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Andreas

Über Andreas

Ein altes „Herrenrad“ aus den 70er oder 80er Jahren mit 70 cm Rahmenhöhe ohne Schnick Schnack mit einer SRAM 7 Nabenschaltung ist es, mit dem ich die ersten 47.000 km seit 2015 abradelte.
Im Mai 2020 hat meine alte Lady eine Deore XT Kettenschaltung verpasst bekommen und ist mit mittlerweile 52.000 km gut drauf. Immerhin sind's seit 2018 rund 200 km pro Woche.
Sportlich und ökologisch bin ich vom Radfahren überzeugt, fahre täglich, zeichne aber nur „Erlebnistouren“ mit Komoot auf. Wege zum Bäcker o.ä. zu veröffentlichen finde ich nervig. Meistens sind meine Touren lokal gebunden, gerne nutze ich die Bahn zu neuen Startpunkten. Auch wenn ich zumeist allein unterwegs bin, liebe ich Gemeinschaftstouren.
E-Bikes sind nichts für mich, die ganze Idee überzeugt mich nicht. Wenn sie mich überholen, empfinde ich das als Schummeln, da bin ich eitel, ansonsten tolerant und fahre gern mit jedermann, egal ob mit oder ohne. Hauptsache nett und wetterfest.

Distanz

10 877 km

Zeit in Bewegung

556:58 Std

Letzte Aktivitäten
  1. Andreas war Fahrrad fahren.

    27. Oktober 2020

    02:54
    59,0 km
    20,4 km/h
    110 m
    120 m
    HeiDo, EMTB und 53 anderen gefällt das.
    1. EMTB

      Coole Rakete 😂🚀

      • 28. Oktober 2020

  2. Andreas war Fahrrad fahren.

    18. Oktober 2020

    02:24
    57,9 km
    24,0 km/h
    100 m
    100 m
    Hans P, Kirsten und 52 anderen gefällt das.
    1. Andreas

      Es war ein gemütlicher Start in den Sonntag nachdem ich am Vortag endlich mal wieder eine kleine Radtour unternahm.
      Die Cichliden guckten mir aus ihrem Amazonasbecken wie jeden Tag beim Früstücken zu: Tee, frisch und lecker, ehrliches Graubrot, dütt un datt für'n Belag, Radio, ein bischen Spanischgrammatik und Schmökern in wenig benutzten Büchern. Soweit so gut. Langsam einsetzender Regen verriet mir, mich auf einen chilligen inhäusigen Sonntag einzustimmen. Jetzt lachte mich auch noch ein dunkeler Bisquitboden an und wollte unbedingt in eine Herrentorte verwandelt werden. Sahne war ja da, Kirschwasser und Preisselbeeren auch. Und wozu hat man sonst in längst vergangenen Zeiten das Bäckerhandwerk erlernt?
      Aber dann war da doch noch diese "schwache" Erinnerung an mein jüngst verstorbenes Parallelogramm. Und Potztausend, da reißt doch tatsächlich zum frühen Nachmittag der Himmel auf, während ich noch einigermaßen unegal im Garten an dem ein oder anderen wehrlosen Gehölz rumschnippel.
      "Verdammt," schießt es mir durch den Kopf, "dann kann ich ja auch noch eine flotte Runde drehen und mich ganz nebenbei um das Malawibecken in Papenburg kümmern. Vielleicht mit einem kleinen Umweg?"
      So grübelte ich nicht lange und radelte erstmal so in Richtung Vogelschutzgebiet und Holterfehn. Vor meinen Augen entwickelte sich die Vision einer nahezu unanständig geraden Strecke gen Süden: Am Hauptfehnkanal entlang, bei Plünnen-Rudi vorbei und dann immer geradaus bis zur Esterweger Dose.
      Und so lief es dann. Und es lief tatsächlich! Mit Rückenwind kam ich locker aus der Hüfte als es mir langsam dämmerte: "Du kannst ja auch mal wieder Deine Durchschnittsgeschindigkeit trainieren." (Ich dutze mich ja für gewöhnlich.) "So'n bisschen Sport kann ja nicht schaden. Man will ja fit bleiben, oder?"
      Also achtete ich ein wenig mehr auf das Tempo, ohne die herrliche Herbstatmosphäre aus dem Sinn zu verlieren. In der Esterweger Dose ging's dank schlechtem Untergrund etwas langsamer voran. Aber immerhin konnte ich 23 km/h stabilisieren, was für meine Verhältnisse gar nicht so schlecht ist.
      Dann kam am Ende des Naturschutzgebietes der Knick Richtung Südwest und damit auch der Gegenwind.
      "NA TOLL, und jetzt den Schnitt halten!" Ich schwitzte schon vom Denken daran. Aber nützt ja nix ne! Einmal vorgenommen ... Ihr wisst schon.
      Dann rüber über die Landesstraße, die von Esterwegen über Bockhorst und Burlage nach Langholt führt und wegen ihrer Kurven von Motoradfahrern begehrt wird. Hier fahre ich über den alten Brunzel, rechts ab, dann links auf die Brunzeler Straße, die in Papenburg dann Johann-Bunte-Straße heißt. Hier kommt der Hammer: Mit Gegenwind 2 mal per Überführung über die Teststrecke der ATP.
      Richtiges Schalten ist der erste Weg zu einem verlustfreiem Anstieg. Bei der ersten Überführung klappte es nicht so gut. Jämmerliche 17 km/h. Die zweite dann besser: 19 km/h rauf. Dann runter mit 30 und danach sofort rechts ab in die Lüchtenburg. Den Schwung der Abfahrt ausbremsen - das frustriert. Mit 23,2 km/h und 41 km kam ich dann einigermaßen verschwitzt an meinem Untenender Zwischenziel an und konnte ein wenig verschnaufen, bevor ich mich um meine kleinen afrikanischen Racker kümmerte. Schließlich soll es den bunt geschuppten Maulbrütern ja auch gut gehen.
      Für den Rückweg entschied ich mich für glatte Oberflächen. Das verbessert die Geschwindigkeit. Also der B70 entlang. Ich war doch einigermaßen erstaunt, wie ich mich Dezimalstelle um Dezimalstelle zur 24 km/h-Marke zubewegte.
      Bei Folmhusen dann 24,1. Zapperlot!
      "Das nur noch halten," dachte ich, "Komoot zieht bestimmt am Ende 0,1 oder 0,2 wieder ab."
      Kam dann auch so. Warum die Spielverderberapp auch immer sowas macht. Ist warscheinlich digitaler Sadismus. Ich check das mal mit 'nem psychatrischen Standardprotokoll. ;-)
      An meinem Ausgangspunkt wieder angekommen, mittlerweile war's schon 19:00 Uhr, war ich dann das 2. Mal verschwitzt. Aber egal, 24km/h war der ultimative Stand bei knapp 58 km. Das ist neuer Rekord für mich.
      "Yippie Ya Yeah Schweinebacke!"
      Jetzt gleich duschen, das tu gut. Aber erstmal Katzen füttern. Wat mutt, dat mutt. Is doch so oder?

      • 18. Oktober 2020

  3. Andreas war Fahrrad fahren.

    17. Oktober 2020

    02:37
    52,2 km
    20,0 km/h
    110 m
    100 m
    Ida Bogø, Berwolf und 58 anderen gefällt das.
    1. Andreas

      Schon auf der Tour mit dem ADFC nach Apen sprach mich ein Radfahrer mit stylischem "tout terrain" und amtlicher Rohloff-Nabenschaltung darauf an, daß ich untenrum quitschen würde.
      Ich wusste gleich: Die Hüfte kann's nicht sein. Dafür bin ich noch zu jung. Aber etwas tiefer gelegen befand sich das Parallelogram, eine Federtechnik, die ich seit kurzem nicht mehr missen möchte. Erst irgendwann im Mai habe ich das gute Stück eingebaut. Seither bin ich lumpige 5.000 km damit gefahren. Und wat is? Ich will jetzt nicht sagen: "Im A...." Das wäre missverständlich. Jedenfalls habe ich sie am Donnerstag ausgebaut und angeschaut. Die Bohrungen eindeutig ausgeschlagen, wie zu sehen. Und das an allen 8 Löchern.
      DIAGNOSE: Ich bin eindeutig zu fett für die filigranen Dinger.
      Also ein neues, diesmal von Contec, gekauft. Ganze 100 Ocken legt man für sowas hin. Und wofür? Deutscher Stahl ist auch nicht mehr das, was er nie war. Ich war auch nicht grade schnell wie ein Windhund und der Nordwind an diesem Samstag dem 17., was übrigens ein wunderschöner, warmer und sonniger war, war auch alles andere als zäh wie Leder. Nur ein laues Lüftchen umspielte meine Nase.
      Immerhin: Die Gartenarbeit war getan, die Hecken geschnitten und ich hatte endlich wieder die Muße, eine kleine Tour zu unternehmen. Wohin? Keine Ahnung! Wiedermal auf‘s Gradewohl losgefahren. Und prompt befand ich mich in der Evenburgallee. Ganz reizvoll erschien mir dieser Ort bei dieser Nachmittagssonne. Etliche Spaziergänger kreuzten meinen Weg und ich fand die Ruhe, ein paar Fotos zu machen, anstatt gleich weiterzuhetzen. "Nee, wat schön," dachte ich.
      Weiter Richtung Nortmoor entschied ich mich auch eher intuitiv durch Logabirum und dann, die Autobahn überquerend, nach Vehnhusen zu radeln.
      Auf dem Weg dahin fand ich dann auch mein erstes neues Highlight: Das Wolfsmeer und das Königsmoor von Fehnhusen.
      Was sehe ich also gleich neben dem Wolfsmeer? Richtig! Schafe auf der Weide. (!!!) "Diese Ostfriesen, merkwürdiger Humor," dachte ich mir so.
      Naja, den See entlangzuradeln ging nur, wenn man bereit war, einen MTB-würdigen Parcours mit Matschkuhlen und allem zu fahren.
      War ich, also fuhr ich. Fun!
      Vehnhusen durchfahrend kam ich am Seuteler Kanal an und konnte den bei wunderbarem Sonnenschein entlangradeln. Bald überquerte ich die Autobahn nach Emden, um nach Neermoor, meinem nördlichen Scheitelpunkt zu gelangen.
      Dort fand ich dann mein Highlight Nummer 2, die Mühle in Neermoor. Noch während ich ein paar Fotos machte, kamen die Besitzer, ein älteres Ehepaar, von einer E-Bike-Tour zurück und sprachen mich in breitem ostfriesischen Platt an. Wir unterhielten uns kurz über dies und das, über die Mühlen der Region, ob die in Backemoor endlich wieder Flügel hat (hat sie, sind aus Alu) und wie's den Müllern der Region so geht. "Connemann hat nu ja auch schon lange zu. "... Außerdem gäb's in der Neermoorer Mühle ja regelmäßige Kulturveranstaltungen. ... (Muss ich mal checken.)
      "Sach mal, wenn Du noch ganz bis Idehörn musst, musst Du ja auch bald los. Wird ja gleich dunkel," meine der alte Herr. Da hatte er wohl recht. "Nee, kein Problem, ich hab vorne 100 Lux und hinten zwei (2) Rückscheinwerfer." "Ach so!"
      Also gings weiter Richtung Emsdeich durch den Hammrich. Am Ende des Weges musste man quer über einen Bauerhof. Hab mir gleich gedacht, das da Hofhunde rumlaufen. Ich hasse es. Diese Mistköter. War dann auch so. Gottlob war ich schneller an der alten B70, als der erste Schäferhund bei mir.
      Flott ging es der Nord-Süd-Strecke entlang, bis ich nach Nüttermoor abbog, um von dort über die Feldstraße ein 2. Mal die A28 zu überqueren.
      Sehr schön ist es dann etwas später, durch das Naherholungsgebiet Westerhammrich zu fahren. Auch die ersten Häuser in Heisfelde machen einen gemützlichen Eindruck.
      Jetzt noch schnell in die Zoohandlung und weiter geht's durch Leer über die Eisenbahnbrücke. Noch während ich auf der Brücke halb auf meinem Rad sitze, halb stehe, donnert hinter mir ein Zug vorbei. 1 Meter Abstand - wenn’s hochkommt. Alles wackelt. 100 Tonnen. Riesentempo. 140 km/h vielleicht. Wow! Adrenalin, wie aus der Pistole geschossen, ich spüre es genau. Das ist meine hormonelle Welle, die mich den Rest des Weges an den Bahnschienen entlang bis Ihrhove surfen lässt. Vor Ihrhove jedoch breitete sich im Hammrich ein wunderbarer Nebel bei perfekter Beleuchtung aus. Ich kam gerade zur rechten Zeit. Ein Traum!
      In Ihrhove schnell noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft und ab nach Hause. Schließlich wollen die Katzen auch gefüttert werden.

      • 17. Oktober 2020

  4. Hans P und 7 andere waren Fahrrad fahren.

    3. Oktober 2020

    Hans P, Therese und 56 anderen gefällt das.
    1. Andreas

      Gastkommentar:
      „Noch einmal stürmt, noch einmal, liebe Freunde.“ So spricht Shakespears Heinrich der V. Und so stürmte es auch, einmal noch für den ADFC in diesem Jahr, einmal noch auf große Fahrt zu gehen. Immerhin, es war die längste des ganzen Jahres. Und es stürmte fürwahr, von dort kommend, wo es die illustre Truppe von 18 hinzog, auf nach Nordosten. Wacker gegen den Wind stemmend, getragen von der Hoffnung, der von Ian Anderson besungene Wetterkoch
      ()
      möge es auf dem Rückwege ebenso herrlich blasen lassen, bewegte sich der disziplinierte Trupp von Papenburg aus durch Flachsmeer über den Russenweg nach Rhauderfehn, von wo aus es nach einem kleinen Päuschen weiterging am Hauptfehnkanal entlang, der Leda und der Jümme nach Detern. Hier galt es, der altehrwürdigen St. Johanni & Bartholomäi Kirche aus dem 12. Jhd. ein wenig Aufmerksamkeit zu zollen und dem protestantischen Innenleben die Ehre zu geben.
      Eigentliches Ziel der von Hans P. vorbereiteten Reise sollte an diesem 30. Jahrestag der deutschen Einheit am Ende des Aper Tiefs die Hengsforder Mühle mit seinen gastronomischen Möglichkeiten sein. Doch Planungswidrigkeiten verhinderten eine entsprechende Reservierung. Gleichwohl, nachdem wir erst an der südlichen, dann an der nördlichen Seite des Aper Tiefs entlangradelten, den Wind immer noch mitten im Gesicht, sah man sie, stattlich am Aper Tief gelegen, eben jene Mühle, die ihre Gastlichkeit uns nun verwehrte. Bei Ankunft breiteten sich, als hätte der Comte de Sade seine Finger im Spiel, wohlige Gerüche aus deren Küche aus. Es war den Lockungen zu widerstehen, kaum weniger heroisch als jenen Sirenen abzuschwören, welche dem edlen Odysseus heim auf dem Weg nach Ithaka zu schaffen machten.
      Welch Glück also, das wir uns weder in einem homerschen Epos noch in einem shakespearschen Drama, sondern nur auf einer winzig kleinen Radtour befanden.
      Ein wenig weiter dann, war das alternative Ziel die Besichtigung eines Herstellers für Gewächs- und Gartenhäuser nebst Rundführung. Nun, gemessen an meinem pompösen Aufzug in diesem kleinen Text mag sich das enttäuschend trivial anhören, aber ich sage Euch: Diese Pavillons aus Alu, Stahl und Glas, gebogen und auf Rollen sind der Burner. Der Burner! Wenn Ihr nicht mehr wisst, wohin mit der ganzen Kohle, dann ist dieser Schuppen Eure Adresse zum Ausgeben.
      Immerhin gab‘s auch noch Kaffee und Kuchen, was der gewachsenen Gemeinschaft der ADFCler Raum zum Plauschen und Miteinander bot. Und ich selbst? Ich fühlte mich pudelwohl.
      Die Rücktour ging dann über Barßel und an derem schicken Hafen vorbei, durch Roggenberg und später dann ein flüchtiger Gruß an jene Johanniterkapelle, der schon oft meine Aufmerksamkeit zuteil wurde.
      Soweit war also alles frau- und hervorragend. Nur eine Sache kam mir komisch vor. Etwas fehlte. Erst kam ich nicht drauf. Also alles nochmal von vorne durchgehen: Heinrich der fünfte, Homers Odyssee, Jethro Tull und der Weathercock. Und dann drang es in mein Bewußtsein, wickiegleich mit einem Blitz: Der Wind! Das war der Witz. Der fehlte. Welch Betrug, nach all dem Widerstand blieb nun aus, was einst schien wie versprochen. Welch eine Enttäuschung! Wieder einmal dachte ich „Contenance“, sie fehlt an allen Enden, selbst beim Wetter. Umso wichtiger also jene selbst jetzt zu bewahren. Und so konnte kurz nach 5 am Nachmittag dieser letzte große Tripp des ADFC in 2020 pünktlich zum einsetzenden Regen abgeschlossen werden.

      • 3. Oktober 2020

  5. Andreas und 6 andere waren Fahrrad fahren.

    3. Oktober 2020

    04:53
    79,5 km
    16,3 km/h
    230 m
    230 m
    Julia Sonnentatze, Andibonn und 65 anderen gefällt das.
    1. Andreas

      „Noch einmal stürmt, noch einmal, liebe Freunde.“ So spricht Shakespears Heinrich der V. Und so stürmte es auch, einmal noch für den ADFC in diesem Jahr, einmal noch auf große Fahrt zu gehen. Immerhin, es war die längste des ganzen Jahres. Und es stürmte fürwahr, von dort kommend, wo es die illustre Truppe von 18 hinzog, auf nach Nordosten. Wacker gegen den Wind stemmend, getragen von der Hoffnung, der von Ian Anderson besungene Wetterkoch
      ()
      möge es auf dem Rückwege ebenso herrlich blasen lassen, bewegte sich der disziplinierte Trupp von Papenburg aus durch Flachsmeer über den Russenweg nach Rhauderfehn, von wo aus es nach einem kleinen Päuschen weiterging am Hauptfehnkanal entlang, der Leda und der Jümme nach Detern. Hier galt es, der altehrwürdigen St. Johanni & Bartholomäi Kirche aus dem 12. Jhd. ein wenig Aufmerksamkeit zu zollen und dem protestantischen Innenleben die Ehre zu geben.
      Eigentliches Ziel der von Hans P. vorbereiteten Reise sollte an diesem 30. Jahrestag der deutschen Einheit am Ende des Aper Tiefs die Hengsforder Mühle mit seinen gastronomischen Möglichkeiten sein. Doch Planungswidrigkeiten verhinderten eine entsprechende Reservierung. Gleichwohl, nachdem wir erst an der südlichen, dann an der nördlichen Seite des Aper Tiefs entlangradelten, den Wind immer noch mitten im Gesicht, sah man sie, stattlich am Aper Tief gelegen, eben jene Mühle, die ihre Gastlichkeit uns nun verwehrte. Bei Ankunft breiteten sich, als hätte der Comte de Sade seine Finger im Spiel, wohlige Gerüche aus deren Küche aus. Den Lockungen zu widerstehen, kaum weniger heroisch als jenen Sirenen abzuschwören, welche dem edlen Odysseus heim auf dem Weg nach Ithaka zu schaffen machten.
      Welch Glück also, das wir uns weder in einem homerschen Epos noch in einem shakespearschen Drama, sondern nur auf einer winzig kleinen Radtour befanden.
      Ein wenig weiter dann, war das alternative Ziel die Besichtigung eines Herstellers für Gewächs- und Gartenhäuser nebst Rundführung. Nun, gemessen an meinem pompösen Aufzug in diesem kleinen Text mag sich das enttäuschend trivial anhören, aber ich sage Euch: Diese Pavillons aus Alu, Stahl und Glas, gebogen und auf Rollen sind der Burner. Der Burner! Wenn Ihr nicht mehr wisst, wohin mit der ganzen Kohle, dann ist dieser Schuppen Eure Adresse zum Ausgeben.
      Immerhin gab‘s auch noch Kaffee und Kuchen, was der gewachsenen Gemeinschaft der ADFCler Raum zum Plauschen und Miteinander bot. Und ich selbst? Ich fühlte mich pudelwohl.
      Die Rücktour ging dann über Barßel und an derem schicken Hafen vorbei, durch Roggenberg und später dann vorbei an jener Johanniterkapelle, der schon oft meine Aufmerksamkeit zuteil wurde.
      Soweit war also alles frau- und hervorragend. Nur eine Sache kam mir komisch vor. Etwas fehlte. Erst kam ich nicht drauf. Also alles nochmal von vorne durchgehen: Heinrich der fünfte, Homers Odyssee, Jethro Tull und der Weathercock. Und dann drang es in mein Bewußtsein, wickiegleich mit einem Blitz: Der Wind! Das war der Witz. Der fehlte. Welch Betrug, nach all dem Widerstand blieb nun aus, was einst schien wie versprochen. Welch eine Enttäuschung! Wieder einmal dachte ich „Contenance“, sie fehlt an allen Enden, selbst beim Wetter. Umso wichtiger also jene selbst jetzt zu bewahren. Und so konnte kurz nach 5 am Nachmittag dieser letzte große Tripp des ADFC in 2020 pünktlich zum einsetzenden Regen abgeschlossen werden.

      • 3. Oktober 2020

  6. 🚲Dietrich🚲 (spechtX) und 6 andere waren Fahrrad fahren.

    26. September 2020

    Andreas, 🚲Dietrich🚲 (spechtX) und 259 anderen gefällt das.
    1. Andreas

      Wieder einmal ein echter Komoot-Event mit SpechtX sowie einer ausgewählten und hart gesottenen Road-Crew auf dem Turn um Bremen Rum. Trotz Flaute und lauem Lüftchen aus NNO ging’s vom Start weg flott voran. 1st Class-Team, gute Vibes, volle Power. So soll es sein! Das gemeinsame Wohlfühlen jedoch versaute mal wieder den Schnitt. Aber isja immer so. Entweder topp Teamgeist oder Ehrgeiz phne Ende nach dem Motto,
      „lieber sterben als Schwung verlieren“.
      Beides zusammen gibt’s wohl nicht. Für mich jedenfalls war der Tag DER BURNER.
      Danke an alle, die mich ertragen haben. (Soviel Quatsch hält ja keiner aus!)
      Ihr wisst ja, Käpt’n Blaubär sagt:
      „Wo man sinkt, da lass Dich nieder!“

      • 26. September 2020

  7. Andreas und 4 andere waren Fahrrad fahren.

    26. September 2020

    05:57
    109 km
    18,2 km/h
    350 m
    350 m
    solotalent, SH und 132 anderen gefällt das.
    1. Andreas

      Wie auch im letzten Jahr ging’s der Einladung von 🚲Dietrich🚲, alias SpechtX folgend um Bremen herum, coronal bedingt etwas später und diesmal reverse. Also anders herum. Und besser spät als nie, zumal man mit Corona ja alles entschuldigen kann, sogar hässliche Nachkommen. Und wir hatten noch mehr Glück, denn erst auf den letzten Kilometern erreichte uns jene Regenfront, die uns den ganzen Tag den Spaß hätte vergraulen sollen. Aber nix da! Alles lief bestens. Selbst der Wind hatte es mit dem Blasen nicht so eilig, wie es sonst in der Gegend Usus ist.
      Ich war ja einigermaßen präpariert durch meine Anreise am Vortag (komoot.de/tour/264912906) und fuhr über den Contrescarpe (komoot.de/tour/265033028) zum Startpunkt. Schnell noch im Edeka um die Ecke den wichtigsten Hightech Food einkaufen wie Twix, Schokodoppelkeks etc. Schließlich leben wir ja in einer Kohlenhydratwüste ;-) und los ging’s auch schon mit den glorreichen 7 und Rückenwind Richtung Süden durch eine grüne Landschaft bis Achim. Unangenehmer Kontakt mit der Realität: Das wir über den Wochenmarkt zu Fuß gehen mußten, war ja noch ok. Aber auf Masken angesprochen zu werden … Wat? Warum? … Klärte sich am anderen Ende des Marktes durch ein Schild - A3 groß - machte darauf aufmerksam auf dem gesamten Wochenmarkt eine Maske zu tragen. Uups!
      Na gut, weiter ging’s an der Uesener Mühle vorbei bis wir zur Weser gelangten. Ein Traum von einem Anblick, wunderbar! Fast wären wir dran vorbei gefahren. ... 1 Frau, 6 Männer. Ich will ja nix sagen, aber die sehen sowas nicht, echt nicht! Naja, neben Solo hatte auch Paul die Schönheit des Momentes gecheckt. Super, 2 von 6 – geht doch.
      Hinter der Weser ging’s dann Richtung Westen und mit dem Rückenwind war’s endgültig nach 27 Kilometern vorbei. Bei Kilometer 32 kurz vor Dreye dann ein kleines Päuschen an einem idyllischen Nebenarm der Weser. „Sollte man nicht verpassen,“ dachte ich letztes Mal schon.
      Also weiter Richtung Norden, unter die Autobahn durch, an Obervieland vorbei und nun der Ochtung folgend. Eine schöne Aussicht auf das Flüsschen und dem Bremer Umland im Südwesten. Unweigerlich führte uns der Weg zum Flughafengelände, wo wir fast flugverkehrbefreit unsere erste richtige Pause abhielten. Merkwürdig nur, auf meine exzellenten Kohlenhydrateriegel mit Schokolade, Karamell und Keks, sprach kaum einer drauf an. „Haben wohl andre Gesundheitsregeln,“ realisierte ich.
      Bald ging‘s weiter durch den Park links der Weser, der sich irgendwie zwischen Grolland und Huchting so durchquetscht. Ist ganz schön, der Park. Und hinter Huchting fließt ein Graben, der ist weder breit noch tief … (den Rest kennt Ihr ja bestimmt. Wenn nicht: „Delmenhorst“ von Element Of Crime hören. ())
      Bei Niedervlieland und Seehausen dann nahmen wir Nahkontakt zur Weser auf und konnten uns von der schaurig-schönen Industrieromantik auf der anderen Weserseite zum Träumen und Gruseln verführen lassen. Immerhin: Beeindruckend breit fließt hier der Fluß. Durchschwimmen ist da wohl kaum eine Option. Na Gottseidank, muß jetzt ja auch nicht. In Lemwerder, nach 65 Kilometern, ist ja eine Fähre. Haben wir aber nicht genommen. Ätsch! ;-) Dafür aber diese monstermäßig lange Graffitiwand bewundert. „Der Hammer“, sag ich nur, „voll der Burner, beeindruckend!“ Aber anhalten deswegen? Wie gesagt, 1 Frau, 6 Männer. Da machste nix.
      Die Strecke nördlich von Lemwerder beeindruckt durch die kleinen, teils rietbedeckten Häuschen, wie an einer Perlenkette aufgreiht an der Weser entlang. Dazwischen die Lürßen-Werft, wie ein riesiger Quader dazwischengekotzt. Grandiose Kontraste!
      In Motzen dann endlich ging’s per Fähre auf die andere Seite nach Blumenthal, von wo aus wir uns stetig von der Weser wegbewegten. Ab jetzt nur noch Rückenwind. Eine gute Entscheidung, die Tour so herum zu fahren. Beim Beckendorfer Schmiedemuseum machten wir dann eine nette Pause bei Kaffee und Kuchen. Spätestens jetzt war jedem klar: „Das ist eine nette Truppe. Verständigung, Miteinander, Geschwindigkeit, Humor, Interessen – funzt!“ Ich selber war aus handytechnischen Gründen leider etwas abwesend für eine Zeit. Dämlich!
      Nach der Pause ging es mit einem 3 km langen MTB-Abschnitt weiter. Gar nicht mal so uninteressant. Insbesondere wenn man nicht mit einem MTB unterwegs ist. War natürlich auch keiner! Wat’n Spaß!
      Dann bei Kilometer 80 kamen wir bei Löhnhorst bei dem Kettensägenkünstler Harry Klawohn an. Den darf man auf keine Fall verpassen. Also angehalten, ein paar Fotos aktueller Schnitzereien aus ganzen Baumstämmen gemacht, kurz mit dem über 70jährigen Original geschnackt über düt und dat und weiter ging’s auch schon. Der Tag war ja nicht mehr ganz so jung mittlerweile. Weiter fuhren wir an Stendorf vorbei und durch Ritterhude durch, wo wir auch die Lesum überquerten um endlich zur Wümme und den wunderbaren Wümmewiesen zu gelangen. Ein Traumabschnitt zum Finale der Tour durch das Blockland hindurch.
      Jetzt endlich, viele Stunden "zu spät" setzte der Regen allmählich ein, der bereits zum Mittag angekündigt war. Eine Hammerfront vom Erzgebirge bis zum Nordostseekanal, ungefähr 100 km breit. Also Regenklamotten an. Mittlerweile setzte die Dämmerung ein und mir dämmerte auch etwas: „War vielleicht doch gar nicht so doof, nicht überall angehalten zu haben!“ Und ich dachte mir: „Sach mal lieber nix!“ Kurz drauf, musste ich die Tour auf den letzten 10 Kilometern verlassen, um noch pünktlich den Zug zu bekommen. Schließlich stand in Papenburg noch ein 50. Geburtstag an, zu dem ich eingeladen war. Mit Glück könnte ich dann ja noch ein Stück Torte ergattern. Aber ich hatte ja zur Not noch ein paar Schokoriegel …
      Also auf geht's zu Kaffee, Kuchen, Schnitzel und Bier:

      • 26. September 2020

  8. Panter Paul und 4 andere waren Fahrrad fahren.

    26. September 2020

    05:53
    107 km
    18,2 km/h
    560 m
    570 m
    solotalent, SH und 97 anderen gefällt das.
    1. Panter Paul

      Sehr schöne, deutlich herbstliche Runde, äh sorry:Traditionsrunde, rund um Bremen, perfekt gescoutet von Dietrich. Es gab auch viele Ecken und Ausblicke, die ich so noch nicht kannte und dazu eine tiefenentspannte und gesprächige Gesellschaft. So verging die Zeit im Fluge und ich vernachlässigte leider das Fotografieren. Bleibt alle gesund trotz des nassen Endes! Bei mir fehlen noch 10 km Anreise nach Oberneuland und ach ja, alle waren fit und ohne Hilfsmotoren unterwegs.

      • 26. September 2020

  9. Andreas war Fahrrad fahren.

    26. September 2020

    00:43
    13,7 km
    19,0 km/h
    30 m
    30 m
    claus, Golden Lady und 34 anderen gefällt das.
    1. Julia Sonnentatze

      Herrlich und so ein schöner blauer Himmel, hier ist es heute nur grau.

      • 26. September 2020

  10. Andreas war Fahrrad fahren.

    25. September 2020

    Daniel, Kirsten und 34 anderen gefällt das.
    1. Andreas

      Zur Bremen-Rundtour bin ich am Vortag angereist und wollte wenigstens ein paar Meter durch die Stadt radeln und die Aussicht auf Weser, Wall und Schnoorviertel zu genießen. Ich hoffe Euch gefallen die paar Schnappschüsse, die ich an diesem angeblichen Regentag gemacht habe.
      Wenn die Wettervorhersage so weiter geht, wird der Samstag mit seinen 110 Kilometern um Bremen herum superbien.

      • 25. September 2020

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