Halbinsel Pulitz _ Geheimtipp für Natur- und Literaturliebhaber

Wander-Highlight

Von komoot-Nutzern erstellt
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Tipps

  • Annette

    Vor dem Dorf Stedar mit seinem Gutshof findet man am Wendekreis des Busses einen Parkplatz, am Gutshof vorbei führt eine Allee alter Kirschbäume zur Halbinsel. Kurz bevor man den Damm zur Insel betritt liegt linkerhand eine alte Streuobstwiede. Sie diente nach dem Krieg zur Obstversorgung des Bergen Krankenhauses. Heute ist es ein Schulprojekt, Naschen für den Wanderer leider nicht erwünscht. Dafür wird man auf der Halbinsel an der ersten Wegekreuzung von einem sehr alten und mächtigen Apfelbaum empfangen. Seine Früchte erinnern an die Graue Herbstrenette, im September leider noch ungenießbar. Man folgt nun dem Rundgang um die Insel. Es gibt noch einen in der Karte nicht eingezeichneten Weg, der über die Inselmitte direkt zur Lindenallee führt. Dort passiert man eine offensichtlich reichlich frequentierte Wildschweinsuhle.
    Ein verwunschener Ort ist diese Halbinsel, empfindsamere Naturen meinen auf kleinen Waldlichtungen im Dunst und im Gegenlicht das Blinken und Blitzen von Waldelfen erkennen zu können, die ihren Schabernack mit uns Eindringlingen treiben wollen. Still ist es hier, still wird man hier. Oder war da vielleicht das Knacken eines Wildschweins im Unterholz. Nun ja lassen wir Ernst Moritz Arndt sprechen:
    Jetzt sind wir angekommen, es steiget inmitten der größern Insel (gemeint ist Rügen) ein Inselchen auf, stiller von Fluten umspült; Pulitz heißt es, es war die Liebe des sehnenden Jünglings und wie ein seliger Traum schwebt es dem Manne noch vor. Süß ist das Eiland, geschirmt durch Höhen und Wälder vor Stürmen, schauet es über das Land, über die Küste hinaus, fern auf das wogende Meer, wo Schiffe wie redende Vögel glänzender Fittiche Flug spreiten dem hauchenden Wind. Aus dem Eden hinaus wie traulich schaut sich's ins Wilde!

    • 20. September 2016

  • Annette

    Die verwunschene Insel Pulitz lässt sich ihre Geheimnisse nicht so leicht entreißen, die Spurensuche im Internet ist mühsam. Es gibt kaum Zeugnisse über das benachbarte Gut Stedar. Wer hat die im Süden gelegene alte Lindenallee gepflanzt, die nunmehr verwildert und vom Wald völlig vereinnahmt wurde. Menschliche Besiedelung ist seit 1318 nachgewiesen, eine schwedische Karte von 1695 zeigt in der Inselmitte Ackerflächen umgeben von Laubwald. 1886 wurden die Äcker aufgeforstet, 1890 der Damm gebaut der nun die Halbinsel mit dem Festland verbindet.1813 widmete Ernst Moritz Arndt das Gedicht "Lebenstraum" an seine Zukünftige, war das seine 2.Frau Anna Maria Schleiermacher, die er 1817 heiratete. Das Gedicht "Der Schwan von Pulitz" widmete er 1846 seiner langjährigen Freundin Charlotte von Kathen, die auf Gut Götemitz einen literarischen Salon führte. Die Situation nach dem 2.Weltkrieg schildert C.Verhein in seinem Buch "Von Peyse nach Pulitz. Eine Erzählung von Untergang und Neuanfang am Ende des 2. Weltkrieges." Nunmehr ist Pulitz Naturschutzgebiet, von Mitte Januar bis Mitte Juni für den Besucher gesperrt, danach regieren die Mücken. Beste Zeit für eine Wanderung ist also der Herbst oder der frühe Winter. Die Komorankolonie existiert nicht mehr, wohl aber brüten hier Habicht, Rohrweihe und Seeadler

    • 20. September 2016

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Ort: Buschvitz, Rügen, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Informationen

  • Höhe40 m

Wetter - Buschvitz