Im engen Trikot und Schneckentempo einen ganzen Berg hochkriechen, schwitzend und keuchend. Die Beine brennen. Immer. Mehr. Oben angekommen fährt der Wind einem durch die Knochen, also geht es so schnell wie möglich wieder nach unten, damit die Zähne aufhören zu klappern.

Von außen betrachtet ist es schwer zu verstehen, was die Faszination von Pässen ausmacht. Wie denn auch. Man muss es fühlen. Die große Herausforderung, die wartet. Die innerlichen Jauchzer, bei jeder geschafften Kurve. Die Luft, tief drinnen in der Lunge. Und den Stolz, all diese Höhenmeter allein mit der Kraft der eigenen Muskeln überwunden zu haben.

Die große Herausforderung, die wartet. Die innerlichen Jauchzer, bei jeder geschafften Kurve. Die Luft, tief drinnen in der Lunge. Und den Stolz, all diese Höhenmeter allein mit der Kraft der eigenen Muskeln überwunden zu haben.

Pässe die du ausprobieren solltest

Trainieren für Pässe

Egal wie lang oder steil sie sind, eines haben alle Pässe gemeinsam: Sie sind ehrlich. Hier zeigt sich, wie gut du wirklich in Form bist. Zum Glück kannst du zur Vorbereitung einiges tun.

Um einen Pass zu erklimmen, brauchst du Kraft und Ausdauer. Kraft für die Hubarbeit, Rad und Mensch (das bist du) wollen ja den Berg nach oben gewuchtet werden. Und Ausdauer, weil das eben nicht so schnell geht. Hier kann eine 30km-Strecke schon mal drei Stunden in Anspruch nehmen, weil es vor allem nach oben geht.

Beides kannst du zum Glück auch ohne hohe Berge trainieren. Suche dir dafür einen Hügel mit gleichmäßiger Steigung und mache hier regelmäßig Intervalltraining. Solltest du tatsächlich auf einem Pfannkuchen wohnen, machst du dir den Luftwiderstand zum Gegner und fährst bei großer Übersetzung möglichst schnell gegen den Wind.

Egal wie lang oder steil sie sind, eines haben alle Pässe gemeinsam: Sie sind ehrlich. Hier zeigt sich, wie gut du wirklich in Form bist.

Fahrtechnik bergauf

Tempo

Und wie fährt man nun am besten diese Berge hinauf? Vor allem: Im eigenen Tempo. Auch wenn du am Anfang vor Motivation und Energie sprühst, solltest du dich zurückhalten und es locker angehen. Wenn du das Gefühl hast, noch ein, zwei Gänge schwerer fahren zu können, fährst du genau richtig.

Stehen oder sitzen?

Den Großteil der Strecke solltest du im Sitzen fahren. Brauchen die Muskeln oder das Gesäß eine Abwechslung, stehst du sowieso allein auf, in den sogenannten Wiegetritt. So kommt mehr Kraft aufs Pedal und hohe Widerstände lassen sich kurzzeitig besser überwinden. Wichtig hierbei: Vorher schalten, damit du nicht ins Leere trittst.

Den Kopf austricksen & Essen

Dann ist da noch der Kopf, der auch ausgetrickst werden will. Teile dir den Anstieg in mehrere Abschnitte auf, und vergiss nicht zu essen (leicht verdaulich!) und zu trinken. Schau dich um und genieße die Landschaft, schließlich geht es ja vor allem um eins: dein Erlebnis.

Checkliste

Bevor du dich auf dem Weg zum Pass machst, check nochmal kurz, ob mit deinem Rad alles in Ordnung ist und du das Nötigste dabei hast.

Rad

  • Bremsen funktionieren und sind nicht abgefahren
  • Schaltung läuft sauber und geschmeidig
  • Schnellspanner & Schrauben sitzen richtig
  • Reifen & Schläuche sind intakt
  • Zwei Flaschenhalter am Rad

Ausrüstung

Merke: Du fährst einen Berg hinauf – oben kann es sehr kalt werden.

  • Arm- und Beinlinge, Windweste, Mütze, Regenjacke, Überschuhe, Handschuhe
  • Multitool, Reifenheber, Pumpe
  • Zwei Trinkflaschen, 1 bis 2 Riegel und ein Not-Gel
  • Handy

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