Letzte Aktivitäten

  1. Zweiradfan, Emil und 17 anderen gefällt das.
    1. Frank Meyer

      Liebe Wanderfreunde,nach dem großen Erfolg meiner Staffelwanderung im Mai in Zusammenarbeit mit dem Community-Management von komoot sowie dem erfolgreichen 'Export' des Konzepts nach München, Köln/Düsseldorf und Thüringen steht nun die zweite Ausgabe dieses Wanderexperiments im Raum Berlin/Brandenburg an. Dabei soll es angesichts der immer noch einschränkenden äußeren Umstände erneut darum gehen, den Zusammenhalt der Community zu stärken und eine gemeinsame virtuelle Tour auf die Beine zu stellen. Das Prinzip ist hierbei wie folgt: ich wandere zum Start eine Tour von A nach B, jemand von euch wandert dann von B nach C, die nächste Person von C nach D usw.
      Zum Abschluss übernehme ich wieder den 'Staffelstab' und hänge eine letzte Etappe an, um den Themenbogen zu schließen.
      Ich hoffe, dass wir es schaffen, bis Ende Juni jeden Tag lückenlos eine Tour als ‚virtuelle Wandergruppe‘ zu realisieren. Bei diesem Event soll es um Teilnehmer aus dem Raum Berlin/Brandenburg gehen, natürlich könnt ihr gerne auch anreisen, um eine Etappe beizusteuern.Welche Strecke ihr wandert und wie lang sie ist bleibt dabei vollkommen euch überlassen, ihr müsst nur den eigenen Startpunkt aus dem Endpunkt eures jeweiligen Vorgängers übernehmen. Es geht definitiv hier nicht um 'Höher-Schneller-Weiter' und ums Kräftemessen sondern darum, dass jeder Teilnehmer tatsächlich Teil der Sache ist und seinen individuellen Beitrag am Gesamtergebnis leistet.-----Folgende Regeln gelten dabei:
      - sicher ist dies ein 'Spaßevent', geht bitte trotzdem mit dem nötigen Ernst an die Sache und denkt im Sinne der Gemeinschaft
      - eure Etappe sollte mindestens drei Kilometer lang sein, nach oben gibt es kein Limit, bitte übertreibt es aber nicht
      - steuert bitte nur A-nach-B-Etappen bei, keine Rundtouren
      - ihr könnt gerne auch in Zweier-Teams antreten, sprecht euch dazu bitte untereinander ab. Bei mehreren Teilnehmern pro Etappe gelten selbstverständlich die bestehenden Kontaktbeschränkungen, für deren Einhaltung ihr selbst verantwortlich seid
      - das Ziel eurer Etappe sollte gut per öffentlichem Nah- oder Regionalverkehr erreichbar sein. Das hilft euch ebenso wie der Person, die an der Stelle fortsetzen muss.
      - stellt nach Absolvieren eurer Etappe diese bitte schnellstmöglich bei komoot online, damit die nachfolgende Person genug Zeit zum Planen der eigenen Etappe hat. Bildbearbeitung etc. könnt ihr anschließend vornehmen. Sollte ein Onlinestellen eurer Tour vor 20 Uhr nicht möglich sein, informiert bitte den nachfolgenden Teilnehmer oder mich rechtzeitig von unterwegs über euer Ziel.
      Zur Vergabe der 'Slots', also der Tageszuweisungen:
      Ich habe ein Doodle aufgesetzt unter: doodle.com/poll/35eankwy28k567xa
      Wenn ihr Interesse an dieser Aktion habt, tragt euch dort bitte verbindlich ein. Ihr gebt nur den Namen an, unter dem ihr bei komoot aktiv seid, weitere Daten brauche ich nicht. Sucht euch euren Wunschtag aus und sendet das Formular ab. Dabei gilt: wer zuerst kommt, mahlt zuerst und hat die freie Auswahl. Bitte schnappt euch nur einen freien 'Slot', wenn ihr auch tatsächlich vorhabt, an dem Tag eure Etappe zu wandern.
      Ich werde meine Startetappe am 12.06. beginnend am komoot-HQ in Potsdam absolvieren, ihr könnt dann vom 13.06. bis zum 30.06. fortsetzen. Solltet ihr euren festgelegten Termin nicht wahrnehmen können, schickt mir eine Mail an mail@wandern-berlin-brandenburg.de, damit ich den Tag wieder für andere Interessenten freigeben kann. Gegebenenfalls werde ich bei kurzfristigen Ausfällen selbst einspringen, damit die Kette nicht unterbricht.-----Ich bin wieder sehr gespannt auf euer Feedback und hoffe, dass sich zahlreiche Teilnehmer einfinden. Einigen von euch, denen ich folge und die im Großraum Berlin wandernd unterwegs sind, habe ich eine Einladung zu diesem virtuellen Event geschickt. Die Teilnehmer der ersten Staffel bitte ich, nun neuen Teilnehmern den Vortritt zu lassen. Bleiben Startplätze frei, schicke ich ebenfalls noch einmal gezielt Einladungen an die Teilnehmer der ersten Staffel. Wie immer könnt ihr gerne hier in den Kommentaren eure Meinung teilen und Fragen stellen oder mich per E-Mail kontaktieren unter mail@wandern-berlin-brandenburg.de-----Hier alle Teilnehmer und die Links zu ihren Profilen:
      12.06. Frank Meyer & Steffen Lehmann / Reiseland Brandenburg | komoot.de/user/42689717614
      13.06. weisweber & Bea & Regina | komoot.de/user/71360896121 | komoot.de/user/294795348766 | komoot.de/user/760441907911
      14.06. Susann & Andrea | komoot.de/user/953479556790 | komoot.de/user/456626087726
      15.06. ahorn4 | komoot.de/user/270497412565
      16.06. Bernhardt | komoot.de/user/162214559868
      17.06. Daniela Müller | komoot.de/user/518948672648
      18.06. Angela | komoot.de/user/292889727986
      19.06. Eisenwaden | komoot.de/user/561016130165
      20.06. Robin | komoot.de/user/1050090362542
      21.06. schnubbi62 | komoot.de/user/195751285890
      22.06. Seabass | komoot.de/user/555519705662
      23.06. Marflow | komoot.de/user/355187498166
      24.06. KlausBraus | komoot.de/user/107933239438
      25.06. peacemaker_fx | komoot.de/user/121582978472
      26.06. Thomas Tesche (Panketaler) | komoot.de/user/207647016946
      27.06. Mandelkern | komoot.de/user/183906751473
      28.06. Hannah | komoot.de/user/803216264797
      29.06. Karen | komoot.de/user/348230366355
      30.06. Tbrnds & Alex.spielt.Cello | komoot.de/user/tbrnds | komoot.de/user/467253236170
      01.07. Frank Meyer | komoot.de/user/42689717614
      Hier der Link zur Gesamt-Collection in meinem Profil:
      komoot.de/collection/949565/-virtuelle-komoot-staffelwanderung-berlin-brandenburg-juni-2020

      • vor 20 Stunden

  2. Mandelkern war Fahrrad fahren.

    26. April 2020

    04:32
    46,9 km
    10,3 km/h
    340 m
    340 m
    Peter, Schieder Karl und 20 anderen gefällt das.
    1. Mandelkern

      April 26, 2020
      Elbtalaue | Haus- und Hofrunde
      Wenn ich Rad fahre, ist Sonntag. Oft. Ich habe mir für heute keinen genauen Plan gemacht, nur die Umrisse einer Tour im Kopf. Los gehts in Harlingen. Eine «mittelschweren Fahrradtour» soll heute bei 17°, viel Sonne, wenig Wind herausspringen, die mich mit viel Entdeckerlust zunächst in östlicher Richtung, nach Hitzacker führt.Unter der schmalen Eisenbahnbrücke hindurch, über die der RB 32 zwischen Lüneburg und Danneberg braust, kurzer Fotostopp beim «Anti-Atom-Ritter», der daran erinnert, dass wir die Sorgen, die die Pandemie uns gerade beschert noch mit vielen anderen teilen müssen. An dieser Kreuzung biege ich links ab. Noch vor der Brücke, die über die Jeetzel auf die Stadtinsel führt, kleiner Schwenk nach rechts für einen Blick in die denkmalgeschützte Lanke-Siedlung. Eingeschossige Backsteinhäuser, gebaut in den späten 1930er Jahren als Werkswohnungen für leitende Angestellte der «WiFo».Die «Wifo» war eine Tarnorganisation der Nazis, die für Planung und Bau riesiger unterirdischer Tankanlagen verantwortlich war, in denen Kraftstoffreserven bevorratet wurden. Auch in Hitzacker, am Elbufer westlich der Stadt, errichteten sie mit Hilfe von Zwangsarbeitern eine solche. Heute ist das Gelände ein pittoreskes Waldstück, in dem Bodensenken und Betonreste an das Tanklager der «Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft» erinnern. Eine Auseinandersetzung rund um das Thema begann Anfang der 1980er (!) Jahre als Schüler*innen recherchierten und eine Dokumention erstellten. Vielleicht kann der frühe Vogel dieses Waldstück mal «überfliegen».Obwohl mit dem Fahrrad unterwegs, orientiere ich mich eine ganze Weile an einem Wanderweg, den Elb-Höhenweg, der entlang dem Westufer der Jeetzel führt, die kurze Zeit später in die Elbe mündet. Aber für einen Blick auf die Elbe muss ich mich noch einen Kilometer gedulden, weil ein Altarm der Jeetzel mir die Sicht auf die Elbe «versperrt».Vier Kilometer später folgt die zweite Begegnung mit der WiFo. Sprayer haben die Überreste einer der sogenannten Kopfstationen des ehemaligen Großtanklagers für sich genutzt. Hier, unmittelbar an der Elbe baute die WiFo einen Ölhafen. Hier wurden die Schiffe abgefüllt und brachten den Kraftstoff dahin, wo er gebraucht wurde.Nach der Kläranlage Hitzacker begebe ich dann doch für einige Kilometer auf die Elbuferstraße. Weil ich nicht sicher bin, ob ich nicht irgendwann umkehren muss, wenn ich konsequent am Ufer der Elbe bleibe. Auch Komoot ist dafür und führt mich auf den Fahrradweg entlang der Elbuferstraße.Der folgende Kilometer gehören zum Elberadweg («1300 km voller Überraschungen»). Und wer hier Radtouren plant, muss sich immer fragen, welche Elbseite die schönere ist. Auf dem Abschnitt zwischen Hitzacker und Neu Darchau empfehle ich, rechtselbisch zu fahren. Nicht nur, weil man dort ohne Straßenlärm auskommt, sondern den großen Vorteil hat, sich von der Deichkrone wunderbare Aussichten zu verschaffen. Dazu kann man in Hitzacker mit der Personen- und Fahrradfähre übersetzen. Das geht aber erst wieder ab dem 25. Mai, wenn ich als Tourist aus Niedersachsen wieder in den «nahen Osten» einreisen darf.Aber schon in Tiemesland geht es zurück auf den Wanderweg ganz nah der Elbe. Ein fotogener Hotspot erwartet mich unterhalb einer Kiesgrube, die noch in Betrieb ist. Ablichten kann man hier alte, verrostete Förderbänder, Überreste einer Verladestelle, wo Kies bis in die 1970er Jahre in den Bauch großer Frachtschiffe gelangte. Heute erledigen das LKWs. Die Elbe hat als Wasserstraße für Gütertransport (fast) ausgedient. Das liegt vor allen Dingen daran, dass Niedrigwasserphasen keine Ausnahme, sondern die Regel sind. Auch hier grüßt der Klimawandel.Das nächste Dorf heißt Drethem, wirkt wie eine unbewohnte Insel inmitten einer idyllischen Flusslandschaft mit Radlerpension, Seminaraus für Gruppenfreizeiten und ein rotes Backsteinkirchlein mit Dachreiter aus Kupfer fürs Geläut. Die kommenden Kilometer auf den Radweg entlang der Elbuferstraße sind deshalb schnell erzählt, weil sich hier ereignis- und übergangslos Dorf an Dorf reiht. Auf Drethem folgt Grienitz, folgt Schutschnur, folgt Klein Kühren, folgt Neu Darchau. Die unverbauten Elbblicke werden weniger. Hier haben sie nach der Wende auf Tourismus gesetzt und wenn wir eine Folie bräuchten, um zu sehen, wie trostlos eine Tourismus-Region in Corona-Zeiten wirkt, sollte man sich hier einmal umsehen. Das gilt auch für das Tagesziel Neu Darchau. Hier tobt seit Jahren ein wahnwitziger Streit in der Bevölkerung. Beinah an jedem Haus, hängt ein Bekenntnis. Wer ist für, wer ist gegen eine Brücke? über die Elbe, die eine Autofähre ersetzen soll. An diesem Sonntag, so scheint es, braucht man beides nicht. Ich fahre am Pegelhaus vorbei, werfe noch einen Blick in den unbewohnten Sportboothafen und mache mich auf die Rückfahrt. Zunächst ein breiter staubiger Weg in Richtung Göhrde, der keine Überraschungen bereit hält, überquere ich den Kateminer Mühlenbach, nutze den Fahrradweg entlang der L231 und lande auf einen Rastplatz. Auf einem Rastplatz, den man sonst nur als Autofahrer kennt. Menschenleer. Ein großer Tisch, eine lange Bank, unverwüstlich und aus Beton. Belästigend freundlich, die Aufforderung, den Rastplatz bitte sauber zuhalten. Ich breite mich aus. Ein Apfel, zwei belegte Brote, kleines Jogurt und zum Nachtisch einen Schokoriegel. Tee aus der Thermoskanne. Ich muss mich auf etwas Ungewohntes konzentrieren. Ein magischer Kraftort ist das nicht. Mental meine ich, aber kulinarisch gestärkt, kann ich die Tour fortsetzen. Wieder entlang der Landstraße. Kurzer Schlenker nach Sammatz. Ein anthroposophisches Dorf mit Café, Bioladen und einem betörend schönen Garten mit tausenden Blumen. Für dieses Bilderbuchdorf will ich einen Extra-Besuch einplanen.Noch ein kleines Stück Landstraße, jetzt ohne Fahrradweg (ein Foto vom prächtig blühendem Raps darf wohl auf keiner Tour in diesen Tagen fehlen) biege ich scharf rechts ab und folge einem asphaltierten Wirtschaftsweg hinein in einen Fichtenwald. «Nächster Halt» ist die winzige Bahnstation Leitstade. Ihr Schicksal, von der Eisenbahnbildfläche zu verschwinden, teilt der Waldbahnhof mit vielen anderen. Die Betreiber versprechen bei Schließung, die Gesamtfahrzeit zwischen Lüneburg und Dannenberg zu verkürzen und einen Zwei- statt Drei-Stunden-Takt einzuführen, die Bewohner gründen einen Initiative «Pro Leitstade», sammeln Unterschriften und fordern den Halt in Leitstadt UND die Einführung des 2-Stunde-Taktes. Ende offen.Es folgen zwei anstrengende Kilometer. Denn der Waldboden wird zur Sandpiste. RadFAHREN ist unmöglich. Den Ausdruck RadWANDERN zu verwenden, euphemistisch. Wer schon einmal sein E-Bike durch tiefen Sand geschoben hat, weiß wovon ich spreche. Aber das hört auch wieder auf und es folgt Straßenbelag. Vorbei an der schönsten Schutzhütte der Welt, einem kurzen Schwenk zum Waldmuseum «Naturum», das immer noch geschlossen ist, lande ich auf der Zielgerade.Die schenkt mir ab dem Weiler Govelin einen richtig guten, fahrradtauglichen Weg, einen Abschnitt des «Feldlilienpfads». Hier kann ich noch eimal Fahrt aufnehmen. Es wird aber auch klar, dass man die Details der Landschaft, die «vergleichsweise schüchterne Sensationen» bietet, nur wandernd aufnehmen kann.Schön wars trotzdem, die Fahrradtour meine ich.

      • 6. Mai 2020

  3. Mandelkern war draußen aktiv.

    22. April 2020

    02:15
    10,6 km
    4,7 km/h
    20 m
    20 m
    Klaus aus Lemgo, Renate und 20 anderen gefällt das.
    1. Mandelkern

      April 22, 2020
      Nemitzer Heide | Der frühe Vogel …
      … startet heute vom Parkplatz am «Nemitzer Heidehaus» für eine Wanderung durch die «kleine Schwester» der Lüneburger Heide, der Nemitzer Heide. Im August und September, wenn das Heidekraut in voller Blüte steht, sucht man hier vergeblich einen Parkplatz. Jetzt im Corona-Frühling im Jahr des Herrn 2020 ist das Gegenteil der Fall: Hier ist niemand. Im Heidehaus wird in einer Ausstellung die Entstehungsgeschichte der Heidelandschaft erzählt und im Café nebenan kann man nachher zum Frühstücken einkehren. Ein Aushang informiert, dass das zur Zeit aus bekannten Gründen nicht geht. Ich stürze mich aber nicht Hals über Kopf in die Heide, was man direkt vom Parkplatz aus machen könnte, sondern folge zuerst mal einer Kreisstraße, die mich an den Ort bringt, der der Heide ihren Namen verleiht: Nemitz. An diesem Morgen wirkt das menschenleere Dorf wie ein schmuck zurechtgemachter Drehort für eine neue Staffel von «Die Kinder von Bullerbü». Alles ist vorbereitet, nur die Film-Crew und die Darsteller*innen sind noch nicht da. Nemitz, einst ein ovaler Rundling (kann man nachlesen) wurde nach einem Großbrand 1815 fast komplett zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte als langgezogenes Straßendorf. Eine Lindenallee durchquert eine Doppelreihe von gut erhaltenen Häusern.Am Ende der Prachtstraße biege ich nach links ab und vor mir öffnet sich eine Heidelandschaft, die erst entstehen konnte, nachdem ein Großbrand 1975 einen riesigen Kiefernwald vernichtete. Die Blicke auf diese Landschaft erzeugen einen merkwürdigen Gedanken. Eine Brandkatastrophe fühlt sich gut vierzig Jahre später an wie Glück im Unglück.Viele Wege führen durch die Nemitzer Heide. Ich wähle einen Zickzackkurs, um soviel Heide wie möglich mitzubekommen. Die Wege werden immer sandiger. Anstrengende und staubige Angelegenheit nach der Trockenheit der letzten Wochen. Die Stöcke helfen, entlasten Kniegelenke und vor allen Dingen meinen Rücken. Der Höhepunkt der Tour liegt satte 38 Meter über dem Meer. Der «Gipfel» der Nemitzer Heide ist ausgestattet mit Holzbänken und -tischen für ein Picknick. Ich habe nix dabei. Noch nicht mal Kaffee oder Tee aus der Thermoskanne. Von hier aus hat man eine phantastische Rundumsicht. Aber egal wie man sich dreht und wendet, zu sehen gibt es überall «nur» Heide- und Dünenlandschaft mit vereinzelten Birken und Wacholderbüschen.Von dieser Aussichtsplattform zurück konzentriere ich mich auf den Weg, auf die Landschaft. Ich mach eh immer viel zu viele Fotos, so als käme ich nie wieder an diesen Ort zurück. Das gilt für die Nemitzer Heide auf keinen Fall. Spätestens im August (oder früher), wenn die Heide blüht und die warmen Gold- und Rottöne bis zum dunklen Violett dominieren, bin ich wieder da.Den Corona-Blues «wegwandern», gelingt mir nicht. Aber ihn gedanklich für ein paar Stunden auszublenden, funktioniert. Mir helfen «blühende Landschaften». Den Mitmenschen nicht zu nahe kommen? ist in der Nemitzer Heide keine besondere Herausforderung. Fast zwei Stunden dauert die Wanderung, bis ich eine Frau treffe, die ihren Hund spazieren führt. Wie komme ich jetzt auf die «Graugehörnten» wie die Heidschnucken auch genannt werden? Egal! Jedenfalls habe ich die heute auch nicht zu Gesicht bekommen.

      • 28. April 2020

  4. Mandelkern war draußen aktiv.

    16. April 2020

    02:21
    10,8 km
    4,6 km/h
    10 m
    20 m
    Udo von der Kaiserpfalz, Heidi und 33 anderen gefällt das.
    1. Mandelkern

      April 15, 2020
      Elbschleife Damnatz | Der frühe Vogel
      Heute bin ich wieder pünktlich zum Sonnenaufgang am Start. ›Im Dreiangel‹, so heißt der zentral gelegene Platz in Damnatz an der Elbe. Ausgestattet mit Bänken, einem Pavillon und einer Bücherzelle ist der Dreiangel ein beliebter Treffpunkt für Dorfbewohner, aber auch ein bekannter Rastplatz für Radfahrer, unmittelbar gelegen am Elberadweg.Um die Zeit bin ich hier allein, die Sonne versteckt sich hinterm Deich. Ich verlasse den stillen Ort in südöstlicher Richtung über einen gut ausgebauten, landschaftlich reizvollen Wirtschaftsweg, der schnurstracks (ein Wort, das ich vergessen hatte und neuerdings viel zu oft verwende) hinein in einen Märchenwald führt. Die Bezeichnung ›Märchenwald‹ lässt vielleicht etwas Besonderes vermuten. Ist es aber nicht, sondern nur ein schön klingender Name für ein wildes Gehölz inmitten der aufgeräumten Agrarlandschaft.Nach rund vier Kilometern beginnt eigentlich schon der Rückweg. Wandern oder stöckeln auf der Deichkrone ist angenehm. Wenn der Weg auch noch unbefestigt, also grasig ist, ist es etwas Besonderes. Dazu die neu verlegten «Sichtachsen» (bedingt durch die erhöhte Position) machen «Auen-Blicke» einzigartig. Die Elbe selbst bekomme ich nicht zu sehen, dafür bin ich für den Moment zu weit weg.Wie aus dem Nichts dann ein Zaun, der Weg übern Deich ist gesperrt und ich muss auf den Radweg unterhalb ausweichen. Kurze Zeit später wird klar, warum. Es folgt die Begegnung mit den Verantwortlichen, die die Deiche hier in Schuss halten, die sie abweiden, die Mäuselöcher schließen und den Boden mit ihrem «Auftreten» verdichten. Schafe haben am Deich immer Vorfahrt. Sie bemerken mich, sind neugierig und lassen sich bereitwillig fotografieren.Zurück auf den Deich, jetzt wieder auf Augenhöhe mit dem Horizont, macht mich kurze Zeit später die Ankündigung eines Ortes mit dem Namen «Kamerun» neugierig. Ich schau also nach und mir fällt ein rustikal gestalteter Rastplatz mit stattlichem Fahnenmast auf, gehisst ist die Nationalflagge Kameruns. Mir sind ja schon die Deutschlandfahnen in manchen Vorgärten suspekt. Aber Kamerun? Ist wohl nicht mein Humor, denke ich so. Zuhause hält Tante Google folgende Erklärung parat: «Weil Kamerun, wenn die Elbe Hochwasser führte, oft abgeschnitten war von der übrigen Welt, lag es für viele soweit entfernt wie das Land Kamerun in Zentralafrika». Na bitte, Google ist auch eine Quelle für mäßige Witze.Wieder zurück auf dem Deich, der hier wieder befestigt und auch für Radfahrer geeignet ist, trudele ich so langsam in Damnatz ein. Über einen Schlenker zum Hafen, um der Elbe für heute noch einmal ganz nah zu kommen steige ich über eine Treppe wieder zurück auf den Deich.Eine kleine Dorferkundung ist schnell gemacht. Drei Dinge will ich nicht übersehen. Die kleine Fachwerkkirche, mit dem viel zu kurz geratenen Turm und die Kulturtenne, ein schickes, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus, das in «normalen» Zeiten geöffnet hat für Kleinkunst, Ausstellungen, Lesungen und «handgemachte Volksmusik». Ein persönliches Anliegen ist mir, der Besuch des kleinen Friedhofs etwas außerhalb des Dorfes. Hier liegt der Schriftsteller Nicolas Born begraben, der von 1973 bis zu seinem Tod im Jahre 1979 im Wendland lebte.Vom Friedhof aus, nach einem kleinen «Umweg» durch die Marschlandschaft, erreiche ich über Damnatz’ Prachtstraße, «Achter Höfe», wieder Start und Ziel der NordicWalking-Tour ober- und unterhalb des Elbdeiches.

      • 19. April 2020

  5. Mandelkern war draußen aktiv.

    12. April 2020

    01:19
    4,98 km
    3,8 km/h
    20 m
    20 m
    Silvia D., Cat on tour und 20 anderen gefällt das.
    1. Mandelkern

      April 12, 2020
      Pevestorfer Wiesen | Der frühe Vogel ...
      ... hat sich heute verschlafen und verpasst damit den Start zum Sonnenaufgang einer neuerlichen Nordic-Walking-Tour. Und weil er einen Anschlusstermin hat, muss er umdisponieren und eine kompakte(re) Tour wählen.Start und Ziel ist der Landgasthof ›Zum Lindenhof‹ in Pevestorf, ein kleines Kaff und Ortsteil der Gemeinde Höhbeck. Natürlich könnte ich nach der Tour hier frühstücken, wenn es die Corona-Krise nicht gäbe. Rechts am Gasthaus vorbei führt ein asphaltierter Weg direkt hinein ins Vergnügen. Mit Vergnügen meine ich, die Natur. Der Weitblick, die Farben Grün und Blau wirken erbaulich, jetzt wo wir uns - ausgerechnet bei anhaltenden sonnenüberfluteten Tagen - zurückziehen müssen. Es gibt nur DEN einen Weg, um diesen Naturraum zu umrunden. Das gefällt mir deshalb, weil ich so auch zur Natur Abstand halten kann, um sie nicht zu stören.Kleiner Zwischenstopp an einer Aussichtsplattform, von der man auf die Wiesenlandschaft, die Tümpel blickt und sich Zeit lassen kann, um zu fotografieren. Die Geduld, auf diese sehr schonende Art auf ein Kranichpaar zu warten und bei der Balz zu beobachten, habe ich an diesem Morgen nicht.Für den nördlichen Teil der Tour kann ich dann doch noch wählen. Entweder folge ich dem asphaltierten Weg unten am Deich oder nutze die Deichkrone. Letztere Variante hat mehrere Vorteile. Weicher Grasboden unter den Füßen und Perspektiven beidseitig des Deiches. Auf der einen Seite die großen alten Eichen, die kleinen Auwälder, die Elbe und auf der anderen Seite, die Landschaft und Hecken der Pevestorfer Wiesen. Außerdem hilft die erhöhte Position, die Dimensionen und Tiefe der weiten Landschaft besser abzulichten. Am Ende vom Deich noch ein Stück die Kreisstraße entlang, aber zur Linken immer noch die Pevestorfer Wiesen im Blick. Das Ortsbild von Pevestorf selbst zeigt wenig alte Bausubstanz. Später lese ich, dass das Dorf noch im April 1945 bei Kämpfen um den Höhbeck-Brückenkopf stark zerstört wurde. Es ist vielleicht müssig darüber zu spekulieren, ob es Zusammenhänge gibt zwischen Pandemie, Umwelt und Klima. Ob sich die Natur gerade von uns erholt, weil wir unser Reiseverhalten, unseren Alltag aus der Not heraus ändern mussten. Aber ein kleines Lied mit einem schönen Text will ich noch anhängen. Rainald Grebe macht sich Gedanken über Zusammenhänge.

      • 16. April 2020

  6. Mandelkern war draußen aktiv.

    10. April 2020

    01:48
    7,09 km
    4,0 km/h
    30 m
    30 m
    Achtsamkeit, Schlofwandler und 19 anderen gefällt das.
    1. Mandelkern

      April 10, 2020
      Gorlebener Forst | Der frühe Vogel
      Karfreitag. Pünktlich zum Sonnenaufgang bin ich am Start meiner kleinen «NordicWalking-Tour für Frühaufsteher». Man kann im Wendland auch vor Anker gehen. Zum Beispiel hier am «Gorlebener Haken», bei Elbkilometer 493. Bis zu den Bootsanlegern muss man allerdings noch rund ein Kilometer durch die Idylle des «Meetschower Hauptgrabens» paddeln, rudern oder segeln, um in den Sportboothafen (wo auch kleine Motorboote ankern dürfen) zu gelangen.«Die schöne Leere», die man auf Fotos gerade überall wahrnehmen kann, prägt auch die Postkarten-Idylle des kleinen Hafens. Er gilt als Freizeiteinrichtung und ist deshalb wegen der Corona-Krise gesperrt. Die «Gangways» für die Boote sind abmontiert, stapeln sich am Ufer. Die Saison wird in diesem Jahr später eröffnet. Die Atmosphäre dieses Ortes nimmt mich so in Beschlag, dass es mir schwerfällt, wegzukommen.Nach der Überquerung der Hauptstraße am westlichen Ortsrand von Gorleben, geht es schnurstracks in den Gorlebener Forst. Hinter dem Sportplatz, wo der TuS Gorleben in «normalen» Zeiten seine Heimspiele austrägt, verliert der asphaltierte Weg seine Befestigung. Das heißt, er wird zum knie- und gelenkschonenden breiten Weg, der mich in den Wald hineinführt. Nichts lenkt ab, es herrscht «hörbare» Stille (Wildschweine sind bestimmt nachtaktiv und haben sich zum Schlafen versteckt!?). Nach knapp einem Kilometer zwingt mich eine fünfarmige Kreuzung zu einem genauen Blick auf die Karte, um den «richtigen» Weg zu finden, der mich nach nur einem halben Kilometer - wieder ausschließlich durch den Wald - vor die Tore des Atommüll-Zwischenlagers führt.Zu sehen ist nicht viel. Nichts von der Castorhalle, wo 113 Behälter mit stark radioaktivem Material auf ihr Endlager warten, nichts vom Fasslager, in denen schwach- und mittelradioaktives Material lagert. Nur ein Betonklotz mit Abluftkamin, die Pilot-Konditionierungsanlage ragt über den hohen Wall, der das Gelände umringt, hinaus. Die ist nicht in Betrieb ist, sondern wird nur vorgehalten, um eventuell einmal Wartungen und Inspektionen von Transportbehältern vornehmen zu können.Nach wenigen hundert Metern lande ich im «Beluga-Dreieck». Namensgeberin für diesen Platz ist die Beluga I, das legendäre Aktionsschiff von Greenpeace, das hier «gestrandet» ist und seit vielen Jahren Mahnmal dafür, dass Gorleben kein sicheres Endlager für radioaktiven Müll ist. Hier findet am Freitag vor Pfingsten jedes Jahr die «Widerstandsparty» im Rahmen der Kulturellen Landpartie statt. Beide Veranstaltungen wurden in diesem Jahr abgesagt.Vielleicht hundert Meter später stehe ich vor den Toren des Bergwerks, dass sich nach 25 Untersuchungsjahren (mit einigen Unterbrechungen) als untauglich für ein Endlager erwiesen hat. Im vergangenen Jahr haben Bagger damit begonnen, die stacheldrahtbewehrten Betonmauern abzureißen. Das «ehemalige Erkundungsbergwerk Gorleben» (so der offizielle Name) soll aber nicht verfüllt, sondern nur «eingemottet» werden. Und genau das macht die Kummer gewohnten Menschen in der Region skeptisch und manche glauben, dass die Option Gorleben durch die Hintertür doch noch wieder aufleben könnte.Nach einem kleinen Stück entlang des Bergwerkes kehre ich dem Problem im wörtlichen Sinne den Rücken. Das heißt, ich tauche wieder in den Wald ein, wieder über einen wunderschönen von Kiefern gesäumter Weg bis vor die Tore von Gorleben. Es ist zwar inzwischen viertel vor neun als ich auf die Uhr am Kirchturm der Kapelle im Dorfzentrum schaue, aber aufgestanden sind sie immer noch nicht, die Gorlebener*innen. Und auch die Kirchgänger, die vielleicht ja sonst um diese Zeit unterwegs wären, müssen bekanntlich zu Hause bleiben. Über den Forsthausweg geht es zurück zu einem meiner Lieblingsorte im Wendland, den kleinen Sportboothafen in Gorleben.

      • 15. April 2020

  7. Mandelkern war draußen aktiv.

    9. April 2020

    01:28
    4,76 km
    3,3 km/h
    80 m
    80 m
    Frank, Achtsamkeit und 28 anderen gefällt das.
    1. Achtsamkeit

      Ganz liebe (Oster)grüße aus Minden und auch bei uns gibt es wohl für das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ein "Hochfahrverbot" mit dem Auto. Nicht so schlimm, ich mag an solchen Tagen auch lieber die Abgeschiedenheit von (zur Zeit nicht mehr ganz so) einsamen Wanderwegen.

      • 12. April 2020

  8. Mandelkern war wandern.

    6. April 2020

    02:57
    12,0 km
    4,1 km/h
    20 m
    20 m
    Renate, Nayeli und 32 anderen gefällt das.
    1. Mandelkern

      April 6, 2020
      Wendland | Über die Dörfer (10)
      Köhlen - Ganse - Lensian - Schreyahn - Nauden - Luckau - Steine
      Ich habe weder Lust auf eine ausführliche Tourbeschreibung noch darüber zu lamentieren, was die Corona-Krise gerade mit mir macht.Ich mag die Abgeschiedenheit des Wendlands. Das Morbide und Alte, die Ruhe und Stille und die alten Häuser in den Rundlingsdörfern. Ich freue mich mit den freundlichen Landwirten, die die warmen Tage für die Aussaat nutzen. Und wenn ich zu Hause bin, genieße ich das Dorfleben (das man nicht extra runterfahren muss) und den großen Abstand zum Nachbarn.Fotos zeigen, Highlights erstellen mache ich gerne. Auch deshalb, weil ich mich an der Veröffentlichung Eurer Touren und Fotos in dieser Zeit besonders erfreuen kann und schicke Zuversicht aus dem «Hinterland».

      • 11. April 2020

  9. Mandelkern war wandern.

    1. April 2020

    02:26
    9,01 km
    3,7 km/h
    20 m
    20 m
    Dirk, Maik und 40 anderen gefällt das.
    1. Xray2307

      Man meint, die Zeit sei stehengeblieben ... und nur manche Gebäude sind wirklich prachtvoll. Aber man merkt auch an kleinen Details, wie sehr diese Menschen, die sich offensichtlich alle mit harter Arbeit tagtäglich ihr Brot beschaffen müssen, doch an dieser Region hängen.
      Hoffentlich bleibt das alles bewahrt, es erinnert mich stark an die Zeit meiner Jugend, wenn ich meine Großvater auf dem Land besuchte.
      Danke für die schönen Bilder und die Beschreibung, und bleib gesund 😊👍

      • 4. April 2020

  10. Mandelkern war wandern.

    26. März 2020

    05:44
    21,8 km
    3,8 km/h
    200 m
    190 m
    Renate, mel.phisto und 39 anderen gefällt das.
    1. Gerd

      Schöne Bilder in tristen Zeiten! 🙋

      • 29. März 2020

Über Mandelkern

«I used my camera as a kind of daily notebook.»Vor vielen Jahren habe ich mein Alter Ego auf den Namen Daniel Mandelkern getauft. Seitdem bin ich für die meisten nur noch der Mandelkern. Ich bin als fotografierender Wanderer und Radwanderer unterwegs.Ich zeige mit Vergnügen meine Fotos und veröffentliche gerne meine Touren. Die Aufmerksamkeit, die ich so erfahre, genieße ich. Wer mir folgen will, sollte «Profil» haben und selbst aktiv sein.Kontakt: daniel.mandelkern@gmx.de

Mandelkerns Touren Statistik

Distanz6 284 km
Zeit997:12 Std