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Über peacemaker_fx

Radfahren, Wandern, Paddeln, Joggen - Ich bewege mich gerne und bin gerne draußen in der Natur, möglichst weit weg von Autos und Motorenlärm. Mindestens einmal pro Woche versuche ich, der Stadt den Rücken zu kehren. Klappt nicht immer, aber oft. Meistens solo, ab und zu mit Freunden.
Eine sportliche Herausforderung ist fast immer mit dabei. Ich versuche aber diese nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, sondern bewusst das Unterwegssein selbst als Erlebnis zu verstehen und zu gestalten. Klappt auch nicht immer, aber oft.
PN: felix(*at*)masurenburg.de

Distanz

17 820 km

Zeit in Bewegung

1695:22 Std

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  1. peacemaker_fx und Nick waren wandern.

    vor 4 Tagen

    04:15
    19,3 km
    4,6 km/h
    560 m
    580 m
    Frank Meyer, Jac und 37 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Viel kühler als gestern war es heute auch nicht. Aber zumindest gab es ein paar Wolken, die gelegentlich bereit waren, sich für ein paar Minuten vor der Sonne zu platzieren und ein wenig Schatten zu spenden. Da das Wandern mit kompletten Gepäck sich gestern in der Hitze als ziemliche Tortur angefühlt hatte, warfen wir die Routenplanung für die letzte Etappe über den Haufen (ursprüngliches Ziel war Bad Harzburg) und entschieden uns stattdessen, nur die Wandernadelstempel rund um Altenau einzusammeln und dann bis zum Okerstausee zu laufen. Von dort würden wir ganz bequem den Bus nach Goslar nehmen können. Woanders hatten wir für diesen Abend kein Quartier mehr bekommen.Altenau hatten wir uns am Vorabend ein wenig angeschaut. Es ist eine der ehemals 7 freien Bergstädte im Harz und verdankt seine Existenz vor allem den reichen Silber- und Eisenerzvorkommen, die ab dem späten Mittelalter von den hierher eingewanderten erzgebirgischen Bergleuten abgebaut wurden. Es ist mir nicht gelungen, mir ein Gesamtbild des Städtchens vorzustellen, denn es erstreckt sich über mehrere Täler und Hügel in unterschiedliche Richtungen. Im Ortskern finden sich viele repräsentative, historische Fachwerkhäuser. Eine recht große Anzahl von Restaurants und Hotels zeugen davon, dass man jetzt vorrangig auf den Tourismus setzt. Da tut man sich der Harz ja teilweise etwas schwer, gegen das "alte Leute Kurbad"-Image zu kämpfen. Ein wenig deplatziert wirken die Hochhäuser der Ferienanlage auf dem Glockenberg, die über der Stadt aufragen.Da unser Quartier sich ganz am Ortsrand befand, ging es zum Auftakt der Wanderung ohne Umschweife aus der Stadt hinaus. Die nächsten 2,5 km brachten uns mit 250 Hm wieder voll in den Wandermodus. Über den Kunstberg stiegen wir am Bruchberg hinauf, wo im Hang die Kleine Oker entspringt. Dort hatten wir bereits bei den höchsten Punkt der Etappe erreicht und konnten gemächlich dem Berghang schräg nach unten folgen. Hier am Lilierkopf beginnt das Schutzgebiet Nationalpark Harz, dass sich Richtung Osten zum Brocken hin fortsetzt. Sofort fallen die Waldflächen auf, die dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Im Nationalpark lässt man sie oft stehen, während sie außerhalb davon abgeholzt werden. Auf unserem Weg hinunter zum Dammgraben kamen wir an beidem vorbei. Eine kleine, hölzerne Waldhütte steht nun etwas nackt und verloren mitten auf einer freien Fläche aus Baumstümpfen. Das ist fast genauso trostlos wie die braunen Baumleichen. Rund um Altenau gibt es aber auch noch große Gebiete mit grünen, lebendigen Wäldern. Am Fuß des Bruchberges trafen wir auf den Dammgraben. Er gehört zum Weltkulturerbe der Oberharzer Wasserwirtschaft. Gemeint sind damit hunderte Kilometer künstlich angelegter Wasserläufe. Sie wurden um die Bergflanken herumgeführt, um das Wasser den Wasserrädern zuzuleiten, die ihrerseits dazu dienten, das Grubenwasser aus den Bergwerken abzupumpen. In der Regel sind sie etwa einen halben bis einen Meter breit und tief. Die Einfassung besteht aus aufgeschichteten Steinen. In deren Zwischenräumen haben sich Farne und Moose angesiedelt, was ihnen ein malerisch-verträumtes Aussehen verleiht. Mit Hilfe dieser Technik wurde der Harz im späten Mittelalter bis zum Beginn der Industrialisierung zum bedeutendsten Erzabbaugebiet auf dem Territorium des heutigen Deutschland. Der Dammgraben ist einer dieser Gräben. Er verläuft auf einem künstlichen Damm (daher der Name). Die Stollen um Clausthal und Zellerfeld lagen schon zu hoch, als dass man die Wasserräder mit dem Wasser aus der direkten Umgebung hätte antreiben können. Um dem Grabensystem zusätzliches Wasser aus der Umgebung des Brockens zuleiten zu können, wurde die Senke zwischen den Höhenzügen mit dem Damm überbrückt. Das war für die damalige Zeit eine einmalige Ingenieursleistung. Wir folgten dem Dammgraben bis zur Stempelstelle am Schachtkopf. Dann wanderten wir am Südhang des Schwarzenberges in Richtung Altenau zurück. Hier gab es meist sehr schöne und grüne Wälder. Und Schatten. Je weiter wir nach unten liefen, desto mehr Laubwald, während die Hügel oben von dichten, dunklen Fichtenbeständen dominiert werden. Wir hatten lange hin- und her überlegt, ob wir unten im Tal an der Oker bleiben und neben der Straße am Ufer des Stausees hinüber nach Schulenberg laufen, oder trotz der Wärme die zusätzlichen 100 Höhenmeter über den Dietrichsberg auf uns nehmen sollten. Nach einer längeren Rast in einem Biergarten neben der Landstraße kam uns der Anstieg aber doch deutlich attraktiver vor, als auf den folgenden 5 Kilometern die pausenlos vorüberknatternden Motorrad- und Quadfahrertruppen zu ertragen. Dann lieber schwitzen. Auf der gegenüberliegenden Bergseite erreichten wir den westlichen Ausläufer des Okerstausees. Dort mündet das Bächlein Lange. Den ganzen Büschen und kleinen Bäumen nach zu urteilen, die im Talgrund wachsen, hat der Stausee offenbar schon seit längerem sehr wenig Wasser. Laut Karte hätten wir auf unserem Weg durch die Talsenke nasse Füße bekommen müssen. Momentan endet die Wasserfläche jedoch schon einen halben Kilometer weiter talabwärts. Die schönen Wiesen am Bach scheinen ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Einige Leute sah man dort in der Sonne braten oder mit den Füßen im klaren, kalten Bachwasser herumstapfen. Alles strahlte eine entspannte, faule Samstagnachmittagsatmosphäre aus. Für uns hieß es aber noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Ein Berg stand noch auf dem Plan. Der letzte Wandernadelstempel dieser Tour befand sich hinter Schulenberg im Hang des Großen Wiesenberges. Im angenehmen Halbschatten des dichten Waldes machten wir oben eine längere Rast, zählten die Wandernadelstempel und ließen die letzten 7 Tage Revue passieren. Ein harzerfahrenes Wandererpärchen gesellte sich dazu und wie im Flug verging die Zeit mit Wandergeschichten und -anekdoten. Zum Schluss mussten wir tatsächlich auf die Uhr schauen, um den letzten Bus aus Schulenberg nach Goslar nicht zu verpassen. Mit einem letzten Panoramablick aus das Brockenmassiv endete hier unsere Wandertour. Als Wanderung an sich war diese Etappe unseres Weges nicht übermäßig spektakulär. Für uns war sie ein guter Ausklang der großen Runde. In den höher gelegenen Teilen Anfang ließen sich einerseits die breiten Schotterstraßen nicht vermeiden und die Verwüstungen, die der Borkenkäfer in den letzten Jahren angerichtet hatte, waren nicht zu übersehen. Am besten gefallen hat mir der kleine Bergwanderweg im Hang des Schwarzenbergs.<- Tag 6: komoot.de/tour/395427590

      • vor 3 Tagen

  2. peacemaker_fx und Nick waren wandern.

    vor 5 Tagen

    Lausitzsonne, Jpac und 60 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Tourbeschreibung folgt. Im dem gestrigen Glutofen sind scheinbar viele meiner Gehirnzellen eingetrocknet, geröstet oder zerkocht worden. Da war kein sinnvoller und vollständiger Satz mehr herauszulocken.<- Tag 5: komoot.de/tour/394791010-> Tag 7: komoot.de/tour/396236108

      • vor 4 Tagen

  3. peacemaker_fx und Nick waren wandern.

    vor 6 Tagen

    Lausitzsonne, Frank Meyer und 59 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Heute war mit Sicherheit der anstrengendste Wandertag unserer Tour, aber auch der mit der abwechslungsreichsten Strecke. Schon beim Losgehen in Hahnenklee hatte die Sonne das Thermometer fast zum Platzen gebracht. Kein einziges Wölkchen traute sich auf den blaublanken Himmel. Wir liefen zunächst durch den Ort und wollten um den Bocksberg herumlaufen, um zum Schalker Turm zu gelangen. Der kleine Trail, den wir uns als Alternative zu dem in der ersten Planung vorgesehenen Forstweg rausgesucht hatten, stellte sich jedoch als eine Mountainbikepiste mit Rampen und Schanzen heraus. Einige Biker sausten und hopsten dort in halsbrecherischem Tempo in's Tal hinunter. Es schien nicht ratsam zu sein, ihnen dort entgegenzulaufen. Gleich daneben gerieten wir auf die Abfahrtbahn der Bocksbergcarts, eine Art dreirädriger Seifenkisten, mit denen man vom Gipfel des Berges auf einem Schotterweg ins Tal heizen kann. Zum Glück kam uns keins entgegen, denn wir hatten an diesem Punkt keine andere Option als ein Stück die Bahn hinaufzulaufen. Bald konnten wir aber auf einen Waldweg abbiegen, der uns leicht abwärts in die Nähe des Auerhahner Teichs führte. Der dichte Wald schützte uns vor der Sonne. Nach Überquerung der Landstraße ging es auf einem asphaltierten Weg bis auf den Gipfel des Berges Schalke, wo der danach benannte Aussichtsturm steht (Hat nichts mit dem Fußballverein zu tun). Vom Turm hat man einen exzellenten Blick zum Brocken hinüber, zumindest an einem so wolkenlosen Tag wie heute. Da oben gibt es keinen Schatten und wir wanderten nach kurzem Aufenthalt wieder in's Tal hinab. Dort folgte unsere Route lange Zeit dem Schalker Graben. Es schafft eine schöne Atmosphäre auf dem schmalen Weg neben dem kleinen Bächlein durch den Gebirgswald zu laufen. Die Luft war von vielen Vogelstimmen erfüllt und im Schatten der Bäume fühlte sich die Wärme angenehm an. Am Ende trafen wir auf den Großen Kellerhalsteich. Es ist eine historische Talsperre, die heute der Trinkwassergewinnung dient. Daher darf man nicht darin baden. Etwas weiter unten, an den Grumbacher Teichen, sieht das schon anders aus. Ein erfrischendes Bad im herrlich kalten Wasser war heute Gold wert. Auf Erfrischungen, die man für normales Geld kaufen kann, hofften wir in Bockswiese vergeblich. Der Ort schien in vollkommener Hitzelethargie erstarrt zu sein. Nun denn.Zwischen Bockswiese und Wildemann folgten wir dem Grumbach. Davon gefielen mir die ersten 2 Kilometer am besten. Getreu unserer neuen Devise hatten wir statt des ausgeschilderten Wanderweges einen Pfad direkt am Bach ausgewählt. Der entwickelte sich nach kurzer Zeit zu einem urigen Dschungelpfad mit Bäumen die es zu überklettern galt, knöcheltiefen Schlammlöchern in die der Fuß unvermittelt einsank, brusthohen Gebüschen, zwischen denen wir uns hindurchschlängelten und kleinen, einmündenden Wasserläufen, über die wir springen mussten. Die hohen alten Bäume am Hang scheinen sich unendlich hoch in den Himmel zu strecken. Alles rundherum erstrahlte in hunderten oder tausenden von Grünschattierungen. Glücklicherweise gibt es in diesem Flusstal keine Felsen und Stromschnellen, sonst wäre wohl auch noch eine Kletterparie daraus geworden. Der Grumbach murmelt ganz friedlich, sanft und leise talabwärts. Später trafen wir dann wieder auf einen richtigen, befestigten Wanderweg, dem wir bis zum Unteren Grumbacher Teich, ebenfalls eine kleine Talsperre, folgten. Ab dort verläuft dann eine Schotterstraße im Bachtal bis nach Wildemann. Da sie zu breit ist, als dass die Baumkronen über ihr zusammenstoßen könnten, ballerte hier am frühen Nachmittag die Sonne ganz ordentlich in die Wegschneise. Davon abgesehen ist das Bachtal sehr schön. Wir wollten gerne den Wandernadelstempel Prinzenlaube auf dem Badstubenberg bei Wildemann unserer Sammlung hinzufügen. Daher kämpften wir uns die 150 Meter auf den Berg über der Stadt hinauf und wieder hinunter. Zum Glück verlief der Weg im Wald. Wir hatten sehr darauf spekuliert, dass es in der Bergstadt Wildemann wenigstens einen geöffneten Biergarten geben würde. Gesehen haben wir einen einzigen. Ausgerechnet der hat leider donnerstags Ruhetag. Was machen wir nur falsch. Der kleine Supermarkt hatte dafür geöffnet - Dann eben so. Der Ort ist ansonsten wirklich sehr hübsch anzusehen. Stolze, alte, zweistöckige Bergmannshäuser reihen sich entlang der Hauptstraße. Typisch für den Harz sind sie mit hellen Holzplanken verkleidet und oft an den Giebeln mit Schnitzereien versehen. Nach der Pause am Supermarkt machten wir uns an den Endspurt. Einen Anstieg galt es noch zu bezwingen. An der erstaunlich großen Kirche vorbei verließen wir Wildemann. Unser Weg führte und erstmals auf dieser Wandertour eine Zeit lang über eine Bergflanke die nicht von Wald, sondern von einer Wiese mit hohem Gras bedeckt war. Nach 4 Tagen kommt einem so eine offene, freie Fläche ganz ungewohnt vor. Noch mehr hätten wir das vielleicht genießen können, wenn es dort in der Sonne nicht so unerträglich heiß gewesen wäre. Im Bärenhöhlental ist dann zwar wieder Wald, jedoch trat hier das gleiche Phänomen auf, wie am Ende des Grumbachtals. Die Sonne zielte genau in die Schneise der breiten Schotterstraße. Wir wechselten daher bei der nächsten Gelegenheit auf einen parallel verlaufenden, kleinen, steilen Waldweg zwischen den Bäumen. Alles was an Kräften noch mobilisiert werden konnte, wurde aktiviert, denn das waren die letzten Höhenmeter aufwärts für heute. Oben erreichten wir nach kurzer Strecke den Iberger Albertturm. Die Gaststätte sollte zwar bereits seit einer Stunde geschlossen sein. Man schien es jedoch nicht so genau zu nehmen mit den Öffnungszeiten und wir waren hocherfreut, doch noch etwas zu trinken zu bekommen. Geht doch. Von der Spitze des Aussichtsturm kann man tatsächlich noch den Brocken sehen. So ganz knapp lugt hinter den Kamm eines näherliegenden Berges hervor. Der Blick nach Westen in die Ebene ist ungleich beeindruckender. Dann ging es flugs den Berg hinunter nach Bad Grund, wo wir heute übernachten würden. Mir hat die heutige Strecke in ihrer Gesamtheit von allen bisher zurückgelegten Etappen am besten gefallen, obwohl man es uns nicht gerade leicht gemacht hat. Besonders das wunderschöne Grumbachtal hat mich beeindruckt.<- Tag 4: komoot.de/tour/394093242-> Tag 6: komoot.de/tour/395427590

      • vor 5 Tagen

  4. peacemaker_fx und Nick waren wandern.

    vor 7 Tagen

    Gerd, Ger Da und 52 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Heute morgen gaben wir Seesen noch eine weitere Chance, den nichtssagenden Eindruck von gestern Abend zu revidieren. Und tatsächlich kamen wir durch ein paar ganz hübsche Straßen mit harztypischen Fachwerkhäusern. Viele der Ladengeschäfte stehen allerdings leer. Insofern scheint Seesen das Schicksal mit einigen der brandenburgischen Kleinstädte zu teilen. Ebenfalls positiv überrascht wurden wir, als wir die Stadt entlang des Baches Schildau verließen. Am Stadtrand, gleich am Fuß der Berge, erstreckt sich der schöne Steinway-Kurpark mit mehreren Teichen und dicken alten Bäumen. Der Name Steinway wird hier überall sehr groß geschrieben, denn der Begründer der berühmten Klavierbauerdynastie, Heinrich Steinweg (anglisiert Steinway) ist quasi der bekannteste Sohn der Stadt. Geboren wurde er in Wolfshagen, wo wir am Vortag übernachtet hatten, lebte und arbeitete lange in Seesen, bevor er mit über 50 Jahren, nach Amerika auswanderte. Der Kurpark geht auf eine Stiftung der Firma Steinway & Sons zurück, die sich bis heute ihren deutschen Wurzeln verbunden fühlt, wie man auf einer Infotafel im Park lesen kann. Hinter dem Park war das Schlendern und Spazieren vorbei. Ohne weitere Vorwarnung begann der Aufstieg in die Berge. Etwa drei Kilometer führte der Weg knackig und ohne Unterbrechung bis zur Tränkebachhütte hinauf. Das hat jeden von uns beiden sicher 1-2 Liter Schweiß gekostet und verlangte nach einer längeren Verschnaufpause.
      Anschließend verlief unsere Route annähernd auf gleicher Höhe um die Bergkuppen herum. Wie von den vergangenen Tagen bereits gewöhnt, eine breite Forststraße. Die meiste Zeit begleitete uns ein sehr schöner und recht natürlich wirkender Laub- und Mischwald und spendete Schatten. Selbst die Fichten machen hier in der Regel einen gesunden Eindruck und sind kaum vom Borkenkäfer betroffen.
      Nach der Überquerung der Landstraße ging es hinunter in das Tal von Lautenthal. Die Kastanienstraße, war, wie ihr Name schon versprach, von einer Allee schöner Kastanienbäume gesäumt. Allerdings war sie auch asphaltiert. So entschieden wir uns, nicht weiter der geplanten Route ins Tal zu folgen, sondern nahmen den schmalen, sehr schönen Wanderweg, der um dem kleinen Bromberg herum nach unten führt. Den Ort streiften wir nur ganz am Rand, bevor wir unmittelbar die nächste Steigung in Angriff nahmen. Hoch über den Dächern des Ortes thront die kleine Wirtschaft "Maaßener Gaipel" am Kranichsberg, wo wir uns bei herrlichem Ausblick in das Tals erst einmal um das leibliche Wohl kümmerten. Der Kranichsberg scheint löchrig wie ein Käse zu sein, möchte man anhand der vielen stillgelegten Bergwerkstollen meinen, an denen man beim Auf- und Abstieg vorüberläuft. Um später nicht wieder ganz bis unten in das Tal zu müssen, umrundeten wir Lautenthal östlich auf halber Höhe des Berghanges. Eine bunten Sommerwiese bedeckt hier den Hang. Und schon wieder ging es hinauf. Nach dem Maaßener Gaipel erklommen wir nun den anderen Aussichtspunkt, der sich genau gegenüber des ersten, auf dem Bielstein im Norden des Ortes befindet. Dort gibt es keine Gaststätte. Das war jedoch erst der Anfang des Aufstieges. Bis zu unserem heutigen Zielort Hahnenklee wollten noch weitere 100 Höhenmeter überwunden werden. Wir haben unsere Strategie beibehalten und sind, wo es möglich war, von den breiten Forstwegen auf die kleinen Wege gewechselt, die auf der Karte als dünne schwarze Linien markiert sind. Bisher hat das sehr gut geklappt und endlich hatte man wenigstens streckenweise das Gefühl mitten durch die grüne Natur zu wandern, statt daran vorbei. Immer wieder fiel uns auf, wieviel schöner, vielfältiger und scheinbar auch gesunder die Wälder hier im Westharz zu sein scheinen. Bis sich der Wald östlich des Brocken wieder soweit erholt hat und nachgewachsen ist, werden noch einige Jahre vergehen. Hahnenklee ist offenbar ein reiner Touristenort und besteht quasi ausschließlich aus Hotels Ferienwohnungen, Restaurants und Souvenirläden. Derzeit ist fast noch nichts los und die Atmosphäre beim abendlichen Bummel durch den Ort war sehr relaxed. Das war eine sehr fordernde Etappe heute mit einigen steilen Anstiegen. Wir werden die verbleibenden Etappen alle noch mal überprüfen und, wenn möglich, auf kleinere Wege ausweichen. Neben den wunderbaren Bergfernblicken war es heute wirklich ein Vergnügen unterwegs auf ein geöffnetes Restaurant zu treffen. Das hatten wir auf der bisherigen Reise erst ein einziges Mal.<- Tag 3: komoot.de/tour/393358173-> Tag 5: komoot.de/tour/394791010

      • vor 6 Tagen

  5. peacemaker_fx und Nick waren wandern.

    15. Juni 2021

    Lausitzsonne, Bonnie24 und 55 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Ich will versuchen mich heute ein wenig kürzer zu fassen, denn es ist schon spät und der Hopfensaft macht mich schläfrig. Es ist der dritte Tag. Erfahrungsgemäß ist die in den Muskeln gespeicherte Energie verbraucht und allmählich sickert überall im Organismus die Information durch, dass jetzt keine längere Erholungspause folgt, sondern die nächste Etappe. Diese Umstellung bringt einen kleinen Durchhänger mit sich. In mancherlei Hinsicht glich diese Wanderetappe der gestrigen. (Nicht zuletzt: Berg -> Stausee -> Berg -> Ziel) Auf einem recht schönen Weg verließen wir Wolfshagen, aber noch in Sichtweite der Häuser mündete er auf eine der Schotterstraßen, die wir gestern schon zur Genüge kennengelernt hatten. Auf dieser wanderten allmählich bergan. Der erste und kleinere von den beiden heutigen Anstiegen. Der Himmel hielt sich etwas bedeckt. Das war zum Wandern ganz angenehm. Überraschend viel Laubwald begleitete den Weg hinauf. Entweder hat man hier von Anfang nicht auf die Fichte gesetzt, oder der Borkenkäferbefall ist schon so lange her, dass der wiederaufgeforstete Wald inzwischen schon groß geworden ist. Ansonsten ist der Weg bis zur Mandolinenhütte nicht weiter spannend und hat keine Aussichtspunkte oder sonstige Abwechslungen zu bieten. Von der Mandolinenhütte hat man dann erstmals einen schönen Ausblick auf den Innerstestausee. Der sich anschließende Weg in's Tal war der einzige idealtypische Harzer Bergwanderweg für heute - 30 cm breit, loser Untergrund, knorrige, aus dem Boden ragende Baumwurzeln - so schlängelt er sich steil den Hang hinunter. Unten trafen wir auf einen asphaltierten Radweg, der offenbar auf einer alten Bahnstrecke gebaut wurde. Wir liefen darauf entlang bis zur Südspitze des Stausees und folgen dann dem Seerundweg, welcher zu meiner nicht so großen Begeisterung ebenfalls asphaltiert war. Im Gegensatz zum Granestausee ist Baden im Innerstestausee erlaubt. Der Wasserstand ist derzeit relativ niedrig. Daher gibt es rundherum einen breiten, flachen Uferstreifen. Man kann sich praktisch überall niederlassen und reinspringen. Ich für meinen Teil lasse mir sowas nicht zweimal sagen. Köpper ins kühle Nass. Mir doch egal ob die Sonne scheint oder nicht. Nach der längeren Badepause wartete die eigentliche Herausforderung des heutigen Tages. Ein ca. 4 Kilometer langer Anstieg brachte uns ca. 300 Meter am Stück nach oben bis auf die Spitze der Langeswarte. Von dort kann man bei guter Sicht den Brocken sehen. Heute war es dafür zu diesig. Aber trotz dessen war der Blick überwältigend. Wir konnten von dort den gesamten bisher zurückgelegten Weg ab Goslar grob anhand der Berggipfel nachvollziehen.Bis nach Seesen, unserem Tagesziel, ging es nun wieder kontinuierlich hinunter. Auch hier bestimmten erneut Schotterstraßen das Bild. Das mäßige Gefälle vereinfacht sicherlich das Gehen. Die Anstrengungen schmaler, steiler Pfade hätten wir beide jedoch gerne dagegen eingetauscht. Aber die scheint es hier nicht zu geben. Am Schluss der Wanderung durchquerten wir Seesen. Auf keinen von uns machte die Stadt, die sich selbst als Tor zum Harz betrachtet, bei der kurzen Durchquerung der Innenstadt einen übermäßig einladenden Eindruck. Wie gestern wanderten wir heute größtenteils auf breiten Schotterwegen. Kleinere, natürliche Bergwanderwege scheinen offenbar im westlichen Teil des Harz' überhaupt sehr selten zu sein. Das ist ein wenig schade, denn der Wald ist hier, verglichen mit dem östlich des Brockens ungleich schöner und vielfältiger; wenn man mich fragte, auch scheinbar gesünder. Uns kommt es so vor, als wenn man umso weniger Mühe auf die Wanderwege verwendet hätte, je größer die Entfernung vom touristisch besser erschlossenen Oberharz ist. Vom Luxus eines Ausflugslokals will ich gar nicht erst anfangen. Wirkliches Highligt für mich war heute das Bad im Stausee.<- Tag 2: komoot.de/tour/392638540-> Tag 4: komoot.de/tour/394093242

      • 15. Juni 2021

  6. peacemaker_fx und Nick waren wandern.

    14. Juni 2021

    Torsten Wildner, Bonnie24 und 58 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Nach dem gestrigen Einwander-Tag ohne Gepäck war heute nun der eigentliche Tourbeginn. Nach zwei Tagen im Hostel hat überraschenderweise doch alles wieder in die Rucksäcke gepasst. Zunächst führte uns der Weg noch einmal in die Stadt hinunter, da wir für die nächste Herberge vorsichtshalber einen Negativtest dabeihaben wollten. Das 'Testlabor' besteht aus einer umfunktionierten Weihnachtsmarktbude aus Holz. Statt Tannenzweigen klebt ein Apothekenschild daran und statt Zuckerwatte kommt das Teststäbchen aus dem Fensterchen direkt in die Nase. Ich fand den Anblick sehr amüsant, hab aber aber leider kein Foto gemacht. Davon abgesehen hat es seine Funktion erwartungsgemäß und zweckmäßig erfüllt. Unter wolkenlosem, blauen Himmel verließen wir Goslar in westlicher Richtung. Schon jetzt, am späten Vormittag hatte die gleißende Sonne jeglichen Rest von Nachtkühle vertrieben. Unser Weg führt vom Stadtrand zum Steinberg hinauf. Schon nach kurzer Zeit rann der Schweiß und wir waren sehr froh darüber, dass das dichte Blätterdach des Waldes uns seinen Schatten für den Aufstieg spendete. Auf dem Gipfel des Steinbergs steht schöner, kleiner Aussichtsturm. Er sieht aus wie eine mittelalterliche Burgwarte, stammt jedoch von 1888. Der Ausblick über Goslar und das Harzvorland ist spektakulär. Unsere Route führte nun auf der anderen Seite des Berges wieder hinunter und in der prallen Sonne über die Wiesen des Schüsseltals. An dessen Ende trafen wir auf den Granestausee. Da unser Tagesziel, Wolfshagen, hinter dem Stausee lag, mussten wir irgendwie daran vorbei. Entweder nördlich oder südlich. Wir hatten uns für die Variante im Süden entschieden. Ein wenig war die Hoffnung gewesen, wenn wir dem Seerundweg folgen, würden wir vielleicht auf die eine oder andere Badestelle stoßen. Das erwies sich leider als totaler Reinfall, denn im Granestausee darf man weder baden, noch Boot fahren. Selbst Angeln ist weitestgehend verboten. An allen Wegen, die zum Ufer hinunterführen stehen Verbotsschilder. Scheinbar ist selbst das Betreten des Ufers nicht genehm. So warfen wir 7 km lang sehnsüchtige Blicke in Richtung des erfrischenden, blauen Wassers, während wir uns von der Sonne rösten ließen. Dazu kam, dass der Weg auch eher zum Radfahren geeignet ist, als zum Wandern. Einige Abschnitte sind asphaltiert, den größten Teil bildet eine breite, weiße Schotterstraße. Nix mit hübschen, schattigen Harzwanderwegen, die sich um dicke Bäume und wuchtige Felsblöcke schlängeln. Der einzige wirklich positive Aspekt war, das Fehlen von steilen Auf- und Abstiegen, sodass wir ohne großen zusätzlichen Kraftaufwand zügig vorankamen.Am südwestlichen Zipfel des Stausees verließen wir den Rundweg und wandten uns wieder der Höhe zu. Auf den Altarklippen befindet sich ein Wandernadelstempel, den es einzusammeln galt. Zum Glück konnten wir hier wieder überwiegend im Wald laufen. Der Weg, den wir nahmen, war aber auch hier eine breiter Wirtschaftsweg, wie auf dem vorigen Abschnitt. Da die Nordseite des Berges kahl ist (vermutlich wegen Borkenkäferbefall), hat man von den Altarklippen eine grandiose Aussicht auf den Granestausee und auf Wolfshagen, unten im Tal. Eigentlich hatten wir geplant, auf dem Altarklippenweg wieder hinab zu steigen. Endlich mal wieder ein richtiger Bergwanderweg. Der Einstieg in den Weg war jedoch gesperrt und zudem mehrere Meter weit mit Baumstämmen und Asthaufen zugeschoben. Man hätte ein ganzes Stück den steilen Hang hinunterklettern müssen, um auf den Weg zu gelangen. Da wir auf die Schnelle nicht herausbekamen, was der Grund für die Sperrung sein könnte und sich daher das Risiko schlecht einschätzen ließ, wanderten wir auf einem kleinen Umweg eine andere Stecke wieder nach unten. Hier leider auch wieder in den Traktorspuren eines Forstweges. Weiter unten, im Bärental, gesellte sich der Borbergsbach zu uns. Zuerst als kleines, verstecktes Rinnsal in einer tiefen Kehle, später dann, als er etwas herangewachsen war, traute er auch direkt an den Weg heran. Nach der langen, staubigen Etappe durch die glühende Sommerhitze bot sich hier zum ersten Mal die Chance sich ein wenig Erfrischung zu gönnen. Die heißgelaufenen Füße zischten geradezu beim Eintauchen in das klare, eiskalte Bachwasser. Aber noch war die Wanderung nicht zu Ende. Eine letzte Herausforderung wartete noch auf uns. Ein kleiner, einsamer Wandernadelstempel lockte uns noch einmal aus dem Tal heraus, auf den Rundweg um den ehemaligen Wolfshagener Steinbruch. Bis 1986 wurde hier gebohrt und gesprengt. Heute steht er unter Naturschutz und beherbergt diverse bedrohte oder seltene Tierarten. Auf dem Rundweg um den Steinbruch kann man zudem einige Steinskulpturen bewundern, die aus dem hier geförderten Stein erschaffen worden sind. Es zog uns aber dann doch auf schnellstem Wege zu unserem Quartier im Dorf. Endlich raus aus der Sonne, so schön sie ist - duschen, essen, Beine hoch.Die Wanderung ist leider insgesamt nicht ganz so schön gewesen, wie erhofft. Der größte Teil verlief auf eintönigen Forststraßen und denen fehlte einfach etwas, dass sie besonders macht. Lediglich die beiden Aussichtspunkte auf den Steinberg und auf den Altarklippen sind hervorzuheben. Mit der Sonne und der Hitze werden wir uns wohl den Rest der Woche irgendwie arrangieren müssen.<- Tag 1: komoot.de/tour/392023486-> Tag 3: komoot.de/tour/393358173

      • 14. Juni 2021

  7. peacemaker_fx und Nick waren wandern.

    13. Juni 2021

    06:01
    23,7 km
    3,9 km/h
    870 m
    850 m
    Torsten Wildner, Joggingbrot 🏃🏻🥖 und 63 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Bei der Wanderwoche durch den Harz im vergangenen September hatten mein Kumpel Nick und ich uns vorgenommen, an dem Projekt dranzubleiben. Zum Glück hat es geklappt, so kurz nach der Lockerung der coronabedingten Beschränkungen bezahlbare Quartiere für eine fortlaufende Wanderung durch den Westharz zu buchen. Noch wissen wir nicht ob alles so funktioniert, wie gedacht, aber wir sind erst einmal optimistisch. Die ersten beiden Nächte verbringen wir in Goslar, dem Endpunkt der letzten Wanderung. Heute machten von hier aus zum Auftakt einen Tagestrip in das Okertal. Der früher eigenständige Ort Oker gehört heute zur Stadt Goslar. Wir haben davon eigentlich nur den Teil gesehen, der an der Bundesstraße liegt. Der ist nicht besonders ansprechend. Besonders dann nicht, wenn man gerade aus dem pittoresken Goslar herüberkommt. Hier wirkt dagegen alles ein wenig schmuddelig und heruntergewirtschaftet. Als Zielpunkt hatten wir uns die Ahrensberger Klippen ausgesucht, wobei wir auf dem Hinweg auf der westlichen Talseite und nahe am Fluss blieben, für den Rückweg den Weg oben über die zahlreichen Felsklippen auf der Ostseite wählten. Beim Wandern am Fluss entlang, geht es ziemlich gemächlich bergauf. Immer mal ein Stück hoch dann wieder hinunter zum Wasser. Zu unserer großen Freude sind hier trotz Borkenkäfer noch größere, grüne Waldbestände übrig. Fast auf der gesamten Strecke ist man daher vor der Sonne geschützt. Durch das Okertal verläuft eine recht stark befahrene Straße, die selten weit vom Fluss entfernt ist. Es ist nicht immer einfach, den Geräuschpegel auszublenden. Jedoch ist der Wanderweg immer separat von der Fahrbahn geführt, wenn auch stellenweise sehr dicht daneben. Die gute Erreichbarkeit mit dem Auto ist vermutlich dafür verantwortlich, dass relativ viele Leute an diesem sonnigen Sonntagnachmittag hier unterwegs waren. Mal abgesehen von der Straßenähe ist der Weg ganz urig und schön. Baden kann man in der Oker nicht. Erstens ist sie hier zu flach, zweitens kann es auf der oberen Flusshälfte passieren, dass die Wassermenge sich innerhalb von Sekunden verhundertfacht (so auf den Warntafeln zu lesen), wenn das Wasserkraftwerk am Okerstausee hochgefahren wird, und drittens, ist die Oker aufgrund des jahrhundertelangen Bergbaus in der Gegend hochgradig mit giftigen Schwermetallen belastet. Das sieht man ihr erfreulicherweise nicht an. (Bin nicht ganz sicher, ob das auch schon für diesen Teil gilt.)Am Endes des Flusswanderweges tritt man in der Nähe des unscheinbar wirkenden Kraftwerkhäuschens "Romkerhalle" aus dem Wald. Dort gibt es auch ein Ausflugslokal mit Biergarten an der Straße. Den Besuch dort sparten wir uns jedoch auf. Zuerst wurde gekraxelt. Der schmale Wanderpfad steigt im flotten Zick-Zack steil und steiler die Wand des Ahrensberges hinauf. Uns beiden Flachländern wurde teils schon ein wenig mulmig angesichts der geländerlosen Tiefe. Das wird sich aber erfahrungsgemäß im Lauf der Woche geben. Davon abgesehen, dass er ordentlich anstrengend und spannend war, ist der Weg herrlich und grün. Schweißgebadet plumpsten wir oben auf die Bank, bevor wir die grandiose Aussicht genossen und natürlich, nicht zu vergessen, den Wandernadelstempel abholten. Dem Wanderkaiser wieder ein kleines Stück näher gekommen. Auf dem selben Weg, den wir hinauf genommen hatten, ging es wieder hinunter. Das Abwärtslaufen hat auch so seine Tücken und man sollte es nicht zu schwungvoll gestalten, um ggf. rechtzeitig stoppen zu können. Trotzdem ist man in einem Bruchteil der Zeit wieder unten und lächelt den entgegenkommenden Wanderern freundlich und wissend zu. Unten lockt die Erfrischung. Die kleine Pause dort war ohnehin unumgänglich, denn direkt im Anschluss wartete bereits der zweite lange Anstieg. Nicht mehr ganz so steil wie am Ahrensberg, dafür noch einmal 30 Meter höher. Am östlichen Rand des Okertales ragen viele Felsklippen in die Höhe. Die grauen Steinblöcke sind zum Teil als skurrilen Steinformationen aufeinandergestapelt. Auf einige davon kann man hinaufklettern und hat von oben einen tollen, weiten Blick in das Tal und bis hinaus in die Ebene, wo man in der Ferne am Horizont Salzgitter sehen kann. Später, als wir die Klippen hinter uns gelassen hatten und auf dem Weg zurück in das Tal befanden, wurde es dann ein wenig dröge. Hier, auf dieser Talseite, hat der Borkenkäfer sehr große Lücken in die Wälder gerissen. Unter der brennenden Nachmittagssonne wanderten auf breiten Forstwegen durch die schattenlose, kahle Landschaft und waren sehr froh, als wir unten im Tal wieder das grüne, schützende Blätterdach erreichten. Der Ort Oker hat einen kleinen Stadtpark, der auf gewisse Art den selben, leicht verwahrlosten Charme ausstrahlt, wie der Rest des Dorfes, obwohl er von der Anlage her ganz hübsch sein könnte. Das kleine Park-Café mit Minigolfanlage war ebenfalls vom selben Schlag. Aber man konnte sich hinsetzen und es gab kalte Getränke, und das ist ja etwas, was einen momentan jedes mal wieder mit großer Freude erfüllt. Für den Heimweg war es noch zu früh. Daher entschieden wir uns noch zum Sudmerberg auf der anderen Seite des Ortes zu laufen und uns den letzten Wandernadelstempel in der Umgebung von Goslar einzusammeln. Oben auf dem Berg steht ein mittelalterlicher Warteturm. Er ist als Aussichtsturm ausgebaut und man hat von oben einen wunderbaren Blick auf Goslar, das sich gar nicht weit entfernt befindet. Um die Wanderung bis dorthin weiter zu verlängern, fehlte dann aber inzwischen doch die Energie und der Wille. So liefen wir nur hinunter zur Straße und nahmen ganz unspektakulär den Bus. Insgesamt eine ganz schöne, aber auch recht anspruchsvolle Wanderstrecke für uns beide. Es war ganz gut, dass wir sie nicht mit dem kompletten Reisegepäck machen mussten. Überlaufen würde ich es nicht nennen, aber für meinen ganz persönlichen Geschmack, waren heute zu viele Menschen unterwegs. Das bin ich aus Brandenburg ja gar nicht so gewöhnt. Der Fluss, das Tal und die Klippen auf den Höhe waren jedoch zweifellos jeden vergossenen Schweißtropfen wert.-> Tag 2: komoot.de/tour/392638540

      • 13. Juni 2021

  8. MitWandern 2021 und 11 andere haben eine Wanderung geplant.

    31. Mai 2021

    MitWandern 2021, Jan Verbücheln 🤠 und 51 anderen gefällt das.
    1. MitWandern 2021

      ***WANDEREINLADUNG***
      "MitWandern 2021 - An 3 Tagen gemeinsam durch Deutschland"
      Liebe Wanderfreunde, Vom 16. bis 18.07.2021 findet die bisher größte Staffelwanderung bei komoot statt.
      Für diese Staffelwanderung haben sich 7 aktive komoot-Nutzer zusammen gefunden, um diese XXL Aktion zu organisieren. Initiator ist Jan, welcher über Pfingsten 2021 bereits eine 1200 km lange Staffelwanderung in NRW organisiert hatte.
      ----- Folgende Grundsätze gelten dabei:
      - Start- und Endpunkt müssen identisch sein, die Strecke kann abweichen
      - in welche Richtung (A-B, B-A) ihr lauft, ist egal
      - euer komoot-Profil darf nicht "privat" sein, da jede Tour öffentlich zu sehen sein sollte
      - Am Ende der Tour markiert ihr einfach den Account "MitWandern 2021", damit wir die Collection ergänzen können
      - um uns das Sortieren in der Collection in die richtige Reihenfolge zu erleichtern, wäre es klasse, wenn ihr die Etappen-Nummer vorne in der Tour stehen habt (anschließend könnt ihr das natürlich ändern)
      ----Zur Vergabe der Etappen haben wir 8 doodle Umfragen erstellt:
      E001 - E029:
      doodle.com/poll/k7ppit3yc8ewce4e
      E030 - E052:
      doodle.com/poll/vq32te4c3g3uywum
      E053 - E067:
      doodle.com/poll/ag282ey84mx4xhwr
      E068 - E083
      doodle.com/poll/8vwfw955yfvfmmpd
      E084 - E106:
      doodle.com/poll/gtgy2euchq3t8hvp
      E107 - E115:
      doodle.com/poll/h923arv3ekn63fib
      E116 - E137:
      doodle.com/poll/ks9m9yx276adpz3a
      E138 - E159 :
      doodle.com/poll/tebpwvefez3ye45d
      Tragt dort einfach euren Namen ein, unter dem ihr bei komoot aktiv seid und den Link zu eurem komoot-Profil. Sucht euch einfach eure Wunsch-Etappe aus, sofern sie noch frei ist. Solltet ihr eure festgelegte Strecke doch nicht gehen können, gebt uns bitte Bescheid, damit wir die Tour wieder für andere Interessenten freigeben können. ----Die entsprechende Collection:
      komoot.de/collection/1181370/-mitwandern-2021-an-3-tagen-gemeinsam-durch-deutschland
      ----Zum Selbeinladen:
      komoot.de/invite-tour/381093527?code=e6egey-41SmzrVx844PuYDraZw3stDAbJZao9JjRDF69F_9CP8

      • 31. Mai 2021

  9. peacemaker_fx war wandern.

    30. Mai 2021

    Stepphahn, Sven und 5 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Um das Fazit mal vorwegzunehmen, so ganz überzeugt hat mich diese Etappe nicht. Auf keinen Fall möchte ich sie zu gering bewerten - da gibt es anderswo weniger schöne - jedoch fehlt ihr auf den ersten zwei Dritteln der Unterhaltungswert, mit welchen ich auf den Vorgängerstrecken so oft verwöhnt worden bin. So richtig gut hat mir erst der Uferweg am Lübbesee kurz vor Templin gefallen. Auch wenn früh schon die Sonne lachte und der Himmel in verheißungsvollem Tiefblau strahlte, schien der Beginn der Tour unter einem schlechten Stern zu stehen. Im Zehnminutentakt verlängerte sich die Zugverspätung des R3 um jeweils weitere 10 Minuten, sodass ich gezwungen war, am Eberswalder Bahnhof 1,5 Stunden auf den nächsten "Schienenbus" Richtung Templin zu warten. Erst als die Sonne ihren höchsten Punkt bereits übrschritten hatte, überquerte ich den Bahnübergang in Ringenwalde. Zum Glück ist die Etappe kurz genug, dass ich sie auch an einem halben Tag noch entspannt schaffen würde. Die Besichtigung des Dorfes selbst und des Gutsparks, die ich am Vortag nicht mehr geschafft hatte, ließ ich jedoch ausfallen. Nach einer kurzen Strecke über das Feld, taucht der Wanderweg in den Wald ein. Zunächst war ich auch sehr dankbar der glühenden Mittagshitze zu entkommen. Bald jedoch fand ich es ein wenig langweilig, auf einer der breiten, grauen Schotterforststraßen durch den Kiefernwald zu laufen. Davon gab es bis Libbesicke mehrere Abschnitte. Erfreulicherweise waren auch ein paar kurze, 'buntere' Waldareale und schönere Waldwege dazwischen.
      Libbesicke ist eine winzige Siedlung mitten im Wald. Ursprünglich war's wohl nur ein Försterhaus. Der Wanderweg fürt von dort aus ein Stück nach Norden, biegt dann aber grundlos mitten im Wald wieder in seine Hauptrichtung Westen ab, obwohl der parallel verlaufende Uferweg am Libbesickesees nicht mal 100m entfernt liegt. Auf weitere Kilometer eintöniges Marschieren auf dem Kolonnenweg hatte ich keine Lust. Daher verließ ich die Route und lief am Wasser entlang. Wo ich nun schon mal gegen das Diktat des Wanderwegs gemeutert hatte, nahm ich auch gleich noch den benachbarten Stabsee mit. Beide Uferwege stellten sich als wunderschön heraus. Ringsum vom Wald umgeben blicken die Seen einsam und verwunschen in den Himmel. Am Libbesickesee gibt es Badestellen, aber das Südufer, wo ich mich befand, war mir zu schattig um reinzuspringen und es gab zu viele Mücken. Die Nordseite des Stabsees lag dagegen zwar schön in der Sonne. Dafür kommt man wegen Schilf und Sumpf nicht an das Wasser ran. Die Badeerfrischung musste warten.
      Anschließend traf ich dann wieder auf die Wanderroute und folgte ihr bis zum Lübelowsee, den ich mit einem kleinen Abstecher bedachte. Er schien mir noch wilder und unzugänglicher als die vorherigen beiden Seen zu sein. Von da ging es auf einem breiten, Sandeg in weitem Bogen um den Kleinen und Großen Melitzsee herum bis Ahlimbsmühle. Die beiden kleineren Seen liegen in einer sumpfigen Senke. Der ungefähr 10 Meter tiefe, steile Abhang neben dem Wanderweg ist dicht mit Bäumen und Büschen bewachsen, sodass man kaum mehr von ihnen zu sehen bekommt als ein gelegentliches blaues Glitzern zwischen den Stämmen. Ich unternahm einen Versuch näher an's Wasser zu kommen, aber das Areal um die Seen hat die Natur offensichtlich für sich selbst reserviert und hält die Menschen auf Abstand. Man kann erkennen, dass es früher mal einen Uferweg gegeben haben muss. Die Bäume, die darauf jetzt wachsen, sind jedoch inzwischen schon einige Jahre alt.In Alimbsmühle gab es nichts weiter zu sehen. Eine Pferdekoppel, ein paar Bungalows. Ich hatte ein bisschen darauf spekuliert, dass es hier einen Biergarten oder ähnliches geben könnte. War aber nichts zu sehen. Am Nordufer kommt man ohne Umweg nicht mal an den Lübbesee heran. Ohne äußere und innere Erfrischung ging's also weiter auf dem staubigen Sandweg zwischen den Kiefern. Was man den Kiefernwäldern wirklich zugute halten muss, bei der Hitze verströmen sie ein herrliches Aroma nach Schaumbad oder Saunaaufguss. Da macht tief Durchatmen richig Freude.In Petersdorf gab es zu meiner großen Freude einen geöffneten Biergarten, der auch ohne die eigentlich vorgeschriebene, vorherige Reservierung einen Platz für mich hatte. Der obligatorische Vor-Ort-Corona-Selbsttest war teurer als das Bier, das dadurch natürlich eine enorme Wertsteigerung erfuhr und zu einem ganz besonders erfrischenden Genuß wurde. Über große, bunte Frühsommerwiesen führt der Weg aus dem Dorf zum Wald. Darin versteckt sich die Petersdorfer Siedlung, ein großes Areal von Ferienhäusern, mehr oder weniger weit vom Lübbeseeufer entfernt, das ich bald erreichte. Das mit unzähligen Anlege- und Badestegen gespickte Seeufer ist auf den nächsten 2 Kilometern größtenteils privat, zum Teil sogar abgezäunt. Jedoch ist der schöne Uferweg zum Glück öffentlich geblieben. Am Wegrand und auf den Grundstücken spenden hohe Bäume Schatten und die Häuser liegen auf höherem Gelände, meist vom Weg aus unsichtbar. Man hat daher nicht das Gefühl, den Leuten durch den Garten zu latschen. Ich war trotzdem froh, als nach ca. 2 Kilometern alle Ferienhäuser hinter mir lagen. Als kleine Belohnung wartete gleich im Anschluß eine wunderbare, große Badestelle. Endlich ab in's Wasser! Der Lübbesee hat eine sehr gute Wasserqualität. Jetzt, am Anfang des Sommers, ist er auch noch schön klar und wohltuend kalt. Der Badestrand gehörte wohl vor '89 zum Betriebsferienlager der VEB Leuna-Werke, dem größten Chemiebetrieb der ehem. DDR. Die Hütten verrotten heute im Wald bei Ahrensdorf.An die Liegewieseschließt sich nun ein schmaler, natürlicher Pfad an, der weiterhin dicht in der Nähe des Ufers bis zur Nordspitze des Lübbesees führt. Fast die gesamte Strecke ist bewaldet. In den tieferliegenden Gebieten, um die kleinen Wasserläufe, die in den See münden, ist der Untergrund recht weich und matschig. Mir hat er trotzdem sehr gut gefallen. In Umgebung des Wassers strotzt es gerade es nur so vor prallem Grün. Den Schluß der Wanderetappe bildete die Umrundung der Nordspitze des Lübbesees, ein kleiner Abstecher zum Templiner Badestrand bei Postheim (nochmal bin ich aber nicht reingesprungen) und zum bunten Farbspektakel des Seehotels. Ohne weitere Umwege ging es auf dem letzten Stück durch den Wald zur Stadt. Vor dem Bahnhof bleib gerade noch genug Zeit ein Eis zu schnappen und aufzuschleckern. Als ich im Zug meine Beine ausstreckte, ertönte auch schon der Pfiff des Schaffners.

      • 6. Juni 2021

  10. peacemaker_fx war wandern.

    29. Mai 2021

    1. peacemaker_fx

      gewandert am Samstag, 29. Mai '21 (nicht Juni)Die Zugfahrt aus Berlin begleitete ein dicker Morgennebel. Der hatte sich zwar in Angermünde bereits verzogen, aber die Sonne wollte anscheinend heute mal ein wenig ausschlafen und schaffte es nicht aus ihrem Wolkenfederbett heraus. Zügig machte ich mich auf die Socken und verließ die Stadt ohne weitere Umwege Richtung Westen. Fast unmittelbar hinter dem Plattenbauviertel beginnt die Natur. Erst gehts ein Stück an den Feldrändern entlang. Anschließend durchquert man einen Kiefernwald und erreicht den Wolletzsee in der Nähe des großen Strandbades, das an diesem stillen Morgen verlassen und verschlossen da lag. Ab 9. Juni soll es wohl wieder öffnen, steht auf der Webseite, so es die pandemiebedingte Gesetzeslage zulässt. Der Wanderweg folgt nun fast der gesamter Länge des Wolletzsees am Nordufer entlang. Nur den von einem breiten Streifen sumpfigen Auwald gesäumten Abfluss der Welse muss man umgehen, und verlässt dort den See für eine Weile. Der Uferweg ist ein herrlicher, schmaler Pfad, meist ganz dicht am Wasser. Dort findet man diverse Badestellen. Gelegentlich muss man auch mal ein wenig hinauf und hinunter, um den Ausläufer eines Hügels überwinden, der sich bis zum Wasser heranstreckt. Schöne alte Buchen und Eichen stehen am Ufer. Wer diesen Anblick gerne noch erleben möchte, sollte nicht mehr allzu lange warten. Bestimmt 80 % der Bäume wurden bereits von den Bibern angenagt und viele davon werden vermutlich in diesem Jahr zum letzten Mal grüne Blätter getragen haben. Am Rand von Wolletz befindet sich ein großes Reha-Krankenhaus auf dessen Gelände das sogenannte Jagdschloss steht. Es wurde 1935 anstelle des abgebrannten Vorgängerbaus errichtet. Als Gebäude finde ich es nicht weiter herausragend. Wie viele Gebäude dieser Zeit vom Stil her eher schlicht und trutzig als glanzvoll und einladend. Bedeutung erlangt es vorrangig dadurch, dass es dem Stasichef Erich Mielke uns seinen Genossen als Jagdhaus diente. In den Waldgebieten nördlich des Wolletzsees wurden gejagt. Aus diesem Grund waren sie vor der Wende für Öffentlichkeit gesperrt.
      Die paar Dorfhäuser liegen etwas verstreut um die großen Scheunengebäude des alten Gutshofes im Zentrum. Recht bekannt ist wohl der als Kaffeekonsum wiederbelebte Dorfladen. Der Berlin-Usedom-Radweg führt direkt daran vorbei.
      Unter hunderten, wenn nicht tausenden Kastanienblütenkerzen in rot und weiß wanderte ich auf der anderen Seite zum Dorf hinaus über die Felder. Der Wind hatte endlich blaue Lücken in die Wolkendecke geblasen, durch die sich die Sonne gelegentlich mal blicken ließ. Bald taucht der Wanderweg in den Wald ein, welcher zum Görlsdorfer Forst gehört. Zuerst hatte ich befürchtet, dass es sich von Anfang bis Ende um die üblichen Kiefernplantage handeln würde. Immerhin schließt sich im Süden und Westen die Schorfheide an, wo das ja Gang und Gäbe ist. Es wechseln sich jedoch verschiedene Laub- und Mischwaldareale ab und selbst der Kiefernwald, lichtdurchflutet und der Boden von einem dichten Teppich sattgrüner Blaubeerbüsche bedeckt, wirkte heute richtig attraktiv. Trotzdem freute ich mich aus dem grünen Schatten wieder in das helle Licht der Mittagssonne hinauszutreten. Die Endmoränenhügel sehen einfach so viel liebreizender aus, wenn sie von Feldern und Wiesen bedeckt sind. Als ich mich heute früh auf den Weg machte, hatte ich noch mit dem Gedanken geliebäugelt die ganze Strecke bis Templin am Stück zu wandern. Ich verwarf die Idee aber schon bald. Heute war mir doch nicht so richtig nach Hochleistungssportwandern. Wenn ich mich anders entschieden hätte, wäre allerdings die Runde um den Peetzigsee nicht drin gewesen. Und das, muss ich im Nachhinein sagen, wäre wirklich schade gewesen. Ein grasbewachsener Feldweg zweigt kurz vor Peetzig von dem breiten Hauptweg ab und taucht in einer schwungvollen Kurve richtiggehend nach rechts unten weg und führt um den Hügel herum in's Tal. Dort wiederum biegt man auf einen noch kleineren Trampelpfad ab, auf dem man die sumpfige Wildnis an der Südseite des Burg- und des Peetzigsee überwindet. Das Ostufer des Peetzigsees ist bewaldet. Der Weg führt unter herrlichen, dicken, alten Buchen und Eichen bis zu Nordspitze des Sees. Am Ufer sind einige einsame Badestellen zu finden. Schnell, bevor die Sonne wieder hinter den Wolken verschwinden würde, führte ich eine davon ihrem zugedachten Verwendungszweck zu. Dann ging es durch das Dorf zurück zum roten Punkt des Wanderwegs. Bei Peetzig macht die Landrunde einen scharfen Knick von Nordost nach West. Diese Richtung behält man dann grob für den Rest der Wanderetappe bei. Zunächst ging es noch eine Weile zwischen den blühenden Wiesen durch das uckermärkische Auenland, dann folgt eine lange Waldstrecke. Auch hier gibt es einen Mix aus Nadel-, Misch- und Laubwaldabschnitten und der Weg ist meist ein natürlicher Waldweg. Nachdem man die Brücke unter der Autobahn passiert hat, betritt man das ausgedehnte Naturschutzgebiet "Proratzer Moränenlandschaft". Es finden sich einige kleine und größere Seen unweit des Weges. Sie sind jedoch so gut hinter Bäumen, Sumpf und Schilf versteckt, dass man kaum etwas davon zu sehen bekommt. An der Nordseite des Briesensees fand ich einen freien Zugang zum Ufer, während ich bei dem nicht weit entfernten Laagensee schon gezwungen war, mich durch die Büsche zu schlagen, um einen Blick auf das Wasser zu erhaschen. Diese kleinen Abstecher musste ich mir jedoch gönnen. So schön und abwechslungsreich der Wald auch ist, bei 8 Kilometer durch diesen grünen Tunnel sehnt sich mein Auge dann doch mal wieder nach einem unbeschränkten Blick in die Ferne. Dann erreichte ich Proratz. Das ehemalige Köhlerdörfchen liegt mitten im Naturschutzgebiet. Der Wald umgibt es samt des kleinen Gürtels aus Weideflächen vollständig. Entlang der alten Kopfsteinpflasterstraße reihen sich hübsche, niedrige Häuser schön ordentlich nebeneinander. Die Uckermärker Landrunde verläuft von hier bis nach Ringenwalde entlang dieser Straße. Eine ganze Weile fand ich es noch ganz amüsant und beschaulich, wie die altertümliche, 3,5 Meter breite Hoppelstraße über die Hügel durch den Wald kurvt. Das Gefühl hier eine Verbindung zur (sicherlich leicht romantisch verklärten) Vergangenheit zu spüren, ist sofort wieder da, wenn ich die Fotos anschaue. Zum Wandern ist sie jedoch ganz schön anstrengend und ich war froh, dass es oft nebendran einen Sommerweg oder mindestens einen sandigen Randstreifen gibt, auf dem man bequemer laufen kann. Mit Verkehr braucht man hier hingegen kaum rechnen. Auf dem letzten Stück bis Ringenwalde verlässt die Straße den Wald und führt, alleeartig von Bäumen und Buschwerk gesäumt, auf den Hügel hinauf, wo sich das Dorf befindet. Nach links und rechts gibt's hier als uckermärkischen Abschiedsgruß noch einen letzten Blick auf Hügel und Felder. Der Blick auf die Uhr sagte mir hingegen, dass leider nun keine Zeit für das Dorf und den Gutspark bleiben würde, geschweige denn, mir zum ersten Mal in diesem Jahr das Vergnügen eines frisch Gezapften Hopfenelexiers im geöffneten Biergarten zu gönnen. Denn auf den nächsten Zug in 2 Stunden wollte ich dann doch nicht warten. So bleibt beim Hindurcheilen von Ringenwalde nur ein sehr flüchtiger Eindruck hängen. Muss ich wohl irgendwann noch mal hin. Im Vergleich zu den bisher gewanderten Etappen der Uckermärker Landrunde würde ich diese hier "Naturetappe" taufen. Sie führt am dichtesten und längsten durch das, was vermutlich in Mitteleuropa einer Wildnis am nächsten kommt. Bei allen anderen Strecken zuvor dominierte immer der menschliche Einfluss. Denn so schön und lieblich die Felder der uckermärkischen Hügellandschaft mit ihren beschaulichen Bauerndörfern sein mögen, sollte man nicht vergessen, ursprünglich war nichts außer Wald, Sumpf und Seen. Von allem gab es heute je eine gute Portion, die größte aus dem Waldtopf. Die wenigen Siedlungen, die heute an der Strecke lagen (Start und Ziel mal ausgenommen), sind allesamt wirklich winzig und ziemlich abgelegen - Ansammlungen weniger Häuser, wirken kaum wie richtige Dörfer. Nicht eins davon hat eine Kirche. In Wolletz gab es mal eine, die 1965 wegen Baufälligkeit abgerissenen worden war. Aber selbst die danach errichtete Ersatzbaracke ist inzwischen entweiht und abgetragen.
      Besonders gut gefallen haben mir auf dieser Etappe die Uferwege am Wolletzsee und am Peetzigsee sowie die blühenden Wiesen auf den Hügeln um Peetzig herum.

      • 1. Juni 2021

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