábanas für die Strecke des nächsten Tages ein.

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Collection Statistik

  • Touren
    7
  • Distanz
    1 543 km
  • Zeit
    124:38 Std
  • Höhenmeter
    17 220 m

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