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  1. peacemaker_fx war Fahrrad fahren.

    10.05.2019

    1. peacemaker_fx

      Das Klassentreffen-Wochenende meines Abiturjahrgangs fand dieses Jahr in der Nähe von St. Andreasberg im Harz statt. Mit dem Plan den Weg über den Harz per Fahrrad zu bezwingen, hatte ich mir den Freitag schon freigenommen. Von Berlin aus ist man ja in 2,5 bis 3 Stunden am Rand des Gebirges - schneller als ich erst angenommen hatte - sodass ich einigermaßen früh starten konnte. Als Ausgangspunkt habe ich Oschersleben ausgewählt. Ich wollte grob dem dem Lauf des kleinen Fusses Bode von dort in den Harz folgen. Den gesamten Flusslauf abzufahren wäre zu weit gewesen. So ergab sich eine Strecke von rund 100 km, die ich mir trotz Bergen zutraute. Von Oschersleben bis nach Quedlinburg ging es auf Landstraßen von Dorf zu Dorf. Sehr wenig Verkehr und ausgezeichneter Untergrund - zu meiner Freude. Ich fürchte mich immer vor längeren Kopfsteinpflasterabschnitten. Die Bode bekommt man dabei fast gar nicht zu Gesicht. Wenn man sich besser auskennt oder viel Zeit hat, kann man wahrscheinlich einige kleinere Straßen und Feldwege finden, die näher am Fluss entlanglaufen. Hab ich aber nicht weiter probiert. Nicht zuletzt auch deswegen, weil ein recht straffer Westwind über das Harzvorland fegte. Der machte mir ganz schön zu schaffen und auch die Idee von der gemütlichen Aufwärm-Anfahrt zu den Bergen zunichte.Quedlinburg mit seiner tollen Fachwerk-Altstadt kann man natürlich nicht links liegenlassen. Ich war zwar früher schon mal hier, bin aber jedesmal wieder baff, wie hübsch und putzig die vielen bunten Häuschen sich krumm und schief aneinanderreihen, Straße für Straße, hoch überragt vom Schloss mit der riesigen Stiftskirche.
      Hinter der Stadt hab ich einen Kilometer weit probiert auf einem kleinen Uferweg direkt an der Bode zu bleiben. Der war aber sehr hart an der Grenze der Fahrradtauglichkeit und beinhaltete diverse Schiebestrecken. Später, bis Neinstedt, gibt es einen gut befahrbaren Schotterweg neben dem Fluss. Nennt sich 'Radschnellweg' - eine Bezeichnung, die mir nicht unbedingt dazu eingefallen wäre. Nichtsdestotrotz eine sehr schöne Strecke zwischen Wald- und Feldrand unweit der Bode.
      Insgesamt war mein Eindruck, dass man im Harz eine etwas andere Vorstellung von Radwegen hat, als zuhause in Berlin und Brandenburg. Asphaltierte Wege findet man äußerst selten. Um so öfter besteht der Untergrund von Radwegen im Harz aus mittelgroßem, losen Schotter. Man kommt darauf auch mit einem normalen Fahrrad recht gut voran, aber bei Abfahrten, wenn man ein bisschen Speed draufkriegt, finde ich es sehr beunruhigend, wenn das Zeug beim Bremsen immer wegrutscht. Irgendwer sagte mir "Der Harz ist Mountainbiker-Terretorium" und ich bin weder Mountainbiker noch sonderlich bergerfahren. Der schöne Abschnitt durch die Natur wurde gefolgt vom hässlichsten auf der gesamten Tour. Zwischen Neinstedt und Thale fährt man fast die ganze Zeit auf dem Gehweg neben der stark befahrenen Bundesstraße durch unansehnliche Vororte. Und dann kommt der Berg.Plötzlich geht es in Thale vom flachen Harzvorland steil nach oben. Die folgenden 3 bis 4 Kilometer von 220 auf 470 Meter hinauf waren für mich als Flachlandradler echt kurz hinter der Grenze meiner Leistungsfähigkeit. Ich war so froh und so fertig, als ich oben angekommen war. Später gab es auf der Strecke natürlich noch mehr Anstiege, aber das war wirklich der krasseste. Ich war sehr dankbar, dass es anschließend bis Treseburg wieder sehr erholsam abwärts in das Bodetal ging. Der Harz ist ja dicht bewaldet. Daher war auch das Windthema hier fast ohne Bedeutung. Nun ging es stetig, sehr moderat aufwärts durch das wunderschöne Bodetal. Ein bisschen nervig ist es schon, dass es dort keine Radwege gibt. Auf der Straße war zwar kaum Verkehr, aber sie ist so schmal und hat so viele Kurven, dass LKWs und Busse kaum eine Chance haben zu überholen und man selbst auch nur selten an den Rand fahren kann, um sie vorbeizulassen. Da ist ja der Berg. So kleben sie einem in 5 Meter Entfernung am Hacken. Ich hab mir nicht getraut bei Altenbrak den Wanderweg an der Bode nach Wendefurth zu fahren. Wanderwege im Gebirge unterscheiden sich ganz schön von denen in Brandenburg und können mit diversen, per Rad schwer zu überwindenden Hindernissen gespickt sein. Daher hab ich die Straße über den Berg genommen. Auf der Bundesstraße zwischen Blankenburg und Hasselfelde war sehr viel Verkehr und ich war sehr froh, als ich sie wieder verlassen konnte und Rappbodetalsperre erreicht hatte. Diese ist ja selbst schon sehr beeindruckend, dazu noch die 483 Meter lange Fußgängerhängebrücke TitanRT und die 1000 Meter lange Seilrutsche ins Tal, wo sich alle paar Minuten jemand in die Tiefe stürzt und über das Tal hinweggleitet. Das sind schon viele Highlights auf einmal. Für mich war das heute aber nicht dran. Ich hatte eine schöne lange Abfahrt nach Rübeland hinunterzurollen. Auch wenn das Dorf eins der größeren ist, nach einem Laden oder Kiosk, der geöffnet war, hab ich dort vergeblich gesucht. In einer Gasstätte konnte ich zumindest meine Trinkwasservorräte wieder auffüllen. Zwischen Rübeland und Braunlage war für mich der schönste Teil der Tour. Im vorangegangenen Teil, weiter flussabwärts, hat das Wasser sich eine tiefe Schlucht zwischen den Berge gegraben und nur selten sieht man mehr als er paar Meter von der Bode, bevor sie hinter dem nächsten schroffen Felsen oder unter dem dichten Dach der Bäume verschwindet. Im Gegensatz dazu mäandert der Fluss hier oben durch die Wiesen eines breiten, offenen Hochtals mit sanften Hängen. Hier konnte man die Bergwelt endlich mal ein ein wenig betrachten, ohne einen steifen Nacken zu bekommen. Der erste Teil dieses Abschnitts führte von Rübeland über den Susenberg zur Talsperre Königshütte. Einer der raren asphaltierten Radwege führt mit toller Aussicht und perfekten Untergrund direkt am Ufer des Stausees entlang bis nach Königshütte. In dem Dorf vereinen sich die Warme und die Kalte Bode und fließen gemeinsam als Bode weiter. Ich bin der Warmen Bode gefolgt - bis Tanne auf einer Nebenstraße und weiter über Sorge bis zur ehemaligen Grenze zwischen DDR und BRD auf einem der typischen Schotterradwege etwas oberhalb der Bundesstraße 242. Der dritte Abschnitt dann wieder durch die Natur ohne Verkehrslärm. Das Bodetal zieht sich in einem weiten Bogen bis nach Braunlage hinauf und ist wirklich unheimlich idyllisch. Auf den Wiesen des breiten Talgrundes stehen vereinzelt Büsche und Bäume. Rechts und links, dort wo die Berghänge anfangen, beginn der dichte dunkle Bergwald. Wenn keine Wolken davor sind, sieht man in der Ferne ab und zu die Gipfel der hohen Berge. In Braunlage hieß es dann Abschied nehmen, von der Warmen Bode. Sie entsteht ein paar Kilometer nördlich der Stadt als Zusammenfluss der Kleinen und der Großen Bode. Für mich ging es aber weiter nach Westen. So wie die Radtour sich dem Ende zuneigte, taten das auch meine Kräfte so allmählich. Jetzt hatte ich genug und wollte endlich ankommen. Der Weg von Braunlage in das Odertal war diesbezüglich ausgeprochen erfreulich. Ohne Anstrengung sauste ich hinunter und hatte das Gefühl, mit dem Schwung ist auch der Weg aus dem Tal hinaus vernachlässigbar einfach.
      Aber dann kam doch noch ein dickes Ende. Die sogenannte Lochchaussee nach St. Andreasberg hinauf ist zwar nicht so steil wie der Anstieg aus Thale aber genauso lang. Auch das Wetter, welches sich bis zu dem Zeitpunkt ganz gut gehalten hatte, war mir nicht mehr so wohlgesonnen. Mit immer heftiger werdenden Regen versuchte es mich zusätzlich zu demoralisieren und mir die letzten Reserven zu rauben. Aber das war nicht von Erfolg gekrönt, auch wenn ich die letzten Meter schmählich das Rad schieben musste.
      Davon abgesehen hätte das Timing nicht viel besser sein können. Ich hatte gerade noch Zeit alle zu begrüßen, die schon da waren, und mich kurz unter die Dusche zu stellen. Da wurden auch schon gewaltige Berge Nudeln und große Schüsseln Bolognesesauce aufgefahren. Einwandfrei.

      • vor 5 Tagen

  2. peacemaker_fx war wandern.

    06.05.2019

    1. peacemaker_fx

      Heute war der Paul mal wieder mit dabei. Unsere Exkursion galt dem Flüsschen Erpe, auch bekannt unter dem Namen Neuenhagener Mühlenfließ oder nur Mühlenfließ. Man ist sich da offenbar nicht so ganz einig. Je nachdem auf welcher Karte man nachschaut wird mal der eine mal der andere Name für den ganzen Fluss verwendet oder er trägt Abschnittsweise unterschiedliche Namen. Ich habe mich für folgende Variante entschieden: Bis kurz vor Neuenhagen: Mühlenfließ (ohne irgendwas), dann bis Hoppegarten: Neuenhagener Mühlenfließ und dahinter: Erpe. So ungefähr ist die Bezeichnung bei Openstreetmap. Das Mühlenfließ hat seinen Ursprung noch ein paar Kilometer nördlich von Altlandsberg und passiert den Ort westlich der Stadtmauer. Gleich hinter dem Städtchen fängt das Naturschutzgebiet Wiesengrund an, welches sich entlang des Flusslaufes bis zur Unterquerung des Berliner Autobahnrings erstreckt. Wie der Name schon sagt, wird das Landschaftsbild hier von große Wiesen beiderseits des Wasserlaufes bestimmt, locker durchsetzt mit einzelnen Bäumen und kleinen Wäldchen. Im Westen wird das breite flache Tal von Ortschaften flankiert und die stark befahrenen Landstraße L33 zwischen Berlin und Strausberg durchschneidet es. Weiter unten lärmt dann die Autobahn. Es gab nur wenige Stellen, wo das laute Verkehrsgedröhn nicht zuhören war. So richtig abschalten fiel mir schwer dabei, auch wenn das Tal unheimlich schöne Ausblicke hat. Nach der Überquerung der A10 sind die Ortschaften Neuenhagen und Bollensdorf im Laufe der Zeit immer näher zusammengerückt und lassen nur einen sehr schmalen Grünstreifen frei, durch welchen sich das (nun) Neunenhagener Mühlenfließ hindurchschlängeln muss. Dort habe ich einen unscheinbaren, hübschen, kleinen Trampelpfad entdeckt, der auf keiner Karte eingezeichnet war und direkt am Fluss entlangführt. Hinter dem Freibad, bei der Brücke des Elsenweges bis nach Hoppegarten gab es dann noch so einen schmalen Fußpfad direkt am Ufer durch den sumpfigen Bruchwald.Bei Hoppegarten habe ich keinen Weg gefunden der nah am Fluss entlangführt und habe die Galopprennbahn auf der gegenüberliegenden Seite umrundet. Da gibt es ein paar sehr schicke Gründerzeitvillen auf großzügigen Grundstücken zu bestaunen. Dahinter kommt der Fluss zurück, aber nicht nahe heran sondern umgeben von einem Gürtel aus Wiesen, Wald und Moor.
      Das kleine Dahlwitzer Schloss wird gerade gebaut. Die rote Farbe sieht klasse aus. Im Schlosspark konnten wir dann wieder ein Stückchen direkt an der Erpe entlanglaufen. Weiter südlich, hinter der Berliner Straße, geht Schlosspark in den Dahlwitzer Forst über. Ursprünglich gehörten offenbar Teile des Waldgebietes noch dazu. Ein Hinweisschild weist auf eine frühere Begräbnisstätte der Familie Treskow, die Erbauer des Schlosses, hin. Heute ist der Dahlwitzer Forst Teil des Naturschutzgebiets Erpetal.
      Bis zur Heidemühle verläuft der ausgeschilderte Wanderweg fast ausschließlich durch den Wald. Ein paar hundert Meter hab ich versucht direkt am Ufer entlangzugehen, bin dann aber bald wieder zurück auf den Weg, sobald der wieder nah genug war. War doch etwas holprig und die Wiesen am Fluss sind für Paul schon zu hoch. Er hasst es, wenn das Gras höher als er selber ist. Davon abgesehen, dass man die Erpe nur selten zu sehen bekommt, ist der Waldweg wirklich schön, angenehm zu wandern und sehr ruhig. An der Mühlenwiese, kurz vor der Heidemühle mündet der Ablasskanal des Klärwerks Münchehofe in die Erpe. Ich hoffe sehr, dass das geklärte Wasser zumindest soweit sauber ist, dass es bedenkenlos in die Natur geleitet werden kann. Dennoch bleibt es bis zur Mündung sichtbar trüber als vorher, hat ab und zu einen etwas eigenartigen Geruch und hinter Stromschnellen schäumt es ganz schön. Das Naturschutzgebiet setzt sich hinter der Heidemühle fort. Jetzt aber geht es über eine weite, von Wald gesäumte Wiesenfläche. Die Erpe fließt mitten hindurch. An mehreren Stellen wurden, vermutlich als Renaturierungsmaßnahme, Sohlschwellen in den Fluss eingelassen. Die Reiher finden es toll. Ich auch. An der ehemaligen Ravensteiner Mühle verändert sich der Charakter des Flusses erneut. Die Zivilisation rückt wieder näher - hier erstmal in der abgemilderten Form von Kleingärten. Das Ufer ist an vielen Stellen noch Pfählen befestigt. Ich habe aber den Eindruck, dass diese Form der Flussbegradigung und -eingrenzung nicht mehr gepflegt und erneuert wird. Ḿan versucht dem Fluss wieder mehr Raum zu geben, sein eigens Bett zu graben. Vor und hinter der S-Bahntrasse, die hier die Erpe kreuzt, gibt es auf beiden Flussseiten breite Feuchtwiesen. Um die Bäume kurz zu halten, werden auf einem Teil davon Wasserbüffel eingesetzt. Hab aber keine gesehen. Der Uferpfad zwischen S-Bahnbrücke und Grünfließer Gang in Köpenick war recht abenteuerlich, da sich hier der Biber zu schaffen gemacht hat. Diverse abgenagte, umliegende Weiden mussten umrundet, unterhöhlte Uferstellen gemeistert und matschige Wassergräben durchwatet werden. Den ungläubigen, ja entsetzen Blicken, die er mir zuwarf, hat es Paul nicht gefallen. Mir dafür sehr. Auf den letzten Metern der Erpe durch Köpenick kann man nicht direkt am Fluss entlanglaufen und auch die Mündung in die Spree sieht man nur vom gegenüberliegenden Ufer aus. Nach der relativen Abgeschiedenheit der vorherigen 25 Kilometer stürmt an der großen Kreuzung von Fürstenwalder Damm, Salvador-Allende-Straße und Friedrichshagener Straße von einem Augenblick zum nächsten die Großstadt mit ihrem Krach, Verkehr und ihrer Hektik in geballter Ladung auf einen ein. Die Salvador-Allende-Brücke ist immer noch gesperrt. Sonst wäre es wohl noch schlimmer. Ich habe mich kurzerhand entschlossen, doch noch einen kleinen Abschnitt Natur - wenn man das so nennen kann - anzuhängen und bin der Alten Erpe bis zur Mündung in die Alte Spree gefolgt. Die Alte Erpe ist ja nicht viel mehr als eine kleiner Graben, der durchweg begradigt und kanalisiert ist. Das Wasser hat zudem eine etwas ungesunde Farbe und den Müllecken merkt man unweigerlich, dass man sich mitten in der Stadt befindet. Immerhin ist es grün. Auch hier gibt es einen abenteuerlichen Trampelpfad, der mit mehreren 'Brücken' aus einfachen Brettern mal auf der einen, mal auf der anderen Seite des Wassers läuft. An der Mündung ist ein kleiner Park. Der Abschnitt von Dahlwitz bis zur Unterquerung der S-Bahn bei Friedrichshagen hat mir bei dieser Wanderung am besten gefallen. Erst der Wald des Dahlwitzer Forstes dann die weite Wiesenfläche des Erpetals. Hier war ich für eine Weile ganz weit weg von Allem. Nur dort. (... was war der Köter froh, dass er endlich wieder auf sein Sofa konnte.)

      • 08.05.2019

  3. peacemaker_fx war wandern.

    26.04.2019

    06:53
    34,3 km
    5,0 km/h
    310 m
    360 m
    Der Bernauer, Peter und 21 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Ziel der Wanderung war der Besuch bei Freunden in Karlsdorf bei Altfriedland. Die winzige Siedlung wird vom kleinen Fluss Stöbber durchflossen, den die Meisten, die mal in der Gegend waren, vermutlich aus Buckow, der Hauptstadt der Märkischen Schweiz, kennen. Also, mal schauen, ob man dem Flusslauf ein Stück folgen kann. Das Quellgebiet der Stöbber ist das Rote Luch, ein flaches, etwa 1 km breites, von vielen Melorationsgräben durchzogenes ehemaliges Niedermoor, dass sich von Waldsieversdorf nach Südwesten erstreckt.
      Um dorthin zu gelangen bin ich von Rehfelde losgewandert und habe dabei noch einen kleinen Umweg zur berühmten Garzauer Pyramide gemacht. Dem Namen Friedrich Wilhelm Carl Graf von Schmettau, des Erbauers dieses lange vergessenen, inzwischen aber wieder schön restaurierten und gepflegten Feldsteinbauwerks, begegne ich ulkigerweise relativ häufig bei der Planung und nachträglichen Auswertung meiner Komoot-Touren. Im Brandenburg-Viewer (bb-viewer.geobasis-bb.de) schaue ich mir oft die Schmettaukarten an, um alte Orts- und Flurnamen rauszukriegen. Das der Typ hier residiert hat, wusste ich aber vorher nicht.
      Was ich auch erst unterwegs rausbekommen habe, war, dass meine schön geplante Route in großen Teilen dem Verlauf des Europawanderwegs E11 durch die Märkische Schweiz entsprach. Aber das macht ja nichts.Den Weg von Garzau bis zum Erreichen des Roten Luchs würde ich nicht zu den sonderlich herausragenden Wanderwegen zählen. Immer geradeaus geht es anfangs auf einer alten Kopfsteinpflasterstraße über die Felder - immerhin unter Bäumen, die vor der brennenden Sonne schützen. Ab dem Gehöft Anitz dann durch den Wald. Das Kopfsteinpflaster verschwand zunehmend unter immer tieferen, weichen Sand. Irgendwann war es dann endgültig weg. Plötzlich tritt man am Fuß des letzten Hügels aus dem Wald heraus und steht vor der großen freien Grasebene des Roten Luchs. Ein großartiger Anblick. Der Wanderweg führt am westlichen Rand des Feuchtgebiets entlang und um dessen nördliches Ende nach Waldsieversdorf. An der geraden Baumreihe in der Mitte des Luches, wo die vielen kleinen Entwässerungsgräben zusammenlaufen, kann man den Verlauf der sich allmählich formierenden Stöbber erkennen. Aber erst am Ortseingang von Waldsieversdorf bekommt man den kleinen klaren Bach das erste Mal zu Gesicht.
      Gleich hinter dem Dorf bildet sie in einem tiefen Tal den typischen Bruchwald. Ich bin hier nicht dem E11 gefolgt sondern hab versucht einen Weg näher am Fluß zu finden. Bis auf einen kleinen Abschnitt gleich am Ortsrand von Waldsieversdorf gab es jedoch keinen Weg direkt am Wasser. Aber zumindest hab ich die Stöbber ein paar Mal gekreuzt. An der Mündung in den Abendrothsee sieht man sie unten im Tal, in Buckow bei der Vordermühlenbrücke und dann kurz vor der Mündung in den Buckowsee.
      Nach dessen Umrundung hab ich eine kleine Pause eingelegt und das kleine Gewitter abgewartet, das zwischenzeitlich heraufgezogen war. Leider nicht, wie geplant, mit Flußblick in dem kleinen Biergarten der ehemaligen Stobbermühle. Dort wurden trotz Schirmen alle Gäste beim ersten Tropfen nach innen gebeten. Da hatte ich aber keine Lust drauf. Die Pizzeria am Markt war da nicht so empfindlich und man konnte draußen sitzen bleiben und dem erfrischenden leichten Regen sowie dem Spektakel aus Sonne und Gewitterwolken am Himmel zuschauen. Nach 20 Minuten war der Zauber schon wieder vorbei. Zu Buckow selbst will ich gar nicht viel sagen. Muss man einfach mal gesehen haben. Nicht erst seit Fontane darüber geschrieben hat, lockt das hübsche Städtchen Touristen, Ausflügler und Sommerfrischler von nah und fern. Für mich fühlt es sich immer so an wie Urlaub, wenn ich hier entlangkomme. Ist schön und entspannt. Aber ich war ja nicht zum Faulenzen hergekommen. Weiter ging es durch den barocken Schlosspark ohne Schloss, um den Griepensee herum und über den Spitzen Berg. Hinter den letzten Buckower Häusern begann der für mich schönste Abschnitt der ganzen Wanderung. Ein wirklich ausgezeichneter Wanderweg führt durch das Stöbbertal, oft ganz nah am Fluss, der sich in großen Schleifen hindurchwindet. Der sumpfige Talboden wird größtenteils von wildem Erlenbruch eingenommen und ist von kleinen Tümpeln und Rinnsalen durchsetzt. Auf die Vogelwelt hatte der kurze Regen offenbar einen sehr belebenden Einfluss gehabt und mir schien, sie hatten den Volumepegel bestimmt um 50% aufgedreht. Andere Tiere - solche zweiflügligen mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen - hatte das Ganze eher aggressiv gemacht. Hinter der Pritzhagener Mühle beim kleinen Ort Tornow hört der Bruchwald auf und der Grund des Stöbbertals wird von einer waldgesäumten Lichtung eingenommen. Zumindest teilweise werden die Wiesen als Weideflächen genutzt, glaube ich. Der Wanderweg läuft nicht weit entfernt vom Fluß am Waldrand entlang. Im Gegensatz zu vorher geht es hier auch mal wieder ein wenig auf und ab. Ganz bisschen nur, aber trotzdem, schon wieder ein ganz anderer Charakter. Vor dem Erreichen der Eichendorfer Mühle gilt es noch ein größeres Sumpfgebiet zu umrunden. Dort verkrümelt sich die Stöbber erst einmal und verschwindet im Wald. Der Weg, der in ein paar hundert Meter Entfernung dazu parallel dazu nach Karlsdorf läuft ist so la-la. Sandig, gerade, abwechslungsarm. Zieht sich etwas. Ich hatte noch versucht einen älteren, auf meiner Karte eingemalten Trampelpfad zu finden, der zum Fluss hinunterführen sollte. Aber da war alles so zugewachsen und von Wildschweinen in einen bodenlosen Acker verwandelt worden, dass ich es nach ein paar hundert Metern abgebrochen habe. Erst in Karlsdorf, wo die Stöbber die Fischteiche mit Wasser versorgt, gibt es eine Brücke, wo ich ihr Ade sagen und mich für die angenehme Begleitung bedanken konnte. ... und dann war es auch langsam Zeit anzukommen.

      • 01.05.2019

  4. peacemaker_fx war wandern.

    18.04.2019

    08:26
    42,0 km
    5,0 km/h
    370 m
    390 m
    Tbrnds, Daragia und 7 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Ein bisschen hat es mich ja angezeckt mit den Weitwanderungen, nachdem die 50 Kilometer Ende März erwandert waren, ohne dass ich später mit irgendwelchen schmerzhafte Konsequenzen zu kämpfen hatte. Die Strecke von zwischen Rheinsberg und Neuruppin schien mir sehr verlockend. Nicht zuletzt auch deswegen, weil ich damit 2 frühere 40-Kilometerwanderungen - Beetz-Sommerfeld nach Neuruppin und Rheinsberg nach Fürstenberg mit einer angemessenen Tour verknüpfen konnte. Rheinsberg hab ich links liegengelassen (bzw. rechts) und bin gleich die erste Querstraße hinter dem Bahnhof zum Rhin hinunter. An den letzten Häusern begann ein kleiner, bei Komoot nicht bekannter Pfad, wo man ein Stück neben dem Fluss entlanglaufen kann. Das war am Oberlauf bis Zippelsförde dann aber auch schon fast der längste Uferweg. Recht schnell landet man auf der breiten, schnurgeraden Trasse, wo ein asphaltierter Radweg und ein nebenliegender, sandiger Fahrweg von Rheinsberg nach Zechow laufen. (Irgendwann bin ich hier schon mal geradelt - ist ein super Radweg.) Den Fluss bekommt man dabei nicht zu sehen. Nicht mal an der Untermühle. Die Brücke dort ist auf abgezäuntem Privatgelände. Das nächste Mal, wo man näher ans Wasser herankommt, ist an dem Weg namens "Waldsteig", wo sich nach Überzeugung von Komoot auch eine Brücke befinden sollte. Die gibt es aber nicht mehr. Wer sich traut könnte aber hindurchwaten, schätze ich.
      Neben der breiten Schneise von Radweg und Straße gab es ab dort leider keine näher am Fluss liegende Alternative. Auf Dauer fand ich es jedoch etwas zu langweilig, dort entlangzulaufen, und habe daher einen Abstecher nach rechts hoch in die Hellberge gemacht. ("hoch" ist hier relativ zu sehen). Sie gehören mit zum Naturschutzgebiet entlang des Rheinsberger Rhins. Zwei sehr kleine, stark verlandete Seen findet man dort, den Großen und den Kleinen Bussensee, und zur Abwechslung mal ein wenig Laubwald. Am Rhin unten stehen fast nur Nadelbäume.
      Hinter der Försterei Berkholzofen dann wieder ein Kilometer auf dem Radweg. In der Hoffnung doch noch irgendwo einen geheimen Anglerpfad am Ufer zu finden bin ich einigen Waldwegen zum Fluss hinunter gefolgt. War aber vergebens. Zwei Fotos vom Fluss und wieder zurück. Vor Zechow gab es zumindest einen etwas hübscheren Waldweg bis zum Dorf. Zechow macht einen traumhaft weltvergessenen Eindruck. In der Mitte der länglich-ovale Dorfanger mit Wiese und Bäumen flankiert von zwei Straßen. In der Mitte, etwas erhöht, eine rote Backsteinkirche mit Friedhof und Fliederhecke. Das Ganze umringt von maximal 20 niedrigen Häusern. Ohne die Autos vor den Häusern und dem glatten Asphalt auf der Straße, könnte man meinen, die Zeit ist hier stehengeblieben. Mit Sicherheit vergeht sie hier langsamer. Bei der Rheinshagener Brücke gibt es eine sehr fotogene Stromschnelle und es geht auf der anderen Uferseite weiter. Auf dem linksrhinische Waldweg nach Zippelsförde besteht zwar wenig Gefahr Radfahrern oder Autos zu begegnen, so richtig schön fand ich ihn trotzdem nicht: relativ lange gerade Abschnitte, Kiefern rechts und links, weit weg vom Fluss. Ich hab hier auch ein paar mal versucht zum Rhin hinunterzukommen und hab sogar eine Stelle gefunden, wo ich mal ein Stück neben dem Wasser querfeldein laufen konnte. Aber der Fluss will seine Mäander lieber unbeobachtet schlängeln. Also bin ich meist auf dem Forstweg geblieben. Ein wenig Strecke machen. Bei Rägelsdorf (3 Häuser im Wald) bin ich dann noch mal auf die andere Flussseite hinüber und habe in Zippelsförde (3 Häuser am Waldrand) bei der Fischzuchtanlage ein Päuschen eingelegt. In dem zugehörigen Angelpark waren ganze Familien zugange. Da kann man ohne Angelschein gegen Gebühr Fische im Zuchtbecken angeln. Es gibt auch einen kleinen Verkauf, wo man neben Getränken, diversen frischen und geräucherten Fischen auch echten, vor Ort produzierten Kaviar erwerben kann. Von Zippelsförde bis nach Frisow war für mich der schönste Abschnitt der Wanderung. Auch hier bekommt man den Fluss kaum zu sehen, da er von einem breiten Gürtel aus Sumpf und Bruchwald umgeben ist. Der Rhin ist hier aber ohnehin nicht mehr der idyllische Bach von vorher. Begradigt, vertieft und ausgebaut fahren hier schon Motorboote darauf hin und her. Ich habe den Waldweg ausgesucht, der am dichtesten am Flusslauf entlangführt und er hat sich als ein wenig verwildert (tiefes Laub, einige umgefallene Bäume und ein-zweimal etwas unklarer Verlauf) aber wunderschön herausgestellt. Immer am Rand des tiefen Tals entlang, das der Rhin sich in früheren Zeiten durch die sandigen Hügel gebahnt hat. Manchmal ging es daneben richtig steil nach oben weg. Auf der anderen Seite des Weges der flache Bruchwald mit seinen Tümpeln und kleinen Rinnsalen, die neben dem Weg aus dem Berg entspringen. Die Sonne drang durch die noch spärlich belaubten Bäume mit voller Kraft bis zum Waldboden. Dazu eine herrliche Ruhe und Abgeschiedenheit. In Frisow, welches aus nur einem Gehöft - der Försterei - besteht, ging es über die kleine bucklige Brücke an das andere Flussufer. Der Rhin mündet dort in den Zermützelsee und setzt seinen Lauf als Kette von Seen fort.
      Zermützel und Stendenitz wirkten auf mich ein wenig unlebendig und verlassen. Es sind offenbar vorrangig Wochenend- und Ferienhaussiedlungen - lauter Bungalows, nur eine Handvoll fester Häuser aus Stein. Zwei Autos fuhren vorbei und eine Frau hat im Vorgarten gearbeitet. Sonst hab ich da keinen Menschen gesehen. Sobald man Zermützel erreicht, ist leider das gesamte Ufer zugebaut und abgezäunt. Nur an der Badestelle kommt man noch an das Wasser. Diese ist dafür ausgesprochen schön.
      Zwischen Stendenitz und Neumühle bei Alt-Ruppin ging es auf sehr sandigen Wegen durch den Wald. Die Löcher am Wegesrand lassen vermuten, dass das Gebiet westlich vom Tetzen- und Molchowsee vor der Wende zum russischen Sperrgebiet von Genzrode oder Neuruppin gehört hat. Auch gibt es leider keinen Uferweg und man bekommt kaum mal einen freien Blick über das Wasser. In Molchow wollte ich eigentlich auf die andere Seeseite, weil es dort laut Karte einen Uferweg gibt. Das hat leider aufgrund der fehlenden Brücke nicht geklappt. Sie wird gerade ganz neu gebaut (Stand: April 2019). Auf der Karte habe ich schon gesehen, dass das westliche Ufer des Molchowsees vollständig zugebaut ist. Daher habe ich es dann gar nicht mehr probiert dorthin zu kommen und bin gleich im Wald geblieben. An der Neumühle dann vorbei und hintenrum nach Alt-Ruppin hinein führt ein ganz hübscher kleiner Weg. Das Erste was mir in Alt-Ruppin begegnete war die Grundschule auf dem Weinberg. Sie gilt als das bedeutendste Bauwerk des Architekten Heinrich Wesphal, ein Vertreter des Neuen Bauens der '20er und '30er Jahre. Auf Fotos von Gebäuden kommt das ja oft gar nicht so an, finde ich. Wenn man direkt davorsteht, offenbaren sich die Ästhetik, Stil und Ausstrahlung eines Gebäudes viel eher. Dieses jedenfalls hat mich irgendwie beeindruckt.
      Was ich von Alt-Ruppin sonst gesehen habe hat mir auch gut gefallen. Niedliches Städtchen. Auf die Grundstücke mit ihren großzügigen, langgestreckten Gärten bis zum Fluss und den eingeschossigen Häusern oben an der Straße könnte man glatt neidisch werden. Der Rhin, hier mal vorübergehend wieder als Fluss, mündet hinter der Stadt in den Ruppiner See und verlässt diesen erst 14 km weiter an dessen südlichen Ende wieder.
      Durch den Ort führt eine recht stark befahrene Bundesstraße. Der folgte ich in einem großen Bogen um das nördliche Ende des Ruppiner Sees herum. Einen Abstecher zu den alten Russenkasernen an der Alt-Ruppiner Allee konnte ich mir nicht verkneifen. Die Hälfte der Gebäude ist ja inzwischen umgebaut und ganz schick renoviert worden. Nur fünf oder sechs Blöcke schauen mit ihren leeren Fensteraugen den Bäumen beim Wachsen zu.Zum Ausklang dieser herrlichen Wanderung dann noch sehr angenehm am Ruppiner See entlang. Hier gab es dann endlich mal einen richtigen Uferweg und ein paar Stellen, wo man über das Wasser schauen konnte. Ich konnte diese Tour wirklich sehr genießen. War von allem was dabei, was ich gerne habe. Besonders aufgefallen ist mir die Abwesenheit von Zivilisationslärm. Die Gegend zwischen Rheinsberg, Zippelsförde und Zermützel ist so abgelegen, dass man gelegentlich Momente erlebt, wo nicht einmal mehr das sonst allgegenwärtige Hintergrundgeräusch eines Dorfes oder einer Straße zu hören ist.

      • 21.04.2019

  5. peacemaker_fx war wandern.

    14.04.2019

    1. peacemaker_fx

      Der Turmwanderweg Bad Freienwalde stand schon seit längerem auf meiner Liste. Um so schöner, dass mein Kumpel Nick Zeit und Lust hatte mitzukommen. Praktischerweise besitzt er ein Auto, was die Anfahrt aus Berlin sehr bequem machte. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mich nach dem Blick aus dem Fenster auf den morgendlichen Nieselregen wirklich in den Zug dorthin gesetzt hätte. Der Regen war glücklicherweise nicht sehr doll und ließ über den Tag auch immer mehr nach, auch wenn der Himmel weiterhin grau und trübe aussah. Den Routenvorschlag hab ich mir bei Frank Meyer stibitzt (hier: komoot.de/tour/44644331) - Vielen Dank dafür! - und wir sind seinem Weg im Wesentlichen gefolgt. In Falkenberg war gleich die erste Steigung auf den Paschenberg zu bezwingen. Ein Mönch soll der Sage nach dort Teufel beim Würfeln beseigt haben. Genau da, wo das berühmte Carlsburg-Restaurant heute steht. Zum Einkehren war es aber definiv noch zu früh.
      Unser Weg führte den Bergrücken hinunter bis zum Cöthener Fließ, dem wir bis zum Wasserfall und -rad im Cöthener Park hinauf folgten. Außer diesen beiden Relikten erkennt man recht wenig davon, dass das Tal mal als Landschaftspark gestaltet worden war. Sieht aus wie ein ganz normaler Buchenwald mit vielen sumpfigen Stellen. Momentan wird scheinbar viel darin gearbeitet und aufgeräumt: gefällte Bäume und gerodete Büsche, der Weg auf die Anhöhe wird offenbar neu angelegt, an anderer Stelle waren zwei Waldarbeiter gerade dabei, neue Bäumchen zu setzen.
      Für Nick und mich ging es von dort wieder ganz hinunter und zurück nach Falkenberg, wo wir nur 100 Meter entfernt von der Stelle ankamen, an der wir losgewandert waren. Am Fontane-Denkmal auf dem Fontaneplatz bogen wir auf den Fontaneweg ab. Gleich hinter den letzten Häusern warteten schon die nächsten Höhenmeter darauf erklommen zu werden. Auf einer Strecke von 3 km ging es fast nur bergauf, von ca 30m im Ort, über den Mierenberg zum Märkischen Watzmann mit 106,2 m über Null. Das ist ja für Brandenburg doch etwas Besonderes. Der Wanderweg führt oft auf den nicht allzu breiten Graten zwischen den einzelnen Hügeln entlang. Zum Teil sieht es so aus, als ob es nach links und rechts tatsächlich 70 Meter steil in die Tiefe geht. Man ist geneigt, sich nach einem Baum oder Busch am Wegesrand umzuschauen, an dem man sich im 'Fall' der Fälle festhalten kann. Ein kleiner Abstecher vom Watzmann zum Bismarckturm, dem ersten der 4 zu bezwingenden Türme für das angestrebte Turmdiplom. Er steht umgeben von den Ruinen der alten Burg Malchow auf dem Schlossberg. Direkt an der Kante zum Oderbruch hat man hier eine super Aussicht über das Niederoderbruch und hinüber zum Berg der Neuenhagener Oderinsel. Wenn es nicht so diesig gewesen wäre ...Der nächste Wegabschitt dann zur Abwechslung mal abwärts. Unten, am Teufelsee und im Hammerthal kamen uns erstaunlich viele andere Wanderer entgegen. War richtig was los da, am Sonntagnachmittag. Oft genug freut man sich ja, wenn man auf einer Tagestour in den Brandenburger Wäldern überhaupt jemandem begegnet.
      Vom Hammerthal folgte ein kurzer, steiler Anstieg zum Thüringer Blick. Außer dem namensgebenden Blick über die mittelgebirgsartigen Hügel am Oderbruchhang kann man auf der gegenüberliegenden Seite auch den Bismarckturm sehen.
      Nur einen Kilometer weiter, dann schon am Stadtrand von Bad Freienwalde, galt es beim Haus der Naturfreunde den den Eulenturm zu erklettern und den nächsten Stempel fürs Turmdiplom zu ergattern. Von der Aussicht her, kann er aber nicht mit dem Bismarcktum mithalten. Die Sprungschanzen im Papengrund schon eher. Neben der mittelgebirgsartigen Landschaft sind die Skisprungschanzen in Bad Freienwalde für mich das zweite Kuriosum dieser Gegend. Ich finde es erstaunlicher, dass die schon vor dem 2. Weltkrieg begonnene, aber lange Zeit brachliegende Skisprungtradition nach der Wende wieder aufgelebt ist und dort heute regelmäßig nationale und internationale Wettbewerbe stattfinden. Es ist irgendwie nicht die Gegend, wo man nach so was erwarten würde. Auf den Schanzenturm sind wir natürlich auch ganz nach oben gestiegen. Dort beschlossen wir, dass niemand uns jemals dazu bringen wird auf zwei schmalen Brettern dort in den Abgrund hinunterfahren. Wieder unten gab's den nächsten Stempel und weiter ging es Richung Aussichturm auf dem Galgenberg. An der Kurklinik wartete dann der letzte Berg auf uns. Eine lange Treppe führt in Serpentinen vom Tal zu der keinen Brunnenkapelle nach oben und schlängelte sich oben auf der Höhe aus dem hinteren Teil des Tals, in dem Bad Freienwalde so halb drin liegt bis wieder vor zum Oderbruchhang. Der Aussichtsturm hat mit Abstand die schönste Aussicht, finde ich. Neben der riesigen, weiten, flachen Oderbruchebene, deren gegegüberliegenden Rand man gerade so noch erahnen kann, nimmt sich die Stadt noch kleiner und mehr wie Spielzeug aus, als sie es alleine aufgrund der Höhe schon tut. Die von oben hinabführende Treppe endet mitten im Ort. Ein ganz kleiner Gang am Schloss vorbei und durch die Innenstadt führte uns zum Bahnhof, wo uns der Bus zurück zum Auto nach Falkenberg brachte. Die Touristinformation in Bad Freienwalde hatte leider schon geschlossen. Daher werden wir unser Turmdiplom nun auf dem Postweg anfordern müssen. Hat jedenfalls viel Spaß gemacht und ich kann die Tour wärmstens weiterempfehlen. Wer am Ende der Wanderung gerne noch irgendwo einkehren will, um Hunger und Durst vom vielen bergauf-bergab bzw. treppauf-treppab zu stillen, ist vermutlich besser damit beraten, die Tour in Bad Freienwalde enden zu lassen, statt in Falkenberg.

      • 15.04.2019

  6. peacemaker_fx hat eine Wanderung geplant.

    11.04.2019

    08:10
    31,6 km
    3,9 km/h
    150 m
    200 m
    Markus Rösler gefällt das.
  7. peacemaker_fx war Fahrrad fahren.

    04.04.2019

    Gerd, Pascal Hug und 15 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Das vorhergesagte sonnige Frühlingswetter und ein ohnehin geplanter Besuch bei Freunden in der Nähe von Neuhardenberg lockten mich nach draußen. Dieses mal ging es wieder zur Oder hinunter. Die Regionalbahnverbindung von Berlin nach Frankfurt(Oder) ist super; Eine Stunde vom Alex bis zum Hauptbahnhof Frankfurt. Den Oder-Neiße-Radweg auf der deutschen Seite war ich ja gemeinsam mit meinem Bruder vor zwei Jahren schon mal gefahren. Daher wollte ich diesmal ein Stück der polnischen Oderseite erkunden. Von Słubice bis etwa auf die Höhe von Lebus führt ein einwandfreier Radweg auf der Deichkrone entlang. Es gibt wunderbare Ausblicke über den Fluss, die dahinterliegenden Wiesen, die Stadt Lebus und auf die Oderbruchhänge, die dort sehr dicht am Fluss verlaufen. Hinter dem Deich ist Wald, sodass man vom östlichen Oderbruch dort nichts zu sehen bekommt. (Ich hab leider erst beim nächsten Fotostopp gemerkt, dass ich die Touraufzeichnung nach der letzten Pause wieder hätte starten sollen.) Hinter Lebus hörte der schöne glatte Radweg auf und weiter ging es etwas unterhalb der Deichkrone auf dem einigermaßen gut befahrbaren befestigten Deichverteidigungsweg mit natürlichem Untergrund. Getroffen habe ich dort niemanden. Nicht mal die Angler verirren sich scheinbar so weit außerhalb der wenigen kleinen polnischen Dörfer in der Umgebung. Es ist eine einsame Gegend. Vom Deich aus sieht man kurz die roten Dächer von Górzyca auftauchen. Ansonsten befinden sich am Oderlauf zwischen Słubice und Küstrin die meisten menschliche Siedlungen auf der anderen Oderseite. Dort, wo der Blick ins polnische Hinterland nicht durch Bäume verstellt ist, erstrecken sich nach Osten hin die Felder der Oderbruchebene bis zum Horizont. Ich muss zugeben, dass mir die Festung Küstrin bis zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht geläufig war, abgesehen von der ganzen Katte-Geschichte, die ich bei Fontane gelesen hatte. Dass Festung und Stadt am Ende des 2. Weltkrieges komplett dem Erdboden gleichgemacht worden sind, habe ich erst dort erfahren. Um so erschreckender und gruseliger ist der Anblick des riesigen Ruinenareals. In den höchstens noch einen Meter hohen Mauerresten erkennt man noch Kellerfenster und mit Schutt gefüllte Haus und Hofeingänge. An vielen Stellen sind Gehwegplatten und Straßenpflaster zu sehen. Alles vertraute Formen, die man aus unseren Städten kennt. Kurz darüber - wie abrasiert. Auf Schautafeln sind einige Aufnahmen der Stadt zu sehen, wie sie vor dem Krieg ausgesehen hat. Da kann man schon eine Gänsehaut bekommen. Keine 50 Meter weiter brummt der deutsch-polnische Grenzverkehr mit seinen Zigarettenshops und Tankstellen. Die Neustadt von Kostrzyn nad Odrą für mein Empfinden keine wirklich schöne Stadt. Sie wird dominiert von älteren Wohnblocks aus den 50er und 60er Jahren. Außer Bahnhof und Wasserturm hat fast kein Gebäude den Krieg überstanden.
      Kurz entschlossen hab ich noch einen Abstecher über die matschigen Wiesen zur Warthemündung gemacht. Lohnt sich.
      Der Radweg neben der Bundesstraße zwischen Küstrin und Seelow wird momentan gebaut und ist gesperrt. Daher war ich gezwungen bis kurz vor Seelow auf der Straße zu fahren. Eine Erfahrung, auf die ich gerne verzichtet hätte. Fette Sattelschlepper, die nicht nach links ausweichen können oder wollen und mit 90 km/h in 20 cm Entfernung vorbeihämmern und Raser in PS-starken PKW, die es offenbar nicht ertragen, dass jemand vor ihnen fährt. Die linke Spur wird nur bei Gegenverkehr in einem plötzlichen, halsbrecherischen Ausweichmanöver verlassen. Zum Glück überlebt. Ich hoffe der Radweg ist bald fertig. In Seelow ging es dann auf die Höhe hinauf, den schönen Blick übers Oderbruch genießen und anschließend eine schöne lange Abfahrt wieder hinunter nach Gusow. Mit Radweg.
      Fast hätte ich das Gusower Schloss verpasst. Das wäre wirklich schade gewesen, denn es ist ein sehr faszinierendes Gebäude und recht untypisch für Brandenburg. Mit dem Wassergraben drumherum und den Zinnen und Türmchen sieht es aus wie ein Schloss aus dem Märchenbuch, so wie ein Kind ein es vielleicht malen würde. Von außen ist es sehr schön restauriert. Drinnen war ich nicht. Da ist ein Museum und eine Zinnfigurenausstellung sowie eine Gaststätte.
      Das ganze Drumherum hat den malerischen Charme des Improvisierten und Unfertigen: Ein Zufahrtsweg, den man bei feuchtem Wetter wohl besser mit Gummistiefeln betritt, irgendwelche schräg angelehnten Holzbohlen führen statt Treppenstufen ins Gebäude, Schlosspark und Außenanlagen verwunschen und verwildert. Ich musste an das Märchen von Dornröschen denken. Die Prinzessin im Schloss ist zwar vom Prinzen erlöst worden. Die beiden haben sich dann erst mal verdrückt, bis die Arbeiten zur Beseitigung der hundertjährigen Dornenhecke abgeschlossen worden sind. Hat mir alles sehr gut gefallen.
      In Neuhardenberg hab ich nur ganz kurz angehalten. Da ja neuerdings gleich um die Ecke gute Freunde wohnen, wird sich sicher demnächst die Gelegenheit ergeben, Kirche, Schloss und Park genauer anzuschauen.
      Meine Tour führte mich dann aus dem Oderbruch wieder auf die Höhe über die kleinen Dörfer Ringenwalde, Reichenberg, Ihlow und Grunow. Zwischen den Ortschaften schöner glatter Asphalt, darin jeweils Kopfsteinplaster unterste Schublade. Besonders Ihlow ist ein sehr schönes Dorf, finde ich. Zwischen Grunow und Klosterdorf hätte ich beinahe umkehren und einen lästigen Umweg über Prädikow oder Prötzel nehmen müssen. Die neue Gaspipeline zerschneidet dort die Landschaft. Die Straße ist von einem tiefen und breiten Graben unterbrochen, in welchen gerade das Pipelinerohr verbuddelt wird. So ganz kampflos wollte ich aber nicht klein beigeben. Ein paar hundert Meter den Berg hinauf gab es keine Zäune mehr und der Graben war an einigen Stellen schon zugeschoben. Schnell rüber, bevor einer von den Arbeitern mich erwischte und über die Wiese zur Straße zurück.
      Ab Strausberg dann bekannte Pfade. Bei den letzten Stahlen der untergehenden Sonne ging's auf den schönen Radwegen über Altlandsberg, Mehrow und Ahrensfelde nach Berlin rein. Beinahe hätte ich es auch noch geschafft, vor dem Dunkelwerden die Berliner Stadtgrenze zu erreichen. Bei Trappenfelde machte mir jedoch ein platter Reifen einen Strich durch diese Rechnung. Nun ja, im Dunkeln wäre ich sowieso zu Hause angekommen.

      • 06.04.2019

  8. peacemaker_fx war wandern.

    30.03.2019

    Jpac, Pascal Hug und 28 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Nach kurzer Nacht und einer nächtlich-nebeligen Radtour von Schönefeld (Danke, dass du das möglich gemacht hast, liebe S-Bahn.) traf ich Viertel nach 4 etwas unausgeschlafen in der Bibliothek der Technischen Hochschule Wildau mit den anderen 50-KM-Wanderern zusammen. Ein Bus brachte uns zum Startpunkt nach Groß Köris, wo gegen halb sechs die 100-KM-Läufer eintrafen. Gemeinsam machten wir uns Richtung Teupitz auf den Weg. Die Sonne hatte es noch nicht bis über die Wipfel der Bäume geschafft und alles lag noch im tiefen Schlaf. Nur die Vögel waren trotz der eisigen Temperaturen um den Gefrierpunkt schon in voller Lautstärke zugange und ein paar Wildschweine wetzten in den Wald zurück. Ich hatte noch nie eine geführte Wanderung mitgemacht, zumal mit so vielen Leuten. Wir waren da ja schon über 60. Anfangs war ich mir gar nicht so sicher, ob das das Richtige für mich ist. Es wurde jedoch nicht der von mir befürchtete Marsch in der Kolonne. Im Großen und Ganzen konnte man in seinem eigenen Tempo laufen, einzeln oder im Grüppchen. Nur die Strecken an und über die größeren Straßen wurden koordiniert. Das war auch nötig, da sich das Teilnehmerfeld zum Teil etliche hundert Meter in die Länge zog und Autos sonst kaum eine Chance gehabt hätten, uns in einem Zug zu überholen bzw. 15 bis 20 Minuten hätten warten müssen, bis alle Wanderer die Straßenseite gewechselt haben. Einige Stellen des Weges entlang der Wiesen südlich des Teupitzer Sees und bei der Hohen Mühle am Tornower See kannte ich bereits vom 66-Seen Wanderweg. Es ist eine wunderschöne Landschaft. Immer wieder.Unsere erste längere Pause war in der Mittelmühle bei Egsdorf. Dort gab es herrliches Frühstück. Vor allem der Kaffee war dabei enorm wichtig für mich. Als wir wieder von dort aufbrachen, war die Sonne inzwischen hoch genug am Himmel, um die Nachtkälte zu vertreiben. Von Egsdorf führte unsere Wanderung dann größtenteils durch den Wald in nördlicher Richtung. Auf dem Fontaneweg F4 ging es von der kleinen Siedlung Waldeck am unteren und oberen Töpchiner See vorbei bis Motzen. Dort warteten bereits die Helfer mit dem nächsten Picknick auf uns. Nur ein kurzes, denn wir waren jetzt etwas hinter unserem Zeitplan für das Treffen mit der Gruppe der 25-KM-Wanderer in Gallun zurückgefallen. Ab Motzen wurde es dann so warm, dass keine Jacke und kein Pullover mehr nötig waren. Für mich der erste Draußen-Im-T-Shirt-Tag in diesem Jahr. Die 5 km hinter Motzen haben mir nicht so sehr gefallen. Das lag nicht an dem Wanderweg. Der ist ganz schön. Zu laut lärmte die unweit des Wanderweges verlaufende Autobahn durch den Wald. Vielleicht lag's auch daran, dass sich nach 20 km die ersten Zipperlein bemerkbar machten. Das leichte Reiben des vielleicht am Morgen etwas zu straff geschnürten Wanderschuhs hatte sich zu einer durchaus schmerzhaften Druckstelle entwickelt und die Schienbeine machten sich immer öfter durch ein gelegentliches Ziehen bemerkbar. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es den 100-KM-Läufern jetzt wohl gehen mochte. In Gallun stieß dann die letzte Wanderergruppe, die 25-KM-Läufer, zu uns. Gemeinsam zogen wir nun in voller Stärke - jetzt über 100 Menschen - nach Mittenwalde. Angesichts dieses riesigen Umzugs, blieb schon mal der eine oder andere offenen Mundes stehen, besonders, wenn sie hörten, dass einige an der 80 km Marke kratzten.
      Beim Italiener 'La Villa' gab es Mittagessen. Highlight war der Empfang durch den Spielmannszug SG Mittenwalde, der 2018 bei der Weltmeisterschaft in einer Kategorie den Weltmeistertitel und in der Gesamtwertung eine Silbermedaille gewonnen hatte. Welche eine Ehre. Im Restaurant gab wahlweise Pizza oder Nudeln. Das Essen war zwar vorbestellt, aber trotzdem war es beeindruckend zu sehen, in welcher Geschwindigkeit die ganze Truppe mit Speisen und Getränken versorgt wurde, ohne dass es hektisch geworden wäre oder die Qualität darunter gelitten hätte. Sehr beeindruckend.
      Von Mittenwalde ging es weiter nach Ragow und von dort fast 10 km über die ehemaligen Rieselfelder am Schönefelder Kreuz. Die Temperaturen waren jetzt geradezu sommerlich. Zum Glück verschaffte der Wind ein wenig Kühlung in dieser fast baumlosen Steppe. Man kann die alten Absetzbecken, die Entwässerungsgräben und die Wälle zwischen den alten Rieselfeldtafeln noch sehr gut erkennen. Durch die Belastung mit Schwermetallen aus den Berliner Industrieabwässern ist die weitere Nutzung schwierig. Zum Teil wird Energieholz angebaut. Nach der Überquerung des Berliner Ringes dann endlich wieder in den erholsamen Schatten des Waldes eintauchen. Beim Fußballplatz Miersdorf versammelten sich dann alle Wanderer wieder und es gab Kaffee und Kuchen im Vereinslokal. So kurz vor dem Ziel mit schwindenden Kräften hatte sich das Teilnehmerfeld schon so weit auseinandergezogen, dass die Letzten bestimmt 30 Minuten später ankamen als die Spitze.
      Etwas dichter zusammen bewältigten wir dann die 5 km - Schlussetappe durch den Höllengrund, über den Galgenberg und wieder nach Wildau zur TH, wo uns ein geradezu professioneller Zieleinlauf mit Moderation, jubelnde Zuschauer, Urkunden und ein gemeinsames abschließendes Abendessen in der Mensa erwartete. Nebst einem köstlichen Bier, um den Staub aus den ausgetrockneten Kehlen hinunterzuspülen.
      Insgesamt muss ich sagen: Toll gemacht. Ein riesiges Kompliment für die Organisation an den neu gegründeten Wanderverein Dahme-Seenland, insbesondere an Norman. Vielen Dank an alle Wanderleiter und Begleiter, Brötchenschmierer, Kaffeekocher, Kuchenbäcker, Fahrer, Sanitäter, Musikanten, Picknickplatz-auf- und -abbauer und alle Helfer, Unterstützer, Möglichmacher und Türenöffner. Ihr habt einen Super Job gemacht. Besonders habe ich mich auch darüber gefreut, dass ich Joe Penner (komoot.de/user/529933652248), Frank Meyer (komoot.de/user/42689717614) und Kathrin (komoot.de/user/459499716189), denen ich seit einiger Zeit hier auf Komoot folge, persönlich kennengelernt habe. Man sieht sich ...

      • 31.03.2019

  9. peacemaker_fx war Fahrrad fahren.

    23.03.2019

    Paul, Joe Penner und 26 anderen gefällt das.
    1. peacemaker_fx

      Ein Fahrradausflug von Berlin in die Nähe vom Gransee, zu einer Familienfeier. Um die Stadt möglichst schnell hinter mir zu lassen, hab ich diesmal probiert die B96 nach Oranienburg zu nehmen. Kann ich aber nicht unbedingt weiterempfehlen. Im Berliner Stadtgebiet durch Reinickendorf, Waidmannslust, Hermsdorf usw. gibt es zwar durchgehend einen Radweg. Der jedoch oft sehr schmal und schlecht zu fahren. Dazu die üblichen Berliner Radwegzuparker, Baustellen und das ohnehin dichte Verkerhrsaufkommen auf der Bundesstrasse. Man kommt von A nach B aber als Vergnügen würde ich es nicht bezeichnen. Ab Hohen Neuendorf wurde es etwas entspannter, schön aber erst, als ich Oranienburg erreicht hatte. Den Weg am Ufer des Lehnitzsees und weiter von der Schleuse, am Oder-Havel-Kanal entlang, über Malz Richtung Neuholland bin ich schon häufiger geradelt und fahre ihn auch immer wieder gerne. Guter bis sehr guter Untergrund und fast die gesamte Strecke ohne Autos.
      Bei Neuholland ging es dann aus dem Wald hinaus und über die flachen, weiten Wiesen und Felder der Havelniederung. Ein bisschen schade war, dass die Sonne sich inzwischen meist hinter einem diesigen Schleier versteckte hatte. Am Morgen hatte es ja noch noch einem strahlenden Sonnentag ausgesehen. Aber nichts für ungut. Weiter ging's, durch den Wald nach Liebenberg hinauf. Ein ganz kurzer Abstecher zum Schloss, Foto. Und wieder in die Pedale klotzen.
      Nicht weit hinter Liebenberg endet der Asphalt und ein rustikaler Waldweg schlängelt sich durch im Wald die Hügel hinauf und hinunter, an moorigen Tümpeln vorbei und am Großen Lakesee entlang. Erst am letzten steilen Anstieg begann dann wieder ein asphaltierter Weg der fast bis Neulöwenberg am Waldrand entlangführte.
      Von dort bis zum Ort Löwenberg gab es keine sinnvolle Alternative als neben der Bundesstrasse zu fahren. Zwischen den beiden Ortsteilen gibt es aber einen Radweg neben der Straße.
      Der nächste Stop war das Schloss Hoppenrade - nach Schloss Liebenberg das zweite der Fontane-Highlights. Auch wenn es nicht so ein imposantes und geschlossenes Gutsensemble wie Liebenberg ist oder so herrschaftlich, repräsentativ wie Schloss Meseberg, hat mir dieses von den dreien am besten gefallen. Ein bisschen versteckt zwischen Bäumen am Dorfrand strahlt es eine angenehme Ruhe aus und fügt sich harmonisch und natürlich in seine Umgebung, wie ich finde.Meseberg ist ja nur einen Katzensprung von Hoppenrade entfernt. Auch, wenn ich es im Fernsehen oder im Internet schon gesehen hatte, ist es doch kein Vergleich mal in Natura davor zu stehen. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Schloss und das Gelände drumherum sind pikobello in Ordnung und kein Blättchen wagt es sich unordentlich auf dem Rasen herumzuliegen. Unnahbar und strahlend schön liegt es hinter dem hohen Zaun, der das gesamte Gelände umgibt, gut bewacht von vielen Kameras. Von Meseberg ging es dann den Berg hinauf, ein paar Kilometer zwischen Wald und Seen Richtung Lindow bevor der letzte Streckenabschnitt nach Norden über die weiten Felder bis zum meinen heutigen Ziel führte.

      • 25.03.2019

  10. peacemaker_fx war wandern.

    18.03.2019

    06:54
    34,1 km
    4,9 km/h
    210 m
    240 m
    1. peacemaker_fx

      Bei dieser Wanderung am Montag wollte ich die Finow erkunden bzw.. den Teil des Flusses, der seit dem Bau des Finowkanals noch davon übrig ist. Vom Biesenthaler Bahnhof ging es zunächst mal die lange, lange Bahnhofstraße bis in das Stadtzentrum. Der Weg zieht sich echt ewig und schnurgerade dahin. Davon abgesehen fand ich bemerkenswert, dass die Straße von nicht gerade wenigen, recht schicken und großen Gründerzeitvillen gesäumt wird. Und, das Stück vom Bahnhof bis zur Jubiläumseiche hatte ich bei der 66-Seen-Wanderung unterschlagen. Nun war auch diese Lücke geschlossen. Vom Marktplatz auf der anderen Seite wieder zur Stadt hinaus. An den Regesesee, aus dem die Finow entspringt, kommt man gar nicht dicht heran. Er ist von einem so breiten Gürtel aus Sumpfland mit Schilf und Büschen umgeben, dass man ihn vom Weg aus nicht mal sehen kann. Das erste mal, dass die Finow einen Blick auf sich gewährt, ist an der Brücke, wo der Fluss die Breite Straße unterquert. Gleich dahinter verschwindet sie am Stadtrand schnell wieder zwischen Wiesen und Bäumen. Eine breite, hügelige Ebene öffnet sich sobald man die letzten Häuser hinter sich gelassen hat. Hinter dem nächsten kleine Wäldchen wird sie zu einem flachen Tal, ich schätze mal zwischen 500 und 800 Meter breit, beiderseits begrenzt von bewaldeten, niedrigen Abhängen. Am Boden des Tals erstrecken sich große Feuchtwiesen immer mal unterbrochen von einem kleinen ein Wäldchen auf einem der flachen Hügel oder einem schilfigen Tümpel. Es eröffnen sich ständig neue, wirklich schöne Blicke. Der hohe Wald an den Talflanken rechts und links schafft ein Gefühl der Abgeschiedenheit, auch wenn die Autobahn so nahe liegt, dass man sie schon hören kann. Aber zum Glück noch weit genug weg, als dass man das Geräusch mit ein wenig Vorstellungskraft für das Rauschen des Windes halten kann. Nur die Finow mach sich rar. Immer weit weg am Waldrand hinter Moor und Schilf. Ganz anders, als das nur ein paar Kilometer entfernte, parallel verlaufende Nonnenfließ, welches sich kokett in seiner schmalen Schlucht hin- und her windet und von jeder Perspektive bestaunen lässt, gibt sich die Finow eher schamhaft und lässt sich offenbar nur blicken, wenn es nicht anders geht. So bekam ich den Fluss erst bei der Pöhlitzbrücke wieder zu Gesicht. Damit wollte ich mich aber nicht zufriedengeben und habe hinter der Brücke probiert näher am Fluss entlangzuwandern. Am Anfang war da noch ein Waldweg mit Fahrspuren. Der endete aber bei der nächsten Wiese. Später dann bin ich in den vermutlich von Wildschweinen freigetrampelten Gassen durch das hohe trockene Gras direkt am Ufer gelaufen. So ganz einverstanden war die Finow offenbar nicht damit. Nachdem ich mit einiger Mühe meinen rechten Fuß wieder aus dem aus dem bodenlosen, zähen Schlick befreien konnte, habe ich den Offroad-Ausflug beendet und bin nach oben in den Wald zum Weg zurückgegangen. Das war mir dann doch zu heikel. Aber hinter den nächsten kleinen Brücke haben wir uns dann in einer etwas ungefährlicheren Umgebung wiedergetroffen. Hier begleitet ein sehr schöner kleiner Weg die Finow ganz nah durch den Wald bis kurz vor die Autobahn. Die hatte sich bereits seit einiger Zeit mit ihrem Getöse bemerkbar gemacht. Nach deren Überquerung will der Fluss dann aber wieder alleine weiterziehen. Ein kurzer Blick aus der Ferne, bevor sie wieder zwischen den Bäumen verschwindet und sich wieder mit weiten Flächen von Bruchwald und sumpfigen Feuchtwiesen umgibt. Dann mündet sie in aller Abgeschiedenheit bei der kleinen Siedlung Hubertusmühle in den Finowkanal. Mein Weg führte dann durch den Ort Finowfurt und am Finowkanal entlang nach Eberswalde. Bis zu den Oderberger Gewässern folgt der Kanal hier dem ursprünglichen Flussbett der Finow. Er ist die älteste künstliche Wasserstraße in Deutschland und sein Baubeginn 1605 war noch vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges. Später war durch ihn eine sehr frühe industrielle Erschließung des Finowtals möglich. Die Ruinen der vielen historischen Fabrikgebäude entlang des Kanalverlaufs zeugen davon: Messingwerk Finow, Kraftwerk Hegermühle, Papierfabrik Wolfswinkel, Eisenspalterei, Walzwerk und Kupferhammer Eberswalde und einige mehr. Auf dem ehemaligen Treidelweg neben dem Finowkanal wurde ein Wander- und Radweg angelegt auf dem man sehr schön im Grünen bis nach Eberswalde laufen kann. Erst zu spät habe ich gesehen, dass ich diesem bis fast zum Bahnhof hätte folgen können. Aber leider bin ich zu früh zur abgebogen und der hässlichen vierspurigen Heegermühler Straße dorthin gefolgt. Zwei sehr unterschiedliche Abschnitte der Wanderung. Abgeschiedenheit und Natur in der ersten Hälfte, von Menschen künstlich veränderte, geformte und industriell geprägte Landschaft in der zweiten. Beide interessant und sehenswert. Der Anfang war aber eher meins.

      • 19.03.2019

Über peacemaker_fx

Radfahren, Wandern, Paddeln, Joggen - Ich bin bewege mich gerne und bin gerne draußen in der Natur, möglichst weit weg von Autos und Motorenlärm. Mindestens einmal pro Woche versuche ich, der Stadt den Rücken zu kehren. Klappt nicht immer, aber oft. Meistens solo, ab und zu mit Freunden. Zum Wandern kommt gelegentlich auch Paul, der Beagle, mit.
Ein bisschen sportliche Herausforderung ist immer mit dabei. Ich versuche aber diese nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, sondern bewusst das Unterwegssein selbst als Erlebnis zu verstehen und zu gestalten. Klappt auch nicht immer, aber oft.
PN: felix(*at*]masurenburg.de

peacemaker_fxs Touren Statistik

Distanz9 306 km
Zeit783:46 Std