Der Anton-Günther-Weg – ein langes Wochenende im Erzgebirge

Wander-Collection von
komoot

An der Grenze zwischen Sachsen und dem tschechischen Böhmen liegt das Erzgebirge. Dicht bewaldete Berge, unberührte Moore, weite Bergwiesen und stille Waldseen prägen hier die malerische Landschaft. Auf dem Anton-Günther-Weg kannst du hier in einer viertägigen Runde den Spuren des Volksdichters folgen und zu beiden Seiten der Grenze die friedlichen Landschaften erleben.

In Gottesgab, inmitten der bewaldeten Berge des Erzgebirges, wurde Anton Günther im Jahre 1876 geboren. Damals verlief hier die Grenze zwischen Sachsen und Österreich-Ungarn, doch Tschechen, Ungarn und Deutsche lebten hier friedlich beieinander. Anton Günther, der zunächst als Lithograph und Zeichner in Prag gearbeitet hatte, kehrte 1901 zurück nach Gottesgab. In Prag hatte er sich bereits mit anderen Menschen aus Gottesgab getroffen und die anderen mit Liedern über die Heimat im Erzgebirge erfreut. Zurück in Gottesgab, setzte er seine Tätigkeit als Sänger fort. Er trat auf Volksfesten auf, sang in Hotels und gab seine Lieder in Gasthäusern zum Besten. Schon damals kannte die Heimatliebe zum Erzgebirge keine Landesgrenzen und sowohl in Sachsen als auch in Böhmen genossen die Leute seine Lieder. Bis zu seinem Tod im Jahre 1937 zog Anton Günther durchs Erzgebirge und erfreute die Männer, Frauen und Kinder mit seinem Liedgut.

Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs war die Grenze im Erzgebirge dann für viele Jahre fest verschlossen. Erst in den 1990er Jahren besannen sich die Tschechen und die Deutschen auf ihre gemeinsame Geschichte. Auch jetzt war das Andenken an Anton Günther eine wichtige Verbindung. 1995 wurde schließlich der Anton-Günther-Weg als erster grenzübergreifender Wanderweg zwischen Deutschland und Tschechien feierlich eröffnet.

Von Johanngeorgenstadt führt dich der offiziell beschilderte Anton-Günther-Weg in einer viertägigen Runde zu den wichtigsten Stationen im Leben des Dichters und Sängers. Dazwischen wanderst du durch dichte, unberührte Wälder und hinauf zu aussichtsreichen Berggipfeln. Die vier einzelnen Tagesetappen sind recht kurz gehalten und somit auch perfekt für Gelegenheitswanderer geeignet. Sportliche Wanderer können den Anton-Günther-Weg auch problemlos in zwei oder drei Tagen erwandern. An allen Etappenzielen findest du eine gute Auswahl gemütlicher und preisgünstiger Unterkünfte.

Johanngeorgenstadt erreichst du mit den Regionalzügen der Deutschen Bahn oder auch mit dem eigenen Auto. Da es noch keinen grenzübergreifenden Busverkehr gibt, eignen sich die einzelnen Etappen nicht perfekt als Tageswanderung. Auf der deutschen Seite fahren die Buslinie 334 zwischen Johanngeorgenstadt und Rittersgrün sowie die Buslinien 330 und 414 zwischen Rittersgrün und Oberwiesenthal. In Tschechien kannst du mit der Buslinie 421103 von Abertamy nach Potůčky, dem Grenzdorf bei Johanngeorgenstadt, fahren.

Fahrpläne findest du unter vms.de/startseite und dpkv.cz.

Auf der Karte

Die Touren

  • Mittelschwer
    03:35
    12,4 km
    3,5 km/h
    260 m
    360 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Deine Wanderung auf dem Anton-Günther-Weg beginnt in dem beschaulichen Kurort Johanngeorgenstadt. Ursprünglich handelte es sich bei der kleinen Bergstadt um eine florierende Bergbausiedlung. Am Ende des 19. Jahrhunderts entstand dann ein reger Kurbetrieb. Anton Günther verband eine tiefe Freundschaft mit Carl Truckenbrodt, der in Johanngeorgenstadt das Hotel de Saxe betrieb. Neben seiner Tätigkeit als Hotelier war Truckenbrodt auch studierter Ethnologe und Heimatkundler mit besonderem Interesse an seiner eigenen Heimat im Erzgebirge.

    Vom Stadtzentrum von Johanngeorgenstadt aus überquerst du den Fluss Schwarzwasser und wenig später geht es hinein in den Wald. Auf der ersten Tagesetappe führt der Anton-Günther-Weg auf einer alten Poststraße nahe an der deutsch-tschechischen Grenze entlang. Die meiste Zeit wanderst du auf breiten, bequemen Wald- und Forstwegen.

    Am idyllischen Preißhausteich laden Tische und Bänke zu einer gemütlichen Rast am Ufer ein. Nachdem du deinen Proviant verzehrt hast, kannst du deine Wanderung fortsetzen. Im Schatten der alten Fichten geht es nun bis zu einem alten Grenzposten zwischen Sachsen und Böhmen. Das Denkmal mit Schlagbaum und Wachhütte erinnert an Zeiten, als ein Grenzübertritt nicht so leicht möglich war, wie er heute ist.

    An der Grenze entlang wanderst du weiter bis zum Dörfchen Halbmeiler. Von hier aus geht es in einer Schleife durch den Wald zum Etappenziel Rittersgrün.

    In dem kleinen, zerstreuten Städtchen findest du verschiedene Pensionen und Ferienwohnungen für deine Übernachtung.

    Johanngeorgenstadt, der Startpunkt des Anton-Günther-Wegs, wird einmal pro Stunde von der Regionalbahn 535 aus Zwickau angefahren. Fahrpläne findest du unter erzgebirgsbahn.de/erzgebirgsbahn/view/fahrplan/fahrplaene.shtml.

  • Schwer
    04:23
    14,8 km
    3,4 km/h
    520 m
    280 m
    Schwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Die zweite Etappe des Anton-Günther-Wegs führt dich weiter an der Grenze entlang bis zum Kurort Oberwiesenthal, der höchstgelegenen Stadt Deutschlands. Nach Oberwiesenthal, am Fuße des Fichtelbergs gelegen, reisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts viele Touristen und Kurgäste. Anton Günther trat an Unterhaltungsabenden in den Gasthäusern und Hotels auf und präsentierte seine Lieder in der Mundart des Erzgebirges – mit großem Erfolg.

    Von Rittersgrün aus folgst du dem beschilderten Weg hinein in das Pöhlwassertal. Schon nach kurzer Zeit triffst du auf ein Denkmal zu Ehren Anton Günthers. Der Erzgebirgsverein hat hier einen Stein mit gravierter Bronzeplatte aufgestellt, die an den Dichter und Sänger erinnert.

    Immer stromaufwärts wanderst du an der Pöhlwasser bis zum winzigen Weiler Zweibach. Wie der Name schon sagt, münden hier die zwei Bäche Höllbach und Klingerbach zusammen und fließen fortan als Pöhlwasser bergab nach Rittersgrün. Du wanderst nun am Lauf des Klingerbachs weiter bergauf.

    Im Dorf Tellerhäuser lädt der Landgasthof zu einer gemütlichen Rast ein. Danach geht es durch den Wald stetig weiter aufwärts, bis du das Hotel Sachsenbaude am Fuße des Fichtelbergs erreichst. Wenn du noch Reserven hast, lohnt sich hier in jedem Fall der Abstecher bis zum Gipfel. Der Umweg ist rund einen Kilometer lang und du solltest 30 Minuten Zeit dafür einplanen.

    Östlich vom Fichtelberg erreichst du schließlich dein Etappenziel Oberwiesenthal. In dem beliebten Kurort hast du die Qual der Wahl: Soll es ein einfaches Gästezimmer sein, eine Pension mit Frühstück oder doch lieber ein elegantes Kurhotel?

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  • Schwer
    05:28
    19,3 km
    3,5 km/h
    400 m
    420 m
    Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Auf deiner dritten Etappe geht es nun nach Tschechien zur Geburts- und Sterbestadt von Anton Günther. Er wurde in Gottesgab, heute auf tschechisch Boží Dar, geboren. Auch sein Vater war Mundartsänger und so stieg der kleine Anton schon früh in dessen Fußstapfen.

    Auf der malerischen Alten Poststraße geht es aus Oberwiesenthal hinaus und weiter bis zum Grenzübergang bei Boží Dar. In dem kleinen tschechischen Dorf kannst das Grab von Anton Günther aufsuchen.

    Anschließend wanderst du durch das weite, unberührte Gottesgraber Torfmoor. Der Wanderweg führt dich am Fuße des Spitzbergs entlang. Mit 1.115 Metern Höhe ist er der dritthöchste Berg des Erzgebirges. Aus Naturschutzgründen darf sein Gipfel heute nicht mehr betreten werden, aber auch von seinen Hängen ergeben sich immer wieder schöne Aussichten auf die weite Landschaft.

    Auf Waldwegen wanderst du zunächst ein wenig bergab und dann wieder hinauf zum Gipfel des Plešivec. Hier angekommen, ist ein Besuch im Aussichtstum Pflicht: Von oben hast du einen phänomenalen Rundumblick auf die liebliche Heimat von Anton Günther.

    Wenn du deine Etappe nicht ohnehin im Hotel auf dem Plešivec beendest, dann sind es nur noch wenige Schritte bis hinab zum Etappenziel Abertamy. Im Wintersportort Abertamy gibt es eine gute Auswahl an günstigen und gemütlichen Unterkünften.

  • Mittelschwer
    03:40
    12,8 km
    3,5 km/h
    260 m
    390 m
    Mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.

    Die vierte Etappe führt dich auf stillen Waldpfaden zurück über die deutsche Grenze nach Johanngeorgenstadt. Dabei geht es noch einmal hoch hinaus auf den Plattenberg. An dessen Hängen kannst du eingestürzte Bergbaustollen bewundern, die heute eine spannende Schluchtenlandschaft bilden.

    Entlang weiter Wiesen und mit herrlicher Aussicht auf den Plešivec geht es hinaus aus Abertamy. Schon bald führt dich der sanft ansteigende Wanderweg hinein in einen lichten Wald. Im Schattenspiel der Bäume steigst du gemächlich zum Plattenberg auf.

    Am Gipfel angekommen, kannst du auf den über 100 Jahre alten Aussichtsturm hinaufsteigen oder dich am Kiosk mit Getränken und kleinen Speisen verwöhnen. Hier lohnt sich übrigens in jedem Fall der Abstecher zur Wolfsbinge, einem eingestürzten Bergbaustollen aus dem 18. Jahrhundert.

    Vom Plattenberg aus geht es nun durch den Wald immer weiter abwärts in Richtung Etappenziel. Vor der deutschen Grenze passierst du die kleine Gemeinde Potůčky. Kurz darauf geht es über die Grenze und du stehst wieder auf dem Marktplatz von Johanngeorgenstadt.

    Nach vier Wandertagen im Erzgebirge kannst du die Liebe von Anton Günther zu seiner Heimat gut nachvollziehen – und du weißt nun, dass Heimatverbundenheit auch grenzübergreifend möglich ist.

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