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967:05 Std

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  1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„– war wandern.

    18. September 2021

    10:06
    51,3 km
    5,1 km/h
    180 m
    170 m
    1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„–

      Sonntag wird ein Sonnentag - doch diesen Sonntag bin ich Onkel. PrioritĂ€ten. Also geht es schon heute als Ein-Mann-PolonĂ€se aber ohne fliegende Löcher weiter in der Ortsnamensammlung (komoot.de/collection/1120109) und ab nach Neuholland. Dass es mit Neu und Klein gleich zweimal Venedig in und bei Berlin gibt, war bekannt, aber Holland war ein Zufallsfund auf der Karte.Schon zu Beginn pfeife ich auf dem letzten der nicht geplanten Löcher, denn die NEB lĂ€sst per Display in Ostkreuz verkĂŒnden: „Halt entfĂ€llt.“ Wegen VerspĂ€tung bei der Hinfahrt oder aus reiner Schikane wird in Lichtenberg umgedreht und der Zug fĂ€hrt ab dort. Nun wissen Beobachter des Berliner Nahverkehrs, dass man vom Ostkreuz nach Lichtenberg aktuell nicht mit der S-Bahn sondern nur mit dem SEV kommt
 und der Bus natĂŒrlich erst zwei Minuten nach Abfahrt des Zuges dort an. TrĂ€umchen. „Timing ist alles und keine Stadt in China“, heißt es bei Heinz Strunk. Danke auch.ZurĂŒck nach Hause? Eine Stunde warten? Andere Anfahrt und in umgekehrter Richtung laufen? Die MĂŒnze hat nur zwei Seiten und fĂ€llt auf „Warten“ und mit ihr die Wanderlust ins Bodenlose. Warum kann ich nicht spontan umplanen?Immerhin ist so Zeit fĂŒr ne heiße Schokolade und Benedict Wells, bevor mich bei ohnehin spĂ€t geplantem Start und der dazukommenden Verzögerung der Zug endlich in GrĂŒneberg auf die Strecke schĂŒttet und verhindert, dass das VerhĂ€ltnis von Text vor vs. wĂ€hrend des Wanderns völlig absurd wird.Auch heute ist ein zweites Paar Schuhe dabei, aber trotz des Themas sind dankenswerterweise keine Clogs und Klompen im GepĂ€ck. Was auch fehlt, ist die meist unnĂŒtz mitgeschleppte Regenkleidung. Das weiß auch der Niesel und setzt schon kurz hinter dem Start ein. Wie so oft springt mir meine ultraleichte Picknickdecke zu Hilfe. Ohnehin unverzichtbar in jedem Rucksack. Gegen die BildvernichterqualitĂ€ten des grau ĂŒberblendeten Himmels ist indes auch sie machtlos.Auch wenn es in Neuholland dann trocken ist, „dope“ wird es nicht. Und wenn wo selbst der Konsum nicht Frau Antje gehört, hĂ€lt man sich lieber ans Original.
      Ob dahin dann der HollĂ€nder Rundweg fĂŒhrt oder Selbiger nur durch Selbige zu bewandern ist bleibt offen. Stattdessen heißt es nach einem Schuhwechsel: Schluss mit Asphalt und ab auf die Feldwege.
      Ihrem nassen Gras hĂ€lt das Schuhwerk leider nicht mal eine Stadionrunde stand. Erwartbare EnttĂ€uschung. Dem wirkt die Landschaft erfolgreich entgegen. Trotz weiterer kurzer Schauer ist es herrlich. Fast ist mir der Regen lieber als das Dazwischen, denn das bringt endlos MĂŒcken, die sich heute an keinem der mitgebrachten Mittelchen zu stören scheinen.Erst mit dem Wind auf dem Deich zwischen Oder-Havel-Kanal und Schneller Havel, die ihrem Namen keine Ehre macht, haben sie keine Chance mehr, und auch wenn ich mir spĂ€testens jetzt das Wetter von morgen schon fĂŒr heute wĂŒnsche, ist es trotz nasser FĂŒĂŸe ein Genuss.Trotzdem werde ich in der Folge unaufmerksam. Die Zeit, die Reststrecke, die verbleibenden Tageslichtstunden - das alles summiert sich zu „Zweifel“. Ein schlechter Begleiter. Und es ist nicht mal Halbzeit.Ablenkung sollte das GelĂ€nde der ehemaligen HeilstĂ€tte Grabowsee bringen, doch das ist gut eingezĂ€unt / bewacht und teilweise durch eine Kids-Acamedy in Benutzung. Mit ihm wird auch gleich die ehemalige SS-Brotfabrik gestrichen, von der ich mir eh keine ZugĂ€nglichkeit erwartet hatte. Weg auch mit der ZĂŒhlsdorfer MĂŒhle und schon sieht das Ganze wieder schaffbar aus. Das Ă€rgert den Zweifel und freut den Rest. Vielleicht hole ich auf diese Weise sogar noch mein Plan-Ich ein und wir laufen zusammen ins Ziel! Besser nicht - in der Wanne ist nur Platz fĂŒr einen von mir.Der Unterhaltungswert der großen geraden Waldalleen hĂ€lt sich natĂŒrlich in Grenzen - aber es lĂ€uft sich gut spart das Nachdenken, bevor es wieder deutlich abwechslungsreicher in leichten Schlenkern und auf schmaleren Wegen durch die Kiefern geht, ĂŒber die ich heute nichts Schlechtes sagen kann.Schon seit einigen Kilometern heißt es: Auf jeden Pilz ein Sammler. So viele Leute wir heut hab ich schon lange nicht im Wald gesehen.Zwischendurch sieht dieser aufgrund von Forstarbeiten etwas ramponiert aus - aber mit geschlossenen Augen rieche ich schon den Weihnachtsbaum in der Wohnung. Zehn Wochen noch. So ungefĂ€hr.Nach dem Alten Forsthaus kommt dann, was sicher zum Besten gehört, das Brandenburg zu bieten hat: die Briese und ihre unterschiedlichen Stauungen.
      „Die Natur konsumiert einen gleich vollstĂ€ndig“, heißt es bei Angela Lehner, und hier frisst sie mich mit Haut und Haaren. Der Himmel macht wie erwĂ€hnt das Fotografieren schwer, doch meine Augen knipsen Dauerfeuer. Fantastisch. Und mĂŒckenfrei - erstaunlich.
      Aber ich bin sicher nicht der Einzige, der sich auch ĂŒber das Fehlen von BĂ€nken und den verwahrlosten Naturlehrfahrt wundert.
      Nach der Spitzkehre geht es dann Briese-fern und mit deutlicher Entspannung fĂŒr die Augen auf die letzten zehn Kilometer. Die FĂŒĂŸe bekommen gleich auf dem ersten Nord-SĂŒd-Weg noch einmal gut zu tun, denn es sieht aus, als wĂ€re ein Panzer durch den Wald gefahren: BĂ€ume quer auf dem Weg machen das Laufen zum Balanceakt. Der Weg bis Summt - das auch heute eher „Brummt“ heißen mĂŒsste - lĂ€uft sich dann entspannt
 wenn man das zu diesem Zeitpunkt so sagen möchte. Auch der Wald noch einmal ĂŒberraschend unöde.
      Die Pilzesammler, sie stehen inzwischen an ihren Pfannen. +49 30 19240 - fĂŒr alle, sie sich vergriffen haben
 oder dem
      GegenĂŒber am Tisch nicht trauen.
      Da die Reststrecke ausschließlich kĂŒnstlichen Zivilisationsuntergrund bietet, gibt es im Ort dann doch noch einen Schuh- und Sockenwechsel
 und mit ihm einen kleinen Schreck: Ein Blick auf meine FĂŒĂŸe gibt mich klar als Wasserleiche zu erkennen. Die frischen Socken werden aber schon bis zur Ankunft an der HaustĂŒr dafĂŒr gesorgt haben, dass ich kein Fall fĂŒr die Patho werde.Wie auf Wolken geht es
na wir wollen mal nicht ĂŒbertreiben, aber zumindest weiter geht es Richtung Ziel, vorbei am Stummter Grill, bei dem auch heute wieder nur das Brutzeln der Oberleitung zu hören ist. Wie man weiß ist der Weg bis zur S-Bahn eine Frechheit. Laut und uninspiriert. Wie ĂŒberall gröhlen die Plakate, aber das einzig sinnvolle wirbt fĂŒr den Töpfermarkt in Oranienburg. Mal sehen, mit welchem Scherbenhaufen der nĂ€chste Sonntag endet.Erstmal ab in die Bahn und nach Hause.

      • 18. September 2021

  2. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„– war wandern.

    12. September 2021

    09:55
    52,9 km
    5,3 km/h
    240 m
    240 m
    StadtLandFuss, Naturfreundin Regina und 92 anderen gefÀllt das.
    1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„–

      Oder eher Beutel-Überseher, denn wĂ€hrend schon einmal beim Umplanen einer Tour ein Ort einfach verloren ging (komoot.de/tour/375492251), habe ich bei einer anderen eine KuriositĂ€t schlichtweg von vornherein ĂŒbersehen. Also weiter mit den kuriosen Ortsnamen - und ab nach Beutel.
      komoot.de/collection/1120109/-kuriose-ortsnamen
      Ein selbiger begleitet mich schon beim Start in Gransee. Er trĂ€gt am Rucksack meine Schuhe. Also das zweite Paar, zu dem mich meine FĂŒĂŸe nach der Asphaltlehre vom letzten Mal heute ĂŒberredet haben. Um ihnen klar zu machen, dass die dummen Entscheidungen immer noch der Kopf trifft, habe ich sie nicht an. Vor allem aber auch, weil ich morgen-feuchten Untergrund erwarte und wenig Lust auf einen frĂŒhen Sockenwechsel habe.Aber der Großteil der fĂŒr heute vorhergesagten 20% Asphalt ist am Vormittag zu erwarten und da - anders als bei der Wettervorhersage - beim Untergrund nicht mit stĂ€ndig falschen Prognosen zu rechnen sein dĂŒrfte, kommt schon am Hochsitz am Gransee der Wechsel. FĂŒĂŸe und komoot freuen sich ĂŒber die erstmalig-vorausschauende BerĂŒcksichtigung des Bodenprofils und der RĂŒcken meckert ĂŒber die zusĂ€tzliche Last der Knobelbecher.Schnell kommen Felder und Wind, schnell bin ich zufrieden, auch wenn aus Radweg spĂ€ter Landstraße wird. Es folgt wunderbarer Waldweg, der zum GlĂŒck keinen Schuhwechsel verlangt. DafĂŒr wĂŒrde ich mich ĂŒber SchnellspannerfĂŒsse freuen. Über die nebelfeuchte Luft freuen sich leider immer noch die MĂŒcken, aber auch bin froh, mich ein weiteres Mal gegen eine Dauerwelle entschieden zu haben. Die wĂ€re auch ohne MĂŒtze jetzt hinĂŒber, bei 15mm HaarlĂ€nge aber ohnehin eine Herausforderung.Wo waren wir? Wald.
      Im Norden von Berlin sind sie ja fast ĂŒberall herrlich, was man bei den restlichen drei Himmelsrichtungen nicht unbedingt erwarten darf. Aber hier verlangt die Natur im Prinzip nach wöchentlicher Wiederkehr, um den Jahreszeiten bei der Arbeit zuzusehen. Fantastisch.
      Auch nach Dannenwalde wollen die MĂŒcken im Laufpark Stechlin dem Namen Taten folgen lassen, aber als Wanderer weiß man sich zu helfen. Und auch der Wald hat sich weiter herausgeputzt und ĂŒberall wird Hut getragen - eine Unendlichkeit von Pilzen schiebt ihre Fruchkörper aus Totholz und Boden, bis das Handy ruft: reicht ja jetzt auch, mit den Fotos.Kurz danach stehe ich in Neubau, und der Name könnte unpassender nicht sein. Zwei Mal drei EinfamilienhĂ€user und dazwischen tausend Meter Weg. Der immerhin scheint einigermaßen neu. Der Name klingt nach Platte, aber vielleicht ist das auch nur das Klein Krebslow von Björn Stephan, das noch in mir nachklingt. Kein Wunder, ein fantastisches Buch. Das Wendekind in mir empfiehlt es uneingeschrĂ€nkt weiter.Und eine Bank gibt es in Neubau 2, die ich heute - viel frĂŒher als sonst - fĂŒr eine kurze Pause in Beschlag nehme. Die leichteren Schuhe machen das Tempo etwas höher als gewohnt - so red ich es mir zumindest schön.Danach erwartet mich Landstraße, aber daneben auch ein Meer aus Lila: BĂŒschelschön soweit das Auge reicht. Und fĂŒr die Nase zuckersĂŒĂŸe Luft, auch wenn die schon kurz spĂ€ter in Blumenow ausgetauscht wird. Also die Luft, nicht die Nase, denn fast noch schöner als nach den BlĂŒten riecht es nach gekochten Kartoffeln. Nicht hier und da nach einem Topf zum Mittag (auch wenn es 12 Uhr ist), sondern nach so einem riesigen Bottich, wie aus der Tierzucht. Herrlich, es duftet nach „damals“.Im Wald danach entzieht sich - wie so oft - der Zauber des kleinen Sumpfgebietes einer echten fotografischen Dokumentation, aber die FĂŒĂŸe freuen sich ĂŒber denn Untergrund- und Tempowechsel.Ohne Radler-Pause geht es feldbegleitend vorbei am Gut Boltenhof - sonst scheinbar eine klare Empfehlung - weiter Richtung Bredereiche, wo mich die Wegweiser nach Himmelpfort locken wollen. Aber das hat im FrĂŒhjahr seinen Haken bekommen und bleibt heute links liegen. Stattdessen schlĂ€ngeln wir - die Havel und ich - uns Richtung kleine Schorfheide. Richtig rund lĂ€uft es dabei nicht, auch wenn das Rundrum weiter sein bestes gibt. Die FĂŒĂŸe wollen eine Pause, und weil ich es mir mit ihnen (jetzt noch) nicht verscherzen will, dĂŒrfen sie an der Havel aus den Schuhen und mit mir auf die Biegungen gucken.Irgendwann mĂŒssen wir aufstehen, die FĂŒĂŸe und ich, denn keiner der vorbeikommenden Ruderer will mit uns tauschen.Auch wenn der Wald weiter schön ist, freuen sich die Augen kurz danach ĂŒber mehr Weite: noch einmal ergießt es sich lila ĂŒber die Landschaft, diesmal in Form von Erika in der Weite der Heide. Und weil die Wege gar nicht sooo schrecklich sandig sind, darf mal ruhig „bezaubernd“ sagen.Danach wird es gleichzeitig waldiger und - fast möchte man hier „erwartbar“ sagen - explosivstoffverseuchter, auch wenn sich das schnell wieder gibt. Dennoch bleibe ich auch im Kiefernwald dahinter lieber auf den langen geraden Wegen, wo es trotz Tourentitel ohne Flickflack und Rolle weiter Richtung Beutel geht, bis erneut Buchen und Eichen grandios Regie ĂŒber die Umgebung fĂŒhren und im Blick ĂŒber den Densow-See ihr Finale finden. Das Wolkenbild ĂŒber den Feldern
 genauso grandios wie der Weg am Sumpfgebiet Ragöserbach.Und endlich dann Beutel. Ja. Ok. Besser als TĂŒte, schlechter als Rucksack und groß genug frĂŒh Krams. So steht es zumindest auf der Trafostation. Doch das langgestreckte Straßendorf ist eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, denn im Gegensatz zum Westteil hat der Osten nicht einmal Handynetz. Typisch. Pause, kurz, denn die Letzte ist nicht mal 12 km her. Das wird hier noch zur Kaffeefahrt. Und eigentlich verbietet sich so kurz vor dem Ziel die Rast - aber Verbote mĂŒssen manchmal eben ignoriert werden, auch wenn das oft Reue nach sich zieht. Hier wird es nicht viel anders enden
Obwohl ufernah gefĂŒhrt gibt der Weg am Großen Mahlgastsee leider nur selten den Blick auf das Wasser frei. Ohnehin wird das Schöne jetzt zu kurz kommen
 denn der Blick auf den Fahrplan der Bahn und die verbleibende Strecke offenbart: 90 Minuten fĂŒr 8,5 Kilometer. TempoverschĂ€rfung. Da klappern selbst die Schuhe am Rucksack, die heute in der Tat eher Ballast waren. Sollte diese lange Ochserei gegen Ende nicht eigentlich der Vergangenheit angehören?Möglicherweise muss verkĂŒrzt und Templin statt bis Templin Stadt gelaufen werden
Und tatsĂ€chlich fĂ€llt 2,5 km vor dem Bahnhof und 30 Minuten vor Abfahrt völlig ĂŒberhitzt die MĂŒnze: Die PionierbrĂŒcke in Templin, sie muss dran glauben. DafĂŒr wird trotzdem an der Altstadtmauer bis zum Bahnhof Stadt gelaufen. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Egal.
      10 Minuten vor Abfahrt sitze ich im Zug. Die richtige Entscheidung. Der erste Griff geht zum Deo, der zweite ans Trinken.
      Die RĂŒckfahrt dauert fast zwei Stunden. Zeit fĂŒr Sascha, Sonny und Juri, Zeit fĂŒr Klein Krebslow. Bei den noch offenen Ortsnamen-Touren wird es noch schrecklicher. Prost Mahlzeit.19x Ortsnamen bisher, 21x 50km in diesem Jahr. Ab Richtung Wanne.

      • 12. September 2021

  3. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„– war wandern.

    5. September 2021

    08:32
    44,1 km
    5,2 km/h
    240 m
    240 m
    Sabine B, Robin und 155 anderen gefÀllt das.
    1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„–

      „Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept“, singt Marius und heute singt er von mir. „Keine Lust, um aufzustehâ€Čn.“ Kein Widerspruch.Die Bahn streikt und beraubt mich der Möglichkeiten. NEB und ODEG machen mir Alternativen schmackhaft, aber noch lockt potentielle mehr als kinetische Energie.
      Nach einer halbe Stunde Gammeln auf der Couch und ohne Strecke textet das Gewissen um: „Setz auf den Hut, es tut dir gut!“
      Es hat ja recht.
      Und so fahren wir, die MĂŒtze und ich, planlos mit der U-Bahn Richtung Stadtrand und beschließen, uns treiben zu lassen. Über den Ereignishorizont der Stadt und einfach raus ins Land. Hier kann man nicht verloren gehen und muss auch nichts Neues entdecken. Hier brauchen Routen keinen echten Plan. Laufen, solange Lust ist
 und dann noch ein StĂŒck weiter - wie immer also. Das schafft Platz fĂŒr die kommende Woche.
      Allein auf dem Wolkenhain geht der Blick Richtung Sonnenaufgang, auch wenn selbige erst feuerrot durchs Grau linst, als ich wieder unten bin. Anders auf den Großen Ahrensfelder Berg: hier glimmt die Glut. Die der gestrigen Gelage. Und das ganz ohne MĂŒll, liebe Hahnebergler
Danach dann schnell Feldweite und Kopfleere. Auch die StrassengerĂ€usche sind bald passĂ©.
      Unter mir zieht der Weg vorbei, und nach dem Blumbergpark links und rechts der Wanderallee auch wieder Acker.
      Aber schon bei km 20 saugt mir der Asphalt vor Wegendorf durch die dafĂŒr zu harten Sohlen die Laune aus den FĂŒĂŸen. War es das mit der Lust? Pause. Nachdenken. Umdenken. Ja.Leider denkt komoot nicht mit und schlĂ€gt ein gutes StĂŒck recht befahrender Landstraße ohne Seitenstreifen vor. Ich zweige lieber ins Feld ab und lasse mir von dessen Rand die FĂŒĂŸe gut durchwalken. Und die Landschaft bleibt klasse. Irgendwann gibt es dann tatsĂ€chlich wieder so etwas wie Weg, auch wenn der mich am Teufelfließ nicht fĂŒhrt wohin ich will und vor dem Wald abzweigt. Zweihundert Meter geht es etwas abenteuerlich auf, nun ja, „Pfaden“, die sonst Wildschweinen vorbehalten scheinen durch das Dickicht.Bis Altlandsberg beschwert sich dann ausnahmsweise keiner, aber schon danach begehren die FĂŒĂŸe wieder auf: herrlicher Radweg, das ist nicht nach ihrem Geschmack, obwohl rechts und links ein Streifen gemĂ€ht ist und Linderung verspricht. Immerhin ist die Anzahl der sonstigen Nutzer ertrĂ€glich und die Landschaft weiter feld-herrlich.Kurz danach ruft der Biergarten am Reiterhof nach mir, und entgegen aller Gewohnheit höre ich auf ihn. Die Knacker - soviel ist herauszufinden - ist nicht aus Pferd. Schade eigentlich. Aber sie schmeckt auch so.
      Die meisten GĂ€ste sind trotz der Radfahrer hier aus der selben Gussform: Klischee-Mutter-Tochter-aber-manchmal-auch-anderes-Kind-Duos. Direkt aus der Wendy. Schön fĂŒr sie. In jeder Das-Kind-ist-beim-Pferd-MĂŒtter-Kleingruppe redet eine ohne Punkt und Komma. Davon, wie schwer sie es hat. Die Ärmste. Und stĂ€ndig werden (sic) SĂŒsskartoffelpommes ausgerufen
 vielleicht ist das eines der Probleme.
      Weiter.Auch danach haben die FĂŒĂŸe bis zur Autobahn keine Freude am Untergrund. Inzwischen komme ich mir auch eher wie ein Schlenderer, denn wie ein Wanderer vor. Aber nach der A10 trennen sich Rad- und Wanderweg endlich und trotz VerkehrslĂ€rm steigt die Laune genau so viel, dass sie bis ins Ziel reicht. Die nochmal tollen Felder helfen.Kurz vor Ende gibt es an der Berliner Straße neben der Hönower Weiherkette leider immer noch keine Schallschutzwand. Und ganz am Schluss keimt noch mal der Gedanke an einen 50er. Aber ohne kuriosen Ortsnamen bleibe ich auch heute lieber keimfrei. Reicht ja auch. Ab auf die Couch!Wie (fast) immer hat sich das Losgehen auch heute trotz kleinerer HĂ€nger gelohnt.
      Es geht mir gut, Marius, es geht mir gut.

      • 5. September 2021

  4. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„– war wandern.

    28. August 2021

    08:05
    40,3 km
    5,0 km/h
    220 m
    220 m
    Frank Meyer, Naturfreundin Regina und 130 anderen gefÀllt das.
    1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„–

      Drei Wochen MĂŒĂŸiggang. Drei Wochen, in denen eine Vielzahl von Flausen ruft: Endlich sind auch wir mal dran. Es braucht keine Ablenkung vom Alltag, denn den Alltag gibt es nicht. Erst, als wieder der Takt des Rechners auch den der Tage bestimmt, wollen die Wanderschuhe zurĂŒck an die FĂŒĂŸe. Die FĂŒĂŸe selbst, sie wollen nicht, aber der MitWandern-Nachschlag leistet Überzeugungsarbeit. Rund um die Döberitzer Heide fĂŒhrt Frank die, denen Anreise und Zeitplan die Lust nicht verhagelt. Ver-fĂŒhrerisch scheint mir das erstmal nicht. Ich sehe Sand und keine Wisente. So ges(ch)ehen bei der letzten Tour dort. Vielleicht war der Eindruck damals auch dem 30km-Hinwandern geschuldet
 also wird der Anlauf heute zur Sicherheit auf 15 Kilometer halbiert und in Spandau gestartet. Der Regen der letzten Tage hat sich zumindest um das Untergrundproblem gekĂŒmmert, vermutet die Hoffnung.Das „Anwandern“ hilft auch, ĂŒberhaupt wieder in Gang zu kommen. Und weil ich sonst nur meine eigene Gruppe bin - und mir selbst manchmal schon zu viel - tut die Ruhe gut. Denn erstaunlich still ist es schon auf dem Bullengrabenweg, der mir im Rahmen der GrĂŒnen Hauptwege eigentlich nicht gefallen hatte. Aber gut
 außer in den Clubs im heimatlichen Friedrichshain ist es um diese Zeit fast ĂŒberall in Berlin recht ĂŒbersichtlich. Laut wird es erstaunlicherweise erst auf dem Hahneberg: obwohl das Panorama optisch gut und gerne in den Alpen spielen könnte - der Nebel verbirgt die Welt komplett - schallt die Stadt auch morgens schon unverkennbar durch das Weiß. Und auch wenn man hier nicht auf einer ehemaligen Deponie steht, lassen die Überreste des Vorabends dies fast vermuten.Mit dem Geruch von Vodka-Redbull und zwei Lagen weniger am Leib - verdammt seist du, oh Wettervorhersage - geht es hinunter und weit-waldig-weit Richtung Dallgow-Döberitz, um nicht schon zu Beginn durch ZuspĂ€tkommen negativ aufzufallen. DafĂŒr ist wĂ€hrend der Tour noch genug Zeit. Immerhin verspricht der bunte Mix an Teilnehmern doch Ablenkung vom Grau des Himmels und dessen Auswirkung auf die heutigen Bilder. Aber dass fĂŒr Lucy heute kein See zum durchschwimmen eingeplant ist, verleiht - anders als der leichte Niesel und die jetzt schon wiesenfeuchten FĂŒĂŸe - der Tour einen gewissen Makel, denn selbst die zum Teil großen PfĂŒtzen werden ihr nicht reichen. 😉Am Ende hab ich zum Start doch gebummelt und komme zu spĂ€t, da in Franks Startzeit leider das cum tempore fehlt. Zugegeben: die letzte Vorlesung ist auch bei mir schon 15 Jahre her.
      Und es sind nur drei Minuten. Die Strafe bleibt so milde, dass sie ausfÀllt.
      Auf geht’s, Richtung Heide. Die Gruppe ist illuster und auch wenn die Berliner in der Mehrzahl sind, mischen sich ein paar andere Komootlern bekannte Regionalexperten unter uns. Schnell kommt man ins Plaudern. Übers Wandern allgemein, Gruppenerlebnisse und das Leben. Erstaunlich wenig geht es um die Etappen vom MitWandern. Gerade hier hatte mich vorab interessiert, wie andere das „Werden“ wahrgenommen haben, aber die GesprĂ€che entspinnen sich auch ohne das so unterhaltsam, dass am Ende keine LĂŒcke mit nach Hause fĂ€hrt.Frank berichtet von den Höhen und Tiefen der Organisation und selbst wenn nicht explizit abgestimmt wird besteht Einigkeit darĂŒber, dass der Event gern in der ein oder anderen Variante wiederholt werden kann. Die Begeisterung der Berlin/Brandenburger:innen war ja schon in den Anmeldungen und dem „Abwandern“ der Etappen sichtbar geworden. Lösungen zur Motivation teilnehmerschwacher Regionen und zur Vermeidung von etappenblockierenden Couchbeobachtern finden sich zumindest heute kurzfristig nicht.Die Tour um die Heide
 nun ja. Ihr Unterhaltungswert hat Luft nach oben, das war zu ahnen. Aber gerade, weil die Zahl der Teilnehmer:innen nicht klar war und hier Platz herrscht, war die Wahl auch nachvollziehbar. Und auch das Wetter zeigt sich wohlwollend und schon vor Beginn auf „trocken“ gestellt. Ohnehin war die Natur heute fast Nebenschauplatz, wenn es um Kopffreikriegen und Ablenkung ging. Die Wander:innen - sie waren die Tour. Am Ende habe ich nicht mal mit allen gesprochen. Bei anderen weiß ich trotz interessanter GesprĂ€che nicht, hinter welchem Profil sie sich im Digitalen verstecken. Aber das tut der Sache keinen Abbruch. Die Kurzweiligkeit setzt sich durch. In jedem Fall leidet aber die Doku beim Laufen, die heute auf den Teil vor Dallgow beschrĂ€nkt bleibt. Und trotz deutlich besseren Wetters die Fotos wĂ€hrend des Austauschs. Am Ende fotografieren wir alle das selbe, denkt wohl jeder und so fotografiere nicht nur ich letztendlich kaum. Aber darauf kommt es heute auch nicht an.Nach der Pause am Aussichtsturm leidet auch die Sache selbst ein wenig, denn obwohl vorher schon Überlegungen aufkamen, ob man nicht zu schnell laufe, wird das Tempo noch erhöht. Der Takt der Bahn bestimmt am Kopf der Gruppe den Rhythmus der Schritte und zieht den Rest auseinander und mit, obwohl fĂŒr viele klar ist: man lĂ€sst die Tour eh noch bei einem GetrĂ€nk ausklingen. Vielleicht hĂ€tte man die Gruppe hier teilen können, in die frĂŒhen und die spĂ€teren Heimfahrer, aber niemand beschwert sich und so wird eifrig marschiert. Im Sinne der anderen bin ich beruhigt, dass dem sonst wohl nicht so ist.Am Bahnhof gibt es Softeis und Radler und fĂŒr mich noch einmal die Erkenntnis: Wahnsinn, wie engagiert und regelmĂ€ĂŸig viele unterwegs sind. Wahnsinn, man man alles noch nicht gesehen hat. Ich hoffe fĂŒr sie (und uns), dass aus Freude nicht doch PflichtgefĂŒhl wird.Ein lohnender, ein gelungener Tag.Zwischendurch kam kurz die Überlegung auf, auch zurĂŒck noch bis Spandau zu verlĂ€ngern und den Tag ein wenig nachgĂ€ren zu lassen. Aber ach, wozu, es war doch so ganz schön. Die Tour vor der Tour war wichtig, ein Weiterlaufen danach nicht nötig. Und einen kuriosen Ortsnamen gibt es da eh nicht einzusammeln, also locken auch die 50 heute nicht. Statt des NachgĂ€rens lockt also Vergorenes zu Hause auf der Couch, kalt und im Glas, wo anders als sonst auch endlich der Text ein Ende findet. Vom anderen Ende des Sofas tönte es natĂŒrlich trotzdem verwundert: Warum bist’n du schon zu Hause? 😄Dass der Himmel dann doch noch alle Schleusen öffnet genießt sich zu Hause gleich viel entspannter. Prost.

      • 28. August 2021

  5. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„– war wandern.

    9. August 2021

    10:27
    51,9 km
    5,0 km/h
    300 m
    280 m
    DreiFarben, Burkhard đŸ””âšȘ und 100 anderen gefĂ€llt das.
    1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„–

      Nach dem Ausflug in den „SĂŒden von Berlin“ heute weiter mit den Ortsnamen in der Heimat. komoot.de/collection/1120109Back to normal.
      Back to Brandenburg.
      Viele Touren hier mögen auf den ersten Blick einen anderen Eindruck vermitteln, aber beim Wandern geht es nicht um Distanz. Sondern um NĂ€he.Dazu braucht es gar keine besonderen Ziele, Weiten oder Höhen, dazu braucht es Platz im Kopf, um unabhĂ€ngig von den FĂŒĂŸen den Geist wandern zu lassen. Frei und ohne Ablenkung oder fokussiert.Ganz besonders kann das Alex (komoot.de/user/467253236170), die vor Kurzem mit ihrem nachdenklichen Triptychon „Mutter - Vater - Kind“ nicht nur in mir einiges in Bewegung brachte.
      Den Rest schafften die Walderdbeeren im SĂŒden.
      Heute also: FĂŒr Opa nach Groß VĂ€ter.Aber weil es bei den kuriosen Ortsnamen eben doch auch um LĂ€nge geht, hat der Kopf heute viel Zeit. Es wird sich zeigen, ob das gut oder schlecht ist. Der Weg vor mir ist lang; der Weg in mir ganz kurz
.Viel zu spĂ€t habe ich ein paar unserer GesprĂ€che der letzten Jahre aufgenommen, aber sie begleiten mich gleich zu Beginn auf den langen Geraden heute, der modernen Technik sei Dank.Es geht um Kindheit und Erwachsenwerden, Familie, Freunde, Feiern. Man hört uns laut lachen
 und wie die Stimme fast bricht, bevor minutenlang nur schweres Atmen kommt, denn (endlich?) geht es auch um mehr als 70 Jahre Schweigen. Wie bei so vielen dieser Generation haben die Jahrzehnte nicht nur den Körper krumm werden lassen. Auch die frĂŒh vernarbte Seele macht jede Bewegung schwer.
      Tief vergraben bestimmt das in der Jugend erlebte Leid ein ganzes Leben. VerdrĂ€ngen lĂ€sst es sich nie und bricht sich in TrĂ€umen immer öfter Bahn. Verarbeiten? FĂŒr unsere Großeltern ist der Begriff „TraumabewĂ€ltigung“ zu spĂ€t erfunden worden.
      Es geht um Zerrissenwerden und Leid. KÀlte, Hunger und Verlust. Angst
 Tod. Gut, dass sich den Wegen hier auch mit verschwommenem Blick einfach folgen lÀsst.
      Aber es geht auch um Hoffnung und Heimkehr. Den Unglaube in den Augen seiner Schwester, als er plötzlich am Gartenzaun steht. Das Wunder, dass alle elf Geschwister das Dunkel ĂŒberleben. Es geht um Oma und Neuanfang.
      Keine Belastung sein, das begleitet fast alle diese JahrgÀnge. Aber eben auch: Alle Last selbst tragen.
      Erst spĂ€t, als auch vieles andere nicht mehr ohne Hilfe geht, öffnet sich - nur einen kleinen Spalt - diese TĂŒr.
      Am Ende war die fleischliche HĂŒlle, das bißchen Haut und Knochen nur noch ein schlechtes Zuhause fĂŒr ihn. LĂ€ngst ist er umgezogen - in unsere Erinnerungen.Und meine sind - vielleicht auch durch den Schleier des RĂŒckblicks - geprĂ€gt von Freude und Geborgenheit, Entdeckerlust und KreativitĂ€t, Ferien und Garten, Feiern und Genießen. Eine Vielzahl unterhaltsamer oder gut ertrĂ€glicher Macken. Schabernack und Lachen.
      Auch das zeigt mir das Handy unterwegs, selbst aus Zeiten vor mir. Wunderbar.
      95 Jahre wĂ€re er letzte Woche geworden. Ein paar Jahre schon stoßen wir ohne ihn an.
      37 Jahre war er fĂŒr mich da. Das bleibt ein Grund, zu feiern.
      Ach und die Tour? Herrlicher Wald und gute Wege, fast durchgehend von Vogelsang bis Joachimsthal. Der Weg am Großdöllner See - wunderbar, auch wenn der See selbst nur selten zu sehen ist. Selbst das StĂŒck am Solarpark heute passend.Und doch war sie in Joachimsthal weg, die Lust. Viel (!) zu weit bis Eberswalde oder AngermĂŒnde, selbst Chorin wie eine Drohung. Und wĂ€hrend sie in Tokio die 50 unter vier Stunden gehen, werde ich von mal zu mal langsamer. Hier aufhören und die 50 in den Wind blasen? Niemals. Golzow - da muss es hingehen. Im Eiltempo, dann passt sogar der Zug.
      Das wiederum passt komoot nicht, was mich (wieder einmal) auf eine Weide fĂŒhrt - diesmal mit Rindern, die gern ein wenig mit mir rennen - und dann quasi direkt auf den Autobahnzubringer. Traumhaft.
      Danach zum GlĂŒck noch mal Wald und Feld aus dem Bilderbuch. Und 5 Minuten vor dem Zug am Bedarfshalt.
      Bei den Ortsnamen geht es so langsam auf die Zielgerade. Viel kommt nicht mehr. Reicht auch.FĂŒr jeden, der eine Reise in sich selbst wagen will, sei noch einmal auf das Profil von Alex und die immer wunderbaren BeitrĂ€ge verwiesen: komoot.de/user/467253236170.

      • 9. August 2021

  6. Anne, Robin und 173 anderen gefÀllt das.
    1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„–

      Lange fand sich niemand fĂŒr diese zwei Etappen. Irgendwann ein halbherziges Angebot von mir, weil ich zwar wegen denen davor in der Gegend, aber unsicher war, wie es mir gehen wĂŒrde. Dann ein weißer Ritter: Niklas ĂŒbernimmt. FĂ€llt aus. Übernimmt doch. Nicht ganz die Struktur eines klassischen Dramas.Doch da stand sie schon, die Entscheidung: Ich geh die Strecke auch. Der Körper ist ok und wenn ich schon mal hier bin

      Ganz klar: Ich will niemandem was wegnehmen. Man wandert nicht fĂŒr oder gegen andere, man wandert fĂŒr sich selbst. Sobald Niklas (komoot.de/user/785739317534) durch und die LĂŒcke durch ihn geschlossen ist, nehm ich als VorgĂ€nger die Markierung gern raus.
      Also auf!
      Anders als bei den bisherigen Touren gibt es heute aufgrund der geringen Vorbereitung keine grĂ¶ĂŸeren Anpassungen. Die Experten der Region werden schon was VernĂŒnftiges rausgesucht haben.
      Der Vorteil heute: durch das Laufen Richtung Hof kann wenigstens ein Teil des GepÀcks den Tag im Hotel vergammeln und muss nicht mit durch die Botanik. Da freut sich auch der Körper - er hat mit mir genug zu tragen.
      Selbst wenn ich Anfang August nicht mit 12 Grad zum Start gerechnet habe, sind mir die Aussichten lieber als 30. Und auch der Regen hĂ€lt sich trotz 85% Wahrscheinlichkeit erstmal zurĂŒck. Wie nett von ihm.Doch schon nach wenigen Metern zwickt der Spann. Klatsch, klatsch, machen die Schuhe auf den Asphalt, durch den der GeoPfad zunĂ€chst geprĂ€gt ist. UmschnĂŒren, weiter. Klatsch, klatsch.Waren die Tage doch zu viel? Es hilft nichts: Kurz nach dem Steinbruch mĂŒssen die Turnschuhe raus und an die FĂŒĂŸe, auch wenn ich das bei der ersten feuchten Wiese bereuen werde. Gleich lĂ€uft es sich viel besser. Das Grau in mir, es lichtet sich. Das Grau um mich ist renitenter.WĂ€hrend bei uns in der Region Frank M. jeden Stein kennt, scheint es hier ein Frank N. zu sein, auf dessen Weg es bis Döbra geht.Zwischendurch gibt es herrlich sĂŒĂŸe Walderdbeeren und mit dem Geschmack im Mund explodiert um mich die Welt - ich bin wieder sechs und liege neben Opa auf der Schaukel im Garten, wir mampfen und lachen und lassen Oma ĂŒber die roten Flecken schimpfen. Sie meint es eh nicht so und nascht mit.Der Anstieg zum Döbraberg holt mein Herz dann zurĂŒck ins Jetzt. Erst den Bohrturm auf der Spitze erklimmen, dann kurzer Sockenwechsel, weiter. Alle weiteren Anstiege sind deutlich geringer. Reicht ja auch.E3, E6, B12 und FolsĂ€ure. So oder so Ă€hnlich heißen die Wege, die bis Helmbrechts fĂŒhren. Ohnehin gibt es hier unzĂ€hlige Touren mit hervorragender Kennzeichnung, auch wenn mich das Zeichen des Wasserscheidenwegs immer denken lĂ€sst, es kĂ€me gleich eine Toilette. Verlaufen wird sich nur, wer sich verlaufen will.Wie Bankautomaten die RĂ€uber fĂ€rben die Blaubeeren auch mich bei meinem Diebstahl ein. Der Nadelwald runter ins Tal ist dann einfach ein Traum. Die Sonne lĂ€sst den grĂŒnen Boden strahlen, jeder Schritt federt leicht und schlĂ€ngelt sich zwischen den BĂ€umen in Richtung Kleinschwarzenbach.Und kurz vor der Pause verlaufe ich mich dann doch, als ich dem E3/6 statt dem eigentlichen dem Weg folge, und beim Versuch, zur Route abzukĂŒrzen auf einer Pferdekoppel lande. DafĂŒr bleibt mir spĂ€ter auf dem Kirchberg auch die Turmbesteigung erspart / verwehrt - den SchlĂŒssel gibt unten im Ort
Der Weg dorthin fĂŒhrt abermals, diesmal aber geplant und zugunsten einer Eisdiele, weg von der Route, was das Wetter prompt mit einem kurzen Guss quittiert. Sorry, Wetter, Eis sticht Weg. Und mich schĂŒtzt der Wald.Aber auch nach ca. 50% der Strecke scheinen die 15% Vorzugswetter noch nicht aufgebraucht, denn kaum stehen ein riesiger Eisbecher und eine enorme Eisschokolade vor mir, scheint wieder die Sonne. Essen und Wetter - das scheint mir hier ein psychologisch auffĂ€lliges AbhĂ€ngigkeitsverhĂ€ltnis
AbhĂ€ngen will auch ich nach der Schlemmerorgie, aber das bringt nicht weiter. Also los.An einem Linienbus steht „Dienstfahrt“ und ich denke: „Ist das nicht immer so?“
      Kurz danach lese ich „Schlick-Bestattungen“ und bin erstaunt, dass die so weit vom
      Watt angeboten werden

      Es ist wohl doch das Eis, dass mich benebelt.
      Was dann noch fehlt, erledigen Felder und Wolken, an denen ich mich einfach nicht sattsehen kann. Völlig aufgegeben habe ich dagegen, bei jedem Schauer irgendwelche Sachen an- und danach wieder auszuziehen. Und die FĂŒĂŸe sind eh seit Kilometern nass. Der gestrige Tag hat gezeigt, dass das zu ĂŒberleben ist. Wie eine russische Babuschka ihr Tuch werfe ich mir fĂŒr den Rest einfach eine Wanderdecke ĂŒber. Erst, als es richtig zu Gießen anfĂ€ngt und auch der Griff zur Fruchtschnitte den Regen nicht zurĂŒckweichen lĂ€sst, muss Schutz unter einem Baum gesucht werden. Willkommene Pause fĂŒrs Textredigieren.25 Minuten spĂ€ter scheint das Schlimmste vorbei, auch wenn es weiter nĂ€sst. Die Leute am Horizont haben schon wieder herrlichstes Wetter - und sitzen sicher eh nur in ihren HĂ€usern oder Autos. Ein paar Minuten spĂ€ter ist das Horizontwetter auch bei mir und der Unterschied zu eben kaum zu fassen. Aprilwetter.Vorher zeigen mir die frisch getrĂ€nkten Wiesen aber, was wirklich (!) nasse Schuhe sind. Und wo sind Asphaltwege, wenn man sie braucht?
      Laufen wie Weintreten. Aber auch heute werden meine FĂŒĂŸe am Ende deswegen weder lieblich noch trocken aussehen.
      Immerhin sind keine Blasen zu erwarten, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die verquollene Haxen meiden.
      Die Natur ist weiter prĂ€chtig, sie genießen kann man nicht. Wie schon heut morgen schallt die Autobahn weit ĂŒbers Land. Auf Postkarten ist das nicht zu hören. An einem Feldweg bittet ein Schild zur Vermeidung von Staubentwicklung um Tempo 20. Oben dröhnt die Autobahn, quer dazu die Landstraße. Vor Taub-Entwicklung warnt hier niemand.

      Taub bin ich auch ich, was das Rufen der Wanderschuhe aus dem Rucksack angeht, als ich trotz der nassen Schuhe doch noch einmal Socken wechsle. Lieber feucht als nass. In der dafĂŒr auserwĂ€hlten Bushaltestelle liegen zwei MP-ReisefĂŒhrer fĂŒr Danzig
 dort geht es nĂ€chste Woche hin
 ein Zeichen!
      Hier gibt es jetzt erstmal - nimm das, Bayern - Brandenburg auf die Ohren. Von Bach.Unendlich gemĂŒtlich komme ich mir heut vor. Wieso bin ich noch nicht im Ziel? Neun Stunden sind rum, doch mehr als neun Kilometer stehen noch im Soll. Egal. Weiter.Die Landschaft verlangt auch hier kitschige Panoramen, es geht nicht anders.
      Am Flughafen lese ich dann „Pirk“ auf dem Ortsschild und bin irritiert. War das nicht eigentlich Teil einer anderen Tour?
      Kurz spĂ€ter ist auch der Schlenker zum Bismarckturm umsonst, denn selbiger verschließt sich einer Besteigung. Trotz der absolvierten Distanz wĂ€re die Pflicht gewesen, allein schon, um das sich am Horizont abspielende Wolkendrama besser festzuhalten.Das holt mich leider auch noch einmal ein. Meine Gedanken drehen sich inzwischen eh nur um Speis und Trank. Klatschnass komme ich am Ziel an
 dann dreht der Regen den Hahn zu. NatĂŒrlich.
      Aber dass der letzte Weg nach drei Tagen, 126 km, 2.420 m hoch und 2.490 m runter ausgerechnet „Luftsteg“ heißt haut selbst mich aus den Schuhen.
      Ich bin gespannt, welche EindrĂŒcke Niklas morgen von seiner Tour mitbringt. Viel Spaß - und ein bißchen besseres Wetter. 😄Man kann auch unter 50 km schön wandern. Sogar in Bayern.178 km in drei BundeslĂ€ndern (und Tschechien), 3.800 geschriebene Wörter und mehr als 1.400 geknipste Bilder, das war mein MitWandern. Werte Organisatoren und andere Entdecker: Es war mir ein Fest. đŸ‘đŸŒ

      • 2. August 2021

  7. Marflow, Cori und 165 anderen gefÀllt das.
    1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„–

      Auch wenn wie ĂŒblich mit Basecap statt Pudel gewandert wird: Auf geht’s zu Akt zwei der Strecke nach Hof.
      Also
 nur um keine MissverstĂ€ndnisse aufkommen zu lassen: natĂŒrlich wird nicht nackt gewandert. Besser vielleicht: Auf zum zweiten Streich?
      Die Segel mĂŒssen heute hoffentlich nicht gestrichen werden, auch wenn die gestrige Tour nicht ganz unbemerkt am Körper vorbeigegangen ist. Immerhin: der RĂŒcken strahlt. Trotz GepĂ€ck. Sein Dank gilt meinem Impulskauf-Ich, dass kurz vor der Abreise noch einen „HĂŒftrucksack“ erstehen musste. Statt auf Schultern und RĂŒcken liegt nun ein Großteil der Last auf diesem. Am Ende aber hĂ€ngt all der Krempel zwar an mir, doch er hĂ€ngt ertrĂ€glicher.Auch das Wetter ist durchwachsen. Niesel schon am Morgen. Die Schuld daran wollte ich eigentlich den FĂŒĂŸen in die Schuhe schieben, die sich dadurch noch einen Zwischentag zu erschleichen hofften. Aber auch denen geht es - anders als gestern Abend vermutet - glĂ€nzend. Die Oberschenkel sind die grĂ¶ĂŸten Zwicker, aber weil im Grundgesetz weder was von FĂŒĂŸen, Oberschenkeln oder Niesel steht, bleiben alle ohne Stimmrecht.Mal sehen, wie lange das so bleibt, denn der fĂŒr Nachmittag angesagte Niesel, er ist vor mir aufgestanden. Zehn Stunden Nass stehen auch auf meiner Wunschliste nicht weit oben, zumal die „echten“ Regensachen natĂŒrlich in Berlin liegen. Und so bin ich schon kurz nach dem Start durch. Was im Handel als „atmungsaktive Regenkleidung“ angepriesen wird, gleicht in der Praxis am ersten Anstieg einmal mehr einem Saunaanzug. Es war zu erwarten. Auch der RucksackĂŒberzieher versagt auf ganzer Linie. Gut, dass alles doppelt eingepackt ist.Nach zunĂ€chst grenznaher Wanderung, geben dann auch heute vor allem VPW und WDE die Richtung und große Teile der Tour vor. Und auch heute gibt es einen „Hohen Stein“, wobei das Exemplar im Vergleich zu dem auf tschechischer Seite eher ein „Steinchen“ ist.Die Anstiege fĂŒhren leider/zum GlĂŒck nicht ĂŒber die Wettergrenze und so lĂ€sst mich der graue Himmel fototechnisch schwarzsehen. Überblendete Bilder und verschmierte Linsen
 Nahaufnahmenwetter.Insgesamt lĂ€uft es sich - trotz des Regens - aber gut. Raus aus dem Wald zeigt der Blick zurĂŒck herrlich, wie sich das Nass in den BĂ€umen verfĂ€ngt.Wirklich verfĂ€nglich wird es dann bei Ebmath. Der WDE fĂŒhrt hier direkt auf die Landstraße. Alternativlos und auch sonntags gut befahren. Streckenplanung vom Feinsten. Immerhin entschĂ€digt dann eine ĂŒberraschende Bratwurst. Und kurz nachdem das Grillgut aufgegessen ist, hört der Niesel auf und die Sonne zeigt sich (kurz). Unsere Eltern hatten immer schon Recht! Am Besten ess ich jetzt immer gleich morgens eine.Geschichtlich unspektakulĂ€r aufgearbeitet ĂŒberzeugt am Wachturm der ehemaligen Deutsch-Deutschen Staatsgrenze eher die Landschaft - weit und windig. Herrlich. Kurz danach im Wald dann Kontrastprogramm am DreilĂ€ndereck. Fehlende Weite, aber die Geschichte ganz nah. Und an Kilometer 0 der fast 1.400 des GrĂŒnen Bandes stehen - auch nicht schlecht.Mein Einzug in Bayern darf als enttĂ€uschend bezeichnet werden. Weder wartet der Söder Blasmusik spielend mit einem Weißbier auf mich, noch zeigt sich der Himmel weiß-blau. Zumindest bleibt es trocken. Und die Wolken sind einfach majestĂ€tisch.Auch bei Trogenau gibt es einen Stempel. Viel grĂ¶ĂŸer als der in Sachsen
 natĂŒrlich. Nur dass mich die Muschel an DDR-Softeiswaffeln denken lĂ€sst. Hmm

      Aber just, als ich ihn mir auf die Hand drĂŒcke, setzt wieder Niesel ein. Damit wĂ€re dann auch die Wetterreichweite einer Bratwurst empirisch erhoben: 147 Minuten. Eine Anschluss-Wurst wird nicht notwendig, obwohl es einen Gasthof gĂ€be - allein die Androhung weist das Wetter jetzt in seine Schranken.
      Kurz danach bin ich in Brandenburg. Zumindest will die Autobahn mich das glauben machen. Hier wie dort schallt sie falsche Betriebsamkeit vermittelnd ĂŒber die Felder. Es ist Sonntag
 da geht man - wenn ĂŒberhaupt - gerĂ€uscharmen AktivitĂ€ten nach, liebe Leute.Und in Kirchgattendorf ist man heute noch stolz auf die Dorfverschönerung 2006.
      Zu seinen Ehren diese Spontandichtung:
      Die Schönheit, oh Kirchgattendorf,
      wird subjektiv entschieden.
      Manch Schönes, ei, das sag‘ ich dir
      sei besser doch gemieden.
      Die Optik tĂ€uscht nicht d’rĂŒber weg,
      auch nicht in all der FĂŒlle,
      die Nase, die verrÀt es mir:
      Du bist ein Dorf der GĂŒlle.
      Und weil der Bayer die Wahrheit genauso wenig vertrĂ€gt wie der Preuße, lĂ€sst er es regnen.
      Das heißt dann wohl: weiter.
      Genau das heißt es, sagt das Wetter, und stellt wieder auf schön.
      Weniger schön seit einiger Zeit der Untergrund. Asphalt oder Schotter, der mich nur noch nervt. Was nicht heißt, dass ich mich nach Brandenburger Sand sehne! Die FĂŒĂŸe wollen jetzt anfangen zu diskutieren. Nix da! VorwĂ€rts immer, rĂŒckwĂ€rts nimmer. Auch oder vielleicht eher weil ich sie schon viel zu lange in nassen Schuhen laufen lasse
Bei soviel Dummheit hilft auch der Weisheitstempel im BĂŒrgerpark Hof nicht. Ohnehin hat er eher die GrĂ¶ĂŸe einer Duschkabine. Aber welches Volumen braucht Weisheit denn schon?Die Dummheit ist es, die mich ein letztes Mal hoch zur Burgruine und sogar auf den Turm peitscht. Der Geruch verrĂ€t es: er ist Hofs höchstes Urinal. Zum Dank geht es (sic!) auf Schotter wieder runter, vorbei am Schloss und durch die Altstadt zum Ziel am Bahnhof. Wie fast ĂŒberall liegen auch in Hof schick und schĂ€big dicht beieinander. Erwartet hatte ich etwas anderes.
      Egal, denn eigentlich will ich nur noch deftig was essen und und die Schuhe ausziehen. Nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge. Ab zum Hotel.
      Es bleibt die Erkenntnis, das eine Wurst den Regen vertreibt. Bis auf wenige Ausnahmen war es am Nachmittag trocken. Außer in den Schuhen
Keine Ahnung, welche Wunder bei Schöneck und Pirk auf mich gewartet hĂ€tten, aber die Alternativroute stand dem hoffentlich in nichts nach. Anstrengend, fĂŒr einen aus der Ebene. Und schön.
      Tolle WĂ€lder, herrliche Aussichten, der ein oder andere Hingucker. Statt der vorgeschlagenen 74,7 km und 1.170 m hoch / 1.240 m runter in 3 Etappen stehen so also „nur“ zwei auf dem Zettel, die mit 81,0 km LĂ€nge und 1.580 m hoch / 1.650 m runter zumindest den Anspruch nicht gekĂŒrzt haben.
      Geht noch mehr?
      Na klar, sagt der Übermut.
      Mal sehen, sagt der Rest.
      Morgen.😀

      • 1. August 2021

  8. Lucy Lu, Lausitzsonne und 168 anderen gefÀllt das.
    1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„–

      Grenzen erfahren. Grenzen erlaufen.
      In der Ebene waren die eigenen schon mehrfach Thema. Statt an die geht es heute und morgen hoffentlich nur an die Deutsche - die aktuelle mit Tschechien und eine ehemalige im Land selbst. Als MitWanderer im Gruppenprojekt.
      Die Strecke von Klingental nach Hof heisst es - mit Erlaubnis - nicht auf den empfohlenen drei Etappen auf Vogtlandweg, Kirchsteig und E3 ĂŒber Schöneck und Pirk, sondern in zwei Etappen weiter sĂŒdlich ĂŒber Bad Elster auf und beim Wanderweg der Deutschen Einheit (WDE), dem Elstergebirgsweg und dem Vogtland-Panorama-Weg (VPW), der letzten Herbst schon bei Greiz begeistert hat, zu bewĂ€ltigen.ÜberwĂ€ltigend ist fĂŒr das Brot aus der Brandenburger Ebene schon das Hinauf am ersten Anstieg. Üben lĂ€sst sich in Berlin jeden Tag. 20 Stockwerke hoch und runter, kein Problem. Aber der innere Schweinehund neunmalklugt: „Die Berge haben eh keine Stufen, kannste dir sparen.“
      Das hat er nun davon: wir japsen zusammen, er und ich, und sorgen dafĂŒr, dass der Rucksack eine Aussicht bekommt. Schneller als mir lieb ist, habe ich einen trockenen Mund und einen nassen RĂŒcken.
      Gewandert wird im Alphabet: der linke Grenzstein weißt mit „C“ Tschechien aus, der rechte mit „D“ die Heimat. Dazwischen bin ich vogelfrei / Vogel frei. Selbst der Nadelwald - sieh zu und lerne, Brandenburg! - ist hier herrlich. Und als es nach ca. einer Stunde auf den Notstandsweg geht bin ich mir sicher: auch auf den restlichen 32 km muss dieser nicht ausgerufen werden.Abwarten.
      Denn in stĂ€ndigem Wechsel folgt der naiven Freude ĂŒber das Hinab die RealitĂ€t des Hinauf.
      Nur selten gibt es am Ende eine Aussicht. Und wie schon bei den Berliner Höhen gilt auch hier: ein Berg ohne Ausblick lohnt den Aufstieg nicht. Die Wege, sie bleiben toll.
      Das Radler aus dem Einkehrschwung ist schon kurz danach beim Aufstieg der Skipiste wieder ausgeschwitzt, bevor bei Kilometer 16 der Punkt kommt, an dem ich das Gesamtprojekt einfach scheitern lasse und die MĂŒhen der anderen umsonst waren: „gemeinsam durch Deutschland“ heißt es, und ich stehe auf einmal in Tschechien. Bitte alle noch mal rein in die Schuhe und auf ein Neues. 🙃Es geht nicht anders. Die Aussicht Hoher Stein / VysokĂœ kĂĄmen kann hier nicht ĂŒbergangen werden, auch wenn ich stĂ€ndig damit rechne, dass mich der Schwerpunkt meines Rucksacks in die Tiefe reißt.
      Warum - und das wird man ja mal fragen dĂŒrfen - muss ICH eigentlich immer IHN tragen?
      Immerhin muss ich nach dem kurzen Schlenker nicht in QuarantĂ€ne, Impfung sei dank (Impfen!). Wenn jetzt noch die Disqualifikation ausbleibt, war es der Ausblick wert.Kurz danach bietet die Trinkwasserquelle Lohbach herrlich kĂŒhle Erfrischung, die am nĂ€chsten kleinen Anstieg fast schon wieder verkocht.Leider bietet der VPW ĂŒber lange Strecken vor allem eins: kein Panorama. Wie zum Ausgleich verzichtet er ĂŒber einige Kilometer aber auch auf Höhen-Drama. Zeit, den Kopf auszuschalten und die FĂŒĂŸe ihren Job machen zu lassen. Zwischendurch bekommen auch die HĂ€nde zu tun und verwahren in Ermangelung eines Stempelbuchs die Markierung des Wegpunkts WenitzgrĂŒn.

      Bei der Vogtlandaussicht auf dem Wirtsberg kann man dann wirklich nicht mehr ĂŒber mangelnden Weitblick klagen - herrlich in alle Richtungen und ein GebĂ€ude, welches dem Ort gerecht wird.
      Dann geht es vor dem letzten Anstieg lange hinunter nach Raun, durch welches man - als Teil des Denkmalschutzes? - leider nur auf der wenn auch wenig befahrenen Landstraße
      Wandern kann. Die Aussicht danach wiegt auf.
      Gegen Ende heißt es dann zum GlĂŒck nur auf heute nicht zu wandernden Wegen: „Achtung - heute Jagd“. Zum Abschuss freigegeben bin ich nicht.Nach kurzem Bogen im Park Bad Elster dann ab ins Hotel. Aufgrund der Streckenzusammenlegung und Umplanung war ich beim Ende egoistisch.
      Diesmal auch ohne Abendspaziergang.
      Morgen geht’s - zum GlĂŒck mit weniger Höhen - weiter. Davon sind FĂŒĂŸe und Arschbacken schon heute wenig begeistert. Mein kleines Herz hatte schon heute viel zu tun, aber freut sich doch, denn klar ist: Eine herrliche Wandergegend!

      • 31. Juli 2021

  9. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„– war wandern.

    30. Juli 2021

    02:03
    11,4 km
    5,5 km/h
    370 m
    360 m
    Burkhard đŸ””âšȘ, u8li und 84 anderen gefĂ€llt das.
    1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„–

      In der Reihe „kuriose Ortsnamen in Brandenburg“
 ach nein
 nicht Brandenburg. Und auch kein Ortsname, sondern nur ein Hof. Zum GlĂŒck greifen so aber auch die Kilometerregeln nicht, so dass vor der morgigen Tour und nach dem langen „Anreisesitzen“ der Körper nur kurz und ohne GepĂ€ck durchgelĂŒftet wird.
      Lag Afrika noch in Brandenburg, liegt Kamerun im Vogtland. Beides zu warm. Aber es muss gesagt werden: Kamerun ist deutlich schöner.

      • 30. Juli 2021

  10. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„– war wandern.

    25. Juli 2021

    10:47
    53,2 km
    4,9 km/h
    550 m
    480 m
    1. Joggingbrot đŸƒđŸ»đŸ„–

      NĂ€chste Woche bin ich LĂŒckenfĂŒller. Bevor welche gestopft werden, reisst der Gedanke daran erst einmal neue LĂŒcken - in mir. Auch wenn es nur zwei Wandertage im Rahmen der MitWandern 2021-Gruppe werden, wird zum ersten Mal von Ort zu Ort marschiert. Kein Utensilien- und Klamottenberg, der wie nach einem Bombeneinschlag im Hotel auf mich wartet... alles muss mit. Echte Wanderer lachen sich kaputt. Um zu testen, was "Alles" denn eigentlich sein muss, und wie schwer dieses "Alles" so wird, sollte eigentlich eine weniger lange Testwanderung ran
 doch dann ist vonWegen auf einen kuriosen Orts(teil)namen gestossen (komoot.de/tour/428150097)
 mein Verstand setzt aus und verlangt nach PlanĂ€nderung.Also heute doch noch einmal eine Tour in der Ortsnamenreihe. komoot.de/collection/1120109
      Das heißt leider auch: es geht nicht ohne LĂ€nge.
      Trotzdem soll / muss die Frage mit dem GepĂ€ck geklĂ€rt werden. Extra Schuhe, Oberbekleidung und LeibwĂ€sche, Essen und Technik, gefĂŒhlt der gesamte Hausrat - schnell kommen der Rucksack und ich an unsere Grenzen. Bevor mich Brandenburg fĂŒr einen Wanderzirkus hĂ€lt zieht der RĂŒcken die Reißleine: "Zwei Tage Wandern, zwei Tage An- und Abreise, was kann man da brauchen, Junge? Pack so, dass ich es packen kann!“Erstmal trĂ€gt die Bahn uns, GepĂ€ck und mich, nach Bad Freienwalde. Schon zu weit fĂŒr einen Test, aber dort liegt sie, die Quelle des Diabetes: Zuckerfabrik. Welch ein Name! Warum heißen nicht alle Orte/Ortsteile so herrlich? Oder „Wedding“ wenigstens „Hochzeit“?Hoch-Zeit hat auch der Sommer und verspricht
      wieder an die 30 Grad. Bewölkt, immerhin. Obwohl es noch kĂŒhl ist rinnt mir der Schweiß aus allen Poren - die Gedanken an die 14 Kilo GepĂ€ck und die Strecke lassen mich stressschwitzen. Die Insekten im Wald helfen wenig und erst auf dem herrlichen Dammweg an der Wriezener Oder beantwortet das Deichkind in mir die Frage nach dem Limit aus Überzeugung mit „Nein!“.
      Weiß es, wieviel Weg noch kommt?
      In Zuckerfabrik gibt es leider nicht viel mehr zu sehen als das Ortsschild. Was schon mehr als in Knoblauch ist. Aber auch das kann den folgenden Straßenabschnitt nicht kandieren. Immerhin hĂ€lt der leichte Wind die Temperaturen ertrĂ€glich und macht aus mir kein Karamell.Hinter Altranft kehrt ganz wunderbar der Wald zurĂŒck - und mit ihm die Insekten. Auch wenn es idiotisch aussieht: nĂ€chstes Mal nehm ich ein Netz fĂŒr den Kopf mit, um nicht wahnsinnig zu werden.Das Hoch und Runter des MĂ€rkischen Bergwanderparks entlockt den SĂŒddeutschen nur ein mildes LĂ€cheln, mich lĂ€sst es schnaufen wie eine Dampflok. Dass dennoch die nördlichste Skisprunganlage Deutschlands mitgenommen wird, versteht sich von selbst.Der Wald sorgt weiter fĂŒr Begeisterung und Schweiß, bis es am Baassee heißt: Auftanken in der WaldschĂ€nke. Ach nein, heißt es nicht, denn natĂŒrlich ist sie zwischen dem 11.07. und 05.08. geschlossen. Quel dommage. Es wĂ€re auch zu schön gewesen. Das denken sich auch die anderen AusflĂŒgler - heute wĂ€ren gut UmsĂ€tze zu machen gewesen. Immer wieder bestĂ€tigt sich: Verlass dich nur auf dich selbst.Nach kurzer Sitzpause weiter.Die Gegend ist weiter schön und anstrengend. Die Felder hinter RĂ€dikow rufen heute - Skandal - keine Begeisterung in mir hervor. Zu warm. Der kĂŒhle Wald war mir doch lieber. Aber ein paar Babymaiskolben sind sie mir wert.Kurz danach reißt es in mir dann doch eine enorme LĂŒcke. Der Abzweig zum Atombunker war ein Fehler, denn auch hier heißt es: Erwachsenenspielplatz. Wo Leute (spĂ€ter sind tatsĂ€chlich eine erklĂ€gliche Anzahl zu sehen) paramilitĂ€r VergnĂŒgen finden und Schilder vor dem Zutritt warnen, mach ich heute lieber einen Umweg. Der fĂŒhrt allerdings durch kniehohe Brombeeren und Unterholz. Das vorlaute Kind von heut morgen hat lĂ€ngst nichts mehr zu sagen. Jeder Schritt ist kĂŒrzer als der vorherige, aber ich zwinge mich zum Weiterlaufen, denn auch so landen Myriaden von Tieren (Nachtrag: Hirschlausfliegen) auf mir. Kein Spray, kein Öl schafft Abhilfe. Die Beine wollen nicht mehr gehoben werden, die Waden fangen an zu krampfen, bis eine Unendlichkeit spĂ€ter die Frau aus dem Handy engelsgleich verkĂŒndet: „Du bist zurĂŒck auf der Tour, die Navigation wird fortgesetzt.“Und dennoch fĂ€llt es weiter schwer, was nicht zuletzt am GepĂ€ck liegt. Ich habe zu wenig getrunken und viel zu wenig gegessen. Die Angst, dass die Energie im Rucksack nicht reicht fĂŒhrt so fast dazu, dass die Energie in MIR nicht reicht. Trotz Zuckerfabrik. Ich sollte es besser wissen.
      In Biesow dann die vierte und diesmal wirklich lange Pause. Regenerieren, was geht. Und Flaschen auffĂŒllen ist auch drin. Der Rucksack, er bleibt einfach schwer. Ich denke an peacemaker_fx und sein Triple beim MitWandern und hab im Gegensatz zu ihm nicht mal ein Zelt zu schleppen.
      Endspurt - ach wer soll das glauben? - gemÀchlich Richtung Strausberg Nord, auch wenn es aufgrund der Plagegeister zwischenzeitlich doch deutlich schneller wird.
      Die Bundesregierung warnt per Handy vor starkem Unwetter in Berlin und ich will einfach nur einen Mund voll Hagel.
      Anders als die Insekten bleibt das Donnern in der Ferne. Und obwohl ich weiter schwitze, lĂ€sst mich die Hoffnung auf ein wenig mehr Schutz doch die Ärmlinge anziehen.
      Die Seen nördlich von Strausberg werden gestrichen. Jede Anweisung aus dem Handy, die mich vom Hauptweg locken will, ignoriere ich geflissentlich und habe nur das Ziel vor Augen.
      Der auch hier tolle Wald hĂ€tte viel mehr Beachtung verdient, aber an vernĂŒnftige Fotos (sorry), geschweige denn bodennahe Motive (sorry Robin 😂) ist schon lange nicht mehr zu denken. Jedes Anhalten, jede Verlangsamung steigert meine AttraktivitĂ€t als Landebahn und Futterquelle.Drei Kilometer vor dem Ziel kommt dann tatsĂ€chlich Regen, oder besser: Niesel. Bis zu mir kommt er nicht, das weiß das ĂŒppige GrĂŒn zu verhindern. Erst spĂ€ter darf auch ich die AbkĂŒhlung genießen. Auf Genuss hoffe ich auch in der GaststĂ€tte am Bahnhof. Ganz einfach bin ich zufriedenzustellen: eine Flasche Cola zum Mitnehmen. Danke. Doch das bleibt mir dann fast im Halse stecken, als die Bedienung tatsĂ€chlich 2,5 GlĂ€ser zu Restaurantpreisen berechnet
 ServicewĂŒste. Und dann bekommt - Überraschung - auch die S-Bahn wieder nix gewaffelt und der ohnehin dĂŒnne Takt nach Strausberg
 entfĂ€llt. Prost.Als Test fĂŒr nĂ€chste Woche stimmt es trotz aller SchwĂ€chen zuversichtlich, auch wenn RĂŒcken und Schultern morgen noch einmal befragt werden wollen.
      Die Touren sind dann definitiv nicht so lang.
      Die Texte
 wahrscheinlich schon. 😉

      • 25. Juli 2021

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