Grenztour von der Ostsee ins Vogtland – 8 Tage durchs grüne Band

Rennrad-Collection von
komoot

Über 40 Jahre lang war Deutschland zweigeteilt. Mitten durch dieses schöne Land verlief die 1393 Kilometer lange Grenze von der Ostsee bis ins Vogtland. Eine fünf Kilometer breite Sperrzone, die streng bewacht wurde und nicht umsonst als „Todesstreifen“ bezeichnet wurde. Mit dieser Radtour gehst du auf Tuchfühlung mit der deutsch-deutschen Geschichte. Unsere Route führt in acht Etappen von Travemünde aus entlang der ehemaligen Grenze und entlang unzähliger Monumente, die spannende Geschichte(n) erzählen bis nach Hof im Vogtland. Vor allem aber führt diese Tour durch die positivste Hinterlassenschaft all dessen: Aus dem Todesstreifen wurde ein grünes Band. Wo früher Grenzzäune, Mauern und Minenfelder eine unüberwindbare Grenze bildeten, kann sich heute die Natur ungestört entfalten.

Die Natur hatte hier eine einmalige Chance, konnte sich mehr als vier Jahrzehnte lang relativ ungestört entfalten und entwickelte sich zu einem bemerkenswerten Naturerbe im Schatten von Sperrzäunen und Grenztürmen. Heute fährst du durch eine wunderbar grüne und stille Landschaft und einen wertvollen Naturraum, in dem hunderte von bedrohten Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause gefunden haben. Radfahren, genießen und sich erinnern – diese Grenztour ist nicht nur eine Radtour, sie ist ein einmaliges Erlebnis, Geschichte zum Anfassen und eine Fahrt gegen das Vergessen.

Diese Tour ist fürs Rennrad ausgelegt, so dass du die zwischen 100 und 150 Kilometer langen Etappen damit gut meistern kannst, mehr als normale Rennradler-Fitness brauchst du also nicht. Allerdings - rechne damit, dass du nicht immer über aalglatten Asphalt gleitest – immerhin lagen große Teile dieser Gegend jahrzehntelang brach. Der Großteil der Strecke ist aber ein reines Fahrvergnügen. Die Etappenorte bieten jeweils Gastronomie und Unterkünfte und in der Regel gibt es dort auch Sehenswürdigkeiten meist im Zusammenhang mit der ehemaligen Grenze. Sowohl Travemünde als auch Hof sind bestens ans Bahnnetz angebunden, so dass sich die An- und Abreise sehr einfach gestaltet.

Auf der Karte

Touren & Highlights

  • Mittelschwer
    04:56
    118 km
    23,9 km/h
    460 m
    450 m
    Fähre
    Mittelschwere Rennrad-Tour. Gute Grundkondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind. Die Tour enthält Überquerungen mit der Fähre.

    Unsere Grenztour beginnt quasi sinnbildlich mit der Überfahrt von Travemünde rüber auf die kleine Halbinsel, den Priwall, auf dem damals die innerdeutsche Grenze verlief. Vom Wachturm aus hatten die DDR-Grenzbeamten freie Sicht auf den FKK-Strand von Priwall. Heute ist eine Infotafel geblieben, die an die Zeit des Kalten Krieges erinnert. Hier oben, direkt an der Ostsee, ist es wirklich schön. Nimm dir ruhig etwas Zeit, fahr rüber zum Strand und genieße die kurze Fahrt von Travemünde mit der Fähre, bevor es richtig los geht. Unterwegs hast du immer wieder mal die Gelegenheit, dich über die Geschichte dieser Gegend zu informieren. Eine besonders anschauliche Möglichkeit bietet das „Grenzhus Schlagsdorf“, an dem eine alte Grenzanlage nachgebaut wurde und einen äußerst plastischen Eindruck davon gibt, wie es hier früher ausgesehen hat. Richtig idyllisch wird es wenig später, wenn du das Biosphärenreservat Schaalsee erreichst. Fast 40 Jahre lang hatte die Natur im Grenzstreifen zwischen Ost und West mehr oder weniger freie Hand – heute findest du hier ein wunderbar vielseitiges und schützenswertes Biotop, dass du einfach nur genießen kannst.Nachdem du die ein oder andere kleine Ortschaft mit typisch nordischem Charme durchfahren hast, näherst du dich langsam über Boizenburg dem Tagesziel Lauenburg. Die idyllische Altstadt liegt direkt an der Elbe. Hier kannst du den Tag ausklingen lassen, indem du noch ein wenig die schöne und interessante Stadt entdeckst – morgen wartet schon der Elberadweg auf dich.

  • Schwer
    05:12
    122 km
    23,5 km/h
    550 m
    540 m
    Fähre
    Schwere Rennrad-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind. Die Tour enthält Überquerungen mit der Fähre.

    Diese Tour ist geprägt von der wunderschönen Landschaft der Elbaue. Heute folgst du im Wesentlichen dem Elberadweg, denn mit dem Rad gibt es keine schönere Route entlang Deutschlands drittlängstem Fluss. Nach dem Start in Lauenburg rollst du dich ein bisschen warm, bevor es doch tatsächlich hügelig wird. Du magst es kaum glauben, aber auch im hohen Norden kann es durchaus mal anstrengend werden. Im Abschnitt vor Hitzacker erwarten dich drei knackige Stiche. Einem davon kannst du noch einen oben drauf setzen, indem du den Aussichtsturm besteigst, der sich auf dem „Gipfel“ befindet. Das wollen wir dir sehr empfehlen, denn von dort oben aus ist die Aussicht auf die Elbauen einfach atemberaubend (vorausgesetzt es ist klar).Diese Etappe der Grenztour entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze folgt genau dem Teil der Elbe, der in der Zeit von 1945 bis 1989 die Grenzlinie zwischen Ost und West darstellte. Der rund 94 Kilometer lange Abschnitt zwischen Boizenburg und Lütgenwitsch wurde auf DDR-Seite immer stärker abgeriegelt. 1952 wurde hier eine fünf Kilometer breite Sperrzone eingerichtet und Menschen wurden umgesiedelt. Dutzende Menschen starben auf diesem Abschnitt bei Fluchtversuchen in den Westen. Relikte am Wegesrand (zum Beispiel ein alter Grenzturm) erinnern an diese Zeit.

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  • Schwer
    06:18
    149 km
    23,7 km/h
    510 m
    390 m
    Schwere Rennrad-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Vom Wendland entlang der Elbe geht es heute in Richtung Süd-Westen durch die Altmark weiter. Diese schöne Kulturlandschaft im Norden von Sachsen-Anhalt hat eine Menge zu erzählen – wenn du die Augen aufhältst und die Zeichen am Wegesrand zu deuten weisst. Großartige Erhebungen stellen sich dir heute nicht in den Weg, dafür ist diese Etappe mit fast 150 Kilometern ein bisschen länger. Genug Zeit also, um die schöne Landschaft zu genießen, die dir heute einen Wechsel aus Landwirtschaft, kleinen Wäldern und wunderschöner Heidelandschaft präsentiert. Zur Abkühlung taugt der Arendsee und es gibt sogar einen coolen Radshop an der Route. Der taugt nicht nur, wenn du ein Ersatzteil brauchst, sondern wird von einem echten „Original“ betrieben und ist auch einfach nur so einen Stopp wert.Kurz vorm Ende der Tour wird es dann doch nochmal ein kleines bisschen hügelig: Auf immerhin rund 160 Meter geht es hoch. Verantwortlich dafür ist der Lappwald, ein kleiner „Höhenzug“ vor den Toren von Helmstedt, dem heutigen Etappenziel.

  • Schwer
    06:01
    128 km
    21,2 km/h
    1 280 m
    1 110 m
    Schwere Rennrad-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad evtl. tragen müssen.

    Diese Tour startet mit einem lässigen Warmup durch die schöne Landschaft des Schutzgebietes Große Bruch, wo dir mit ein bisschen Glück der ein oder andere seltene Vogel über den Weg fliegt. Je weiter du fährst, desto mehr kannst du schon erahnen, dass du heute noch ins Schwitzen kommst. Denn der Harz nähert sich.Etwa auf halber Distanz ist es dann klar: Vor dir türmt sich Norddeutschlands höchstes Mittelgebirge auf. Noch 20 Kilometer Schonfrist – in Wernigerode kannst du dich in der pittoresken Altstadt noch einmal stärken, bevor ein schöner Anstieg in den Harz auf dich wartet. Doch keine Sorge – gar so schlimm wird es nicht. Höchster Punkt der Tour ist „Drei Annen Hohne“ auf 630 Metern. Der Brocken ist fast doppelt so hoch, den lässt du heute rechts liegen. Falls du ihn dennoch mitnehmen möchtest, ist vielleicht eine Fahrt mit der Brockenbahn eine Option. Die startet in Drei Annen Hohne und sie nimmt Fahrräder mit.Die Portion Grenzgeschichte gibt es heute in einem besonders interessanten Museum. Dafür brauchst du noch nicht mal gelangweilt durch irgendwelche muffigen Gemäuer schlurfen: Alles, was du im Grenzmuseum Sorge siehst, ist original und unter freiem Himmel. Auf einem spannenden Rundgang siehst du alte Bunker, Zäune und Wachtürme – alles eben, was früher entlang der Grenze so aufgebaut war.Nach dieser etwas schweren Kost folgt der vergnügliche Part des Tages: eine schöne, lange Abfahrt runter ins Etappenziel Bad Sachsa.

  • Schwer
    05:17
    109 km
    20,7 km/h
    1 500 m
    1 610 m
    Schwere Rennrad-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Auf einigen Passagen wirst du dein Rad evtl. tragen müssen.

    Diese Tour entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist vor allem von zwei Kulturlandschaften geprägt. Los geht es im durchaus hügeligen Eichsfeld, das sich dem Harz anschließt und dich in Richtung Werratal schickt. Hier verdienst du dir einige Höhenmeter, wirst dafür aber auch immer wieder mit tollen Aussichten belohnt. Eine lange Abfahrt ab Wachstedt spuckt dich erstmals im Werratal aus, wo du ein kleines Stück dem Werratal-Radweg bis nach Wanfried folgst. Im wunderschönen alten Hafen von Wanfried kannst du dich noch einmal stärken für die letzte „Bergetappe“ des Tages. Die „Mauer von Rambach“ wartet mit einer 15-prozentigen Steigung auf dich aber auch mit einer wunderschön gelegenen, ruhigen Landstraße. Oben angekommen wirst du mit der letzten langen Abfahrt des Tages belohnt, die dich zum Etappenziel Creuzburg führt und somit zurück ins schöne Werratal. Idyllischer kann eine Etappe kaum enden.

  • Schwer
    06:00
    121 km
    20,1 km/h
    1 740 m
    1 670 m
    Schwere Rennrad-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Diese wunderbar ländliche Tour lässt heute kaum noch erahnen, dass hier jahrzehntelang der Todesstreifen zwischen DDR und Deutschland verlief. Das „Grüne Band“, das hier heute verläuft, trägt seinen Namen allerdings völlig zurecht. Es ist zum Genießen, aber irgendwie stimmt es zwischenzeitlich auch nachdenklich, wenn du dir vor Augen führst, was hier früher los war.Heute passierst du einen Punkt, an dem du sehr viel über die Geschichte dieser Gegend lernen kannst – es lohnt sich, einen Stopp am „Point Alpha“ möchten wir dir sehr ans Herz legen. An dem ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt mitten in der Rhön kannst du einen richtig guten Eindruck davon gewinnen, wie es hier früher aussah. Neben der Ausstellung im „Haus auf der Grenze“ befindet sich hier die Rekonstruktion eines Grenzabschnittes und der „Weg der Hoffnung“ regt mit vielen Skulpturen zum Nachdenken an. Ein kleiner Abstecher von der eigentlichen Route, der sich wirklich lohnt.Weiter geht es durch die Rhön und dazu kann man nicht viel mehr sagen, außer dass es hier echt schön ist! Die durchaus fordernde Fahrt über die weiten Hügel des Mittelgebirges werden dich zwar zum Schwitzen bringen aber auch zum Staunen. Die tolle Weitsicht auf die Hügel der Rhön sind einfach atemberaubend.

  • Schwer
    06:23
    132 km
    20,7 km/h
    1 640 m
    1 440 m
    Schwere Rennrad-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Von der Rhön startet die Tour heute zunächst in Richtung Süden und streift dabei Oberfranken, bevor es dann in den Thüringer Wald geht. Dabei bleibt es meistens bei einem lässigen „Auf und Ab“, nur am Ende wirst du einmal richtig gefordert, denn es geht rauf in einen der höchstgelegenen Orte von Thüringen. Zuvor erfährst du hautnah, warum das „Grüne Band“ genau so genannt wird. Tageshighlight ist das Naturschutzgebiet Alstergrund, das heute so seltenen Tierarten Unterschlupf bietet, dass es zum „Flora-Fauna-Habitat-Gebiet“ erklärt wurde. Und mitten hindurch führt der alte Kolonnenweg, eine Art Wirtschaftsweg aus Betonplatten, auf dem einst die DDR Grenzposten patrouillierten. Heute kannst du hier wunderbar Rad fahren. Zugegeben, diese Wege rappeln ganz schön. Darum führt die eigentliche Route auch über die parallel verlaufende Landstraße. Trotzdem würden wir dir sehr empfehlen, dir das Abenteuer „Kolonnenweg“ nicht entgehen zu lassen. Am Highlight Nummer vier („Abzweig Kolonnenweg“) kannst du links auf den Kolonnenweg abbiegen und ihm so lange folgen, bis er automatisch wieder die reguläre Route kreuzt. Sicher ist dieser Weg gerade mit dem Rennrad etwas fordernder als die Straße aber es lohnt sich!Ziel der heutigen Etappe ist die idyllisch gelegene Thüringer Kleinstadt Steinach, die nicht nur interessante Sehenswürdigkeiten bietet (zum Beispiel das Deutsche Schiefermuseum oder die Steinacher Spielzeugschachtel), sondern auch jede Menge sportive Angebote bereithält: In Steinach gibt es zum Beispiel einen Hochseilgarten und einen Mountainbike-Park. Langweilig wird es hier jedenfalls nicht!

  • Schwer
    06:05
    112 km
    18,4 km/h
    2 070 m
    2 070 m
    Schwere Rennrad-Tour. Sehr gute Kondition erforderlich. Die Tour kann Passagen mit losem Untergrund enthalten, die schwer zu befahren sind.

    Die letzte Etappe unserer Grenztour ist gleichzeitig die Forderndste. Kein Wunder, führt sie doch mitten durchs thüringisch-fränkische Schiefergebirge rein ins hügelige Vogtland. Das große Finale mit seinen mehr als 2.000 Höhenmetern steht damit sozusagen symbolisch für die schwierige Zeit der deutschen Teilung und die großen Anstrengungen, die nötig waren, um die Wiedervereinigung zu vollbringen. Der große Unterschied ist aber, dass du auf dem Rad sitzt und diese schöne Gegend in Freiheit genießen kannst. Unterwegs erinnern immer wieder stille Zeugen an die Jahrzehnte der Trennung. Besonders skurril war es im kleinen Örtchen Mödlareuth, einer 50-Seelen-Gemeinde, durch die allerdings die Grenze mitten hindurch verlief. Während die Menschen hier anfangs noch relativ problemlos die Grenze überschreiten konnten, wurde sie 1952 plötzlich geschlossen – mit dramatischen Folgen. Ein Schüler soll sein Zeugnis nicht mehr bekommen haben, da er nicht mehr zur Schule kam. Bauern konnten ihre Felder nicht mehr bestellen, weil sie auf der anderen Seite lagen. Am Ende wurde eine 700 Meter lange Betonmauer quer durch den Ort gezogen, weshalb die Amerikaner Mödlereuth fortan „Little Berlin“ nannten. Im Grenzmuseum kannst du unter anderem die Originalmauer begutachten.Nach 991 Kilometern endet die Etappenfahrt entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze im oberfränkischen Hof. Eine Tour durchs Grüne Band, das doch so viel schöner ist, als der Todesstreifen, der es einst war. Mit dem Fahrrad kannst du dieses Stück Geschichte auf wunderbare Art erleben und gleichzeitig eine herrliche Landschaft genießen, wie du sie derart zusammenhängend nur noch selten findest.

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