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1000jährige Priorlinde in Hagen-Priorei

1000jährige Priorlinde in Hagen-Priorei

Wander-Highlight

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Tipps

  • Alex von Bühren

    Priorei.. Von der berühmten Priorlinde ist heute eigentlich nur noch der morsche Torso mit drei Stämmlingen und den Überresten des Mittelstamms übrig geblieben – gehalten durch Gurte und Stützen. Obwohl man im Jahre 2011 beschlossen hat, die Priorlinde, die sich im Besitz der Stadt Hagen befindet, sterben zu lassen, treibt sie bis heute alljährlich aus. Ihre Überreste lassen noch immer erahnen, welch imposanter Baum an dieser Stelle einmal stand.
    1. Standort/Erreichbarkeit: Im Stadtteil Priorei findet man am Scheitelpunkt der Straßen Zur Priorlinde und dem Kluser Weg das Naturdenkmal Priorlinde, das älteste auf dem heutigen Stadtgebiet Hagen.
    Stahlstützen halten das Naturdenkmal.
    Stahlstützen halten das Naturdenkmal.Foto: WP Michael Kleinrensing
    2. Ausmaße: Heute ist nur noch ein recht kleiner Torso vorhanden. Doch noch in den 70er Jahren stellte sich die Priorlinde in ihrem Erscheinungsbild als ein imposantes Baumwunder dar. Auf dem etwa einen Meter hohen Stammfuß mit sechs Meter Umfang ruhte der Kandelaber, bestehend aus sieben waagerechten, vier Meter lang auskragenden Ästen (Stämmlinge), an deren Enden sich noch 1969 zwölf Schösslinge nahezu senkrecht in die Höhe reckten. Er ist das älteste Exemplar in Hagen.
    3. Geschichte: Es handelt sich um die absterbenden Reste einer wohl 500 bis 600 Jahre alten Sommerlinde (Tilia platyphyllos), einer sogenannten „geleiteten Linde“. Der Einbau von Stahlseilen, verschraubten Gewindestangen, Baustahlgittern und Rohren zum Ableiten des Wassers aus Faulstellen in den 70er Jahren sollte dafür sorgen, dass der Baum für die nächsten 200 Jahre erhalten bleibt. Im Jahr 1974 wurde die Priorlinde dann erstmals als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.
    Leider zeigten die Sanierungsmaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg. Bereits in den Jahren 1983 und 84 mussten Teilsanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Aufgrund der sich bereits in den achtziger Jahren abzeichnenden Tendenz zur Kosteneinsparung im Naturschutz wurde die Aufwendung dieser Mittel seitens der Bezirksregierung Arnsberg mit Verfügung aus dem Jahre 1986 abgelehnt. Sie entschied, „den Baum in Würde sterben zu lassen“, eine Entscheidung, die seitens der Bezirksregierung Arnsberg trotz mehrfacher Bemühungen nicht mehr revidiert wurde.
    4. Abstammung:
    Ähnlich „geleitete Linden“ oder „Stufenlinden“ wie die Priorlinde finden sich an vielen Orten der Bundesrepublik. Es handelt sich dabei häufig um historische, zu Bauwerken geformte Bäume, in denen traditionell getanzt (Tanzlinden) oder gesellig gesessen und gefeiert wurde, unter denen aber auch früher Recht gesprochen wurde.
    5. Besonderheiten:
    Im Volksmund wird die Priorlinde auch Briggerigge genannt, sprachlich abgeleitet von „Brüchte“ (= Gericht) und „Igge“ (= Ecke) kommt. Das deutet darauf hin, dass unter diesem Baum einst Gericht gehalten wurde. Gutachten gehen zudem davon aus, dass auch Löhne unter der Priorlinde ausgezahlt wurden. In das Reich der Mythen ist jedoch die Geschichte zu verbannen, dass die Priorlinde ihren Namen deshalb trage, weil an ihrem Fuße einst ein Prior (Abt) begraben wurde.
    derwesten.de

    • 7. Mai 2017

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