Seidenweberei Gressard

Wander-Highlight

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  • Peter_H_65 🐻

    Die Seidenweberei Gressard in Düsseldorf-Gerresheim In Düsseldorf und direkter Umgebung ist die Textilindustrie im 19. Jahrhundert ohne Zweifel der bedeutendste Industriezweig gewesen. Sie erreichte ihren letzten Höhepunkt um 1880.Im Jahre 1896 wurde auf Betreiben der Glashüttenleitung ein Zweigwerk der Hildener Seidenweberei „Gressard & Co“ in Gerresheim an der heutigen Dreifaltigkeitsstraße eingerichtet. Die Initiative der Glashüttenleitung erklärt sich aus der Sorge um die sozialen Belange der Glashüttenarbeiter. So sollten vor allem für deren Frauen Arbeitsplätze und somit die Möglichkeit des zusätzlichen Gelderwerbs zum Unterhalt der Familie geschaffen werden. An der damaligen Webereistraße waren zeitweise bis zu 200 Frauen beschäftigt. Mit der zunehmenden Industrialisierung benötigte die Gesellschaft auch mehr Arbeiter, um die Produktion effektiv gestalten und aufrechterhalten zu können. Aus dieser „Not“ der Fabrikbesitzer entstanden nun die Notwendigkeit und die Bereitschaft, Frauen zu beschäftigen. Den Industriellen bot sich jedoch auch noch ein nicht unwesentlicher wirtschaftlicher Vorteil: die weibliche Arbeitskraft war billiger, da Frauen einen niedrigeren Lohn als Männer erhielten! In der Düsseldorfer Rosshaarspinnerei Christoph Krupp erhielten männliche Mitarbeiter durchschnittlich 2,50 Mark Tageslohn. Bei Frauen betrug dieser 1,50 Mark. Die Arbeitsbedingungen waren in solchen Werken sehr schlecht, im Allgemeinen betrug die Arbeitszeit durchschnittlich etwa 13 Stunden am Tag. Erst mit dem neuen Arbeitsschutzgesetz des Jahres 1891 änderte sich die Lage. Fortan war die Arbeitszeit für Frauen auf höchstens zehn Stunden am Tag beschränkt. Die häufigsten Erkrankungen aufgrund der Arbeitsbedingungen in diesem Industriezweig waren Hautleiden, Tuberkulose und Erkrankungen des Rachens und der Atmungsorgane.Im Jahre 1908 geriet das Hildener Stammwerk der Seidenweberei „Gressard & Co.“ in finanzielle Nöte und musste einen Teil des Gerresheimer Besitzes an den Düsseldorfer Fabrikanten Bernhard Weddigen veräußern. Die Gebäude des Gerresheimer Zweigwerkes wurden ab 1930 von der neu gegründeten „Rhena-Tapetenfabrik Carl Nobbe KG“ genutzt. 1956 wurde auch die Produktion im Stammwerk in Hilden eingestellt.

    • 24.12.2017

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