Trailrunning auf der Bernina Tour

Lauf-Collection von Fräulein Draußen

Der Piz Bernina ist mit 4.049 Metern der höchste Berg der Ostalpen. Auf einer relativ neuen Route können Wanderer und Trailrunner das eindrucksvolle Bergmassiv in der Schweiz und Italien umrunden.

Die Original-Route ist hier zu finden: komoot.de/tour/66090357. Ich hab die komplette Runde in vier Tagen gemacht, dabei aber am dritten und vierten Tag teilweise abgewandelt – insbesondere auch, um zu viele Schneefelder in höheren Lagen zu vermeiden, die Anfang Juli dort noch recht zahlreich auftreten können.

Landschaftlich war die Route durchgehend wirklich sehr grandios. Die Schwierigkeit der Wege hat dabei stark variiert, von sehr gut laufbaren Wegen bis hin zu mühsamen Querungen von ausgedehnten Blockfeldern. Etwas Bergerfahrung, gute Kondition und Trittsicherheit ist für die Tour auf jeden Fall notwendig.

Je nach Fitness und Fortbewegungsart (Laufen oder Wandern) kann man die Tour in mehr oder weniger Etappen aufteilen. Bei der Etappenplanung solltest du vor allem auf der italienischen Seite eher konservativ rechnen, da das Vorankommen aufgrund der Wegbeschaffenheit hier oft nur verhältnismäßig langsam möglich ist.

Alles in allem eine richtig tolle und landschaftlich wahnsinnig abwechslungsreiche Tour, die ich genau so jederzeit wieder machen würde.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    05:19
    29,8 km
    5,6 km/h
    1 330 m
    1 310 m

    Das Abenteuer Bernina-Umrundung startet – wie so oft in der Schweiz – eigentlich nicht erst in Pontresina, sondern schon auf der Bahnfahrt dorthin. Die Rhätische Bahn ist mit ihren vielen Tunnels und waghalsigen Brücken als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet und die Reise damit definitiv ein Erlebnis.Vom Bahnhof in Pontresina aus geht es auf einem tollen, sehr gut laufbaren Weg mittenrein ins Val Roseg, ein wunderschönes Hochtal mit Blick auf Gletscher und Berggiganten. Nach einigen Kilometern wartet der erste lange Anstieg der Tour, hoch zum Berghaus Fuorcla Surlej. Und von dort hat man ganz bestimmt einen der besten Blicke auf das Bernina-Massiv.Nach einer ausgiebigen Stärkung führt die Route anschließend auf der anderen Seite wieder Richtung Tal, in dem die leuchtend blauen Seen von Silvaplana und Sils liegen. Der Blick auf die Seen ist der Begleiter für den Rest der Etappe, der entlang eines moderaten Höhenweges bis nach Maloja führt.

    10:33
    39,4 km
    3,7 km/h
    1 820 m
    1 690 m

    Definitiv der anspruchsvollste Abschnitt der Tour liegt zwischen Maloja und dem Stausee Campo Moro. Bei Maloja beginnt nach einer kurzen, flacheren Aufwärmphase der lange Anstieg hinauf zum 2.562 Meter hohen Murettopass, an dessen höchstem Punkt man die Grenze zu Italien überquert. Ab hier heißt es also nicht mehr „Grüezi“, sondern „Buongiorno“!Anschließend steigt man wieder etwas ab, bis man auf einen recht langen, ziemlich idyllischen und grünen Höhenweg trifft, der sich als kleiner Pfad durch Wälder und über Wiesen schlängelt und nach einem weiteren Anstieg zum Val Forasco führt – einem Ort, der an Schönheit und Alpenidylle kaum zu überbieten ist: eine mit Blumen übersäte Hochebene, gleich mehrere, von steilen Felswänden stürzende Wasserfälle, ein kleiner See, in dem sich das Alpenpanorama spiegelt und dazu schneebedeckte, steile Bergflanken. Einfach nur traumhaft.Etwas darüber liegt das Rifugio Longini, die einzige Versorgungsmöglichkeit an diesem Tag. Und die ist auch dringend notwendig, denn ab hier wird der Weg deutlich unwegsamer. Immer wieder sind ausgedehnte Blockfelder zu queren. Ein fast senkrechtes Schneefeld und ein reißender Fluss machen den Abschnitt (jahreszeitenbedingt) ebenfalls nicht gerade einfacher und schmale, steinige und teils steile Pfade lassen die Kilometer nur langsam vorbeiziehen. Erst auf den letzten Kilometern vorm Campo Moro werden die Wege wieder einfacher. Die große Nudelportion im tollen Rifugio Zoia etwas oberhalb des Stausees war nach diesem Tag mehr als verdient.

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  • 03:52
    18,0 km
    4,6 km/h
    580 m
    1 580 m

    Nach dem anstrengenden Vortag haben wir die dritte Etappe spontan ein bisschen umgeplant – auch um die zu erwartenden Schneefelder bei der Umrundung des Sasso Moro zu vermeiden. Statt über den Passo Confinale überqueren wir die Berge etwas weiter südlich über den Passo di Campagneda – und damit kurz nach dem höchsten Punkt von 2.626 Metern auch wieder die Grenze von Italien in die Schweiz.Nach dem wunderbar ruhigen und von diversen kleinen Bergseen gesäumten Aufstieg geht es auf der anderen Seite durch wunderschöne Berglandschaften Richtung Tal. Der Abstieg ist lang, aber vor allem im späteren Verlauf ziemlich gut laufbar. Eine wahre Wohltat nach den Kraxeleien der vorherigen Etappe. Im Tal wartet, umgeben von hohen Bergen, das kleine, historische Örtchen Poschiavo – unser Etappenziel (in dem ich mich allerdings weniger für Geschichte und Kultur und mehr für Pizza und Bett interessiere).

    06:40
    34,7 km
    5,2 km/h
    1 640 m
    870 m

    So lang der Weg ins Tal am Vortag war, so lang ist auch der Aufstieg am nächsten Tag zurück in die Bergwelt Graubündens. Die Route folgt grob den Schienen der Rhätischen Bahn, die sich auf diesem Teil der Bahnstrecke besonders eindrucksvoll durch die Bergwelt windet. Highlight für alle Bahnfahrer ist wohl der Abschnitt entlang des Lago Bianco, dem großen Stausee am Berninapass. Noch schöner ist es allerdings, an diesem See entlangzulaufen – und das geht auf den ebenen Wegen ziemlich gut. Am anderen Ende des Sees geht es noch weiter bergauf, und zwar Richtung Diavolezza, einem spektakulär gelegenen Joch und gleichnamigem Berghaus auf 3.000 Meter Höhe. Direkt gegenüber, sozusagen im Vorgarten: der Morteratsch-Gletscher und die höchsten Gipfel der Berninagruppe. Auch hier waren aber Überbleibsel des Winters in höheren Lagen der Grund, dass wir bereits am Lej da Diavolezza, einem kleinen See unterhalb des letzten Anstiegs hinauf zum Joch, abgedreht haben. Zum Glück war ich immerhin vor einigen Jahren schon mal ganz oben. Etwas Gutes hatte diese Planänderung aber auch, denn so blieb noch genug Zeit, die rund zwölf Kilometer von der Diavolezza Talstation bis zurück nach Pontresina, zum Ausgangspunkt der Tour, zu laufen. Eine landschaftlich und läuferisch sehr tolle Strecke und ein entspannter Abschluss für eine richtig, richtig, richtig tolle Tour.

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Collection Statistik

  • Touren
    4
  • Distanz
    122 km
  • Zeit
    26:25 Std
  • Höhenmeter
    5 370 m

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