Die Glocke & Kapitelhaus der Domgemeinde, Bremen

Wander-Highlight

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  • Julia

    "Walter Görig errichtete 1926-28 die "Glocke" anstelle des "Künstlervereinshauses", eines 1869 für den Künstlerverein umgebauten Domklosters des 13.-17. Jh. Dieses war 1915 abgebrannt. Der Neubau war das Ergebnis eines reichsweiten Wettbewerbs, der 1920 zugunsten Görigs entschieden wurde. Neben den Räumlichkeiten für das Domkapitel wurde auch wieder an die Tradition als Konzerthaus angeschlossen, die an dieser Stelle vom Künstlerverein erfolgreich etabliert worden war. Walter Görig, der 1930 auch als Dombaumeister verpflichtet wurde, errichtete um einen als Kreuzgang gestalteten Garten eine an den Dom angelehnte Baugruppe mit dunkler Sichtziegelverblendung unter sparsamer Verwendung von Werkstein. Stadtbildprägend ist der dominante Stufengiebel zur Domsheide, während sich die Fassade zum Grasmarkt mit dem detailreichen und feingliedrigen Erker in Rücksicht auf den Dom vornehm zurückhält. Im Inneren hat sich eine aufwändige wandfeste Ausstattung der Erbauungszeit in Anlehnung an das Art Deco erhalten.
    Der Name "Glocke" leitet sich nicht von einer klingenden Glocke ab. Er ist als schützender Abschluß, als Sturz oder als Himmelsgewölbe zu verstehen und bezieht sich auf ein Gebäude, das als Domanbau im Mittelalter entstanden war, als Unterstand oder vielleicht für die Herstellung der Hostien diente und spätestens an der Wende zum 18. Jahrhundert von den Domherren als Kapitelstube benutzt wurde. Es handelte sich ursprünglich um einen sechseckigen Fachwerkbau mit einem Kegeldach, der einem runden, fensterlosen Unterbau aufgesetzt war. Als dieser baufällig geworden war, wurde er 1737 nach Entwurf von Caspar David Renner durch einen achteckigen Neubau ersetzt, der fortan für die Conventssitzungen genutzt wurde (obwohl das Oktogon nach dem Brand 1915 erhalten war, ist heute nur noch die Lage im Grundriss ablesbar). Nachdem der Künstlerverein das Domkloster zu seinem Vereinshaus umbaute und dabei auch einen Konzertsaal einrichtete, sprach man im Allgemeinen vom "Künstlervereinshaus". Die Bezeichnung als "Glocke" wurde erst mit der Wiedereröffnung des Hauses 1928 etabliert. Die Sage von der Glocke, die unter dem Pseudonym "Eka" erschien und von dem Maler Karl Dannemann durch einen Wandbilderzyklus im Restaurant illustriert wird, ist eine Erfindung der damaligen Zeit.
    Epoche: Zwischenkrieg
    Stil: Expressionismus" Quelle & weitere Infos: denkmalpflege.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen160.c.23578.de

    • 21.02.2018

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