Alpen-Check: Österreich – von Ost nach West durch die Alpenrepublik

Wander-Collection von Romy von Etappen-Wandern

Meine große Österreich-Durchquerung von Ost nach West: 25 Tage lang war ich auf großer Erkundungstour in den österreichischen Alpen unterwegs. Gestartet bin ich an der tschechischen Grenze und habe am Ende die westliche Schweizer Grenze erreicht. Dabei habe ich insgesamt zwölf Alpenregionen in 22 Wanderungen zu Fuß erkundet und 14 Gipfel bestiegen – davon fünf über 3.000 Meter. Dazwischen diente uns unser selbst ausgebauter Van als trautes Heim.

Überall war es auf seine Art schön. Ganz besonders gut gefallen haben mir die Schobergruppe und das Rätikon. Herausgekommen sind einige traumhafte Tagestouren und vier Hüttentouren. Lass dich inspirieren!

Auf der Karte

Touren & Highlights

    01:53
    7,02 km
    3,7 km/h
    320 m
    320 m

    Nun ist es gestartet, unser kleines Projekt für diesen Sommer. Wir haben heute Morgen die tschechische Grenze passiert und starten nun zu unserer großen Österreich-Durchquerung. Was ist der Plan? In 25 Tagen geht’s einmal mit dem Van quer durch das Alpenland, von der tschechischen Grenze bis nach Liechtenstein (oder Bodensee, weiß ich noch nicht genau). Station wird in mindestens zehn verschiedenen Alpenregionen gemacht, es soll ja eine echte Erkundungstour werden. Diese erwandern wir uns durch einige Tagestouren und sechs Mini-Hüttentouren von zwei bis fünf Tagen. Dabei wollen wir so viele Gipfel wie möglich besteigen, darunter auch einige 3.000er. Also ich bin schon mega gespannt! Auf Vieles: Ob der Camper diese Hardcore-Bewährungsprobe besteht? Auf die Vielseitigkeit der verschiedenen Regionen und vor allem auf die 3.000er 🤗.Unser Warmup haben wir heute mit zwei Mini-Gipfeln bei Wien gemacht. Die kleinen Voralpen-Gipfel Leopoldsberg (425 Meter) und Kahlenberg (484 Meter) waren eher ein Spaziergang, aber bei dem schwülen Wetter heut sind wir trotzdem ins Schwitzen gekommen, erst recht nach der Weinschorle inmitten der Weinberge. Aber eine tolle Sicht auf Wien gab’s schon mal, bei besserem Wetter hätten wir auch unser morgiges Ziel schon sehen können. Um das zu erreichen, braucht’s aber definitiv ein paar Höhenmeter mehr 🤗.

    07:11
    17,3 km
    2,4 km/h
    1 370 m
    1 050 m

    Rax-Schneeberg heißt die heutige Alpenregion, wo wir Station machten. Also ehrlicherweise muss ich ja zugeben, vorher gehört habe ich davon noch nichts. Mit dem Schneeberg-Massiv haben wir uns daher den prominentesten Berg herausgesucht. Mit über 17 Kilometern und 1.400 Höhenmeter war die Tour auf den höchsten Punkt Niederösterreichs nicht unbedingt einfach. Vor allem, nachdem wir die Baumgrenze passiert haben. Meine Wanderbegleitung meinte, meine Augen würden leuchten wie bei der Bescherung 😆. Was für ein toller, schroffer Fels durch den wir da kraxeln mussten. Eine Hand am Fels, eine an Lottes Geschirr, so muss das sein. Was ich so noch nie hatte: Mit dem ersten Schritt auf dem Weg war ich voll im Rhythmus, die ersten 1.200 Höhenmeter ein Spaziergang, fühlte sich richtig super an. Nachdem wir das Gipfelkreuz am Klosterwappen passiert und den Tourimassen entkommen sind, gab’s jedoch noch einige schwierige Kilometer auf engen, teilweise glitschigen Waldpfaden und ein paar Kletterstellen. Der Weg mochte einfach nicht aufhören, sag ich euch. Musste er aber, denn die letzte Fahrt des Sesselliftes, mit der wir uns die letzten 400 Höhenmeter hinab ersparten, wollten wir unbedingt bekommen. Dank einer halben Sprinteinlage haben wir’s aber geschafft 😅. Der Schneeberg ist definitiv eine Wanderung wert 👍.

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  • © OSM

    Klosterwappen

    Bergtour-Highlight

    Eine Wanderung auf den Gipfel zählt zu den klassischen und beliebtesten Routen im südlichen Niederösterreich. Der „sanfte Riese“ ist sowohl im Sommer als auch im Winter gleichermaßen beliebt. Das Panorama ist atemberaubend. Die nächste Einkehrmöglichkeit ist die Fischerhütte (rund 20 bis 30 Gehminuten)

    05:10
    11,4 km
    2,2 km/h
    1 180 m
    1 150 m

    Heute haben wir Station in den Seckauer Tauern in der Steiermark gemacht und waren doch ziemlich beeindruckt. Na klar, wenn’s bei bestem Wanderwetter auf den höchsten Berg (Geierhaupt) geht, kann’s eigentlich nur genial werden. Obwohl der Aufstieg von knapp 1.200 Höhenmetern unter dem lag, was wir gestern geleistet haben, hat er jede Menge Körner gekostet. Was so ein paar Prozent mehr Steigung doch ausmachen. OK, womöglich waren die Beine von gestern auch ein bisschen schwer 😇.2.417 Meter misst das Geierhaupt mit absolut genialer Rundumsicht. Aufgestiegen wird vom Ingeringsee erst durch den Wald, dann über steile Grashänge und Blockwerk-Kletterei. Unglaublich, wie sich knapp sechs Kilometer ziehen können, wenn man drei Stunden dafür braucht. Vor allem Lotte verdient dafür Respekt! Denn der Weg war zwischendrin ziemlich heiß, dann grummelte von weitem auch noch ein Gewitter und das alles inmitten der Blockwerk-Kletterei. Wir haben dann eine lange Lotte-Pause beim erstbesten Schattenplatz gemacht. Unglaublich was das bringt, danach ging’s weiter schwanzwedelnd bergab. Der erste dreckige Tümpel war auch ihrer. Egal, nur dreckige Hunde sind glückliche Hunde. Wir haben übrigens gestern lang überlegt, ob wir aufs Geierhaupt oder den nur mit einem Meter weniger großen Hochreichhart gehen. Kennt den vielleicht jemand und kann mal berichten, ob wir die richtige Wahl getroffen haben? Bei den Bildern kann ich mich echt kaum entscheiden, sooo viele tolle Motive 😍.

    © OSM

    Geierhaupt (2.418 Meter)

    Bergtour-Highlight

    Der Aufstieg zum höchsten Gipfel der Seckauer Tauern vom Ingeringsee ist anspruchsvoll, lohnt aber alle Mühen! Ein beeindruckender Gipfel, der eine fantatstische Sicht garantiert. Die Wanderung erfordert eine gute Portion Kondition und Trittsicherheit. Nur bei gutem Wettem zur empfehlen, dann aber sehr warm.

    07:02
    17,2 km
    2,4 km/h
    570 m
    1 870 m

    Vom Hannoverhaus über den Ankogel zur Celler Hütte und am nächsten Tag Abstieg ins Bergsteigerdorf Mallnitz, das war der Plan für die letzten beiden Tage. Doch manchmal muss man einfach umplanen. Wir starteten früh am Hannoverhaus und wagten uns an den Anstieg zum 3.252 Meter hohen Ankogel. Doch schon recht bald wehte uns nicht nur ein frischer Wind um die Nase, sondern dicke Wolken vernebelten uns die Sicht. Nicht leicht, im Schnee dann noch den Weg zu finden. Meine Wanderbegleitung stieg mit Lotte am Fuß des Kleinen Ankogels an ausgesetzten Stellen aus, ich wagte noch ein bisschen mehr. Immerhin erreichte ich noch den Gipfel des Kleinen Ankogels (3.090 Meter). Doch mehr war an dem Tag nicht drin. Zu sehr nebelte der ausgesetzte, luftige Grat von allen Seiten zu und ordentlich Schnee lag auch. Schade, aber es sollte an dem Tag nicht sein. Also ging’s geschwind (also rennend und rutschend) die Schneefelder wieder hinab. Der anschließende Weg zur Celler Hütte (eine Selbstversorgerhütte) war ein wahrer Traum! Anspruchsvoll, aussichtsreich und nicht sonderlich voll. Doch etwa eine Stunde vor unserem Ziel überholte uns eine große, unfreundliche und laute Gruppe dieser Survival-Wanderer. Ihr wisst schon: die, die mit einem Messer am Gürtel wandern gehen und den Rucksack voll Bier haben. Uns verging schlagartig die Lust auf enges Matratzenlager in der Celler Hütte. Da das Wetter noch hielt, haben wir kurzerhand die zweite Etappe gleich noch dran gehängt und sind direkt abgestiegen. Puh, was ein Marsch mit mehr als 17 Kilometern und knapp 1.800 Höhenmetern im Abstieg!So kommen wir nun ungeplant zu unserem ersten Pausentag, den ich gleich ausgiebig zur Umplanung unserer nächsten Tour genutzt habe. Es ist so cool, im eigenen Van im Bett zu lümmeln und Touren zu planen! Dazu habe ich die gute alte Karte und ein paar Wanderführer genutzt und das Trekking mit komoot direkt am Handy angepasst und geplant. Mit ein bisschen Übung ist das wirklich perfekt für unterwegs. Ab morgen geht’s dann auf Sechs-Tages-Trekking! Die Füße zappeln schon.

    © OSM

    Der Kleine Ankogel liegt auf 3.096 Meter Höhe. Stellenweise muss man auch die Hände zu Hilfe nehmen.

    Tipp von
    Loothy
    04:13
    10,9 km
    2,6 km/h
    1 030 m
    180 m

    Endlich geht’s mal mehrere Tage am Stück zu Fuß durch die Berge. Heute ist unser längstes Trekking dieser Österreich-Durchquerung gestartet. In sechs Tagen geht es durch die Glockner- und die Schobergruppe. Von Heiligenblut sind wir heute zum Fuß des Großglockners aufgestiegen, aber nicht ohne noch einen Abstecher zum Gössnitzwasserfall zu machen, aus dem gewaltige Wassermassen 70 Meter in die Tiefe stürzen. Der anschließende Zuweg zum Aufstieg kostete uns jede Menge Zeit, unzählige Bäume lagen kreuz und quer, wollten überklettert werden (Merke: Wegsperrungen haben meist einen guten Grund). Hinauf zum Glocknerhaus wählten wir einen Teilabschnitt der 1. Etappe des Alpe-Adria-Trails, von dem ich einen Teilabschnitt letztes Jahr gelaufen bin. Und ehrlich jetzt, ich werde mit dem Weg einfach nicht warm. Die Wegführung war auch heute mäßig, die Aussichten auch. Gepaart mit meiner verbesserungswürdigen Motivation heute war das eine zähe Angelegenheit. Aber hintenraus wurde es besser. Definitiv beeindruckend ist, wenn das erste Mal der Großglockner mit 3.789 Meter Höhe ins Sichtfeld kommt. Ob ich da oben irgendwann mal stehe? Wiederum erschreckend ist, was aus dem einst gewaltigen Gletscher geworden ist. Ich hab ein Bild in der Hütte gesehen und für euch ein Vergleichsbild geschossen...

    02:34
    7,07 km
    2,7 km/h
    690 m
    180 m

    Kurz und schmerzlos ging’s heut bis zur Salmhütte. Auf den Gletscherweg verzichteten wir besser nach einem Blick auf die Wetterprognose. Irgendwie hab ich dieses Jahr nicht so viel Glück mit dem Wetter. Trotzdem war’s eine tolle Tour. Zuerst stiegen wir hinauf zur Stockerscharte, von wo aus wir noch einen letzten Blick auf den Pasterze-Gletscher werfen konnten. Auf einem feinen Panoramaweg legten wir dann die letzten Kilometer zur Hütte zurück. Wir störten uns zwar kaum an dem Nieselregen, aber bei Sonnenschein ist es sicher ein echter Genuss hier zu wandern. Und dann habe ich auch noch das erste Mal in meinem Leben ein Edelweiß gesehen, dann kann ich das Wandern ja jetzt einstellen 😂. Nun hoffe ich auf ein bisschen stabileres Wetter, damit es morgen über die 3.000er-Grenze gehen kann. Gedrückte Daumen sind herzlich willkommen. 😊

    05:21
    10,6 km
    2,0 km/h
    840 m
    510 m

    Vom Fuße des Großglockners über einen 3.000er wandern und dann eine Nacht im Biwak auf über 2.900 Metern verbringen, um dort den fast perfekten Sonnenuntergang sehen. Klingt das nicht zu schön, um wahr zu sein? Genauso war meine Wanderung heute. Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir gemächlich über satte Almwiesen, Brücken und feine Hangwege. Überall um uns herum Murmeltierfamilien mit niedlichstem Nachwuchs. Hach! Doch so lieblich sollte es nicht bleiben, denn nachdem ich dieses Jahr schon zwei 3.000er-Gipfel aufgrund des Wetters nicht machen konnte, klappte es heute! Hinauf zum Bösen Weibl auf 3.119 Meter Höhe ging’s steil, über Felsen und Schneefelder und am Ende auch noch für ein paar Meter ausgesetzt. Aber es ist so toll dort oben zu stehen! Vor allem, wenn man dann auch noch den Schlafplatz im schroffen Fels hängen sieht. Ein Biwak auf über 2.900 Metern mitten auf einer Scharte dient uns heute als Schlafplatz. Wie schön es hier ist? Kann ich nicht in Worte fassen...

    © OSM

    Böses Weibl

    Bergtour-Highlight

    Auch, wenn der Name vielleicht einen adrenalinsteigernden Anstieg vermuten lässt, gehört das Böse Weibl zu den eher leichten 3.000ern – was auch seine große Beliebtheit erklärt.

    Vom kegelförmigen Gipfel hat man einen traumhaften Ausblick auf den Großglockner und die Schobergruppe. Der Anstieg führt auf schönen Bergwegen über schöne Almwiesen, kurz vor dem Gipfel geht es über Geröll und Blockwerk.

    Tipp von
    Stephanie
    © OSM

    Auf dem Kesselkees-Sattel steht einsam das Gernot-Röhr-Biwak mit Platz für sechs bis acht Personen. Es gehört der ÖAV-Sektion Lienz und liegt auf dem Wiener Höhenweg zwischen Glorerhütte und Elberfelder Hütte. Keine Kochstelle, kein Wasser und keine Möglichkeit zum Heizen.

    07:07
    14,7 km
    2,1 km/h
    1 030 m
    1 420 m

    Die Nacht im Biwak war erstaunlich erholsam, obwohl ich aufgrund der Höhe über Nacht einen Brummschädel bekam. Wir legten den eineinhalbstündigen Abstieg zur Elberfelder Hütte getrieben von Kaffeedurst recht flott zurück. So gern wären wir etwas länger geblieben, allerdings hatten wir noch je zwei anstrengende Auf- und Abstiege vor uns. Auf durchweg anspruchsvollen, alpinen Wegen sind 1.000 Höhenmeter durchaus anstrengend, zumal die kleine Lotte hier und da ja auch Unterstützung braucht. Die letzte Scharte mit Seilversicherung hatte es am Ende noch mal in sich. Denn wir glaubten nun alles geschafft zu haben, aber der Abstieg über Gletscherschliffplatten zog sich unendlich. Aber hier an der Noßberger Hütte ist’s ja mal fantastisch. Dieser See türkis wie in der Karibik, herrlich!

    03:35
    11,8 km
    3,3 km/h
    1 400 m

    Für uns ist die Zeit in der Schobergruppe leider schon wieder vorbei, aber was für ein geniales Ende! Wir folgten heute dem Weg des Wassers und stiegen von der Noßberger Hütte durchs zauberhafte Gradental wieder zurück ins Tal. Wir wanderten an Bergseen, wilden Strömen, seichten Bächlein und steil hinabfallenden Wasserfällen vorbei, wobei das Wasser in der Sonne glitzerte. Durch einen Lärchenwald, der im Herbst sicher außergewöhnlich sein muss, stiegen wir später hinab. Als uns ein Bauer beim Hochtreiben der Kühe entgegenkam, versteckten wir kurzerhand Lotte hinter meinem großen Rucksack. Was für riesen Kühe! Sie schnupperten zwar neugierig, aber Lotte blieb unentdeckt. Eine wirklich schöne Schlussetappe einer ohnehin ganz außerordentlich schönen Hüttentour. Ich bin mir sicher, in die Schobergruppe kehre ich noch einmal zurück, allein schon, um den Hochschober zu besteigen. Die Wege sind hier jedoch sehr anspruchsvoll, die Scharten steil, oft versichert und so hoch oben liegt meist noch ordentlich Schnee – macht einen fertig, aber ich liebe es!

    00:57
    3,08 km
    3,2 km/h
    230 m
    230 m

    Nun ja, wirklich empfehlen kann ich diese Runde nicht. Eigentlich wollten wir an unserem Pausentag nur ne Runde mit Lotte drehen. Aber im Tal war’s so heiß, dass wir kurzerhand mit der Gondel hinauf auf den Berg gefahren sind. Aber echt, es war so zugebaut und überlaufen hier oben, furchtbar. Hab ich bei meinen anspruchsvollen Touren, die ich sonst so mache, fast vergessen, dass es sowas gibt. Das einzig Schöne war, dass ich vom kleinen Aussichtsgipfel Filzenkogel (2.227 Meter) schon den Lizumer Reckner und den Geier sehen konnte, die Berge, die ich übermorgen besteigen will. Na, jemand ne Idee, wo es morgen hingeht? Tipp: über 3.000 hat’s.

    02:13
    7,19 km
    3,2 km/h
    310 m
    850 m

    Ihr glaubt gar nicht wie gefrustet ich bin! Es hätte so perfekt werden können. Wir fanden einen super Stellplatz für unseren Van, nur 15 Minuten vom Schlegeisspeicher entfernt, wo heute unser Aufstieg zum Hohen Riffler starten sollte. Die Nacht war super, um sechs schälten wir uns voller Vorfreude aus dem Bett, strahlender Sonnenschein schürte die Vorfreude weiter.Doch an der Mautstelle kam das jähe Erwachen. Die nette Dame ließ uns mit dem Camper nicht auffahren, wir würden zu viel Parkfläche besetzen. Keine Chance zum Ausgangspunkt zu kommen. Ich hätte heulen können. Wieder ein 3.000er, der nicht klappt. Mit der kurzerhand geplanten neuen Tour griff ich auch noch total ins Klo. Auch professionelle Wanderblogger dürfen sich mal verhauen, oder? Der Hintertuxer Gletscher ist total zugebaut und traurig anzusehen ist der spärliche Überrest obendrein. Und dann rauschten auch noch LKWs mit Baumaterial an uns vorbei. Hier kann einem die Lust am Bergwandern vergehen, sag ich euch. Wir kürzten schließlich völlig gefrustet die Tour ab. Das mit den Tageswanderungen muss ich wohl noch mal üben. Ehrlicherweise war der Abstiegsweg „Wasserfallweg“ dann aber doch sehr schön. Ich mochte mich daran aber nicht so recht erfreuen. Nur ein kleines Murmeltier, das so niedlich aus seinem Bau schaute, munterte mich heute auf.

    05:49
    15,5 km
    2,7 km/h
    1 510 m
    870 m

    Schön, wieder den Trekkingrucksack zu schultern und auf Hüttentour zu gehen, vor allem, da die letzten beiden Tagestouren im Zillertal nicht unbedingt befriedigend waren. In zwei Tagen erkunden wir nun die Tuxer Alpen. Auf dem Plan standen heute die beiden höchsten Gipfel der Alpenregion, der Geier (2.857 Meter) und der Lizumer Reckner (2.886 Meter). Dazu stiegen wir 1.500 Höhenmeter auf, im Gegensatz zum schroffen Gelände der Schobergruppe ein Genuss. Auf den doch recht einfachen Wegen stiegen wir durch sanfte Hügel rasch bis zum Geier. Belohnung: Rundumsicht bis in die Dolomiten, zum Großglockner, in die Schobergruppe und zu den Stubaier Alpen, die als Nächstes auf dem Zettel stehen. Einfach grandios bei diesem Traumwetter! Den nur wenige Meter entfernten Reckner nahm ich mir allein vor. Zu ausgesetzt war er für Lotte und meine Begleitung. Das war auch gut so, denn die Kletterei war auch für mich allein anspruchsvoll genug. Mehr würde ich ohne Sicherung definitiv nicht klettern wollen. Aber das Gefühl oben und vor allem heile wieder unten angekommen zu sein – unbezahlbar! Der Abstieg zur gut geführten Lizumer Hütte ging flott, wenn auch durch steiniges Gelände. Wie das Radler schmeckt? So wie es schmeckt, wenn man es sich verdient hat 😋.

    © OSM

    Kletterei im 2. Grad ist erforderlich, um den Gipfel zu erreichen. Bei Nässe sehr gefährlich und auch sonst eher für Geübte mit Schwindelfreiheit geeignet. Aber ein herrlicher Aussichtsberg und zudem noch der höchste der Tuxer Alpen.

    03:19
    9,34 km
    2,8 km/h
    640 m
    690 m

    Nach dem traumhaften Wetter gestern, wanderten wir heute in den Wolken wieder hinab ins Tuxer Tal. Eine Scharte und ein kleiner Gipfel mussten aber noch bezwungen werden. Die definitiv größte Herausforderung lag aber in einer Querung einer riesigen Kuhweide mit jeder Menge halbstarken Jungviechern. Die standen nicht nur direkt auf dem Weg, sondern waren auch noch überaus neugierig. Fast eine ganze Stunde lungerten wir vor der Weide rum, überlegten hin und her, aber einen Ausweichweg gab’s einfach nicht. Und die aufdringlichen Jungtiere wichen nicht von unserer Seite. Unser Glück war eine große Wandergruppe, die uns und Lotte in ihre Mitte nahmen und so sicher durch die Weide brachten. Puhhh, das war definitiv die anstrengendste Kuhweidenquerung, die ich je hatte. Aber sonst war die Tour trotz Wolkenmeer sehr schön. Bergseen, feine Pfade und beim Auf- und Abstieg zur Grübelspitze (2.395 Meter) gab’s einen einfachen Gratweg noch obendrauf. Die Tuxer Alpen haben mir vor allem im Kontrast zu den anderen Touren sehr gut gefallen. Hier ist es überwiegend sanfter, die Wege einfacher und dennoch gab’s mit dem Lizumer Reckner gestern eine echte Herausforderung für mich.

    02:12
    4,65 km
    2,1 km/h
    650 m
    10 m

    Gut, wenn es zwei Wege zur Hütte gibt! Die Stubaier Alpen begrüßen uns mit miesem Wetter: grau, nass und kalt. Die geplante Tour hinauf zur Sulzenauhütte mit 1.500 Höhenmetern im Anstieg wirkte daher nicht sonderlich verlockend. Wir entschieden uns heute für eine kurze Variante über den „Wilden Wasserweg“. Das war definitiv keine schlechte Wahl. Der aufwändig mit Holzbohlen angelegte Weg war schon ein Genuss. Er führte uns am 85 Meter breiten und oft gut besuchten Grawawasserfall vorbei. Aber die Besuchermassen ließen wir bald hinter uns und stiegen stufig hinauf zum nächsten Fall und weiter zur Sulzenauhütte. Wie es hier aussieht? Keine Ahnung 😂. Die Sicht reichte keine 20 Meter weit. Leider sieht’s für morgen nicht besser aus und da die Schneefallgrenze auch noch auf 2.500 Meter gesunken ist, fällt wohl der für morgen geplante nächste 3.000er ins Wasser. Irgendwie hab ich mich ja schon dran gewöhnt...

    © OSM

    Grawa Wasserfall

    Bergtour-Highlight

    Trittsicherheit ist nötig und man sollte gutes Schuhwerk verwenden. Der Weg führt großteils über höhere Steine. Das Essen auf der Sulzenauerhütte ist sehr gut. Dort gibt es auch die Möglichkeit zu übernachten. Landschaftlich ist es eine sehr schöne Tour.

    Tipp von
    Marlene
    03:19
    5,22 km
    1,6 km/h
    500 m
    410 m

    Nein! Ich habe mich nicht ganz spontan auf Alaska-Expedition begeben, ich bin immer noch in den Stubaier Alpen unterwegs. Aber wie ihr seht, auch Schnee im August nehme ich lächelnd hin, wenn ich in den Bergen sein darf. Ok, ich habe schon genussvollere Touren gehabt, das geb ich zu. Im strömenden Regen ging’s heut morgen von der Sulzenauhütte los, die Sicht war mäßig und der Weg glich einem Bach. Je höher wir stiegen, desto weißer wurde es und schließlich fing es auch an zu schneien. Aber alles einfacher als gedacht. Trotz 20 Zentimeter Neuschnee und überschneiten Markierungen fanden wir den Weg gut. Klar, vorsichtig Schritt für Schritt, aber dank Grödel recht rutschfrei. Dabei haben wir wohl den Rekord in Sachen Slow-Hiking für diese Österreich-Tour aufgestellt 🐌. Der Hintere Daunkopf, den ich eigentlich heute noch besteigen wollte, muss nun wohl noch warten. Nun hoffe ich, morgen auch endlich mal die Stubaier Gletscher sehen zu können und nicht nur weiß...

    06:03
    12,6 km
    2,1 km/h
    810 m
    850 m

    Wie schön, wenn gruselige Regentage von Sonnenschein abgelöst werden! Ein strammer Marsch von der Dresdener zur Neuen Regensburger Hütte auf bis zu 2.900 Meter Höhe mit unklaren Schneebedingungen lag heute Morgen vor uns. Wie schön, dass pünktlich zum Tourstart die Sonne rauskam. Sie begleitete uns auch noch, als im Tal dicke Wolken hingen. Am Horizont ragten frisch gezuckerte Berge empor, mal mehr mal weniger dicht in Wolken gehüllt. Vor dem frischen Weiß auf unseren Wegen wirkte das einfach phänomenal. Ich bin immer noch ganz begeistert! Die Wege waren heute besonders anspruchsvoll. Seilversicherte Passagen mit Neuschnee erforderten alle Konzentration. Ein steiles Schneefeld nahm ich unfreiwillig halb rutschend hinab, endlich mal schneller als Lotte! Aber wir sind heile und sehr gut gelaunt an der toll gelegenen Neuen Regensburger Hütte angekommen. Die Stubaier Alpen erobern so langsam mein Herz – so tolle Berge und Landschaften!

    05:32
    9,74 km
    1,8 km/h
    740 m
    1 720 m

    An unserem letzten Tag in den Stubaier Alpen meinte es der Wettergott noch mal so richtig gut mit uns. Sommer und Winter innerhalb von 48 Stunden, sozusagen. Statt direkt von der Neuen Regensburger Hütte abzusteigen, hängten wir kurzerhand noch ein paar Höhenmeter dran. Es ging auf die Kreuzspitze (3.084 Meter) noch einmal 750 Höhenmeter hinauf. Der Schnee ließ sich gut bewältigen, ebenso wie die leichte Blockkletterei am Ende. Den Gipfel ganz für mich allein genoss ich diese Bergpracht. Bis zur Zugspitze konnte ich blicken, wild stiegen Wolken aus dem Tal auf und schroff fiel der Gipfel zu allen Seiten ab. Das hab ich mir verdient! So schön. Der über 1.700 Höhenmeter lange Abstieg bis ins Tal strapazierte hingegen Knie und Füße mächtig. Da war ich ganz schön maulig zwischendurch, während Lotte beschwingt über die Baumwurzel hopste. Danke Stubaier Alpen für dieses äußerst abwechslungsreiches Trekking.

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Collection Statistik

  • Touren
    22
  • Highlights
    13
  • Distanz
    225 km
  • Zeit
    92:30 Std
  • Höhenmeter
    16 740 m

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