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Mikasalo
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Transcimbrica 2017

108:08
1 361 km
12,6 km/h
5 410 m
5 410 m

Gemacht von Mikasalo und 5 anderen

10.03.2017

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Kommentare

  • Mikasalo

    Transcimbrica 2017
    Diese Tour war einfach fantastisch und hatte so einiges zu bieten!
    Doch der Reihe nach. Zuerst die Fakten:
    1339km geht es von Hamburg nach Skagen und zurück. Selbstversorgung, also jeder fährt und handelt eigenverantwortlich. Es gibt einen GPS Track, dem man folgen sollte.
    Die Strecke besteht zu einem nicht geringen Anteil aus Schotterstraßen, Waldwegen und z.T. gibts auch Singeltrails mit Bachdurchquerung. Dazu kommt das unberechenbare Wetter im März mit Temperaturen zwischen 0-10 Grad Celsius. Achja, Wind gibts auch noch....undzwar reichlich!
    Start war Samstag um 00:01 Uhr. 16 Fahrer hatten sich gefunden und noch ein paar locals begleiteten uns auf den ersten Kilometern Richtung Flensburg durch die Nacht.
    Ich war so gut vorbereitet, wie es mir möglich war. Zum Glück kam ich in der Vorbereitungsphase ohne Krankheit durch. Bei all dem gehuste und gepruste um einen herum gar nicht so einfach....
    Einen Plan, wie ich die Tour angehen würde wollen, hatte ich nicht wirklich. Denn es gab zu viele Faktoren, die einen solchen schon direkt zu Beginn hätten zunichte machen können. Ich wollte einfach gut durchkommen, ohne mich zu überlasten. Im Hinterkopf hatte ich allerdings schon die Zahl 5...
    Tag 1
    Das Wetter war gut, die Nacht zwar kalt mit 3 Grad aber trocken. Schnell erreichten wir die Fähre nach 93km. Frühstück dann morgens in Flensburg und weiter gings nach Dänemark. Nicht weit hinter der Grenze dann schon die ersten Gravel- Passagen. Alles gut, Landschaft, Wetter und auch die Beine machten ohne Probleme mit. Ich fuhr teilweise alleine, mal fand sich wieder eine kleine Gruppe. Am Schluß waren wir zu dritt und entschlossen uns gegen 18 Uhr in einem Shelter zu übernachten.
    Tag 2
    Ich fuhr zunächst alleine gegen 3 Uhr früh los. Heute war mein Plan, Skagen zu erreichen. Ich fühlte mich auch soweit gut und genoss die Fahrt hinein in den Morgen. Am ersten Tag war die Strecke mit 1100Hm flach. Am zweiten Tag sollten es dann mehr als doppelt so viele Höhenmeter werden. Auch waren die Wege nun deutlich anspruchsvoller. An manchen Stellen schaffte ich es grade noch so, nicht absteigen zu müssen. Im kleinsten Gang schraubte ich mich die knackigen kurzen Wellen hoch.
    Nach 100km etwa holte mich Max ein, der am ersten Tag noch weiter gefahren war. Gemeinsam fuhren wir nach Aalborg hinein. Dort verloren wir uns und so ging es wieder solo weiter in Richtung Umkehrpunkt. Es war ein herrlicher sonniger Nachmittag und es lief sehr gut! Der Wind spielte auch noch keine Rolle... Noch!
    Um 19.30 Uhr stand ich am nördlichsten Punkt der Kimbrischen Halbinsel. Ein Stück südlich von Skagen endete dann der Tag für mich und ich schlief schnell ein in einem der Shelter.

    • 18.03.2017

  • Mikasalo

    Tag 3
    Der Tag startet für mich diesmal um 4 Uhr. Das Thermometer zeigte 1 Grad an. Ab jetzt sollte auch der Wind von vorne kommen.
    Nur langsam komme ich voran. Der Schnitt liegt nur knapp bei 20km/h. Erst nach gut 80km komme ich langsam in meinen Rhythmus. Unterwegs sehe ich Max schlafend in einer Bushaltestelle in Skallerup. Frühstück gibts für mich in Lönstrup. Herrlich- Kaffe und frischer Kuchen. Ein paar Bananen und Snaks für unterwegs werden noch in den Trikottaschen gebunkert und dann gehts weiter an der flachen Küste entlang. Der Wind kommt kräftig von vorne rechts. Langsam aber stetig geht es voran. Manchmal habe ich das Gefühl „oh, jetzt rollts aber gut“ und schaue auf den Tacho: 23km/h!
    In Thisted mache ich erst wieder eine größere Pause und esse lecker Pizza! Das tut gut. Gegen 16.45 Uhr fahre ich weiter. Ab und zu drehe ich mich um, doch weder vor noch hinter mir ist einer der Fahrer auszumachen. So fahre ich solo in die Nacht hinein. Es beginnt nun leicht zu Regnen. Feiner Sprühregen, der die Regensachen eigentlich nicht nötig macht. Denke ich jedenfalls. Am Ende ist man dann doch nass. Nach gut 3h hat sich der Regen verzogen und langsam können meine Sachen wieder trocknen. Solange ich fahre, ist alles ok. Nur wenn ich stoppe, fange ich sofort an zu frieren an. Es ist ziemlich genau 22.30 Uhr, ich trete etwas lustlos vor mich hin, als plötzlich ein Licht neben mir heller wird. Es ist Max! Meine Müdigkeit ist auf einmal verflogen und neu motiviert gehts zu zweit viel besser weiter. Der Tag endet nach 1 Uhr nachts nach einer endlosen, schnurgeraden 15km langen Passage mit Gegenwind, die stetig an einem hohen Deich entlang führt. Anschließend folgen noch etwa 30km, von denen mind. 10km durch ein Vogelschutzgebiet auf Schotterwegen führen. Es gibt hier Nachts nichts! Keine Kneipe, keine offene Tankstelle- einfach nichts, wo man kurz eine Pause im Warmen machen könnte!
    In Söndervig suchen wir uns einen Schlafplatz. Innerhalb kurzer Zeit schlafe ich ein. Der stetige Gegenwind hat mich heute zusätzlich Kraft gekostet.

    • 18.03.2017

  • Mikasalo

    Tag 4
    Der Wecker klingelt früh. Doch wir sind müde, stehen erst deutlich später auf und starten gegen 7 Uhr.
    Mein Plan für heute sieht vor, den Rest der Strecke bis Hamburg durchzufahren. Ob das eine gute Idee ist, werde ich allerdings erst im Ziel wissen. Der Wind kommt immernoch aus SSW, soll aber im laufe des Tages mehr auf West drehen. Darin besteht nun meine Hoffnung! Der Track windet sich teilweise wie im zickzack. Ich beobachte genau den Kompass auf dem GPS Gerät in der Hoffnung, beim nächsten Richtungswechsel eventuell mal etwas Rückenwind zu haben. Leider ist das anfangs überhaupt nicht der Fall! Auf einer der nun folgenden unbefestigten Wege am Deich entlang, muss ich zum 2. mal den Schlauch am Hinterrad wechseln. Zum Glück scheint nun wieder die Sonne, nachdem es hinter Esbjerg kurz zu Regnen begann.
    Max habe ich heute schon früh aus den Augen verloren, als der Weg bei Skodberje plötzlich wild durch die Dünen führte...
    In Hoyer stoppe ich am Supermarkt und tanke Kraft für die Nacht.
    Die Wege am Deich sind ständig unterbrochen durch Schaftore. Diese müssen jedesmal etwas umständlich von Hand geöffnet werden. Auch muss man höllisch aufpassen, dass sie einem beim zuschlagen nicht das Hinterrad zerkloppen. Einmal liegen mitten auf dem Weg Schafe. Konnte ich erst gar nicht richtig erkennen, denn es war bereits dunkel. Die Schafe lagen und sahen erst aus wie Betonklötze bzw. Bigbags aus dem Strassenbau. Waren aber friedlich und ließen mich passieren. Der Vollmond schien und es gab ein schönes Bild mit den roten Warnleuchten der vielen Windräder. Bis Husum rollte es dann ziemlich gut. Dort ruhte ich mich für 1,5h in einem Bankvorraum aus.
    Von nun an sind es bis zum Ziel noch 150km. Die sollten noch zu schaffen sein! Es wurden die härtesten der ganzen Tour! Ich war nun sehr müde und schlingerte so manches mal über die leeren Strassen. Nur noch sehr langsam kam ich voran.
    In Heiligenstedten endlich der ersehnte Bäcker fürs Frühstück. Max war zu diesem Zeitpunkt bereits seit über 4h im Ziel. Wahnsinn, was er da für einen Ritt hingelegt hat!
    Noch gut 70km. Nun wurde es auch noch hügelig. Aber die Sonne schien und der Wind schob leicht von hinten- es lief recht gut und ich kam wieder passabel voran.
    Ich wusste, das die letzten Kilometer hart werden würden... Ich wollte aber unbedingt die 4. Etappe durchfahren. Schließlich erreichte ich erschöpft nach fast 36h um 11:45 Uhr die kleine Kneipe „Timeless“ in Hamburg Blankenese, den Start und Zielpunkt der Transcimbrica.
    DANKE an alle Beteiligten für dieses außergewöhnliche Erlebnis!

    • 18.03.2017

  • BlauFleckenQueen

    😳 ist ja irre, sowas hab ich hier noch nie gesehen - Wahnsinn !!! Kann ich gar ned glauben - harte Jungs, mehr fällt mir dazu nimmer ein ! Hut ab ❗️

    • 19.03.2017

  • René

    Schön geschrieben und eine starke Leistung.
    Respekt dafür.
    Es grüßt René

    • 21.03.2017

  • Mikasalo

    Danke dir, René! Ich freue mich schon auf ein nächstes mal 😊!
    Und sorry, Ina! Ich wollte dich nicht erschrecken 😉. Aber es hat wirklich Spaß gemacht, diese Tour zu fahren. Bikepacking ist eine super Möglichkeit des Radreisens. Man ist schnell und mit wenig Gepäck unterwegs. Kann ich nur empfehlen ☺🙋

    • 21.03.2017

  • BlauFleckenQueen

    Oh ☺️ Mikasalo - du bist weiblich, dann gebührt dir doppelten Respekt 😊

    • 21.03.2017

  • Mikasalo

    Nein, männlich. ...

    • 21.03.2017

  • BlauFleckenQueen

    .. das irritiert mich jetzt - hast du doch ein winkendes Mädchen Smiley genommen 🤔

    • 21.03.2017

  • Mikasalo

    Bei mir ist es ein Junge 😃. Alles ok!

    • 21.03.2017

  • windfee

    Super! Respekt! Was für ein einzigartiges Erlebnis 👍 und so lebendig sind deine Beschreibungen 👌! Könnte mich auch reizen eine solche Tour , allerdings erst ab Ende April 😅, ich kenne den dänischen Frühling 😉 und den Wind nehme ich gern aber lieber nur zum Windsurfen 😊!

    • 22.03.2017

  • Tobi

    Super Leistung und toller Bericht!

    • 06.04.2017

  • Harald Legner

    Jetzt erst habe ich deinen Bericht wahrgenommen. Hut ab vor deiner Leistung!
    Und schönen Dank für den ausführlichen Bericht, der bringt Erinnerungen hoch. Ich könnte ja schon wieder los ...

    • vor 4 Tagen

  • René

    @Harald Du bu bist doch gerade nach Hause gekommen 😁.

    • vor 4 Tagen

  • Harald Legner

    @René Vorgestern! Quasi ewig her! ;-)

    • vor 4 Tagen

  • Mikasalo

    @Harald: Ich danke DIR, Harald! Durch deinen Bericht letztes Jahr bin ich überhaupt erst zur Transcim gekommen! ☺👍

    • vor 3 Tagen