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WaiWi – 3 Tage wandern in den Kitzbüheler Alpen

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WaiWi – 3 Tage wandern in den Kitzbüheler Alpen

Wander-Collection von COUCHFLUCHT

Der „WaiWi“ ist eine Mehrtagestour, die durch die Kitzbüheler Alpen im Pillerseetal führt. Auf drei Tagesetappen bin ich im Juli 2020 von Waidring bis zum Wildseeloder gewandert, so ist der Weg übrigens auch zu seinem Namen gekommen. 🤗

Und obwohl er so niedlich klingt und sich im ersten Moment eher nach einem lustigen Abenteuerland für Kleinkinder anhört, ist der Weg definitiv nicht zu unterschätzen. Statt Zwergen und freundlichen rosa Drachen, erwarten einen knackige Anstiege und traumhafte Bergpanoramen, die für mehr als einen Gänsehautmoment sorgen.

Der WaiWi hat’s in sich und ist eine super Mehrtagestour für Genusswanderer, denen es nicht an sportlicher Ambition mangelt. Auf den drei abwechslungsreichen Tagesetappen sind insgesamt eine Entfernung von 50 Kilometern und 3.200 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Wobei es am ersten Tag zum Einstieg auch eine entspanntere Genussvariante gibt.

Highlights sind unter anderem:
⛰ Das begehbare Jakobskreuz auf der Buchensteinwand
⛰ Gämsen und Latschenfelder am Schafel- und Kirchberg
⛰ Der atemberaubende Wildseelodersee mit der Wildseeloderhütte
⛰ Sonnenaufgang auf dem Berggipfel der Henne oder des Wildseeloders
⛰ Leckerer Tiroler Hüttenschmaus auf der Winterstelleralm, Wildalm und dem
Wildalpgatterl

Ganz viele Fotos und ausführliche Eindrücke und Tipps zu der Tour gibt’s auch auf meinem Outdoor-Reiseblog „COUCHFLUCHT“. Schaut gerne mal vorbei: couchflucht.de/waiwi-kitzbueheler-alpen.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    07:46
    22,2 km
    2,9 km/h
    1 060 m
    1 010 m

    Höchste Zeit, das Pillerseetal auch mal im Sommer zu erleben! 🤗 Nachdem ich im Januar dort zum Schneeschuhwandern im märchenhaften Winterwonderland unterwegs war, ist nun Bergsommer vom Feinsten angesagt. Was bietet sich da besser an als der WaiWi, eine Mehrtagestour in den Kitzbüheler Alpen, die von Waidring bis zum Wildseeloder führt...🤗 ?!

    So niedlich der Name des Weges auch klingt, es geht direkt richtig sportlich los – durch einen urigen Mischwald hinauf auf den Hausberg (1.120 Meter). Von hier aus können wir hinüber zur Steinplatte und zurück ins Tal nach Waidring schauen. Und kaum haben wir die erste kleine Gipfelrast hinter uns, spüren wir auch schon die ersten Regentropfen auf der Haut. Ist nur ein Schauer, denken wir uns, und marschieren fröhlich weiter. Aber nix da, schon bevor wir die wildromantische Weissbachschlucht erreichen, müssen wir die Regenhüllen unserer Rucksäcke auspacken und die Kapuzen überziehen.

    Es regnet sich so richtig ein, und unsere tierische Begleitung 🦮 schaut uns schon ganz bedröppelt und fragend an, was um Himmels willen wir denn da vorhaben. Aber der Weg wird immer schöner, die Aussichten auf die Loferer und Leoganger Steinberge immer eindrucksvoller. Was für eine Bergidylle, die wir uns vom Regen nicht vermiesen lassen!

    Am Alpengasthof Oberweissach hätten wir die erste Chance auf eine Einkehr, was uns aber noch ein wenig zu früh ist. Kurz danach dann die entscheidende Kreuzung: Wandern wir angesichts des Wetters die kürzere Genießervariante, die im Tal am Pillersee entlang führt, oder wagen wir die längere und anspruchsvolle Etappe, bei der wir noch ein paar Gipfel erklimmen? Wir überlegen hin und her und entscheiden uns schließlich gnadenlos für die härtere Tour, verspricht diese doch mit der urigen Winterstelleralm die reizvollere Einkehrmöglichkeit.

    Also auffi geht’s! Und jetzt wird’s mal so richtig, richtig schön! Wir wandern über weites Almgebiet und durch ausgedehnte Latschenfelder, die kein Ende nehmen wollen. Es duftet herrlich, und der schmale Trail ist einfach eine Augenweide! Und immer, wenn es in den Latschen raschelt, erblicken wir ein paar Augenblicke später eine oder sogar eine ganze Gruppe von Gämsen – ein wahnsinnig schönes Erlebnis! Da bei dem Wetter kaum ein anderer Wanderer unterwegs ist, teilen wir die Pfade mit den herrlichen Panoramablicken aus den Latschen heraus tatsächlich nur mit den Gämsen und fühlen uns schon selbst wie Artgenossen. 😍

    Auf dem Schafelberg (1.597 Meter) hört der Regen auf, und immer mehr Wolken verziehen sich. Nach einem kurzen Abstieg geht’s direkt wieder bergauf auf den nächsten Gipfel: den Kirchberg (1.678 Meter). 🤗 Am Gipfelkreuz gönnen wir uns ein Gipfelschnäpschen und tragen uns ins Gipfelbuch ein.

    Wer hätte gedacht, dass wir noch mit so einem traumhaften Wetter verwöhnt werden? So langsam werden die Beine aber müder und wir malen uns in allen Einzelheiten aus, welchen Hüttenschmaus wir uns in welcher Reihenfolge an der nahenden Winterstelleralm gönnen wollen. Doch dann der Schock: Die Almhütte hat geschlossen! Einfach zu, und wir können unseren Augen nicht trauen. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Laut Internetangaben hätte sie definitiv geöffnet sein sollen, vermutlich wurde kurzfristig aufgrund des schlechten Wetters in der ersten Tageshälfte zugesperrt.

    Ok, dann packen wir halt unsere eigene Brettljause – bestehend aus einem kläglichen Rest von Müsliriegeln – aus und erholen uns ein wenig. Über die Forststraße wandern wir schließlich bergab zum St. Ulricher Ortsteil Schartental und weiter Richtung St. Jakob in Haus, unserem Etappenziel. Kurz bevor wir dort ankommen, fotografieren wir noch ein paar wunderschöne alte Bauernhöfe im Weiler Flecken.

    Puh, wir sind geschafft und freuen uns nur noch aufs Abendessen, das uns dann im Gasthof – pünktlich zum nächsten Wolkenbruch – serviert wird. Eine tolle erste Etappe, die nur durch die geschlossene Winterstelleralm getrübt wurde!

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    06:47
    16,7 km
    2,5 km/h
    1 580 m
    620 m

    Schon von unserer Pension in St. Jakob in Haus aus können wir unser erstes heutiges Highlight erspähen: das begehbare Jakobskreuz auf der Buchensteinwand! Die Motivation und Vorfreude ist dementsprechend hoch, als wir den ersten Aufstieg von 600 Höhenmetern über das „Katzeneck“ bewältigen. Die Sonne brennt – im Gegensatz zu gestern – gnadenlos, und unsere Shirts sind schon durchnässt, als wir oben ankommen.

    Auf den Aussichtsplattformen des 30 Meter hohen Jakobskreuzes (Neun Euro Eintritt) legen wir erstmal eine ausgiebige Fotosession ein. Das geht auch gar nicht anders: Das 360 Grad-Panorama, das ich bereits im Winter im strahlenden Weiß erlebt habe, ist im Bergsommer nicht weniger schön und eindrucksvoll. Sehnsüchtig betrachte ich den frei liegenden Großglockner und die umliegende Bergwelt, den Pillersee im Tal, die Loferer und Leoganger Steinberge, den Wilden Kaiser – ich weiß gar nicht, wohin ich zuerst schauen soll.

    Es fällt schwer, sich von diesem Weitblick zu trennen, aber wir haben noch viel vor heute. Also erstmal wieder bergab, an Ziegen, Kühen und Pferden vorbei, über einen teilweise ziemlich rutschigen und wurzeligen Waldpfad nach Fieberbrunn zum Ortsteil Buchau. Auf den Waldwegen und Forststraßen im Tal können die Füße etwas aufatmen, bis es dann ab der Talstation Streuböden wieder gnadenlos bergauf geht. Und das bei einer Affenhitze! Wir freuen uns über jeden kleinen schattigen Abschnitt und kriechen wie Schnecken hinauf zur Lärchfilzhochalm.

    Hier ist erstmal eine ausgiebige Pause angesagt. Wanderschuhe aus, ab auf die Couch auf der Sonnenterrasse und der Hüttenschmaus mit Almdudler und Brettljause kann losgehen! Hach.... 🤩

    Aber es hilft nix, wir müssen weiter und die Forststraße, die uns nun durch ein weites Almgebiet führt, ruft immer lauter.
    Die sattgrünen Almwiesen sind die reinste Augenweide, wenn nur nicht diese Hitze wäre... 🥵. Also machen wir an der urigen Wildalm mit eigener Käserei direkt die nächste Rast. Es ist aber auch einfach zu idyllisch dort. In dem Gebäude der Käserei gibt’s übrigens sogar das mit fünf Sitzen kleinste Kino der Alpen, in dem alte Imagefilme über Fieberbrunn aus den 1970er Jahren gezeigt werden.

    Aber nun wartet der Endspurt zum Wildseeloderhaus auf uns. Und der hat es nochmal in sich. Der Steig, der über Treppen hinauf führt, ist teilweise ganz schön steil und sogar ein wenig kraxelig. Aber was ist das bitte für ein Traum-Panorama, das uns auf diesem letzten Abschnitt begleitet!? 😍 Und überall Alm- und Wildblumen, die uns wie in einem kitschigen Heimatfilm fühlen lassen. Jede Anstrengung ist vergessen und ich knipse wie eine Besessene!

    Nach einer Begegnung mit grasenden Ziegen, die sich keine schönere Heimat aussuchen könnten, kommt die Wildseeloderhütte immer näher. Der Halbmond leuchtet uns schon den Weg und weckt die Vorfreude auf Tiroler Gemütlichkeit. Und dann sind wir da! Wir erblicken die kleine Kapelle, den wunderschönen, tief schwarzblauen Bergsee und eine Berghütte, wie sie schöner nicht liegen könnte. Was für ein Glück, in dieser Heilen-Welt-Idylle heute übernachten zu können. Von unserem gemütlichen Zimmer aus beobachten wir noch einen filmreifen Sonnenuntergang über dem Wilden Kaiser, den Loferer und Leoganger Steinbergen und den Gipfeln von Wildseeloder und Henne, die „unsere“ Hütte einrahmen.

    Und dann schlummern wir nur noch beseelt von all den wundervollen Eindrücken ein – nicht, ohne den Wecker auf 4:30 Uhr zu stellen, denn morgen haben wir Großes vor! ⛰🌅🌄

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  • 04:18
    11,2 km
    2,6 km/h
    190 m
    1 270 m

    Leider wartet heute schon die letzte Etappe der kurzen und knackigen WaiWi-Mehrtagestour auf uns. Offiziell soll uns der WaiWi zunächst auf den Gipfel des Wildseeloders führen, aber wir beschließen – einem Tipp des Hüttenwirtes folgend – zunächst die Henne zu erklimmen. Ich wüsste ja gerne mal, wie der Berg zu diesem Namen gekommen ist, aber er ist mir direkt äußerst sympathisch. 🤗🐔Um 4:30 Uhr schrillt uns der Wecker aus einem tiefen und erholsamen Schlaf. Zähne putzen, Wanderschuhe an, und auffi geht’s! Der Weg vom Wildseeloderhaus zum Gipfel der Henne ist mit 55 Minuten ausgeschildert, aber trotz Müdigkeit schaffen wir den Aufstieg in 40 Minuten. Der nahende Sonnenaufgang lässt uns zu Hochformen auflaufen. 😉 Es ist gar nicht so einfach, sich beim Aufstieg zu beeilen, weil ich am liebsten schon wieder jede Sekunde das nächste Bild schießen möchte. Das Morgenlicht ist so schön, der Ausblick auf den unter uns liegenden Wildseelodersee und die Hütte ein Traum!Es darf sogar ein bisschen gekraxelt werden, was am frühen Morgen echt nicht zu unterschätzen ist. Und dann stehen wir oben auf 2.078 Meter Höhe! Ein Gänsehautmoment, der in den nächsten 30 Minuten nicht nachlässt. Keine Worte können beschreiben, mit welcher Demut und Dankbarkeit mich der Anblick der Bergwelt beim Sonnenaufgang erfüllt. Und deswegen lasse ich auch lieber die Bilder sprechen!Nur kurz: Egal, was für ein Langschläfer du vielleicht sein magst (ich bin der schlimmste und notorischste Morgenmuffel in diesem Universum): Diesen Anblick darfst du auf KEINEN Fall verpassen.Beseelt machen wir uns an den Abstieg, der Magen knurrt, das Frühstück im Wildseeloderhaus wartet auf uns. Begleitet von grasenden Schafen kraxeln wir wieder hinab und schießen noch ein paar Bilder vom atemberaubenden Wildseelodersee im Morgenlicht. Nach dem Frühstück überlegen wir erst noch dem ursprünglichen Verlauf der dritten WaiWi-Etappe zu folgen und auf den Wildseelodergipfel zu steigen. Jedoch sind für den Nachmittag schwerste Gewitter angesagt. Und weil damit in den Bergen nun wirklich nicht zu spaßen ist, lassen wir den Gipfel schweren Herzens aus und steigen über den hübschen Steig wieder ab. Und obwohl wir diesen schon vom Vortag kennen, hat er in keinster Weise seinen Reiz eingebüßt. Die Wildblumen sind Balsam für die Seele und wir treffen wieder unsere Freunde, die Schafe und Ziegen, die in diesem Paradies bleiben dürfen, das wir wieder verlassen.Auf dem Abstieg kommen uns DUTZENDE Wanderer entgegen, und ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich an diesem Morgen abwechselnd mit „Servus“, „Hallo“, „Morgen“ oder „Grias Di“ meinen Gruß ausspreche. Puuuuuuh... alle kommen von der nun geöffneten Bergbahn und wollen das Highlight Wildseeloderhaus erleben. Es ist ihnen nicht zu verübeln, bin ich doch selbst noch völlig hin und weg von diesem Bergerlebnis. Trotzdem: Dieser Massenansturm am Tage ist alles andere als schön anzuschauen. „Overtourism“ lässt grüßen, und so empfehle ich allen, die diesen Text hier lesen, das Wildseeloderhaus NICHT im Rahmen einer Tageswanderung aufzusuchen. Um die Magie dieses Ortes zu spüren, empfiehlt sich unbedingt die Übernachtung vor Ort, auch wenn diese meist Wochen im Voraus ausgebucht ist.Über die Wildalm wandern wir auf dem Fieberbrunner Höhenweg in Richtung Bergstation und schauen noch einmal sehnsüchtig zurück auf die Wildseeloderhütte, Henne und Wildseeloder. Ein Abstecher zum Berggasthof Wildalpgatterl gehört übrigens zum Pflichtprogramm. Bei einer Einkehr lassen wir uns himmlische Spinat- und Kaspressknödel sowie einen Kaiserschmarren schmecken. DAS IST TIROL 🤩😂.Weiter geht’s über die Forststraße hinunter zur Mittelstation der Bergbahnen Fieberbrunn. Puh, ganz schön viel Zivilisation auf einmal. Gleich hinter dem Gasthof Streuböden Alm erstreckt sich ein Erlebnisspielplatz für Groß und Klein mitten in der Natur. Bei dem Sommersonnenwetter ist die Hölle los in „Timoks Wilder Welt“ mit Wasserspielplatz, Abenteuerpfad, Coaster-Bahn und Waldseilgarten.Am Speichersee vorbei, biegen wir links hinunter Richtung Brent und Lauchsee ab und freuen uns wieder über ein paar schattige Waldpfade. Schließlich geht’s über Asphaltwege an Bauernhöfen vorbei weiter ins Tal. Da die Sonne heute – am bisher heißesten Tag des Jahres in Österreich – gnadenlos brennt, werden wir immer langsamer. Die Luft ist raus und wir wollen unbedingt ein erfrischendes Bad im moorigen Lauchsee genießen. Aber Hilfe, was ist denn hier los??? Es scheint, als seien wir nicht die einzigen mit dieser Idee. Der Badesee ist an diesem Sommerferientag hoffnungslos überfüllt. Wir beißen also die Zähne zusammen und nehmen mit Endspurt Kurs auf Fieberbrunn.Am Fieberbrunnen füllen wir nochmal unsere Trinkwasservorräte mit heilendem Wasser auf – kann ja nicht schaden! Und dann sind wir auch schon am Dorfplatz, dem Endpunkt des WaiWi, angelangt. Wie schade, dass unsere kurze und knackige Mehrtagestour durch das Pillerseetal schon vorbei ist. Da wir aber vor lauter Hitze kurz davor sind, unseren Aggregatzustand zu wechseln, freuen wir uns nur noch auf ein Bad in unserem Hotelpool, der uns schon erwartet.Schön war’s auf dem WaiWi – eine Top-Tour für sportlich etwas ambitioniertere Genusswanderer! 🤩

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Collection Statistik

  • Touren
    3
  • Distanz
    50,1 km
  • Zeit
    18:51 Std
  • Höhenmeter
    2 830 m

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