Tobias

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Über Tobias
Distanz

2 910 km

Zeit in Bewegung

176:10 Std

Letzte Aktivitäten
  1. Tobias war Rennrad fahren.

    13. September 2020

    16:42
    327 km
    19,6 km/h
    950 m
    1 000 m
    Philipp, Kreiselpeter und 2 anderen gefällt das.
    1. Tim Schubert 93

      was für ne geile route,leider sehr weit weg 😕

      • 28. September 2020

  2. Tobias hat eine Rennradtour geplant.

    9. September 2020

    41:17
    913 km
    22,1 km/h
    8 200 m
    8 320 m
    1. Philipp

      Krasse Tour! Wann habt ihr das geplant zu fahren?

      • 11. September 2020

  3. Tobias und ORBIT 360 waren Rennrad fahren.

    2. September 2020

    13:57
    213 km
    15,3 km/h
    1 620 m
    1 730 m
    Thomas, ulla und 20 anderen gefällt das.
    1. Tobias

      Mit Fähre.
      Wollte den Heimat-Orbit eigentlich gar nicht mehr fahren. Weil angeblich so hart, technisch… es klang nach Berlin. Und ich hier doch eh schon die meisten Ecken kenne. Aber dann stand ich im Ranking viel besser da als gedacht, die Strecke schien im Tageslicht machbar und der Start liegt fast vor der Haustür.
      Am Ende es war für mich gefühlt der leichteste Orbit. Und der, der den meisten Spaß gebracht hat. Wer hätte das gedacht. Und laut Wandrer immerhin noch 120 neue Kilometer.
      Von drei Hunden gejagt worden. Das erste Mal dieses Jahr am Elbstrand gewesen und Fähre gefahren. In Blankenese kurz wie am Mittelmeer gefühlt. Orbit-Serienende auf der Hausstrecke im Sonnenuntergang. Danke.

      • 3. September 2020

  4. Tobias und ORBIT 360 waren Rennrad fahren.

    29. August 2020

    18:32
    277 km
    14,9 km/h
    2 820 m
    2 860 m
    M. Endspurt, Holger A. Kray und 39 anderen gefällt das.
    1. Tobias

      Da ich mit dem Zug anreisen aber nicht am Orbit übernachten möchte, nehme ich den letzten Zug nach Magdeburg. Wenn ich früh den ersten Zug nehmen würde, würde ich abends den letzten nicht schaffen. Sehe es auch als guten Test, mal in die Nacht zu starten, schauen wie der Körper reagiert. Konnte zuhause nur zweieinhalb Stunden schlummern, war zu früh zum Schlafen. Ankunft 0:46 Uhr. Die Stadt ist ruhig und noch nicht ausgekühlt. Ich rolle zur Elbe, 1:08 Uhr Start. Nach nicht mal einer viertel Stunde kreuzt eine Gruppe Wildschweine den Weg. Hoffentlich rennt mich keins über den Haufen. Ich merke schnell, dass ich hier auf dem ersten Stück bei Tageslicht (naja, wie überall eigentlich) deutlich schneller fahren könnte. Aber was will man machen. Es geht in die Sohlener Berge, ich vermute, man hat hier tagsüber schöne Ausblicke. Der Himmel leuchtet rötlich. Ist das die Stadt, der Mond oder der Hamburger Hafen? Die Route gefällt mir ganz gut, nicht so viel dichter, beengender Wald. Mehr offene Felder. Trotzdem debattiere ich relativ schnell mit mir. Was mache ich hier schon wieder? Einfach umdrehen, ein Stück auf der Straße Richtung Hamburg und dann im Morgengrauen in den Zug. Wäre doch schön. Ich bleibe dabei, nachts Straße fahren: super. Nachts offroad fahren: scheiße. Aber wenn ich weiter rolle, wird es auch irgendwann wieder hell werden. Jetzt einfach die 4 Stunden durchhalten. Es sind einige Tiere unterwegs: Vögel, ein Waschbär oder so, Rehe, Füchse. Eine Herde Schafe steht eingezäunt am Wegesrand. Der wuschelige Schäferhund entdeckt mich, rennt bellend den Zaun auf und ab, besonders hoch ist der nicht. Wie vorausgesagt geht es mit Gegenwind Richtung Brocken. Gruppen von Windrädern blinken rot. Irgendwann fahre ich direkt an einem vorbei, halte an. Der Rotor arbeitet sich hörbar durch den Wind. Ich schaue nach oben: kann die Sterne sehen. Es ist inzwischen deutlich kühler geworden, ich ziehe Schicht für Schicht an, schwitze und friere. Hoffentlich reichen die Klamotten für den Brocken. Ich habe einen Energy Drink dabei, 4:30 Uhr fühlt sich nach der richtigen Zeit dafür an. Gegen fünf muss ich mich kurz auf’s Feld hocken. Danach geht es deutlich entspannter über die Huckelpisten. Langsam dämmert es. Endlich. Sage mir, jetzt hab ich den Orbit eigentlich schon geschafft. Ich esse ganz schön viele Riegel, anscheinend hat die Nacht Energie gezogen. Bin auch müde, brauche einen Neustart. Ein dorniger Ast zerreißt mir meine schöne Windjacke. Bei KM 105, in Elbingerode, halte ich am Supermarkt. Cola, Schokomilch, Wasser. Heißer Kaffee vom Bäcker. Und noch was Richtiges zu essen. Aus Mangel an Alternativen wird es eine Bockwurst. Hinsetzen, aufwärmen. Und dann schon wieder auf’s WC. Man sollte beim Essen am Vorabend keine zu großen Experimente eingehen.
      Die Fahrt hoch zum Brocken ist ein Geschenk. Es ist herbstlich kühl aber die Sonne scheint, ich fahre kurzärmlig. Wenige Menschen. Perfekt. Der Harz wird abtransportiert, viele Stapel von zurecht gesägten Stämmen liegen bereit. Geköpfte Bäume. Ich fahre tatsächlich das erste Mal hier hoch, gefällt mir hier. Oben zieht es ganz schön, ich ziehe wieder mehr an, genieße kurz den Ausblick. Menschen werden aus der Brockenbahn gespuckt. Und ab über den Plattenweg nach unten. Halte ab und zu an, dass die Finger nicht verkrampfen. Und um Fotos von der blau leuchtenden Talsperre zu machen. Echt schön. Auch die großen Waldautobahnen, wieder raus dem Harz, tolle Abfahrten. Es ist jetzt wieder richtig warm. Und ich muss tatsächlich nochmal auf’s Feld, hinter’s Gebüsch. Man oh man. Brocken geschafft, jetzt nur noch zurück, denke ich mir, kann ja nicht so schwer sein. Aber ich habe die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Es zieht sich unendlich. Immer noch ein holpriger Feldweg. Den Huy Höhenzug finde ich noch interessant aber schöne Ausblicke bietet er leider nicht so richtig. In Oschersleben, KM 202, halte ich für Backwaren, Banane, Wasser, Kaffee- und Schokokaltgetränk. Mir knurrt schon längere Zeit der Magen, das ist natürlich nicht gut, muss Benzin nachlegen. Habe auch leichte Krämpfe in der Magengegend, kann den Grund nicht wirklich ausmachen. Viele Sturmschäden liegen auf den Wegen. Es ruckelt und ruckelt. Bekomme langsam Bedenken, dass ich selbst den letzten Zug nicht mehr schaffe. Ich beschließe, dass ich im Rennzeitraum keinen weiteren Orbit mehr fahre. Habe mich genug gequält. Irgendwann kommen endlich noch ein paar Stücken Asphalt. Und der Kanal. Gebe Gas, möchte nicht am Bahnhof stranden. Auf einer Mittellandkanalbrücke dann eine Sperrung. Die erste ist zur Seite geräumt, ich fahre also weiter. Die zweite ist nicht offen und ziemlich gut verankert. Was nun? Wenn ich hier nicht weiter komme, kann ich die nächsten 15 km der Route nicht fahren. Ich schlage einem anwesenden Ehepaar vor, dass wir die Räder um den Zaun drumrum heben. Man darf sie dabei nur nicht in den Kanal fallen lassen. Zum Glück klappt das.
      Die Fahrt an den Elbe Niederungen im Abendlicht versöhnt mich mit der zweiten Tageshälfte. Sieht echt lebenswert aus hier. Weiß nicht, ob man heute von einer Rennperformance sprechen kann, aber ich komme immerhin mal wieder an. Es ist nicht mitten in der Nacht und ich habe sogar noch Zeit für eine Pizza.

      • 30. August 2020

  5. Tobias und ORBIT 360 waren Rennrad fahren.

    19. August 2020

    20:49
    310 km
    14,9 km/h
    1 340 m
    1 490 m
    oro96, Norbi Frank und 40 anderen gefällt das.
    1. Tobias

      Der Endgegner. Bei KM 158 reißt der hintere Schaltzug. Radladen in Potsdam kann auf die Schnelle nicht helfen, ich mir auch nicht. Weiter mit zwei Gängen. Oft kurz vor Abbruch.

      • 20. August 2020

  6. Tobias war Rennrad fahren.

    15. August 2020

    18:08
    216 km
    11,9 km/h
    3 470 m
    3 720 m
    CycloNica, Simon und 11 anderen gefällt das.
    1. Tobias

      Die Logistik wird nun komplizierter. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln werde ich An- und Abreise zu diesem Orbit nicht an einem Tag schaffen. Und dafür, mich vor oder nach einem Orbit eine Nacht in den Wald zu legen, bin ich noch nicht bereit. Mir wird bewußt, dass die Orbits (trotz aller Offenheit) eine ganz schön privilegierte Veranstaltung sind. Es muss schon einiges zusammenkommen, damit man mehr als einen Orbit fahren kann. 3 Uhr klingelt der Wecker, dann fährt mich mein Vater zum Start, ich fühle mich wie siebzehn. 5 Uhr geht es in den Wald. Ich hab mir ein hartes Stück Route an den Anfang und ein leichtes ans Ende gelegt. Nach ein paar Minuten hebe und schiebe ich das Rad über verwurzelte Wanderwege, leuchte in Gartenanlagen, suche den Track. Aber es wird schnell hell. Die Durchschnittsgeschwindigkeit während der ersten zwei Stunden beträgt 6 km/h. Ich verfluche die Route, frage mich, was die MTB-Passagen sollen. Ich dachte, ich bin auf einer Gravelveranstaltung, mit einem Gravelbike. Später werde ich sagen, der Anteil Schiebepassagen war völlig ok. Ich schiebe viel hoch aber die Abfahrten sind super, gut fahrbar. Die Luftfeuchtigkeit beträgt 100%, ich bin fast vom Start weg total verschwitzt, die Fliegen umgarnen mich. Die Wolken hängen tief. Ich brauche fast fünfeinhalb Stunden für 50 km. Wenn das so weiter geht, bin ich morgen noch unterwegs. Better quit early than late? Aber die Route ist echt schön. Der Blick auf die Talsperren erinnert mich an Alaska und Neuseeland. Dann fängt es an zu regnen, nicht zu knapp. Ich gehe nicht davon aus, dass es bald wieder aufhört, also fahre ich weiter. Bin beizeiten komplett durchnässt. Meine Brillengläser sind beschlagen, ich kann die Pfützen und Wurzeln nicht gut sehen, fahre langsam. In Ziegenrück stelle ich mich unter, checke die Wettervorhersage und beratschlage die Lage. Ein Anruf und ich könnte in zwei Stunden auf der trockenen Couch liegen. Aber mir ist nicht kalt, habe genug Essen und Wasser und ich bin echt begeistert von der Landschaft. Also weiter. Plötzlich geht es nicht wieder auf einem Wanderweg in den Wald sondern auf einen flachen, asphaltierten Fahrradweg. Damit habe ich gar nicht mehr gerechnet. Ich komme gut voran und nach vier Stunden hört es auf zu regnen. Ich trockne und fahre bei angenehmer Temperatur auf besten Wald- und Fahrradwegen. Ich treffe wenige aber äußerst freundliche Wanderer. In Neuhaus am Rennweg ist die letzte sichere Verpflegungsmöglichkeit. Noch 50 km bis zum Ziel, ich überlege durchzuziehen, halte dann aber doch am Supermarkt. Gute Entscheidung, denn danach geht’s nochmal ans Eingemachte. Wurzelwege hoch und runter, durch’s Unterholz und so weiter. Aber tolle Aussichten. Es wird dunkel und der Spaß hat ein Ende. Keine Lust mehr zu raten, welcher von fünf Wegen der richtige ist. Auf Singletracks schieben und rollen, Dörfer kreuzen. Und dann auch ganz viel bergab, habe Angst, dass die Bremsbeläge nicht reichen. Vorne verliere ich Luft, ich pumpe nach, danach noch weniger Luft im Schlauch, das Ventil ist fast hinüber. Nochmal nachpumpen. Es geht vorbei an Stadtmauern, über Treppen und nochmal irgendwelche Waldwege hoch. Und wieder runter. Also mir reicht’s jetzt langsam. Dann endlich das letzte Stück Waldautobahn, am Ende wartet mein Taxi, mit Essen und Bier.

      • 17. August 2020

  7. Goatie McGoatface und Tobias haben eine Rennradtour geplant.

    8. August 2020

    45:12
    974 km
    21,5 km/h
    10 100 m
    10 110 m
    Frank und Holger A. Kray gefällt das.
  8. Tobias und ORBIT 360 waren Rennrad fahren.

    7. August 2020

    14:51
    277 km
    18,7 km/h
    1 910 m
    1 940 m
    anouk, Jaro und 32 anderen gefällt das.
    1. Tobias

      Es hat sich eine gewisse Orbit-Routine eingestellt. Start- und Zielbahnhof recherchieren. Verpflegungspunkte identifizieren, notieren und als Foto auf dem Telefon speichern. Omelett für die belegten Brote braten, Trinkflaschen mit Isopulver befüllen, die Taschen mit zuviel Süßkram bepacken. Frühstücksmüsli vorbereiten. Fahrrad ist geputzt, Kette geölt, Bremsbeläge nachgezogen. Luft pumpe ich seit drei Wochen, als Zugeständnis an meinen Körper, nicht mehr nach. Früh ins Bett. 4:40 Uhr zum Bahnhof rollen. Heute kurzärmlig… Ich starte in Bad Oldesloe und verfahre mich gleich ein paar Mal, prima. Dann geht es ins Brenner Moor, wow, das kenne ich noch nicht, hier liegt der Tau auf dem Schilf, es ist so frisch, dass ich meine Jacke anziehe. Die Nebelschwaden hängen tief, die Sonne leuchtet am Horizont. Dafür hat es sich schon mal gelohnt früh aufzustehen. Die ersten zwei Stunden hänge ich meinen Gedanken nach und nehme Sprachnotizen auf. Die Route zieht sich vor allem durch Wälder, das ist angenehm angesichts der steigenden Temperatur. Vor Bad Segeberg geht es ein gutes Stück entlang einer Bundesstraße, das verstehe ich nicht so ganz. In Eutin Halbzeit: Sand aus den Schuhen schütteln, Sonnencreme auftragen. Eine Frau wundert sich über die große Menge an Getränken, die ich aus dem Supermarkt trage. Als ich ihr erzähle, wie weit ich heute fahre, meint sie, das hat sie ja noch nie gehört. Dass jemand so viele Kilometer fährt. An einem Tag. Ohne Übernachtung? Ich würde ihr das gerne genauer erklären aber verabschiede mich abrupt, muss weiter. Vorbei an einem See. Ja, jetzt da reinspringen, das wär’s. Dann auf den Bungsberg, interessant, hier war ich auch noch nie. Der Richtungswechsel gen Ostsee folgt, den aufkommenden Wind heiße ich willkommen. Ich werde nach Wegbeschreibungen gefragt. Sorry! Keine Ahnung. Keine Zeit. In Travemünde bin ich schon so oft gewesen aber das Brodter Steilufer ist mir bisher verborgen geblieben. Oder hab es vergessen. Egal, schön ist es hier. Ein Mann treibt nackt auf einer Luftmatratze, gerne würde ich jetzt 10 Min mit ihm tauschen. Dann geht es kurz über die Promenade, was für ein Kontrast, haha, gefällt mir. Die Schotterpisten vor Lübeck fallen mir positiv auf, teilweise am Wasser, aber jetzt ist langsam die Luft raus. Nun in der Innenstadt an Ampeln warten ist nicht gerade das, was man möchte. Aber gut, wenn man noch nicht hier war, ist das Stück vielleicht interessant. Jetzt gilt es besonders sich zusammen zu reißen und keine Fußgänger über den Haufen zu fahren. Ich kann mich nicht mehr genau an alles erinnern. Noch mehr Wälder, noch mehr Felder, die Fahrmanöver werden waghalsiger. Aufpassen, mit Sonnenbrille im dämmernden Wald. Der Hintern ist aufgerieben, die Getränke alle. Schlußsprint an der Trave. Gesetzte Zielzeit gerade so geschafft. Ob ich noch weitere Orbits fahre? Mal übermorgen abwarten.

      • 9. August 2020

  9. Tobias und ORBIT 360 waren Rennrad fahren.

    1. August 2020

    15:52
    323 km
    20,3 km/h
    620 m
    600 m
    Jaro, Simon und 46 anderen gefällt das.
    1. Tobias

      3 Uhr klingelt der Wecker. Habe Bock mir neue blaue Flecken und Mückenstiche zu holen. Auf geht’s. Als ich in Bremen ankomme ist es schon hell. Einige Feiernde sind noch unterwegs aber abgesehen davon ist die Stadt schön leer. Die ersten KM sind tatsächlich einfach. Dann wird es anstrengend, eine lang gezogene Sandhölle. Ich fühle mich aber ingesamt viel besser als letztes Wochenende in Niedersachsen. Irgendwo hinter einem Feld, direkt auf der Strecke, treffe ich auf drei junge Mädels mit Zelt und Fahrrädern, frühstückend und zähneputzend. Ist doch alles ok mit der Jugend.
      Nachdem der Morgen angenehm bedeckt war, brät die Sonne gegen Mittag gut runter. Wann kommt endlich das Meer und der Gegenwind? Verstehe nicht so ganz, warum es dort so lange am Deich (und auch noch dahinter, ohne Aussicht) entlang geht aber freue mich über die leichten KM. Frage mich, ob es hier keinen Schotter gibt. Vielleicht fühlt es sich auch nur für mich langweilig an, weil ich in meinem Leben schon so manche Deichkilometer gefahren bin. Ich werde später verstehen, das war lediglich die Einleitung zur Tour.
      Ich habe mir vorgenommen, heute noch mehr als zuvor im Rennmodus zu fahren. D.h. vor allem die Standzeiten so weit wie möglich reduzieren. Ich nutze die Wartezeit auf die Fähre um endlich Sonnencreme aufzutragen und den Sand aus den Schuhen zu schütteln. Mein Wasser ist alle, die Hälfte ungefähr geschafft. Vielleicht schaffe ich die Tour mit nur einem Einkaufsstopp? Ich verlasse den Track für den Getränkenachschub und ein Eis. Dann zurück nach Süden. Nach einsamen Kilometern zwischen Feldern und Wiesen geht es im Zickzack durch den Wald. Ich habe richtig Spaß und drücke, für meine Verhältnisse, ordentlich auf die Tube. Die Quittung kommt kurz vor Worpswede, 80 km vor dem Ziel. Mir ist total übel und ich kann nicht mehr richtig tief durchatmen. Ich kann das Gefühl nicht sicher zuordnen aber vermute ich habe mich etwas verausgabt. Eine Pause wäre jetzt vielleicht angebracht aber ich möchte wenigstens die Bewegungszeit der Fahrt hoch halten. Also fahre ich langsam weiter. Noch vier Stunden in diesem Zustand, oh man. Das Ganze geht dann aber aber ganz gut, so niedrig ist die Rollgeschwindigkeit gar nicht. An süßes Essen ist nicht mehr zu denken, zwei kleine Käsebrötchen schiebe ich mir noch rein. Das letzte Stück der Tour ist vielleicht das Schönste. Entlang der Flussniederungen geht es auf feinstem Asphalt. Die bewohnten Gegenden machen den Eindruck, als wäre hier die Welt noch Ordnung. Dann über 1A Schotter in den Sonnenuntergang. Aber Genießen ist nicht mehr möglich. Ein, zwei fiese Stellen sind natürlich auch noch dabei, so schnell ist kein Orbit zu Ende gefahren. Ich nehme mir tatsächlich auch noch die Zeit, mich an der Wümme zu waschen, meine Beine sind nahezu komplett mit einer schwarzen Schicht aus Staub und Sand bedeckt, die Hände mit einer körnigen Mischung verklebt. Muss dann ja noch Zug fahren…
      Jetzt liegen zwei, drei Supermärkte direkt an der Strecke. Soll ich nochmal anhalten und mich vernünftig rehydrieren? Nein, jetzt einfach durchziehen.
      Zurück in Bremen liefere ich mir noch ein kleines Rennen mit einem Jungen. Er überholt mich aber dann kommt der Bahnhof mit der Baustelle, die hatte ich mir früh extra angeschaut, er ist kurz desorientiert und ich ziehe an ihm vorbei durch den Tunnel. Geschafft!
      Ich kriege nun sogar noch den nächsten Zug, Abfahrt in 15 Minuten, wenn auch ohne Getränk und Essen.
      Dann das Beste: ich lade meine Tour hoch, bin auf die Total Time gespannt. Kann mich nicht an meine genaue Startzeit erinnern und hatte im Hinterkopf, dass zwei Andere die Route mit knapp über 18 h gefinished hatten. Die wollte ich auf den letzten Kilometern wenigstens noch schlagen. Strava sagt nun 15:52h, ich bin leicht verwundert… Ich fass es nicht, hatte mich den ganzen Tag um zwei Stunden verrechnet. Kopfrechnen müsste man können. Hahahaha.

      • 2. August 2020

  10. Tobias und ORBIT 360 waren Rennrad fahren.

    25. Juli 2020

    19:03
    303 km
    15,9 km/h
    2 150 m
    2 350 m
    Frank, aronkankel und 54 anderen gefällt das.
    1. Tobias

      2:40 Uhr klingelt nach 3,5 Stunden Schlaf der Wecker. Im Zug nach Buchholz treffe ich Antonio, der auch die Runde fahren möchte. Weil ich jünger als er bin, meint er, dass ich schneller bin und lässt mich vorfahren. 4:32 Uhr drücke ich Start. Unerwartet eine richtige Rennsituation, spannend. Ich möchte Antonio nicht enttäuschen und versuche zügig zu fahren. Aber irgendwie fühlt’s sich nach Kaugummi an. Ich frage mich: liegt's am sandigen Boden, dämmrigen Licht oder: keine Kraft? Nach ca. einer Stunde Fahrt haut’s mich, beim Versuch von einem Wander- auf einen Reitweg zu wechseln, unvermittelt vom Rad. Glücklicherweise in den weichen Waldboden, halb so schlimm. Nach einer weiteren Stunde treffe ich auf einen weiteren Orbiter. Er hat schon 150 km durch die Nacht hinter sich, nun ist sein Hinterreifen zerfetzt. Es sieht nicht gut aus für ihn. In Bleckede nach 90 km für mich zweites Frühstück. Hmm, normalerweise halte ich nicht so früh. Da es lange bewölkt ist, fahre ich den ganzen Morgen mit normaler Brille. Der Fahrtwind macht mich ultramüde und der fehlende Schlaf die Situation nicht unbedingt besser. Überraschend gibt es einen schönen Ausblick auf die Elbe. Dann geht es in einem großen Bogen durch Niemandsland Richtung Heide. Der Sand macht mich fertig. Während ich über ein Feld holpere und an einem Gel nuckele überholt mich bei KM 140 Aron, er ist 2 Stunden später gestartet und wird 3 Stunden vor mir finishen. Wenn ich anhalte, um ein paar Meter durch den Sand zu schieben, sind die Bremsen und Mücken schnell zur Stelle. Immerhin ist die Routenführung straight forward, fast kein Anhalten, Umdrehen und Suchen (Hallo Orbit Berlin!). In Bad Bodenteich bei KM 176 schütte ich vor allem Koffein in mich hinein. Dann muss ich kurz in den Wald. Der Druck muss aus dem Körper. Irgendwo treffe ich (zufällig) direkt an der Strecke eine entfernte Freundin. Es ist ziemlich warm und die Kilometer ziehen sich. Auf den Feldern stehen Sprinkler und ich nehme die Duschen gerne mit. Gegen 18:30 Uhr fängt es an zu regnen. Ok, sind wenigstens die Insekten weg. Bei KM 245 in Soltau kaufe ich nochmal reichlich Proviant. Denn ich hatte gelesen, das Ende soll's (nochmal) in sich haben. Ich stelle mich auf worst case 40-50 km Hike a bike ein. Von der Schnucki Strecke weiß ich, welche Möglichkeiten die Heide bietet. Die ist wie immer sehr schön und so schlimm wird es dann zum Glück nicht. Aber irgendwann dunkel und jeder weitere KM fühlt sich sinnlos an. Alleine im dunklen, dichten Wald auch jedes Mal wieder schön spooky. Vom spektakulären Ende sehe ich natürlich nicht viel. 23:30 Uhr bin ich wieder in Buchholz und 1 Uhr zuhause. Immerhin geschafft, ohne Panne, eine Blase an der Hand und zerschlissene Socken vom Sand. Die Schulter wird wieder.

      • 26. Juli 2020

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