Alex.spielt.Cello

Über Alex.spielt.Cello

Vorwärts mit leichtem Sinn ...

Distanz

1 266 km

Zeit in Bewegung

244:12 Std

Letzte Aktivitäten
  1. Alex.spielt.Cello war wandern.

    24. März 2021

    03:52
    12,9 km
    3,3 km/h
    70 m
    60 m
    marc clish, Ketschendorf und 57 anderen gefällt das.
    1. Alex.spielt.Cello

      Eltern sind Götter. Deshalb ohne Alter und unsterblich.
      Der Vater ein König.
      Die Mutter eine Königin.
      Von ihr soll heute die Rede sein.Ein Schrei - und das kleine, sich stimmlich aus Leibeskräften bemerkbar machende Lebewesen ist in die Welt gepurzelt. So lange erwartet und doch fast überraschend, ob der Naturgewalt und Unaufhaltsamkeit einer Geburt, im Außenleben angekommen.Nun liegt es da.In diesem Moment ändert sich für immer das Leben von - jetzt - Mutter und von - jetzt - Tochter. Aber immer wird es dieses unsichtbare Band des ersten Augenblicks geben: das energische Strampeln im Bauch, das Greifen und Stemmen, das verzückte Lächeln, der Ruf nach „Mama!“

      Im Kleinkind-Kosmos, der sich zwischen Windelwechsel, Essen, Trinken und Spielen ausspannt, dreht sich vieles darum, sich selbst und die Mama bei guter Laune zu halten. Große, neugierig in die Welt schauende Augen suchen den Blickkontakt und damit die Bestätigung, gewollt zu sein und geliebt zu werden. Und wenn es diese innere Übereinkunft gibt, dann ist das sichere Nest bereitet für einen guten Start in das bunte, schöne, aufregende, herausfordernde Leben.
      Aber wie das so meistens ist:
      Götter können vom Olymp verstoßen werden. Könige vom Thron stürzen.
      Das Kind beginnt zu rebellieren.
      So fragt sich manch besorgte Mutter: „Wo ist nur meine liebe Tochter geblieben?“
      Und sie sagt zu sich: „Ich habe sie aber anders erzogen!“
      Beruhigt kommt sie zum Schluss: „Von mir hat sie das nicht!“
      Und so ist es auch gut.
      Nur wer geht, die Welt entdeckt, sich trennt, die eigenen Fehler macht, kann wieder um viele Erfahrungen und Erkenntnisse reicher zurückkehren.
      Nur wer das Kind gehen und die Welt entdecken lässt, sich trennt, die eigenen Fehler macht, kann sich wieder um viele Erfahrungen und Erkenntnisse reicher über die Rückkehr des Kindes freuen.
      Ich ging im Walde so für mich hin.
      Für eine Mutter. Für meine Mutter.

      • 24. März 2021

  2. Alex.spielt.Cello war wandern.

    28. Februar 2021

    03:22
    19,1 km
    5,7 km/h
    80 m
    80 m
    1. Alex.spielt.Cello

      Wie viel Selbstermutigung benötigt es, um gegen 5 Uhr aufzustehen und sich wachen Geistes auf den Pfad des Wanderns zu begeben?
      Wie viel Selbstüberwindung braucht es, um den enthusiastisch am vorhergehenden Abend geschmiedeten Plan auch wirklich umzusetzen?
      In diesem heute gelebten Fall? Keine!
      Als bekennende Aus-dem-Bett-Springerin kenne ich seit meiner Kindheit nur die Zustände des "Ich will niiiieeeemals mehr aufstehen, wenn die Decke gerade so besonders kuschelig wärmt! " und "Bestimmt ist die Uhr kaputt! Es sind doch nicht erst fünf Minuten vergangen! Es kann doch nicht erst 1:34 Uhr sein! Und wenn ich die Augen richtig aufmache, ist der Mond bestimmt die Sonne!"Lächelnd denke ich daran zurück, wie ich im Alter von ca. neun Jahren zur mitternächtlichen Zeit unbedingt einen Boxkampf ansehen wollte. Nicht dass ich daran besonders interessiert war, wie sich erwachsene Männer gegenseitig die sowieso schon derangierten Nasen blutig hauten. Auch fand ich die Rituale in den Boxpausen, die vornehmlich die Trainer an den in den Seilen hängenden Schützlingen vollzogen, nicht so richtig ästhetisch. Ich bekam es in meinem Kinderhirn nicht zusammen, dass das Wasser, was ins Gesicht gespritzt wurde, auch getrunken werden konnte. Zumindest spülten sie sich damit den Mund aus. Vielmehr fand ich es spannend zu erfahren, welche Beschwörungsformeln den Sportlern zugeraunt wurden.Nein. Es gab zwei Umstände, die das Wachbleiben für mich sehr anziehend machten.
      Entgegen der sonstigen sittsamen Erziehung hätten mir meine Eltern einmal ausnahmsweise dieses späte Vergnügen erlaubt. Es muss anscheinend ein wirklich außergewöhnlicher, einmaliger Kampf gewesen sein.
      Und zusätzlich erschien mir die Aussicht, dass die vorhergehenden Abendstunden mit dem offiziell erlaubten Lesen von gar gruseligen Märchen angefüllt werden konnten, äußerst begehrenswert. Nicht wie sonst bei Taschenlampenschein unter der Decke, die sich dann ziemlich schnell zu einem hermetisch abgeschlossenen, luftdichten Bunker wölbte.
      Die Selbstermutigung und Selbstüberwindung wurden dann aber von den Folgen meiner Selbstüberschätzung besiegt: Während des Lesens war ich eingeschlafen und der Versuch meiner Eltern, mich zu wecken, scheiterte kläglich an der immer leiser werdenden Aussage: "Ich bin soooooo müde."Heute aber begann und endete die Wanderung mit frischer Stimmung und klarem Sinn.
      Vielen Dank, Gérard, für diese gemeinsame Zeit!

      • 28. Februar 2021

  3. Alex.spielt.Cello war wandern.

    25. Februar 2021

    Der Bernauer 🇫🇷🇩🇪, Lausitzsonne und 48 anderen gefällt das.
    1. Alex.spielt.Cello

      Woher?
      Wohin?
      Ach ja! Ach so! Ach nein!
      Oh!
      Wo auch immer wir während unserer Wanderungen auf Menschen treffen, gibt es Kommunikation. Ein Blick. Ein Wort. Ein Satz. Manchmal Monologe. Manchmal Dialoge.
      Begriffe bekommen Flügel und flattern leicht zwischen uns hin und her.
      Es ist diese Leichtigkeit des Seins im Hier und Jetzt, welche mich immer wieder an unseren Touren fasziniert. Es ist eine von mir tief empfundene Verbundenheit mit der Welt, die mich in diesen Momenten ergreift.
      Meine Bitte: Mögen uns noch viele Gegenden ihre verborgenen Geheimnisse offenbaren. Ich bitte darum, dass die Neugier, hinter die nächste Ecke blicken zu wollen, stetig bleibt. Die Touren mögen mich bitte weiterhin in Kontakt mit freundlichen Menschen kommen lassen.
      Dafür möchte ich danke sagen: Danke für die fotografischen Geschenke, die unsere Wanderstrecken säumen! Danke für die Phantasie, mit der die Bewohner der "kleinen Dörfer" ihrem Empfinden praktisch Ausdruck verleihen! Danke für die Begegnungen, die ein Band zwischen Menschen knüpfen!
      Bitte! Danke! Gern geschehen!

      • 25. Februar 2021

  4. Alex.spielt.Cello war wandern.

    21. Februar 2021

    01:33
    8,91 km
    5,8 km/h
    30 m
    30 m
    Tim⭕ G.🚴🚵👣, Frank-Michael und 48 anderen gefällt das.
    1. Alex.spielt.Cello

      ... einfach mal stillschweigend.

      • 21. Februar 2021

  5. Alex.spielt.Cello war wandern.

    20. Februar 2021

    02:46
    15,6 km
    5,6 km/h
    90 m
    90 m
    1. Alex.spielt.Cello

      Als Kind des Nordens im Osten Deutschlands aufgewachsen, geboren von den Schaumspitzen der stürmischen Ostseewellen, erlebte ich meine Heimat als das größte anzunehmende Universum.Die in unmittelbarer Nachbarschaft anzufindenden Teiche, die verstreut wie kleine Flecken in den Wiesen lagen, waren Badeseen und Eishockeystätten zugleich.
      Die Waldstücke, die mein Vater als Bruch (mit langem uuuuuuuu gesprochen) titulierte, dienten als Verstecke und Spielorte, an denen ich mir regelmäßig aufgerissene Knie, nasse Schuhe und den Mut holte, auf Bäume zu klettern, um den Tauben in ihre Nester zu sehen.
      Der Wald hinter unserem Wald war ein ganz eigener Ort, mit einer Aura, die Aufregung, Entspannung, ruhiges Mitsich- und Einssein versprach.
      Das Feld hinter unserem Feld war riesig. Vom Fenster aus gesehen, erschien mir die Ackerfläche endlos. Und doch erblickte ich eines Tages in weiter Entfernung etwas Glänzendes, Glitzerndes.
      Inmitten der Pflugfurchen.
      Neugierig rannte ich los: vom Haus aus auf die Piste, auf den Sandweg, durch das große Feldtor, über den Grasweg, am Graben entlang, unter den Leitungen von Hochspannungsmasten hinweg.
      Der mit schwerem Gerät aufgebrochene Acker erschwerte jeden Schritt, da die schwarz-braune, feuchte Erde sich in den Rillen meiner Schuhsohlen festsetzte.
      Noch ein kleiner Anstieg und das Ziel war erreicht. Stumm-erstaunt stand ich da vor einem Gerät, welches noch nicht zu meinem Wissensspektrum gehörte. Ich musste mich nun in diesem Moment entscheiden, ob ich meine kleine Jagd nach dem von anderen verlorenen Schatz als lohnenswert einschätzen sollte oder ob es eher eine erfolglose Expedition war. (Im übrigen war das von der Ferne betrachtet so schön silbern glitzernde Ding vom Nahen gesehen eher schmutzig.)Aber ohne Beute geht der Ritter nicht nach Hause.
      Und so schleppte ich diese Gerätschaft mit ihren filigranen Einzelteilen nach Hause, wo man ganz unromantisch zur Erkenntnis gelangte, dass es sich wahrscheinlich um das Überbleibsel einer fliegenden Wetterstation handelte, der aufgrund des geplatzten Ballons die Luft ausgegangen war und die sich den Acker unter den Hochspannungsmasten, nach dem Graben und Grasweg, hinter dem Tor, dem Sandweg, der Piste, von einem Fenster aus gesehen, durch das ein Mädchen guckte, als Landeplatz ausgesucht hatte.
      Es war heute eine wunderbare Tour über Wege, durch Felder, Wiesen und Wälder.
      Vielen Dank für diesen gemeinsamen Gang, lieber Gérard!

      • 20. Februar 2021

  6. Alex.spielt.Cello war wandern.

    13. Februar 2021

    02:26
    12,8 km
    5,3 km/h
    100 m
    90 m
    Torsten Wildner, Fcl und 35 anderen gefällt das.
    1. Alex.spielt.Cello

      Als Kind stellte ich mir vor, mich - entsprechend der märchenhaften Erzählvorgaben - durch süße Breiberge zu essen, Fasane, knusprige Täubchen und Wachteleier in königlich erhabener Umgebung und Sahne über den Appetit hinaus zu verspeisen, Wein aus goldenen Bechern zu trinken, die großartigsten Kuchen- und Tortenvariationen zu probieren, Tutti-Frutti-Eiskugeln zu lecken, Schokolade zu zerbeißen und zu zerkauen (nein, nicht im Mund schmelzen zu lassen) ...
      Von Trüffeln ganz zu schweigen: in süßer und herzhafter Variante zu genießen.
      Und natürlich interpretierte ich die sehr plastische Vorstellung, der Hexe aus "Hänsel und Gretel" ein Lebkuchenstück zu stibitzen, für mich nicht als einleitenden Akt der Kinderbefreiung. Mich interessierte dabei auch gar nicht das meist, aus eigener Erfahrung, etwas harte Pfefferkuchengebäck, sondern die zuckersüße Verzierung des Häuschens. Diese konnte meiner Meinung nach nur aus Dragees, Gelee, Marzipan, Lakritze und Baiser bestehen.Die Süßigkeitenrealität konnte aber gar nicht so sein wie die lebhafte Phantasie von unvergleichlichen, fast himmlischen Geschmackserlebnissen.Kindheitsprägungen sind so tief verankert.Was geblieben ist: das sinnliche Erinnern an eine ganz besondere Geschmackswelt der Kindheit und Jugend.
      Was neu hinzugekommen ist: der Genuss des ganz Natürlichen, wenig Verarbeiteten, die Reduktion auf das Wesentliche und das Vergnügen an ausdifferenzierten Aromen.
      Bei dieser Wanderung kam mir in den Sinn, dass das eisig-kalte Winterwetter die saisonale Teetrinkerin in mir weckt, der Apfelvorrat zu diesen Zeiten durch den regelmäßigen Einkauf von 2-Kilo-Beuteln gedeckt wird und Schokolade als Laib- und Seelentröster eine gute Verwendung findet.Vielen Dank, Gérard, dass auch diese Wanderung zu einem Genuss wurde!

      • 14. Februar 2021

  7. Alex.spielt.Cello war wandern.

    31. Januar 2021

    02:28
    13,5 km
    5,5 km/h
    120 m
    130 m
    1. Alex.spielt.Cello

      So erzählt es das Grimmsche Märchen "Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen".Nicht, dass ich nicht auch einen leichten Schauer des Gruselns verspürte, wenn der etwas gefühlsbefreite zweite Sohn eines Vaters in illustrer Gesellschaft mit Totengebein und Schädel kegelte. Das hohe Ziel dieses jungen Mannes war es, das Gruseln zu lernen. Auf dem Weg dahin erschlug er u. a. zwei gar grausliche Katzen und stieß einen Küster die Treppe hinunter. Ja, er hatte ihn drei Mal vergeblich gewarnt!Erst am märchenhaften Ende seiner Karriereleiter - nachdem er in eine Königsfamilie eingeheiratet hatte - verhalf ihm das schlaue Kammermädchen zum erfolgreichen Meistern des Lernfeldes: Gruseln.
      Kleine Fische und kaltes Wasser ohne Vorwarnung des Nachts über den jungen, tief schlafenden König gegossen, ließen ihn zur spontanen Äußerung in Richtung Gemahlin hinreißen: "Ach, was gruselt mir, was gruselt mir, liebe Frau! Ja, nun weiß ich, was Gruseln ist."
      Schon als Kind war mir nicht ganz klar, worin der graduelle Gruselunterschied zwischen dem Spiel mit Totenköpfen, der vorsätzlichen Tötung von Lebewesen und der feuchtkalten Überraschung im warmen Ehebett lag. Aber: Gottes Garten ist groß und jeder hat ja so sein ganz eigenes Ekel- und Gruselerleben.Was mich aber viel, viel mehr beschäftigte - eingekuschelt in einen Sessel und mit glühenden Ohren dem Hörspiel auf Schallplatte lauschend - war die Frage, ob es wirklich heißt: Es gruselt MIR. Und nein, ich kam überhaupt nicht auf die Idee, mal irgendwo nachzufragen, welche grammatikalische Finesse über MIR oder MICH in diesem Fall entschied.Einige Jahrzehnte später stolperte ich gedanklich wieder über dieses Sprachgebilde.
      Und nun weiß ich, dass ich mich und mir gruseln darf bei folgendem Spruch: Mir und mich verwechsel ich nicht, das kommt bei mich nicht vor. Mein Vater, der steht hinter mich und sagt mich alles vor.
      So gar nicht zum Fürchten war unsere heutige Tour nach, um und durch Chorin.
      Vielen Dank Gérard für dein Dabeisein!

      • 31. Januar 2021

  8. Alex.spielt.Cello war wandern.

    31. Dezember 2020

    02:35
    15,1 km
    5,8 km/h
    40 m
    40 m
    1. Alex.spielt.Cello

      Leinen los!
      Sagte das Mädchen von der Waterkant.
      In Komoot-Jahren gerechnet kann ich (mit etwas über einem Jahr) schon sehr gut laufen und ein paar Sätze sagen. So erzählt es jedenfalls meine Mutter immer wieder gerne.
      Sie sagt aber auch, dass es damals das Mädchen gab, welches sich mit voller Wucht auf die Spielsachen im Laufgitter fallen ließ, weil ihm einmal nicht die ungeteilte Aufmerksamkeit der im Raum versammelten Erwachsenen galt. Was für ein Fauxpas, der den großen Menschen da unterlaufen war.
      Als Weihnachten und Neujahr - also Winterzeit - noch Schneefall bedeuteten, rodelte ich mit waghalsigen Manövern steilste Hänge hinunter. So steil, wie sie auf dem platten Land eben sein können. So manche kleine Schneescholle verirrte sich dabei zwischen die Socke und den Stiefelrand. Spätestens zu diesem Zeitpunkt konnte der feucht-kalte Fuß nicht mehr weggedacht werden.
      „Wenn die Laternen angehen, dann kommt nach Hause!“: Dieser Zeitpunkt, der für das kindliche Zeitgefühl ja immer eine viel zu kurze Rodelfrist bedeutete, war dann aber der genau richtige. An den Handschuhen hatte sich schon etwas Eis gebildet, welches eine unwiderstehliche Verbindung mit einzelnen Wollfasern eingegangen war - denn ein Taschentuch wurde zu Beginn der Rodelpartie von mir immer als abkömmlich angesehen. Die Nase war nach dem Rodeln deshalb nicht nur von der Kälte rot.
      Und dann war es irgendwann soweit: Der weihnachtliche Plätzchenteller war leer und nun galt es, mit zu Silvester gereichten Pfannkuchen (in Rostock sagten wir Berliner) den Zuckerhaushalt auf das Jahreshoch zu steigern. Wie oft sagte ich dann in dieser Nacht: „Ich bin noch nicht müde!“, obwohl mir zunehmend wohlig wärmer wurde und damit die Bettschwere zunahm. Aber ein mutiges Kind ist kein Hasenfuß. Und so überwand ich die Müdigkeitsanflüge mit ein bisschen aufgeregtem Tanz und dem heimlichen Kosten des Restes von süßem Eierlikör - beim Abräumen der Gläser vom Esstisch, während des Gangs zwischen Wohnzimmer und Küche.
      Wehe, wenn sie losgelassen!
      Mit der heutigen Wanderung haben wir das Jahr langsam ziehen lassen, um in den nächsten zwölf Monaten wieder Neues zu entdecken.
      Denn: Ein Schiff im Hafen ist sicher, doch dafür wurde es nicht gebaut.
      Ich wünsche euch allen ein wunderbares Hinübergleiten in das neue Jahr!Leinen los!Die Tour von Gérard findet ihr hier: komoot.de/tour/299503946

      • 31. Dezember 2020

  9. Alex.spielt.Cello war wandern.

    29. Dezember 2020

    Lausitzsonne, Der Bernauer 🇫🇷🇩🇪 und 59 anderen gefällt das.
    1. Alex.spielt.Cello

      "Zwischen den Jahren" erinnere ich mich immer der Zeit, in der jährlich durch einen routinierten Griff in die (Un)Tiefen des Schrankes der Weihnachtskranz, der so echt aussieht, dass er eigentlich nur falsch sein kann, inzwischen seinem 15. Erweckungserlebnis entgegensah.
      Die Farbenvielfalt des schmückenden Beiwerkes beschränkt sich auf ein kräftiges Rot. Und damit das "running system" durch nichts gestört wird, zünde ich aus Anlass und zur Dokumentation des 1. Advents genau an diesem Sonntag eine Kerze an. Meiner Meinung nach habe ich damit meine Pflicht zur Erhaltung einer christlichen Tradition getan und kann mich nach dem Ende der Weihnachtstage an drei tadellos frischen Kerzen und einer Kerze mit schwarzem Docht erfreuen. Diese werden dann in Backpapier eingerollt wieder im entferntesten Winkel meines Schrankes verstaut - auf dass die Kerzen dann im nächsten Jahr wieder ihre Auferstehung feiern.
      Einen eindrücklicheren Beweis für den sparsamen Umgang mit Ressourcen kann es doch gar nicht geben!
      Als Kind bedauerte ich schon in dem Moment des Öffnens der in glitzerndem Papier verpackten Geschenke, dass erst wieder zwölf beschwerliche Monate vergehen mussten, bis der obligatorische Weihnachtsteller mit Mandarinen, Orangen, Marzipan, Schokolade und Keksen als Beute im Kinderzimmer - ganz nahe am Bett stehend - seinen Platz bekommen würde.Irgendwie fühlte es sich nicht so ganz richtig für mich an, wenn ich nach dem 26.12. noch Weihnachtsplätzchen aß. Das erinnerte mich an die traurigen Reste von Schokoladenweihnachtsmännern im Supermarkt, für die sich kein Käufer gefunden hatte, als die Einkaufswelt eigentlich nur noch aus Lebkuchen, Schokolade und Pralinen bestand, und nun zur Hälfte des vorherigen Preises verramscht wurden. Wahrscheinlich bildete ich mir auch nur ein, dass diese Süßigkeiten ihre bunte Strahlkraft verloren hatten und matt ihrem undankbaren Ende entgegensahen.
      Die Weihnachtsmänner "zwischen den Jahren" taten mir leid.
      Ach, und da war ja noch etwas, was die Tage vor Silvester zunehmend beschwerlich erscheinen ließ: Das Thema Schule, anstehende Arbeiten und das drohende Zeugnis zum Halbjahr waren nur verdrängt worden und bahnten sich nach und nach gedanklich ihren Weg in die kommende Realität. Da half auch die Gnadenfrist nicht viel, die mir der Feiertag am 1.1. gewährte.
      Und nun als erwachsene Frau erinnere ich mich mitfühlend schmunzelnd der Nöte, die ein Kind nach den Weihnachtstagen auch so umtreiben kann.
      Heute begleitete mich das Strahlen des natürlichen und künstlichen Lichtes entlang der U-Bahnstationen.
      Zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof.
      Zwischen den Jahren.
      Vielen Dank, lieber Torsten, für den gemeinsamen Gang!

      • 29. Dezember 2020

  10. Alex.spielt.Cello war wandern.

    14. November 2020

    Frank Meyer, marc clish und 59 anderen gefällt das.
    1. Alex.spielt.Cello

      Oh, wie habe ich sie bewundert, die blondgelockten Mädchen, die Hindernisse beim Hürdenlauf gazellengleich überwanden. Die auf dem Balken, entgegen meiner eigenen Erfahrungen von der Misere der permanenten Erdanziehung, engelsgleich über jenen schwebten. Natürlich konnte auch kein Bocksprung, kein Weitsprung, kein Hochsprung noch so viel Können erfordern - diese Mädchen schafften alles. Der Schlagballweitwurf gelang ihnen elegant und anscheinend mühelos aus dem Oberkörper heraus - wo ich eher suboptimal eine geworfene Bogenlampe zuwege brachte. Und lieber breite ich eine Decke des Schweigens über meine nur bedingt vorhandenen Fähigkeiten (schnell) 100 Meter zu laufen, an einer kalten Metallstange wie ein kleiner Affe emporzuklettern oder mit zwei Keulen einen gymnastischen Tanz anzudeuten.Dabei brachte ich eigentlich alle physischen Voraussetzungen mit, die auch Talentsucher der DDR bei mir als gegeben ansahen. Regelmäßig besuchten sie Schulen und beobachteten die Kinder und Jugendlichen, auf der Suche nach verheißungsvollen Kandidaten für eine Karriere im DDR-Leistungssport. So hätte ich zum Eisschnelllauftraining oder zum Verbandsschwimmen gehen können.Aber wo kein Wille, da kein Weg. Und von fehlendem Willen hatte ich, was die sportliche Verausgabung betraf, genug! Hatte ich schon geschrieben, dass mir die Konkurrenzsituation im sportlichen Wettkampf völlig suspekt und ich bei Mannschaftssportarten nur ein wenig hilfreiches Teammitglied war?
      Trotz dieser Fehlleistungen wurde ich aber immerhin maximal als Vorletzte in eine Mannschaft gewählt.
      Um so erstaunter bin ich, dass meine nicht vorhandene schulische Sportkarriere sich mit dem Ende der Schulzeit zumindest in eine regelmäßige Bewegungskarriere gewandelt hat.
      Wenn auch während meiner Studentenzeit die ersten Wanderungen in den Bergen eher eine Qual waren und ich auch, so erinnere ich mich, ziemlich jammerte, habe ich den Pfad der regelmäßigen Wandertouren jedoch nie mehr verlassen.
      Mit den fußläufigen Entdeckungstouren auch im Brandenburger Raum erschließe ich mir nicht nur neue Örtlichkeiten, sondern versetze meinen Körper in Bewegung. Genießend die Landschaft beobachten, hören und riechen - alle Sinne sind aktiviert. Die Gedanken dürfen verschlungene Wege gehen und die Beine tragen mich zuverlässig auf diesen kleinen Abenteuerausflügen: über Steine, Schotter, Gras, Wasser, Blätter, Holz ...Vielen Dank, Gérard, für das Wegweisen!Hier findet ihr Gérards Tour: komoot.de/tour/284265066?ref=itd

      • 14. November 2020

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