Elisabethenkirche Obergünzburg

Wander-Highlight

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Tipps

  • Evangelisch im Allgäu

    Verlängerung Klosterweg, hinter alter Mädchenschule, zu Gottesdiensten offen.
    Grundsteinlegung 1936 / Einweihung 1937
    Nach dem verlorenen Bauernkrieg war es evang. Christen bis zum Bayerischen Religionsedikt von 1803 verboten, sich in Obergünzburg und Umgebung anzusiedeln. 1823 notierte das Melderegister dann immerhin schon „drei Calvinisten und ein Protestant“. Noch einmal 20 Jahre später waren es neun. Für diesen spärlichen Zuzug sorgten versetzte Staatsbeamte und die Familie Le Bret vom Hofgut Reichholz. Der damals größte landwirtschaftliche Betrieb vor Ort wurde 1919 an den ebenfalls evang. Freiherrn Carl von Andrian verkauft.Keinen Einfluss auf die Gemeindegröße, wohl aber auf die Volksmeinung von „evangelisch“ hatten jene fränkischen Bahnarbeiter, die im nahe gelegenen Günzach um 1850 an der Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Lindau nach Hof bauten. Das müssen - wenigstens teilweise - recht ungehobelte Leute gewesen sein. Dennoch fanden ihretwegen die ersten evang. Gottesdienste der Region in Günzach statt. In Obergünzburg organisierte die ab 1911 ein evang. Verein, dessen größte Errungenschaft zweifellos der Kirchbau war. Dass es überhaupt dazu kam, verdankt sich der Unternehmerfamilie Nicolaus. Die Besitzer zweier Papierfabriken in Ronsberg und Günzach, Heinrich und Wilhelm Nicolaus, stifteten nahezu den gesamten Betrag zum Bau der kleinen Kirche. Ihr Name Elisabethenkirche leitet sich weniger von einer Heiligen ab als von der damals schwer kranken Elisabeth Nicolaus, Ehefrau von Dr. Wilhelm Nicolaus aus Ronsberg. Den Bauplatz stellte 1936 die Gemeinde Obergünzburg kostenlos zur Verfügung und zwanzig kath. Bauern brachten gegen Biermarken geschenkten Kies an die Baustelle. Besonders zahlreich war die von Kempten St.-Mang-Kirche aus betreute Gemeinde aber immer noch nicht. Bei der Einweihung 1937 stellte die zwölfköpfige Familie von Andrian ein Zehntel der Mitglieder. Das Elisabethenkirchlein beherbergt einen kleinen Kunstschatz: Sechs bunte Glasfenster und eine Skulptur von Helmut Ammann (1907-2001). Der Bildhauer, Grafiker und Maler gilt als einer der bedeutendsten bayerischen Kirchenkünstler der Nachkriegszeit. Seine Arbeiten sind im Deutschen Museum in München, im Konservatorium in Amsterdam und in mehr als zwei Dutzend evangelischen Kirchen Bayerns zu finden. Ammanns Werke in der Elisabethenkirche spiegeln die Schaffensperioden seines gesamten Künstlerlebens wieder, da sie über Jahre hinweg gestiftet wurden.

    • 30. August 2016

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Ort: Obergünzburg, Ostallgäu, Allgäu, Schwaben, Bayern, Deutschland

Informationen

  • Höhe760 m

Wetter - Obergünzburg