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Eisenwaden

Schnelle Havel von Liebenwalde nach Friedrichsthal

Schnelle Havel von Liebenwalde nach Friedrichsthal

05:36
18,8 km
3,4 km/h
50 m
50 m

Tourenverlauf

Start
22 m
3,04 km
3,83 km
4,71 km
4,72 km
5,32 km
5,32 km
6,38 km
7,68 km
9,22 km
9,24 km
9,55 km
11,0 km
11,7 km
13,6 km
14,3 km
16,0 km
16,9 km
18,2 km
18,8 km

Karte

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Tourenprofil

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Geschwindigkeitsprofil

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Eisenwaden und HIKANOE waren wandern.

24. Juli 2020

Kommentare

  • Eisenwaden

    Mit dem Packraft auf der „Schnellen Havel“Die Tour ist ein Traum für jeden Suppenfan. Die von uns gewählte Strecke von ca. 19 km fühlen sich auf 90% an als ob wir permanent eine schöne dicke Gemüsesuppe umrühren. Der Topf – die Havel, der Rührlöffel – das Paddel. Unfassbar anstrengend aber eben auch ein unfassbar schöner Eintopf.Geplant als Tagespaddeltour sind wir mit 2 PKW (ja Schande über uns…) angereist und stellen Fahrzeug Nr. 1 an der Ausstiegstelle in Friedrichsthal an der Brücke (Dameswalder Weg / Kreuzallee) über die Schnelle Havel ab. Bevor Fahrzeug Nr. 2 mit uns Richtung Liebenwalde losfährt, erkunden wir eine gute Ausstiegstelle. Diese ist direkt neben der Brücke gegeben. Gute 12 km Luftlinie ergeben dann doch 25 km Fahrt zum Einstieg . Genau wissen wir nicht wo wir einsteigen werden. Mit Karte und etwas Glück finden wir einen leeren Parkplatz mit super Einstiegstelle unter einer Brücke der Bundestraße. Sogar ein Rastplatz steht zur Verfügung. Ihr findet den Parkplatz auf der B167 (Neuholländer Allee / Hamburger Chaussee) außerhalb von Liebenwalde. Der Platz unter der Brücke ist ausreichend zum Aufbau von schätzungsweise 4…5 Packrafts.Schon hier bekommen wir einen ersten Eindruck von der Fließgeschwindigkeit der Schnellen Havel. Die Namensgeber können getrost als Scherzkekse in die Geschichte eingehen. Ich bin ja schon langsam aber die Schnelle Havel spielt in einer anderen Liga. Bei der Tour geht es definitiv nicht um Geschwindigkeit sondern um ein sehr intensives und wunderschönes Naturerlebnis. Und dass meistens weit ab von der Zivilisation. Herrlich.Die Wasserflora ist unfassbar abwechslungsreich und das klare Wasser gibt jederzeit den Blick auf die Unterwasserwelt frei. Wer 50 Shades of Green live erleben will, ist hier genau richtig. Meine Lieblingspflanze der Tour ist hellgrün… also hellgrünhellgrün, hellgrüner geht es quasi nicht. Toll.Der mäandrierende Fluss ist eine absolute Attraktion. Wir fahren teilweise nur 20..30 m hintereinander und können uns weder sehen noch hören. Das Schilf rauscht und die vielen Kurven verstecken den Vorder- bzw. Hintermann komplett. In den Biegungen sind immer wieder freie, sandige Stellen zu sehen. Hier tummeln sich Fische. Die Pegelstände zwischen 50 und 250 cm laden das ein oder andere Mal gerade hier zum Baden ein. Wir entscheiden uns auf Grund der Länge der Tour aber dagegen.Die ersten 2 Drittel geht es viel durch Felder und Wiesen. Bäume sind eher selten zu sehen. Schilf und Gräser aber auch bunte Blumen sind treue Begleiter am Ufer dieses Abschnittes. Wir wundern uns, dass kaum Vögel zu sehen oder zu hören sind. Allerdings wartet mit einer Schwanenfamilie bereits eine gefiederte Herausforderung auf uns. Die Jungen können noch nicht fliegen und so versucht die Familie ihr Heil in der schwimmenden Flucht vor den Gummiboliden. Das Elternpaar versucht immer wieder die flauschigen Jungschwäne vor uns zu verstecken, scheitert aber an der Enge des Flusses. Das Schauspiel findet sein Ende an einem Wehr, an dem wir zum Umtragen aussteigen müssen. Zum Glück ist hier genug Platz um einander auszuweichen. Mit einem Schwan, welcher seine Jungen beschützt, wollen wir uns in keinem Fall anlegen. Bis hier haben wir übrigens schon einige Brücken unterfahren und sind über kleine Wehre geholpert. Limbo und Spaß würzen das Befahren der Gemüsesuppe ausreichend. Schön, dass es an diesem nicht befahrbaren Wehr mal rausgeht. Die Wiesen sind saftig und der wolkige Himmel ist toll. Außerdem will das Gesäß auch mal entlastet werden. Nach 100 m Umtragen (übrigens klasse präparierte Ausstiegstelle) geht es weiter. Eine quer in der Havel liegende Buche versperrt bald das Weiterkommen. Abenteuer pur. Was tun? Über den Stamm steigen wir aus, ziehen unsere Boote auf die Koppel und steigen kurz hinter dem umgestürzten Riesen über den Stromzaun zur provisorischen Einstiegstelle. Tolle Inszenierung der Tour, ein Sahnehäubchen quasi.Immer mehr Bäume sind hier am Ufer zu finden. Und die nächste Schwanenfamilie wartet auch schon auf uns. 5 Kurze sind mit dabei. Da das Schilf hier kürzer ist und der Fluss ziemlich schmal dahin schlängelt, können sie sich nicht verstecken. Wir haben den gebührlichen Respekt und steigen auf einer Weide in Malz aus. Wir umlaufen die Familie und steigen ein paar 100 m hinter ihnen wieder ein. Diese sind mittlerweile komplett entspannt und fressen die allgegenwärtige Entengrütze. Hinter Malz ändert sich die Landschaft nachhaltig. Es wird waldiger. Wir tauchen durch Schwarzerlen und Trauerweiden hindurch. Die Bebauung am Ufer nimmt teilweise zu. Mittlerweile schmerzen Hände, Arme, Rücken und der Rest. Der Genuss des letzten Abschnitts bleibt trotzdem ungetrübt. Der Abenteuerfaktor steigt weiter. Die im Wasser liegenden Bäume zwingen uns kreuz und quer zu fahren, über Bäume zu rutschen und unter Bäumen hindurch zu tauchen. Klasse, die angestrengten Gliedmaßen sind schnell vergessen. Hier sind auch ab und an Stellen ohne starken Bewuchs zu finden. Ab und an… wir freuen uns über jede Einzelne.Nach 19 km steigen wir an der Brücke in Friedrichsthal aus. Boote grob säubern und wieder 25 min Fahrt zum Startpunkt. Danach geht’s nach Hause. Start 07:45 Uhr, wieder daheim 19:45 Uhr. Ein ganzer Tag Natur und Abenteuer pur liegen hinter uns. Großartig. Und die Oberarm-Muckis freuen sich auch.Abschließende Hinweise: Die Schnelle Havel darf nicht überall und auch nicht ganzjährig befahren werden. Erkundigt euch über die freigegebene Abschnitte und Zeiten. Die Tour ist wirklich anstrengend, unterschätzt den Einfluss der Unterwasserpflanzen nicht. Denkt an ausreichend Verpflegung und Trinken, unterwegs ist nichts.Die Befahrung gerade des letzten Drittels mit einem Festrumpfboot wird wahrscheinlich nicht klappen. Es liegen zu vielen Bäume dicht unter der Wasseroberfläche quer. Der Tiefgang der Boote wird ein Weiterkommen wahrscheinlich verhindern. Hier können Packrafts mit ihrem flachen Boden eine ihrer Stärken ausspielen. Auch Finnen sind hier kontraproduktiv.

    • 24. Juli 2020

  • Heiner

    Ich denke mal, nachwandern ist nicht so empfehlenswert ... wegen der nassen Füße 😀
    Die ungewohnten Ansichten sind gar nicht so schlecht! Ist mal wieder etwas anderes. Super!

    • 24. Juli 2020

  • Rene MT

    Oh, sehr cool! Steht bei mir auf der ToDo-Liste - habe erst gestern wieder zwecks Planung recherchiert. Bin auf die Beschreibung gespannt 🙂

    • 24. Juli 2020

  • Frank Meyer

    Tolle Eindrücke, Norman! Das ist ja mal eine ganz andere Ecke als üblich. Da gibt es übrigens auch einen richtig tollen Weg zum Wandern teilweise direkt an der Schnellen Havel und teilweise am Havelkanal von Neuholland bis nach Malz.

    • 24. Juli 2020

  • peacemaker_fx

    Super! Sehr schöne Paddeltour. Hab ich mir gleich mal abgespeichert.
    Bisher war ich immer der Meinung, dass die Schnelle Havel für Boote gesperrt ist. Erst durch Dich hab ich gerade herausgefunden, dass man ab Liebenwalde doch paddeln darf.

    • 25. Juli 2020

  • Eisenwaden

    Danke für eure schönen Kommentare. @Frank, da muss ich wohl dann doch mal die Fortbewegungsart ändern. Die Landschaft muss auch auf der Landseite traumhaft sein.

    • 25. Juli 2020

  • peacemaker_fx

    Noch ein weiteres Lob von mir für den mitreißenden Tourbericht. Klasse! 👍

    • 25. Juli 2020

  • Eisenwaden

    😁 Danke

    • 25. Juli 2020

  • Frank Meyer

    Wunderbare Beschreibung, Norman!Um die tollen Eindrücke zu komplettieren habe ich am Nachmittag die Wanderung zwischen Neuholland und Malz wiederholt: komoot.de/tour/226239020Vielen Dank für die Inspiration! Diese herrliche Tour wollte ich schon seit ewigen Zeiten mal mit Manfred Reschke wandern, da die Havel ja sein ultimatives Herzensprojekt ist. Nach meiner Tour heute schlage ich ihm die Kurzstrecke auf jeden Fall noch mal vor.

    • 25. Juli 2020

  • Eisenwaden

    Klasse 👍.

    • 26. Juli 2020

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