Route des Grandes Alpes - in 6 Tagen von Evian nach Nizza

Rennrad-Collection von Gehrig Twins

Ein Sturz im Bikepark und die Diagnose einer gebrochenen Hand hatte meine Pläne für den Sommer ganz schön über den Haufen geworfen. Ich wollte die rennfreie Zeit mit möglichst vielen Roadtrips in die Bikeparks von Europa überbrücken und eine gute Zeit auf dem Mountainbike haben. Nun kam es aber etwas anders und eine gute Alternative musste her – gut, dass mir meine Kollegin Nathalie Schneitter schon direkt bei Abholung aus dem Spital von ihrer Idee, die „Grand Route des Alpes“ mit dem Rennrad zu fahren, erzählt hatte. Ein sportliches Unterfangen, die Route in sechs Tagen zu machen, aber ich sagte ohne Zögern sofort zu.

Wenige Wochen später ging es also los: mit minimalstem Gepäck, guten Wetterprognosen und gespannt auf ein großartiges Abenteuer. Auf der Route liegen einige der ikonischsten Tour de France Pässe und zahlreiche landschaftliche Highlights – die Strecke ist eine wirkliche Perle und Genuss pur, obwohl es anstrengende Tage im Sattel waren.

Die Route eignet sich am besten für die Sommermonate, da es in den Bergen teilweise hoch hinaus geht und die Temperaturen ganz schön schwanken können. Viel Spaß beim Nachfahren.

cheers, Caro

Auf der Karte

Touren & Highlights

    05:54
    115 km
    19,6 km/h
    2 850 m
    2 330 m

    Der erste Tag im Sattel: Als Warmup-Tag kann man ihn aufgrund der Anzahl von Höhenmetern und Kilometern nicht ganz einstufen. Besser passt „Transfer-Tag“, weil er uns näher zu den großen Pässen bringt. Am Anfang ist noch relativ viel Verkehr, aber je weiter wir in die Berge kommen, desto schöner wird es.

    Der ‚Col de Romme‘ hat es mit einigen knackigen Steigungen in sich, aber ist landschaftlich sehr schön. Mit dem ‚Col de la Colombière‘ kann man ein erstes Highlight erleben, das Lust auf mehr macht und die Freude auf die kommenden Tage nochmals steigert. Gute Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Le Grand Bornand zum Beispiel im Hotel Edelweiss.

    05:40
    103 km
    18,1 km/h
    2 860 m
    2 920 m

    Mit dem Start des zweiten Tages befinden wir uns schon inmitten der schönen Berglandschaft der Haute Savoie. Der ‚Col des Aravis‘ ist mit seiner angenehmen Steigung ein perfekter Start in den Tag. Der ‚Cormet de Roselend‘ und der schöne Stausee sind eine pure Augenweide und die Strassenbemalungen der Tour de France lassen den Mythos der Tour aufleben. In Bourg St-Maurice gibt es viele Hotels, das hotel-basecamplodge.com/en kann ich sehr empfehlen. Bikefreundlich, schöne und preisgünstige Zimmer sowie ein Restaurant und eine coole Bar.

    Tipp: In der Haute Savoie kann man im Sommer fast davon ausgehen, dass um circa 17 Uhr am Abend ein starkes Gewitter aufkommt. Wenn du trockenbleiben willst, solltest du deine Etappenankunft dementsprechend planen. ;-)

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  • 05:32
    120 km
    21,7 km/h
    2 240 m
    2 350 m

    Nach einer guten Stärkung in der Base Camp Lodge geht es los Richtung Val d'Isère. Den Streckenabschnitt bis dorthin kann man leider nicht gerade als Highlight betiteln, da es doch relativ Verkehr hat und nicht gerade Fahrspass pur ist. In Val d'Isère wartet aber bereits eine schöne Bäckerei, die uns mit leckerem Pain au Chocolat und diversen Köstlichkeiten eine sehr willkommene Stärkung vor dem ‚Col d'Isèran‘ bietet.

    Die Auffahrt zum Col ist wunderschön und es gibt kaum Verkehr. Eine lange Fahrt mit vielen Höhenmetern auf den Col, aber sehr lohnenswert.

    04:00
    72,2 km
    18,1 km/h
    2 130 m
    1 530 m

    Direkt vom Frühstückstisch geht es in die Steigung des ‚Col de Télégraphe‘. Das ist quasi die Verdauungsfahrt, bevor es zum ‚Galibier‘ geht. Die angenehme Steigung ist ein gutes Warmup für die lange Fahrt zum eigentlichen Ziel. In Valloire gönnen wir uns noch einen Kaffee und eine Stärkung, bevor wir den ‚Galibier‘ unter die Räder nehmen.

    Der ‚Col de Galibier‘ bietet eine unglaublich schöne Landschaft und Aussichten, die kaum zu toppen sind. Einer der schönsten Rennradtage, den ich je erleben konnte, einfach Wahnsinn! Viele andere Rennradfahrer sind unterwegs und auch Motorradfahrer, aber das ist kein Problem.

    In Briançon solltest du unbedingt die kleine Altstadt am Hang auschecken, dort gibt es schöne Gässchen mit gemütlichen Restaurants. Hotel Edelweiss in Briançon ist top für Radfahrer.

    04:56
    99,8 km
    20,3 km/h
    2 270 m
    2 340 m

    Der vorletzte Tag auf unserer Reise ans Meer steht an! Am Vortag lassen wir den Tag in der schönen kleinen Altstadt von Briançon ausklingen uns stärken uns für die anstehende Etappe. Es stehen mit dem ‚Col d'Izoard‘ und dem ‚Col de Vars‘ nochmals zwei richtige Klassiker an. Vor allem der ‚Izoard‘ besticht durch super schöne Landschaften inmitten der schönen, unberührten Berge.

    Der Anstieg zum ‚Col de Vars‘ führt durch die Dörfer des Skigebiet Vars, nicht gerade ein optisches Mega-Highlight, aber dafür gibt es am Weg diverse Einkehrmöglichkeiten. Meine Beine fühlen sich heute nicht mehr so frisch an und langsam verspüre ich ziemliche Knie Schmerzen – auf den letzten Kilometern im Aufstieg zum ‚Col de Vars‘ kriege ich etwas den Koller. Aber nichts, was ein Gelato in Barcelonette nicht hätte wieder gut machen können... ;-)

    06:08
    148 km
    24,1 km/h
    1 700 m
    2 750 m

    Der letzte Tag auf unserer Reise ans Meer. Wären da nicht meine Knieschmerzen, wäre ich schon fast etwas wehmütig, weil wir nun schon am Ende unserer Fahrt sind. Die Schmerzen in meinem Knie nehmen langsam ein Ausmaß an, welches sich anfühlt, als würde jemand bei jeder einzelnen Pedal-Umdrehung mit einem Dolch in mein Knie stechen.

    Mental habe ich eigentlich schon damit abgeschlossen, dass ich es aus eigener Muskelkraft über den ‚Col de Bonnet‘ schaffe – es wird mich dann wohl irgendwie ein Auto mitnehmen müssen. Mein Stolz ist aber zu groß, denn ich will unbedingt in Nizza per Bike einfahren und unsere Reise feierlich abschließen können.

    Zum Glück können meine Freunde mir etwas Gepäck abnehmen. Auf der Weiterfahrt merke ich bald, wie sich mein Knie etwas zu beruhigen scheint und ich relativ befreit pedalieren kann – meine aufmunternden Selbstgespräche und die Motivation meiner Freunde haben wohl auch Gutes getan.

    Das Erreichen des ‚Col de Bonnet‘ ist nun nicht mehr aussichtslos und die Vorfreude auf ein baldiges Bad im Meer gibt uns allen nochmals ein paar Superpowers! Vom höchsten Punkt auf fast 2.800 Meter Höhe geht es nun mit der wohl längsten Pass-Abfahrt Europas auf 0 Meter Höhe nach Nizza.

    Die eigentlich Flache Passage Richtung Nizza im Vars-Tal erweist sich allerdings nicht als gemütliches Ausrollen, sondern eher auf einen 90 Kilometer andauernden Kampf mit dem Wind. Bei Carros finden wir den Weg auf den Veloweg, der gemütlich entlang des Flusses fast durchgehend bis zum Flughafen Nizza führt. Von da aus können wir das Wasser endlich sehen und stürzen uns sofort in die Fluten des Mittelmeeres – was für eine schöne Erfrischung und Erleichterung!

    Nach sechs Tagen pedalieren haben wir es also geschafft – eine wunderschöne Rennradreise ans Mittelmeer, die ich so schnell nicht vergessen werde!

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Collection Statistik

  • Touren
    6
  • Distanz
    658 km
  • Zeit
    32:09 Std
  • Höhenmeter
    14 040 m

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